Live um 11 Uhr: Digitaler Stillstand in der Industrie? #DigitalXStudio zum Leitartikel von @smatthes und zum KI-Buch von @Robert_Weber_

Raus aus dem Stillstand, fordert Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes in einem Kommentar seiner Zeitung.

Zu lange habe sich Deutschland auf die Vergangenheit konzentriert. Nun brauche es eine Strategie für die Zukunft.

„Die aktuelle Krise trifft auf eine strukturelle, die für die Wirtschaft ohnehin schon den größten Umbau seit dem Zweiten Weltkrieg bedeutet: Die Direkteinspritzer-Profis von VW sollen plötzlich Elektropioniere sein; Autozulieferer werden zu Softwareherstellern; und der industrielle Mittelstand, für den Innovationen noch ziemlich oft eine Schweißnaht haben, hat es nun mit Big Data zu tun“, so Matthes.

Das sei eine neue Situation für viele deutsche Unternehmen, die sich allzu oft damit zufriedengeben, bestehende Produkte und Prozesse zu optimieren. „Sie leben sehr gut von der Vergangenheit. Aber wie lange noch? Revolutionen werden derweil anderswo angezettelt. Tesla etwa ist an der Börse mehr als doppelt so viel wert wie VW, Daimler und BMW zusammen.“

„Die künftige Bundesregierung muss eine Strategie für die Industrie der Zukunft entwickeln, die etwas durchdachter ist als das, was Wirtschaftsminister Peter Altmaier schnell daheim zusammengeschrieben hat. Die Basis dafür ist ein Bildungssystem, das viel konsequenter auf die Disruptionen in den entscheidenden Zukunftstechnologien ausgerichtet ist. Gleichzeitig muss die Wissenschaft enger mit Investoren und Konzernen vernetzt werden, denn auf dieser Schnittstelle entstehen die Ideen für die milliardenschweren Geschäftsmodelle von morgen“, fordert Matthes.

Eine schöne Steilvorlage für den Industrieexperten Robert Weber aus unserem DigitalX-Redaktionsteam.

Wir diskutieren über sein neues Opus „KI in der Industrie“ und werden auf die Punkte von Sebastian Matthes eingehen.

Mitdiskutieren im Multistream über die Chat- und Kommentarfunktionen von YouTube, Facebook und Co.

Ökointelligenz in der #Kreislaufwirtschaft – Die neuen Labore und Technologien des @Fraunhofer_IWKS

In Zusammenarbeit mit Partnern aus Industrie und Forschung arbeitet und forscht das Fraunhofer IWKS an den Standorten Alzenau (Bayern) und Hanau (Hessen). IWKS steht für Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie, Zwei Gebäude wurden und werden jetzt eingeweiht, um die Forschungsarbeit in neuen Laboren und mit neuen Technologien voranzutreiben.

Da die Region über naturwissenschaftlich, materialwissenschaftlich und ingenieurtechnisch ausgerichtete Universitäten und Hochschulen verfügt, wurde mit dem Fraunhofer IWKS ein Zentrum eines Kompetenznetzwerkes für Ressourcenstrategie, Wertstoffkreisläufe und Substitution entwickelt, womit auch eine strukturelle Stärkung der Forschungslandschaft erreicht werden soll.

Zur Thematik Kreislaufwirtschaft findet Ihr ja auf ichsagmal.com einiges – sozusagen berufsbedingt.

Einen Ansatz beim IWKS finde ich besonders interessant: Die materialwissenschaftliche Komponente, die schon bei der Produktion ansetzt. Wiederverwertung und Wiederverwendung ist ja nur ein kleiner Teil der Kreislaufwirtschaft. Den anderen Teil hatte ich mal als Ökointelligenz der Produkte bezeichnet. Und da könnte auch die Digitalisierung helfen: Was passiert, wenn Produkte mit digitaler Öko-Intelligenz aufgeladen werden?

In der netzökonomischen Debatte sollten wir es nicht versäumen, uns auch mit dem Kern der Ökologie zu beschäftigen: Oikos war in der Antike die Haus- und Wirtschaftsgemeinschaft, die Orientierung an der Nachbarschaft – verbunden mit dem Verzicht auf Supersysteme, die das Himmelreich auf Erden versprechen, sich aber kaum steuern lassen. Konzentriere Dich auf das, was Du selbst gestalten kannst. Übernehme Verantwortung für Dein eigenes Handeln und delegiere es nicht auf kommende Generationen.

So ist auch das politische Ziel zu verstehen, vollständig aus der Beseitigungswirtschaft auszusteigen und alle Deponien zu schließen. Damit verabschieden wir uns endgültig vom menschlichen Archetypus, Dinge nach dem Verlust individueller Wertschätzung einfach zu vergraben, zu verbrennen oder vor Altkleider-Container auszuschütten nach dem Motto: Aus dem Auge, aus dem Sinn. Das ökologische Anforderungsprofil für das 21. Jahrhundert hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) trefflich formuliert:

„Funktional, langlebig und damit kostengünstig, ressourcenleicht und emissionsarm, reparaturfreundlich, wiederverwertbar, risikoarm, fehlerfreundlich und rückholbar.“

Dabei geht es nicht nur um neue Produkte, sondern auch um Dienstleistungen und soziale Innovationen wie Carsharing oder Repair Cafés. Wenn es gelingt, dass alle Gegenstände des Alltags im „Internet der Dinge“ digital vernetzt werden, könnte man sie auch mit ökologischer Intelligenz aufladen. Dann würden sie über ihre Herkunft und Ökobilanz informieren sowie Empfehlungen über eine sinnvolle Weiterverwendung zum Ende ihres Lebenszyklus geben.

So fänden die Produkte allein ihren Weg von der Produktion bis zur Kundschaft und wieder zurück zum Recycling oder zur Wiederverwendung. Dann würden 99 Prozent der mobilen Endgeräte nicht mehr in der klassischen Müllentsorgung verschwinden, sondern spezialisierten Logistikern signalisieren, wo man sie findet und wie man ihre verborgenen Schätze aus Gold, Platin, Kupfer, Aluminium und seltenen Metalle heben kann.

Man darf gespannt sein, wie der Gesetzgeber die hoheitlichen Aufgaben der Müllentsorgung gestalten wird, wenn gar kein Müll zur archaischen Beseitigung mehr anfällt. Das ist nur ein kleiner Aspekt, der in den Debatten über Digitalisierung stärker beachtet werden sollte.

Hier nun die von Sohn@Sohn produzierte Eröffnubngsfeier des IWKS in Alzenau:

Siehe auch:

@BitkomResearch Unternehmen tun sich schwer mit Künstlicher Intelligenz – Ist das so? Wir diskutieren das um 15 Uhr #NextTalk @BoehmanFranz @MrNewBusiness @WinfriedFelser

Bei #9vor9 hat Stefan Pfeiffer gerade die Bitkom-Studie zum Einsatz der Künstlichen Intelligenz erwähnt.

Demnach sprechen die Unternehmen der Künstlichen Intelligenz eine herausragende Bedeutung zu, tun sich aber schwer damit, die Technologie praktisch einzusetzen. So sind etwa drei Viertel (73 Prozent) der Unternehmen mit 20 oder mehr Mitarbeitern in Deutschland der Meinung, KI sei die wichtigste Zukunftstechnologie. Aber gerade einmal 6 Prozent setzen KI selbst ein, lediglich jedes Fünfte (22 Prozent) plant die KI-Nutzung oder diskutiert darüber. Vor einem Jahr fiel der Anteil mit 2 Prozent KI-Nutzern und 9 Prozent, die planen oder diskutieren, aber noch deutlich niedriger aus. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 603 Unternehmen aller Branchen mit 20 oder mehr Mitarbeitern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Mehr als jeder vierte Befragte (28 Prozent) sieht KI als Gefahr für das eigene Unternehmen. Und 8 von 10 Unternehmen (81 Prozent) geben zu Protokoll, dass ausländische Digitalunternehmen durch ihre führende Stellung bei KI zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz deutscher Kernindustrien wie etwa der Automobilbranche werden.

Bei den Unternehmen, die heute bereits KI einsetzen, sind fortgeschrittene Anwendungen angeblich die Ausnahme. So geben rund zwei Drittel (69 Prozent) an, KI im Marketing für so genanntes Targeting und personalisierte Werbung zu nutzen. Bei jeweils 4 von 10 (40 Prozent) unterstützt KI bei der automatisierten Buchung von Zahlungen und bei der automatisierten Beantwortung von Anfragen oder Reklamationen. Jedes Dritte (32 Prozent) gibt an, KI für die Preisoptimierung zu nutzen, jedes Vierte (25 Prozent) für die vorausschauende Wartung. 19 Prozent nutzen KI zur Planung von Transportrouten, 17 Prozent zur Erstellung automatisierter Prognosen. Fast überhaupt nicht eingesetzt wird KI zur Vorauswahl von Bewerbern (2 Prozent) und bei der Produktentwicklung, etwa durch Simulationen (1 Prozent). 

Fragt man jene Unternehmen, die bislang noch keine KI einsetzen, ergibt sich folgendes Bild. Ihnen schweben vor allem Szenarien vor, wo eine KI Anfragen und Reklamationen automatisch beantwortet (95 Prozent), Transportrouten plant (88 Prozent), vorausschauend Wartung empfiehlt (86 Prozent), automatisch Zahlungen bucht (84 Prozent) und Werbung personalisiert (83 Prozent). Ebenfalls häufig genannt wird der KI-Einsatz für automatisierte Forecasts (78 Prozent) und Preisoptimierung (70 Prozent). Aber auch den Einsatz von KI für die Produktentwicklung (56 Prozent) und die Vorauswahl von Bewerbern (54 Prozent) können sich die Unternehmen vorstellen.

Den Status quo der KI in Deutschland werden wir heute im #NextTalk besprechen:

Inwieweit sind Visionen von künstlicher Intelligenz heute schon Wirklichkeit in deutschen Unternehmen, inwieweit sprechen wir eher (noch) von Fiktionen und Wunschvorstellungen? Was muss in Deutschland geschehen, um eine neue Qualität der KI-Kompetenz Wirklichkeit werden zu lassen und werden wir vor allem die Rolle des Anwenders einnehmen oder auch bei den Grundlagen mitspielen …? Aus dem Alltag der KI-Projekte berichten Boris Thienert und Franz Böhmann von Opitz Consulting.

Um 15 Uhr einschalten und mitdiskutieren via YouTube, Twitter/Periscope, Facebook und LinkedIn (jeweils meine Accounts im Auge behalten):

Der zweifach moderierte Livestream im Livestream zur täglichen #Politikstunde @drbieber @krafts_werk

Mit Hannes Schleeh hatte ich das ja bereits bei Bloggercamp-tv durchgespielt. Da holten wir Obama und Merkel live in unsere Sendung – also ein doppelter Livestream. Diesmal war ich sogar in zwei Livestreams anfänglich als Interviewgast dabei, um dann sofort wieder in die Rolle des Moderators zu wechseln. Die Politikstunde wurde parallel moderiert und kuratiert – klingt verwirrend und ist technisch gar nicht so leicht umzusetzen. Klar, es gibt Plattformen, die ermöglichen die Ausspielung eines Livestreams auf unterschiedliche Dienste. Etwa restream.io mit Twitch, YT, Facebook und Periscope – bald auch LinkedIn. Das ist keine große Kunst. Was wir heute gemacht haben und in den nächsten Tagen machen werden, ist etwas anspruchsvoller.

Schaut Euch einfach mal beide Übertragungen nacheinander an. Hier meine Version auf Periscope:

Hier die Variante von Daniel Kraft:

Und die gleiche Variante auf Facebook (hier erzielen wir immer am meisten Zuschauer.

Was haltet Ihr von der Vorgehensweise?