Sohn fragt Sohn mit #EcammLive

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Akademisches Gespräch über „digitale Käfighaltung“ mit @AlexanderKlier #NewWork

Heute früh habe ich mich mit Alexander Klier über „Neues Arbeiten in digitaler Käfighaltung“ unterhalten. Alexander will das in seiner Vorlesung einsetzen. Einige seiner Studierenden werden das Video „Neues Arbeiten in digitaler Käfighaltung?“ als Grundlage haben. Folgende Fragen haben sich bisher für die Studierenden (daraus) ergeben:

Chancen der Digitalisierung für Unternehmen bezüglich der Steuerung in Organisationen und Vorbildfunktion der Führungskräfte?

Wie können es Organisationen schaffen die Chancen der Digitalisierung und des neuen Arbeitens zu sehen, wo es einfacher ist die Digitalisierung zu „verteufeln“ weil sie den Status quo angreift?

Durch die Aufbrechung strenger hierarchischer Strukturen in Organisiationen scheint es zu risikoreich die digitalisierte Arbeitsweise völlig in die Unternehmen zu integrieren; Warum ist das so?

Wird es als eine Art Kontrollverlust gesehen wenn Führungskräfte mit Mitarbeitenden weniger „Face to Face“ Meetings haben und diese an digitale Netzwerke auszulagern?

Wie kann mit Hilfe von digitalen Netzwerken Arbeitszufriedenheit sichergestellt werden?

Können Netzwerke dabei helfen, Führungskräfte zu unterstützen?

In wie weit und auf welchem Weg sind die jeweiligen Individuen in (betriebliche) Netzwerke eingebunden oder wie/warum/ob werden bestimmte Gruppen von gewissen Netzwerken ausgegrenzt?

Wohin führen deiner Meinung nach diese Dynamiken bzw. wie oder ob können es Organisationen schaffen, mit der sich schnell wandelnden Umwelt und ihren Anforderungen „mitzuhalten“?

Wir konnten nicht alle Fragen behandeln, da um 10 Uhr schon das nächste Live-Interview bei mir auf der Agenda stand.

Der Diskurs wird fortgesetzt 🙂

Resonanz auf die #NEO17x Sessions: Bislang über 8.000 Aufrufe und das wächst noch weiter an :-)

Joachim Neubauer, Redakteur Abteilung Kommunikation & PR der Hochschule Fresenius, wird ausführlich über die Next Economy Open berichten. Die #Preview und der erste Tag der #NEO17x fanden ja am Fresenius-Standort im Kölner Mediapark statt. Er schickte mir jetzt noch zwei Fragen zur Statistik: Die beliebtesten Sessions und die Gesamtresonanz sollte ich noch auswerten (Status am Sonntag, den 12. November, um 8:31 Uhr)

Na dann:

Ganz oben steht die Live-Session der Studierenden meines Wirtschaftsethik-Kurses zur Thematik Fleischkonsum. Mutter Erde auf dem Teller. Hier lagen die Aufrufe des Videos bei 1.494.

Dann folgt mein SEO-Battle mit Hakan Cengiz. Hier kamen wir auf 1.053 Aufrufe:

958 Aufrufe erzielte die Session der Studierenden von Professor Lutz Becker mit: Autonome Mobilität – Potentiale & Herausforderungen für den Straßenverkehr der nahen Zukunft:

Was sind Ihre/Eure Ideen für eine lebenswerte Arbeitswelt? Die #NEO17x Session von Martina Baehr kommt bislang auf 682 Aufrufe:

513 Aufrufe erreichte Winfried Felser mit seinem Thema: Neuausrichtung der ökonomischen Theorie:

Soweit die Top 5-Platzierungen. Das ist natürlich keine Aussage über die Qualität der Sessions. Da war das Niveau insgesamt sehr hoch. Alle Live-Sessions konnten mehr Resonanz erzielen als es bei einer reinen Präsenz-Veranstaltung möglich gewesen wäre. Und es geht ja weiter. Jede #NEO17x Session ist als Aufzeichnung dauerhaft verfügbar und wird munter weiter diskutiert.

Resonanz insgesamt bei den Aufrufen. Da liegen wir zur Zeit deutlich über 8.000. Ick freu mir schon auf die #NEO18x. Wir gehen erst in Klausur und werden rechtzeitig den neuen Termin kommunizieren. Großer Dank an alle Mitwirkenden in diesem Jahr.

Man hört, sieht und streamt sich 🙂

Die Sonnenkönige des Verpackungsabfalls und das drohende Chaos mit Gelben Tonnen und Säcke

Auf einer Fachtagung der Entsorgungswirtschaft vor fünf Jahren verglich der Vorstandschef einer Recyclingfirma das Regelungschaos der Verpackungsverordnung mit dem französischen Sonnenkönig, der sich mit dem Bau der Maschine von Marly ein Denkmal setzen wollte. Ludwig der Vierzehnte investierte für dieses Ideal der Vollkommenheit unvorstellbare Summen. Es bestand aus 14 großen Wasserrädern, die 221 Pumpen betrieben. Mit dem Bau waren 1.800 Arbeiter und Techniker fünf Jahre lang beschäftigt. Sie verbrauchten das Holz etlicher Wälder, 17.500 Tonnen Eisen, 900 Tonnen Blei und 850 Tonnen Kupfer. Entstanden ist aber keine quasi-göttliche Schöpfung der Technik, keine perfekte Maschine, kein Monument der Ingenieurskunst, sondern ein schwerfälliges Monster.

Flut an Verordnungsnovellen

Ähnlich verhält es sich mit der Flut an Verordnungsnovellen, die uns seit Einführung der Gelben Tonnen und Säcke in den vergangenen 27 Jahren beschert wurden. Nach jeder Novelle entsteht in den beteiligten Wirtschaftskreisen – Handel, Industrie und Entsorgungswirtschaft – das gleiche Theater: Man klagt über Vollzugsdefizite, Bürokratismus, Schwarzfahrer, Abrechnungsbetrüger, Phantom-Sammelmengen, Abfallschwund, Platzhirsch-Gehabe und egoistische Finanzinteressen. In der Regel verbergen sich hinter den Klagen schlichtweg Machtinteressen der Platzhirsche.
Der kluge Rat auf der Fachtagung im Juni 2012 lautete: Man sollte die nötige Geduld für den Vollzug der bestehenden Verpackungsverordnung aufbringen und mit kühlem Kopf weiterarbeiten, statt sich wieder auf die Reise in das utopische Land der Rechts-Vollkommenheit zu machen.
Ansonsten könnte man das gleiche Schicksal wie die Wundermaschine von Marly erleiden. Sie wurde abgerissen und ist nur noch eine Anekdote der Technik-Geschichte.

Abriss bei sieben Dualen Systemen

Für den Abriss ihrer Existenzgrundlage sorgen im Jahr 2017 nun sieben der zehn zugelassenen dualen Systeme, die das Recycling des Verpackungsabfalls in Deutschland organisieren.

Die kündigenden Systeme scheiden nicht nur aus den gekündigten Verträgen aus, sondern verlieren damit zugleich auch die für ihre Tätigkeit als duales System zwingend erforderliche behördliche Feststellung (Zulassung) als Systemteilnehmer. Sie wird unwirksam. So wertet das Professor Tobias Leidinger, Fachanwalt für Verwaltungsrecht, die Rechtslage in einer Stellungnahme.

Zulassung durch die Landesbehörde

Am bundesdeutschen Markt sind derzeit zehn duale Systeme tätig, die die Abholung und Sortierung des Verpackungsabfalls bewerkstelligen. Jeder Systemteilnehmer bedarf dafür der Zulassung durch die jeweils zuständige Landesbehörde.

„Dabei handelt es sich um einen feststellenden Verwaltungsakt. Die Feststellungen sind regelmäßig auch mit Nebenbestimmungen versehen, die die verbindliche Verpflichtung für den Systembetreiber enthalten, sowohl der Gemeinsamen Stelle anzugehören als auch wirksame Clearingverträge zu unterhalten“, schreibt Leidinger.

Die so genannte „Gemeinsame Stelle“ sorgt für die notwendige Koordinierung der am Markt tätigen Systeme. Sie ermittelt unter anderem regelmäßig die Marktanteile der dualen Systeme im Entsorgungsgebiet, auf deren Grundlage die Anteile an den erfassten Verpackungsmengen und damit die anteiligen Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Entsorgungsunternehmen und den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern bestimmt werden. Rechtsgrundlage dafür sind die zwischen allen Systemteilnehmern abgeschlossenen Verträge: der Ausschreibungsvertrag, der Mengenclearingvertrag sowie ein Nebenentgeltvertrag.

„Die Beteiligung an der Gemeinsamen Stelle ist mithin Voraussetzung für die Teilnahme am Wirtschaftskreislauf nach der Verpackungsverordnung, der Mengenclearingvertrag ist die entscheidende Rechtsgrundlage für das Funktionieren der Gemeinsamen Stelle und dem Zusammenwirken der teilnehmenden Systeme“, erläutert der Fachanwalt.

Wie der Presse zu entnehmen sei, haben vier der sieben kündigenden Systembetreiber neue Clearingverträge abgeschlossen. Das Bundeskartellamt habe dazu eine rechtliche Einschätzung abgeben, wonach der von vier dualen Systemen abgeschlossene neue Vertrag „wettbewerbsbeschränkende Vereinbarungen“ enthält und somit ab 2018 kein Mengenclearing ermöglicht.

Anbieter ohne Genehmigung

Rechtsfolge der Kündigung der Clearingverträge ist, dass am 1. Januar 2018, mit Wirksamkeit der Kündigung, zugleich die Feststellung (Zulassung) der kündigenden dualen Systeme nach Paragraf 6, Absatz 5.3 der Verpackungsverordnung unwirksam werde.

„Daran ändert auch der zwischenzeitlich erfolgte Abschluss konkurrierender Clearingverträge durch vier duale Systeme nichts“, führt Leidinger aus.

Die Kündigung der Clearingverträge stelle sich als schärfste Form der Weigerung zur Zusammenarbeit dar, sofern nicht für den Zeitraum ab Wirkung der Kündigung alle zehn Dualen Systeme einen neuen, wirksamen abschließen. Damit würden ab dem 1. Januar 2018 nur noch drei Duales Systeme in Deutschland über wirksame Feststellungen verfügen. Nur diese zugelassenen Betreiber dürfen ab diesem Zeitpunkt noch am Markt als duale Systeme tätig sein.

„Hersteller und Vertreiber dürfen Verkaufsverpackungen ab dem 1. Januar 2018 nur noch an private Endverbraucher abgeben, wenn sie sich an diesen Systemen beteiligen“, resümiert Leidinger.

Was machen die großen Handelskonzerne?

Das dürfte vor allem die großen Handelskonzerne in Verlegenheit bringen, die sich mit jenen Dualen Systemen verbunden haben, die zur Kündigungsfraktion zählen. Die Zeit für eine Einigung wird jedenfalls knapp.

Nach Auskunft des Bundeskartellamts sollen sich die zehn dualen Systeme in der Gemeinsamen Stelle um eine Lösung für das Clearing bemühen.

„Wenn die Gemeinsame Stelle den Text eines von allen Systemen akzeptierten Regelwerks vorlegt, wird sich das Bundeskartellamt damit befassen, ob es kartellrechtswidrige Regeln enthält. Zu einem Szenario, in dem die Systeme bis zum Jahresende keine Lösung für ein Clearing finden, können wir uns derzeit noch nicht äußern“, so der Kartellamtssprecher Kay Weidner.

Einzelgänge führen also nicht zum Ziel. Auch die immer wiederkehrenden Erzählungen über Schwundmengen und Betrügereien, gegenseitigen Schuldzuweisungen und Empörungsrituale werden das Problem nicht lösen. Bislang sind die Fronten verhärtet. Mal schauen, welche Systeme dem Schicksal des Sonnenkönigs folgen.