IFAT 2026: Green Monday Initiative fordert Kreislaufwirtschaft als Chefsache @bundeskanzler @schneidercar @DirkMessner

Zur IFAT 2026 fordert die Green Monday Initiative eine stärkere politische Verankerung der Kreislaufwirtschaft. Die Transformation dürfe nicht länger als Fachthema im Umweltministerium behandelt werden, sondern müsse ressortübergreifend koordiniert und im Kanzleramt verankert werden.

Kreislaufwirtschaft sei Standort-, Industrie-, Rohstoff- und Infrastrukturpolitik zugleich, heißt es aus der Initiative. Deutschland verfüge über eine leistungsfähige Entsorgungswirtschaft, habe aber noch keine zirkuläre Ökonomie etabliert. Prof. Dr. Henning Wilts vom Wuppertal Institut hatte in diesem Zusammenhang kritisiert, Kreislaufwirtschaft gehöre nicht in eine nachgeordnete Fachabteilung, sondern auf die politische Steuerungsebene.

Zur IFAT rückt die Initiative neben dem Bausektor ausdrücklich die Wasseraufbereitung in den Fokus. Hintergrund ist die Umsetzung der neuen EU-Kommunalabwasserrichtlinie. Sie sieht unter anderem den Ausbau einer vierten Reinigungsstufe zur Entfernung von Mikroschadstoffen vor. Verpflichtend betroffen sind große Kläranlagen ab 150.000 Einwohnerwerten; kleinere Anlagen können nach Risikobewertung hinzukommen.

Die Green Monday Initiative fordert deshalb einen nationalen Ausbauplan für die vierte Klärstufe, klare Prioritäten nach Gewässerrisiko, Investitionssicherheit für Kommunen und Betreiber sowie eine faire Kostenverteilung nach dem Verursacherprinzip. Kläranlagen müssten künftig stärker als Ressourceninfrastruktur verstanden werden – mit Phosphorrückgewinnung, Wasserwiederverwendung, Energieeffizienz und digitaler Prozessüberwachung.

Wie stark die Wasseraufbereitung von präziser Anlagentechnik abhängt, zeigt Lutz-Jesco auf der IFAT. Das Unternehmen stellt dort die Schlauchpumpenserie PERIDOS FXM für aggressive Chemikalien vor. Sie wird unter anderem für Salzsäure, Natriumhypochlorit und Eisen(III)-Chlorid eingesetzt – Medien, die in Klär- und Prozesswasseranlagen zur pH-Regulierung, Desinfektion und Phosphatfällung benötigt werden. Leckageerkennung und optionale Sensorik zur Fördermengenüberwachung sollen die Betriebssicherheit erhöhen.

Auch steuerliche Anreize für Wiederverwendung gehören zum Forderungskatalog. Wilhelm Mauss, Geschäftsführer der Lorenz GmbH & Co. KG, fordert einen reduzierten oder vollständigen Mehrwertsteuererlass für Produkte mit nachgewiesener Wiederverwendung. Sein Unternehmen erreicht bei Wasserzählern nach eigenen Angaben Wiederverwendungsquoten von über 80 Prozent.

Weitere Forderungen der Initiative sind eine zirkuläre Beschaffungspflicht in öffentlichen Vergaben, digitale Materialpässe, die bilanzielle Gleichstellung gebrauchter Materialien, neue Versicherungsmodelle für rückgebaute Stoffe, eine Reform des Normenwesens und regionale Kompetenzzentren für Kommunen, Mittelstand und Planungsbüros.

Der Bausektor bleibt nach Einschätzung der Initiative der größte Hebel. Er steht für einen erheblichen Anteil am Ressourcenverbrauch und Abfallaufkommen. Dennoch würden Rezyklate und rückgebaute Materialien im Markt bislang durch Preislogik, Normen, Haftungsfragen und fehlende Erfahrung in Planung und Vergabe ausgebremst.

Die Green Monday Initiative fordert deshalb eine nationale Umsetzungsagenda, die Bau, Wasseraufbereitung und industrielle Wiederverwendung gemeinsam adressiert. Die IFAT 2026 müsse zum Startpunkt einer verbindlichen Kreislaufwirtschaftspolitik werden.

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