Blogger Camp in Nürnberg – Planung beginnt – wer macht mit? #bcn12

Die Obi Wan Kenobi-Talkrunde auf der Berliner Wissenschaftskonferenz Informare im Mai hatte ja noch einige Konsequenzen nach sich gezogen. Vier der Teilnehmer versackten in der Ständigen Vertretung beim Kölsch-Konsum – und das in der Hauptstadt.

Geboren wurde das bloggende Quartett: Heinrich Rudolf Bruns (der heute übrigens Geburtstag hat), Hannes Schleeh, Obi Wan Kenobi aka Bernd Stahl und icke. Alle vier wollen sich nicht nur regelmäßig austauschen, sondern auch in einem größeren Rahmen an die Berliner Talkrunde anknüpfen.

Entstanden ist das Blogger Camp 12 in Nürnberg #bcn12. Räume und Technik hat freundlicher Weise Bernd organisiert. In seiner Company Nash Technologies – Netzwerkspezialisten sorgen dann natürlich auch für Livestreams der Auftritte.

Termin: Freitag, 28. September 11 bis 17 Uhr – danach sicherlich Bierprobe, die @hrbruns aus dem Boden stampfen wird. Garantiert mit Gerstensaft, der ohne Hopfenextrakt gebraut wurde.

Nach der Ausnüchterung geht es am Samstag, 29. September von 10 bis 14 Uhr weiter. Danach dann vielleicht noch ein Biergarten-Enspannungs-Meeting.

Grobe Programmplanung:

Dann jeweils zwei Blöcke á 45 Minuten Session oder Panel (Sesssion/Panel via Livestreaming)

Tag 1

11.00 bis 11.45 Uhr Session/Panel
11.45 bis 12,30 Uhr Session/Panel

45 Minuten Pause – Schmackofatz, kein Kantinenessen, lieber Snacks oder Nürnberger Würstel oder Semmeln mit Leberkäs oder so.

13.15 bis 14.00 Uhr Session/Panel
14.00 bis 14.45 Uhr Session/Panel

30 Minuten Pause Kaffeeklatsch

15.15 bis 17 Uhr: Werkstatt: Tipps und Tricks aus der Blogger-Kiste (Tools, Klicks, Layout, Text, Audio, Video etc. – Blogger helfen Bloggern)

Nach 17 Uhr Hackerbrause-Gerstensaft-Party

Tag 2

10 Uhr Start Panels/Sessions

bis 14 Uhr, dann Snacks und tschüssikowski.

Statt Namensschilder werden im Vorfeld T-Shirts verschickt. Vorne der Twitter-Nutzername (Modell Gunni), hinten Blogger Camp12 und das Motto. Heute schon gebloggt? Blogger Dir einen. Oder, oder, oder. DJ Kloschüssel – also der Sohn vom Sohn – wird uns mit Eletronic Music erfreuen und auch etwas über die Youtube-Szene erzählen.

Für die Panels/Sessions kann jeder Vorschläge machen und wir kümmern uns um die Dramaturgie – also das bloggende Quartett. Kann auch eine Gesangseinlage sein, ein Talk, ein Experiment, ein normaler Vortrag, Aktionskunst, Cyber-Zauberei, E-Book zerstückeln, Lesung, Kung Fu-Übungen, irgendwas Wildes. Wichtig ist eine bunte Mischung.

Spontane Beteiligungswünsche werde ich einsammeln. Daher per Mail an: gunnareriksohn@gmail.com oder unten als Kommentare posten. In den nächsten Wochen wird sich dann das Programm konkretisieren.

Kultur der Beteiligung statt geheime Kabinettspolitik #rp12

Gilt nun Grundgesetz oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook, wenn es um virtuelle Öffentlichkeit geht? Diese Frage stellte Sascha Lobo in einer Expertendiskussion auf der Republica in Berlin. Wenn der politische Meinungsbildungsprozess auf privaten Servern stattfindet und Mark Zuckerberg nach Lust und Laune virtuelle Existenzen ein- oder ausschalten kann, dann sieht man das Konfliktpotenzial für die Netz-Gesellschaft. Hier brauchen wir neue Regeln und zwar international.

Lobo brachte die Uno ins Spiel. Und in der Tat geht es um ein völkerrechtliches Problem. Es geht um Weltfragen:

„Theoretisch können heute fünf Milliarden Menschen das Internet nutzen, wenn man den Mobilfunk einschließt. So ein gigantisches Wachstum hat es in der Menschheitsgeschichte vorher nie gegeben. Deswegen sind viele politische Akteure überfordert, weil sie zur Regelung von Weltfragen nur das System der zwischenstaatlichen Organisationen haben – etwa die Vereinten Nationen, der G8-Gipfel, die Europäische Union oder die OECD. Hier findet alles hinter verschlossenen Türen statt. Es wird von oben nach unten hinter verschlossenen Türen entschieden“, bemängelt Professor Wolfgang Kleinwächter in dem Republica-Panel „HACKING THE MAP OF INTERNET GOVERNANCE“.

(Da diese Diskussionsrunde am zweiten Tag der Republica um 19 Uhr stattfand und deshalb nur geringen Zulauf hatte, ist vielleicht die Audioaufzeichnung nützlich).

Man bekomme keinen Zugang zu Dokumenten, ACTA-Verhandlungen laufen unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit und Einflüsterungen von Lobbyisten bei Gesetzesinitiativen erreichen nicht das Licht der Öffentlichkeit.

Mit der geheimen Kabinettspolitik der liebwertesten Netzsperren-ACTA-Staatstrojaner-Gichtlingen kommen wir vom freiheitsfeindlichen und willkürlichen AGB-Regen in die digitale Kontrollsucht-Jauche. Gefragt ist jetzt eine kollaborative, transparente und durchlässige Entscheidungsfindung in Internet Governance-Gremien wie ICANN.

„Hier können auch kleine Unternehmen und Privatpersonen ihre Interessen vortragen. Das nächste ICANN-Meeting ist in Prag und für jeden mit kleinem Aufwand zu erreichen. Jeder kann hinfahren und ans Mikrofon treten und seine Meinung zu bestimmten Punkten äußern. Demokratie bei ICANN fängt damit an, dass jedes Meeting und jede wichtige Session gestreamt wird. Jede Sitzung wird transkribiert. Jeder kann nachlesen, was Teilnehmer wortwörtlich gesagt haben. Es gibt Diskussionsforen, bei denen man sich einklinken kann. Man wird rechtzeitig eingeladen. Es gibt Fristen, die eingehalten werden müssen“, so die Erfahrung von DOTZON-Berater Dirk Krischenowksi, der regelmäßig bei Konferenzen von ICANN teilnimmt.

„Regierung, Privatsektor und Zivilgesellschaft müssen gleichberechtigt an der Gestaltung der Netzöffentlichkeit mitwirken können. Internet kann nur dann global funktionieren, wenn alle in die Entscheidungsprozesse mit einbezogen werden. Nur mit geteilten Entscheidungsgewalten ist das möglich“, resümiert Kleinwächter, der an der Universität Aarhus Internet Politik und Regulierung lehrt.

Ausführlicher greife ich das Thema morgen in meiner The European-Kolumne auf.

Wie eine durchlässige und transparente Demokratie aussehen sollte, behandelte auch ein Panel am ersten Tag der Republica:

Ausführlicher in einer Audioaufzeichnung:

Das die Hinterzimmerpolitik auch beim Urheberrecht in die Grütze führt, machte SZ-Redakteur in seinem Vortrag deutlich. Einer der besten Redner auf der Bloggerkonferenz:

Und auch:

Es gibt weiteren Diskussionsbedarf. Der kann schon am 9. Mai auf der Berliner Wissenschaftskonferenz Informare in dem Panel „Obi Wan Kenobi und das Future Internet“ gestillt werden. Moderiert von Hörfunkjournalist Heinrich Bruns und meiner Wenigkeit. Einen kleinen Vorgeschmack liefert einer der Diskussionsteilnehmer in einem Telefoninterview.

Vielleicht sieht man sich wieder in Berlin 🙂

Weitere interessante rp12-Berichte:

Mehr Spaß, weniger Ego: Wir haben die Renaissance des Bloggens selbst in der Hand

Relevanz und Firlefanz

DREI TAGE BERLIN – DREI TAGE #RP12 – DREI TAGE KLASSENTREFFEN?

Obi Wan Kenobi und das Future Internet: Countdown für unsere Berliner Talkrunde auf der Informare

Termine, Termine, Termine: Gestern noch auf der Hannover Messe, nächste Woche zur Republica und übernächste Woche beginnt schon die Berliner Wissenschaftskonferenz Informare (8. bis 10. Mai). Dort moderieren am 9. Mai von 17 bis 18:30 Uhr der Hörfunkjournalist Heinrich Bruns und meine Wenigkeit eine Talkrunde zum Thema: Obi Wan Kenobi und das Future Internet. „Schuld“ an diesem Titel ist der Netzwerkspezialist Bernd Stahl von Nash Technologies, der mir diesen Floh ins Ohr gesetzt hat mit seinem Vortrag in Stuttgart (Bernd Stahl wird in Berlin dabei sein).

„Wir arbeiten am Future Internet, um über digitale Assistenzsysteme das Cyberspace eleganter, einfacher und effizienter zu machen. Das muss nicht alles im Silicon Valley passieren, dass können wir auch im Neckartal auf die Beine stellen. Wichtig sind dabei dezentrale Systeme, um das Big Brother-Problem gar nicht erst aufkommen zu lassen“, erläuterte der Systemarchitekt Stahl in seinem Vortrag auf dem Innovationsforum in Stuttgart.

Unsichtbare Helfer in hochintelligenten Netzen

Hinter einem Touchpoint, den der Kunde nach seinen Präferenzen auswählt, laufen unterschiedliche Dienste ab, die allerdings unsichtbar bleiben. Hier kommt das virtuelle Fräulein vom Amt ins Spiel. Stahl ist davon überzeugt, dass man von der Kommunikation überhaupt nichts mehr sehen wird. Die Netzintelligenz könne man überall abrufen – völlig unabhängig von den Endgeräten.

„Man kommuniziert über Endgeräte, die eigentlich keine mehr sind. Ein Geschäftskunde sagt beispielsweise seiner Armbanduhr, dass er nach Brüssel reisen wolle zu einem möglichst günstigen Preis. Er nennt noch das Datum und die Ankunftszeit. Die Anfrage geht ins Netz rein, das System sucht sich die Reiseportale, schaut nach den Übernachtungsmöglichkeiten und recherchiert völlig eigenständig alle notwendigen Informationen. Zurück kommen die kompletten Reiseunterlagen. Der Geschäftskunde legt seine Armbanduhr auf den Tisch, es erscheint eine 3D-Ansicht und er braucht nur noch das für ihn Relevante auswählen. Man kommuniziert über Sprache mit anderen Systemen, Servern oder Menschen und am Ende kommt etwas zurück. Hier kommt das berühmte Fräulein vom Amt wieder – allerdings vollautomatisiert und virtuell“, prognostiziert Stahl.

Alles werde gesteuert durch ein hochintelligentes Netz auf Basis semantischer Technologien und völlig neuen Geschäftsmodellen.

„Der Nutzer muss sich überhaupt keine Gedanken mehr machen über spezielle Endgeräte, die Auswahl von Diensten, das Netzwerk oder Serviceprovider. Er muss kein Ziel mehr eingeben über Telefonnummern, IP-Adressen oder Links. Alles das wird vom intelligenten semantischen Netz übernommen. Die Bedeutung der Anfrage wird automatisch in Einzelteile zerlegt, an unterschiedliche Ziele geschickt und zurück kommt der gewünschte Service oder das fertige Produkt“, so Stahl.

Beim Future Internet-Panel in Berlin wird auch Jan Gessenhardt als Experte Rede und Antwort stehen. Er ist Geschäftsführer von Aperto Move und beschäftigt sich mit „Dialogszenarien für unterwegs“ mittels mobiler Websites und Apps. Sein Ziel ist es, Tablets & Smartphones als die Wegbereiter der Post-PC-Ära in mobilen Nutzungssituationen als weitere vollwertige Digitalmedien zu etablieren. Mit der Adaption erfolgreicher Lösungen des stationären Webs auf mobile Kanäle gelingt nach Ansicht von Gessenhardt die Anpassung an die Kommunikationsbedürfnisse des 21. Jahrhunderts – überall und jederzeit. Aperto Move setzt dabei bereits seit 2005 für Kunden wie Telekom, Siemens, Immobilienscout24, PostFinance oder American Express auf mobile Lösungen mit innovativen Interfaces- und Servicekonzepten ob via Sprachservice, lokalisierten Mehrwert-Apps oder innovativer Gestiksteuerung. Siehe auch: Das Jahr der Smartphones: Wie die Alleskönner die mobile Kommunikation und den Kundenservice verändern.

Als dritten Experten begrüßen wir in Berlin den Social Media Coach & Hypnosetherapeut. Er wurde von Heinrich Bruns zur Informare befragt:

Interiews mit Stahl und Gessenhardt sowie weitere Vorberichte folgen in der nächsten Woche. Man sieht sich auf der Republica

oder auf der Informare. Ob unser Panel via Livestream übertragen wird, kann ich noch nicht genau sagen. Werde ich aber rechtzeitig mitteilen.

Der Nutzen von Facebook für Obi-Wan Kenobi und die Star Wars-Kommunikation von morgen

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