Das war es mit der IT-Heizdecken-Verkaufsmesse – Metamorphose zum Sommerfestival #Cebit17

Cebit sucht den Austin-Geist – cool, locker und mehr Netzszene

Im vergangenen Jahr haben wir schon sehr kontrovers über die Zukunft der Cebit debattiert. Meine Erfahrungen habe ich zum Start der diesjährigen Computermesse mit den IT-Prozessmanagement-Verkäufern-im-dunklen-Anzug noch deutlich zum Ausdruck gebracht: IT-Fachidiot schlägt Kunde tot – Gedanken zur #Cebit17.

Mit dieser kritischen Einschätzung habe ich wohl ins Schwarze getroffen, wie Reaktionen auf Twitter zeigen:

Den Digisauriern hab ich das auch in aller Deutlichkeit im März 2016 gesagt.

Tim Cole sah das ähnlich und auch Guido Bosbach in einer Debatte, die ich direkt nach der Cebit im vergangenen Jahr organisierte:

Schön, dass wir uns die Konserve noch einmal anschauen können. Konzepte, die also in den USA erfolgreich laufen, könne man nicht so ohne Weiteres auf die Cebit übertragen. Das war so eine Stellungnahme, die ich im Gedächtnis gespeichert habe.

Und dann kommt vom Chef der Deutschen Messe AG nun folgende Erklärung:

„Wir werden die CeBIT zu Europas führender Eventplattform und zum Festival für digitale Technologie, digitale Innovation und Geschäftsanbahnung der digitalen Wirtschaft umbauen. Wir bringen die CeBIT in den Juni, weil wir im Sommer Technologie noch emotionaler inszenieren und eine coole Campus-Atmosphäre schaffen können“, so Oliver Frese.

Die nächste CeBIT findet vom 11. bis 15. Juni 2018 in Hannover rund um das Holzdach auf dem Messegelände in Hannover statt. Das Freigelände in der Mitte wird zum großen Digital-Campus.

Thomas Kuhn von der Wirtschaftswoche liefert noch mehr Futter, die die Entscheidung der Messe-Leitung erklären:

„Die Anleihen die Frese, der das Konzept seit Mitte vergangenen Jahres in verschiedenen Etappen mit Industrievertretern entwickelt hatte, mit seinen Plänen nimmt, sind offensichtlich. ‚Wir bringen Austin in den Sommer‘, sagt eine Industrievertreterin, die in den Prozess involviert war, und meint das Tech-Festival SXSW in Austin/Texas, das sich in den vergangenen Jahren zum wichtigsten Impulsgeber und Szene-Event für die Digitalbranche entwickelt hat. Das Kürzel steht dabei für den Ursprungsnamen der US-Veranstaltung: South by Southwest.“

Gehe es nach den Vorstellung der Hannoverschen Messemacher, soll die Cebit also, um eine geographische Parallele zu ziehen, so etwas werden wie die North by Northeast der europäischen IT-Szene – und vielleicht auch etwas mehr.

„Das traditionelle Messegeschäft soll (wie auch immer in das Event eingebettet) unter dem inzwischen wiederholt genutzten Claim d!conomy weiterleben. Daneben treten – rund um den zentralen d!campus – weitere Formate: das New-Tech-Festival d!tec, und das Konferenzformat d!talk“, schreibt Thomas Kuhn.

Tja. Das schreit eigentlich nach einer Wiederholung unserer Debatten-Runde vom vergangenen Jahr.

Siehe auch die Diskussion auf Facebook.

Advertisements
Veröffentlicht unter Internet, Management, Medien, Social Web, Wirtschaft | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

Arbeitsphilosophischer Schlagabtausch auf der #Cebit17 @azeuch @WinfriedFelser @AlexanderKlier @Silke_Luinstra

Foto von Rainer Gimbel‏ @tipalemar

Gestern ging es zur Sache auf der Cebit. Wir debattierten über Hierarchien, Unternehmensorganisation und digitale Käfighaltung.

Die Disputation habe ich spontan mit meinem Smartphone direkt vom Podium eingefangen – Ton daher nicht so prickelnd. Man muss schon voll aufdrehen, um den Worten der Teilnehmer folgen zu können.

Für die Darlegungen von Winfried Felser hier noch eine kleine Orientierung:

Man hört, sieht und streamt sich wieder am Freitag, um 16 Uhr.

Wer an der Runde teilnehmen möchte, kann sich auf FB anmelden.

Veröffentlicht unter Informationstechnik, Internet, Management, Medien, Social Web, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , | 1 Kommentar

Stellen wir endlich die richtigen Fragen! Warum die Wirtschaftswissenschaften (allein) uns nicht weiterbringen

Endlich mal keine Digitale TRansformation

Digitale Tanzformation

„Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.“

Dieses Zitat von Paul Watzlawick ist vermutlich bekannt, zuletzt las ich es in einem Artikel der New York Times mit dem Titel „What if Sociologists Had as Much Influence as Economists?“. Der Autor Neil Irwin hinterfragt darin die Rolle von Ökonom_innen in ihrer Funktion als Berater_innen der Politik. Im Kontext des Watzlawick-Zitats formuliert Irwin wie folgt:

„[T]he risk is that when every policy adviser is an economist, every problem looks like inadequate per-capita gross domestic product.“

Irwin kritisiert die Einseitigkeit in der Beurteilung sozialer Missstände, wenn diese ausschließlich auf Basis ökonomischer Parameter erfolgt. Gleichzeitig rückt er eine wissenschaftliche Disziplin in den Vordergrund, die er für wesentlich geeigneter hält unsere Gesellschaften zu analysieren als die Volks- oder Betriebswirtschaft. Es geht um die Soziologie.

Die Bewertungs-Parameter für menschliches Verhalten haben sich in vielen Bereichen weit von dem entfernt…

Ursprünglichen Post anzeigen 518 weitere Wörter

Veröffentlicht unter Medien | Kommentar hinterlassen

Der 4.0-Spießercode für Stillstand: „Alles bleibt, wie es ist, nur mit Internetanschluss“

Thomas Sattelberger-Vortrag an der Hochschule Fresenius in Köln

Die digitale Diätkost in deutschen Vorstandsetagen ist kein Zufall. Wolf Lotter beleuchtet sie in seinem Prolog in der März-Ausgabe von brandeins:

„Alles bleibt, wie es ist, nur mit Internetanschluss.“

Dafür steht auch das elende Kürzel 4.0. Leerformel-Geschwätz zur Systemerhaltung – „ein Spießercode“, so Lotter:

„Der Wissensarbeiter wacht in einem Unternehmen und in einem Staat auf, der für die Fabrikgesellschaft entwickelt wurde, und Parteien und Institutionen, die im Schatten des Schornsteins erdacht wurden, erklären ihm die Welt.“

Nachzulesen in meiner Netzpiloten-Kolumne „Blender im Management werden keine Social-CEOs – sie bleiben unter sich“.

Die immer noch vorherrschende Fabriklogik zieht mit digitalen Mitteln auch in die Büroarbeit ein. Johannes Böhme hat das in der brandeins aufs Korn genommen und bezieht sich auf eine Studie des Soziologen Andreas Boes:

„Die Arbeit im Büro ähnele immer mehr der Arbeit in der Fabrik: Kleine, standardisierte Arbeitsschritte würden unter Zeitdruck wie an einem ‚digitalen Fließband‘ am Computer abgearbeitet und von Software protokolliert.“

Der „Wandel“ trage dabei verschiedene Namen wie „lean“ oder „agile“. Immer gehe es darum, die Arbeit in den Büros schneller, besser und effizienter zu machen.

„Lean“ sei vor allem ein Mittel, um aus den Leuten mehr rauszuholen, so Bettina Seibold vom Institut für Medienforschung und Urbanistik in Stuttgart.

„Jeden Tag treffen sich die Mitarbeiter vor einer Tafel, auf der ihre Arbeit in verschiedenen Farben abgebildet wird. Jeder muss kurz sagen, wie es bei ihm steht, und dann wird das übersetzt in Rot oder Grün. Rot heißt, dass Deadlines nicht eingehalten, Kosten überschritten, Probleme nicht gelöst werden“, schriebt Böhme.

Das Lean Management-Modell des MIT geht aber anders. Es soll das System im Ganzen betrachtet und verstanden werden, verbunden mit einer lebenslangen Beschäftigungsgarantie und Aufstiegschancen. Wenn man das in einer Blackbox in kleinen Arbeitsschritten praktiziert, wird darauf ein Dressur-Management im Hamster-Käfig.

Fast überall trifft man dabei auf „Vorgesetzte“, die eigentlich viel weniger wissen als ihre Mitarbeiter, ihnen aber qua Amt ständig sagen, wo es langgeht. So zitiert Lotter den IG-Metall-Berater und Informatiker Ulrich Klotz. Was von oben kommt, sind häufig hohle Befehle einer Positionselite, die ohne Positionen zu kleinbürgerlichen Gestalten schrumpfen. Zu bewundern an gescheiterten Heroen des Managements wie Martin Winterkorn oder Thomas Middelhoff. Als Symbol dieser aalglatten Ikonen rhetorischer Nichtigkeit sehe ich Johann Holtrop, die Hauptfigur im gleichnamigen Roman von Rainald Goetz. Das Werk ist ein erschreckendes Panoptikum der Wirtschaftselite. Holtrop ist auswechselbar. Ein Schnösel und Wichtigtuer, der sich mit abgedroschenen Plattitüden durchs Leben boxt. Er erzählt überall zusammengelesenes, letztlich nur nachgeplappertes Zeug.

„Holtrop selbst merkte nicht, wem er was nachplapperte, wo er sich bediente und von wem er was übernommen oder gestohlen hatte“ , so Goetz.

Jämmerliche Söldner meiden die Nahbarkeit

Durch diese Defizite entstand die besondere mimetische Energie, „die Holtrop das von außen anverwandelte, was ihm fehlte.“ Er implantierte der Außenwelt seine Ideen, indem er sie kopierte und zugleich so manipulierte, dass sie seine Ideen für ihre eigenen hielten – ein begnadeter Blender. Und diese Blender haben es schwer, sich offen und nahbar im Social Web zu bewegen. Es sind jämmerliche Söldner, die der Schweizer Publizist Frank A. Meyer so herrlich aufs Korn nimmt.

„Sie verfügen nicht über Produktionsmittel, sie stehen nicht mit eigenem Kapital in der Verantwortung, ihre gesellschaftliche Position entspricht der von Kleinbürgern: nicht unten, aber auch nicht wirklich oben.“

Unkultivierte Typen und neureiche VIPs, die ohne Positionen wieder zu Gartenzwergen schrumpfen. So eine neofeudal gestimmte Luxusclique, die ihre Kinder in der Potsdamer Luxus-Kita „Villa Ritz“ für eine Monatspauschale von mindestens 1.000 Euro (ein Schnäppchen) unterbringt, muss sich abschotten.

„Wer sich global wie lokal so behütet, so getrennt vor der wirklichen Wirklichkeit durch den eigenen Lebensfilm bewegt, dem fehlt die Lust am Engagement für die ferngerückte Gemeinschaft“, schreibt Meyer.

Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass die Suche nach Social-CEOs in der Deutschland AG so schwerfällt. Das passt nicht zum Mindset der Teleprompter-Topmanager.

Eigentlich eine gute Zeit für Machteliten-Hacking.

Siehe auch:

Horror-Job bei Apple: „Sogar die Klozeit war beschränkt“

Update

Die Debatte mit der Lean-Fraktion auf Facebook, damit wir den Diskurs mit den von mir zitierten Wissenschaftlern fortführen können.

Veröffentlicht unter Internet, Management, Medien, Social Web, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Was zur #Cebit17 – also Prognosen zur Zukunft der Computermesse @DigiSaurier

Ab der 22 Sendeminute geht es los mit den Prognosen, die wir im vergangenen Jahr geäußert haben.

Und dann gab es ja noch eine intensive Debatte via Live-Hangout.

In diesem Jahr bin ich in Hannover nur am Dienstag, den 21. März in Aktion.

Interview über den Arbeitsplatz der Zukunft von 10:15-10:30 Uhr

Panel um 13:50 Uhr in Halle 5
Goodbye Hierarchy, Hello My Dear FutureOrg? Zukunft der Organisationsmodelle im digitalen Zeitalter

Veröffentlicht unter "Unterhaltung", Informationstechnik, Management, Medien, Social Web, Wirtschaft | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

@th_sattelberger über die Leuchttürme moralischer Verwahrlosung #VW #DeutscheBank

Und Sattelberger sprach auch über die kalifornische Erlösungsideologie in der Ausnüchterungszelle mit Erwähnung meiner Netzpiloten-Kolumne „Trump-Ideologie hinter der Bubblegum-Hippie-Fassade im Silicon Valley“

Veröffentlicht unter Auto, Management, Medien, USA, Wirtschaft | 1 Kommentar

Vielfalt auf dem Barcamp Bonn

Diese Galerie enthält 33 Fotos.

Ursprünglich veröffentlicht auf Johanna Brühl:
Am Wochenende (10.03.-11.03.) habe ich das Barcamp in Bonn besucht, das in diesem Jahr im Posttower stattfand. Der erste Tag stand unter dem Motto „Bonn bewegen“ und hier wurden alle Themen rund…

Galerie | 1 Kommentar

Jetzt live: Plattform-Journalismus #SXSW17 @ruhrnalist @schnodderpepe und mehr

Man hört, sieht und streamt sich

Ideen gefragt via Facebook Live. Hier bin ich gerade auf Sendung:

Gestern hab ich mal eine Livestreaming-App ausprobiert, die direkt über YouTube sendet. Qualität gut. Aber mit der Interaktion via Smartphone wenig komfortabel ausgelegt.

Die Chat-Funktion war wohl aktiviert, ich konnte sie aber auf meinem mobilen Gerät nicht sehen. Aber vielleicht muss ich da noch ein wenig herum probieren.

Veröffentlicht unter Medien | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

Was war das für 1 geiles BarCamp?

Prima Zusammenfassung vom #BCBN17

Neues vom Medienkanzler

Das BarCamp Bonn 2017 hat das Prädikat „sensationell“ verdient. Es war einfach 1 sehr geiles Event…

WP_20170311_18_10_06_ProTop Location in Bonn: der Post Tower

…vong Location her

Der Post Tower in Bonn. Erstklassige Location in Top Lage. Und ein toller Gastgeber. Die Deutsche Post hat alles getan, dass sich die illustre Gesellschaft wohlfühlt in den heiligen Hallen. Von der technischen Ausstattung der Räume bis hin zu dem freundlichen Herrn am Aufzug stimmte jedes Detail.

Der dicke Applaus für den Sponsor war absolut verdient. Beifall gab es natürlich auch für alle anderen Sponsoren. Alle haben ihren Teil beigesteuert, das BarCamp Bonn (wieder einmal) zu einem absolut hochwertigen Event zu machen. Vielen Dank!

Kultobjekt der Begierde auf dem Vorplatz: Der Cafe-Roller. Persönliches Highlight in diesem Jahr: Matcha-Latte!

…vong Diverstity her

WP_20170311_12_54_40_Pro Crowdfunding mit Bobbycar

Die Themen- und Typenvielfalt: Unbeschreiblich, unbezahlbar. Vom Nerd bis zur Sprecherzieherin, vom syrischen Informatiker auf der Flucht bis zu…

Ursprünglichen Post anzeigen 361 weitere Wörter

Veröffentlicht unter Medien | 1 Kommentar

Sessions „Mobile Reporting“ + „Wann Video, wann Audio?“ #BCBN17 #Podcamp2017 @Editor_Page @schnodderpepe

Hakan in Aktion

Zwei Videos der vergangenen Barcamp-Sessions für all jene, die das über Facebook nicht anschauen können oder wollen.

Veröffentlicht unter Medien, Social Web | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 2 Kommentare