Obwohl die Apps und das Social Media-Angebot der deutschen Firmen noch hundsmiserabel sind, schließe ich mich der Prognose des Call Center-Papstes Günter Greff in meiner heutigen Service Insiders-Kolumne an:
Die Kommunikation mit Kunden wird sich in diesem Jahr drastisch verändern, prognostiziert Greff, der den Beraterbrief Call Center Experts herausgibt:
„Was wir in den vergangenen Jahren erlebt haben, waren nur die Vorboten. Verantwortlich für die tektonischen Verschiebungen sind nicht nur die sozialen Netze, wie man denken könnte. Shopping im Internet ist heute oft schon ‚kundenorientierter‘ als der Anruf in einem Call Center, ja, oft sogar kundenfreundlicher als der Besuch in einem Einkaufszentrum oder einem Fachgeschäft. Den aktuellen Fahrplan der Deutschen Bahn, einschließlich Verspätungen, erfahre ich mit einer App wesentlich schneller, als durch einen Anruf im Servicecenter.“
Die Dienste von Apple, Amazon, Facebook und Google machen profane Hotline-Angebote überflüssig.
„Allein Google erhält täglich eine Milliarde Suchanfragen zu allen möglichen Fragen, die vor einiger Zeit noch in einem Call Center landeten“, so der Telemarketing-Pionier Greff.
Was bedeutet das für die telefonischen Kundendienste im neuen Jahr?
„Die Communities lösen ihre Probleme selbst, da braucht man kein Call Center mehr. Kundenorientierte Internet-Shops, die auch noch bessere und kompetentere Beratung und sogar Einkaufserlebnisse bieten, ersetzen das Telefon. Hochintelligente Suchmaschinen und Apps geben uns zu den meisten Fragen, die wir haben, schneller und aktueller Antwort als die Agentin und der Agent“, sagt Greff.
Angebote von der Stange würden vom Markt verschwinden. Man sollte sich in der Call Center-Branche auf das Wertvollste in der Sprachkommunikation konzentrieren:
„Gefühle zeigen, miteinander lachen, traurig sein, Begeisterung vermitteln, Freude ausstrahlen, individuelle Fragen stellen und auch beantworten. Die Allerallerbesten der Kundenkommunikation haben das seit längerer Zeit erkannt“, meint der Call Center-Fachmann.
Netzwerk-Stars
Dienstleister sollten sich nach Ansicht von Andreas Klug, Mitglied der Geschäftsführung des Kölner Softwarehauses ITyX http://www.ityx.de/blog/, intensiver mit den Spielregeln und dem Einfluss des Mitmach-Web auseinandersetzen. Soziale Netzwerke seien alles andere als ein simpler Kontaktkanal zu Kunden.
„Dort finden vor allen Dingen Gespräche über Unternehmen statt. Während wir noch vor 20 Jahren in Demut und ohne Murren das Servicediktat unserer Finanzdienstleister, Telekommunikationsunternehmen und Energieversorger hinnehmen mussten, steht es uns heute frei, unsere erlebten Service-Havarien in die Tiefen des WWW zu verbreiten. Schon häufig wurden Otto-Normalverbraucher innerhalb weniger Tage zu Stars des Netzwerks – und ihre Serviceerlebnisse werden mit Millionen Netzbewohnern geteilt. Die klassische Kundenkommunikation lief unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Diese Zeiten sind vorbei“, stellt Klug fest.
Concierge statt Agent: Call Center verschwinden als eigenständige Einheit
Als eigenständige Einheit werde das Call Center von der Bildfläche verschwinden, so der Ausblick des Beratungsunternehmens Detecon in einem Gastbeitrag für die Zeitschrift TeleTalk. Was bleibt: Der Concierge. Er könne für den Kunden die Navigation durch das Informationsnetzwerk übernehmen. Er verknüpft die Wissensträger mit Informationen. Die direkte Kommunikation werde allein bei hochspezifischen Themen stattfinden und dann durch die Vernetzung zwischen Kunde und Fachexperte – ohne Servicebürokratie und Warteschleife.
„Virtuelle Assistenzsysteme, Ontologien, semantische Suchalgorithmen und semantisch aufgebaute Websites werden den Kundenservice immer mehr wie von unsichtbarer Hand dirigieren. Der mit Mindestlohn bezahlte und lediglich angelernte Call Center-Agent wird weniger gebraucht. Das hat die Branche aber offenbar noch nicht verstanden“, resümiert die Marketingprofessorin Heike Simmet von der Hochschule Bremerhaven.
Hier kommt Ihr zum kompletten Service Insiders-Opus!
Expertendiskussion zum Thema: „Von Welterklärungsmaschinen und der unsichtbaren Servicekommunikation: Visionen für die Mensch-Maschine-Interaktion.“ Auf Der Call Center World am Dienstag, den 28. Februar von 14 bis 15 Uhr im Hotel Estrel, Berlin-Neukölln. Die genaue Zusammensetzung der Runde werde ich später mitteilen. Vier Experten haben schon zugesagt.
Es geht also volle Pulle ins neue Jahr :-).
Themenvorschläge für meine wöchentlichen Kolumnen immer willkommen. Schön streitlustig müssen sie sein. Zudem möchte ich in diesem Jahr regelmäßig knackige Youtube-Experteninterviews in meiner Bibliothek führen. Wer also Zeit hat, nach Bonn-Duisdorf zu kommen, ist herzlich eingeladen. So eine Woche vorher müssten wir den Termin festlegen. Geht aber auch spontan.
Zur Ritter Gunnar-Saga siehe auch: Ritter Gunnar und der Telefon-Mann Wieland: Hotline-Liebe kann blind machen.
Sonstige Ausblicke und Rückblicke:
Tweets werden eingebettet – Weiterleiten wird bunter.
Facebook startet automatisches Sharing in Deutschland – Music Apps machen den Anfang.












Wie kommt ein Mann wie Cassini zur Astronomie und Himmelsvermessung? Er stammt nicht aus Bologna, sondern aus einem kleinen Dorf in den ligurischen Seealpen. „Dort hat er mehrere prägende Erfahrungen: die Bergtotale des Sternenhimmels, die Horizontlinie des Meers, die Sichtachse zur Küste und die existenzielle Frage des Sonneneinfallswinkel. Die bäuerliche ligurische Kultur ist eine Kultur der Terrassierung von Sonnenlicht. Cassinis Geburtsort Perinaldo wird ein Wurzelknoten der modernen europäischen Astronomie. Und dieser Giovanni Domenico Cassini trifft auf einen Minister Colbert, dem es um die wissenschaftliche Durchdringung des absolutistischen Herrschaftsraumes geht, aber eben auch um die Konfiguration der Macht im Geiste der Geometrie“, 

„Die marktschreierische Einbahnkommunikation hat keine Daseinsberechtigung mehr. Heute muss sich ein Unternehmen dem Gespräch des Marktes stellen und genau zuhören, was Konsumenten zu sagen haben. Das kann man am Abmahn-Gau von Jack Wolfskin sehr gut ablesen. Also ist es höchste Zeit, die Organisation des Unternehmens, von PR, Marketing, Kundenservice und Produkt-Innovationen radikal zu hinterfragen, sich nicht vom Alltag treiben zu lassen, sondern abgeschottet von der Hektik des täglichen Geschäftes auf neue Gedanken zu kommen“, so Greff. Man könne das auch als Klausur bezeichnen. Das seien jene Räumlichkeiten im Kloster, wo sich Ordensangehörige zurückziehen können. „Genau das gelingt in Perinaldo. Es verbinde Mittelalter und Moderne“, sagt Greff. Um das Jahr 1000 erwarb der Graf Rinaldo di Ventimiglia das antike Villam Junchi, um eine neue Burg zu bauen. 
Im 16. Jahrhundert wurde Perinaldo in den Krieg zwischen die Piemontesen mit den Genuesen verwickelt. Es ist nicht genau bekannt, ob Cassini hier geboren wurde, mit Sicherheit hat er jedoch in der Villa der Maraldi gelebt und gearbeitet, und diese Familie setzte sein Werk mit Giacomo Filippo und Gian Domenico fort. In derselben Villa hielten sich auch Napoleon und der General Massena auf.
Das Gebiet ist zu 40 Prozent von Olivenhainen bewachsen, deren Kultivierung von Franziskanermönchen eingeführt wurde, die im Jahre 1640 das Kloster Sant’Antonio (heute Sitz eines Observatoriums und eines astronomischen Museums) gründeten, und es waren auch die Mönche, welche die Kultivierung der Olivenart von Taggia einführten. Sehr weit verbreitet ist hier auch die Blumengärtnerei. Die Höhenzüge sind bedeckt mit Kastanien, Pinien und Buchen, weiter abwärts in Richtung zum Meer überwiegt dann die Macchia Mediterranea. Der Wanderweg zwischen Apricale und Dolceacqua ist hervorragend für die Liebhaber des Trekking geeignet und es gibt auch sehr viele ausgeschilderte Wege, die zum Befahren mit dem Mountain Bike geeignet sind, wie zum Beispiel von Soldano nach Dolceacqua, vorbei an den Ruinen des Turms von Alpicella. Die Weinberge liegen im Anbaugebiet des Rossese mit dem Qualitätssiegel DOC. 
