#ResearchDay2020: Man hört, sieht und streamt sich am Donnerstag in Leipzig @DirkLangolf @foresight_lab @rafbuff @Fraunhofer #EconTwitter

StudioZ ist wieder in Aktion. Diesmal beim ResearchDay2020 und dem Neujahrsempfang des Fraunhofer IMW in Leipzig.

Es gibt Live-Interviews, Session-Übertragungen und Hintergrundberichte von Sohn@Sohn.

Etwa zum SZENARIO-REPORT: KI-BASIERTE ARBEITSWELTEN 2030. Klaus Burmeister von der D2030 Initiative stellt die Studie vor.

Welches Szenario setzt sich durch? Etwa das Automations-Szenario – es beschreibt in klassischer Konzernwelt eine Zukunft, in
der die industrielle Landschaft durch das klassische Automationsparadigma geprägt ist.

„Dem Arbeitsmarkt haftet noch spürbar der Geist der Agenda 2010 an. Der Arbeitsmarkt ist polarisiert und durch eine Zunahme befristeter und schlecht abgesicherter Beschäftigungsverhältnisse gekennzeichnet. Die industriellen Kernbranchen sind in ihren angestammten Kompetenzfeldern im globalen Wettbewerb nach wie vor erfolgreich. Die sich international abzeichnenden neuen Produktwelten und digitalen Geschäftsmodelle werden von den Unternehmen mit ihren starren Organisationsformen
nur zaghaft aufgegriffen. Es überwiegt ein ‚Weiter so‘ mit eher zentralistisch geprägten Führungsstilen. Während amerikanische und chinesische Plattformunternehmen die KI-Entwicklung massiv und konfrontativ vorantreiben, pflegen Deutschland und Europa eine abgeschottete Datenökonomie. Damit werden lernfähige KI-Systeme insgesamt ausgebremst, und ihre Potenziale kommen nur in einzelnen Domänen zum Tragen“, schreiben die Studienautoren.

Das muss mit Abschottung gar nichts zu tun haben. Es kann auch so sein, dass das Credo vieler Konzernmanager, Organisationen nur auf Effizienz zu trimmen, sich weltweit durchsetzt und vor allem fortsetzt – besonders in den USA und in China nach dem Motto „Friss oder stirb“.

Oder setzt sich das Plattform-Szenario durch. Globale Plattform-Unternehmen bestimmen mit ihren Monopolstrukturen die digitalen Geschäftsmodelle.

Die Plattformen der Internet-Giganten sind in der Lage, durch Internalisierung bestimmter ökonomischer und gesellschaftlicher Übereinkünfte, Regeln und Prozeduren, sowie deren Unterwerfung unter die eigenen Geschäftsmodelle (nennen wir es „take-over“), die Spielregeln von Angebot und Nachfrage, von Märkten und Branchen, von Kultur und Gesellschaft, von Arbeit und Kapital, substanziell und radikal zu verändern und damit den Markt und in der Folge Gesellschaften digital zu kolonialisieren, nämlich spätestens dann, wenn die Plattformen faktische Voraussetzung zur Teilnahme an Markt oder Gesellschaft werden. Professor Lutz Becker von der Hochschule Fresenius spricht gar trefflich von der Marktfiktion, die die digitalen Plattformen erzeugen.

Der Markt als sozio-kulturelle Veranstaltung verschwindet in den Untiefen der Plattform-Algorithmen. 

„Man mag nun angesichts des gerne beschworenen Begriffes vom ‚Digital Marketplace‘ meinen, dass Plattformen, wie Amazon, Facebook und Uber, die Funktionen des Marktes reproduziert und dazu noch zu einem größeren Angebot (durch Vergrößern des Marktes und Senken von Marktschranken), Effizienz (durch Senkung von Transaktionskosten und mehr Transparenz) geführt hätten“, so Becker. Das ist Mimikry. Man könnte auch sagen, dass die Plattformen wie ein Schwarzes Loch den Markt ansaugen und verschlucken. Es bleibt einfach nichts mehr übrig. 

Erstrebenswert ist das Transformations-Szenario:

„KI schafft neue Arbeitswelten in einem dynamischen Netzwerk beschreibt eine Zukunft, in der die Potenziale von KI konsequent die Transformation in eine energie- und ressourceneffiziente Circular Economy fördert. Es ist geprägt von einem allgemeinen Vertrauen in die Problemlösungsfähigkeit von KI“, schreiben die Studienautoren. Diese Szenarien und viele andere Themen werden wir am Donnerstag ausführlich erörtern. Einfach mal unter dem Hashtag #ResearchDay2020 schauen, was wir live berichten – und natürlich mitdiskutieren und Fragen stellen.

Zum Abschluss des Tages wird übrigens Rafael Laguna de la Vera auftreten. Er ist Gründungsdirektor der neuen Agentur für Sprunginnovationen.

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