Über die Kunst des Zuhörens im digitalen Marketing #dmexco19

Gut gestartet:

Unser Resümee zum ersten dmexco-Tag:

Bewegtbild im Geschäftskundenmarkt:

Bei der Arbeit:

Social Media-Meíster:

Key trends in digital marketing:

Influencer Marketing:

SignTek:

KI: von der Kür zur Pflicht

Treffen sich KI und Postkarte

Da war ich noch nicht so gesprächig:

Konkurrenten für Netflix und Co. sind nicht klassische Verlage, der wahre Konkurrent ist der Schlaf #dmexco19 #9vor9

Gerade feiern die Verlage erste Erfolge mit ihren Digital-Abos, da droht nach Erkenntnissen von Richard Gutjahr neues Ungemach. „Die Digitalanzeigen brechen ein – in einem Umfang und Tempo, wie das wohl keiner für möglich gehalten hätte. Wohin die Budgets wandern, ahnt der seriengestählte Zuschauer natürlich längst. Und dass sich die Sender und Verlage ihre Netzprojekte ausgerechnet mit Lobby-Zuwendungen aus dem Silicon Valley subventionieren lassen (Google News Initiative und Facebook Journalism Project), sorgt für die nötige Würze im Plot“, schreibt er in einem Journalist-Gastbeitrag.

Die Medienkrieger sollten lernen, dass ihre Feinde gar nicht im fernen Mountain View und Menlo Park sitzen. Wenn ich mir die Urheberrechtsdebatten der vergangenen Wochen anschaue, ist bei den Medienschaffenden genau dieses alte Feindbild präsent. Der Feind sitzt aber woanders, wenn man überhaupt von Feind reden kann. Es liegt an unserem Nutzungsverhalten.

„Durch die Omnipräsenz der Bildschirme verschiebt sich die Medien-Arithmetik unserer Gesellschaft immer weiter weg vom Papier hin zu den Screens und damit zu audiovisuellen Darstellungsformen. Texte werden wahrgenommen, aber nur selten wirklich gelesen“, schreibt der Blogger und TV-Journalist Gutjahr.

Einen der deutlichsten Vorboten für den strukturellen Wandel im Journalismus seht er in Smartphone-Apps wie Snapchat, Instagram, aber auch in Streamingplattformen wie Netflix oder YouTube. „Man stelle sich das Rezo-Video („Die Zerstörung der CDU“) als Blogpost vor, oder gar als gedruckten Text. Mit sämtlichen Fußnoten und Quellenverweisen. Rezo … wer? Gegenfrage: Wer (Berlin-mittige Politik- Redakteure mal ausgenommen) hat das elfseitige Positionspapier der CDU als Antwort auf das Rezo-Video gelesen? Eben.“

Der Branchenverband Bitkom habe kürzlich ermittelt, welche Handyfunktion (nach Musik) jungen Menschen am wichtigsten ist. Das Ergebnis: Video. Noch vor Social Networks und den Messenger-Diensten.

„Auf den Bildschirmen um mich herum stelle ich eine deutliche Zunahme von Netflix-, Amazon Prime und sonstigen Video-Inhalten fest. In diesem Herbst starten in den USA sowohl Apple als auch Disney neue milliardenschwere Streamingdienste. 2020 folgt Quibi, eine Videoplattform, die speziell auf Smartphone-Bildschirme zugeschnitten ist (und mit fünf US-Dollar im Monat achtmal preiswerter ist als ein Digital-Abo der Süddeutschen Zeitung). Mit günstigeren Datenplänen sowie zunehmender Bandbreite verlagert sich der Trend ganz klar weg vom Text in Richtung Bewegtbild. Berüchtigt der Ausspruch von Netflix-Gründer Reed Hastings, man konkurriere nicht mit Zeitungen oder Zeitschriften: ‚Unser Konkurrent ist der Schlaf.'“

Wo werde der Platz für Journalisten sein, wenn in dieser Arena bald jeder gegen jeden um Aufmerksamkeit buhlt? „Was wird unsere Raison d‘être sein, wenn immer mehr Politiker, Unternehmer oder Sportler ihre eigenen Kommunikationskanäle betreiben und uns, die klassischen Gatekeeper geschickt umgehen, indem sie ihre Geschichten direkt an das Publikum aussenden? Wofür wird man uns noch brauchen?“, so Gutjahr.

Journalisten seien zu Pferdekutschern des Digitalzeitalters geworden und haben es noch nicht einmal gemerkt oder verdrängt.

Gutjahr glaubt nicht, dass es noch lange Sinn macht, die besten Medieninhalte – mit einem dicken „Plus“ versehen – hinter einer wie auch immer gearteten Bezahlschranke zu verstecken. Die Texte, für die wir einst bezahlt worden sind, haben in Zukunft einen anderen Zweck: Sie sind der Werbetrailer für das eigentliche Produkt.

Man müsse neben Artikeln, Podcasts und Livestreams verstärkt Erlebnisse schaffen. „Persönliche Erfahrungen, die analog, endlich, vor allem aber nicht digital replizierbar sind. Ich könnte mir ganze Festivals vorstellen, bei denen Verlage, TV- und Radiosender oder einzelne Formate wie zum Beispiel die Tagesschau mit ihren markantesten Köpfen auf Tour gehen, um live vor Ort ihre Recherchen zu präsentieren und zu diskutieren. Ansätze dafür gibt es bereits. Der Spiegel experimentiert immer häufiger mit Bühnenformaten. Die Zeit exportiert ihr Gesprächsformat ‚Deutschland spricht‘ in andere Länder. Die Lesergemeinschaft des Handelsblatts – der Handesblatt Wirtschaftsclub – hat sich für den Verlag auch finanziell zu einer tragenden Säule gemausert“, erläutert Gutjahr. Aber das sind insgesamt wohl nur bescheidene Ansätze.

Es ist nach Meinung von Gutjahr bezeichnend, dass Sender und Verlage inzwischen viele ihrer journalistischen Talente an Tech-Konzerne oder digitale Publikationen wie BuzzFeed, Vice oder an T-Online verloren haben.

Statt neue Vermarktungsmodelle einzuführen, verplempern viele Medienschaffende ihre Zeit mit Urheberrechtsdebatten – also auf GEMA und VG Wort-Niveau. Blöd nur, dass der Verteilungskuchen immer kleiner wird. Da helfen dann Artikel 13-17-Scharmützel nicht mehr weiter.

In #9vor9 haben wir das heute diskutiert:

Wäre doch auch ein schönes Thema für die #dmexco19. Wer hätte Lust, das live zu diskutieren in Halle 8, Stand EO29 – beispielsweise am Donnerstag?

Ein grandioser Kunst- und Kultur-Abend in Bonn-Duisdorf

Am Samstag gab es den Hardtberger Abend der Kunst. Die Lesungen, Ausstellungen und Konzerte haben mir deutlich gemacht, was in dem eigenen Kiez an Potenzialen steckt. Ich werde mich mehr in Duisdorf engagieren – versprochen.

Hier ein kleiner Ausschnitt des Programms:

„Fantastische Räume“, „Gespräch ohne Worte“ und „Auf den Spuren von August Macke“. Kurse und Klassen des Helmholtz-Gymnasiums und des Hardtberg Gymnasiums zeigten einen Querschnitt an Themen und Techniken aus den Bereichen Malerei, Collage, Fotografie sowie plastische Werke.

Konzert des Musikvereins Duisdorf in der Rochuskirche – das war wunderschön:

Werke der Künstlerin Anna Thinius im Bestattungshaus Vitt:

The Oldie Guitar Pickers in der Thalia-Buchhandlung. Der Hannes Wader-Song gibt meine derzeitige Stimmungslage ganz gut wieder:

Die Duisdorfer können gut singen:

Werke von Pinot Gallep im Teestübchen. Der 1953 in Bonn/Bad Godesberg geborene Graphiker, Maler und Bühnenmaler hat während seiner umfassenden Ausbildung unter anderem in Südfrankreich, Florenz und Köln studiert und gelebt:

Space Age Dream im Café Penkert:

Evert Everts: Geschichten und Gedichte aus dem Nachbardorf und aus der Ferne. Lesung im Reformhaus Blattner (der Laden hat übrigens ein tolles Sortiment).

Seine ersten neun Lebensjahre verbrachte der 1941 in Bonn-Poppelsdorf geborene rheinisch-friesische Schriftsteller Evert Everts zusammen mit seinem Großvater, dem Malermeister und Kunstmaler Eduard Rief, in Poppelsdorf. Zusammen durchstreiften sie Bonn, seine Umgebung, den Kottenforst und das Siebengebirge. Von 1950 bis 1955 lebte er bei seiner friesischen Großmutter in Norden (Ostfriesland) und trieb sich in den Sommermonaten mit seinen Freunden im Wattenmeer zwischen
Norddeich und Juist umher. In Köln studierte Everts Rechtswissenschaften, wurde Jurist in Diensten der Deutschen Bundesbahn. Seit 1961 veröffentlicht er Essays, Erzählungen und Gedichte, schrieb fünf Wanderführer und gab drei Anthologien heraus. Evert Everts lebt heute in Köln und Prag. Er ist Mitglied im „Förderverein Poppelsdorfer Geschichte“ sowie im Verband deutscher Schriftsteller. Ein interessanter Erzähler:

Alles konnte ich nicht besuchen. Es gab noch einiges mehr.

Livestudio auf der #DMEXCO19 – Über die Konkurrenz zu LinkedIn und Xing, leere Versprechungen und neue Marketing-Anbieter

Vom Motto „Trust in You“ bis zu Referenten, Ausstellern und Themen gibt es auf der DMEXCO in Kölle eine Menge zu berichten: Wir machen das in diesem Jahr im Livestudio von Acoustic in Halle 8, Stand E029 – am Mittwoch und am Donnerstag werde ich Interviews führen.

Zu den Top-Speakern zählen diesmal Andreas Antrup, Zalando; Torsten Ahlers, Otto Group Media; Lars Bendiks Düysen, Sony Music; Sven Bieber, Spotify; Jannika Bock, Google; Jon Carvill, Intel; Max Conze, Pro Sieben Sat 1; Mark D’Arcy, Facebook; Kai Diekmann, Storymachine; LeFloid, Youtuber; Steven Gätjen, Moderator; Anja Hendel, Porsche Digital Lab; Julia Jäkel, Gruner + Jahr; Thomas Jarzombek, BMWi; Sabina Jeschke, Deutsche Bahn; Philip Missler, Pinterest; Charlotte Roche, Autorin; Jolanda Schwirtz, Nestlé; Joko Winterscheidt, Moderator. 

Unter den rund 1000 Ausstellern sind Adobe, Bertelsmann, Deloitte, Deutsche Post DHL, Ebay, Ernst & Young, Facebook, Gruner + Jahr, Giropay, Google, Linkedin, Netzpiloten, Otto Group, Paypal, Pixelpark, RTL Group, SAP, T-Systems, Xing und Zattoo. 

Diskussionsthemen:

Dominik Matyka, Chief Advisor der DMEXCO spricht davon, das Event noch internationaler zu machen, so dass es „als das größte und wichtigste europäische Tech-Event für das digitale Marketing und das digitale Business wahrgenommen“ werden soll. Im Gegensatz zu den Online Marketing Rockstars (OMR) in Hamburg gehe es nicht „um den Big Bang für die jungen Leute“, sondern darum, „richtig Business“ zu machen. Da werde ich doch mal bei OMR nachfragen 😉

Wichtiger Aspekt – Vertrauen. Der Vorsitzende der Organisation Werbungtreibender im Markenverband (OWM), Uwe Storch, hat vor einigen Wochen klare Worte gefunden: „Die Online-Werbewirtschaft ist die Wirtschaft mit den größten Versprechungen und dem niedrigsten Erfüllungsgrad.“ Fällt mir auch häufig auf. Da sind eine Menge Luftpumpen unterwegs.

Der Verband fordert Transparenz in der digitalen Wertschöpfungskette: Die Kunden sollen Vertrauen zurückgewinnen, dass ihre Daten vereinbarungsgemäß genutzt werden, die Werbetreibenden wollen qualitativ gute Daten benutzen. 

Ein interessantes Experiment ist der Gedanke, die Messe über den eigentlichen Veranstaltungstermin hinaus zu verlängern. Wird von mir ja seit Jahren gefordert. Geschehen soll das über die neue DMEXCO-App, die man vor und nach dem Event mit Inhalten füttern und zu einer Community ausbauen will. „Wenn die DMEXCO auf diesem Wege eine Vernetzung der Branche über 365 Tage hinweg hinbekäme, fände ich das hochspannend„, so Dirk Görtz, Vice President Dialogmarketing Deutsche Post. Will man mit der App gar den bestehenden Netzwerken und Gruppen auf Xing oder LinkedIn Konkurrenz machen?, fragt sich Stefan Pfeiffer, der für Acoustic das Livestudio organisiert.

Welche Fragen interessieren Euch? Habt Ihr Ideen für das Livestudio?

Dann her damit. Schreibt es einfach unten in die Kommentarfunktion oder diskutiert mit uns um 13 Uhr während unseres Livestreams:

Acoustic vermarktet und entwickelt übrigens die ehemaligen IBM Watson Marketing-Produkte weiter. Es ist der erste öffentliche Auftritt des Unternehmens in Deutschland. Bin gespannt.

Bonner #Sommerinterview über Ethik, Gesellschaft, Europa und Trauerarbeit

Am Sonntag um 15 Uhr gibt es wieder ein Bonner #Sommerinterview bei Gunnar Sohn (also bei mir). Das Besondere: Gunnar Sohn wird interviewt – und zwar von Christian Thunig.

Wir werden über Ethik, Gesellschaft, Europa und Trauerarbeit sprechen.

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