Glücksfall für Bonn und Beethoven: Kurfürst Maximilian Franz von Österreich #BTHVN @Musikverein

„Ueberhaupt war es eine schöne, vielfach regsame Zeit in Bonn, so lange der, selbst geniale, Kurfürst Max Franz, Maria Theresia’s jüngster Sohne und Liebling, friedlich daselbst regierte.“ Es ist Beethovens ihm lebenslang verbunden gebliebener Jugendfreund Wegeler, der in seinen zusammen mit Ferdinand Ries verfassten „Biographischen Notizen über Ludwig van Beethoven“ sich diesen sehnsuchtsvollen Rückblick gestattet, übrigens in einer Fußnote, in der er von der 1838 schon lange verstorbenen Gräfin Belderbusch geborene Barbara Koch als dem „Ideal eines vollkommenen Frauenzimmers“ schwärmt, deren Nähe alle, egal welchen Standes oder Alters, gesucht hätten. Glückliche Jugenderinnerungen verklärten zusätzlich die Zeit, die im Oktober 1794 mit dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen abrupt endete. Diese Sehnsucht findet schon 1816 – Bonn war nicht mehr französisch, sondern gehörte seit zwei Jahren als Teil der Rheinprovinz zum Königreich Preußen – in einem Bonner Nachruf auf den in London bei einem Reitunfall zu Tode gekommenen Johann Peter Salomon, ehemals Angehöriger der Bonner Hofkapelle und ein Sohn der Stadt Bonn wie der 25 Jahre nach ihm geborene Ludwig van Beethoven, beredten Ausdruck: „Wird sie nie wiederkehren, diese schöne glückliche Zeit?“. Nachzulesen im Vorwort des Katalogs zur Ausstellung „Bonns goldenes Zeitalter – die kurkölnische Residenzstadt zur Zeit Beethovens“. In der Bonner Oper kehrt sie für mich immer wieder zurück, diese glückliche Zeit.

Wie wichtig Kurfürst Max Franz für die musikalische Sozialisierung Beethovens war, erläutert Otto Biba, österreichischer Musikwissenschaftler und Archivdirektor der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.

Warum die Kleinstaaterei für Deutschland ein Glücksfall war für Kunst und Kultur, schildert Dr. Ingrid Bodsch, die frühere Leiterin des Bonner Stadtmuseums:

Umfassende Doku zum Beethoven-Jubiläum.

Physiker, Informatiker, Höhlenforscher, Kakteen-Erkunder, Entdecker der Mars-Höhlen, Science-Fiction-Autor, Philosoph, Pionier der Computerkunst, Hörspielautor, Musikexperimentator und ein leidenschaftlicher Sammler von Kaleidoskopen: Das alles und noch viel mehr. Würd‘ ich machen. Wenn ich König von Deutschland wär′

Auszug aus der Buchneuerscheinung: König von Deutschland – Jetzt bestellen 🙂 https://klingen-verlag.de/produkt/koenig-von-deutschland/

Und hier ein kleiner Appetitmacher:

Ein kurzes utopisches Gespräch

mit Herbert W. Franke

Am Rande der Verleihung der Ehrendoktorwürde für seine außerordentlichen Verdienste im Brückenschlag von Wissenschaft, Philosophie und Kunst an Herbert W. Franke (Jahrgang 1927) durch die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG) im Jahr 2018 führte Gunnar Sohn ein längeres Gespräch mit dem Wissenschaftler, Computerkünstler und Schriftsteller. Bei einem Teil des Gespräches ging es auch um unser Utopie Projekt #KönigVonDeutschland.

Er ist Physiker, Informatiker, Höhlenforscher, Kakteen-Erkunder, Entdecker der Mars-Höhlen, Science-Fiction-Autor, Philosoph, Pionier der Computerkunst, Hörspielautor, Musikexperimentator und ein leidenschaftlicher Sammler von Kaleidoskopen. Es gibt kaum etwas, in dem der Wiener Naturwissenschaftler und Professor Herbert W. Franke kein Experte zu sein scheint. Mit uns sprach er über seinen Einstieg in die amerikanische Filmindustrie, wieso er die Computerkunst aktuell allem anderen vorziehen würde und aus welchem Grund er den Titel als König von Deutschland partout ablehnen würde.

Gespräch mit Professor Franke in Karlsruhe

GUNNAR SOHN: Wenn sie ihr Werk im Gesamten sehen, von der Literatur über das Wissenschaftliche, von der Höhlenforschung, dem Interdisziplinären bis hin zur Computerkunst – Was bewegt sie heute noch von diesen Disziplinen, was ist für sie heute noch der Antriebsmotor? Kurzum: Was bewegt sie heute?

HERBERT W. FRANKE: Was mir den größten Spaß macht und wo ich am glücklichsten bin? Ja, das ist eigentlich doch die Kunst. Ich habe da doch einige neue Methoden gefunden – sie sehen Einiges bereits davon. Ich war ja auch damals beteiligt an der Einführung des digitalen Computers in die Filmindustrie. Dabei habe ich auch mit einigen Autoren Freundschaften geschlossen. Heute noch programmiere ich und habe Ideen für Neues, was man in die Kunst einbringen kann, wenn man den Computer verwendet. Ich muss aber auch sagen, dass die Science-Fiction mich zwar nach wie vor interessiert, nur komme ich mit der Computerkunst schneller zu Ergebnissen. Da kann es sein, dass ich mit dem Auto unterwegs bin und dabei fällt mir etwas ein. Dann setze ich mich später an den Computer und am Abend habe ich dann schon neue Stile und stilistische Möglichkeiten für Computerarbeiten, Bilder und Animationen, entworfen, die dann schon fix und fertig sind. Damit habe ich in den nächsten Tagen, Monaten und Jahren die Chance zu diesem Stil passenden Möglichkeiten auch in einer größeren Zahl weiter zu verfolgen.

GUNNAR SOHN: Mit Professor Lutz Becker von der Hochschule Fresenius mache ich einen Utopie-Podcast. Das ist also ein Audio-Format, wo wir uns mit Utopien beschäftigen. Und da fragen wir Experten, wie sie die Zukunft sehen. Und deswegen meine Frage an sie, welche Zukunft sehen sie persönlich?

HERBERT W. FRANKE: Ich behaupte strikt, dass wir nicht in der Lage sind, die Kunst vorauszusagen und dass die entwickelnde Technik in verschiedenste Richtungen führen kann! Es wird gesagt, der Wunsch mancher Autoren, es sollten sich mehrere Science-Fiction-Autoren zusammentun und die Zukunft vereinheitlichen, sei Blödsinn. Dabei ist doch genau das, das Wertvolle an der Science-Fiction, dass man die verschiedensten Möglichkeiten beschreibt oder vielleicht sogar auch eine neue Bedrohung entdeckt zu haben. Das hat ja auch etwas Befriedigendes. Ich bin einmal zu einer Podiumsdiskussion eingeladen worden, bei der sehr viele Fachleute waren, die sich über die Zukunft ausgetauscht haben. Die haben sich darüber beklagt, welche Gefahren auf uns zukommen wer- den. Ich bin damals als Letzter drangekommen und hab gesagt: „Ich bin nur ein Science-Fiction-Autor, wenn da lauter Fachleute sind, die sich vor der Zukunft fürchten, werde ich sie vielleicht überraschen, wenn ich ihnen jetzt mitteile, dass ich über jede neue Gefahr, die mit der Technik auf uns zukommt, Freude empfinde. Weil es Stoff für meine Bücher gibt. In der Mitte liegt oft die Wahrheit (lacht).

GUNNAR SOHN: Das ist interessant. Stellen sie sich jetzt folgende Situation vor: Sie sind jetzt Österreicher, aber wir sind in Deutschland. Sie hät- ten die Möglichkeit für eine bestimmte Zeit König von Deutschland zu werden.

HERBERT W. FRANKE: König von Deutschland…

GUNNAR SOHN: König von Deutschland! Was würden Sie tun? So als Utopiker und Science-Fiction-Autor und als Wissenschaftler und Höhlenforscher. Im metaphorischen Sinne. Wenn sie die Möglichkeiten hätten, an- stelle von Merkel sogar eine Stufe höher zu sein?

HERBERT W. FRANKE: Naja ein zweiter Hitler würde ich schon mal nicht sein wollen (lacht). Ich bezweifle, dass wir als Leute mit den heutigen Möglichkeiten und auch Lernmöglichkeiten all diese Gefahren, die auf uns zukommen, überhaupt erkennen und dass wir alle die Probleme, die wir aber erkennen, auch lösen können. Das wäre eine Aufgabe für mich, die mich zu sehr überfordern würde. Aus diesem Grund würde ich sie wahrscheinlich nicht annehmen.

GUNNAR SOHN: Wir haben uns mal über digitale Bildung unterhalten. Wenn vieles an technischen Entwicklungen und technischen Wirkungen nicht vorhersehbar ist und auch in der Kombination von unterschiedlichen Dingen vieles nicht vorherzusehen und nicht zu prognostizieren ist, sollte in der Bildung und in der Bildungspolitik vielleicht mehr experimentiert werden? Mit digitalen Werkzeugen? Sodass man in unterschiedlicher Weise, wie sie das auch in ihrer Computerkunst machen, viele Dinge ausprobiert, um zu ermessen, welche kombinatorischen Möglichkeiten eigentlich in Bezug auf neue Technologien bestehen?

HERBERT W. FRANKE: Naja, also wenn ich irgendetwas zu bestimmen hätte, was man machen sollte oder was ich auch mit den utopischen Mitteln machen sollte, dann würde ich versuchen, die Intelligenz der Menschen zu erhöhen. Und das muss nicht unbedingt ein einzelner Mensch sein. Sondern kann auch eine Kombination sein oder vielleicht sogar eine Art isoliertes Gehirn. Ich würde versuchen, das so zu programmieren, dass wir die Gefahren, die heute für den Menschen lauern, erkennen und auch abwenden können. Da ich die Zukunft aber nicht voraussagen kann, bin ich nicht davon überzeugt. Ich bezweifle, dass so etwas in naher Zukunft überhaupt gelingen kann. Wenn sie mich allerdings nach meinen Zukunftserwartungen fragen, dann scheint mir die unangenehme Entwicklungsmöglichkeit, die wahrscheinlichere zu sein.

GUNNAR SOHN: Herr Professor Franke ich bedanke mich für dieses Gespräch.

HERBERT W. FRANKE: Bitte sehr. Es war mir ein Vergnügen, mit ihnen zu reden.

Nun bestellet das königliche Werk 🙂

Utopien als Spielwiese für unser Denken: Buchneuerscheinung #KönigVonDeutschland

Was würdest du machen, wenn du König von Deutschland wärst? Buchneuerscheinung mit utopischen Gesprächen Bonn/Solingen “Das alles, und noch viel mehr, würd’ ich machen, wenn ich König von Deutschland wär’” räsonierte einst der „Ton Steine Scherben”-Frontmann Rio Reiser (1959-1996). „Uns reizt der anarchistische Unterton dieser Zeile und das im Liedtext vermittelte Gefühl, dass alles doch ganz anders sein könnte, wenn man nur wollte. Es ist dieser Spiegel, den uns Rio Reiser immer wieder vor die Nase gehalten hat. Deshalb wurde diese Zeile Initialzündung des Projektes #KönigVonDeutschland, das zuerst in Form eines Podcast erschien, nun aber aktualisiert und überarbeitet als Buch vorliegt“, so die Herausgeber Lutz Becker und Gunnar Sohn.

Die Utopie beschreibt, um mit Reinhard Pfriem zu sprechen, „kein Land nirgendwo“. „Wir warnen auf unserem Beipackzettel ausdrücklich davor, Utopien als etwas zu betrachten, das man mit allen Mitteln auch umsetzen muss. Im Gegenteil: Eine Utopie soll bleiben, wo sie hingehört, an einem Ort im Nirgendwo. Die Geschichte der Futuristen und anderer ideologischer Gemeinschaften hat gezeigt, dass eine Utopie, die zur Maxime wird, in der bitteren Konsequenz allzu leicht zu Faschismus, Unterdrückung und Gewalt führt. Der Weg in die Hölle ist nicht selten mit guten Absichten gepflastert. Deshalb sollten wir Utopien ausschließlich als Spielwiese für unser Denken betrachten. Nicht mehr und nicht weniger. Wir finden es jedenfalls wie Harald Welzer einfach cool, Utopien zu entwickeln, denn wir brauchen etwas, worauf wir uns freuen können“, so Becker und Sohn.

Die Beiträge des Bandes reichen vom Neoliberalismus im Weltall bis zur Schwarm-Mobilität im Verkehr mit autonom gesteuerten Fahrzeugen. Szenarien für die Zukunft kommen vom Höhlenforscher und Science-Fiction-Autor Herbert W. Franke, vom Wuppertaler Oberbürgermeister Uwe Schneidewind, von der Netzaktivistin Marina Weisband und der Slow-Media-Expertin Sabria David, vom Öko-Unternehmer Jörg Heynkes, von Zukunftsforschern wie Sven Gábor Jánszky und Klaus Burmeister, kritischen Ökonomen und Soziologen wie Reinhard Pfriem, André Reichel, Frank H. Witt und Dirk Helbing, vom kanadischen Techno-Utopisten Chris Smedley, von der Dramaturgin und Autorin Uta Atzpodien und Utopiestadt-Mitgründer Christian Hampe, vom Historiker Torsten Kathke und vom Germanisten Hans Esselborn.

Das Buch können wir gerne in gedruckter Form und/oder als pdf zuschicken. Die Autoren stehen auch gerne für Interviews zur Verfügung.Kontakt: Gunnar Sohn, 0177-6204474; gunnareriksohn@gmail.comVerlag: https://klingen-verlag.de/produkt/koenig-von-deutschland/

Das alles, und noch viel mehr, würd ich machen, wenn ich König von Deutschland wär

Nun gehet hin und bestellet das königliche Opus im Klingen-Verlag 🙂 https://klingen-verlag.de/produkt/koenig-von-deutschland/

“Das alles, und noch viel mehr | würd’ ich machen, wenn ich König von Deutschland wär’” räsonierte einst der „Ton Steine Scherben”-Frontmann Rio Reiser (1959- 1996). Uns reizt der anarchische Unterton dieser Zeile und das im Liedtext vermittelte Gefühl, dass alles doch ganz anders sein könnte, wenn man nur wollte. Es ist dieser Spiegel, den uns Rio Reiser immer wieder vor die Nase gehalten hat: Warum eigentlich? Deshalb wurde diese Zeile Initialzündung des Projektes #KönigVonDeutschland, das zuerst in Form eines Podcast erschien, nun aber aktualisiert und überarbeitet als Buch vorliegt.

Die Utopie beschreibt, um mit Reinhard Pfriem zu sprechen, „kein Land nirgendwo“. Und um es vorweg zu nehmen: Wir warnen auf unserem Beipackzettel ausdrücklich davor, Utopien als etwas zu betrachten, das man mit allen Mitteln auch umsetzen muss. Im Gegenteil: Eine Utopie soll bleiben, wo sie hingehört, an einem Ort im Nirgendwo. Die Geschichte der Futuristen und anderer ideologischer Kollateralschäden haben gezeigt, dass eine Utopie, die zur Maxime wird, in der bitteren Konsequenz allzu leicht zu Faschismus, Unterdrückung und Gewalt führt. Der Weg in die Hölle ist nicht selten mit guten Absichten gepflastert. Deshalb sollten wir Utopien ausschließlich als Spielwiese für unser Denken betrachten. Nicht mehr und nicht weniger. Wir finden es jedenfalls wie Harald Welzer einfach cool, Utopien zu entwickeln, „denn wir brauchen etwas, worauf wir uns freuen können.”

1526 war es der Staatsmann Thomas Morus (1478-1535), der den Begriff der Utopie (griech: oú + tópos, Nicht-Ort) prägte. In seinem Roman „De optimo rei publicae statu deque nova insula Utopia“ (Vom besten Zustand des Staates oder von der neuen Insel Utopia) skizzierte er nicht nur ein vermeintlich ideales Staatsgebilde, sondern es ging ihm vor allem darum, seinen Zeitgenossen ein kritisches Spiegelbild vorzuhalten. Eine Kritik, die ihm nicht nur Freunde bescherte.

Eine Utopie ist Blaupause eines positiven Zustandes in der Zukunft. Sie pointiert den Unterschied zum Hier und Jetzt. Sie stellt die entscheidende Frage, ob nicht alles ganz anders sein kann. So werden Utopien im Idealfall zu Verhandlungsräumen, in der normative, politische und strategische Fragen unabhängig von unmittelbaren Betroffenheiten ausgehandelt werden können.

In der Praxis schlägt die Utopie die Brücke zur Innovation. Sie kann als Projektionsfläche für zukunftsorientierte Politikgestaltung oder als Framework für strategische Entscheidungen im Management dienen, indem sie zu verstehen hilft, welche Entscheidungen getroffen werden müssen, um wünschenswerte Zukünfte zu erreichen.

Leider wird vielfach nicht weitergedacht im Sinne von Reiser: Es gibt eine gute Analyse von Oliver Nachtwey in seinem Buch „Die Abstiegsgesellschaft“. Dort stellt er sich zum Schluss selbst eine rhetorische Frage: Wie kann man die Idee des guten Lebens mit einer Wirtschaft verbinden, die demokratisch gesellschaftlich gesteuert wird, ohne alles autoritär zu steuern oder zu bevormunden – ohne in den Hausmeister-Modus zu fallen. Eine super-spannende Frage.

Folgende Interviews haben wir geführt:

Wer ein Exemplar zur Rezension erhalten möchte, kann mich einfach via E-Mail kontaktieren: gunnareriksohn@gmail.com oder 0177-6204474.

Auf der Next Economy Open am Donnerstag, den 2. Dezember gibt es eine erste Präsentation des Werkes: