Mit @stporombka und Adorno-Adiletten die digitale Gegenwart ändern: Über Gamification und den Nutzen der Torheit #Gamescom15 #NEO15

Eine vom Fluch der ständigen Erreichbarkeit genervte Familie.
Eine vom Fluch der ständigen Erreichbarkeit genervte Familie.

Man spürt die Verkrampfung vieler Führungskräfte der Deutschland AG, wenn sie sich mit Dingen beschäftigen müssen, die sie nicht kapieren. Der Grafiker Quentin Fiore formuliert das in seinem Opus „Das Medium ist die Massage“ mit drastischen Worten: Ein Überleben sei heute unmöglich, wenn man sich seiner Umwelt, dem sozialen Drama, mit einer starren, unveränderlichen Haltung nähert – eine geistlose, immer gleiche Reaktion auf das Verkannte.

„Leider begegnen wir dieser neuen Situation mit einem riesigen Ballast überholter intellektueller und psychologischer Reaktionsmuster. Sie lassen uns h-ä-n-g-e-n. Unsere eindrucksvollsten Wörter und Gedanken verraten uns. Sie verbinden uns mit der Vergangenheit, nicht mit der Gegenwart“, schreibt Fiore.

Den neuen Technologien begegnet man mit den Reizreaktionsmustern der alten. In Phasen des Übergangs sei daher ein Zusammenprall unvermeidlich:

„In der Kunst des ausgehenden Mittelalters erkennen wir bereits die Angst vor der neuen Technologie des Buchdrucks, die im Motiv des Totentanz ihren Ausdruck fand“, so Fiore.

Es ist der absurde Versuch, die von der neuen Umwelt geforderten Aufgaben mit dem Rüstzeug von gestern zu erledigen. Heute wird der Untergang des Buchdrucks mit kulturpessimistischen Tönen bekleidet:

Etwa die Idee von Amazon, das Lesen von eBooks nur noch nach angeklickten Seiten zu bezahlen. Das Buch als Ganzes wird aufgelöst.

„Und das ist für die Verfechter der alten Buchkultur natürlich schlimm. Das Buch hat uns ja erzogen, die Sachen als abgeschlossen zu verstehen, als festes Gegenüber. Die neuen Formen des Lesens interessieren sich weniger für das Abgeschlossene. Es geht um Aneignung und um Weiterbearbeitung. Das heisst, dass sich Bücher in Texte verwandeln – und die wiederum erscheinen eher als Material, mit dem man etwas machen kann. Damit verfallen dann eine ganze Reihe von festen Regeln, die uns mit dem Lernen der Buchlektüre beigebracht worden sind“, sagt Literaturprofessor und Twitterat Stephan Porombka.

Letztlich sind es lustvolle und kombinatorische Gegenwartsexperimente, die die Gegenwart nicht nur beobachten, sondern sie verändern. Erfolge habe schließlich NICHT in erster Linie der Erfinder oder kreative Zerstörer, sondern jener, der das Neue am besten organisiert und kombiniert, bemerkte der Ökonom Joseph Schumpeter in seiner Zeit an der Bonner Universität.

Schumpeter richtig zitieren.001

Als wahrer Pionier der kombinatorischen und experimentellen Gegenwartskultur erweist sich Porombka. Selbstporträts macht er nicht mit Selfie-Stab, sondern mit einer autonom fliegenden Drohne, die Fotos sogar in heiklen Momenten bei der Bettlektüre von Werken schießt wie „Josefine Mutzenbacher – oder Die Geschichte einer Wienerischen Dirne von ihr selbst erzählt“.

Die tägliche Rasur der Geheimratsecken, die zum professoralen Habitus von Porombka zählen, bleibt der Drohne nicht verborgen. Man sieht ihn auch bei frühsportlichen Übungen in der Disziplin „American Bookball“. Ein extrem hartes Buchtraining mit literarisch ausstaffierten Schulterpolstern im Stil der 1980er Jahre.

Legendär ist auch der vierarmige Pullover mit dualem Stinkefinger für langweilige Konferenzen. Wegweisend sein achtjähriges Forschungsprojekt beim Abpausen des Gesamtwerkes von Franz Kafka. Das Gerüst von Heideggers Opus „Sein und Zeit“ hat der Twitteratur-Trendsetter mit Streichhölzern nachgebaut. Den Silberstreif am Horizont gibt es in der innovativen Porombka-Werkstatt in mobiler Version zum Mitnehmen.

Zudem offeriert er ein Brot mit USB-Schnittstelle und für den intellektuellen Sauna-Gang Adiletten mit Theodor W. Adorno-Plateausohlen. Smartphone-Hüllen mit dem Wittgenstein-Hauptwerk „Tractatus logico-philosophicus“ reduzieren die Blödheit beim öffentlichen Einsatz dieser mobilen Geräte.

Technologien der Torheit

Vielleicht sollten die Unternehmensentscheider im Umgang mit den digitalen Technologien dem Weg von Porombka folgen oder sich an dem amerikanischen Organisationspsychologen James C. March orientieren, der für eine „Technologie der Torheit“ plädiert. Er meint damit aber nicht Albernheit, sondern Verspieltheit, um Raum für Experimente zu schaffen. Organisationen kommen nicht ohne Wege aus, Dinge zu tun, für die sie keine guten Gründe haben. Es existiert in allen Entscheidungssituationen eine Menge Unsicherheit und Konfusion, die von den traditionellen Managementkonzepten und verstaubten BWL-Theorien ignoriert werden. Klugheit im Durcheinander der Vernetzung speist sich nicht aus dem kümmerlichen Geist des Controllings.

„Torheit – oder das, was danach aussieht – beruht zum Teil darauf, Ideen aus anderen Bereichen zu stehlen“, erläutert March im Interview mit Harvard Business Review.

So könne der Spieltrieb genutzt werden, um die Torheit zu fördern:

„Beim Spielen gibt es keine Hemmungen. Wenn wir spielen, können wir Dinge tun, die uns sonst nicht erlaubt sind. Wenn wir aber nicht spielen und die gleichen Dinge tun wollen, müssen wir unser Verhalten rechtfertigen. Gelegentliche Torheit erlaubt es uns, Erfahrungen mit einem möglichen neuen Ich zu machen – aber bevor wir eine Veränderung dauerhaft in die Realität umsetzen, müssen wir Gründe dafür liefern.“

Vielleicht bringt die Gamification mehr Leichtigkeit ins Wirtschaftsleben. Wir sollten nicht alles so bedeutungsschwer auf die Waagschale legen. Schließlich sei das Streben nach Bedeutsamkeit und Wichtigkeit die Illusion des Unwissenden, betont March. Recht hat er.

Darüber wollen wir reden – auf der Gamescom am 6. August, um 12:30 Uhr. Und natürlich auch auf der Next Economy Open im November. Man hört, sieht und streamt sich 🙂

Gaming: Der unterschätzte Kulturfaktor in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – Interview zur #Gamescom2014

Gamescom

Der Mensch ist ein Spieler – und ohne seine Lust und Fähigkeit zum Spielen hätten sich viele Kulturformen nicht entwickelt: Dichtung, Recht, Wissenschaft, bildende Kunst oder Philosophie. Das hat der Kulturphilosoph Johan Huizinga schon vor rund 75 Jahren in seinem Buch „Homo Ludens“ konstatiert. Keine neue Erkenntnis also. Wenn man sich Schulen, Universitäten, Unternehmen und die Politik in unserer heutigen Zeit anschaut, ist davon nicht sehr viel übrig geblieben – in Deutschland. Gibt es einen Lehrstuhl für Ludologie? Fehlanzeige. Den findet man aber an der dänischen Kunstakademie, wo sich Jesper Juul wissenschaftlich mit Spielen und besonders mit Videogames auseinandersetzt. Gibt es Unternehmen, die sich im Management mit den Vorzügen des Spiels beschäftigen? Die muss man mit der Lupe suchen. Gibt es politische Initiativen, die die Gaming-Branche als Katalysator für die Digitalisierung nutzen? In Südkorea mit ihrem Framework Act on Information schon. Dort wurden und werden staatliche Milliarden-Beträge in die Hand genommen, um die Digitalisierung der Gesellschaft voranzutreiben. Auch in anderen Ländern findet man sehr schöne Beispiele, Gaming und Gamification als Wirtschaftsfaktor zu nutzen. Wenn aber Dorothee Bär als parlamentarische Staatssekretärin des Bundesverkehrsministeriums auf der Gamescom mit dem Statement aufwartet, Gaming als Impulsgeber für die Digitale Agenda der Bundesregierung zu sehen, kann das nur als Lachnummer gewertet werden.

All das habe ich in einem ichsagmal.com-Gespräch mit Roman Rackwitz, Gründer und Vorstandschef von Engaginglab, diskutiert. Ein längerer Bericht folgt nächste Woche. Weitere Statements zum Hangout-Diskurs sind hoch willkommen. Bis Dienstagvormittag habt Ihr Zeit, hier Kommentare zu posten oder mir via E-Mail etwas zu schicken, die ich dann für meine Mittwochskolumne verarbeite. E-Mail: gunnareriksohn@gmail.com

Vielleicht sollten wir auch Streitigkeiten im Social Web spielerischer angehen 🙂

#Gamescom City Festival 2014: Fettes Begleitprogramm in Kölle

Gamescom

Zur Gamescom vom 13. bis 17. August gibt es wieder ein fettes Begleitprogramm in Köln! Mehr als 30 Bands und ein breites Spektrum an Spielen, Informations- und Entertainmentangeboten – am Neumarkt, Apostelnplatz, Rudolfplatz und Hohenzollernring.

Auf der Hauptbühne am Hohenzollernring sind Prinz Pi, Thees Uhlmann, Maximo Park und Frank Turner die Headliner. Mit Turntablerocker (DJ Thomilla) und Team Rhythmusgymnastik wird der Rudolfplatz bereits in den Abendstunden zur Club-Night. Tagsüber sorgt Toggo für beste Unterhaltung bei Kindern und Familien, abends gibt es Elektro, Pop und Kölsche Tön‘. Zudem bilden ‚Verkehrsmobilität‘ und die ‚Zukunft der Technik‘ erneut einen Themenschwerpunkt der festivalbegleitenden Ausstellungen.

Das Familien- und Ausstellungsprogramm startet an den drei Veranstaltungstagen von Freitag bis Sonntag bereits in den Mittagsstunden. So lädt die TOGGO-Tour von Super RTL ihre jungen Fans am Freitag ab 12 Uhr, am Samstag und Sonntag ab 11 Uhr zu ihrem Programm auf den Neumarkt ein.

Auch die Aussteller aus der Welt der Spiele und der Mobilität sowie die Gastronomen öffnen ihre Stände bereits ab spätestens 14 Uhr, um somit möglichst vielen Interessierten die Möglichkeit zu bieten, Spiele zu testen, sich an den aufwändig inszenierten Ausstellungsständen zu informieren und die neuesten Modelle mit Probefahrten zu erleben.

Das Tagesprogramm im Einzelnen

Neumarkt

Auch in diesem Jahr bietet die TOGGO Tour von SUPER RTL tolle Bühnenshows, hochkarätige Live-Acts und Fernsehen zum Mitmachen. Beim gamescom city festival am Neumarkt können Kinder vom 15. bis zum 17. August das kunterbunte Tour-Gelände erkunden, ihre Lieblingsstars live erleben und sich an zahlreichen Attraktionen austoben.

Auf die Besucher wartet ein vielfältiges musikalisches Programm – unter anderem sind die DSDS-Stars Pietro Lombardi und Sarah Engels (würg), Sängerin Jo Marie Dominiak sowie Kinderliedermacher herrH dabei. Passend zur Weltmeisterschaft stellen die Fußballfreestyler Julian Hollands (Tricktrainer der FC St. Pauli-Fußballschule) und Mehmetcan Örücü ihr Können unter Beweis und laden kleine Kicker zum Mitmach-Workshop ein. Das Team von Detlef D! Soosts Kids Club holt tanzfreudige Kinder zu aktuellen Hits auf die Bühne, bei einem Quiz gegen den Verrückten Professor können die Kids ihr Wissen unter Beweis stellen. Die Moderatoren Vanessa Meisinger, Mark Schepp und Paddy Kroetz führen gemeinsam durch das Bühnenprogramm.

Auch die Stars des Vorschulprogramms TOGGOLINO freuen sich auf die Besucher. Während die Kleinen sich mit ihren TV-Lieblingen Bob der Baumeister, Käpt’n Barnius oder Mike der Ritter vergnügen, können sich die Eltern in entspannter Atmosphäre zurücklehnen.

Das TOGGO-Areal bietet auf über 3.000 Quadratmetern viel Raum für kurzweiliges Vergnügen. An Stationen wie dem Angelo-Klassenzimmer oder der Go Wild-Kletterwand können sich Kinder nach Lust und Laune auspowern. Bei der Sally Bollywood-Detektivrallye ist hingegen Köpfchen gefragt und gemeinsam mit den Wächtern von Berk bricht man zu einem drachenstarken Abenteuer auf.

Auf der westlichen Seite des Neumarkts präsentiert sich erstmals beim Festival smart mit einem eigenem Show- und Musikprogramm. Und das kann sich hinsichtlich seiner Vielfalt und Qualität wahrlich zeigen lassen. Bevor es abends auf der smart-Bühne mit Elektro, Pop und Kölschen Tön losgeht, gibt es auch hier auf der Ausstellungsfläche an allen drei Tagen ab 11:00 Uhr neben Informativen auch ein unterhaltsames Showprogramm:

Freitag, 15.08.2014:
16 bis 17 Uhr
Das Kölner „WIR Schwestern“ Kollektiv liebt elektronische Musik, Mode & Kunst. Mit ihrer Techno-Aerobic Performance haben sie sich nun weit über Köln hinaus einen Namen gemacht. Die WIR Schwestern bringen Disko und Fitness zusammen und bieten ein professionell konzipiertes Aerobicprogramm zu Techno in feinster Clubqualität. Ob nur zum Zugucken oder Mitmachen – Techno-Aerobic ist Fitness-Performance der ganz besonders unterhaltsamen Art.

Samstag, 16.08.14:
11 bis 18:30 Uhr:
ParkourONE ist eine Community deutschsprachiger Traceure. In Köln bieten sie den ganzen Tag lang sowohl spannende und beeindruckende Parkour-Performances sowie einen Workshop in einem eigens gebauten Parkour-Park an der smart Bühne um 14:00 Uhr.

18:30 bis 19 Uhr:
Sebastian Zoppi ist ein unglaubliches Percussion-Talent aus Argentinien – unter anderem dort bekannt durch seine Auftritte im argentinischen „Super Talent“. Sein einzigartiges Rhythmusgefühl zeigt er in einer beeindruckenden Street-Performance, auf allem, auf das sich eintrommeln lässt: Ob leere Eimer, Mülltonnen oder einem Schlagzeug – Sebastian Zoppi zieht das Publikum mit seinem Rhythmus in seinen Bann. Seine erste Reise nach Europa unternimmt er nun unterstützt durch smart.

Sonntag 17.08.14
16 bis 17 Uhr:
HooplaBerlin ist Deutschlands innovativste Hula Hoop Gruppe. Aus dem Sport Hula Hoop wird während der interaktiven Performance der beiden „Hooper“ aus Berlin ein Erlebnis für die ganze Familie – zum Anschauen und/oder Mitmachen!

Apostelnplatz
Auf diesem Platz lässt sich die Zukunft der Mobilität erfahren: schon jetzt – vor der Markteinführung des neuen Audi A3 Sportback e-tron. Am Samstag und Sonntag haben die Festivalbesucher bereits ab dem späten Vormittag – neben dem umfangreichen Informationsangebot auf dem Kölner MediaPark – auch beim gamescom city festival die Möglichkeit, in den Audi A3 Sportback e-tron einzusteigen und kostenfrei Probe zu fahren.

Rudolfplatz, westliche Seite

RALLYTHEWORLD Club Nights präsentiert von Volkswagen:
Laut.Live.Spektakulär! RALLYTHEWORLD on Tour bringt Rallye-Action aufregender und lauter an den Start als je zuvor. Die volle Dosis Rallye-Adrenalin mit vielen interaktiven Gaming- und Infotainment-Highlights!

Rudolfplatz, östliche Seite

Interaktiv und innovativ: ADAC Verkehrswelt (kann man da auch Kündigungsschreiben abgeben?) öffnet im Rahmen des gamescom city festivals ihre Zelte auf dem Rudolfplatz. Das Thema Verkehrssicherheit auf spannende und experimentelle Art erleben können Besucher der ADAC Verkehrswelt auf dem Kölner Rudolfplatz. In den fünf Zelten warten interaktive Spiele, Selbstversuche und Quizfragen auf die Teilnehmer, die dadurch für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisiert werden und die Grenzen des eigenen Reaktionsvermögens kennenlernen. Besucher erfahren beispielsweise mittels einer Rauschbrille, wie sich Alkohol negativ auf die Wahrnehmung und die motorischen Fähigkeiten auswirkt, sie merken, wie lang der Bremsweg auf nasser Fahrbahn werden kann und sie lernen das gefährliche Phänomen des toten Winkels kennen. Weitere Informationen zur ADAC Verkehrswelt gibt es hier: www.verkehrswelt.de

Hohenzollernring

Erneut lässt VW gemeinsam mit Fleischhauer die Vielfalt der Marke Volkswagen mit den Highlights erlebbar werden: Dem Supersportler Polo R WRC und den CUP Sondermodellen. Und es bietet sich die Möglichkeit, die Volkswagen Modelle bei einer Probefahrt zu testen und attraktive Preise zu gewinnen.

Im weiteren Verlauf des Hohenzollernrings bieten sich weitere attraktive Gelegenheiten, sei es, um in virtuelle Spielwelten einzutauchen, oder sei es, um dort bei attraktiven gastronomischen Angeboten das musikalischen Hauptprogramm zu erleben. Und auch hier gibt es neben den Angeboten von Coca Cola, Relentless und Früh Neues im Programm: Mit Europas größtem Show-Grill und dem Mojito Ambassy Truck werden auch die kulinarischen Ansprüche auf ihre Kosten kommen.

Und um das Warten auf das musikalische Hauptprogramm zu verkürzen, präsentieren sich bereits auch auf dem Ring in den Nachmittagsstunden auf einer gesonderten Bühne – der VRS-Bühne – erste Musikacts:

Freitag, 15.08.
16 Uhr Alex Amsterdam
Im Herbst 2014 erscheint sein neues Album Come What May. Es macht Schluss mit alten Verpflichtungen und ist der Durchbruch zu sich selbst. Indie? Mainstream? Beides! Mit über 600 absolvierten Auftritten im In- und Ausland, gehört Alex seit 2007 zu dem umtriebigsten und fleißigsten Musikern seiner Zunft! Diverse Support-Touren (u.a. für Train, Maxim, Kettcar, Boyce Avenue, Luxuslärm, Gisbert zu Knyphausen, Kilians oder auch Erdmöbel u.v.m.) bestätigen das.

17 Uhr FRAU WOLF
Die 23-jährige Singer/Songwriterin FRAU WOLF a.k.a. Christina Schmaus kommt aus Saarlouis und macht seit ihrem 14. Lebensjahr Musik. Nach mehreren Jahren Live- und Studioerfahrung, unter anderem als Frontfrau der Band “Grenzenlos“, entschloss sie sich ihren musikalischen Weg als Solokünstlerin weiterzugehen.

20:30 Uhr Johna
Johna (Singer / Songwriter) aus Köln haben in den letzten 4 Jahren mehr als 200 Konzerte in Deutschland, Italien, Luxemburg, Holland, Dänemark, Kanada und den USA gespielt und waren u.a. Support für JENNIFER RUSH, LUXUSLÄRM, LISSIE, NICK HOWARD, SHARON VAN ETTEN, MELANIE DEKKER, BARCLAY JAMES HARVEST , RON POPE, EWIG (Jeanette Biedermann) und MARK MORRISS (the Bluetones).

Samstag, 16.08.
15 Uhr DRAWING CIRCLES
DRAWING CIRCLES verbindet ruhige melodische Einflüsse mit rauen Hintergründen. Auffallend durch die sehr raue und herzblutgetränkte Stimme von Vincent Alex, erzählen er und Sebastian Lesch an der Gitarre Geschichten in Reflexion ihrer selbst. Nach den ersten kleineren Konzerten 2012 ging alles sehr schnell, es wurden mehr Konzerte gespielt, verschiedenste Städte bereist, größeres Publikum begeistert und auch bekannte Namen wie OMAR RODRIGUEZ LOPEZ, DRY THE RIVER oder EVERLAST luden sie für gemeinsame Konzerte ein.

16 Uhr Neuser
Sympathisch ist er auf den ersten Blick. Und trotz aller Ernsthaftigkeit, die seine Musik ausstrahlt, hat er auch einen ausgeprägten Schalk im Nacken. Neuser – Solo – Konzerte haben eine sehr angenehme, entspannte Atmosphäre, in der sich Lachen, ergriffenes Zuhören und Mitrocken ausbreiten können. Er setzt nicht nur auf Stimme und Gitarre, sondern bezieht elektronische Komponenten mit ein. So entstehen wunderschöne und teils fast magische Momente.

17 Uhr Marcel Brell
Stimme, Piano, Akustik-Gitarre, Schlagzeug, Bass, das war’s. Es ist ein kleines, behutsam aufgebautes und perfektionistisch abgestimmtes Set, mit dem Marcel Brell seit Anfang 2013 in ganz Deutschland unterwegs ist. Der Hörgenuss der Marcel-Brell-Songs ist enorm. Seine Musik atmet. Er vereint Akribie, Philosophie und Sinnlichkeit. Er schafft mit seiner Musik etwas, das es im aktuellen Geschehen noch nicht gibt und das sich zu entdecken lohnt.

Sonntag, 17.08.
14 Uhr Schrader @ Parisi
Schrader@Parisi spielen handgemachten Acoustic Rock & Pop und lassen mit ihrem direkten und unverfälschten Sound auch bekannte Songs von Robbie Williams, U2, Maroon 5 oder Crowded House ganz neu erklingen. Dabei verstehen Franco Parisi (Gesang) & Schrader (Gitarre, Gesang) es genau, das Publikum in ihren Bann zu ziehen.

Das Abendprogramm im Einzelnen

Freitag und Samstag ab 18:00, Sonntags bereits ab 16:00 Uhr startet auf dem Neumarkt, dem Rudolfplatz und dem Hohenzollernring das musikalische Hauptprogramm, wieder mit Newcomern, aber vor allem mit deutschen und internationalen Stars.

Übersicht Bühne Hohenzollernring

Freitag, 15.08.2014
18 Uhr Weekend
Der neue Lieblingsrapper deines Lieblingsrappers heißt Weekend. Hiphop.de kürte ihn 2012 zum Newcomer des Jahres. Andere Rapper können alles. Weekend kann dafür rappen. Und genau das macht er als Opener des gamescom city festivals.

19 Uhr James Hersey
Freakwave schreibt über ihn: „James Hersey schreibt eingängigere Melodien als Coldplay, aber verzichtet dankenswerter Weise auf den Pathos von Chris Martin. Er ist da, wo Mike Skinner mit The Streets hinwollte, und kann noch dazu bedeutend besser singen. Pop fürs 21. Jahrhundert.“

19:55 Uhr Rockstah
Rockstah legt Wert auf gesundes Wachstum. „Das Unspektakuläre spektakulär machen“, darin sieht er seine Bestimmung. Er rappt folgerichtig über sich, sein Leben, seine Film-, Serien- und Computerspiel-Abhängigkeit und steigert sich kontinuierlich.

21 Uhr Prinz Pi
Auf insgesamt 27 Konzerten, von denen 24 vorab ausverkauft waren präsentierte Prinz Pi mit einer neuen Show neues und altes Material. Als Aufwärmübung für die Tour dienten die zahlreichen Gigs des Festivalsommers 2013. Shows auf dem Hurricane, dem Southside und dem Highfield Festival waren ein großer Erfolg.

Samstag, 16.08.2014
18 Uhr Elias Breit
Elias Breit ist ein 16jähriger (!) Singer/Songwriter aus Köln. Er orientiert sich stilistisch an Künstlern wie Ed Sheeran oder Passenger. Er liebt es live zu spielen und das zu jeder Gelegenheit: Als Support von international bekannten Künstlern wie The Fray ,Cris Cab oder Bo Saris, aber auch in Paris oder Pajara auf den Straßen und Plätzen mit und für Einheimische und Touristen.

18:55 Uhr ELIF
ELIF ist eine Tochter aus dem Herzen Berlins, und das gerade diese Generation von jungen Frauen bisher in der Popkultur und Musiklandschaft noch keine hörbare Stimme hatte, ist äußerst verwunderlich. Live überzeugte sie das Publikum als Support bei Ronan Keating, Bosse oder Tim Bendzko.

20 Uhr Thees Uhlmann
Uhlmann ist lyrisch in absoluter Bestform. Er verwebt Realismus und Fantasie, Geschichtsbuch und Tagesschau zu Erzählungen, die in ihrem Bilderreichtum so dicht und glaubwürdig sind, dass sie den Hörer mit gnadenlosem Griff an der Kehle packen. Über seine Band sagt er selbst: „sie fühlt sich so sehr nach einem homogenen, konzentrierten Mob an, dass ich mir zur Zeit einfach nichts vorstellen kann, was schöner, natürlicher und befriedigender ist.“

21:25 Uhr Maxïmo Park
Maxïmo Park gelten als die Musterschüler der sogenannten ‚School of 2005’. Die Band fiel mit ihren hitzigen, unkonventionell komponierten Indierock-Songs aus dem Rahmen. Ihre fulminante Live-Performance verhalf ihnen schnell zu dem Ruf, einer der wichtigsten neuen Acts des Vereinten Königreichs zu sein.

Gamescom Festival

Sonntag, 17.08.2014
16 Uhr Sound of Games
Mit mehr als 50 Millionen Hörern weltweit und mehreren Charteinträgen sind Sound of Games die führenden Anbieter von Premium Spiele-Musik. Sie performen live weltbekannte Hits aus Spielen wie Tetris, Donkey Kong und The Last Ninja.

16 Uhr Abay
Aydo Abay, der ehemalige BLACKMAIL Sänger und Sänger von KEN (auf Pause) musiziert nun zusammen mit Jonas Pfetzing, Gitarrist der Band JULI. Dazwischen liegen diverse andere Projekte der Künstler, wie zum Beispiel Soundtrack-Arbeiten zu verschiedenen Kurz‐und Spielfilmen. Was in akribischer Kleinstarbeit herausgekommen ist, lässt kaum Wünsche offen. Im Herbst erscheint eine erste EP und Anfang nächsten Jahres soll das Album erscheinen.

17:55 Uhr Young Rebel Set
Ein Konzertphänomen zu Beginn ihrer Karriere: nur mit einer Vinyl Only EP in Miniauflage erreicht die junge Band aus dem Norden Englands Ausverkauft-Status bei ihren Shows in Hamburg oder Berlin. Die Stimme von Matt Chipchase erkennt man unter Tausenden. Sie ist da oben, wo die Stimmen des Rock’n’Roll sind, die nicht rein, nicht schön sind. Man glaubt dieser Stimme genau so, wie man Nick Cave, Tom Waits oder Noel Gallagher glaubt.

19:10 Uhr Ja, Panik!
LIBERTATIA heißt das neue Album der Gruppe Ja, Panik. Über ein Jahr lang hat die Band zusammen mit ihrem Produzenten Tobias Levin im eigenen Studio in Berlin und in den Electric Avenue Studios in Hamburg an diesem Werk gearbeitet. So muss man beim federleichten Wavepop in LIBERTATIA schon eher an die großen weltumarmenden Momente des Second-Order-Pop denken, an The Style Council vielleicht, aber auch an die erwachsenen Alben der Hamburger Schule.

20:40 Uhr Frank Turner
Er hat bekanntlich einen fabelhaften Aufstieg vom Hardcore-Shouter über den Akustik-Folker zum Stadion-Rocker hinter sich, ohne in einem dieser Genres auch nur ein Klischee zu erfüllen. Begeistert hat Frank Turner, als er mit seinem aktuellen Album „Tape Deck Heart“ eine fast ausverkaufte Tour im Herbst 2013 mit der Fortsetzung in diesem Frühjahr abfeierte.

Übersicht Rudolfplatz – VW-Club-Night
Freitag 15.08.2014
19 Uhr Turntablerocker (DJ Thomilla)
Seine Kreativität und Energie ist scheinbar grenzenlos. DJ, Produzent, Songwriter – DJ Thomilla verfügt über zahlreiche Facetten. Remixe für u.a. Outkast, Bounty Killer und sein legendärer ‚Picknicker Remix‘ für Die Fantastischen Vier machten ihn deutschlandweit bekannt. Gemeinsam mit Michi Beck aka DJ Hausmarke legte er regelmäßig auf – aus dieser Kollaboration entstanden die Turntablerocker.

Samstag 16.08.2014
19:30 Uhr Rhythmusgymnastik DJ Powerfun & DJ Bleibtreuboy
Rhythmusgymnastik ist Tanz, Aerobic und Sport, verbunden mit viel Spaß und heißer Musik. Jede Rhythmusgymnastik-Party, auf der Sie mindestens zwei Stunden lang ohne Pause tanzen, zielt darauf ab, den Kreislauf und die Muskeln zu stärken. Fettgewebe im Körper zu verbrennen und die Beweglichkeit zu fördern. Das Programm beginnt mit anwärmen Dehn-und Streckübungen, geht zur schnelleren, tänzerischen Gymnastik über und endet mit ruhigen Trainingsabläufen. DJ Powerfun und sein Rhythmus-Experte Bleibtreuboy verwenden ein eigenes, hochentwickeltes und streng geheimes Trainingskonzept, um Ihnen allen Übungen kinderleicht und tänzerisch zu vermitteln.

Übersicht Neumarkt – smart-Bühne
Freitag 15.08.2014
19 bis 20:30 Uhr:
Roosevelt – Sanfte Dance-Beats verschmelzen mit psychedelischen Sounds und gehaltvollen Pop-Arrangements. Diese Mischung macht die Musik des ehemaligen Beat!Beat!Beat!-Schlagzeugers Marius Lauber zu einem träumerischen und atmosphärischen Klangerlebnis. Momentan auf den Festivals Europas unterwegs, macht Roosevelt für smart Halt in seiner Heimatstadt Köln.

21 bis 22 Uhr:
Erobique + Hans Nieswandt – Der Hamburger Erobique ist Teil der Band International Pony. Solo macht er elektronische Musik, die von Einflüssen aus der ganzen Welt geprägt und jede Reise wert ist. Unterstützt wird er vom Urgestein der Kölner Elektro-Szene, dem DJ und Produzenten Hans Nieswandt.

Samstag, 16.08.2014
19 bis 20 Uhr:
Adesse: „Meine Musik ist wie meine Stadt, in der ich großgeworden bin! Alles ist möglich!“ – Adesse ist DAS Soul-Nachwuchstalent aus Berlin. Seine aktuelle Single „elektrisch“ feat. SIDO besingt das großartige Gefühl, wie es sich anfühlt, wenn es sich zwischen zwei Menschen elektrisch auflädt. Live Musik mit Gänsehaut-Garantie!

20 bis 22 Uhr:
Bryan Kessler ist aus der musikalischen Szene in Köln und weit darüber hinaus nicht mehr wegzudenken. Der Wunderkind-Songwriter und Ausnahme-Produzent hat seine Finger in vielen musikalischen Bereichen – ob als Sänger der Punkband The Pollywogs oder als DJ und Dance Music Producer für Kompakt, Get Physical oder die Kölner LIKE-Posse. Für smart performed Bryan Kessler ein überraschend neues Live-Set mit befreundeten Musikern und dem Kölner DJ und Produzenten Matteo Luis.

Sonntag, 17.08.2014
19 bis 20 Uhr:
Miljö machen kölsche Musik mit typisch kölschen Texten, rockigen Einflüssen und tanzbaren Rhythmen. Die Band ist, obwohl sie erst vor zwei Jahren gegründet wurde, bereits fester Bestandteil der Kölner Musik- und Karnevalsszene.

20:30 – 21:30 Uhr:
cat ballou ist „Kölsch-Rock-Pop“ vom feinsten. Die meisten ihrer Lieder drehen sich um eines: Köln. Dabei kommt die Musik mit einem überraschend jungen und mitreißenden Sound daher.

Uff. Kaum zu bewältigen. Ich bin übrigens am Mittwoch und Freitag auf der Gamescom. Vielleicht sieht man sich.

Über Opa, Ironblogger in OWL, gamescom, #StreamCamp13 und #BTK13

Auch Regen kann Blogger nicht aufhalten
Auch Regen kann Blogger nicht aufhalten

Der Besuch des Bloggertreffens in Köln hat sich wirklich gelohnt. Man konnte alte Kontakte wieder auffrischen, neue Kontakte aufbauen und viele Ideen über Netzprojekte diskutieren. Etwa mit dem Bonner Blogger Walid Chaar.

Sein Blog hat mit http://www.www-blogger.de nicht nur eine sehr originelle URL, auch seine Beiträge sind sehr lesenswert. Sein Opus über die lebensrettende Kraft des Kommas für „Wir essen jetzt Opa“ kann als Beispiel genannt werden.

Mit Bitpage-Blogger Christopher Piontek diskutierte ich über seinen Blog, die gamescom, die Gründung der Ironblogger für die Region Ostwestfalen-Lippe mit der Metropole Paderborn und der Un-Stadt Bielefeld sowie über das StreamCamp im November, bei dem auch Christopher dabei sein wird:

„Der Gunnar Sohn hat mich zum Streamcamp 2013 am 16. und 17. November im Startplatz in Köln eingeladen und werde dieser Einladung sehr gerne folgen. Es ist super interessant, was Google mit Hangouts On Air für ein Live-Streaming-Werkzeug anbietet und es anschließend auch auf YouTube verfügbar ist. Eigenes Fernsehen + Mediathek für geringes Budget für Jedermann. Wer also ebenfalls Interesse an Streaming hat, sollte mit nach Köln kommen. Das Barcamp wird über 2 Tage gehen und die Tickets kosten wohl verträgliche 10 Euro pro Tag.

Dann sammelte ich natürlich auch einige spannende Themen für Bloggercamp.tv-Sessions in den nächsten Wochen und Monaten ein. Da werde ich Euch auf den Laufenden halten.

Ein Dankeschön an die Organisatoren des Bloggertreffens in Köln
Ein Dankeschön an die Organisatoren des Bloggertreffens in Köln

Kurzes Resümee: Werde beim nächsten Bloggertreffen in Köln wieder dabei sein 🙂

Gaming statt Hierarchien: Wie Computerspiele das politische System ändern könnten #gamescom

Gamification: Opium fürs Volk?
Gamification: Opium fürs Volk?

Nach dem postideologischen Kater der Systemkrise namens Finanzkapitalismus und dem Einsturz des Utopieglaubens bleibt nach Auffassung von Frank Rieger und Fefe nur noch Zynismus und Gamification übrig. Das äußerten sie in einem gut zweitstündigen Gespräch mit dem FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher. Abzuhören in ihrer Alternativlos-Podcast-Reihe.

Digitale Artefakte werden benutzt, um unsere Soziotope zu gestalten, wenn es etwa um Reputation oder Wissensmanagement geht.

„Dabei müssen wir darauf achten, nicht mehr die Rolle eines Game Masters hinzunehmen wie bei Google, der die Regeln bestimmt. Wir müssen verstehen, wie diese Regeln funktionieren”, so Rieger.

Und ich würde ergänzen, wie man sie brechen kann. Als besonders fragwürdig werden in dem Podcast Regeln gewertet, die von Algorithmen bestimmt werden wie beim Google-Spiel Ingress, das zumindest von Frank Rieger bis zum finalen Level 8 durchgespielt wurde.

Indoktrination über Software-Versionen

Es heißt nur, hier hast Du das Programm, viel Spaß dabei.

„Regeländerungen kommen ausschließlich über Software Updates und plötzlich funktioniert Deine Welt anders”, stellt Rieger fest.

Er wertet das als Vorboten für soziale Interaktion und Politikgestaltung. Wenn von der Gamification der realen Welt gesprochen werde, könnte man von der „fucking” Software Version abhängig werden. Auf der Strecke bleiben Möglichkeiten der Selbstorganisation, die es allerdings im klassischen Industriekapitalismus nie gab, wie Wolf Lotter sehr eindrucksvoll auf der republica skizzierte.

In dem kulturpessimistischen Diskurs der Dreier-Runde darf natürlich auch der altväterliche Einwurf über „die” Jugend und über „die” Kinder nicht fehlen, die mit Computerspielen aufgewachsen seien, die ihnen vorschreiben, was sie tun dürfen und was nicht. Gamification mache die Masse träge und würde sie indoktrinieren, so der Vorwurf, der auf der Manfred Spitzer-Skala mit Sicherheit die volle Punktzahl erhält.

Gaming als Kulturfaktor

Gamification bewirkt allerdings genau das Gegenteil. Das anfängliche Verschweigen der Spielregeln in den meisten Computer- und Videospielen und überraschende Regeländerungen über Software-Updates sind Teil des Spiels. Als Gamer bekommt man Anreize für die Aufnahme von Informationen, um das Spiel zu verstehen und zu erkunden. Man könnte es auch fortdauernde Versuch-und-Irrtum-Schleife bezeichnen, um sich als aufmerksamer Beobachter zu profilieren. Jedes gute Spiel fordert uns heraus, unnötige Hindernisse freiwillig zu überwinden. Und das mit großer Energie und Anstrengung – ohne Zwang, Anpassung, Unterdrückung oder Macht.

In bildungsbürgerlichen Diskursen wird gerne der Gegensatz von Spiel und Ernst kultiviert. Viele Jahre wurde das Ende der Spaßgesellschaft proklamiert und vor dem Niedergang der Hochkultur gewarnt. Dabei ist die Gaming-Szene, sowohl Entwickler als auch Spieler, längst Teil der Alltagskultur – auch wenn das von den Gaming-macht-süchtig-und-deformiert-das-Hirn-Spitzers dieser Welt mit hysterischen Gesängen bekämpft wird.

Gegensatz von Spielen ist Depression

Diese Abgrenzung ist albern und falsch, meint Soziopod-Blogger und Grimme Online Award-Preisträger Patrick Breitenbach:

„Spielen ist immer Arbeit und das in jeder Form – körperlich und geistig. Es geht um Fleiß, um Teamwork, um strategische Denkarbeit, entdeckerische Arbeit und kreative Arbeit.“

Das Gegenteil von Spielen sei eher Depression. Um sich aus der Ohnmacht und dem Gefühl der Machtlosigkeit gegenüber Politik und Wirtschaft zu befreien, bietet die Gamification das nötige Rüstzeug. Was zeichnet analoge und digitale Spiele aus?

„Freiwilligkeit, die sich von den Zwängen der Arbeitswelt und den nicht vorhandenen politischen Beteiligungsmöglichkeiten deutlich unterscheidet. Spielen ist nicht sinnlos. Unsere angeblich ernsthafte Realität ist es“, so Breitenbach.

Warum das „wahre“ Leben enttäuscht

In der von triefendem Kulturpessimismus geprägten Debatte der liebwertesten Spitzer-Gichtlinge über Computerspiele sollte man sich eher die Frage stellen, warum Spiele mittlerweile die ergiebigste Quelle für positive Beschäftigungen sind und das „wahre“ Leben so wenig zu bieten hat. Warum kommen Computerspieler sehr schnell in den von dem Psychologen Mihály Csíkszentmihályi erforschten Flow-Zustand? Flow bezeichnet das völlige Aufgehen des Handelnden in seiner Aktivität. Schulen, Büros, Fabriken und das Alltagsleben sind derzeitig unfähig, uns mit Flow zu versorgen.

Spiele bringen uns bei, frei wählbare, anspruchsvolle Formen der Arbeit zu schaffen, die uns stets das Beste abverlangen:

„Wir könnten akute Probleme wie Depression, Hilflosigkeit, soziale Entfremdung und das Gefühl von Unzulänglichkeit wirksam bekämpfen, wenn wir spielmechanisch geprägte Arbeit in den Alltag einbänden“, schreibt Jane McGonigal in ihrem Buch „Reality Is Broken. Why Games Make Us Better und How They Can Change Change The World“.

Level statt Zensuren

Statt Zensuren in Schulen und Universitäten zu vergeben, könnten wir Spiel-Level vorgeben. Es geht um Missionen und nicht um Klausuren, es geht um Anreize und nicht um Bestrafung. Positiver Stress, der beim Erreichen von Zielen in Computerspielen zur Normalität gehört, wirkt sich auch auf den Lernerfolg aus. So wird am Quest to Learn-College in New York City mit Geheim-Missionen, Bosslevels, Erfahrungsaustausch, Spezialagenten, Punkten und Stufen operiert und auf klassische Noten verzichtet:

„Eine bahnbrechende Fusion von spielerischem Handeln und öffentlichem Schulsystem“, so McGonigal.

Intellektuelle Fähigkeiten verwandeln sich in Superkräfte und epische Herausforderungen können nur mit einer Lernkultur gemeistert werden, die Fehler als Antriebsfeder werten und nicht als Schwäche.

Die positive Utopie des Spiels

Nicht das Spiel und der Homo Ludens sind bedrohlich, sagt Patrick Breitenbach, sondern unsere kaputte, graue und langweilige Realität. Deshalb sollte stärker über den Transfer der Gaming-Kultur in den Alltag nachgedacht werden. Wie kann man das Phänomen der Beteiligung, der Begeisterung und des Engagements auf Wirtschaft, Politik und Gesellschaft übertragen? Das ist eine positive Utopie, so Breitenbach:

„Beim Spielen geht es auch um Macht. Aber in einer völlig anderen Ausrichtung. Nicht Unterdrückung, Unterordnung, Gehorsam und Hierarchien, sondern Gestaltungsmacht, Gestaltungsfreiheit, Selbstorganisation und Kooperation.“

Und wenn die Spielregeln langweilen und Software-Updates als reine Geldschneiderei von der Game-Community entlarvt werden, stimmen wir radikal mit den Füßen ab und gehen zum nächsten Spiel, wie es mein Sohn Constantin in unserem Interviewformat „Sohn fragt Sohn“ zum Ausdruck brachte.

Wir wollten unseren Diskurs eigentlich auf der Gamescom fortsetzen – aber irgendwie wollten die Gamescom-Veranstalter nicht mit uns spielen, obwohl sie uns das versprochen haben. Also gibt es in diesem Jahr auf der Gamescom kein Sohn fragt Sohn-Format.