ichsagmal-Interview mit @Peter_Staempfli um 11:30 Uhr: Wenn der Chef twittert……

Twitter-Prosa für Fortgeschrittene
Twitter-Prosa für Fortgeschrittene

Die oberste Führungsetage in großen Unternehmen gehört in die erste Reihe und sollte mit der Nase in die Belange des Kunden gedrückt werden, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Nicht Monologe, die allein dem Ego des Top-Managements dienen, wären plötzlich Maß aller Dinge, sondern Dialoge mit Stammkunden, „mit den Begeisterten und den weniger Begeisterten. Gespräche. Respekt. Empathie“, so Koch. Etwas, was in Bäckereien, Kneipen oder Friseurläden jeden Tag praktiziert wird – ohne infantiles und weltweit führendes Werbesprech.

Warum Chefs mit gutem Beispiel vorangehen sollten

Wenn sich Unternehmen nach innen und außen in Richtung Partizipation, Offenheit und Dialogorientierung ändern wollen, muss der Chef mit gutem Beispiel vorangehen, so die Erfahrung von Willms Buhse, Autor des Buches „Management by Internet“. Als Beispiel erwähnt er die Social Software, die bei Bayer Material Science eingeführt wurde. Der damalige CIO Kurt de Ruwe war der Erste, der auf der Plattform sein Wissen teilte.

„Er bloggte und er las selbst in den Nachrichtenströmen auf der Plattform, akzeptierte sie als verbindliche Informationsquelle. Zugleich brachte er auch weitere Mitglieder der Führungsetage dazu, offen und transparent über das neue Netzwerk nach allen Seiten zu kommunizieren und über eigene Blogs auch ihr Wissen zu teilen“, so Buhse.

Das interne Facebook-Experiment entwickelte sich zum Selbstläufer.

„Führungskräfte, die die Plattform nutzten, sendeten die Botschaft aus, dass das Management hinter dem Ganzen stand und es nicht als Zeitverschwendung begriff“, konstatiert Enterprise 2.0-Experte Buhse.

Wie sich Chefs im Social Web positionieren, ist Thema des ichsagmal.com-Interviews mit Peter Stämpfli von der Stämpfli AG. Über die Frage-Antwort-Funktion auf Google Plus könnt Ihr während der Liveübertragung mitdiskutieren.

Twitternde Chefs sind herzlich eingeladen, weitere Interviews mit mir zu führen 🙂

Bei den Dax-Konzernen wird man da wohl nicht fündig, oder? Gibt es eigentlich eine Übersicht, welche Vorstandschefs im Social Web aktiv sind? Mir ist bislang keine derartige Statistik über den Weg gelaufen. Für Medienchefs hatte Thomas Knüwer ja was schönes gepostet: Eine unvernetzte Gesellschaft.

Für Springer-Chef Döpfner wären Social Web-Aktivitäten jetzt vonnöten: „ICH SCHÄME MICH, HERR DÖPFNER!“ ­ – SO STREITEN SICH EIN SPRINGER-MITARBEITER UND MATHIAS DÖPFNER ÜBER DAS LEISTUNGSSCHUTZRECHT.

Reichen die Imitatoren des Apple-Imitationsimperiums an Steve Jobs heran?

Hier ein Ausschnitt meiner Apple-Story für den Fachdienst Service Insiders:

Die wahren Fähigkeiten des Steve Jobs-Konzerns liegen darin, eigene Ideen mit externen Technologien zusammenzufügen und die Ergebnisse in eine elegante Software und ein unverwechselbares Design zu verpacken. Apple beherrscht wie kaum eine andere Organisation die Inszenierung und Integration von Technologien ohne jede Scheu davor, Ideen von außen zu nutzen und sie mit den eigenen Kniffen zu veredeln. Steve Jobs ist zudem ein Meister der Klugheitslehre, wie sie im 17. Jahrhundert vom Jesuiten Baltasar Gracián zu Papier gebracht wurde. Es sei ein sehr schwieriges Unterfangen, jederzeit „die Erwartung rege zu halten“, denn „die glänzendste Tat kündige noch glänzendere an“, führt Gracián in seinem Opus „Handorakel und Kunst der Weltklugheit“ aus.

Man sollte seine wahren Absichten nicht allzu deutlich preisgeben. „Wer mit offenen Karten spielt, läuft Gefahr, zu verlieren“, bemerkt der spanische Geistliche. Das Gegenteil sei besser: Manchmal müsse man „Luftstreiche“ tun, also praktisch mit dem Schwert in die Luft schlagen, um den Gegner zu verwirren und die eigenen Absichten nicht deutlich werden zu lassen. Gleichzeitig erlauben solche „Luftstreiche“ oder Probierballons das Ausprobieren einer bestimmten Position, die zu Diskussion gestellt wird, ohne gleich als die eigene Meinung gelten zu müssen. Es erfordert ein hohes Maß an Geschicklichkeit, hinreichend Spannung aufzubauen und die anderen „über sein Verhalten in Ungewissheit“ zu halten. „Der Kluge lasse zu, dass man ihn kenne, aber nicht, dass man ihn ergründe“, schreibt Gracián im Handorakel (Nr. 3). Der Handlungsvorschlag setzt allerdings eine hohe Begabung voraus. Denn wichtig sei es, „bei allen Dingen stets etwas in Reserve“ zu haben. Nur dadurch sichert man seine Bedeutsamkeit.

Die Kunst des Gerüchts wird im Internet zum Prinzip, meint Hans-Joachim Neubauer in seiner Abhandlung „Fama – Eine Geschichte des Gerüchts“ (Matthes & Seitz-Verlag). Die Nachricht nährt das Gerücht, und das Gerücht nährt die Nachricht. „Die so genannten Nachrichtenkanäle senden möglichst unmittelbar, steigern die Spannung mit Live-Schaltungen, bewerten, dramatisieren und taktieren im Minutentakt. Nachrichten werden überhöht, Pressekonferenzen geraten zum Spektakel – ein sich selbst infizierender Kreislauf der Wichtigtuerei ist entstanden“, führt Neubauer aus.

Besonders in der grenzenlos vernetzten Welt der automatisierten Nachrichtenspiegel und Informations-Ströme gelte das Gesetz der Popularität. In der Blogosphäre sei Qualität ein qualitativer Faktor. „Nicht mehr die Nachricht von den Fakten ist die Information, sondern die Nachricht vom Erfolg einer Nachricht“, erläutert Buchautor Neubauer. Das Urbild des Cyberspace stamme aber nicht aus dem 20. Jahrhundert, sondern sei schon 2000 Jahre alt. Was Ovid über das Haus der Fama schreibt, liest sich wie eine Vision unserer digitalen Gegenwart. Auch das Internet sei überall; wie Famas Haus hat es „tausend Zugänge“ und „unzählige Luken“, „bei Nacht und bei Tage steht es offen, ist ganz aus klingendem Erz, und das Ganze tönt, gibt wieder die Stimmen und, was es hört, wiederholt es“, weiß Ovid. „Alles, wo es geschehe, wie weit es entfernt sei, von dort erspäht man es; ein jeder Laut dringt hin zum Hohl seiner Ohren.“ Und schließlich „schwirren und schweifen, mit Wahrem vermengt, des Gerüchtes tausend Erfindungen und verbreiten wirres Gerede“. Was stimmt, könne niemand sagen, aber mitsprechen könne jeder. Die Echokammer des Hörensagens beherrscht in der Welt der Kommunikationstechnologien keiner besser als Steve Jobs. Daran werden die Imitatoren des Apple-Imitationsimperiums gemessen.

Social Media im Dienst der Wissenschaft – Gemeinsam müssen wir nicht blöd sein!

Professor Fritz B. Simon stellte einmal die provokative Frage, ob wir gemeinsam nur blöd sein können. Da niemand die Zukunft kennt, ist auch nicht zu sagen, wer über das in Zukunft relevante Wissen verfügt. Der systemische Organisationsexperte Simon schlägt vor, das individuelle Wissen, die Fantasie, die Kreativität und Kompetenz in die Kommunikation einzubringen und intelligent zu organisieren. Das geschieht spontan nicht zuverlässig, da Kommunikationsmuster dazu neigen, das zu reproduzieren, was sowieso schon immer gedacht wurde. Je geschlossener die Organisation, je mehr Hierarchien existieren, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, einseitig selektierte Informationen zu erhalten. Um diese Einbahnstraße zu verlassen, nutzt der Wissenschaftler Richard Feynman das Web. Bruce Sterling hat die Methodik erwähnt. Siehe auch den FAZ-Artikel
„Denken im Internet-Zeitalter – Unser quälendes Unbehagen“:

„Ich will Ihnen sagen, wie der zeitlose Richard Feynman an diese Aufgabe herangeht. Er ist kein großer Papierfreund, weil er in einer Netzkultur lebt.

Ihm geht also auf, dass er vielleicht ein Problem hat, vielleicht aber auch nicht.

1. Ich gebe das Problem in eine Suchmaschine ein, vielleicht hat es irgendjemand ja schon gelöst.
2. Ich beschreibe das Problem in meinem Blog und studiere die Kommentare mitsamt ihren Links.
3. Ich formuliere mein Problem mit nicht mehr als 140 Zeichen in Twitter – mal sehen, ob ich es so knapp zusammenfassen kann. Und ob es weitergetweetet wird.
4. Ich mache ein quelloffenes Problem daraus und füge einige Instruktionen hinzu, die zeigen, wie weit ich gekommen bin, und schaue dann, ob die Gemeinschaft es ein Stück weiter schafft.
5. Mit Hilfe von Ning starte ich ein soziales Netzwerk über mein Problem, benenne es nach ihm und warte ab, ob sich eine Gruppe um mein Problem bildet.
6. Ich mache ein Video über mein Problem, lade es bei Youtube hoch und warte ab, ob es sich viral verbreitet und ob sich eine Medienkonzentration um es bildet.
7. Ich mache einen Entwurf, der so tut, als wäre mein Problem schon gelöst, designe also irgendeinen Apparat, eine Anwendung, ein Produkt, das etwas mit meinem Problem zu tun hat, und schaue dann, ob jemand es wirklich baut.
8. Ich verschärfe oder vergrößere mein Problem mit einer interventionistischen taktischen Medienaktion.
9. und letztens: Ich suche im ‚Looking into the Past‘-Pool der Online-Fotoplattform Flickr (bei dem jeweils ein historisches Foto mit einer passenden aktuellen Aufnahme kontrastiert wird) nach ein paar hübschen Illustrationen.“

Ob dann etwas sinnvolles herauskommt, ist noch eine andere Frage. Aber Charme hat das Vorgehen schon.

Das tägliche Chaos des beruflichen Daseins und nützliche Tools für die Organisation der Unübersichtlichkeit

In seinem neuen Opus Meconomy stellt der Autor Markus Albers einige wichtige Fragen über modernes Arbeiten und wie man das tägliche Chaos seines beruflichen Daseins in den Griff bekommen kann.

Wie viel Zeit brauchen wir, um produktiv und kreativ zu sein? Um jene Dinge zu verfolgen, die uns wirklich wichtig sind? Und was müssen wir aufgeben, einschränken oder abschaffen, um die Ressourcen zu haben, etwas Neues zu schaffen? „Wer Dinge schaffen will, egal ob ein Buch, einen Song oder einen Businessplan, muss – es hilft alles nichts – die permanente Erreichbarkeit und die ständige Ablenkung eindämmen. Und zwar nicht nur diejenige durch Job, Kollegen und Chefs. Sondern auch durch Freunde, Friends, Kontakte, andere Twitterer und eigene Follower. Die Position vertritt vehement der Produktivitätsexperte Merlin Mann. Er kämpft gegen die allgegenwärtige Versuchung, sich ablenken zu lassen, beschäftigt zu tun, aber nichts Produktives oder Kreatives zu schaffen. Der moderne Mensch, so sagt er gern, ist wie der Mitarbeiter eines Sandwich-Ladens, der lauter Bestellungen entgegennimmt, diese auf Zettel schreibt und die Zettel dann in immer neuen Reihenfolgen sortiert, immer wieder überlegt, wie man all diese Aufträge am effektivsten abarbeiten könnte – aber vor lauter Sortieren und Planen nie dazu kommt, die Brote zu belegen. ‚Don’t just take orders, make sandwiches‘, lautet Manns Ratschlag, der natürlich in übertragendem Sinn zu verstehen ist. Dabei nützen Tools und Techniken, die ich in meinem Buch beschreibe. Ich selbst könnte zum Beispiel ohne Evernote, Things, GTD, und Zero-Inbox nicht mehr arbeiten“, erläutert Albers im Interview mit „Kunst und so“.

Über diese Tools kann ich noch nichts sinnvolles berichten, bin aber immer auf der Suche nach nützlichen Tools, um das Chaos meines Arbeitsplatzes ein wenig besser beherrschbar zu machen.

Um mit seinem Schlachtfeld Schreibtisch fertig zu werden, hat der Journalist Gordon Bolduan einen Selbstversuch für das persönliche Wissensmanagement gemacht. Der Beitrag ist in der März-Ausgabe der Zeitschrift Technology Review zum Fokusthema „Wissensmanagement“ erschienen. Um gegen riesige Bookmark-Listen anzugehen, könnte der virtuelle Zettelkasten von Zotero weiterhelfen. Das Programm ermöglicht, auf bequeme Art und Weise und direkt aus dem Browser heraus Websites zu archivieren. „Ein Mausklick genügt, und Metadaten wie Autor, Webadresse und Aufrufdatum werden automatisch aus dem Quelltext der ausgewählten Internetseite extrahiert und in der Eingabemaske ausgeführt. Zusätzlich kann ich den virtuellen Zettel noch mit Notizen anreichern und beispielsweise mit Schlagworten (Tags) wie ‚Robotik‘ oder ‚Künstliche Intelligenz‘ versehen“, so Bolduan. So seien Mehrfachkategorien möglich. Zudem könne man eine Kopie des digitalen Archives auf einem Zotero-Server im Internet hinterlegen. Zu aufwändig sei allerdings die nachträgliche Archivierung von Daten aus den vergangenen Jahren. Bei Bolduan sind es elf Gigabyte.

„Die Installation der kostenlos erhältlichen Software ‚Copernic Desktop Search‘ rettet mich. In wenigen Minuten erstellt sie einen Index von meinem gesamten Datenbestand, den sie jedes Mal aktualisiert, wenn der Computer nicht allzu viel zu tun hat“, führt der TR-Autor aus. Cool, das werde ich auf alle Fälle mal abtesten.

Die Unzahl an Blogs bekommt Bolduan ebenfalls mit einer freien Software in den Griff. Um eine bessere Übersicht darüber zu erhalten, was sich auf ausgewählten Websites tut, richtet er sich eine Art Nachrichtenticker ein. Grundlage sind RSS-Feeds, Infohappen aus Schlagzeilen, Textanriss und Links zum Weiterlesen. Mit dem Programm BlogBridge kann man die Mini-Meldungen in Ordnern zusammenlaufen lassen, die den eigenen Interessen entsprechen. Mit einem Mausklick wird sichtbar, wo eine neue Meldung erschienen ist.

ManchmalSehr häufig liebe ich allerdings auch das Chaos meiner Arbeitshöhle, denn es bringt ab und zu Dinge zum Vorschein, die mich immer wieder überraschen und meine Recherchen bereichern. Welche Tipps habe Ihr parat, was habt Ihr ausprobiert? Beim persönlichen Wissensmanagement gibt es wohl keinen goldenen Weg.

Facebook als Jederzeit-Medium im Web – Zuckerberg plant zentralen Aufmerksamkeitsverteiler

n4_76971In dieser Woche gibt sich Facebook ein neues Gesicht. Die langfristigen Ziele beschreibt Facebook-Chef Mark Zuckerberg in seinem Firmen-Blog mit Schlagworten wie „Informationsstrom“ oder „Menschen Kontakt zu allem geben, was sie interessiert“. Auf lange Sicht sollen Menschen Facebook nicht mehr benutzen, um „bestimmte Inhalte zu finden, sondern um am Informationsfluss selbst teilzuhaben“. „Mit der Neugestaltung baut Zuckerberg Facebook ganz pragmatisch zum Jederzeit-Medium um. Die Hauptseite soll demnächst in Echtzeit jedem Mitglied Nachrichten darüber liefern, wer aus seinem Bekannten- und Freundeskreis gerade was denkt, kommentiert, im Web entdeckt, gekauft, gehört, gesehen hat. Bislang aktualisierte Facebook die zentrale Nachrichtenseite nur alle 10 bis 15 Minuten, nun soll das ständig passieren“, analysiert Spiegel Online-Redakteur Konrad Lischka.

Wenn ständig etwas Neues passiere sei der Drang groß, ständig die entsprechende Seite zu verfolgen. Das erinnere sehr an den Reiz von Twitter, dem gerade enorm gehypten Echtzeit-Mikroblogging-Dienst, der seinen Nutzern das Gefühl gibt, nahezu live zu verfolgen, was im Web passiert. „In Zukunft unterscheidet Facebook nicht mehr sonderlich zwischen den Seiten von normalen Mitgliedern und Unternehmen, Politikern, Bands und Stars“, schreibt Lischka. Der Dienst könne sich zum großen Aufmerksamkeitsverteiler im Web mausern. Neue Musik? Mal sehen, was die Freunde bei Facebook empfehlen. Gipfeltreffen in Washington? Mal sehen, was das Team von Obama schreibt. Der nächste logische Schritt wäre nach Ansicht des Internetexperten Sascha Lobo die Entwicklung eines echten eigenen Browsers, der ganz nebenbei dazu führen würde, dass man die Community überhaupt nicht mehr verlässt.

Teile des Redesigns würden darauf hindeuten: viele Navigationspunkte wurden in die nicht bewegliche Fußleiste verlagert. Die Redundanz mit der Navigation auf der Fläche sei nicht zufällig – sondern soll den Nutzer daran gewöhnen, Facebook auch dann zu benutzen, wenn auf der Fläche des Screens eine andere Seite dargestellt wird. Mit Cloud Computing würden Betriebssystem und Browser sowieso zusammenwachsen zu einem „Betriebsbrowser“. Die Office-Anwendungen von Google Docs beim Browser Chrome seien dabei richtungsweisend. „Mit einem echten eigenen Facebook-Browser würde die halbautomatische Kommunikation in Form eines umfassenden Lifestreams Realität, weil alles, was wir im Browser erledigen – bei mir wäre das ungefähr alles -, dann Teil unseres Kommunikationsstromes werden könnte“, spekuliert Lobo.
„Das Praktische an einem halbautomatischen Kommunikationsstrom ist, dass ich nicht mehr aktiv eingreifen muss, sondern immer mehr reagieren kann – wenn man will. Ein tolles Szenario. Nicht ‘Big Brother is watching you’ sondern ‘Facegoogle is watching, tracking, analysing and predicting you’”, meint Marc-Christopher Schmidt, Geschäftsführer des Reiseportals Triptivity. Die Facebook-Strategie bietet für Unternehmen enorme Chancen, so die Ansicht des Neue Medien-Publizisten Sebastian Paulke, Geschäftsführer von Wort + Welt: „Sie können sich schon jetzt auf eine völlig neue Marketingwelt freuen, in der statt Budgets Strategien zählen, da die eigentliche Multiplikation von Informationen sich zunehmend automatisieren wird und damit keine Kostenstelle mehr sein muss.”

Facebook werde eine neue Runde im Social Web einläuten und damit die Messlatte für Enterprise Team Collaboration anheben: „Die Fachkräfte von heute lernen jetzt schon, dass Informationsflüsse automatisiert ablaufen – cc-Mail-Orgien á la Outlook und Lotus Notes entfernen sich damit weiter von den gelernten Anforderungen der nächsten Wissensarbeiter-Generation: Die wird ein Corporate-Facebook verlangen, anstatt sich über jede Information Gedanken zu machen, wer die nun benötigt oder nicht“, erläutert Paulke. In der von seinem Unternehmen erstellten Studie „Kollaborieren oder kollabieren? Enterprise Team Collaboration 2.0” wird deutlich, dass jeder dritte Projektmanager wichtige Aufgaben nicht mehr erledigen kann, weil er in Kommunikationspflichten ertrinkt. „Es ist es höchste Zeit, eine Plattform zu schaffen, die das Informationsmanagement automatisiert und zentralisiert“, fordert Paulke.