Abschied von der Selbstverliebtheit – Mein Elaborat in der März-Ausgabe der absatzwirtschaft

Während Hardwareanbieter immer noch gerne die Leistungsdaten ihrer Produkte zur Schau stellen, verstehen die Software-Marketer mehr und mehr, wie wenig Sinn das macht. Selbst Microsoft hat diese Lernkurve mittlerweile durchlaufen.

Steve Wozniak ist ein begnadeter Mathematiker und zählt zu den legendärsten Computeringenieuren aller Zeiten. So stilisiert sich zumindest der frühere Weggefährte von Steve Jobs und Erfinder des Apple I in seiner eigenen Biografie. Was Wozniak nicht ist: ein Marketinggenie. Das wollte er nie sein und äußert sich dementsprechend enttäuscht, dass sein alter Kumpel Jobs nicht den Ingenieur in den Mittelpunkt des Unternehmens stellte.

Von Anfang an war Apple als Marketingunternehmen konzipiert: „Das Produkt wird sich mit anderen Worten danach richten, welche Wünsche und Anforderungen die Marketingabteilung bei den Kunden finden wird. Das ist das genaue Gegenteil von einem Ort, wo Ingenieure einfach das konstruieren, was ihnen Spaß macht, und das Marketing anschließend Wege findet, um das Produkt zu vermarkten“, sagt Wozniak. Genau das sei der Grund, warum „Woz“ nur noch über alte Zeiten sinniert und Steve Jobs zu den erfolgreichsten IT-Unternehmern der Welt zählt, meint Peter B. Zaboji, Chairman des Frankfurter After-Sales-Spezialisten Bitronic: „Obsessionen für technische Perfektion sind ja schön und gut. Am Ende des Tages ist der Markterfolg entscheidend und nicht die Selbstverliebtheit von Ingenieuren. In vielen IT-Unternehmen sind Marketing, Management und Führung immer noch viel zu herstellerorientiert.“

Wenn sich Bastler, Ingenieure oder Programmierer etwas ausdenken, seien sie ausschließlich an den Eigenschaften ihrer Spielzeuge interessiert. „Der mögliche Benutzer ist für sie nur ein störender Ignorant“, lautet die Erkenntnis des keinesfalls technikfeindlichen Schriftstellers Hans Magnus Enzensberger. Was sich in Büros und Wohnzimmern abspiele, sei grotesk. Rechner, Drucker, Netzgeräte, Scanner und Brenner würden jeweils das Studium einer hundertseitigen Betriebsanleitung erfordern. Vielleicht liege es an den berufsbedingten Scheuklappen nach dem Motto: Chacun devient idiot à sa façon – jeder macht sich auf seine Weise zum Idioten. Komplette Story gibt es in jedem gut sortierten Kiosk 🙂

Unruhige Zeiten für Marketing- und Vertriebsmanager

Für Marketing- und Vertriebsmanager sind die Zeiten unruhig. Sie kommen mit ihren klassischen Instrumentarien aus der guten, alten Zeit der Massenproduktion und des Massenkonsums nicht mehr weiter. Aus meiner Titelstory für die absatzwirtschaft (Märzausgabe) hier nun noch eine weitere Leseprobe:

In der Webwelt des Long Tail, von Youtube, Twitter oder Facebook würden die Methoden der klassischen Werbung und des Marketings mit ihren millionenschweren Budgets an die Auftragsarbeiten für mittelalterliche Porträtgemälde erinnern, kommentiert der Direktmarketing-Veteran Günter Greff die Lage.

„Das Marketing steht mitten in der größten Umwälzung der vergangenen Jahre. Früher suchten wir nach Mitteln und Wegen, um eine Nachricht an viele Menschen zu bekommen. Jetzt stehen wir vor der Herausforderung, jedem einzelnen Menschen die richtige Nachricht zum richtigen Zeitpunkt zukommen zu lassen. Wir stellen um von Push auf Pull“, skizziert Technologie- und Marketingmanager Chris Brandt die Agenda seines Unternehmens conject, Softwarehaus für die Immobilienbranche. Gefordert seien neue Werkzeuge. „Wir arbeiten in unseren Kampagnen mit immer kleineren Zielgruppen. In der Idealform besteht die Zielgruppe nur aus einer Person. Als Orientierung kann man das Amazon-Vorschlagsmodell heranziehen, bei dem das System basierend auf der Interaktionshistorie des Kunden das nächste Produkt oder die nächste Botschaft vorschlägt“, sagt Brandt.

Ähnlich sieht es Uwe Freese, Geschäftsführer der Düsseldorfer Agentur EuroRSCG „Kampagnentools, die direkt in die Kommunikation integriert sind, werden immer wichtiger. Nicht nur, weil sie den Beweis der Wirkung gleich mitliefern, sondern auch weil die Zielgruppenansprache immer differenzierter und kleinteiliger wird, für deren Wirkungsmessung Prozesse und Auswertungstools notwendig sind.“

Der Nachweis der Wirtschaftlichkeit des Marketings ist nach Auffassung von Harald Henn, Geschäftsführer von Marketing Resultant, schwieriger zu führen. „Der Druck auf die Marketingabteilungen ist immens groß, weil die ganzen klassischen Maßnahmen in Print, TV oder Hörfunk in ihrer Wirkung extrem nachgelassen haben und der Aufwand immer größer wird, um neue Kunden zu gewinnen und zu binden.“
Viele Unternehmen würden in einer Zwickmühle stecken: „Marketingabteilungen müssen mit weniger Einsatz mehr erreichen. Besonders die Effizienz von Marketingmaßnahmen steht in Zeiten klammer Kassen und gesunkener Umsätze besonders unter Beobachtung. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Qualität der Marketingkampagnen.

In der Konsequenz muss das Marketing bessere und relevantere Botschaften an möglichst fein segmentierte Kunden kommunizieren“, so Florian Haarhaus, Deutschlandchef von Alterian. Um dieser Quadratur des Kreises gerecht zu werden, setzten immer mehr Unternehmen auf stärkere Automatisierung, mehr und besseres Monitoring und gründlichere Analysen von Kundensegmenten, Kundeninteraktionen und Kampagnenergebnissen.

Dabei zeige sich jedoch häufig, dass die mit Marketingmodulen „aufgemotzten“ CRM-Monolithen des letzten Jahrzehnts all dies gar nicht leisten können: „Die meisten CRM-Systeme stoßen – auch mit den angebotenen Marketing-Erweiterungen ihrer Hersteller – unter diesen Anforderungen an ihre Grenzen: Selbst wenn sie technisch gesehen dieselben Informationen liefern, ähnliche Freiheitsgrade in der Kampagnengestaltung bieten und sogar ein kontinuierliches Monitoring über alle Kommunikationskanäle leisten, so klagen doch viele Akteure im Marketing über deren komplexe Bedienung und langen Reaktionszeiten“, weiß Haarhaus. Wenn eine neue Kundensegmentierung drei Stunden dauere oder spezielle Reportings erst in der IT-Abteilung angefordert werden müssen, mindert das die Kreativität und somit die Schlagkraft im Marketing – gute Ideen könnten oft gar nicht weiter verfolgt werden.

Das sieht auch der Berater Harald Henn kritisch: „Die verantwortlichen Manager haben wichtige Trends jahrelang verschlafen und nicht die Notwendigkeit gesehen, in Systeme, Prozesse und Knowhow zu investieren. Der Ausbildungs- und Wissensstand in vielen Marketingabteilungen stagniert. Jetzt steht man vor dem Dilemma, etwas umsetzen zu müssen, ohne die entsprechenden Kenntnisse, Ressourcen und Systeme zu haben.“ Entsprechend widersprüchlich fallen die Ergebnisse des Marketing- Entscheider-Panels aus, die das Marktforschungsunternehmen Innofact im Auftrag der absatzwirtschaft erhoben hat.

Vier von fünf Befragten geben zwar zu Protokoll, dass der Einsatz von Softwarelösungen für Marketing und Vertrieb sehr wichtig oder eher wichtig ist. Bei den eingesetzten Instrumenten sieht das Meinungsbild allerdings diffus aus. Das klassische CRM steht mit 69 Prozent klar an der Tabellenspitze. Absatzplanung, Content Management Systeme und Marktforschung werden von jedem zweiten Entscheider genannt. Webcontrolling und Web 2.0 sind nur für jeden Dritten relevant als Instrument zur Unterstützung von Marketing und Vertrieb. Weit abgeschlagen folgen Shop-Software/E-Commerce und Marketing-Resource-Management. Sechs Prozent setzen gar keine Software ein.

Nach Erkenntnissen von Henn herrschte in den vergangenen Jahren Stillstand. „Es ist in die notwendigen Systeme wie analytisches CRM, Datamining oder Kampagnenmanagement bis auf wenige Ausnahmen relativ wenig investiert worden. Die CRM-Systeme sind zum großen Teil bei den ersten zehn Prozent, was man hätte nutzen können, stehen geblieben. In vielen Fällen handelt es dabei nur um ein aufgepumptes Outlook. Systeme, die den neuen Anforderungen des Marktes gerecht werden, sind vorhanden. Sie werden entweder gar nicht oder mit einem geringen Wirkungsgrad eingesetzt.“

Das liegt vielleicht auch daran, dass in den wenigsten Unternehmen im Marketing mit interdisziplinären Teams gearbeitet wird. Das hält conject-Manager Brandt allerdings für absolut notwendig. „In Marketingprojekten braucht man vor allen Dingen umfassende technische Expertisen. So muss ein Webdesigner in der Lage sein, anspruchsvolle Skripts in JavaScript zu schreiben, damit das Tracking funktioniert. Der Umgang mit Reporting-Maschinen oder eine Integration in das CRM-System muss beherrscht werden. Das sind eigentlich IT-Projekte, die vom Inhalt eine Marketingzielsetzung haben.“

Den kompletten Beitrag kann man im Heft nachlesen. Investition lohnt sich 🙂

Siehe auch:
Sag es einfach: Abkehr von der technischen Litanei der IT-Branche – Erotikfaktor von Betriebssystemen eher bescheiden.

Ovid, Steve Jobs und die Klugheitslehre: Wie man mit Luftstreichen und Gerüchten die Konkurrenz verblüfft

Fama, ein Übel, geschwinder im Lauf als irgendein anderes, ist durch Beweglichkeit stark und erwirbt sich Kräfte im Gehen, konstatierte Vergil im IV. Buch der Aneneis. Über die Verwerflichkeit des Klatsches und der bösen Nachrede wird debattiert, seitdem es Sprache gibt. Bei Konfuzius heißt es: „Der Edle verbreite keine Gerüchte.“ Die Fama ist deswegen so schlecht beleumundet, weil man meistens davon ausgeht, dass sie die Wahrheit verfremdet und daher zu Trug und Verkehrtheit führt. Indiskretionen, Geheimnisse, Tratsch, lancierte Informationen und exklusive Hinweise an Auserwählte waren schon immer das Salz in der Suppe der Nachrichtenindustrie. Insofern sind die Indiskretionen des ehemaligen PR-Managers von Apple, John Martellaro, keine Überraschung (siehe auch die Agenturmeldung bei NeueNachricht). So offenbarte er, dass die durchgesickerten Informationen zum erwarteten Apple Tablet direkt vom Unternehmen gestreut wurden. Das sei Teil der Apple-Strategie.

Steve Jobs ist halt ein schlaues Kerlchen. Gerüchte funktionieren nur, wenn sie massenweise wie im Flurfunk von Unternehmen verbreitet werden. Perfekter kann das so genannte „virale Marketing“ eigentlich nicht funktionieren. Steve Jobs ist im Gegensatz zu seinem Microsoft-Kontrahenten Steve Ballmer ein Meister der Klugheitslehre, wie sie im 17. Jahrhundert vom Jesuiten Baltasar Gracian zu Papier gebracht wurde. Es sei ein sehr schwieriges Unterfangen, jederzeit „die Erwartung rege zu halten“, denn „die glänzendste Tat kündige noch glänzendere an“, führt Gracian in seinem von Schopenhauer ins Deutsche übersetzten Buch „Handorakel und Kunst der Weltklugheit“ aus. Man sollte seine wahren Absichten nicht allzu deutlich preisgeben. „Wer mit offenen Karten spielt, läuft Gefahr, zu verlieren“, bemerkt der spanische Geistliche. Das Gegenteil sei besser: Manchmal müsse man „Luftstreiche“ tun, also praktisch mit dem Schwert in die Luft schlagen, um den Gegner zu verwirren und die eigenen Absichten nicht deutlich werden zu lassen. Gleichzeitig erlauben solche „Luftstreiche“ oder Probierballons das Ausprobieren einer bestimmten Position, die zu Diskussion gestellt wird, ohne gleich als die eigene Meinung gelten zu müssen. Es erfordert ein hohes Maß an Geschicklichkeit, hinreichend Spannung aufzubauen und die anderen „über sein Verhalten in Ungewissheit“ zu halten. „Der Kluge lasse zu, dass man ihn kenne, aber nicht, dass man ihn ergründe“, schreibt Gracian im Handorakel (Nr. 3). Der Handlungsvorschlag setzt allerdings eine hohe Begabung voraus. Denn wichtig sei es, „bei allen Dingen stets etwas in Reserve“ zu haben. Nur dadurch sichert man seine Bedeutsamkeit. Microsoft-Chef Steve Ballmer ist eher ein Opfer dieser Klugheitslehre. Sein Auftritt auf der Elektronikmesse in Las Vegas wird als Blamage gewertet. Der von Microsoft präsentierte Tablet-PC ist wohl nicht geeignet, Apple den Wind aus den Segeln zu nehmen. Eher steigert er die Aufgeregtheit der Computerwelt bis zur Vorstellung des iSlate, die Steve Jobs Ende Januar wieder perfekt zelebrieren wird. Allerdings müssen den klugen Schachzügen auch Taten folgen. Auch das macht den Kultstatus von Apple aus. Zur Zeit beteiligen sich viele Meinungsmacher an den Gerüchten um das neue mobile Wunderding. Das Gerät, so Hajo Schumacher in „Welt kompakt“, sei eine Art universeller Mediathek, mit der man alle wichtigen Zeitschriften, Zeitungen, Tweets, Mails, Sites, TV-Serien, Games oder Filme im Gepäck haben könne: „Der iSlate holt große und kleine Medienmacher auf denselben Schirm und illustriert den guten Geschmack des Besitzers“, glaubt der Publizist Schumacher und freut sich wie ein Kleinkind auf die Geburtstagsüberraschung von Stevie.

Die Kunst des Gerüchts wird im Internet zum Prinzip, meint Hans-Joachim Neubauer in seinem Opus „Fama – Eine Geschichte des Gerüchts“ (erschienen im Berliner Matthes & Seitz-Verlag). Die Nachricht nährt das Gerücht, und das Gerücht nährt die Nachricht. „Die so genannten Nachrichtenkanäle senden möglichst unmittelbar, steigern die Spannung mit Live-Schaltungen, bewerten, dramatisieren und taktieren im Minutentakt. Nachrichten werden überhöht, Pressekonferenzen geraten zum Spektaktel – ein sich selbst infizierender Kreislauf der Wichtigtuerei ist entstanden“, führt Neubauer aus. Besonders in der grenzenlos vernetzten Welt der automatisierten Nachrichtenspiegel und Informations-Ströme gelte das Gesetz der Popularität. In der Blogosphäre sei Qualität ein qualitativer Faktor. „Nicht mehr die Nachricht von den Fakten ist die Information, sondern die Nachricht vom Erfolg einer Nachricht“, erläutert Buchautor Neubauer. Das Urbild des Cyberspace stamme aber nicht aus dem 20. Jahrhundert, sondern sei schon 2000 Jahre alt. Was Ovid über das Haus der Fama schreibt, liest sich wie eine Vision unserer digitalen Gegenwart. Auch das Internet sei überall; wie Famas Haus hat es „tausend Zugänge“ und „unzählige Luken“, „bei Nacht und bei Tage steht es offen, ist ganz aus klingendem Erz, und das Ganze tönt, gibt wieder die Stimmen und, was es hört, wiederholt es“, weiß Ovid. „Alles, wo es geschehe, wie weit es entfernt sei, von dort erspäht man es; ein jeder Laut dringt hin zum Hohl seiner Ohren.“ Und schließlich „schwirren und schweifen, mit Wahrem vermengt, des Gerüchtes tausend Erfindungen und verbreiten wirres Gerede“. Was stimmt, könne niemand sagen, aber mitsprechen könne jeder. Die Echokammer des Hörensagens beherrscht in der Computerwelt keiner besser als Steve Jobs.

Raubritter, Astronomen, Napoleon und das Bergdorf Perinaldo als Knowledge Village – Alte Welt trifft neue Welt

AstronomWie kommt ein Mann wie Cassini zur Astronomie und Himmelsvermessung? Er stammt nicht aus Bologna, sondern aus einem kleinen Dorf in den ligurischen Seealpen. „Dort hat er mehrere prägende Erfahrungen: die Bergtotale des Sternenhimmels, die Horizontlinie des Meers, die Sichtachse zur Küste und die existenzielle Frage des Sonneneinfallswinkel. Die bäuerliche ligurische Kultur ist eine Kultur der Terrassierung von Sonnenlicht. Cassinis Geburtsort Perinaldo wird ein Wurzelknoten der modernen europäischen Astronomie. Und dieser Giovanni Domenico Cassini trifft auf einen Minister Colbert, dem es um die wissenschaftliche Durchdringung des absolutistischen Herrschaftsraumes geht, aber eben auch um die Konfiguration der Macht im Geiste der Geometrie“, schreibt der Welt-Redakteur Johann Michael Möller.

Social Web-Workshop: Björn, Ralf und Günter brüten eine neue Internetstrategie ausFür den Telemarketing-Pionier Günter Greff ist Perinaldo deshalb der ideale Ort, wo die alte Welt auf die neue Welt treffen kann. Er sieht das Kleinod zwischen dem Tal des Rio Merdanzo, einem Zufluß des Nervia, und dem Tal des Flusses Verbone als Knowledge Village, um sich mit der neuen Zeitrechnung des Internetzeitalters auseinander zu setzen.
Klausurhotel La Riana
Bei einem Social Web-Workshop in seinem Klausurhotel La Riana kam es zu einem Erfahrungsaustausch über die neuen Regeln des Marketings. Man könne sicherlich auch heute noch einiges von den Veteranen des Marketings lernen, so Greff. Allerdings gelte das umgekehrt in noch stärkerem Maße. In der Webwelt des Long Tail, von Youtube, Twitter oder Facebook würden die Methoden der klassischen Werbung und des Marketings mit ihren millionenschweren Budgets an die Auftragsarbeiten für mittelalterliche Porträtgemälde erinnern.

Typo 3-Freaks„Die marktschreierische Einbahnkommunikation hat keine Daseinsberechtigung mehr. Heute muss sich ein Unternehmen dem Gespräch des Marktes stellen und genau zuhören, was Konsumenten zu sagen haben. Das kann man am Abmahn-Gau von Jack Wolfskin sehr gut ablesen. Also ist es höchste Zeit, die Organisation des Unternehmens, von PR, Marketing, Kundenservice und Produkt-Innovationen radikal zu hinterfragen, sich nicht vom Alltag treiben zu lassen, sondern abgeschottet von der Hektik des täglichen Geschäftes auf neue Gedanken zu kommen“, so Greff. Man könne das auch als Klausur bezeichnen. Das seien jene Räumlichkeiten im Kloster, wo sich Ordensangehörige zurückziehen können. „Genau das gelingt in Perinaldo. Es verbinde Mittelalter und Moderne“, sagt Greff. Um das Jahr 1000 erwarb der Graf Rinaldo di Ventimiglia das antike Villam Junchi, um eine neue Burg zu bauen.

Im Haus des Gründers erläuterte Günter Greff die abwechslungsreiche Geschichte der Region.

Greff-Interview über Napoleon in Perinaldo, Raubritter Rinaldo und den Astronomen Cassini
Greff-Interview über Napoleon in Perinaldo, Raubritter Rinaldo und den Astronomen Cassini

Gassen IIIm 16. Jahrhundert wurde Perinaldo in den Krieg zwischen die Piemontesen mit den Genuesen verwickelt. Es ist nicht genau bekannt, ob Cassini hier geboren wurde, mit Sicherheit hat er jedoch in der Villa der Maraldi gelebt und gearbeitet, und diese Familie setzte sein Werk mit Giacomo Filippo und Gian Domenico fort. In derselben Villa hielten sich auch Napoleon und der General Massena auf.

Die Pfarrkirche San Nicola aus dem Jahre 1489 wurde während der Barockzeit umgebaut. Das Gemälde „Tela delle Anime“, das der Schule von Guercino zugeschrieben wird, wurde im Jahre 1672 von Cassini gespendet. Die Landkirche della Visitazione ist besser bekannt als die Wallfahrtskirche „Poggio dei rei“, da zu diesem Wallfahrtsort traditionell viele Büßer kommen.

MeeresblickDas Gebiet ist zu 40 Prozent von Olivenhainen bewachsen, deren Kultivierung von Franziskanermönchen eingeführt wurde, die im Jahre 1640 das Kloster Sant’Antonio (heute Sitz eines Observatoriums und eines astronomischen Museums) gründeten, und es waren auch die Mönche, welche die Kultivierung der Olivenart von Taggia einführten. Sehr weit verbreitet ist hier auch die Blumengärtnerei. Die Höhenzüge sind bedeckt mit Kastanien, Pinien und Buchen, weiter abwärts in Richtung zum Meer überwiegt dann die Macchia Mediterranea. Der Wanderweg zwischen Apricale und Dolceacqua ist hervorragend für die Liebhaber des Trekking geeignet und es gibt auch sehr viele ausgeschilderte Wege, die zum Befahren mit dem Mountain Bike geeignet sind, wie zum Beispiel von Soldano nach Dolceacqua, vorbei an den Ruinen des Turms von Alpicella. Die Weinberge liegen im Anbaugebiet des Rossese mit dem Qualitätssiegel DOC.

Greff-Interview über Perinaldo und den Nutzen der KlausurEs sei also kein Zufall, so Günter Greff, dass die Region so viele Menschen verzaubert. So rühmte Giovanni Battista Panizza das extrem milde, außerordentlich gesunde und für Kranke so heilkräftige Winterklima an der durch die Ligurischen Alpen vor rauhen Winden aus dem Norden abgeschirmten Riviera, so schilderte Ruffini in seinem Roman „Doctor Antonio“ die wilde Welt der etwa vom Colle di Tenda im Westen bis zum Colle di Cadiboni im Osten sich hinziehenden Gebirgskette und dazu als Kontrast die bezaubernde Schönheit und die selbst im Winter üppige Blumenfülle längs der Küste, in deren Lob bald viele Besucher einstimmen sollten.
Köstlichkeiten der ligurischen Region
Auch Guy de Maupassant äußerte sich enthusiastisch: „Der Zug zockelte durch diesen göttlichen Garten, dieses Paradies von Rosen, durch diesen Wald von Orangen und Zitronen, die zur gleichen Zeit weiße Blüten und goldene Früchte tragen, durch dieses Reich der Düfte, diese Heimat der Blumen, entlang dieser wundervollen Küste“.

Verkündet den Magnetismus in roten POSe – Das Ende des vodafonistischen Worthülsen-Spektakels

PhrasendrescherNun ist es an der Zeit, das vodafonistische Worthülsen-Spektakel für beendet zu erklären. Mit 19 Prozent ist das Votum deutlich ausgefallen: Die Dopingweisheit aus dem Radsport hat das Rennen gemacht. „Wir geben Dir die Power dazu, wir geben Dir empowerment“.

Diese rotgetünchte Weisheit aus den Zeiten des Existenzialismus hatte die nötige Enkomplexität, um das systemische Paradigma von Niklas Luhmann in Dekomplexität zu transformieren. Denn die Manifestation der Kundenbevorzugung mit Klingeltönen ist eine wichtige Synergie auf dem Wachstumspfad nach der Client first-Strategie „Much more for more“. In Fußgängerzonen steht der Kunde im Mittelpunkt auch wenn er Nichtkunde ist, um ihm Markenversprechen und Kundenversprechen über Markenwesen der Generation upload zu kommunizieren und mit weltweit führenden Mehrwertgeschenken zu begeistern und Markenbotschafter in knallrote POSe zu schicken, die ihren Glauben an den Magnetismus kundtun und die Kopernikanische Wende über Consumer-Vorteilsprogramme sowie Daten-Tarife einleiten.

Die nötigen Schlussworte hat sowieso Don Alphonso vor einigen Wochen gesprochen. Gewinner der systemischen Stilkunde für Vodafonisten ist Anke. Das Opus schicke ich Dir per Post, wenn Du mir Deine Adresse mitteilst.