Über Egomanen in der Firmenkommunikation: #prmagazin im Mai

Kleiner Ausschnitt meines Beitrags

Wer auf fremde Inhalte verweist, wird selbst zitiert und verlinkt.

Eigentlich eine ganz einfache Regel, die Kerstin Hoffmann in ihrem PR-Doktor-Blog erläutert.

Wer permanent das eigene Zeugs lobt und verteilt, mutiert im Netz zum Egomanen. Über Reichweite und Sichtbarkeit des Contents entscheidet autark die Community.

„Ein Inhalt verbreitet sich also dann erst, wenn andere ihn für interessant und nützlich genug halten, um ihn mit anderen zu teilen. Profile und Seiten in sozialen Netzwerken wiederum sind für andere nur dann interessant, wenn sie nicht ausschließlich Links und Verweise zu den Inhalten ein- und desselben Anbieters enthalten. Wer sich also in einem bestimmten Bereich profilieren will, sollte eigene Inhalte um Verweise auf andere Seiten und Plattformen ergänzen“, so Hoffmann.

Da haben wir schon mal eine erste Antwort auf meine Recherche-Fragen, die ich im CXO-Kurator-Blog vor ein paar Wochen gestellt habe. In vielen Unternehmen werden zur Zeit gigantische Etats in Social Web-Strategien gesteckt, um mit eigenen Formaten im Netz zu punkten. Zum Einsatz kommen Analysetools, Influencer-Auswertungen und ausgefeilte Redaktionspläne, die aber häufig verpuffen. Man ist immer noch im Egomanen-Modus unterwegs und schwächelt bei Netzwerk-Effekten. Gutes Community-Management ist in Unternehmen rar gesät, kommentiert Verlagsexpertin Beatrix Gutmann im prmagazin-Interview.

Wenn das intern nicht gut kuratiert und vorbereitet wird, passiert im Social Web wenig. Es herrscht das Silo-Syndrom. „Ein Großteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Organisationen bekommt die netzöffentlichen Aktivitäten gar nicht mit oder wird erst verspätet darüber unterrichtet“, kritisiert Gutmann. Da hilft dann auch das beste Social Intranet nicht weiter, wenn die Führungsebene für Transparenz, Partizipation und offene Formen der Kommunikation nicht zur Verfügung steht.

Ausführlich nachzulesen in der Mai-Ausgabe des prmagazins.

Kein Stempel, kein Schwert, kein Buch, kein Mittagessen, keine Kuchenteilchen, keine Kekse, kein Kaffee, keine Achterbahn #NextChampions @WinfriedFelser

„Wer bringt New Worker, Agilitätspropheten, Minister und große alte Männer aus Wissenschaft, Politik und HR zusammen? Der Netzwerker und Zukunftsdenker Winfried Felser“, schreibt die Haufe Online Redaktion. Und es waren ja auch eine Menge junger Leute da aus sehr unterschiedlichen Sphären – aus Wissenschaft, Mittelstand, Medien und Verbänden.

Der Mut des Veranstalters, das #NextChampions Spektakel in den Brühler Freizeitpark Phantasialand zu legen, habe sich ausgezahlt. „Die außergewöhnliche Atmosphäre ermöglichte inspirierende und lebendige Diskussionen und Gespräche. Es war keine durchgetaktete und fertige Veranstaltung, auf den Panels wurde laufend improvisiert und umgebaut – was die Teilnehmer meist nicht als ‚Missmanagement‘ verstanden, sondern dem Barcamp-Charakter der Veranstaltung zuschrieben“, so die Haufe Online Redaktion.

Winfried Felser bietet halt eine Plattform zur Vernetzung und setzt dabei auf die Selbstorganisation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. „NextChampions“ unterscheidet sich deutlich von aseptischen Kongressen, wo alles fein säuberlich organisiert wird für teures Geld. Felser verfolgt hingegen eine inhaltliche Mission: Er will unterschiedliche Kreise zusammenbringen und auf ein höheres Qualitätsniveau heben.

Dazu zählen Management-Legenden wie Hermann Simon und Heribert Meffert, NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart und der FDP-Bundestagsabgeordnete Thomas Sattelberger, zahlreiche Vertreter von Unternehmen, Führungskräfte aus Konzernen, Berater und Social-Media-Aktivisten:

Für Felser ist das Netzwerken kein Selbstzweck, sondern ein wichtiger Hebel für die Transformation“, kommentiert Haufe. Operation gelungen.

Das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) ist eigentlich ein Informationsabwehr-Bollwerk @BMI_Bund @fragdenstaat

Eigentlich ist das Informationsfreiheitsgesetz ein Informationsabwehr-Bollwerk. Es gibt dort ein ganzes Bündel an „Maßnahmen“, um allzu kritische Anfragen an den Staat auszuhebeln. Darüber habe ich ja schon mehrfach berichtet. Gebühren als Abschreckungswaffe zu benutzen, zählt zu den beliebtesten Methoden – und das weiß ich aus erster Hand – also aus den berühmten gut informierten Kreisen des Bundesinnenministeriums.

So wurde uns mit großem Getöse versprochen, dass jeder Bürger mit dem IFG einen voraussetzungslosen Rechtsanspruch auf Zugang zu amtlichen Informationen von Bundesbehörden bekommt:

„Eine Begründung durch Interesse rechtlicher, wirtschaftlicher oder sonstiger Art ist nicht erforderlich.“

Hört sich toll an. Rund fünfzehn Jahre nach dem Inkrafttreten des IFG spricht die Bilanz eine andere Sprache. Bei Anfragen von Journalisten und Zivilgesellschaft überbieten sich die Behörden in der Kunst des Abwimmelns. Die Gummiparagrafen des IFG machen es möglich. Der Exekutive wird es leicht gemacht, unliebsam Fragende in die Schranken zu weisen. Ein stattlicher Anteil der insgesamt 13 Paragrafen regelt, wie man Bürgerinnen und Bürger wieder los wird: Etwa Paragraf 3: Schutz von besonderen öffentlichen Belangen, Paragraf 4: Schutz des behördlichen Entscheidungsprozesses, Paragraf 5: Schutz personenbezogener Daten oder Paragraf 6: Schutz des geistigen Eigentums und von Betriebs- oder Geschäftsgeheimnissen.

Sehen sich die Behörden mit besonders hartnäckigen Fällen konfrontiert, die sich nicht abblocken lassen und auf ihrem Recht auf Informationsfreiheit bestehen, greifen die liebwertesten Beamten-Gichtlinge zur Allzweckwaffe:

Paragraf 10: Gebühren und Auslagen.

Wie hoch diese tatsächlich sein können, liegt im Ermessen der Behörde und variiert je nach Hartnäckigkeitsgrad. Also ist das nur schwer kalkulierbar. Die Abschreckung wirkt erstaunlich gut. Wer nicht über entsprechende Budgets verfügt, zieht die Anfrage lieber zurück.

Gut das es @FragdenStaat gibt.

Siehe auch: Gegen abschreckende Gebühren: Wir klagen gegen das Bundesinnenministerium