Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften verleiht seit 2005 den PUNKT, mit dem beispielhafte Texte, Bilder und erstmals auch Multimedia-Formate ausgezeichnet werden, die einen besonderen Zugang zu innovativen Technologien eröffnen.
Soweit die freudige Meldung, die mich heute in den Mittagsstunden erreichte. Ich konnte zwar noch nicht in Erfahrung bringen, warum ich nominiert werde. Aber diese Nominierung geht mir runter wie Öl.
Die Fotografie betreibe ich eigentlich so nebenbei. Habe weder eine Ausbildung genossen, noch würde ich mich als passionierten Hobbyfotografen bezeichnen. Das geschieht mit meiner Nikon D 40x eher improvisiert und nach dem Versuch-und-Irrtum-Verfahren – in der Regel ohne Blitz. Das eher chaotische Prinzip ist ja auch ein wenig der Rote Pfaden bei meinen publizistischen Projekten 🙂
Ob ich nun einen Preis gewinne oder nicht, die Nominierung ist schon ein echter Erfolg.
Was ich gestern und heute gemerkt habe ist, dass ich auf die Frage „Was war denn das tollste Spiel der Gamescom“ keine Antwort geben kann. Vergangenes Jahr war das für mich ganz klar Guild Wars 2. Natürlich gab es wieder große Titel wie „Crysis 3“, „Devil May Cry“, „Call of Duty“ oder „Starcraft II: Heart of the Swarm“. Große Revolutionen wie 2011 fehlen in diesem Jahr. Zudem sollten die Gamescom-Veranstalter am Konzept feilen. Große Anbieter wie Nintendo, Sega, THQ und Microsoft glänzen durch Abwesenheit. Es gab diese neue Website, die tauchte aber Online Casinos UK, wo im Grunde jeder kann gewinnen große Mengen an Geld.
Naja, genug gejammert!
Mit Crysis 3 können wir uns, hoffentlich noch in diesem Jahr auf ein weiteres Grafikwunder aus dem Hause Crytek freuen. Welche Kunstwerke die neue CryENGINE 3 vollbringen kann, zeigt dieser Tech Trailer:
Devil May Cry. Alleine der Name ruft in mir Bilder von den Helden wie Dante, Nero und natürlich Vergil hervor. Von allen Games die ich kenne, kann man von diesem sagen, dass diese Serie mit Abstand den größten Style hat. Und damit meine ich hauptsächlich die Video-Sequenzen. Coole Kampfszenen, wo sich die Helden in Szene setzen und einem nach jeder Pose ein Freudenschauer über den Nacken läuft. Ob der neue Teil daran anschließen kann, wird sich zeigen. Der Gamescom Trailer sah nicht so vielversprechend aus. Der Teaser weckt allerdings größere Hoffnungen!
Starcraft 2: Heart of the Swarm wird neuen Wind in die E-Sport Szene bringen. Das Strategiespiel erhält eine neue Kampagne und der Multiplayer-Modus wird um neue Einheiten und Mechaniken erweitert. Auf der Gamescom konnte ich den Multiplayer bereits anspielen und darf sagen: Es wird ein Heidenspaß!
Hier noch mein erster Eindruck:
Ein kleiner „Geheimtipp“ von mir ist übrigens Shootmania: Storm. Der Gamescom-Messestand hat mich allerdings nicht umgehauen. Trotzdem war ich sehr an dem Spiel interessiert und habe mir mal einen Key bestellt. Wer sich den Key vorab holt, bekommt 15 Prozent Rabatt und einen sofortigen Betazugang.
Das Programm Mania Planet, über welches man Shootmania: Storm spielt, bietet einem viele interessante Möglichkeiten. Man kann etwa seine Region genau bestimmen, bei mir wäre es Deutschland -> NRW -> Bonn, und bekommt dann nur die Server und Spiele angezeigt, die in dieser Region geöffnet sind. Zusätzlich gibt es noch ein eigenes Ranking für jede Region. Ich bin seid gestern der 35. von Bonn und 29.000. der Welt 😉
Alles in allem kann man nicht sagen, dass die Gamescom dieses Jahr schlechter war oder weniger zu bieten hatte. Mit den großen Spielen Diablo 3 und The Elder Scrolls: Skyrim hat das Gaming-Jahr 2012 seinen Zenit eben schon überschritten. Bereits veröffentlichte Spiele wie League of Legends mit OW skill rating – EPICNPC auch, Battlefield 3 und eben auch Starcraft 2 werden um neue Spielinhalte erweitert, welche eben nicht unbedingt ausstellungswürdig sind. Das die Gamescom deshalb für manche etwas „mager“ erscheint, ist nicht verwunderlich. Wenn du einen neuen Monitor suchst, empfehle ich, Bewertungen über die aoc g2460pf monitor. Mir hat es jedenfalls großen Spaß gemacht. Die Messe ist einfach kult und jeder der kann, sollte ihr einen Besuch abstatten. Vielleicht trifft man sich in Halle 8 oder so.
Hier noch ein kleines Resümee am gestrigen Presse-Tag:
„Man sieht, wie sich die Entwicklungen der 80er und 90er Jahre wiederholen. Jeder kann leicht auf den App-Zug aufspringen und super leicht Entwickler werden. Wie man bei GeoCities damals blinkende einfache Webseiten gesehen hat, weil das eine einfach zugängliche Technologie war, sieht man es heute bei Apps.“
Da seien sehr viele Laienspieler am Werk. Gleichzeitig führe dieser vermeintliche Goldrausch auch dazu, dass jeder erst einmal auf den Zug aufspringt.
„Es werden oft irgendwelche Apps in den Store geschoben, in der Hoffnung den nächsten Millionen-Seller entdeckt zu haben. Die Erfahrung zeigt, dass das so nicht funktioniert. Es sind Softwareentwicklungsprojekte und es gelten die gleichen Mechaniken und Mechanismen wie bei der ganz normalen und klassischen Softwareentwicklung auch.“
Wenn es um anspruchsvolle Aufgaben für den Unternehmensalltag geht, bietet die App-Economy noch nicht sehr viel. Netzexperten sehen hier Änderungsbedarf: „Big Data”, „Mobile” und „Social” erfordern nach Auffassung von Karl-Heinz Land, Chief Evangelist & Senior Vice President Social iCommerce bei MicroStrategy, ein neues Denken der Manager. Soweit der kleine Auszug aus meinem gestrigen Artikel. Das Rottmann-Interview hat aber noch weitere interessante Inhalte aufzuweisen.
Einen App-Experten darf man natürlich nicht verlassen, ohne auf iOS und Android einzugehen. Ich hatte ja schon mal kritisch angemerkt, dass Statistiken über den Smartphone-Markt etwas differenzierter ausgewiesen werden sollten. Hinter iOS steckt immer ein Apple-Gerät, hinter Android ein Geräte-Zoo. Und genau hier sehe ich die Schwäche des Android-Marktes. Zu ähnlichen Erkenntnissen gelangt auch Rottmann.
iOS versus Android
„Es ist ja bekannt, dass iOS-Nutzer kauffreudiger sind und für Inhalte eher Geld bezahlen wollen. Das liegt mit Sicherheit auch an der Einfachheit von iTunes und man nicht umständlich Google Wallet oder PayPal braucht. Die reine Marktanteilsdiskussion ist falsch. Es sagt nur aus, dass mehr Leute Android-Geräte haben als iPhones.“
Was wirtschaftlich am erfolgreichsten funktioniert, könnte man nicht gleichsetzen mit der am weitesten verbreiteten Technologie-Plattform. Die Fragmentierung im Android-Markt wirke sich wirtschaftlich negativ auf den Umsetzungsprozess aus.
„Wenn ein Kunde heute sagt, baut mir eine Anwendung für Android und wir das von 2.2 bis 4.0.4 Unterstützen, dann wird es teurer als iOS. iOS fängt gerade auch an zu fragmentieren, aber natürlich nicht in dem Umfang. Apple hat auch eine Aufgabenstellung, die einfacher ist. Die sind nicht unbedingt schlauer. Durch die sehr kontrollierte Hardwaresituation hat Apple es leichter“, so Rottmann.
Die Android-Hersteller würden eigene Oberflächen, Hardwareknöpfe und sonstige Abwandlungen entwickeln. Das gehe zu Lasten der Nutzerfreundlichkeit. Beim neuen mobilen Betriebssystem von Microsoft sei die Problematik ähnlich: „Meine Prognose, Microsoft kauft Nokia und kopiert das Apple-Modell“, erklärt App-Experte Rottmann.
Deshalb plädiert Rottmann dafür, dass Ökosystem von Apple zu kopieren.
„Apple kopiert auch von sehr erfolgreichen Modellen. Vom Design bis zu allem anderen. Niemand diktiert Microsoft, was sie in der Telfonie und im Mobile Business machen müssen. Bis sie das übertragen haben und zuerst einmal in einem Android-Modell agieren, ist es okay. Vielleicht haben sie den Mut und sagen, wir machen das nicht mehr. Wir bauen in Zukunft eigene Windows-Phones und kaufen dafür Nokia. Dann hat das eine echte Chance“, spekuliert Rottmann.
Interviews werde ich auch in Amsterdam führen. Wer dort ist und Interesse an einem Gespräch hat, kann sich ja im Vorfeld bei mir melden: gunnareriksohn@gmail.com
Gemeint ist natürlich die Autorin Felicitas Hoppe, die heute Ihre Traumbiographie „Hoppe“ im Literaturhaus Köln vorstellt (Schönhauser Str. 8, 50968 Kölle). Um 20 Uhr. Ich werde auch zugegen sein mit meinem Multimedia-Rucksack und morgen oder übermorgen oder überübermorgen darüber berichten.
Keine Angst, ich beschäftige mich heute nicht mit dem „Netz-Dichter“ Günter Grass. In meiner Freitagskolumne für Service Insiders, die wegen der Osterfeiertage auf den Dienstag verlegt wurde, geht es um die Jederzeit-Intelligenz der App-Economy und um den alltäglichen Komfort der Vernetzung. Beides wird das Wechselspiel zwischen Unternehmen und Kunden kräftig durcheinander wirbeln und zu einer Häutung vieler Wirtschaftsbranchen führen.
Expertengespräch zum Thema des Artikels auf der Berliner Wissenschaftskonferenz Informare am 9. Mai von 17 bis 18,30 Uhr. Titel der Talkrunde: Obi Wan Kenobi und das Future Internet. Moderatoren Gunnar Sohn und Heinrich Bruns. Programm unter: http://bit.ly/H2lOkL
„Martin Amis, Sohn des mittlerweile verstorbenen erfolgreichen Romanciers Kingsley Amis, startete als Wunderkind in den Literaturbetrieb hinein – und sein erster, vor vielen Jahren erschienener Roman, ‚The Rachel Papers‘, war grandios; und er hat sich zum bestbezahlten „ernsten“ Romancier Englands entwickelt. Seine Vorschüsse bereiten dem englischen Geistesleben Wechselbäder aus Neid und Begeisterung. Er hat es geschafft“, so beschreibt Walter Klier in der FAZ den Autor, der gestern auf der lit.COLOGNE sein neuestes Werk „Die schwangere Witwe“ im 28. Stockwerk des Hochhauses mit dem sinnigen Namen „Sky“ vorstellte.
Moderiert von der Spiegel-Autorin Susanne Weingarten. Der Schauspieler Nikolaus Benda übernahm die Lesung der deutschen Übersetzung.
Ein Grund für den Erfolg von Amis sieht Walter Klier in der Art, wie er das Feuilleton beherrscht. Er wisse genau, was man wie schreiben muss, um am „cutting edge“ zu sein oder „absolument moderne“, wie es im neunzehnten Jahrhundert als Muss für den Künstler formuliert wurde.
„Die schwangere Witwe berichtet von der Zeit, als sich die Liebe vom Sex trennte. Eine urkomische Abrechnung mit den Errungenschaften der sexuellen Revolution vom Bad Boy der englischen Literatur“, so lautet die Ankündigung der Lesung auf der Website des Veranstalters.
Amis hat schon vor 40 Jahren über die 1970er Jahren geschrieben – sehr zeitnah und dringlich. Es sei aber eine andere Situation, jetzt noch einmal zurückzublicken. Für ihn war die sexuelle Revolution ein beherrschendes Thema – im Gegensatz zur Generation der Väter und Großväter. Wenn man älter werde und irgendwann an die Schallmauer des 50. Lebensjahres heranrückt, merkt man, dass das Leben auf sonderbare Weise dünner wird und verflixt schnell vorbeigeht.
„Und mit Anfang 50 findet man einen bis dahin unbekannten Kontinent, wie eine Art Flügel im eigenen Lebenshaus, den man bis dahin gar nicht gekannt hat. Und das ist die eigene Vergangenheit, die man als solche gar nicht so wahrgenommen hat. Die es im eigenen Kopf gar nicht gegeben hat. Man fängt an, diesen Kontinent zu entdecken und zu erobern“, so Amis.
Vor allem den erotische Teil: Eros als Lebensantrieb. Dann komme das 60. Lebensjahr, eine Zahl, die auf dem Papier schon schrecklich aussieht, und man merkt, dass sich wieder etwas verändert. Kleine Dinge werden wichtiger und bedeutungsvoller.
„Wenn man als Schriftsteller anfängt, sagt man, ‚Hallo Welt, hallo Leser. Hier bin ich. Hier ist meine originelle Stimme. Ich hoffe, ich habe Euch was zu sagen.‘ Nach mehreren Jahrzehnten ist es dann soweit, dass man anfängt, sich zu verabschieden“, erläutert Amis.
Ob das mit seinem jüngsten Werk schon ein Abschied sei, darauf wollte Amis keine konkrete Antwort geben: „Der Schriftsteller entscheidet nie, was er schreiben werde. Das Thema sucht ihn selbst.“ Er hoffe auf den Moment des Aha-Erlebnisses, wo man eine Ahnung bekommt, was das nächste Buch sein könnte. Das sei ein sehr rätselhafter Vorgang. Amis verweist auf die Ideenfindung von Nabokov für den Lolita-Roman. Das hatte mit einem dressierten Affen zu tun der in der Lage war, zu zeichnen. Mehr dazu in meinem Audio-Zusammenschnitt der gestrigen Veranstaltung:
Apps, Smartphones, mobiles Internet und die asynchrone Kommunikation führen zu einem Erdrutsch in der Service-Ökonomie. Diese Ansicht vertritt Andreas Klug vom Kölner Softwarehaus Ityx im dritten Bibliotheksgespräch des Ich sag mal-Blogs. Die reservierte und defensive Reaktion der Call Center-Industrie auf die neuen technologischen Trends erinnern Klug an die Anfangsjahre des E-Commerce:
„Das war die Zeit von 2001 bis 2003, wo man im Bekanntenkreis und im Geschäftsumfeld noch bestaunt wurde bei Einkäufen im Internet. Da gab es ja nur Amazon und ich bestellte höchstens Bücher.“ Alles andere sei viel zu unsicher. „Davon ist keine Rede mehr. Die Zuwächse im Onlinehandel übertreffen deutlich den stationären Handel und das gilt für fast alle Artikel. Hier sehen wir die erdrutschartigen Veränderungen innerhalb von nur sieben Jahren“, so Klug.
Ähnliches werde sich auch in der Service-Ökonomie abspielen. Durch die Virtualisierung und das Teilen von Kundenerfahrungen in sozialen Netzwerken verändere sich die Landschaft. Hotline-Mitarbeiter könnten nicht die Expertise des Internets bieten.
„Die Begrenzung der Expertise wird durch die zeitlichen Vorgaben der Call Center-Manager noch verstärkt“, erklärt Klug. Die Zeit-Diktate würden zu Lasten einer qualitativen Auskunft gehen. „Da gehe ich lieber gleich auf Youtube und suche nach Lösungsvorschlägen von anderen Kunden. Diese Auskünfte sind neutraler und präziser“, so Klug im Interview.
Die Stärken vernetzter Services über Apps seien noch nicht ausgespielt worden. Damit meint Klug nicht profane Auskunftsdienste, sondern Applikationen, die verschiedene Dienste unter einer „Motorhaube“ vereinen – von der Lokalisierung bis zur Speicherung personalisierter Informationen. Nicht umsonst spricht man von digitalen Assistenten.
„Schon jetzt laufen Kundenbeziehungen komplett über Apps – etwa bei Simyo. Dieser Dienst funktioniert in Echtzeit. Ich kann auf Knopfdruck in ein Forum gehen und bekomme von anderen Kunden innerhalb von wenigen Minuten eine qualifizierte Antwort auf technische Probleme. Welches Call Center kann das leisten? Das ist finanziell überhaupt nicht machbar. Firmen wie Simyo oder Samsung setzt sehr erfolgreich auf Kunden-helfen-Kunden-Effekte. Hierfür ist eine App die perfekte Plattform für den Direktkontakt mit dem Anbieter, für den Austausch mit anderen Kunden, für die Suche nach Informationen und für Einblicke in den Vertrag. Das kann ich zu jeder Tages- und Nachtzeit in Anspruch nehmen. Eine Hotline kann das am Samstagabend um 22,30 Uhr nicht bieten. Wir leben aber in einer Welt, wo alles sofort passieren muss. Ich will mein Problem ohne Zeitverzögerung lösen. Das merke ich in meinem eigenen Alltagsleben immer deutlicher im Umgang mit Geräten, Dienstleistungen, Versicherungen, Banken oder Reisebuchungen. Ein Problem tritt auf und ich möchte es direkt lösen“, sagt Klug.
Ein weiterer Trend spiele der Automatisierung in die Karten: Die Renaissance der Verschriftung über Postings auf Facebook, Twitter, Foren und Blogs. Alle Branchengrößen der Call Center-Szene würden von einer deutlichen Reduktion der Telefonate ausgehen.
„Früher lagen die Anrufe bei 90 Prozent, heute bestenfalls bei 50 bis 60 Prozent – mit sinkender Tendenz. Es gibt sogar weltweit operierende Konzerne der Unterhaltungselektronik, die haben ihre Call-Rate auf unter sieben Prozent verringert“, weiß der Ityx-Manager.
Gleichzeitig steige über die App-Economy und über soziale Netzwerke der Anteil der asynchronen Kommunikation mit vielfältigen Möglichkeiten für personalisierte Services und für den Einsatz lernfähiger Software. Es entstehe eine neue Kundenintimität, wenn es der Kunde möchte. So entgehe man der Facebook-Datenschutzfalle, weil es ein direktes Abkommen zwischen Anbieter und Kunde gibt. Hier reiche ein Opt-out-Verfahren. Das sei eine klassische Win-Win-Situation. Als Kunde habe ich ein Interesse, ohne Alzheimer-Effekte und Warteschleifen punktgenau bedient zu werden.
Andreas Klug wird am 28. Februar an der Expertenrunde am 28. Februar von 14 bis 15 Uhr auf der Call Center World in Berlin (Hotel Estrel, Empore am Haupteingang) teilnehmen. Thema: Von Welterklärungsmaschinen und der unsichtbaren Servicekommunikation: Visionen für die Mensch-Maschine-Interaktion. Teilnehmer: Heike Simmet (Hochschule Bremerhaven), Günter Greff (Call Center-Experts), Walter Benedikt (3C Dialog), Bernhard Steimel (Mind Business), Andreas Klug (ITyX), Peter Gentsch (Business Intelligence Group) und Heinrich Welter (Genesys). Moderation: Gunnar Sohn
Eigentlich gehe ich zur Kölner Fachmesse dmexco nur, um mich mit dem akutellen statistischen Material über die digitale Wirtschaft zu versorgen. Ansonsten ist diese Veranstaltung erschreckend flach. Selbst die Pressekonferenz des BVDW nervt, die zwar das nötige Zahlenmaterial der Branche präsentiert – dafür darf mehr oder weniger jedes wichtige Vorstandsmitglied ans Mikrofon (gestern waren es fünf Redner), die dann eine knappe Stunde die Journalisten mit Monologen berieseln. Was am Ende dazu führt, dass kaum noch Fragen gestellt werden. Die Diskussionsrunde machte schlappe 9 Minuten aus. Was programmatisch in Köln geboten wurde, haben zwei Tweets auf den Punkt gebracht.
Was der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) heute auf seiner traditionellen dmexco-Pressekonferenz zum Thema Datenschutz präsentierte, war doch erschreckend dürftig. Kaum Erklärungen zur Verteufelung von Social Plugins, zur Dämonisierung personalisierter Werbung sowie Dienste, keine klare Position zu den Bußgeldandrohungen des Datenschutzbeauftragten in Schleswig-Holstein wegen der Verwendung des Like-Buttons von Facebook. Man sonnt sich in dem Erfolg, den man in der Cockie-Regulierung durch Hinterzimmer-Gespräche in Brüssel und Berlin erreicht hat. Motto der Lobbyarbeit: Et is noch immer jot jejange. Diese Haltung wird allerdings nicht funktionieren, wenn man die öffentliche Meinung gegen sich hat.
Dabei wäre es ein leichtes Unterfangen, für die BVDW-Mitgliedsfirmen im nördlichen Bundesland einen Musterprozess anzustreben gegen die Verfügungen von Thilo Weichert, um endlich Rechtsklarheit zu bekommen. Der BVDW überlässt die Deutungshoheit den Mahnern und Warnern, bei denen das Glas immer halb leer ist. Dabei hat sich die digitale Wirtschaft mit Wachstumsraten von 16 Prozent zu einer echten Konjunkturmaschine entwickelt, wie man den Äußerungen von Arndt Groth und Paul Mudter vom BVDW entnehmen kann. Entsprechend selbstbewusst sollte dieser Verband auch den kritischen Diskurs in der Öffentlichkeit suchen. Mit der Kamera habe ich die wichtigsten Stellungnahmen der BVDW-Pressekonferenz festgehalten. Am Anfang kommt das Statement von BVDW-Vorstandsmitglied Matthias Ehrlich zum Datenschutz. Danach kommen Groth und Mudter.
Wo sich personalisierte Dienste hinbewegen können, ist dem Interview mit Karlheinz Land von Microstrategy zu entnehmen.
Ein ausführlicher Bericht von mir folgt noch. Meine Audioaufzeichnung kommt etwas später, denn ich habe ja noch konkret nachgefragt in Sachen Datenschutz ;-).