Habt Ihr Fragen zu #WordPress? Livetalk mit dem Buchautor @pmmueller und der Fachgutachterin @annetteschwindt

Wir Annabellisieren wieder WordPress – Livetalk mit dem Buchautor Peter Müller und der Fachgutachterin Annette Schwindt. Schwerpunkt diesmal: Über die Orgs und die Coms. Selber hosten oder bei WordPress auf die Server gehen?

Am Mittwoch, den 29. Januar, um 19 Uhr einschalten und über die Kommentarfunktion von Facebook mitdiskutieren.

Ihr könnt natürlich schon im Vorfeld des Live-Talks Fragen stellen. Entweder hier in der Kommentarfunktion unter dem Beitrag oder unter dem Webplayer auf Facebook. Ich greife das dann im Interview mit den beiden Experten auf.

Leider landen viele Hochschularbeiten in der Schublade

In meiner Dozententätigkeit in Köln sind mir viele Arbeiten aufgefallen, die das Licht der Öffentlichkeit erblicken sollten – das gilt nicht nur für Masterarbeiten. Entsprechende Hinweise an die Studiendekane habe ich kommuniziert. Jede Hochschule könnte eine entsprechende Veröffentlichungsreihe in eBook-Form auf die Beine stellen. Man würde damit weitere Anknüpfungspunkte für Veröffentlichungen schaffen – Rezensionen, Kommentare, Berichte und Interviews wären die positive Folge. Entsprechend wächst die Reputation der Studierenden und der Hochschule. Meine Vorschläge liefen leider ins Leere.

WHO-Professorin Nadine Kammerlander macht im Interview mit der Wirstschaftswoche darauf aufmerksam, welch wichtige Mosaiksteine an Erkenntnissen jedes Jahr durch schlaue Masteranden generiert werden. „Zusammengenommen können sie durchaus einen sehr wertvollen Beitrag leisten. Leider verschwinden viel zu viele Abschlussarbeiten immer noch in der Schublade und werden kaum gelesen.“

An ihrem Lehrstuhl gab es zumindest eine Initiative, die besten Abschlussarbeiten in einem Sammelband zu veröffentlichen. „Über alle Fachrichtungen hinweg bietet beispielsweise das Junior Management Science Journal (JUMS) die Möglichkeit, die eigene Abschlussarbeit zu veröffentlichen und die Erkenntnisse zu verbreiten“, so Kammerlander.

Sehr löblich.

Bei der Masterarbeit meiner Frau, die für einen Wissenschaftspreis in Österreich nominiert wurde, hatte ich das selbst in die Hand genommen und das Opus als eBook auf Amazon gebracht.

So etwas könnte jede Hochschule hinbekommen.

Ich erinnere an die Vergleichsstudie zum Fleischkonsum in China und Deutschland.

Oder diese Projektarbeit:

Man geht an den Hochschulen zu schnell zur Tagesordnung über und verwertet zu wenig die wissenschaftlichen Arbeiten der Studierenden.

Ist Sigmar #Gabriel der ideale Aufsichtsrat für die Deutsche Bank? #EconTwitter

In früheren Zeiten konnten sich Vorstände darauf verlassen, dass Aufsichtsräte eher nicht dazu neigen, überwachungsgerechte Informationen zu verlangen. Durch die Monotonie der Präsentationen im Gremium wurden sie so apathisch gestimmt, dass sie während ihrer Amtszeit in einem unauffälligen Dämmerzustand verharrten. Viele Aufsichtsräte beherrschten die Kunst der virtuellen Abschlussprüfung. Sie bestand darin, den Jahres- oder Konzernabschluss und das Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers zustimmend zur Kenntnis zu nehmen, ohne diese Unterlagen gelesen zu haben. Anfang und Dauer der Aufsichtsratssitzung wurden von unumstößlichen Abflug- und Abfahrtzeiten bestimmt. In meiner Zeit als Pressesprecher habe ich solche Szenarien häufig erlebt. Diese Zeiten sind vorbei und sie werden wohl auch nicht wiederkommen. Ob Siegmar Gabriel das weiß? Er wird ja Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Bank.

Seit der Finanzkrise 2008 hat sich die Rechtsprechung grundlegend verändert. Das liegt an einer stärkeren Regulierung und an der indirekten Auswirkung der Insolvenzordnung (ESUG). Früher konnte sich ein Aufsichtsrat entlasten mit dem Hinweis, über bestimmte Themen, wie etwa unzureichende Liquidität im Unternehmen oder fehlende Compliance Prozesse, nicht informiert worden zu sein. Die Beweisführung des Klägers im Insolvenzfall war schwierig. Jetzt hat sich die Beweislast umgekehrt. Ein Aufsichtsrats-, Beirats- oder Verwaltungsratsmitglied sollte jederzeit nachweisen können, dass man dem Management die richtigen Fragen gestellt und den richtigen Rat erteilt hat. Gleichzeitig sind aber die Anforderungen an den Aufsichtsrat im Hinblick auf Informationsbeschaffung, Reaktionsgeschwindigkeit und Führungsstärke gestiegen. Insbesondere dann, wenn Unternehmen in eine Krisensituation kommen. Das ist ja bei der Deutschen Bank eher unwahrscheinlich….

In einer solchen Situation, die naturgemäß für alle Beteiligten stark belastend wirkt, sollte der Aufsichtsrat der Geschäftsführung als aktiver Sparringspartner zur Seite stehen. Er sollte bereits im Falle erster Frühindikatoren einer sich abzeichnenden Krise eine aktivere Rolle spielen und gestalterisch eingreifen. Es reicht folglich nicht mehr aus, Beschlussvorlagen nur zustimmend zur Kenntnis zu nehmen; vielmehr sollte der Aufsichtsrat aktiv spezifische Informationen – beispielsweise zu den Ursachen der Krise – einfordern. Es steigen somit die Anforderungen an die fachliche Qualifikation der Aufsichtsräte. Er sollte beispielsweise belegen können, dass er das Management aufgefordert hat, sicherzustellen, dass die so genannte 21-Tage-Frist eingehalten wird, etwa durch eine adäquate Liquiditätsplanung. Diese Frist bedeutet übrigens nicht, dass man in jedem Fall 21 Tage Zeit hat; wenn aus Sicht der Geschäftsführung eine negative Fortführungsprognose vorliegt, also das Scheitern der Sanierungsbemühungen zum Zeitpunkt der Beurteilung „überwiegend wahrscheinlich ist“, entfällt die Frist.

Die verschärften Anforderungen, die man aus der Rechtsprechung ableiten kann, sollten sich auch in der Zusammensetzung des Aufsichtsrates ablesen lassen. Man braucht Aufsichtsratsmitglieder mit Erfahrungen im Controlling, bei der Aufbereitung und Analyse von Geschäftszahlen, bei bilanziellen Themen und bei juristischen Fragen. Der ideale Aufsichtsrat bildet die Balance zwischen strategischen Fähigkeiten und Branchenerfahrung sowie juristischen Sachverstand und Erfahrung im Krisenmanagement ab. Letzteres dürfte für Gabriel kein Problem darstellen. Wer mal Chef der SPD war, weiß, wie man Krisen bewältigt.

Ob Gabriel allerdings Schwachstellen und Unplausibilitäten in den Zahlen eines Unternehmens unmittelbar erkennen kann, ist kaum zu beantworten. Vor seiner bundespolitischen Karriere war er vier Jahre lang Ministerpräsident des Landes Niedersachsen und in dieser Zeit auch Präsidiumsmitglied des Aufsichtsrats von Volkswagen. Der Aufsichtsrat verfügt in der Krise nicht nur über Informationsrechte, sondern auch über Mitentscheidungs- und Initiativrechte. Zu den situationsspezifischen Mindestanforderungen zählen die wöchentliche Überprüfung der Liquiditätssituation und die monatliche Überprüfung des Eigenkapitals. Auch wesentliche geschäftsspezifische KPIs, die zur Beurteilung der aktuellen Situation und zur Überwindung der Krise notwendig sind, sollten vom Aufsichtsrat systematisch und aktiv angefragt werden. Jedem Kandidaten für ein Aufsichtsratsmandat sollten seine persönlichen Risiken im bewusst sein: Unterlassung von Schadensersatzforderungen gegenüber dem Management, Billigung von Investitionen ohne jegliche Erkundung über die Herkunft des Kapitals, Nicht-Überwachung des Vorstandes in der Krise: jeder dieser Anklagepunkte war in den vergangenen Jahren Gegenstand rechtlicher Schritte gegen den Aufsichtsrat.

Siehe auch: Von Katars Gnaden

Friedrich Engels und das Kopistentum in der Netzökonomie – Wie man Silicon Valley-Monopole knackt

In den netzökonomischen Diskursen sollte man mehr auf Sicht fahren und überlegen, wie man die amerikanischen Plattformen für das eigene Business nutzen kann. So kehrt man das parasitäre Gedankengut der kalifornischen Monopolfetischisten ins Gegenteil. Parasiten, Hacker, Daten-Piraten, Wissensdiebe, Kopisten und Collage-Künstler können in diesem Spiel höchst nützliche Zeitgenossen sein. Sie stören die Monopolisten.

„Die Macht suchte und sucht das Zentrum einzunehmen. Wenn sie von diesem Zentrum aus wirken, ihre Wirksamkeit bis an die Grenzen des Raumes entfalten, wenn sie bis an die Peripherie reichen soll, so ist es notwendig, dass es kein Hindernis gibt, dass der Raum um ihre Aktion homogen ist. Kurz, der Raum muss frei von Rauschen, von Parasiten sein. Um Gehorsam zu finden, muss man gehört, muss man verstanden werden, muss die Ordnungsbotschaft Stille vorfinden“, schreibt der Philosoph Michel Serres in seiner Abhandlung „Der Parasit“.

Parasiten stören die Stille. Das ist uns übrigens schon einmal perfekt gelungen. Besonders die deutsche Industrie, konnte ihre Rückständigkeit Ende des 19. Jahrhunderts nur durch kluge Imitation kompensieren.

„Wie heute die Chinesen, haben damals deutsche Maschinenbauer ausländische Erfolgsmodelle in großem Stil eingekauft: Sie zerlegten die Maschinen in England und bauten sie im Siegerland oder im Schwäbischen neu auf. Durchs Nachmachen zu Erfahrung gekommen, haben die Deutschen sodann ihre Maschinen billig ins Ausland verkauft“, berichtet Rainer Hank von der FAZ.

Er verweist auf ein besonders dreistes Kopistenwerk in Solingen. Dort wurden minderwertige Messer aus Gusseisen hergestellt und mit dem Stempelaufdruck „Sheffield“ veredelt – das galt damals als Markenzeichen der englischen Messerproduktion.

„Ironie der Geschichte: Als Abwehrmaßnahme zwang England Deutschland das Label ‚Made in Germany‘ auf, damit man die mindere Ware erkennen sollte. Aber den Deutschen gelang es, das Stigma zum Qualitätssiegel umzuschmieden“, so der FAZ-Redakteur.

Degradieren wir die Silicon Valley-Aufschneider zu nützliche Idioten einer Ökonomie, die mehr Zugänge und Kompetenzen für wirtschaftliche Aktivitäten liefert.

Zum 200. Geburtstag von Friedrich Engels, der bekanntlich als Industriespion in England unterwegs war, doch ein hübsches Thema für einen weiteren netzökonomischen Käsekuchen-Diskurs in Bonn-Duisdorf. Wer hätte Lust?

Siehe auch: „So wird Europa eine digitale Kolonie Amerikas oder Chinas“

Einen Termin schon mal vormerken:

Vorstellung des Buches „Arbeiten am Widerspruch – Friedrich Engels zum 200. Geburtstag“

  • Dienstag, 18. Februar 2020
  • Zeit: 19.00 – 20.30 Uhr
  • Ort: Buchhandlung  Klaus v. Mackensen, Friedrich Ebert Str./ Ecke Laurentiusstr. 12, 42103 Wuppertal
  • Eintritt: 4,00 Euro
  • Website: www.metropolis-verlag.de/
  • Veranstalter/Herausgeber: Rainer Lucas, Reinhard Pfriem und Hans-Dieter Westhoff
  • Beteiligte Akteure: Matthias Nocke (Kulturdezernent Stadt Wuppertal), Verleger  Hubert Hoffmann (metropolis-Verlag), Michael Krätke (Prof. für Politische Ökonomie, University of Lancaster) und weitere Autor*innen aus Wuppertal

#ResearchDay2020: Man hört, sieht und streamt sich am Donnerstag in Leipzig @DirkLangolf @foresight_lab @rafbuff @Fraunhofer #EconTwitter

StudioZ ist wieder in Aktion. Diesmal beim ResearchDay2020 und dem Neujahrsempfang des Fraunhofer IMW in Leipzig.

Es gibt Live-Interviews, Session-Übertragungen und Hintergrundberichte von Sohn@Sohn.

Etwa zum SZENARIO-REPORT: KI-BASIERTE ARBEITSWELTEN 2030. Klaus Burmeister von der D2030 Initiative stellt die Studie vor.

Welches Szenario setzt sich durch? Etwa das Automations-Szenario – es beschreibt in klassischer Konzernwelt eine Zukunft, in
der die industrielle Landschaft durch das klassische Automationsparadigma geprägt ist.

„Dem Arbeitsmarkt haftet noch spürbar der Geist der Agenda 2010 an. Der Arbeitsmarkt ist polarisiert und durch eine Zunahme befristeter und schlecht abgesicherter Beschäftigungsverhältnisse gekennzeichnet. Die industriellen Kernbranchen sind in ihren angestammten Kompetenzfeldern im globalen Wettbewerb nach wie vor erfolgreich. Die sich international abzeichnenden neuen Produktwelten und digitalen Geschäftsmodelle werden von den Unternehmen mit ihren starren Organisationsformen
nur zaghaft aufgegriffen. Es überwiegt ein ‚Weiter so‘ mit eher zentralistisch geprägten Führungsstilen. Während amerikanische und chinesische Plattformunternehmen die KI-Entwicklung massiv und konfrontativ vorantreiben, pflegen Deutschland und Europa eine abgeschottete Datenökonomie. Damit werden lernfähige KI-Systeme insgesamt ausgebremst, und ihre Potenziale kommen nur in einzelnen Domänen zum Tragen“, schreiben die Studienautoren.

Das muss mit Abschottung gar nichts zu tun haben. Es kann auch so sein, dass das Credo vieler Konzernmanager, Organisationen nur auf Effizienz zu trimmen, sich weltweit durchsetzt und vor allem fortsetzt – besonders in den USA und in China nach dem Motto „Friss oder stirb“.

Oder setzt sich das Plattform-Szenario durch. Globale Plattform-Unternehmen bestimmen mit ihren Monopolstrukturen die digitalen Geschäftsmodelle.

Die Plattformen der Internet-Giganten sind in der Lage, durch Internalisierung bestimmter ökonomischer und gesellschaftlicher Übereinkünfte, Regeln und Prozeduren, sowie deren Unterwerfung unter die eigenen Geschäftsmodelle (nennen wir es „take-over“), die Spielregeln von Angebot und Nachfrage, von Märkten und Branchen, von Kultur und Gesellschaft, von Arbeit und Kapital, substanziell und radikal zu verändern und damit den Markt und in der Folge Gesellschaften digital zu kolonialisieren, nämlich spätestens dann, wenn die Plattformen faktische Voraussetzung zur Teilnahme an Markt oder Gesellschaft werden. Professor Lutz Becker von der Hochschule Fresenius spricht gar trefflich von der Marktfiktion, die die digitalen Plattformen erzeugen.

Der Markt als sozio-kulturelle Veranstaltung verschwindet in den Untiefen der Plattform-Algorithmen. 

„Man mag nun angesichts des gerne beschworenen Begriffes vom ‚Digital Marketplace‘ meinen, dass Plattformen, wie Amazon, Facebook und Uber, die Funktionen des Marktes reproduziert und dazu noch zu einem größeren Angebot (durch Vergrößern des Marktes und Senken von Marktschranken), Effizienz (durch Senkung von Transaktionskosten und mehr Transparenz) geführt hätten“, so Becker. Das ist Mimikry. Man könnte auch sagen, dass die Plattformen wie ein Schwarzes Loch den Markt ansaugen und verschlucken. Es bleibt einfach nichts mehr übrig. 

Erstrebenswert ist das Transformations-Szenario:

„KI schafft neue Arbeitswelten in einem dynamischen Netzwerk beschreibt eine Zukunft, in der die Potenziale von KI konsequent die Transformation in eine energie- und ressourceneffiziente Circular Economy fördert. Es ist geprägt von einem allgemeinen Vertrauen in die Problemlösungsfähigkeit von KI“, schreiben die Studienautoren. Diese Szenarien und viele andere Themen werden wir am Donnerstag ausführlich erörtern. Einfach mal unter dem Hashtag #ResearchDay2020 schauen, was wir live berichten – und natürlich mitdiskutieren und Fragen stellen.

Zum Abschluss des Tages wird übrigens Rafael Laguna de la Vera auftreten. Er ist Gründungsdirektor der neuen Agentur für Sprunginnovationen.

Siehe auch: