Kein Stempel, kein Schwert, kein Buch, kein Mittagessen, keine Kuchenteilchen, keine Kekse, kein Kaffee, keine Achterbahn #NextChampions @WinfriedFelser

„Wer bringt New Worker, Agilitätspropheten, Minister und große alte Männer aus Wissenschaft, Politik und HR zusammen? Der Netzwerker und Zukunftsdenker Winfried Felser“, schreibt die Haufe Online Redaktion. Und es waren ja auch eine Menge junger Leute da aus sehr unterschiedlichen Sphären – aus Wissenschaft, Mittelstand, Medien und Verbänden.

Der Mut des Veranstalters, das #NextChampions Spektakel in den Brühler Freizeitpark Phantasialand zu legen, habe sich ausgezahlt. „Die außergewöhnliche Atmosphäre ermöglichte inspirierende und lebendige Diskussionen und Gespräche. Es war keine durchgetaktete und fertige Veranstaltung, auf den Panels wurde laufend improvisiert und umgebaut – was die Teilnehmer meist nicht als ‚Missmanagement‘ verstanden, sondern dem Barcamp-Charakter der Veranstaltung zuschrieben“, so die Haufe Online Redaktion.

Winfried Felser bietet halt eine Plattform zur Vernetzung und setzt dabei auf die Selbstorganisation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. „NextChampions“ unterscheidet sich deutlich von aseptischen Kongressen, wo alles fein säuberlich organisiert wird für teures Geld. Felser verfolgt hingegen eine inhaltliche Mission: Er will unterschiedliche Kreise zusammenbringen und auf ein höheres Qualitätsniveau heben.

Dazu zählen Management-Legenden wie Hermann Simon und Heribert Meffert, NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart und der FDP-Bundestagsabgeordnete Thomas Sattelberger, zahlreiche Vertreter von Unternehmen, Führungskräfte aus Konzernen, Berater und Social-Media-Aktivisten:

Für Felser ist das Netzwerken kein Selbstzweck, sondern ein wichtiger Hebel für die Transformation“, kommentiert Haufe. Operation gelungen.

Das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) ist eigentlich ein Informationsabwehr-Bollwerk @BMI_Bund @fragdenstaat

Eigentlich ist das Informationsfreiheitsgesetz ein Informationsabwehr-Bollwerk. Es gibt dort ein ganzes Bündel an „Maßnahmen“, um allzu kritische Anfragen an den Staat auszuhebeln. Darüber habe ich ja schon mehrfach berichtet. Gebühren als Abschreckungswaffe zu benutzen, zählt zu den beliebtesten Methoden – und das weiß ich aus erster Hand – also aus den berühmten gut informierten Kreisen des Bundesinnenministeriums.

So wurde uns mit großem Getöse versprochen, dass jeder Bürger mit dem IFG einen voraussetzungslosen Rechtsanspruch auf Zugang zu amtlichen Informationen von Bundesbehörden bekommt:

„Eine Begründung durch Interesse rechtlicher, wirtschaftlicher oder sonstiger Art ist nicht erforderlich.“

Hört sich toll an. Rund fünfzehn Jahre nach dem Inkrafttreten des IFG spricht die Bilanz eine andere Sprache. Bei Anfragen von Journalisten und Zivilgesellschaft überbieten sich die Behörden in der Kunst des Abwimmelns. Die Gummiparagrafen des IFG machen es möglich. Der Exekutive wird es leicht gemacht, unliebsam Fragende in die Schranken zu weisen. Ein stattlicher Anteil der insgesamt 13 Paragrafen regelt, wie man Bürgerinnen und Bürger wieder los wird: Etwa Paragraf 3: Schutz von besonderen öffentlichen Belangen, Paragraf 4: Schutz des behördlichen Entscheidungsprozesses, Paragraf 5: Schutz personenbezogener Daten oder Paragraf 6: Schutz des geistigen Eigentums und von Betriebs- oder Geschäftsgeheimnissen.

Sehen sich die Behörden mit besonders hartnäckigen Fällen konfrontiert, die sich nicht abblocken lassen und auf ihrem Recht auf Informationsfreiheit bestehen, greifen die liebwertesten Beamten-Gichtlinge zur Allzweckwaffe:

Paragraf 10: Gebühren und Auslagen.

Wie hoch diese tatsächlich sein können, liegt im Ermessen der Behörde und variiert je nach Hartnäckigkeitsgrad. Also ist das nur schwer kalkulierbar. Die Abschreckung wirkt erstaunlich gut. Wer nicht über entsprechende Budgets verfügt, zieht die Anfrage lieber zurück.

Gut das es @FragdenStaat gibt.

Siehe auch: Gegen abschreckende Gebühren: Wir klagen gegen das Bundesinnenministerium

#Artikel13 #Uploadfilter Proteste mit Auswirkungen auf die Europawahlen im Mai? Was denkt Ihr?

Eine (nicht nur) demoskopische Recherche:

Tja:

Plattform-Abhängigkeit: Weiterziehen, wenn es nötig ist @ffjournalismus @kuechenzuruf @ChristophKappes @mspro

Bettina Blaß hat mich für eine #FitfürJournalismus Story gefragt, wie abhängig ich denn von externen Diensten und Plattformen sei. Auslöser ist die Einstellung von Google+. Da hatte ich bis auf legendäre Diskussionen mit dem leider verstorbenen FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher nicht sehr viele Aktivitäten entfaltet, die durch die Löschung in Mitleidenschaft gezogen werden. (Siehe auch: Das Ende von #GooglePlus: Erinnerung an eine Disputation mit Frank Schirrmacher #KarlssonvomDach – Was für eine schöne Diskussion @ChristophKappes @mspro) Die Abtrennung von Hangout on Air aus dem Google+ Portfolio war ja schon vor längerer Zeit vorgenommen worden. Jetzt läuft das direkt über YouTube – also die Möglichkeit für Konferenzschaltungen.

Bettina hat meine Philosophie zur Plattform-Abhängigkeit auf einen Nenner gebracht: Abhängig publizieren bedeutet auch: Weiterziehen, wenn es nötig ist.

„Der freie Journalist und vor allem Live-Streamer nutzt Facebook und Twitter für seine Live-Sendungen und ist somit komplett von den Plattformen abhängig: ‚Facebook bietet aber über die Kommentarfunktion die beste Methode für Dialogformate‘, sagt er. Und ergänzt: ‚Ich geh dorthin, wo die Wirkung am besten ist. Sollte Facebook Live irgendwann nicht mehr funktionieren, werde ich eben auf die nächste Plattform wechseln.‘ Dabei hält er es ähnlich wie Monika und ich: Die wichtigsten Inhalte speichert er zusätzlich auf der Festplatte. Seine Videoclips hat er also ordentlich archiviert. ‚Ich könnte sie jederzeit anderswo hochladen.‘ Anders ist das mit Inhalten, die er einst mit Vine, dem früheren Videodienst zu Twitter, gemacht hatte: ‚Viele Filmchen, die gut angekommen waren, und auch die Vinewalks selbst sind verloren. Das war aus heutiger Sicht eine Menge verplemperte Zeit‘.“ Soweit der kleine Auszug aus dem Bericht von Bettina.

Mein Archiv auf der externen Festplatte reicht ungefähr zurück bis in die 1990er Jahre. Und ich bin immer wieder überrascht, wie ich aktuelle Geschichten mit älteren Recherchen kombinieren kann.

Bei Facebook Live geht mir zur Zeit die relativ schwache Ausprägung der Interaktionen auf den Keks. Das so genannte organische Wachstum kommt nicht in die Gänge.

Es könnte also gut sein, dass ich meine Live-Videos demnächst auf anderen Plattformen produziere. Wie sieht das bei Euch aus?

Schon mal Datenverlust durch die Schließung eines Dienstes erlitten?