Deutschland habe im digitalen Wettstreit die erste Runde verloren, aber es besteht Hoffnung für die zweite, schreiben die SZ-Redakteure Marc Beise und Ulrich Schäfer in ihrem neuen Buch „Deutschland digital – Unsere Antwort auf das Silicon Valley“:
„Wir werden das Silicon Valley nicht mehr bei uns nachbauen oder die amerikanischen Internetgiganten mit ihren eigenen Waffen schlagen können“, so die realistische Einschätzung der Autoren.
Aber wir könnten unseren eigenen Weg in die digitale Welt finden, meinen Beise und Schäfer und verweisen auf die „deutschen Tugenden“, die uns stark gemacht haben: Präzision und Perfektion, Verlässlichkeit und Genauigkeit verbunden mit der Fähigkeit, selbst die kompliziertesten Prozesse weiter zu optimieren und komplexe Produkte noch effizienter und besser zu machen. Dazu zähle noch etwas, was die US-Amerikaner nicht haben: „ein Internet-Mittelstand“. Hä? Wo ist der denn? Und auch die berühmte Ingenieurs-Brille, die im Maschinenbau sicherlich vonnöten ist, führt doch beim Thema Plattformen, Vernetzungsstrategien und Standards eher zu Lachnummern, die wir im gescheiterten Industrie 4.0-Konsortium bewundern konnten und die mittlerweile unter dem Dach von drei Bundesministerien eher in Ressortstreitigkeiten zerredet werden.
Das Gerede über Perfektion und Präzision erinnert ein wenig an den Bau der Maschine von Marly. Köstlich beschrieben von Thomas Brandstetter im Opus „Kräfte messen“, erschienen im Kadmos-Verlag.
Dieser Koloss an der Seine war das größte mechanische Bauwerk seiner Zeit, ein gigantischer Apparat, dessen einzige Aufgabe es war, Unmengen an Wasser für die spektakulären Springbrunnen, Kaskaden, Wasserspiele und inszenierten Feste im Schlosspark von Versailles zu transportieren.
Das Wasserhebewerk war ein Ergebnis der Prunksucht und Obsessionen des französischen Sonnenkönigs. Ludwig der Vierzehnte investierte für dieses Ideal der Vollkommenheit die Summe von 14 Millionen Livre (1 livre entspricht 5 bis 15 Euro). Es bestand aus 14 großen Wasserrädern, die 221 Pumpen betrieben. Mit dem Bau waren 1.800 Arbeiter und Techniker fünf Jahre lang beschäftigt. Sie verbrauchten das Holz etlicher Wälder, 17.500 Tonnen Eisen, 900 Tonnen Blei und 850 Tonnen Kupfer.
Entstanden ist aber keine quasi-göttliche Schöpfung der Technik, keine perfekte Maschine, kein Monument der Ingenieurskunst, sondern ein schwerfälliges Monster.
Das Maschinenwunder von Marly entpuppte sich als technologischer Dinosaurier mit einer abnorm niedrigen Leistung. So lag der Wirkungsgrad bei unter 7 Prozent und erzeugte eine Nutzleistung von spärlichen 80 Pferdestärken.
Anmaßende und selbstgefällige Konstrukteure versprachen dem Sonnenkönig das achte Weltwunder. In Wahrheit schufen sie ein zweckfremdes Ungetüm mit einer Vielzahl von komplizierten Bewegungen, die das erforderliche Zusammenspiel der Bauteile verhinderte.
Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts verabschiedete man sich von der Schwerfälligkeit dieses Denkmals der Prachtentfaltung und konzipierte ein dezentrales Versorgungssystem, getragen von Prinzipien der Beherrschbarkeit, Nützlichkeit, Effizienz und Einfachheit.
Vielleicht sollten die so genannten Hidden Champions ihre industrielle Einmaligkeit stärker hinterfragen und den Weg der Digitalisierung in einem kollaborativen Umfeld mit offenen Netzwerkstrukturen angehen. Ansonsten erleben die deutschen Ingenieure das gleiche Schicksal wie die Wundermaschine von Marly, die das Produkt eines selbstgefälligen Systems der Patronage und Machtinszenierung war. Sie wurde 1968 (!) abgerissen und ist nur noch eine Anekdote der Technik-Geschichte. Eigentlich schade. So ein Monument des Gigantismus hätte man als Mahnmal bewahren sollen.
Deutschland digital – Unsere Antwort auf das Silicon Valley?????
Ein Produkt ohne digitale Plattform ist völlig nutzlos, oder präziser formuliert:
„Ein Produkt, das über keine Plattform verfügt, wird immer ersetzt werden durch ein äquivalentes Produkt, das mit einer Plattform ausgestattet ist“, so das Credo eines Google-Mitarbeiters, der die Netzstrategien seines Unternehmens in einem langen Kommentar zerstückelte und in einem kleinen Zeitfenster öffentlich lesbar war.
Sie huldigen den üblichen Verdächtigen unter den Hidden Champions, singen das Lied von der verkannten Industrienation und beschäftigen sich nur wenig mit der Frage, wie die in ihrem Opus erwähnten Protagonisten persönlich in der Lage sind, das eigene digitale Hundefutter zu konsumieren. Etwa Till Reuter, der Chef des Robotik-Herstellers Kuka. Anstatt auf den Angriff von Google und Co. zu warten, will das Augsburger Unternehmen selber zum digitalen Angreifer werden und sein Geschäftsmodell radikal verändern. Wenn die Roboter über die Computerwolke miteinander kommunizieren, könne Kuka künftig nicht bloß einzelne Roboter liefern, sondern gleich komplette Fabriken steuern.
„Reuter will dazu eine flexible Lösung schaffen, eine Plattform, die für andere Anbieter offen ist, steuerbar auch über das Smartphone; mit Apps, die man nach Bedarf zusammenstellen kann“, schreiben Beise und Schäfer.
Reuter möchte die Prinzipien eines App-Stores auf den Maschinenbau übertragen und damit Geld verdienen. Bisher habe das Unternehmen seine schlauen Maschinen verkauft. Die Cloud ermögliche es nun, die Anzahl der Roboterbewegungen über das Internet exakt zu messen; es wird dadurch erstmals möglich, Roboter nach Leistung zu bezahlen. Man werde die Maschinen deshalb künftig wohl nur noch vermieten und bekomme dann für jedes gefertigte Werkstück einen bestimmten Beitrag. Kling zunächst sehr smart. Den Knackpunkt benennen die Buchautoren unfreiwillig mit einem Reuter-Zitat:
„Aber die Oberfläche wollen wir liefern, das look and feel soll Kuka sein.“
Die Marke, das Branding sei für die Augsburger entscheidend. Hat Reuter das Spiel der Vernetzung wirklich verstanden? Am Kuka-Wesen solle die Plattform-Welt genesen.
Mein digitaler Vorsprung, mein Stahlhandel
Und das ist kein Einzelfall im Opus der SZ-Autoren. So bringen sie Klöckner & Co.-Chef Gisbert Rühl ins Spiel, der zum Hoffnungsträger für den digitalen Wandel aufgehübscht wird. Er war einer der Ersten, die hierzulande nicht nur über Disruption sprachen, sondern diese Philosophie auch lebten. Er reiste ins Silicon Valley und bekam die Empfehlung, Wetterdaten bei der Nachfrage nach Stahl zu berücksichtigen. Logik und Planung könnte man auf die Weise optimieren. Fein. Also mietete sich Rühl für eine Woche im Betahaus in Berlin-Kreuzberg ein, um neue Ideen für die Digitalisierung seiner Traditionsfirma aufzusagen. Schon mal nicht schlecht. Und was springt dabei raus. Silo-Denken:
„Ob er eine Art Amazon für den Stahlhandel schaffen wolle, wird Rühl immer wieder gefragt. Ja warum nicht, antwortet er dann und fügt stolz hinzu, dass Klöckner & Co. bei der Digitalisierung weiter sei als alle Konkurrenten (jeder Bäckermeister lob seine Brötchen, gs); und zwar so weit, dass junge Programmierer den alten Stahlhändler mittlerweile als ziemlich hip empfinden: ein gewachsenes Traditionsunternehmen, das nun, der Plattform-Strategie von Airbnb oder Uber folgend, zur zentralen Plattform im modernen Stahlhandel aufsteigen will“, führen Beise und Schäfer aus.
Wir könnten jetzt die führenden Köpfe der Hidden Champions von Trumpf bis Viessmann durchnudeln und würden erkennen, dass niemand auch nur in eine Richtung denkt, wie der offenherzige Google-Manager. Schaut Euch den Habitus dieser Top-Manager im Netz an und beurteilt dann, ob sie in ihrem persönlichen Verhalten auch nur ansatzweise eine digitale DNA mitbringen, um die Erkenntnis des Google-Insiders zu leben:
„Ein Produkt, das über keine Plattform verfügt, wird immer ersetzt werden durch ein äquivalentes Produkt, das mit einer Plattform ausgestattet ist.“
Ist eine firmenunabhängige Plattform wie Alibaba für das industrielle Umfeld in Europa oder Deutschland in Sicht. Noch nicht einmal in Ansätzen. Die Mein-Label-Meine Marke-Mein digitaler Vorsprung-Fraktion der Industrie ist noch nicht einmal bereit, via Alibaba ins OEM-Geschäft einzusteigen.
„Original Equipment Manufacturer“ sind Unternehmen, die die Produkte des Herstellers in ihre eigenen Produkte einbauen; für den Endkunden ist nicht ohne weiteres erkennbar; welche Komponenten ein OEM in seinen Produkten verwendet. Mit deutschen Unternehmen sind solche Deals im Plattformgeschäft fast unmöglich, betont Nils Öldörp von der Agentur minted-sourcing. Made in Germany wird heilig gesprochen. Da wird man dann irgendwann in Schönheit sterben, wie im Industrie 4.0-Konsortium.
Am Freitag kündigte ich auf Facebook an, einen Fakten-Check für die reißerische Handelsblatt-Titelgeschichte „Die dunkle Seite des Silicon Valley“ vorzunehmen. Schließlich lockte doch das Wirtschaftsblatt mit einer Schlüsselloch-Perspektive des Redakteurs Torsten Riecke, der achte Jahre lang Büroleiter des Handelsblatt in New York war und nach eigenen Angaben den Untergang der New Economy miterlebt hat. Was für eine Expertise. Riecke hat einen Untergang miterlebt – ein echtes Alleinstellungsmerkmal.
Was der Schlüsselloch-Essay aufbietet, hat allerdings wenig mit Fakten oder gar originären Recherchen zu tun. Es ist schlichtweg ein Abklatsch der Schreckensvisionen von Dave Egger, Jaron Lanier und Co. Was Eggers in seinem Roman „The Circle“ geschrieben hat, mag ja in Ansätzen mit den Übertreibungen der kalifornischen Tech-Szene zu tun haben. Nur muss man immer noch zwischen anmaßenden Lippen-Bekenntnissen und der Realität unterscheiden. Dazu zähle ich auch die Macho-Sprüche des Venture-Kapitalisten Peter Thiel, der private Monopole geil findet und die Notwendigkeit staatlicher Regulierung in Abrede stellt. Für einen Wirtschaftsjournalisten wäre es durchaus eine lohnenswerte Aufgabe, die visionären Allmachtsfantasien der amerikanischen Tech-Gurus etwas genauer zu untersuchen und zu demontieren. Thiel mag ja viel von Unternehmensbeteiligungen verstehen, politisch ist er eher ein Würstchen. Wäre es nicht besser, seinen beschränkten Polit-Horizont öffentlich zu machen, statt seinen semantischen Muskelspielchen zu folgen. Das leistet der Handelsblatt-Redakteur noch nicht einmal in Ansätzen. Wir lesen das Altbekannte:
Die Daten von Kunden und Nutzern seien das Gold des 21. Jahrhunderts, Privatsphäre ist ein Relikt der Vergangenheit und die Technologiegiganten wie Google, Apple oder Facebook wollen die Welt erobern und sich alle Marktteilnehmer zu Untertanen machen. Google habe diesen Ganzheitsanspruch gerade mit seinem Konzernumbau unterstrichen.
„Unternehmerischer Erfolg ist den Morgen-Machern aus dem Tal der Zukunft nicht genug, sie wollen mehr, sie wollen die Welt verändern: unsterblich werden, zum Mars reisen, den Staat abschaffen. Kurzum: Sie wollen das Monopol auf die Zukunft. Ihr Zauberwort dafür heißt „smart“: smart home, smart car, smart city, smart world – vor allem aber smart technologies“, schreibt Riecke.
Was für eine Enthüllung. Mit dem Überbau “Alphabet” will man sicherlich den Glauben an das große Wachstum stärken und in wilde Projekte investieren. Es sind allerdings Laborexperimente, mit denen Google-Alphabet bislang kaum keinen Cent verdient. Das Brot- und-Butter-Geschäft ist mit über 90 Prozent Umsatzanteil immer noch die Werbung via Adwords und Adsense. Und was ist an einer Geisteshaltung so schlecht, wenn die Gründer und Macher in Mountain-View an ihre Projekte glauben, statt Gründe zu suchen, warum etwas nicht gehen kann. Was dann wirklich rausspringt, steht auf einem anderen Blatt. Genau das hätte der Handelsblatt-Essayist aber beleuchten müssen.
Gleiches gilt für die Prognosen von Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee, die in ihrem Opus „The Second Machine Age“ abgegeben und von Riecke ausgiebig zitiert werden. Das Zukunftsszenario dieser Experten sei keineswegs beruhigen. So werde die digitale Revolution die Arbeitswelt genauso radikal verändern wie die industrielle Revolution vor 200 Jahren. Der technologische Fortschritt sei nach Jahren gradueller Verbesserungen an einem Punkt angelangt, von dem ab die technischen Möglichkeiten quasi explodieren würden.
„Für viele Berufe und Menschen werde es künftig keinen Platz mehr geben. Nicht nur Fließbandarbeiter würden von Robotern ersetzt. Die beiden Oxford-Wissenschaftler Carl Frey und Michael Osborne schätzen, dass Roboter die Arbeit von fast der Hälfte aller Beschäftigten in den USA übernehmen könnten. Auch Kopfarbeiter wie Juristen, Ärzte und Banker seien von intelligenten Maschinen bedroht. Zwar würden neue Berufe entstehen und die alten Jobs ersetzen“, erläutert Riecke und erwähnt die Frage von Brynjolsson: „Was jedoch, wenn dieser Prozess ein Jahrzehnt dauert?“
Hinterher geschoben wird die Warnung von Aleksandar Kocic, Managing Director Research bei der Deutschen Bank in New York:
„Zum ersten Mal seit der industriellen Revolution zerstört neue Technologie mehr Arbeitsplätze, als sie neue mobilisieren kann.“
Das ist schlichtweg eine Behauptung. Wenn Wirtschaftsforscher selbst bei ihren Vorhersagen für das jährliche Wachstum versagen, wie kann es dann belastbare Rechenmodelle für die Arbeitsplatz-Entwicklung geben. Kann es nicht auch völlig anders kommen? Kann nicht auch das Szenario des Brightone-Analysten Stefan Holtel Wirklichkeit werden? Maschinen seien vor allem kognitive Höchstleister, wenn es um Erinnerung, Analyse, Erkennung, Kombinatorik und Schlussfolgerung geht. Wenn es um Empathie geht, sei der Mensch der Maschine klar überlegen. Ich würde noch Intuition, Erfahrungen und Spontanität hinzufügen.
„Schweißt man beides zusammen, profitiert vor allem der Mensch. Die kluge Kombination von Mensch und Maschine ist dem Fachexperten, der nicht auf intelligente Hilfsmittel zurückgreifen kann, statistisch immer überlegen“, erläutert Holtel.
Daraus lässt sich noch kein dramatischer Verlust an Arbeitsplätzen ableiten. Verlieren werden jene, die weiterhin dümmliche Dienste anbieten und auf Maschinen-Intelligenz verzichten. Und es gibt sogar Studien, die von einem Arbeitsplatz-Wachstum ausgehen. Im Handelsblatt hätte man zumindest die gegenteiligen Expertisen erwähnen können. Der Autor suchte aber wohl eher nach einer Bestätigung seiner New Economy-Albträume. In der Untergangsgeschichte dürfen natürlich auch nicht die Verlustängste fehlen, die man mit der „Sharing Economy“ in Verbindung setzt.
So habe jeder Angst, bei Uber zu arbeiten. Diese Plattformen machen aus festangestellten Beschäftigen „Freiberufler“, „wobei ‚frei‘ vor allem meint, dass die Internetfirmen frei von jeglichen sozialen Verpflichtungen gegenüber ihren Mitarbeitern sind: keine Altersversorgung, keine Krankenversicherung, keine Weiterbildung. Der ‚Plattformkapitalismus‘ verspricht uns ein freieres, flexibleres, selbstbestimmtes Leben und Arbeiten, vergisst aber, den Preis dafür zu nennen“, meint der Handelsblatt-Redakteur.
Verschwiegen werden dabei die Gründe für den Erfolg von digitalen Anwendungen, die nur möglich sind, weil die bestehenden Dienste mangelhaft sind. Wer beispielsweise Uber kritisiert, sollte über die negativen Auswüchse der Taxi-Gebietsmonopolisten in Deutschland nicht schweigen. So resultieren die Gewinne der Taxiunternehmen vor allem aus der relativ geringen Bezahlung der Taxifahrer.
„Taxifahren ist ein typischer Job für Studienabbrecher, Migranten und andere Quereinsteiger, da der Beruf keine Ausbildung und kaum Startkapital erfordert. Die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt ist daher intensiv und die Entlohnung gering, ganz unabhängig von der Digitalisierung“, schreibt der Wettbewerbsökonom und frühere Vorsitzende der Monopolkommission Justus Haucap.
Uber ist eine Antwort auf die monopolistisch organisierten Taxizentralen, die zudem mit der Digitalisierung auf dem Kriegsfuß stehen.
Die konkurrierenden Plattformen ermöglichen es den Fahrgästen nicht nur, direkt das nächste verfügbare Taxi mit der jeweiligen App zu bestellen.
„Sie ermöglichen es den Kunden auch, die Fahrer zu bewerten. Dasselbe gilt umgekehrt für die Fahrgäste, die etwa bei Uber von den Fahrern bewertet werden. Die Registrierung von Fahrern und Fahrgästen erhöht für beide die Sicherheit“, so Haucap.
Statt über digitale Plattformen zu hadern, sollten die Empfehlungen der Monopolkommission für mehr Wettbewerb bei der Personenbeförderung umgesetzt werden.
„Eine Liberalisierung des Taximarktes bedeutet nicht, dass nicht ein Mindestmaß an Regulierung sinnvoll sein kann: Zu denken ist an Anforderungen sowohl an die eingesetzten Pkw als auch an die Fahrer, etwa hinsichtlich des gesundheitlichen Zustands, Vorstrafen und Punkten in der Verkehrssünderdatei. Auch über Versicherungspflichten sollte nachgedacht werden, sobald ein gewisses Ausmaß an Personenbeförderungen erreicht wird. Ein pauschales Verbot jedoch, das letztlich vor allem den Verbrauchern schadet und den Taxifahrern selbst kaum hilft, wohl aber den etablierten Taxiunternehmen, ist die denkbar schlechteste Antwort auf die Digitalisierung. Auch hier droht Deutschland den Anschluss zu verlieren“, resümiert Haucap.
Diese Seite der Medaille ignoriert der Handelsblatt-Redakteur. Wer nur die Schattenseiten sieht, darf sich nicht wundern, wenn Deutschland als netzökonomisches Gründerland schwach abschneidet.
„Nur rund acht Prozent unserer Unternehmensgründungen beschäftigen sich mit Technologien. Wir sind eher ein Gründerland für Tätowierstuben“, moniert Thomas Sattelberger, Ex-Personalvorstand der Telekom, im ichsagmal.com-Gespräch.
Innovationen können so nicht entstehen. Sie entstehen erst einmal unkeusch.
„Ich muss ein gewisses Maß an Schamlosigkeit bei Technologieprojekten akzeptieren, bevor es zur Regulierung kommt. Ich muss erst einmal Innovationen gedeihen lassen. Man kann Anbieter wie Uber kaputtregulieren. Dann fehlen uns aber die Regelbrecher, die Neues hervorbringen“, sagt Sattelberger.
Also erst einmal Freiräume schaffen und technologische Spontan-Vegetation tolerieren.
„Die Normierung kommt in unserem Land allemal“, bemerkt Sattelberger.
Gleiches gilt für den Datenschutz. Hier bringt der Handelsblatt-Mann Jaron Lanier in Stellung. „Der als Technikfeind unverdächtige amerikanische IT-Spezialist“ würde seit Jahren vor der Datensammelwut von Firmen wie Google, Amazon und Facebook warnen, die er als Teil einer Überwachungsindustrie brandmarkt.
Über Lanier, der angeblich nicht verdächtig als Technikfeind sei, werde ich mich nicht weiter auslassen. Er ist als Unternehmer gescheitert und sucht nun sein Heil als Keynote-Speaker für digitalen Kulturpessimismus. Kann er machen, ein glaubwürdiger Experte für die digitale Ökonomie ist er damit noch lange nicht. Siehe auch meinen Blogpost „Lanier und der digitale Angstschweiß“.
Und was die Datensammelwut anbelangt, empfehle ich dem Handelsblatt-Schreiber die Ausführungen des Publizisten Gunter Dueck: Er wird auch ständig mit Aussagen konfrontiert wie „Facebook und Google betreiben einen Ausverkauf unserer Daten“. Das tun sie nun gerade nicht. Was Google bei der personalisierten Werbung praktiziert, ist nichts anderes als ein Service. Der Konzern gibt seine Daten nicht weiter. Wo liegt nun eigentlich die Gefahr? Dueck fordert in solchen Debatten mehr Fachwissen. Wenn man Google oder Facebook Fehler oder gar Verbrechen beim Umgang mit Daten nachweisen würde, käme es direkt zum Zusammenbruch ihrer Aktienkurse. Das können Zuckerberg und Co. nicht riskieren.
Wer dann noch den Staat ins Spiel bringt, um die Datensammlung dieser Konzerne einzuschränken, macht sich vollends lächerlich.
„Der Staat selber ist der große Sünder, weil er keinen Aktienwert am Markt hat. Die machen in den Geheimdiensten, was sie wollen“, betont Dueck.
Und wenn der Staat mit seinen Geheimdiensten so operiert, kann er wohl nicht sehr glaubwürdig die Oberaufsicht über Google und Facebook übernehmen. Viele dieser Datensünden müssen wir also eher beim Staat verorten.
„Überraschenderweise gibt es dagegen keine Montagsdemonstrationen“, beklagt der ehemalige IMB-Cheftechnologe.
Auch diese Seite der Medaille ignoriert der Handelsblatt-Essayist. Vielleicht sollte Thorsten Riecke erst einmal seine New Economy-Albträume therapieren und dann ein wenig mehr unter die Motorhaube des Silicon Valley schauen. Er könnte endlich Fakten und weniger Secondhand-Meinungen von Angstpropheten präsentieren, die mit ihren Verschwörungstheorien als Redner eine Menage Geld scheffeln.
„Die Digitalisierung revolutioniert Wirtschaft und Gesellschaft in einem disruptiven Prozess, diese historische Transformationsphase schreibt die Wirtschaftsgeschichte industrialisierter Volkswirtschaften neu. Ob Deutschland Innovationsland bleibt oder Stagnationsland wird, hängt davon ab, ob wir unsere Innovationsführerschaft im digitalen Zeitalter behaupten. Das gelingt, wenn wir die Stärken der sozialen Marktwirtschaft einsetzen und drei Aufgaben angehen: schnelle Netze, Wettbewerb und Vernetzung.“
Wer so etwas liest, braucht kein Valium gegen Schlafstörungen. Storymaker, die uns die Bits und Bytes nicht mit dem Charme von Rechenschiebern vermitteln, findet man kaum in Deutschland. Es sind die seltenen Gastauftritte von den Tech-Bombenlegern aus dem Silicon Valley, die uns den Erzählstoff für die Next Economy bieten.
Periscope-Mitgründer Kayvon Beykpour im Interview mit Richard Gutjahr
Dazu zählt der Periscope-Mitgründer Kayvon Beykpour, dem in Hamburg die mediale Schickeria zu Füßen lag. TV-Journalist und Blogger Richard Gutjahr überlegte gar einen Moment im Livestreaming-Interview mit Beykpour, ob er nicht auf die Seite des Startup-Unternehmens wechseln sollte, da selbst im Journalismus die Impulse nicht mehr von Häusern wie Springer oder Burda kommen, sondern von den Programmierern in Kalifornien.
Wir brauchen mehr Growth Hacker. Darüber spreche ich am Donnerstag, um 12 Uhr mit dem Marketing-Experten Michael Zachrau. Hashtag für Zwischenrufe während der Liveübertragung #NEO15
Wenn ich mir die Umbauten in der Berliner Zeughofstraße anschaue, finde ich es einfach phantastisch, dass es immer noch Firmen gibt, die von den technologischen Weichenstellungen eines preußischen Beamten profitieren. Es geht um einen Technik-Pionier, der Berlin zum Silicon Valley der Telefonie machte.
Impulsgeber für die Entfaltung einer einzigartigen Startup-Szene war Heinrich von Stephan. Er wurde 1870 von Bismarck zum Generalpostmeister der Norddeutschen Bundespostverwaltung und nach der Reichsgründung zum Reichspostmeister ernannt. Er erfand die Postkarte, gründete die Reichsdruckerei, das Postmuseum (heute: Museum für Kommunikation) sowie den Allgemeinen Postverein (1878 Weltpostverein) und forcierte erst in Deutschland, dann in der ganzen Welt den Aufbau der modernen Telegraphie. Stephan erkannte als einer der Ersten die politische und wirtschaftliche Relevanz des Telefons als Medium der Echtzeit-Kommunikation. Im Oktober 1877 liest Stephan in der Wochenzeitschrift „Scientific American“ einen Bericht über „Bell’s New Telephone“.
Erst jetzt erkannte die Fachwelt die Tragweite der Telefonie. Eigentlich gebührt Johann Philipp Reis der Ehrentitel des Erfinders. Denn er stellte das erste Gerät zur Übertragung von Tönen durch elektromagnetische Wellen schon 1861 vor. Richtige Gespräche konnten mit dem Apparat allerdings nicht geführt werden. Der Reichspostmeister war jedenfalls von dem wissenschaftlichen Bericht so fasziniert, dass er einen Satz Telefongeräte anforderte, die im Generalpostamt mit Erfolg ausprobiert wurden.
Das Reichspostamt bat am 1. Juli 1880 die Ältesten der Berliner Kaufmannschaft Berlin zwei Mitglieder zu benennen, die als Agenten Fernsprechteilnehmer werben sollten.
„Der Ingenieur Emil Rathenau war einer der beiden Ausgewählten – der Name des zweiten Agenten ist unbekannt – und bis Ende des Jahres mäßig erfolgreich. Acht Namen enthielt die erste Liste der Fernsprechteilnehmer der am 12. Januar 1881 versuchsweise in Betrieb genommenen Vermittlungsanstalt“, so Komander.
Technik-Visionär Heinrich von Stephan
Nur „mit sanfter Gewalt“ konnte Stephan auch Bankiers und Unternehmer zur Teilnahme am Fernsprechverkehr bewegen.
„Unter Kopfschütteln und mehr aus Gefälligkeit als aus Überzeugung von den zu erwartenden Vorteilen“, so schreibt Oskar Grosse 1917 in seinem Buch „40 Jahre Fernsprecher. Stephan – Siemens – Rathenau“, willigten die Häupter führender Bankhäuser und Firmen ein.
Das erste Telefonverzeichnis ist in der Öffentlichkeit noch als „Buch der Narren“ verspottet worden. Sieben Jahre später gab es in Berlin mehr Telefonanschlüsse als in jeder Stadt in den Vereinigten Staaten von Amerika. Ein Siegeszug ohnegleichen. In diesem Sog entfalteten sich Unternehmen wie die „Telegraphenbauanstalt R. Stock“, die 1887 gegründet wurde.
Schon 1894 kaufte der Firmeninhaber Robert Stock Grundstücke in der Zeughofstraße und errichtete ein großes Fabrikgebäude, das ein Jahr später bezugsfertig war. Heute die Zentrale von Mitel Deutschland. 1896 stellte Stock in Treptow das erste Telephon-Verbindungsamt vor und expandierte europaweit bei der Errichtung von Fernsprechämtern. Die Aufgaben waren für Robert Stock vor 125 Jahren nicht einfacher als für die Gründer von Web-Unternehmen.
Fachkollegen verspotteten ihn und rümpften über seinen „Stanz- und Blechkram“ die Nase. Schon bald musste die Maschinenindustrie allerdings einsehen, dass bei großen Fernsprechämtern, in denen sich eine ungezählte Menge gleichartiger kleiner Stücke zusammenfand, mit den früheren Mechaniker-Methoden nichts mehr auszurichten war. Jetzt sind es Cloud Computing, Software, Applikationen, Plattformen, modulare Systeme und Smartphones, die in der Kommunikationstechnologie dominieren und den Markt verändern. Am Gründergeist von Persönlichkeiten wie Heinrich von Stephan könnten sich einige Spitzenpolitiker eine Scheibe abschneiden. Sie sollten ihm jedes Jahr einen Ehrenkranz aufs Grab legen in Berlin-Kreuzberg. Stichwort: Digitale Agenda – vielleicht springt dann der Funke irgendeiner Erkenntnis über.
„Umfasst der Algorithmus von Google angeblich mehr als 200 Bewertungskriterien, war es den Mitgliedern der Northwestern Network Group mit Hilfe von nur 17 Rankingfaktoren möglich, in immerhin 80 Prozent der trainierten Fälle 8 der in den Top 10 von Google gelisteten Webseiten ebenfalls auszugeben. Auffällig ist, dass fast alle der 17 Faktoren lediglich das Vorkommen des Suchwortes (Title, H1 usw.) untersuchen bzw. dass es mit derart einfachen Kriterien überhaupt möglich war, den Algorithmus von Google so genau nachzubilden. Dass wahrscheinlich genau die bei Anwendung lediglich einer Handvoll Rankingfaktoren fehlenden 20 Prozent der Übereinstimmung mit den Ergebnissen von Google deren letztendliche Qualität ausmachen, außen vor gelassen, funktioniert Google wahrscheinlich einfacher als so mancher denkt. Der Google-Algoritmus mag zwar insgesamt 200 Faktoren beinhalten, bei 90 Prozent der Suchanfragen aber womöglich kommt es nur auf einige wenige davon an…“. Vielleicht ist das Geheimnis von Google doch mehr Marketing und weniger technologische Innovation.
Es muss nicht immer Kalifornien sein: Die aktuellen Nominierungen des weltgrößten Tech-Blogs TechCrunch für die Startup Awards 2010 mit dem Namen „The Europas“ zeigen, dass viele innovative Geschäftsideen aus Europa die Welt erobern und verändern. Die Zahl der erfolgreichen Neugründungen von Internet- und Technologie-Startups steigen auch in Europa kontinuierlich an.
Orientiert man sich an den Nominierungen von TechCrunch, so bringt London die meisten digitalen Startups hervor. Aus keiner anderen europäischen Metropole kommen so viele nominierte Jungunternehmer. Doch auch die deutschen Hauptstädter sind gut vertreten: In Berlin haben sich in den vergangenen Jahren viele Internet-Unternehmen angesiedelt, die bereits beachtliche Erfolge vorweisen können.
Die Berliner Lernplattform sofatutor.com wurde als „Best Learning Startup 2010“ nominiert.
Ebenfalls seit 2009 auf dem Markt, hat sich plista als Audience Werbenetzwerk von über 400 Publishern und 50 Verlagshäusern bereits fest etabliert. Bei TechCrunch ist plista in gleich zwei Kategorien nominiert: Als „Best Web Service“ sowie im Bereich „Best Advertising and Marketing“.
Am 19. November 2010 werden in London die Gewinner der TechCrunch Europe Awards bekannt gegeben, bis dahin kann noch für alle Nominierten auf TechCrunch abgestimmt werden.
Vom 17. bis 19. Februar 2009 ist das Estrel Convention Center in Berlin-Neukölln wieder Treffpunkt der europäischen Call Center-Branche. In sieben Messehallen und auf über 8.000 qm präsentieren sich Anbieter für Telefonmarketing, Call Center-Ausrüstung, Beratung, Qualitätsmanagement, Telekommunikation, Internet, CRM-Lösungen und Personalmanagement. Trotz der wirtschaftlich angespannten Situation erwartet der Messeveranstalter Management Circle einen erneuten Ausstellerrekord. Im vergangenen Jahr waren 230 Aussteller vertreten, 2009 werden rund 260 Unternehmen ihre Produkte, Dienste und Zubehör vorstellen. Nach der neuen Trendstudie der Softwarefirma Aspect, die von der Unternehmensberatung Strateco durchgeführt wurde, zählt Unified Communications zu den Kernthemen der Call Center-Branche. Der Trend weg von Einzellösungen hin zu integrierten Gesamtlösungen, der sich bereits in den Vorjahren abzeichnete, habe deutlich an Gewicht gewonnen. Fast 55 Prozent der befragten Unternehmen gaben zu Protokoll, bereits eine Lösung im Einsatz zu haben, bei der typische Call Center-Funktionen wie ACD, IVR und Dialer zu einer Lösung integriert sind; weitere fünf Prozent planen die Integration ihrer bestehenden Einzelkomponenten.
„Entsprechend wird Unified Communications (UC), allgemein definiert als die Integration aller wesentlichen Kommunikationsmedien in einer einheitlichen Anwendungsumgebung, als potenzieller Metatrend in der Kommunikation bestätigt: Über 50 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass UC ‚ganz sicher‘ die Kundenzufriedenheit erhöhen wird und rund 75 Prozent sehen darin ganz oder zumindest teilweise einen wichtigen Wettbewerbsvorteil für die Zukunft. Die Studie bestätigt somit, dass der Einführung von Unified Communications in Zukunft eine Schlüsselrolle für den Unternehmenserfolg beigemessen wird“, so die Aspect-Studie.
Die Verknüpfung der unterschiedlichen Kontaktkanäle zum Kunden auf einer elektronischen Plattform ist nach Auffassung von Peter Nowack, Geschäftsführer des Dortmunder Softwarehauses VoicInt, heutzutage unabdingbar. „Nur so können Missverständnisse und Dopplungen im Kundenservice verhindert und ärgerliche Medienbrüche vermieden werden. Etwa im Bankgeschäft: Überweisungen tätigen immer mehr Menschen online, bei Fragen nach Gebühren und Zinssätzen schicken die Kunden eine E-Mail, bei weiterem Informationsbedarf rufen sie an. Die Anforderungen an die Bank reichen von der einfachen Auskunft bis zur qualifizierten Beratung im persönlichen Gespräch. Alles das muss ein so genanntes Customer Interaction Portal heute bewerkstelligen“, erläutert Nowack.
Im Dezember 2008 konnte VoicInt ihr 100prozentiges Tochterunternehmen SDE Software Development Engineering an Genesys verkaufen, eine Tochtergesellschaft der US-französischen Unternehmensgruppe Alcatel-Lucent. SDE wurde als Spin-off ausgegründet, um das Genesys Customer Interaction Portal (GCIP) zu entwickeln, das mit dem Verkauf auch an Genesys übergeht. Hinzu kommen die damit in Verbindung stehenden Schutz- und Urheberrechte sowie die komplette Entwicklungsgruppe der SDE, die weiter in Dortmund für die weltweiten Kunden von Genesys arbeiten wird.
Mit der GCIP-Technologie sei es möglich, diese Leistungsmerkmale über das Web anzubieten, als „Hosting-Lösung“: „Die Tatsache, dass die technische Planungsgruppe der SDE ab jetzt für Genesys tätig sein wird, ist für unser Dortmunder Unternehmen der Ritterschlag und ein Beleg, dass exzellente Software nicht nur aus Silicon Valley kommt“, sagt Novack. Sein Unternehmen könne sich nun auf die Weiterentwicklung der eigenen GAdvance Produktlinie fokussieren, die auf der Call Center World vorgestellt wird. Angesichts der immer härter werdenden Leistungsbemessungskriterien, seien Kennzahlen und deren Kontrolle ein Muss im Call Center Betrieb. VoicInts Web Enterprise Monitoring ermögliche Managern, Team-Leadern und Supervisoren die Darstellung und Überprüfung von Kennzahlen in Echtzeit. So könne je nach Wert korrigierend in das Tagesgeschäft eingegriffen werden, um wichtige Kennzahlen zu erfüllen und Kunden zufrieden zu stellen.
„GAdvance Agent-Dektop bietet nach Firmenangaben alle erforderlichen Funktionen wie Konferenzschaltung, Weiterleitung, Email. Das System trägt zur besseren Vorbereitung von Kundengesprächen bei und verschafft den Mitarbeitern im Call Center einen Informationsvorsprung beispielsweise über den Grund des Anrufs, den Anrufe, über den voran gegangenen Brief- oder Faxverkehr, über bisherige Gespräche mit dem Kunden oder Produktinteressen“, sagt Nowack.
Die Anwendung GAdvance Control Center funktioniere wie ein Cockpit, um Daten effizient managen zu können. „Man kann imHandumdrehen Schablonen zur effizienten Konfiguration von Gruppen- und Agententätigkeiten erstellen, auch zeitgesteuert und im Voraus für bestimmte Stunden oder Tage: Das vereinfacht die tägliche Routine enorm, da sich Konfigurationswechsel, beispielsweise für die Wochenenden, an denen weniger Agenten verfügbar sind, komplett automatisieren lassen“, so Nowack. Nuance geht davon aus, dass bis 2010 rund siebzig Prozent der Anrufe bei Call Centern über Mobiltelefone erfolgen. „Schon bald wird es möglich sein, dass der Verbraucher einfach die Nummer eines Kundendienstes wählt, dieser Anruf von Nuance Mobile Care angenommen und dem Anrufer im Display seines Handys eine Self-Service-Option angezeigt wird“, teilt Nuance mit. Der Verbraucher könne dann mit einem intuitiven Display-Interface Probleme selbst lösen, wie die Diagnose und Behebung von Konfigurationsfehlern. Möglich seien auch Konto- oder Rechnungsanfragen über das Handy.