Was um Himmels Willen hat Tante Emma mit digitaler Transformation zu tun?

Was um Himmels Willen hat Tante Emma mit digitaler Transformation zu tun, mit prosperierendem Onlinehandel, mit Social Media, mit Multi-Kanal, mit Customer Analytics bis hin zum kognitiven Computing oder mit Cloud-Computing ? 3.636 weitere Wörter

über Tante Emma reloaded – Jenseits des Geschwätzes über digitale Transformation müssen die Player erst mal auf das Niveau kommen —  CIO Kurator 

Hat der politische Druck auf Facebook irgendetwas bewirkt?

Nur Naivlinge und unverbesserliche Optimisten konnten wirklich davon ausgehen, dass der Skandal rund um Facebook und Cambridge Analytica einen Massenexodus der Nutzer zur Folge hätte, schreibt Martin Giesler in einem Beitrag für besserdatenschuetzen.com:

„Hatte es nicht. Facebook wächst. Legt galaktische Zahlen vor. Punkt. Die Nutzer zeigen sich von der Datensammelwut des Konzerns mit dem freundlichen Blau nahezu unbeeindruckt. Vielmehr hadern sie mit dem Produkt selbst, was sich in einem veränderten Nutzungsverhalten beobachten lässt – und für Facebook zum eigentlichen Problem werden könnte.“

Bereits seit Jahren gebe es gut begründete Hinweise darauf, dass Facebooks Nutzer die App nicht mehr primär für die Zwecke verwenden, für die sie grundsätzlich konzipiert wurde:

„Facebooks Nutzer posten, teilen und interagieren zunehmend weniger im klassischen Sinne. Vielmehr tummeln sie sich in vermeintlich privaten Gruppen, chatten im Messenger oder produzieren sich auf Instagram“, meint Giesler (gibt es dafür empirische Belege? gs).

Dieses veränderte Nutzungsverhalten führe zu einer geringeren Bedeutung des News Feeds, also Facebooks Internet im Internet, respektive dem Platz, an dem Nutzer die Inhalte streng nach Facebooks kommerziellen Interessen sortiert und aufbereitet bekommen. Der News Feed sei aber eben auch genau der eine Ort, an dem Facebook seine unglaublichen Umsätze erwirtschaftet. An keiner anderen Stelle in der App werde derartig intensiv in Werbeplätze investiert.

„Vielleicht, so mutet es jedenfalls an, bekommt das Thema Datenschutz somit in der Tat durch die Nutzer einen ganz neuen Stellenwert. Aber eben nicht in der Form, wie es von Branchenbeobachtern, Politikern, Wissenschaftlern und den #deletefacebook-Aktivisten antizipiert wurde: Kaum jemand verlässt die sozialen Medien, weil sie zu viele Daten sammeln, sondern weil die Apps, die auf der Grundlage dieser Überwachungslogik konzipiert wurden, einfach nicht länger attraktiv sind“, resümiert Giesler.

Auf Facebook habe ich zu diesem Thema eine kleine Debatte losgetreten. Was hat Facebook als Reaktion auf den Datenskandal mit Cambridge Analytica überhaupt verändert und für die Nutzer verbessert? Wo haben sie Transparenz geschaffen? Was hat der politische Druck bewirkt? Und was hat die DSGVO bei verändert?

Wie seht Ihr das?

Digital-Trumpismus beim Urheberrecht und das Blitzer-Gleichnis von @AXELVOSSMDEP #EU_COLLOQUIUM

Europaabgeordneter Axel Voss wertet Kritik an Urheberrechtsreform als bösartig – die Verleger blasen ins gleiche Horn

Deutschlands Digitalpolitik in der EU orientiert sich nach Auffassung von Sascha Lobo selten an der digitalen Realität, sondern an absurden Wunschvorstellungen oder unverschämten Lobbyforderungen.

„Trump agiert gegen jede ökonomische Erkenntnis aus exakt dem gleichen Grund. Die Wirklichkeit interessiert weder Trump noch die deutsche Digitalpolitik, die inzwischen auf ganz Europa abzufärben droht. In wenigen Tagen wird im Europaparlament zum neuen Urheberrecht abgestimmt. Dabei stehen zwei extrem problematische Artikel im Vordergrund: Leistungsschutzrecht und Upload-Filter. Sie beschreiben die Dysfunktionalität deutscher Digitalpolitik am lebenden Beispiel.“

Upload-Filter seien nichts anderes als Zensurmaschinen.

„Sie filtern tatsächlich, vermeintlich oder vorgeblich durch das Urheberrecht geschützte Inhalte schon vor der Veröffentlichung. Und natürlich werden solche Filter, wenn sie einmal eingerichtet worden sind, auch für politisch unliebsame Inhalte verwendet, genau so ist es schon oft geschehen“, führt Lobo weiter aus.

Der zuständige Berichterstatter der CDU/CSU im EU-Parlament, Axel Voss, zeigte im Interview mit netzpolitik.org mit einer Frage, dass er beispielsweise gar nicht weiß, wie Wikipedia genau funktioniert: „Ich meine, kann denn bei Wikipedia jeder dort was hochladen?“ Ja, Axel Voss, genau darum gehe es bei Wikipedia, dass Menschen urheberrechtlich relevante Inhalte wie eigene Texte über Bielefeld oder Fotos von Bismarck-Denkmälern hochladen.

„Das ist deutsche Digitalpolitik in Europa, wo Lobby-Getöse so umfassend behandelt wird, dass leider keine Zeit mehr bleibt, um sich um die nervige Realität zu kümmern“, so Lobo.

Dennoch bleibt Voss bei seiner Haltung und tut so, als gehe es um die gerechtere Entlohnung der Kreativen. Letztlich wälzt man die Durchsetzung des Urheberrechts auf die Plattformen ab. Voss spricht von „Erkennungssoftware“ und erweckt den Eindruck, hier könnten punktgenau Verstöße mit Uploadfilter ermittelt werden. Nach den Vorstellungen von Voss soll das wie eine Art Blitzer auf der Autobahn funktionieren. Man erkenne eben nur jene, die zu schnell fahren. Genauso werde das auf Plattformen ablaufen. Die Erkennungssoftware greift nur bei urheberrechtlich geschützten Werken.

Wer das bestreitet, sei bösartig oder verbreite Fake News. Das sagte Voss bei der Europa-Tagung im Bonner Gustav-Stresemann-Institut:

Trefflich haben die Netzpolitiker von Union, SPD und FDP die Wirkungen in einem offenen Brief an die EU-Abgeordneten zusammengefasst:

Der vorliegende Vorschlag setze klare Anreize zu Over-Blocking, mit dem Online-Plattformen versuchen werden, ihr Haftungsrisiko zu minimieren. Der Umgang mit Remixen oder vollkommen legalen Inhalten – beispielsweise wissenschaftlichen Zitaten – sei ungeklärt. Dies werde negative und unverhältnismäßige Auswirkungen auf die Wissenschaft und für nutzergenerierte Inhalte und kreative Meinungsäußerungen aus dem Internet haben. Diese drohen wegen Selbstzensur aus Sorge vor rechtlichen Konsequenten vollkommen zu verschwinden.

Diese Warnung münzen nun wieder die Verleger zu einem völlig unangemessenen Rundumschlag gegen die beteiligten Regierungspolitiker um und sprechen gar von „unverfrorenen Manipulationsversuchen“. Welches Demokratieverständnis haben eigentlich der BDZV und der VDZ?

Bleibt jetzt der DJV in Allianz zu den Verlegern?

Live um 10 Uhr: Beethoven, Bonngasse, Bröckemännche – Bonn Memory als Crowdfunding-Projekt

Es geht in die finale Phase der Finanzierung. Gut 1000 Euro fehlen noch. Beteiligt Euch doch während des Livegesprächs mit Marco dos Santos Pina und Sascha Maynert an dem Projekt. Das wäre klasse.

Der Webplayer springt um 10 Uhr an:

Gorillas, Horst #Seehofer und die Machtanmaßung – Prognose: CSU fällt unter 40 Prozent am 14. Oktober #ltwby

„Die Gorilla-Phase des Horst Seehofer hat in der Nacht zum Montag ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht.“ Das schreibt Hans-Jürgen Jakobs in seiner Handelsblatt-Morgenandacht.

„Der Mann, der am Mittwoch 69 wird, hat den CSU-Gremien seinen Rücktritt als Parteichef und Bundesinnenminister angeboten – wenn es an diesem Montag beim Asyl-Krisengespräch zwischen CSU und CDU keine Bewegung gebe. Mit unaufhörlichem Brustklopfen, in der Verhaltensbiologie als Imponierverhalten gedeutet, hat er erst die CDU, dann die Gemäßigten seiner CSU nachhaltig verschreckt. Auch der europäische Asyl-Kompromiss, den Angela Merkel nun vorzeigen kann, stimmt Seehofer nicht gemäßigt. Egal, was passieren wird, er hinterlässt Chaos und ein Wort: ‚wirkungsgleich‘.“

Ich empfinde den Gorilla-Vergleich übrigens als Frechheit. Das haben die Menschenaffen nicht verdient. Schließlich dient das Brustklopfen wohl nur der Begrüßung und der Verortung. Und mit der Verortung im demokratischen System scheinen Seehofer und die CSU zur Zeit Probleme zu haben.

Politik ist ein zähes, langwieriges und zeitraubendes Überzeugungsgeschäft und besteht aus dem Bohren dicker Bretter (Max Weber). Die Betonung liegt auf Überzeugung, nicht auf Erpressung. Ratschlag: Etwas weniger auf die Sahne hauen, etwas realpolitischer argumentieren und auf die Schwierigkeiten der Umsetzung verweisen. Die Seehofersche Patentrezept-Rhetorik hat eine sehr kurze Halbwertzeit – das durchschauen die Wählerinnen und Wähler auch in Bayern.

Und dann gibt es noch ein ehernes Gesetz der Demoskopie: Die Wahlbevölkerung straft interne Querelen in politischen Formationen ab. Das wird die CSU bei der Landtagswahl am 14. Oktober erleben. Sie wird unter 40 Prozent fallen (meine Prognose).

Siehe auch:

Seehofer will von allen Ämtern zurücktreten