Die Einsatzmöglichkeiten von ChatGPT sind vielfältig und können Geschäftsmodelle grundlegend verändern. Es ist jedoch klar, dass Unternehmen eine angemessene Strategie für Ideenfindung, Prototyping, Testing und Umsetzung benötigen, um KI-Tools wie ChatGPT erfolgreich einzusetzen.
Oliver Gürtler, Leiter des Mittelstandsgeschäfts bei Microsoft, betont die Potenziale von ChatGPT für den Mittelstand: „Der Mittelstand kann sehr schnell punkten.“ Ein Beispiel: Ein schwäbischer Maschinenbauer, der weltweit seine Produkte liefert, hat auf jedem Teil eine spezifische Telefonnummer. Wenn ein Kunde anruft, landet er in Teams, wo ChatGPT als virtueller Agent mit den produktspezifischen Daten trainiert ist und einen Teil der Kundenfragen beantworten kann. Was ChatGPT nicht beantworten kann, wird an den Dispatcher weitergeleitet. Dieser weiß genau, was bereits geklärt wurde und kann entsprechend reagieren, beispielsweise indem er eine VR-Brille mit Reparaturinstruktionen verschickt, sodass kein Servicetechniker mehr vor Ort sein muss.
ChatGPT als Game Changer: Autonome KI-Agenten, die Benutzereingaben aufnehmen und in kleinere Aufgaben unterteilen können, eröffnen völlig neue Möglichkeiten. Sie können komplexe Aufgaben bewältigen und auf verschiedene Grundmodelle zugreifen, die nicht nur auf Sprache beschränkt sind. Dadurch eröffnen sich neue Dimensionen und die Fähigkeit, komplizierte Fragen zu lösen, die bisher nur begrenzt möglich waren. Tatsächlich könnten KI-Agenten wie ChatGPT das Spiel radikal verändern, und es ist höchste Zeit, dass wir uns ernsthaft mit dem Zusammenspiel von Mensch und KI auseinandersetzen. Dabei geht es nicht nur um die technologische Umsetzung, sondern auch um die Gestaltung neuer Geschäftsmodelle und Arbeitsprozesse. Unternehmen, die sich bereits jetzt aktiv mit diesen Fragen auseinandersetzen, können sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil sichern.
“Münchens Ausstiegsbeschluss ist nicht das letzte Wort in Sachen Open Source in deutschen Städten und Gemeinden”, berichtet heise.de. Der Verwaltungsvorstand der Stadt Dortmund habe beschlossen, die Potenziale von Freier Software und Offenen Standards für die städtische Informations- und Telekommunikationstechnik “systematisch” zu untersuchen. 385 weitere Wörter
In ihrem Misstrauen gegenüber dem digitalen Wandel bilden Politiker, Manager und Gewerkschafter derzeitig eine Große Koalition im XXL-Format. Wer überall nur Gefahren verortet, erstickt in einem Angstregime von Kontrolle und Bewegungslosigkeit.
Zu bewundern bei der Ankündigung von Microsoft, sich in Deutschland vom Anwesenheitswahn in Bürosilos zu verabschieden. Sofort warnten Bedenkenträger vor der Gefahr einer Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit, statt auch nur ansatzweise über die Chancen flexibler Arbeitsorganisation nachzudenken. Das liegt wohl nicht nur an einer etwas naiven Idealisierung der klassischen Büroarbeit, die von Überstunden, Stress im Berufsverkehr, Flurfunk-Tratsch, Mobbing und dem Fluch der ständigen E-Mail-Erreichbarkeit geprägt ist.
In einer vernetzten Ökonomie gehe das Planungsgedöns der Manager ins Leere.
Es gehe nicht darum, dezentrales Arbeiten zu verordnen, sondern den Wunsch des Mitarbeiters stärker in den Mittelpunkt des Personalmanagements zu stellen. Die Souveränität über die Arbeitszeit werde beim Abschied von Anwesenheitspflichten nicht geschwächt, sondern fundamental gestärkt. Entscheidend sei nicht mehr das tägliche Absitzen von Bürostunden, sondern das erzielte Arbeitsergebnis.
Die Langsamkeit der Planungsbürokraten
„Wir sind mit unserem Modell ohne Einsatzplanung und Präsenzpflichten in der Lage, 90 Prozent der aller Kundenanfragen zu bearbeiten“, sagt Dehler.
Planungsbürokraten sind zu dieser schnellen Reaktionsfähigkeit nicht in der Lage. Und wenn sich Gewerkschafter zum Thema Ausbeutung äußern, sollten sie den Arbeitsweg nicht ausklammern, denn der wird vom Arbeitnehmer bezahlt und wirkt wie eine Subvention zugunsten des Arbeitgebers.
Soziales und kollaboratives Arbeiten sei mit digitalen Technologien wie Videostreaming-Dienste im Social Hub sehr gut und sogar besser zu realisieren als in irgendwelchen aseptischen Glaspalästen in den einschlägig bekannten Gewerbegebieten.
Excel-Manager schauen in den Rückspiegel
Statt auf die Potenziale ihrer Mitarbeiter zu setzen, verstecken sich die liebwertesten Gichtlinge des Top-Managements hinter Berichtsorgien und Kennzahlen-Management. „Sie beschäftigen sich mehr mit der Administration und dem Befüllen von Excel-Tabellen und vernachlässigen dabei die neuen Themen ihres Marktes“, bemerkt Dehler in der Streamcamp-Paneldiskussion. Echtzeit-Management sieht anders aus. Die Excel-Tabelle von heute bildet das Geschehen von gestern ab. Auf der Strecke bleibt die Gegenwart.
In einer Excel-Ökonomie aus Ängsten, Planungsillusionen und sinnlosen Kontrollschleifen gedeiht weder Vertrauen noch wirtschaftliche Prosperität.
Multikopter sind nicht bedrohlich
Ähnlich angstbesessen verläuft die Diskussion über den Einsatz von Drohnen, die in der Regel aber nur harmlose Multikopter sind, wie Bloggercamp.tv-Kollege Frank Michna auf dem Streamcamp demonstrierte. In der Presse werde ja inflationär vor der Gefahr des Absturzes von Drohnen gewarnt.
„Da fällt nichts vom Himmel. Verliert das Fluggerät die GPS-Verbindung oder geht die Akkuleistung runter, kehrt der Multikopter automatisch zum Startpunkt zurück und landet. Die Systeme kalibrieren sich ständig.“
Genauso unsinnig seien die Hiobsbotschaften der Polizeigewerkschaft, die in den Mini-Drohnen eine neue Terrorgefahr sieht. Und welche Gefahren entstehen eigentlich, wenn man Veranstaltungen via Multikopter live ins Netz überträgt? Das Streamcamp hat das natürlich vorgeführt und damit neue Perspektiven nicht nur für Outdoor-Sportarten eröffnet.
Im nächsten Jahr sehen wir uns am 21. und 22. November 2015 beim Streamcamp15 in Paderborn wieder, was wir morgen bei Bloggercamp.tv näher erläutern. Wie immer um 20:15 Uhr direkt nach der Tagesschau:
Ich finde es sehr beachtlich und löblich, dass sich ein großer Konzern wie Microsoft in Deutschland vom Anwesenheitswahn löst.
„Anwesenheit sagt nichts über die Qualität der Leistung von Mitarbeitern aus, sondern liefert häufig sogar ein falsches Bild“, sagt Microsoft-Personalchefin Elke Frank nach einem Bericht der FAZ. Viele Mitarbeiter hätten den Wunsch, von zu Hause, im Café oder unterwegs zu arbeiten. Entscheidend für Microsoft sei nur das Ergebnis.
„Gerade das konzentrierte Arbeiten an einem Projekt ist nach Ansicht der Personalchefin in offenen Büros nicht immer einfach“, schreibt die FAZ.
Wer in Ruhe arbeiten wolle, arbeitet von zu Hause. In der neuen Firmenzentrale in der bayerischen Landeshauptstadt würde es zwar noch Büro-Arbeitsplätze geben, aber nicht für jeden. Die Erfahrung habe gezeigt, dass ohnehin nie alle Mitarbeiter gleichzeitig kommen – so dass der Platz normalerweise reicht.
Revierstress im Büro
Warum die Gewerkschaften prompt vor der Gefahr einer Rund-um-die-Verfügbarkeit warnen, liegt wohl eher an einer etwas naiven Idealisierung der klassischen Büroarbeit, die von Überstunden, Stress im Berufsverkehr und vom Fluch der ständigen E-Mail-Erreichbarkeit geprägt ist. Die Wissenschaftlerin Sabria David vom Bonner Slow Media-Institut spricht sogar vom Revierstress und der Revierverteidigung. Das spiele sich vor allem in Unternehmen ab, die noch eine ausgeprägte Präsenzkultur von ihren Mitarbeitern verlangen.
Arbeitnehmer sind konditioniert, ihr Interaktionsfeld zu bewachen, die Kollegen im Auge zu behalten, die Nähe zu Vorgesetzten zu suchen und möglichst spät das Büro zu verlassen. Anwesenheit werde gleichgesetzt mit Engagement und Einsatzbereitschaft. Überträgt man eine solche Präsenzkultur in das digitale Zeitalter, steigt nach Erkenntnissen von David der Druck exponentiell.
„Während bisher selbst nach langen Überstunden irgendwann einmal das Revier bestellt war, hat sich das berufliche Revier nun mittels digitaler Möglichkeiten in ungeahntem Maße ausgedehnt: zeitlich auf 24 Stunden an sieben Tage der Woche. Diese Kombination aus Präsenzkultur und digitaler Verfügbarkeit ist eine für Arbeitnehmer höchst riskante und belastende Konstellation“, erläutert David.
Es fehlen im Büroalltag die natürlichen Rückzugsräume und Filter, um Beruf und Privatleben voneinander zu trennen. Sich entziehen zu können und verpassen zu lernen sind nach Ansicht von David die zentralen Lektionen, die es im Umgang mit digitalen Medien zu erlernen gilt.
Die Gewerkschaften sollten sich auch noch einmal die Umfragen des Berliner Dienstleisters Value5 etwas genauer anschauen. Hier werden von Mitarbeitern Gründe genannt, die für eine dezentrale und flexible Arbeit sprechen: Es sei die beste Form, um Familie und Arbeit in Balance zu halten:
„Genau so wollte ich immer arbeiten. Kein Stress und keine Krankheitsausfälle.“
Ein anderer Mitarbeiter gibt zu Protokoll, dass die Homeoffice-Tätigkeit nach einem schweren Verkehrsunfall die erste Möglichkeit war, über eine Initiativbewerbung wieder arbeiten zu können: „Und mir geht es sehr gut dabei.“ Weitere Stimmen: Zu Hause sei der beste Platz zum Arbeiten ohne Mobilitätsaufwand. Das Alter spiele bei der Bewerbung keine Rolle. Es sei die optimale Beschäftigungsform:
„So etwas wollte ich schon immer tun. Ich kann Familie und Arbeit in Einklang bringen.“
Arbeiten ohne Flurfunk und Mobbing
Flurfunk und Mobbing fallen weg, Konkurrenzdenken gegenüber Kolleginnen und Kollegen bleibt aus, Zeitdiebe wie Rushhour und ewige Parkplatzsuche bestimmen nicht mehr den Tagesablauf. Selbst bei einer Organisation mit festem Standort ergeben sich nach Erfahrungen von Value5-Geschäftsführer Thomas Dehler die Vorteile der Flexibilisierung, weil Mitarbeiter nicht jeden Tag ins Büro müssen – man kann zwischen privater und betrieblicher Arbeitsstätte wechseln. Gleiches gilt beim Angebot von freiberuflichen und festangestellten Mitarbeitern – auch hier werden die Teams in hybrider Form gebildet. Nachholbedarf gibt es allerdings in Fragen des Distanz-Managements. Das haben Führungskräfte und das Personal-Management bislang noch nicht gelernt.
Steve Paine aka „Chippy“ hat gestern beim Webmontag im Bonner Waschsalon einige mobile Gadgets vorgestellt, etwa das Tablet „Dell Venue 8 Pro“, das wohl auf dem amerikanischen Markt durch die Decke gegangen ist bei einem Preis, der anfänglich unter 200 Dollar lag. Innerhalb von Stunden war das Gerät am Wochenende ausverkauft und ist als Windows-Computer erfolgreicher als Laptops und stationäre Computer. Für Microsoft entwickeln sich vor allem die Einbrüche bei Laptops zu einem echten Problem, meint Chippy. Mit den Kampfpreisen für Windows-Tablets versucht man, diesem Trend entgegenzusteuern.
Chippy hatte einige Geräte dabei, die man ausgiebig testen konnte. Mehr dazu auf seinen Websites, die sich ausführlich mit der mobilen Welt beschäftigen: Ultrabook News, Carrypad und UMPCPortal – Ultra Mobile PCs. Chippy ist übrigens auf Youtube sehr erfolgreich unterwegs und experimentiert dort auch mit Hangout on Air. Beeindruckend die Interaktion mit den Zuschauern während der Liveübertragung.
„Bonner bloggen in allen Bereichen, sei es Technologie oder Lifestyle, seien es Foto– oder Musikblogs. Die Bonner Blogosphäre ist kaum noch überschaubar. Das soll sich ändern.“
Entstanden ist die Website http://www.bonnerblogs.de. Gute Idee, die täglich unter Beweis stellt, was in der Bonner Blogszene los ist. Mit monatlich 500 bis 600 Einträgen könne die Blogosphäre locker mit der Produktion des General Anzeigers mithalten.
„Den Silicon Valley-Sack prügeln, um den NSA-Esel zu treffen“ ist vielleicht zur Zeit das probateste Mittel, um die Totalüberwachungs-Obsessionen der US-Regierung zu kontern. Das Zugeständnis von Obama an die Technologiefirmen, die Zahl der Geheimdienst-Abfragen veröffentlichen zu dürfen, ist ein Witz. Die Einigung verbietet den Netz-Giganten weiterhin, Details über die geheimen Anträge auf Herausgabe von Nutzerdaten zu veröffentlichen. Vielleicht wollen Google & Co. das auch gar nicht. Darauf macht die von mir sehr geschätzte amerikanische Wissenschaftlerin Shoshana Zuboff in einem FAZ-Gastbeitrag aufmerksam.
Abfragen sind doch überhaupt nicht nötig oder zählen nur zur Spitze des Eisberges, weil sich die Geheimdienst-Gichtlinge schon tief in die inneren Strukturen der Silicon Valley-Giganten eingenistet haben – teilweise mit Zustimmung der Firmen. Zuboff nennt das den militärisch-informationellen Komplex. Das Prism-Programm kann ohne die Server der Technologiefirmen gar nicht funktionieren. Google, Microsoft, Yahoo, Facebook, AOL und Apple würden sich eher durch Willfährigkeit denn Widerstand auszeichnen. So besitzen einige Angestellte mancher Technologiefirmen sogar die Nationale Sicherheitszulassung – klingt irgendwie nach den Informellen Mitarbeiter der Stasi.
„In anderen Fällen installierten NSA-Agenten ihre eigene Software auf Firmenservern und blieben über Wochen zur Überwachung der Systeme in diesen Firmen“, so Zuboff.
Dokumente zum SigintProgramm der NSA belegen, dass der staatliche Totalüberwacher sich aktiv an amerikanischen und ausländischen IT-Firmen beteiligt, um verdeckt oder offen Einfluss auf die Gestaltung der kommerziellen Produkte zu nehmen. Im NSA-Jargon werden „Konsumenten“ – also wir alle – übrigens einer besonderen Kategorie zugeordnet: GEGNER!
Zuboff verlangt Aufklärung über die Schnittstellen zwischen Technologieunternehmen, Telekommunikationsfirmen und Geheimdiensten, um die Verbindung zwischen privater und staatlicher Macht als Zivilgesellschaft einschätzen und bekämpfen zu können. Geheimdienste und besonders die NSA seien von einem sich selbst erhaltenden und seinem Wesen nach nicht überprüfbaren manischen Glauben getrieben, dass es möglich sei, jegliches Geschehen durch „Informationsüberlegenheit“ zu kontrollieren.
„An alledem ist nicht Unvermeidliches außer dem Willen zur Macht“, so Zuboff.
Die Melange von staatlicher Kontrollwut und privatwirtschaftlicher Stasi-Komplizenschaft zerschlägt das Recht auf informationeller Selbstbestimmung. Die fatalen Konsequenzen liegen gar nicht so sehr in der Repression gegen Einzelne, sondern im vorauseilenden Gehorsam, den George Orwell in seinem Roman „1984“ so folgenreich beschrieben hat. Wenn die Menschen wissen, dass sie beobachtet werden, neigen sie bewusst oder unbewusst dazu, den Erwartungen des Beobachters zu entsprechen, führt Zuboff aus. Als erstes würden die „Gesichtsverbrechen“ verschwinden – man kann das an sich selbst beobachten, wenn man irgendwelche Sicherheitschleusen über sich ergeben lassen muss.
„Als nächstes verschwinden die ‚Gedankenverbrechen‘. Haben Sie schon einmal gestutzt und über gewisse Ausdrücke nachgedacht, bevor Sie bei Google eine Suchanfrage eingeben oder eine E-Mail-Betreffzeile formulieren“, fragt Zuboff.
Diese Selbstzensur sei eine lebenslange Freiheitsstrafe. Nichts Neues könne geschehen, wenn wir erst einmal unsere Gedanken zensieren.
„Wir können und müssen uns zurückholen, was man uns genommen hat“, fordert die Autorin.
Wie kann man das bewerkstelligen? Sicherlich nicht durch Krypto-Partys, um die eigenen Daten mehr oder weniger gut zu verschlüsseln. Schon das ist ein Hofknicks vor der Totalüberwachung und geht dem militärisch-informellen Komplex am Arsch vorbei.
Deshalb hat man von der Obama-Regierung kleine Zugeständnisse verlangt bei den „Abfragen“ der Geheimdienste, die eigentlich nicht nötig sind, weil die Daten ohnehin vollumfänglich angezapft werden. Die Technologiekonzerne sind panisch bemüht, ihr beschädigtes Ansehen zu reparieren. Und genau an dieser Nahtstelle können vor allem die Großkunden ansetzen. Man kann die Komplizen der NSA zum Verhör bitten.
Es könnte sich eine Allianz aus Arbeitgebern, Arbeitnehmern, Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften formieren, um von den NSA-Helfern in der Technologieszene Aufklärung zu verlangen. Von deutschen Regierungsvertretern darf man sich keine Unterstützung erhoffen, solange der Zusatzvertrag zum NATO-Gruppenstatut gültig ist und Rechtspflichten zum „Informationsaustausch“ mit den drei Westmächten regelt. Und diese Rechtsgrundlage besteht weiter, so der Historiker Josef Foschepoth.
Also sollten mittelständische und große Unternehmen ihre Belange selbst organisieren und im Schwarm auftreten, um den Sack zu prügeln, damit der NSA-Esel gezügelt wird. Man könnte also den Anbietern amerikanischer Software genauer auf den Zahn fühlen. Kritisches Nachfragen bei IT-Häusern und dem Vertrieb amerikanischer Software-Unternehmen sei für die Wirtschaft jetzt oberstes Gebot, fordert bwlzweinull-Blogger Matthias Schwenk im ichsagmal-Interview.
Auch wenn es in vielen Fällen keine echten Alternativen gibt, sollte Druck ausgeübt werden. „So kann etwa mit der zeitlichen Verschiebung von Investitionen gedroht werden, was den Software-Vertrieb empfindlich treffen kann“, resümiert Schwenk.
Man sollte sich aber von den amerikanischen Anbietern nicht mit Pofalla-Aussagen abspeisen lassen: „Wir halten uns an die Gesetze. Punkt.“ So darf das NSA-Verhör mit den Silicon-Valley-Bubis nicht ablaufen. In den nächsten Wochen und Monaten werden weitere Snowden-Enthüllungen folgen. Bleibt zu hoffen, dass die Verstrickung der Technologiekonzerne mit dem NSA-Totalüberwachungssystem vollständig aufgeklärt wird. Um so härter können wir den Sack prügeln!
Der britische Journalist Kevin Cahill hat Microsoft verklagt, weil das Unternehmen seine privaten Daten ohne rechtliche Grundlage und ohne konkrete Verdachtsmomente an die NSA weitergegeben haben soll. Das berichtet Golem:
„Selbst wenn die Klage abgewiesen wird, könnten britische Onlinedienstleister künftig Details über ihre Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten veröffentlichen dürfen. Der britische Jurist Geoffrey Robertson sagte, die Urteile könnten weitreichende Konsequenzen für Microsoft und andere Anbieter haben, sollten die Verfahren gewonnen werden. Er sei davon überzeugt, dass Microsoft seine eigenen Kunden durch die geheime Weitergabe regelrecht „betrogen“ habe.“
Das war lange überfällig. Ich hatte ja hier schon einige Torpedos gegen die NSA-Komplizen abgefeuert und mich gewundert, warum nicht Unternehmen und Kunden gegen die „Kooperationsbereitschaft“ von Microsoft und Co. mit den Schnüfflern vom Dienst vorgehen, denn schließlich gehen Kunden einen Vertrag mit privaten Firmen ein und können nicht einfach zum Opfer der Spionage-Obsessionen eines Staates degradiert werden. Nach Angaben von Snowden half Microsoft dem amerikanischen Militärgeheimdienst bei der Überwindung der Verschlüsselung der E-Mails von Outlook.com und der Microsoft-Tochter Hotmail.
„Auch soll der Konzern bei der Überwachung der Nutzer des Cloud-Speicher-Dienstes Skydrive und der IP-Telefonie-Software Skype behilflich gewesen sein“, so Golem.
„Nokia war der Vorreiter bei bunten Handys“, schreibt Sascha Ostermaier in Cashys Blog. Ja Wahnsinn. Unglaublich. Deshalb geht es diesem Flaggschiff auf dem Smartphone-Markt so unendlich gut.
„Die legendären Xpress-On-Cover, die sich damals fast über die ganze Produktpalette von Nokia zogen, wurden mit den Lumia-Smartphones wieder aufgegriffen. Mit einem Augenzwinkern bedankt sich Nokia UK nun bei Apple. ‚Imitiation is the best form of flattery‘ (‚Nachahmung it der beste Weg der Schmeichelei‘) prangt in großen Lettern über einem Bild bunter Lumias.“
Da kommen mir glatt die Tränen. Wie groß muss eigentlich die Verzweiflung beim früheren Gummistiefel-Hersteller sein, um so einen unwitzigen Werbemüll zu verbreiten? Wenn man sich den Mobilfunkmarkt etwas genauer anschaut, wird man erkennen, wer in Wirklichkeit zu den blökenden Kopisten zählt.
„Was vielfach ausgeblendet wird: Apple agiert schon lange nicht mehr als ein Hersteller klassischer Prägung. Apple hat sich ein Eco-System aufgebaut, in dessen Zentrum iTunes als Plattform regiert. Mit jeden Verkauf eines i-Gerätes wird das App- und Content-Geschäft weiter angefacht. Dabei profitiert Apple bislang von einer sehr hohen Wiederkaufsrate von 90 Prozent. Die Wechselrate berechnet auf die Gesamtheit alle Kunden liegt bei derzeit nur 5 Prozent. Ein Wert, von dem Kabel- und Telefongesellschaften nur träumen können.“
Apple hat in den vergangenen sieben Jahren den Wandel vom Hardware-Hersteller zum Plattform-Anbieter gemeistert. Die iTunes-Umsätze wachsen schneller als jedes andere Apple-Business (das iPad ausgenommen), berichtete vor kurzem der Finanzanalyst Philip Elmer-Dewitt von Fortune:
„What struck me, looking at Apple’s most recent SEC Form 10-Q, is that revenue from the iTunes Store grew faster sequentially (30 Prozent) and year over year (26 Prozent) than every other line of Apple’s business except the iPad (40 Prozent and 29 Prozent, respectively).“
Apple sei kein abverkaufsorientierter Hard- und Softwarehersteller mit von Quartal zu Quartal schwankenden Einkünften mehr, sondern ein Plattform-Konzern mit stabilen, wiederkehrenden Einnahmen, so Steimel. Und alleine das zählt. Im vergangenen Quartal habe Apple vier Milliarden Dollar über Käufe auf iTunes umgesetzt.
„Wenn man die Zahlen auf das ganze Jahr hochrechnet, dann sind diese Einkünfte aus dem iTunes-Geschäft größer als der Gesamtumsatz von Yahoo, Facebook und Netflix zusammen.“
Vodafone mit der Content-Plattform 360 und Nokia mit OVI seien hingegen mit ihren Plattform-Strategien kläglich gescheitert und versenkten etliche Millionen.
Man sollte also künftig nicht nur Statistiken über die Verbreitung von Betriebssystemen veröffentlichen, sondern auch den Erfolg der Plattformen mit Nutzerzahlen sowie Umsätzen und Gewinne darstellen. Zudem ist der Vergleich von iOS und Android ohne Hersteller-Differenzierung schwachsinnig.
Warum will eigentlich Microsoft mit dem Kauf von Nokia den gleichen Weg gehen wie Apple? Wie lange schaut sich Google die Ausbreitung des Android-Betriebssystem noch an, ohne wirklich gute Umsätze und Gewinne zu machen? Der Suchmaschinen-Riese ist ja nicht gerade als Altruist in der Technologiebranche unterwegs.
Vielleicht gibt es in naher Zukunft einen Dreikampf, um über relativ geschlossene Ökosysteme an der Wertschöpfungskette von Hardware, Software und Plattformen möglichst viel zu partizipieren. Was machen dann allerdings Samsung und Co.?
Man könnte auch sagen, die 575 Millionen aktiven iTunes-Konten stellen die Kundenbasis des Softwareunternehmens aus Cupertino dar.
„Vor drei Jahren lagen die Umsätze je Kunde noch bei 400U Dollar pro Jahr, mit der Versechsfachung der Nutzerzahlen ist dieser Wert zwar auf 300 Dollar gesunken. Wer jedoch die Wachstumslinie fortschreibt, wird verstehen, dass selbst bei sinkendem Prokopf-Umsatz iTunes für Apple noch viele Jahre eine Goldgrube bleiben wird“, prognostiziert Steimel, der heute Abend in Bloggercamp.tv, um 19:30 Uhr zu Gast sein wird und auch über Apple sprechen wird.
Da werde ich mit ihm auch über das neue Apple-Authentifizierungssystem mit Fingerabdruck sprechen. Die ersten Reaktionen in Deutschland waren ja ziemlich ätzend.
Mit dem Fingerabdruck-Scanner im neuen iPhone beweist Apple das politische Feingefühl einer Splittergranate.
Unabhängig von der derzeitigen aufgeladenen NSA-Debatte halte ich jedes System für interessant, dass von der Passwort-Flut weggeht. Neu ist das nicht. Aber notwendig auf jeden Fall. Denn das Wuchern von PINS, TANS und Passwörter zur Identitätsprüfung ist lästig, widersinnig und absurd. Vor allem, wenn man irgendwann anfängt, seine Identitäten zu notieren, weil man sonst den Überblick verliert. Eine einfache und sichere Technologie zur Identifikation könnte also ein weiteres Pfund für Apple sein.
Wer heute Abend in der Hangout-Diskussion mitmischen möchte, ist herzlich eingeladen. Einfach bei mir melden, dann hole ich Euch in den Hangout rein.
Hannes Schleeh ging in seinen Spekulationen über die Zukunft von Microsoft so bei Minute 32 in diese Richtung – Mark schüttelte den Kopf und sagt entschieden „Nee“. Ich selbst bin fest davon überzeugt, dass der Redmond-Konzern auch mit dem Kauf von Nokia nicht in die Spur kommt. Microsoft zeigt nicht nur beim Hardware-Geschäft eklatante Schwächen. Steve Jobs hat das mal am Beispiel des gescheiterten Music-Players Zune scharfzüngig kommentiert:
„Der Zune war beschissen, weil die Leute bei Microsoft nicht besonders viel für Musik oder Kunst übrig haben, anders als wir. Wir haben uns durchgesetzt, weil wir Musik lieben. Wir haben den iPod für uns gemacht, und wenn man etwas für sich macht oder für den besten Freund oder die Familie, dann produziert man keinen Schrott.“
Die Hardware-Strategie von Microsoft stockt bislang. Die Abschreibungen auf dem Tablet Surface (gut 900 Millionen Dollar) seien bislang höher als die Umsätze (rund 853 Millionen Dollar), die Microsoft seit dem Verkaufsstart im vergangenen Oktober damit erzielt hat. Apple machte mit seinem iPad allein im vergangenen Quartal einen Umsatz von 6,4 Milliarden Dollar.
Mit Nokia wird sich das bessern. Aber wie entwickelt sich das Verhältnis zu den Partnerherstellern? Die sind gleichzeitig Konkurrenten und sie müssen Microsoft auch noch das Windows-Betriebssystem bezahlen, wodurch die Geräte teurer und dadurch schwerer verkäuflich sind. Googles Android ist gratis.
Nun ja. Abgerechnet wird zum Schluss. Im August des nächsten Jahres wollen wir ja unser Streitgespräch wiederholen und unser Prognosen überprüfen.
Blogger Ian Leslie macht es sich als Autor einfach: Es geht um seinen Essay über Einfachheit oder besser gesagt, um seine Gegenposition. Demnach sind Schwierigkeiten das Salz in der Suppe des Lebens. Benutzerfreundlichkeit macht blöd, technologische Hindernis-Rennen schaffen eine Quelle der Inspiration.
Etwa bei Jack White, den ehemaligen Frontmann der White Stripes. Er macht es sich gern schwer:
„Er spielt auf billigen Gitarren, die sich schnell verstimmen. Bei Live-Auftritten verteilt er seine Instrumente absichtlich so unpraktisch, dass er in wildem Spurt über die Bühne hechten muss, wenn er mal mitten im Song von der Gitarre zu den Keyboards wechseln will. Warum er das tut? Weil er auf der Flucht ist vor der einlullenden ‚Benutzerfreundlichkeit‘ seine Band-Equipments. Wenn Musikmachen zu einfach wird, sagt White, dann wird es schwierig, wirkliche Funken zu schlagen“, schreibt Leslie in einem Beitrag, der in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift Geo erschien (Erstveröffentlichung im britischen Kulturmagazin „Intelligent Life“). Wer die Geo-App herunterlädt, bekommt die Januar-Ausgabe gratis – sehr praktisch 🙂
Vielleicht ist es ja auch nur eine Marotte, ein Tick von Jack White, um sich als musikalischer Gipfelstürmer zu bewähren. Es könnten auch Socken mit Spikes sein, die bei hastigen Bewegungen zu blutigen Füßen führen, kneifende Unterhosen oder sonstiger Aberglaube. Jeder kennt das. Sportler, Künstler, Musiker, Literaten. Man betritt den Rasen eines Fußballstadions immer mit dem linken Fuß, dreht sich vor dem Bühnenauftritt dreimal im Kreis, schreibt Romane nur bei Kerzenschein oder rührt den Pinsel nicht vor 12 Uhr an.
Der Computer darf in der Aufzählung von Leslie nicht fehlen, der zum Niedergang der Dichtkunst beiträgt. Wenn Stift auf Papier trifft, sei alles anders. Während das Gehirn die zaudernde Hand zum Schreiben zwingt, entsteht aus der Reibung zwischen diesen beiden Sphären eine komprimiertere, tiefere Ausdrucksweise. In welchen Sphären sich der Autor aufreibt, ist mir nicht bekannt. Aber Leslie muss sofort mit wissenschaftlichen Beweisen nachlegen: Hirnforschung als semantische Allzweckwaffe für Thesen mit Dünnpfiff. So belegt angebliche eine Studie der Uni Schlagmichtot, dass handschriftliches Schreiben mehr Hirnregionen aktiviert als Tippen – darunter auch solche, die für das Denken und die Erinnerung zuständig seien. Unsere Gehirne würden viel besser auf Hindernisse reagieren, als wir uns das vorstellen – etwa an Schulen oder Universitäten. Also den Lernstoff möglichst sperrig präsentieren und schon wachsen die Albert Einsteins auf den Bäumen wie Obst.
Wir könnten diese steile These auch etwas einfacher verkaufen: Übung macht den Meister. In einer Disziplin, in der ich es zur Meisterschaft bringen will. Deshalb gehe ich ja auch jede Woche zum Volleyballtraining, um besser zu werden – allerdings in einer Hobbymannschaft, die keine Ambitionen mehr besitzt, in die Bundesliga aufzusteigen. Aber gilt das auch generell für das Alltagsleben?????
Warum soll man denn kostbare Lebenszeit für sinnlose Tätigkeiten aufwenden, wenn sie nicht ins Zentrum der eigenen Interessen passen? Beim Kaffeetrinken ist mir das Innenleben des Vollautomaten völlig egal. Kommt es zu einer Leistungsverweigerung des Apparates, reicht meine handwerkliche Grobmotorik sowieso nicht aus, um der Maschine wieder Leben einzuhauchen.
Hier ist Reparaturservice gefragt und nicht die Notwendigkeit, im zweiten Bildungsweg noch Kompetenzen als Mechatroniker zu erwerben. Mutiere ich unter diesen Voraussetzungen zum Sklaven einer nicht beherrschbaren Technik? Ich könnte mit der Roten Karte reagieren und den Hersteller wechseln, der wartungsfreundliche, leicht bedienbare und robuste Geräte anbietet. So ist es im Idealfall, wenn der Konkurrent auch bessere Produkte anbietet.
In der Regel geht es beim Wechselspiel von Mensch und Gerät um einen Wettstreit, bei dem nie eindeutig gesagt werden kann, wer eigentlich wem dient. Nicht nur Versagensängste und die tägliche Plage im Umgang mit Geräten werden als schmerzliche Erfahrung der Moderne empfunden. Der Benutzer ist zudem einem Generalverdacht der Hersteller ausgesetzt. Er ist ein potentieller Störenfried. Diese Botschaft vermittelt schon die Bedienungsanleitung und spätere Disputationen beim Umtausch der Ware.
Wenn die monokausalen Neuro-Ausflüge von Ian Leslie zutreffen, mit denen ich mich in meiner Mittwochskolumne für das Debattenmagazin „The European“ etwas ausführlicher beschäftigen werde, dann müsste Steve Balmer ein weiser Mann sein, folgert Smart Service-Blogger Bernhard Steimel.
„Denn eines ist Gewiss: Die Office-Produkte von Microsoft führen Millionen von Nutzern über Stock und Stein auf Irrungen und Wirrungen! Für mich ist er der Antichrist der Einfachheit. Seine Produkte demonstrieren, was passiert wenn UI-Designer erst dann dazu geholt werden, wenn das von Software-Ingenieuren entwickelte Produkt schon steht. Was für ein grandioser Quatsch zu glauben, dass Hindernisse uns in neue Höhen emporführen. Tatsächlich ist es so, dass die meisten Leute entnervt aufgeben, wenn sie vor Hürden laufen. Das passiert bei schlecht designten Online-Shops, wo Millionen von Warenkörben am Schalter stehen bleiben. Gleiches passiert bei komplizierten Smartphones, die einfach mit der Begründung ‚funktioniert nicht‘ zurückgeschickt werden, obwohl sie voll funktionstüchtig sind.“
Wer Interesse an Statements oder Interviews zu diesem Thema hat, sollte sich bis Montagabend bei mir melden.