Was ist nur mit den Fachmedien los? @vbanholzer im Bonner #Sommerinterview

Warum werden Fachmedien immer schlechter? Bezahlte Gastbeiträge, verkaufte Cover-Storys, hineindrücken von schlecht geschriebenen Pressemitteilungen, keine Blattmacher-Qualitäten. So etwas können auch Algorithmen übernehmen.

Was sich ändern muss und wie der Status quo zu bewerten ist, schildert Professor Volker Banholzer von der TH Nürnberg im Bonner Sommerinterview:

Die von Banholzer benannten Positivbeispiele:

Factory.

Computer & Automation.

Welche Fachmedien überzeugen Euch?

Siehe auch die weiteren Folgen mit Banholzer auf CIO-Kurator:

Wenn Medien nur Informationen anschubsen, werden sie von Algorithmen ersetzt

Gestaltungsdiskurs statt Silicon Valley-Phrasen – Empfehlungen für die Innovationskommunikation

Das komplette Sommerinterview:

Das nächste Sommerinterview:

Man hört, sieht und streamt sich – am Donnerstag in München 🙂

Zur Person: Professor Volker Banholzer leitet den Studiengang Technikjournalismus/Technik-PR an der TH Nürnberg und forscht zu Innovationskommunikation und Gestaltungsdiskurs Industrie 4.0

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#Somminterview @VBanholzer Warum Innovationskommunikation von Unternehmen UND Medien besser werden muss

Knapp zwei Stunden hat das Sommerinterview mit Professor Volker Banholzer von TH Nürnberg gedauert – es wurde nie langweilig.

Schaut selbst:

Man hört, sieht und streamt sich.

Siehe auch:

Gescheiterte Technologie: Elektronische Gesundheitskarte offenbar vor dem Aus

Auch so darf Innovationskommunikation nicht laufen: Über die digital-transformatorischen Angstmacher #CIODebatte

Für all jene, die den Niedergang des Verbrennungsmotors klein reden #Autokartell

Die Diesel-Schönredner zitieren ja gerne die so genannte Schweden-Studie, um die Elektromobilität in Frage zu stellen. Hier eine kleine Replik aus der FutureHubs Diskursreihe:

Hier die Langfassung:

Man hört, sieht und streamt.

Siehe auch:

Eine differenzierte Sicht auf das Thema kommt von Bernd Rubel – Umweltsau Tesla? 17 Tonnen CO2 bei der Produktion der Akkus? Es ist komplizierter…

Pressekonferenz als Livestreaming-Format – Endlich bewegt sich was #Airbus #Continental

2013/14 schrieb ich mir gemeinsam mit Hannes Schleeh für unser Hanser-Fachbuch die Finger wund, um auf die Livestreaming-Einsatzgebiete für die Kommunikation aufmerksam zumachen. So erwähnten wir die Aktivitäten des australischen Tourismusverbandes. Statt eine klassische Pressekonferenz zu organisieren, diskutierte die Organisation live mit Bloggern über den Google-Dienst Hangout on Air. Wann lohnt sich schon die Einladung zu einer Pressekonferenz und welcher Journalist ist bereit, diese Veranstaltung zu besuchen? In den Redaktionen wird Personal abgebaut, Reisebudgets werden gestrichen und auch das Nachrichtenangebot von Unternehmen, Vereinen Verbänden und sonstigen Organisationen ist selten so prickelnd, um mit einer Präsenzveranstaltung zu punkten.

Bei einer virtuellen Fachrunde sieht das schon anders aus. Man spart Reiseaufwand, verschwendet nicht den ganzen Tag für eine Bahn- oder Autofahrt und kommt direkter mit Experten ins Gespräch. Keene Communications setzte für seinen Tourismus-Kunden aus Australien ausschließlich auf Blogger, um die Positionen des neuen Ministers für Tourismus in einer Talkrunde zu erörtern. Sehr löblich. Das Ereignis wurde also zu 100 Prozent digital über die Bühne gezogen. Da das Thema Australien-Tourismus international relevant ist, wurden Travel-Blogger aus unterschiedlichen Ländern in die Runde eingeladen. Auch das ist ja mit einem Livestreaming kein Problem.

Am 11. März 2013 wurde die Diskussion live ausgestrahlt. Insgesamt waren 33 Blogger aus UK, USA, Norwegen, Schweden und Irland mit von der Partie. Im Hangout waren neun Blogger. 24 Blogger beteiligten sich aktiv über Twitter, Google Chat und Youtube. Über den Hashtag #NTLive gab es 151 Erwähnungen. Die Reichweite im Social Web lag nach Agenturangaben bei rund 365.000 Nutzern. Intensiv griffen die Blogger die Gesprächsrunde in eigenen Blogs und Podcast-Beiträgen auf. Eine Netzwerk-Wirkung, die mit stationären Pressekonferenzen nur schwer zu erzielen ist.

In den vergangenen vier Jahren passierte dann wenig. Jetzt scheint die Zeit gekommen zu sein für eine größere Experimentierlust mit Livestreaming-Formaten. Zwei Beispiele beleuchtet das prmagazin in der Juli-Ausgabe: Airbus und Continental.

Die Skepsis war groß, als Airbus ankündigte, die Pressekonferenz zum Geschäftsjahr 2016 nicht in einem Hotel, sondern im Internet abzuhalten. Das Gefühl für die Stimmung fehle online doch völlig, unkten viele der ins Web eingeladenen Journalisten vorab. Außerdem könne man via Video¬-Livestream kein einziges Wort am Rande sprechen. Überhaupt gehe der Draht zum Vorstand verloren, wenn man sich nicht vis¬à¬vis gegenübersitze und das Gespräch am Buffet entfalle. Die Möglichkeit, übers Netz Fragen an die Konzernführung zu richten, könne den persönlichen Kontakt nicht ersetzen.

„Wir haben diese Bedenken ernst genommen und zugesagt, dass wir den direkten Zugang zum Vorstand über andere Präsenzveranstaltungen aufrechterhalten. Die hat es inzwischen auch gegeben“, sagt Airbus-Kommunikationschef Rainer Ohler gegenüber dem prmagazin.

Dann zog der Konzern die Sache durch. Nicht nur die Journalisten zeigten sich laut Airbus im Anschluss zufrieden mit der neuen Form der PK, die ihnen wider Erwarten wesentliche Aussagen sowie zufriedenstellende Antworten auf ihre Fragen geliefert habe. Netter Nebeneffekt zur größeren Reichweite: Die Aufwendungen für die Pressekonferenz konnten um 40 Prozent gesenkt werden.

Der Dax-Konzern Continental wollte mit der Web-Lösung insbesondere Lokalredaktionen wieder zur Berichterstattung ermuntern, in deren Verbreitungsgebieten zwar Werke des Konzerns angesiedelt sind, die aber aufgrund des Kostendrucks in den Verlagen keinen Vertreter zu einer nationalen PK schicken konnten.

„Wie bei Airbus war die Skepsis vor allem nationaler Wirtschaftsjournalisten groß, weil sie den persönlichen Kontakt zum Unternehmen zu verlieren fürchteten. Auch bei Continental half das Angebot alternativer Präsenztermine mit dem Vorstand“, schreibt das prmagazin.

Bei allem Lob seitens der Medien gab es auch Kritik: Manchen Journalisten war der Webcast zu inszeniert, andere empfanden ihn als zu dicht an redaktionellen Talk-Formaten und zu wenig als Informationsveranstaltung. Beim zweiten Mal glich Continental den Ablauf deshalb wieder eher an den einer üblichen Pressekonferenz an und blendete die Chat-Fragen der Journalisten für alle sichtbar ein.

„Der allgemeine Wunsch war, dass eine Pressekonferenz keine Show, sondern ruhig noch in gewisser Weise formell sein soll“, so Vincent Charles, Head of Media Relations bei Continental.

Habt Ihr weitere Beispiele?

#FutureHubs Exzellente Diskurse über die Zukunft #D2030

Ein großes Dankeschön an alle, die bei den FutureHubs mitgemacht haben.