Akademisches Gespräch über „digitale Käfighaltung“ mit @AlexanderKlier #NewWork

Heute früh habe ich mich mit Alexander Klier über „Neues Arbeiten in digitaler Käfighaltung“ unterhalten. Alexander will das in seiner Vorlesung einsetzen. Einige seiner Studierenden werden das Video „Neues Arbeiten in digitaler Käfighaltung?“ als Grundlage haben. Folgende Fragen haben sich bisher für die Studierenden (daraus) ergeben:

Chancen der Digitalisierung für Unternehmen bezüglich der Steuerung in Organisationen und Vorbildfunktion der Führungskräfte?

Wie können es Organisationen schaffen die Chancen der Digitalisierung und des neuen Arbeitens zu sehen, wo es einfacher ist die Digitalisierung zu „verteufeln“ weil sie den Status quo angreift?

Durch die Aufbrechung strenger hierarchischer Strukturen in Organisiationen scheint es zu risikoreich die digitalisierte Arbeitsweise völlig in die Unternehmen zu integrieren; Warum ist das so?

Wird es als eine Art Kontrollverlust gesehen wenn Führungskräfte mit Mitarbeitenden weniger „Face to Face“ Meetings haben und diese an digitale Netzwerke auszulagern?

Wie kann mit Hilfe von digitalen Netzwerken Arbeitszufriedenheit sichergestellt werden?

Können Netzwerke dabei helfen, Führungskräfte zu unterstützen?

In wie weit und auf welchem Weg sind die jeweiligen Individuen in (betriebliche) Netzwerke eingebunden oder wie/warum/ob werden bestimmte Gruppen von gewissen Netzwerken ausgegrenzt?

Wohin führen deiner Meinung nach diese Dynamiken bzw. wie oder ob können es Organisationen schaffen, mit der sich schnell wandelnden Umwelt und ihren Anforderungen „mitzuhalten“?

Wir konnten nicht alle Fragen behandeln, da um 10 Uhr schon das nächste Live-Interview bei mir auf der Agenda stand.

Der Diskurs wird fortgesetzt 🙂

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Management jenseits von mechanistischen Kennzahlen – #NEO17x Session von @condet020274

Arbeiten in Zeiten der Digitalisierung – Session auf der Next Economy Open von Conny Dethloff, Otto Group. Seine Thesen:

„Wir lagern unsere Verantwortung in „externe“ Strukturen (Prozesse, Methoden, Rollen, Organigramme, Standards, Best Practice, Kennzahlen etc.) aus, um unsere Unsicherheit und Ungewissheit zu absorbieren. Dies ist allerdings nur scheinbar der Fall. Wir müssen Natur und Mensch wieder mehr in den Vordergrund rücken. Natur und Mensch ist das Maß aller Dinge, nicht Technologie und daraus abgeleitet den Erfolg. Technologie darf kein Selbstzweck sein, sondern nur Mittel zum Zweck.“

Interessante Live-Session mit einem Exkurs zum Technikphilosophen und Logiker Gotthard Günther (1900-1984). Gotthard kritisierte die isoliert voneinander vorgehenden wissenschaftlichen und technologischen Einzeldisziplinen, die ihre philosophische Verankerung im mechanistischen Weltbild des 19. Jahrhunderts haben. Dieses Weltbild ist der Komplexität und Dynamik der Verhältnisse, in denen wir heute leben, nicht mehr angemessen.

Diskrete Mathematik für die neue Ökonomik @winfriedfelser #NEO17x

Mainstream-Ökonomen können keine anspruchsvolle Mathematik, sagte Winfried Felser in seiner #NEO17x Session an der Hochschule Fresenius in Köln. Wird die pluralen Ökonomen erfreuen. Sie müssen sich von den Mainstreamern ständig den Vorwurf gefallen lassen, mit Mathe auf dem Kriegsfuß zu stehen.

Was soll denn nun eine Gesellschaft 4.0 bedeuten? #NEO17x Session des Soziologen @KlausMJan

Die Thesen des Soziologen Klaus Janowitz zu seiner #NEO17x Session am Donnerstag, den 9. November 2017, um 13 Uhr.

Im Diskurs zur Digitalen Transformation schleicht sich im Gefolge von Industrie 4.0 ein weiterer Begriff ein: Gesellschaft 4.0. Industrie 4.0 ist ursprünglich die Idee der webbasiert vernetzten Fabrik.

Die Versionsnummer folgt den vorhergehenden Stufen der Industrialisierung: Dampfmaschine (1.0), Elektrizität (2.0), Computer (3.0). Alle diese Stufen lösten Strukturveränderungen und Produktionsschübe in der Wirtschaft aus.

„Wenn Deutschland die Produktionstechnologie-Abteilung der Welt bleibt, dann haben wir viel erreicht. Auf dieses Ziel arbeiten wir hin.“ (Siemens CTO Russwurm) – so lässt sich das Ziel der Initiative zusammenfassen.

Was soll dann eine Gesellschaft 4.0 bedeuten? Die Stufen der Industrialisierung haben in der Vergangenheit gesellschaftliche Veränderungen ausgelöst. Die Versionsnummer macht aber wenig Sinn – bedeutet bestenfalls, dass eine transformierte Industrie die passende Gesellschaft braucht. Gesellschaften wandeln aber sich nicht so, wie es beabsichtigt war.

„Netzwerke bilden die neue soziale Morphologie unserer Gesellschaften, und die Verbreitung der Vernetzungslogik verändert die Funktionsweise und die Ergebnisse von Prozessen der Produktion, Erfahrung, Macht und Kultur wesentlich“ , diesen Satz von Manuel Castells (2001) kann man voranstellen.

Das bedeutet, dass Formen der Vergemeinschaftung und der Organisation sich aus den örtlichen Verankerungen gelöst haben.

Unsere Gegenwart ist bereits von einer ´Kultur der Digitalität bestimmt. Digitalität verweist auf die neuen Möglichkeiten der Konstitution und der Verknüpfung von Akteuren, Inhalten und Ideen, ein relationales Muster, das bestimmend wird. Die Wurzeln reichen in die Neuen Sozialen Bewegungen der 70er und 80er Jahre (mit dem Verdikt der Selbstverwirklichung), wie in die neoliberale Ideen und Politik. Wenn auch mit unterschiedlichem Hintergrund operierten beide mit Begriffen der persönlichen Freiheit und gesellschaftlicher Flexibilisierung – und bewirkten eine Aufweichung einer vorausgehenden „nivellierten Mittelstandsgesellschaft“.

Es entsteht ein Antagonismus zwischen „kreativer“ und „profaner“ Arbeit. In der Realität stehen dann lovely jobs und lousy jobs gegenüber.

Alles Sessions der Next Economy Open 2017 werden live gestreamt.