Blogger Camp in Nürnberg – Planung beginnt – wer macht mit? #bcn12

Die Obi Wan Kenobi-Talkrunde auf der Berliner Wissenschaftskonferenz Informare im Mai hatte ja noch einige Konsequenzen nach sich gezogen. Vier der Teilnehmer versackten in der Ständigen Vertretung beim Kölsch-Konsum – und das in der Hauptstadt.

Geboren wurde das bloggende Quartett: Heinrich Rudolf Bruns (der heute übrigens Geburtstag hat), Hannes Schleeh, Obi Wan Kenobi aka Bernd Stahl und icke. Alle vier wollen sich nicht nur regelmäßig austauschen, sondern auch in einem größeren Rahmen an die Berliner Talkrunde anknüpfen.

Entstanden ist das Blogger Camp 12 in Nürnberg #bcn12. Räume und Technik hat freundlicher Weise Bernd organisiert. In seiner Company Nash Technologies – Netzwerkspezialisten sorgen dann natürlich auch für Livestreams der Auftritte.

Termin: Freitag, 28. September 11 bis 17 Uhr – danach sicherlich Bierprobe, die @hrbruns aus dem Boden stampfen wird. Garantiert mit Gerstensaft, der ohne Hopfenextrakt gebraut wurde.

Nach der Ausnüchterung geht es am Samstag, 29. September von 10 bis 14 Uhr weiter. Danach dann vielleicht noch ein Biergarten-Enspannungs-Meeting.

Grobe Programmplanung:

Dann jeweils zwei Blöcke á 45 Minuten Session oder Panel (Sesssion/Panel via Livestreaming)

Tag 1

11.00 bis 11.45 Uhr Session/Panel
11.45 bis 12,30 Uhr Session/Panel

45 Minuten Pause – Schmackofatz, kein Kantinenessen, lieber Snacks oder Nürnberger Würstel oder Semmeln mit Leberkäs oder so.

13.15 bis 14.00 Uhr Session/Panel
14.00 bis 14.45 Uhr Session/Panel

30 Minuten Pause Kaffeeklatsch

15.15 bis 17 Uhr: Werkstatt: Tipps und Tricks aus der Blogger-Kiste (Tools, Klicks, Layout, Text, Audio, Video etc. – Blogger helfen Bloggern)

Nach 17 Uhr Hackerbrause-Gerstensaft-Party

Tag 2

10 Uhr Start Panels/Sessions

bis 14 Uhr, dann Snacks und tschüssikowski.

Statt Namensschilder werden im Vorfeld T-Shirts verschickt. Vorne der Twitter-Nutzername (Modell Gunni), hinten Blogger Camp12 und das Motto. Heute schon gebloggt? Blogger Dir einen. Oder, oder, oder. DJ Kloschüssel – also der Sohn vom Sohn – wird uns mit Eletronic Music erfreuen und auch etwas über die Youtube-Szene erzählen.

Für die Panels/Sessions kann jeder Vorschläge machen und wir kümmern uns um die Dramaturgie – also das bloggende Quartett. Kann auch eine Gesangseinlage sein, ein Talk, ein Experiment, ein normaler Vortrag, Aktionskunst, Cyber-Zauberei, E-Book zerstückeln, Lesung, Kung Fu-Übungen, irgendwas Wildes. Wichtig ist eine bunte Mischung.

Spontane Beteiligungswünsche werde ich einsammeln. Daher per Mail an: gunnareriksohn@gmail.com oder unten als Kommentare posten. In den nächsten Wochen wird sich dann das Programm konkretisieren.

Thesen zum Future Internet: Panel am 9. Mai auf der #Informare12

Von Bernd Stahl, Netzwerkexperte von Nash Technologies und Teilnehmer des Informare-Panels, kamen folgende Überlegungen:

Hauptthese: es geht um fortschreitende Vereinfachung des Systems und der User-Experience. Das Reduziert die Kosten des Systems: sowohl Herstellung als auch Betrieb. Diese Vereinfachung umfasst das Internet auf der Netz-Ebene und auf der Anwendungs-Ebene. Es geht einfacher, effizienter, eleganter und effektiver und mit den sich daraus ergebenden natürlichen Geschäftsmodellen.

Formel: E4+G. Einfacher, Effizienter, Effektiver, Eleganter. Und damit baut man Geschäftsmodelle.

o Kunden kaufen, wenn man etwas hat, mit dem man entweder Kosten sparen kann oder zusätzliches Geld verdienen kann. Das ist die Basis für Geschäftsmodelle.

o Einfacher (mach es nicht komplizierter, sondern einfacher!) und effizienter (macht es richtig gut! Z.B. sollte man das mal auf die vielen Apps anwenden) steht dafür, wie man Geld sparen kann.

o Effektiver (tue ich überhaupt das richtige Ding oder müsste ich eigentlich nicht etwas ganz anderes tun? Z.B. nicht noch einen Balkon im Internet, sondern ein besseres IP++, einen Single View of Social, Social Media Dial Tone, etc.) und eleganter (was kann ich tun, damit das Leben angenehmer, beschwingter, lustiger, etc. wird? Z.B. das iPhone plus iTunes App Store) steht dafür wie man zusätzliches Geld verdienen kann.

o Die Geschäftsmodelle der Internetwirtschaft beruhen auf folgenden zwei Säulen: den Usern muss der Dienst gefallen, und den Service Providers müssen die dadurch gewonnenen User Data Gewinn bringen. D.h. kostenloser Service bezahlt durch User Daten. Hier gilt das Prinzip: je größer und wirkungsvoller die Plattform des Service Providers, desto höheren Wert kann man aus den User Daten gewinnen. Die Frage ist: kann man dieses Prinzip so aufbrechen, dass es eine große Zahl dezentraler Service Providers mit deren Plattformen begünstigt, sowohl in der Entstehung als auch nachhaltig?

Die Vereinfachung auf der Netzebene betrifft den IP-Layer, d.h. den Network Layer.

o In den vergangenen drei Jahrzehnten tobte ein Glaubenskrieg (der 30-jährige Krieg der Kommunikation-Systeme): Packet Switching vs. Circuit Switching. Getrieben letztendlich von Wirtschaftsinteressen. Heute weiß man, man braucht beides, nahtlos integriert.

o Will man die Leistungsmerkmale von Circuit Switching mit Packet Switching realisieren, dann muss man hohen technischen Aufwand treiben, d.h. das System wird unnötig komplex und anfällig.

o Will man andererseits die Leistungsmerkmale von Packet Switching mit Circuit Switching realisieren, dann verschwendet man Netzwerk-Ressourcen.

o Auf dem Ethernet-Layer ist man mit Carrier Ethernet bereits dabei, die Hausaufgaben zu lösen, d.h. man hat eine einheitliche Plattform für beides.

o Problem: Auf dem IP-Layer gibt es nur Packet Switching. Dies bedeutet, dass man auf den darüber liegenden Schichten die Features Circuit Switching nicht vollständig emulieren kann, selbst wenn diese auf Ethernet-Ebene vorhanden sind und man mit TCP z.B. über eine Connection Oriented Protocol verfügt. Die Verbindungsorientierung schafft eben doch keine maximal definierbare End-to-End Bandbreiten- und Antwortzeitgarantie, weil es in IP eben Queues gibt.

o Zusätzlich gibt es eine Innovationsblockade auf dem IP Layer: es gibt nur ein einziges Protokoll für alles, die anderen sind im Wettbewerb ausgestorben. Man müsste also die Möglichkeit schaffen, auf dem IP Layer mehrere weitgehend disjunkte Protokolle zuzulassen, die überlebensfähig wären, so wie es die Georgia Tech University fordert. Oder man schafft ein innovativ offenes und erweiterbares Internet-Protokoll IP++. Mit beiden Optionen wäre der Innovationsstau aufgelöst.

o Das Ganze ist ein operator-freundliches Scenario. D.h. wegen der Vereinfachung der Kommunikationsarchitektur, wird auch die Herstellung von Netzelementen günstiger bei gleichzeitiger Steigerung der Leistungsfähigkeit und Senkung des Energieverbrauchs. Kehrseite: der Verdrängungswettbewerb der Hersteller geht weiter, aber der Erste gewinnt.

o Wenn IP++ sowohl Circuit Switching als auch Packet Switching unterstützt, dann fallen Balkon-Protokolle wie MPLS, LISP, etc. weg. Ebenso fallen zusätzliche Protokolle und Mechanismen für Bandbreitenreservierung weg, weil man sie direkt in IP++ erledigt, ohne Balkone. Das Routing ließe sich vereinfachen: Routing-Protokolle und –Mechanismen könnten teilweise oder ganz wegfallen und gleichzeitig das Routing robuster und weniger anfällig für Störungen und Angreifer gemacht werden. Durch Einführung topologischer Adressen würden die Routingpläne um Größenordnungen kleiner werden bei gleicher Leistungsfähigkeit. Dadurch würde das Betreiben vereinfacht und die Fehleranfälligkeit verringert. Durch Dienstgüteklassen in IP++ könnte man über mehrere Netze hinweg Quality of Service garantieren. Durch SLAs können die beteiligten Netzbetreiber die Dienstgüte über Netzwerkgrenzen hinweg garantieren und effektive Geschäftsmodelle aufbauen.

o Durch explizite effektive Service Classes spart man sich das teure und umstrittene Deep Packet Inspection.

Für die Entwicklung auf dem Application Layer spielen mehrere Trends eine Rolle:

o Immer mehr Firmen denken darüber nach, für ihre interne Kommunikation Social Media einzusetzen und auf E-Mails zu verzichten. Firmen bauen interne Social Networks auf. Die werden aber mit Sicherheit keine öffentlichen Netze wie Facebook sein. Vertrauliche Information wird abgesichert und wird von den Firmen selber gehostet oder von einem lokalen Cloud-Anbieter. Es entstehen viele soziale Inselnetze mit höherwertiger Information. Die Technologie kann die gleiche sein, die Netze selber haben aber klare Abgrenzungen. Partiell wird man sein Unternehmensnetz auch öffnen wollen: Partner, Kunden, Lieferanten. Man muss soziale Netze miteinander verknüpfen. Dazu müssen die entsprechenden APIs zugänglich gemacht werden. Das Ganze wird durch die Kosten getrieben, denn Unternehmen haben kein Interesse daran, ihre Informationen mehrfach einzugeben, nur damit man in mehreren Netzen präsent ist. Die logische Konsequenz: eine sehr große Anzahl unabhängiger Social Networks.

o Apples Siri stellt eine einzige sprachgesteuerte Benutzerschnittstelle dar, die derzeit etwa ein Duzend Apps steuert. Damit ist Siri die singuläre Schnittstelle zum User. Der Rest wandert schrittweise unter die Haube.

o Die Marktmacht weniger Großer Player und deren beginnende / fortschreitende Zensur bewirkt immer mehr Unbehagen. Die Lösung liegt in dezentralen miteinander konkurrierender Strukturen. Immer mehr Leute denken über sogenannte Mesh-Networks nach. Es wäre eine Renaissance des ursprünglichen Internet Spirits, angewandt auf den bereits stark kommerzialisierten Application Layer.

o Schließlich werden es auch einfache Rationalisierungsgründe sein. Soziale Mehrfachkonten sind einfach erhebliche Mehrarbeit. Wer das vereinfacht, präsentiert einen besseren Business Case.

Mein Traum: ein „Social Media Dial Tone“ auf dem Application Layer (bei Google findet man für diesen String nur 7 Links). So wie früher beim Telefon. Ohne Mehrfachkonten bei Facebook, Twitter, G+, LinkedIn & Co. Ohne zusätzliche Balkon-Tools. Ein Access. Ein View. In alle Netze. Semantisch angereichert. Sozusagen unter der Haube. Wieso muss der Wildwuchs-Spaghetti der Entwickler dem User eins zu eins zugemutet werden? Wie könnte sich so etwas entwickeln?

o Ein Dial Tone beim Telefon bedeutet: Einfacher Access zum weltweiten Telefonnetz, unabhängig wo mein Kommunikationspartner sich befindet und an welchem Operator er angeschlossen ist. Auch die Directories waren global vernetzt. Der Ton stand auch für Carrier Grade: d.h. hoch verfügbar (5-7 neuner), definierte Services mit definierter Quality of Service. Für den Internanschluss auf IP-Ebene gibt es mittlerweile auch so etwas wie einen Dial Tone: der DSL-Anschluss, SmartPhone, etc. Bei Google findet man folgende Links – noch sind es sehr wenige – mit dem String „Social Media Dial Tone“:

Hier geht’s darum, dass es einen Social Media Dial Tone nicht gibt, d.h. ein soziales Netz kann jeder Zeit abgeschaltet werden ohne Ankündigung. Daher der Rat, seine Social Media Presence auf so viele Netzwerke wie möglich duplizieren. Verständlich, aber nicht wirklich eine Lösung.
Mein Verbesserungsvorschlag: ein Social Shadow auf meiner privaten Cloud. Für Unternehmenskritische Daten ist das sowieso die Lösung.

Hier wird der Social Media Dial Tone als API zu einem Social Network definiert, von denen es de facto tausende gibt und die bekanntesten sind Facebook, Twitter, G+, YouTube, LinkedIn, etc. Aber der Text skizziert auch schon die Möglichkeit eines einzigen Accesses auf vernetzte Social Networks.

Mein Verbesserungsvorschlag: meine Definition eines Social Media Dial Tones ist: ein einziger API auf vernetzte Social Networks mit Customised View.

Hier wird auch das Problem der zu vielen Social Networks dargestellt. Der Lösungsvorschlag: nicht zu viele Social Networks.

Hier geht’s um die versteckten Kosten für „Free Social Media“: der zu bezahlende Preis ist User-generated Content und User Demographic Information.
Mein Verbesserungsvorschlag: ein echter Social Media Dial Tone ist ein Mehrwert der in der Internet Flatrate eingehen sollte und für den man bezahlt um verlässliches und einfaches Social Media zu haben. Für Firmen lohnt sich das, weil es Kosten spart. Und: Firmen wissen, dass ihre Daten extrem wertvoll sind. D.h. „Free Social Media“ ist eine Werbeplattform, echter Content ist nicht umsonst.

Auch hier geht man davon aus, dass man einen Social Media Dial Tone braucht, weil Social Media derzeit kein wirklicher Service ist, sondern nur eine Application Destination.

Mein Verbesserungsvorschlag: Social Media muss tatsächlich ein echter Service werden, vernetzt, hochverfügbar, customisable, unabhängig vom Endgerät.

Überträgt man das auf Social Networks und Search dann kommt etwa folgendes dabei heraus:

Ein echter Service (im Gegensatz zu einer Applikation auf Servern eines Rechenzentrums), vernetzt mit allen anderen Social Media Networks, hochverfügbar, ein einziger Customisable View, unabhängig vom Endgerät, bereitgestellt durch den Internet-Provider. Durch die Bereitstellung via Internet-Provider wird „Social“ mehr und mehr zu einer Commodity.

Grob vereinfacht besteht ein Social Network aus:

· Einer Datenbanktechnologie.

· Einer Datenbank-Applikation.

· Einem API.

· Einem User View.

Diese 4 Komponenten sollte man konsequent trennen:

· Die Datenbanktechnologie kann dazu verwendet werden, unabhängige Social Networks aufzubauen.

· D.h. damit schafft man viele unabhängige Datenbank-Applikationen.

· Der API wird standardisiert um Interoperabilität zu gewährleisten.

· Der User View gehört als App aufs Endgerät oder in einen Browser.

· Durch die Trends oben wird das Social Media Network auf allen Protokoll-Ebenen dezentral. Damit wird ein Big Brother vermieden. Wodurch wird die dezentrale Lösung getrieben? Folgende Möglichkeiten:

o Wenn Firmen ihre interne Kommunikation durch Web 2.0 und Social Media Technologien E4 gestalten, dann geht es nicht mehr um das Geschäft Free Service gegen Werbung mit User Daten. Es geht dann einfach um höhere Produktivität in der Wissensgesellschaft und geringere Kosten.

o Die Information, die hierdurch in Firmen generiert wird, hat einen hohen Wert an sich, für die Firma selber, aber auch für Partner, Kunden, Lieferanten.

o Wenn sich diese hochwertigen Web 2.0 Inseln durch Knowledge Peering vernetzen, dann geht es unterm Strich für das daraus entstehende Gesamtsystem wieder um höhere Produktivität in der Wissensgesellschaft und geringere Kosten. D.h. alle gewinnen.

o Ein Social Media Dial Tone ist hier ein zentrales Kostenargument.

o Der Basis-Dienst ist Teil der Internet-Flatrate. Für höherwertigen Content kann man aus einer Fülle von Geschäftsmodellen wählen.

Die Social Media Existenz kann abgesichert werden durch einen Social Shadow auf einer privaten Cloud. Dieser Social Shadow erlaubt dann weitere Anwendungen.

· Das heutige Geschäftsmodell für „Free Social Media“ wird sich durch Werbung finanzieren, Werbung die auf der Ressource User Data aufbaut. Neue Geschäftsmodelle für „Value Content Social Media“ werden ebenfalls entstehen, je mehr diese Art von Inseln de facto aufgebaut werden. Diese Inseln werden ihre Daten semantisch annotieren.

· Ebenso findet Search heute fast ausschließlich „Free Content“. Z.B. landet Google oft auf Wikipedia. Höherwertiger Content, obwohl begehrt, wird nicht gefunden. Hier gibt es eine Fülle neuer Geschäftsmöglichkeiten. Semantic und Social Search: Paid Content veröffentlicht ein semantisches API, mit oder ohne Binding an ein kommerziell betriebenes Portal. Idee: Online Semantic Crawler.
Allerdings hat Google laut Vizechefin Marissa Mayer einen allwissenden Suchdienst im Sinn, der im voraus schon weiß, was der User will.

Meine These: Google wird nicht der Big Brother werden können, sondern bestenfalls der Klebstoff zwischen den Hochwertigen Content Inseln.

· Ein spannende Frage ist hier auch, wie die Aufgabenteilung zwischen Endgerät und Netz / Applications liegen wird. Ich gehe davon aus, dass das sich Endgeräte zu einer Kombination von R2D2 und C-3PO entwickeln werden, d.h. die Personalisierung ist fast ausschließlich im Endgerät. Und damit ist sie wieder dezentral.

· Schließlich noch was zu den Endgeräten: Die meisten Leute denken beim Mobilen Internet heute an Smartphones und Pads. Mobile und Festgeräte werden über einen singulären Dial Tone verfügen: man beginnt den Film auf dem Smartphone und beendet ihn auf dem TV. Aber: die Miniaturisierung der Endgeräte geht weiter. D.h. Smartphones und Tablets werden nach und nach zu Teilen der Kleidung wie Armbanduhren oder Brillen. Die Benutzerschnittstelle wir 3D (3D Screen, Hologramme, Virtuelles 3D via Brille, etc.), gesteuert mit Sprache, Händen (effektivere Gesten), Augen und Gedanken, etc. Ein neues Lebensgefühl. Auch die Endgeräte haben Wechselwirkungen, wie Internet und Soziale Netze verwendet werden. Diese Funktionsmächtigkeit will man doch sicher keiner zentralen Instanz anvertrauen.

Vom Co-Moderator Heinrich Bruns folgender Blogpost interessant: Die Wolke ist … ähm, ja … wolkig

Siehe auch:

Kultur der Beteiligung statt geheime Kabinettspolitik #rp12

Gilt nun Grundgesetz oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook, wenn es um virtuelle Öffentlichkeit geht? Diese Frage stellte Sascha Lobo in einer Expertendiskussion auf der Republica in Berlin. Wenn der politische Meinungsbildungsprozess auf privaten Servern stattfindet und Mark Zuckerberg nach Lust und Laune virtuelle Existenzen ein- oder ausschalten kann, dann sieht man das Konfliktpotenzial für die Netz-Gesellschaft. Hier brauchen wir neue Regeln und zwar international.

Lobo brachte die Uno ins Spiel. Und in der Tat geht es um ein völkerrechtliches Problem. Es geht um Weltfragen:

„Theoretisch können heute fünf Milliarden Menschen das Internet nutzen, wenn man den Mobilfunk einschließt. So ein gigantisches Wachstum hat es in der Menschheitsgeschichte vorher nie gegeben. Deswegen sind viele politische Akteure überfordert, weil sie zur Regelung von Weltfragen nur das System der zwischenstaatlichen Organisationen haben – etwa die Vereinten Nationen, der G8-Gipfel, die Europäische Union oder die OECD. Hier findet alles hinter verschlossenen Türen statt. Es wird von oben nach unten hinter verschlossenen Türen entschieden“, bemängelt Professor Wolfgang Kleinwächter in dem Republica-Panel „HACKING THE MAP OF INTERNET GOVERNANCE“.

(Da diese Diskussionsrunde am zweiten Tag der Republica um 19 Uhr stattfand und deshalb nur geringen Zulauf hatte, ist vielleicht die Audioaufzeichnung nützlich).

Man bekomme keinen Zugang zu Dokumenten, ACTA-Verhandlungen laufen unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit und Einflüsterungen von Lobbyisten bei Gesetzesinitiativen erreichen nicht das Licht der Öffentlichkeit.

Mit der geheimen Kabinettspolitik der liebwertesten Netzsperren-ACTA-Staatstrojaner-Gichtlingen kommen wir vom freiheitsfeindlichen und willkürlichen AGB-Regen in die digitale Kontrollsucht-Jauche. Gefragt ist jetzt eine kollaborative, transparente und durchlässige Entscheidungsfindung in Internet Governance-Gremien wie ICANN.

„Hier können auch kleine Unternehmen und Privatpersonen ihre Interessen vortragen. Das nächste ICANN-Meeting ist in Prag und für jeden mit kleinem Aufwand zu erreichen. Jeder kann hinfahren und ans Mikrofon treten und seine Meinung zu bestimmten Punkten äußern. Demokratie bei ICANN fängt damit an, dass jedes Meeting und jede wichtige Session gestreamt wird. Jede Sitzung wird transkribiert. Jeder kann nachlesen, was Teilnehmer wortwörtlich gesagt haben. Es gibt Diskussionsforen, bei denen man sich einklinken kann. Man wird rechtzeitig eingeladen. Es gibt Fristen, die eingehalten werden müssen“, so die Erfahrung von DOTZON-Berater Dirk Krischenowksi, der regelmäßig bei Konferenzen von ICANN teilnimmt.

„Regierung, Privatsektor und Zivilgesellschaft müssen gleichberechtigt an der Gestaltung der Netzöffentlichkeit mitwirken können. Internet kann nur dann global funktionieren, wenn alle in die Entscheidungsprozesse mit einbezogen werden. Nur mit geteilten Entscheidungsgewalten ist das möglich“, resümiert Kleinwächter, der an der Universität Aarhus Internet Politik und Regulierung lehrt.

Ausführlicher greife ich das Thema morgen in meiner The European-Kolumne auf.

Wie eine durchlässige und transparente Demokratie aussehen sollte, behandelte auch ein Panel am ersten Tag der Republica:

Ausführlicher in einer Audioaufzeichnung:

Das die Hinterzimmerpolitik auch beim Urheberrecht in die Grütze führt, machte SZ-Redakteur in seinem Vortrag deutlich. Einer der besten Redner auf der Bloggerkonferenz:

Und auch:

Es gibt weiteren Diskussionsbedarf. Der kann schon am 9. Mai auf der Berliner Wissenschaftskonferenz Informare in dem Panel „Obi Wan Kenobi und das Future Internet“ gestillt werden. Moderiert von Hörfunkjournalist Heinrich Bruns und meiner Wenigkeit. Einen kleinen Vorgeschmack liefert einer der Diskussionsteilnehmer in einem Telefoninterview.

Vielleicht sieht man sich wieder in Berlin 🙂

Weitere interessante rp12-Berichte:

Mehr Spaß, weniger Ego: Wir haben die Renaissance des Bloggens selbst in der Hand

Relevanz und Firlefanz

DREI TAGE BERLIN – DREI TAGE #RP12 – DREI TAGE KLASSENTREFFEN?

Obi Wan Kenobi und das Future Internet: Countdown für unsere Berliner Talkrunde auf der Informare

Termine, Termine, Termine: Gestern noch auf der Hannover Messe, nächste Woche zur Republica und übernächste Woche beginnt schon die Berliner Wissenschaftskonferenz Informare (8. bis 10. Mai). Dort moderieren am 9. Mai von 17 bis 18:30 Uhr der Hörfunkjournalist Heinrich Bruns und meine Wenigkeit eine Talkrunde zum Thema: Obi Wan Kenobi und das Future Internet. „Schuld“ an diesem Titel ist der Netzwerkspezialist Bernd Stahl von Nash Technologies, der mir diesen Floh ins Ohr gesetzt hat mit seinem Vortrag in Stuttgart (Bernd Stahl wird in Berlin dabei sein).

„Wir arbeiten am Future Internet, um über digitale Assistenzsysteme das Cyberspace eleganter, einfacher und effizienter zu machen. Das muss nicht alles im Silicon Valley passieren, dass können wir auch im Neckartal auf die Beine stellen. Wichtig sind dabei dezentrale Systeme, um das Big Brother-Problem gar nicht erst aufkommen zu lassen“, erläuterte der Systemarchitekt Stahl in seinem Vortrag auf dem Innovationsforum in Stuttgart.

Unsichtbare Helfer in hochintelligenten Netzen

Hinter einem Touchpoint, den der Kunde nach seinen Präferenzen auswählt, laufen unterschiedliche Dienste ab, die allerdings unsichtbar bleiben. Hier kommt das virtuelle Fräulein vom Amt ins Spiel. Stahl ist davon überzeugt, dass man von der Kommunikation überhaupt nichts mehr sehen wird. Die Netzintelligenz könne man überall abrufen – völlig unabhängig von den Endgeräten.

„Man kommuniziert über Endgeräte, die eigentlich keine mehr sind. Ein Geschäftskunde sagt beispielsweise seiner Armbanduhr, dass er nach Brüssel reisen wolle zu einem möglichst günstigen Preis. Er nennt noch das Datum und die Ankunftszeit. Die Anfrage geht ins Netz rein, das System sucht sich die Reiseportale, schaut nach den Übernachtungsmöglichkeiten und recherchiert völlig eigenständig alle notwendigen Informationen. Zurück kommen die kompletten Reiseunterlagen. Der Geschäftskunde legt seine Armbanduhr auf den Tisch, es erscheint eine 3D-Ansicht und er braucht nur noch das für ihn Relevante auswählen. Man kommuniziert über Sprache mit anderen Systemen, Servern oder Menschen und am Ende kommt etwas zurück. Hier kommt das berühmte Fräulein vom Amt wieder – allerdings vollautomatisiert und virtuell“, prognostiziert Stahl.

Alles werde gesteuert durch ein hochintelligentes Netz auf Basis semantischer Technologien und völlig neuen Geschäftsmodellen.

„Der Nutzer muss sich überhaupt keine Gedanken mehr machen über spezielle Endgeräte, die Auswahl von Diensten, das Netzwerk oder Serviceprovider. Er muss kein Ziel mehr eingeben über Telefonnummern, IP-Adressen oder Links. Alles das wird vom intelligenten semantischen Netz übernommen. Die Bedeutung der Anfrage wird automatisch in Einzelteile zerlegt, an unterschiedliche Ziele geschickt und zurück kommt der gewünschte Service oder das fertige Produkt“, so Stahl.

Beim Future Internet-Panel in Berlin wird auch Jan Gessenhardt als Experte Rede und Antwort stehen. Er ist Geschäftsführer von Aperto Move und beschäftigt sich mit „Dialogszenarien für unterwegs“ mittels mobiler Websites und Apps. Sein Ziel ist es, Tablets & Smartphones als die Wegbereiter der Post-PC-Ära in mobilen Nutzungssituationen als weitere vollwertige Digitalmedien zu etablieren. Mit der Adaption erfolgreicher Lösungen des stationären Webs auf mobile Kanäle gelingt nach Ansicht von Gessenhardt die Anpassung an die Kommunikationsbedürfnisse des 21. Jahrhunderts – überall und jederzeit. Aperto Move setzt dabei bereits seit 2005 für Kunden wie Telekom, Siemens, Immobilienscout24, PostFinance oder American Express auf mobile Lösungen mit innovativen Interfaces- und Servicekonzepten ob via Sprachservice, lokalisierten Mehrwert-Apps oder innovativer Gestiksteuerung. Siehe auch: Das Jahr der Smartphones: Wie die Alleskönner die mobile Kommunikation und den Kundenservice verändern.

Als dritten Experten begrüßen wir in Berlin den Social Media Coach & Hypnosetherapeut. Er wurde von Heinrich Bruns zur Informare befragt:

Interiews mit Stahl und Gessenhardt sowie weitere Vorberichte folgen in der nächsten Woche. Man sieht sich auf der Republica

oder auf der Informare. Ob unser Panel via Livestream übertragen wird, kann ich noch nicht genau sagen. Werde ich aber rechtzeitig mitteilen.

Was Google so in 20 Jahren machen will: Alter Hut

Google-Vizechefin Marissa Mayer sieht ihren Konzern in 20 Jahren an der Spitze der allwissenden Suchdienste. Echtzeit-Kommunikation ist von gestern. Man werde schon vorher wissen, was der Internet-Nutzer sucht, bevor er sich selbst darüber bewusst ist. Die Entwicklung werde sich verstärkt auf die Vorausberechnung und die Verbesserung der Vorschläge konzentrieren.

„Mayer sieht die Zukunft der Suche in eine Richtung wandern, die noch persönlicher für Suchende wird. Google wird zwar zukünftig nicht zwingend wissen können, welche Restaurants man beispielsweise konkret mag, wenn man sich in einer neuen Stadt aufhält. Allerdings könnte Google wissen, dass man eine Schwäche für Pizza hat und eher zwanglose Lokalitäten oder entspannte Bars gegenüber hochpreisigen Restaurants bevorzugt“, schreibt t3n.

Google werde zudem die Matching-Funktionen ausweiten, um Menschen miteinander zu verbinden, die sich noch nicht kennen, aber starke Übereinstimmungen ihrer Interessen aufweisen. Wirklich sensationell ist der Ausblick von Marissa Mayer nicht: Vielleicht benötige ich in Zukunft Google gar nicht mehr, weil mein Smartphone diese Aufgaben nur für mich übernimmt und als perfekter Assistent fungiert. Irgendwelche Suchabfragen werden gar nicht mehr benötigt. Mein Smartphone macht das von ganz alleine. Es begleitet mich durch den Alltag, speichert Geo- und Echtzeit-Informationen, merkt sich meine Bedürfnisse und Vorlieben, synchronisiert die Daten mit der personalisierten Cloud und ermöglicht so den Zugriff auf Informationen unabhängig von Endgeräten und Standorten.

„Wer unsere Wolke verwaltet, wird folglich zu unserem persönlichen Concierge. Er sorgt dafür, dass wir unsere Daten jederzeit von überall her an einem zentralen Ort ablegen und vor allem wieder darauf zugreifen können. So haben wir alle unsere Kontakte, Termine, Korrespondenz, Dokumente, Fotos, Musik oder eBooks stets bei uns, unabhängig davon, mit welchem Gerät wir sie abrufen und wo exakt sie physisch gespeichert sind. Um genügend Speicherplatz müssen wir uns dabei nicht kümmern, denn zeitgemäße Geräte verfügen über mehr als genug davon, lassen sich günstig erweitern oder weichen einfach auf die Cloud aus, wo uns scheinbar nahezu unbegrenzt Platz zur Verfügung steht“, schreibt das Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) in der Studie „Servicekultur im Netzzeitalter: Zwischen Algorithmen und Intuition – Wie digitale Dienste zu sinnlichen Erlebnissen werden“.

Damit sei die Computerwolke der wichtigste Ort, wo künftig neue Serviceleistungen entstehen:

„Kunden werden geradezu erwarten, dass ihre Daten nicht nur in einem Gerät oder bei einem Dienst ‚gefangen‘ sind, sondern stets in ihrer persönlichen Cloud abrufbereit stehen“, so die GDI-Analyse.

Vorteil dezentraler Netzwerke

Die persönliche Cloud folgt allerdings keinem Diktat von Algorithmen und zentralistischen Web-Konzernen. Das Ganze könnte über Mesh-Netzwerke ablaufen, so Felix Stadler von der Zürcher Hochschule der Künste in dem Sammelband „Vergessene Zukunft – Radikale Netzkulturen in Europa“ (erschienen im transcript Verlag). Anstatt auf eine zentrale und zentralisierte Infrastruktur zu vertrauen, die Vernetzung organisiert, werde eine neue Generation von Plattformen entwickelt, die auf dem Prinzip der Maschen (engl.: mesh) beruht.

Mit dieser Thematik beschäftigt sich auch ein Panel auf der Berliner Wissenschaftskonferenz Informare am 9. Mai von 17 bis 18,30 Uhr: Thema: Obi Wan Kenobi und das Future Internet. Moderatoren Gunnar Sohn und Heinrich Bruns. Hier das komplette Programm der Informare. Ich möchte dazu bis zum 9. Mai noch ein paar Beiträge machen. Wieder mit Interviews, Bibliotheksgesprächen etc. Wer da mitmachen möchte, einfach melden per Handy: 0177 620 44 74. Oder hier in der Kommentarfunktion eine Nachricht mit Kontaktdaten hinterlassen.

Siehe auch meine heutige Kolumne für Service Insiders: Wenn der Service dem Kunden folgt: Persönliche Assistenzsysteme und das Future Internet.

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Facebook macht mit sozialer Suchfunktion Google Konkurrenz.