Topsy, Crowdeye, Hunch oder Eyeplorer: Auf der Suche nach der Suchmaschine von morgen

logo_ask_new_2Anders als in den vergangenen Jahren, in denen auch qualitativ hochwertige Suchdienste wie Ask.com beharrlich ignoriert wurden, scheint die Bereitschaft zu wachsen, bei Suchmaschinen sich auf etwas Neues einzulassen. Das schreibt Spiegel-Online-Redakteur Frank Patalong: „Was auch daran liegen könnte, dass wahrgenommen wird, dass Google nicht in jeder Hinsicht das Rad erfunden hat. So wird eifrig über die Entwicklung einer Twitter-Suchmaschine im Hause Google spekuliert. Die müsste dann aber wohl gegen den Twitter-Suchdienst CrowdEye.com des langjährigen Microsoft-Suchdienstentwicklers Ken Moss antreten“. Moss sei kein Frühstarter.
„Längst haben sich mit OneRiot und Topsy zwei Twitter-Suchdienste etabliert. Der Vorgang ist typisch: Erst, wenn sich die Großen bewegen, entsteht auch Aufmerksamkeit für die Leistungen der Kleinen. Während die Tech-Presse erneut über semantische Suche diskutiert, probieren Dienste wie Hunch.com neue Ansätze, das Web intelligenter zu erschließen. Hunch versucht, Suchanfragen durch thematische Einengung näher zu definieren, um zu treffsichereren Ergebnissen zu kommen. Mitunter klappt das ganz prächtig und zeigt viel Potenzial, mitunter grenzt es an Realsatire“, so Patalong.

Internet intelligenter erschließen
Internet intelligenter erschließen
Hunch sei das Gegenstück zu Wolfram Alpha (WA), dem Dienst, der wenig, das aber sehr genau weiß: „WA ist stark, wo es um Sachliches geht, Hunch dort, wo es nach Pop riecht – sie sind E- und U-Suchmaschinen, wenn man so will. Aber Hunch lebt vom Konzept, durch seine Nutzer zu lernen. Man muss der Sache also Zeit geben. Das sind die Dinge, die dafür sorgen, dass die wirklich großen Suchdienste populär bleiben. Mitunter haben die Kleinen mehr Klasse, doch es fehlt an Masse“, führt Patalong aus. Bemerkenswertes verortet er in Berlin: Eyeplorer.com sei ein Dienst, der für semantische Verbindungen sorgt. Auf Basis der erfassten Wikipedia-Daten visualisiere EyePlorer thematische Querverbindungen. Man komme zu überraschenden Ergebnissen. Der Nutzer wird auf Themenreisen durch Cluster von Artikeln geführt, die thematisch verknüpft sind. „So etwas für das gesamte Web umzusetzen, statt ‚nur’ für die Inhalte der Wikipedia, würde dem Traum vom semantischen Web schon sehr nahe kommen. Denn da geht die Reise hin, für alle Player auf dem Markt: Keine Frage, dass auch Google, Yahoo oder nun Bing versuchen werden, immer mehr solche semantischen Features in ihre Dienste zu integrieren“, resümiert Patalong.

Die Inhalte im World Wide Web wachsen allerdings mit einer schnellen Geschwindigkeit. In Zukunft werde eine Indexierung immer schwieriger, selbst wenn man neuartige Methoden auf Basis von semantischen Verbindungen oder künstlicher Intelligenz auf den Markt bringt, meint Björn Behrendt, Geschäftsführer der Wissenscommunity Hiogi. „Wirklich mächtige Suchmaschinen können meiner Ansicht nach erst dann entstehen und Zusatznutzen stiften, wenn sich die Spezifikationen des World Wide Web Consortium (W3C) in der Breite durchsetzen. Mit anderen Worten müssen die großen Softwareanbieter bei der programmiertechnischen Kennzeichnung semantisch verwertbarer Inhalte eine Vorreiterrolle übernehmen“, erklärt Internetexperte Behrendt.

Neue Dienste durchs mobile Internet
Neue Dienste durchs mobile Internet

Impulse erwartet Sprachdialogexperte Lupo Pape vom mobilen Internet: „Das mobile Internet ist erst in Ansätzen erkennbar. Da ist vor allen Dingen in Europa noch sehr viel Marktpotenzial vorhanden. So kann niemand vorhersagen, was passiert, wenn beispielsweise ortbasierte Services auf auf Web 2.0-Communities treffen. Natürlich hat das eine enorme Sprengkraft wenn Giganten wie Apple, Google, Microsoft und Nokia aufeinander treffen und gleichzeitig noch Heerscharen von Applikationsentwicklern auf deren freigegebenen Plattformen innovative Dienste für den mobilen Nutzer entwickeln und täglich neue Dienste auf den Downloadcharts vom Apple-Store oder OVI stehen“, erläutert Pape, Geschäftsführer von SemanticEdge in Berlin.

Die Innovationsgeschwindigkeit verlaufe zur Zeit ungehemmt, keiner weiß, wo das hinführen wird und wie sich unser Leben und wie sich insbesondere auch die Wertschöpfungsketten in der Wirtschaft verändern werden. „Interessant ist, dass trotz der ganzen Vielfalt der Software, Hardware und Anwendungen, die sich dahinter verbergenden Nutzungsszenarien der Endverbraucher meist sehr einfach bleiben: ‚Wo ist der nächste Fahrradladen?’; ‚Welche Freunde sind gerade in der Nähe?’; ‚Wie gut ist der Inder dort an der Ecke?’; ‚Gibt es die Kamera noch irgendwo billiger?’“, so der Sprachdialogexperte Pape. Das seien Nutzungsszenarien, die nach einer Spracherkennung und einem Sprachdialog geradezu schreien.

„Wenn es gelingt, den Sprachdialog in die mobilen Anwendungen einzubinden, dann wird die ganze Entwicklung noch einmal eine neue Dimension bekommen. Spracherkennung und Sprachdialog werden auch der Schlüssel dafür sein, Bevölkerungsgruppen an der Entwicklung teilhaben zu lassen, die von der neuen Technologie bisher ausgeschlossen sind“, resümiert Pape. Das müssten die großen Anbieter in ihren Strategien für das mobile Internet berücksichtigen.

Twitter, Netzwerkrevolutionen und die Ziegelsteindiktatur in Unternehmen

Brick to Click? In deutschen Konzernen immer noch die Ausnahme
Brick to Click? In deutschen Konzernen immer noch die Ausnahme
Deutsche Unternehmen wagen sich nach einem Bericht des FAZ-Redakteurs Holger Schmidt nur sehr vorsichtig auf das unbekannte Twitter-Terrain. Nur etwa fünf Prozent der börsennotierten Firmen nutzen diese Art der Kommunikation aktiv. „Die meisten Unternehmen wissen offenbar noch nicht so recht, was sie mit dem neuen Instrument anfangen sollen“, schreibt Schmidt. So habe Daimler zwar seit langem Twitteraccounts gesichert, um Missbräuche des Firmennamens zu unterbinden. Zur Zeit werde allerdings erst intern geprüft, wie man das neue Medium in die Kommunikationsstrategie einbinden könne. „Denn Twitter stellt die Kommunikationspolitik vieler Unternehmen auf den Kopf. Wenn plötzlich einzelne Abteilungen mit dem Twittern anfangen, wird das Kommunikationsmonopol der Pressestelle durchbrochen“, vermutet FAZ-Blogger Schmidt.

Da schwebt wohl immer noch die Sehnsucht nach den glücklichen Tagen einer autokratischen Informationspolitik über den Köpfen der PR-Verantwortlichen. Diese Zeit ist auch ohne Twitter, Facebook und Co. schon lange vorbei. So funktioniert die Welt des Internets seit zehn Jahren nicht mehr. Wer das Intranet im Unternehmen immer noch als reines Verkündigungsorgan für den Vorstand sieht, wird von den Möglichkeiten des Mediums überrollt. Selbst in einem diktatorischen Intranet – „Ihr dürft unsere Proklamationen lesen, aber im Büro nicht darüber sprechen“ – entwickeln sich die Gespräche im Markt. So glaubte Ende der 1990er Jahre der Vorstand von o.tel.o (war mal ein Herausforderer der Telekom….), mit dem Intranet könne man nur die Informationen steuern, die von der Kommunikationsabteilung zugelassen werden. Dabei hatte das Unternehmen mit dem Produkt „Backweb“ elektronische Agenten eingeführt, wo jeder Mitarbeiter sei eigenes Informationsmenü festlegen konnte – mit externen und internen Kanälen. Mit der Agententechnologie konnte man automatisch nach bestimmten Inhalten im Intranet und Internet suchen. Dazu gehörten auch Meldungen von Presseagenturen.

Trotzdem wollte der o.tel.o-Vorstand bestimmte Agenturmeldungen über Verkaufsgerüchte nicht ins Intranet stellen. Begründung: „Das könnte die Mitarbeiter verunsichern“. Die elektronischen Agenten übernahmen den Job und die o.tel.o-Belegschaft war verunsichert, warum die Meldungen nicht direkt von der internen Kommunikation verbreitet und vom Vorstand kommentiert wurden. Auch damals gab es unter den Kommunikationschefs in großen Konzernen große Bedenken gegen die o.tel.o-Anarchie im Intranet. Ein Vertreter ein großen Frankfurter Bank (…..) pochte auf sein Informationsmonopol. Da konnte es nicht verwundern, dass in seiner Mitarbeiter-Zeitschrift der Chef seines Finanzhauses grinsend mit Taktstock abgebildet war mit der sinnigen Bildunterschrift: „xy gibt den Takt an“. Und die PR-Chefin eines TK-Unternehmens zeigte sich entgeistert, dass man ihre internen Propagandafibeln als anachronistisch titulierte. Die resolute Dame hatte eine Vorliebe für Firmenjubiläen, Rätselecken und Passfotos ihres übergewichtigen Vorstandsvorsitzenden mit Doppelkinn.

Wer jetzt mit Twitter-Regeln, Schulungen oder sonstigem Coaching-Quatsch aufwartet, um sich schmerzlos im Social Web zu bewegen, der hat die Eigendynamik des Internets immer noch nicht kapiert. Meinungen, schlechte Nachrichten, Gerüchte und Skandale verbreiten sich mit oder ohne Twitter-Gehirnwäsche. Entscheidend ist die Reaktionsschnelligkeit der Unternehmen, sich den Gesprächen im Netz ohne Wenn und Aber zu stellen. Mitarbeiter lassen sich nicht mehr von oben nach unten steuern. Firmen sollten daher auf Selbstorganisation setzen und nicht auf Regulierung.

Oder wie es viel prosaischer der italienische Schriftsteller Alberto Savinio ausdrückt: „Der Grad von Menschlichkeit eines Unternehmens, einer Tat, einer Lage, ist messbar an dem Mehr oder Weniger an Freiheit, die sie uns gewähren, über uns selbst zu verfügen“.

Neue Online-Petition starten: Schäuble, verbieten Sie das Topfschläger-Unwesen

Der Journalist und Blogger Jens Schröder, besser bekannt als „Popkulturjunkie“, befürchtet, dass sich “die Politiker” in Berlin gerade von einer ganzen Generation von heranwachsenden und jungen Erwachsenen entfernt, weil sie einfach nicht mehr kapieren, wie moderne Technik funktioniert und was Jugendliche in ihrer Freizeit tun. „Was wird als nächstes verboten? Autorennspiele, weil sie Unfälle im echten Leben wahrscheinlicher machen? Die Wii-Fernbedienung, weil man damit auch Ego-Shooter spielen kann und dabei auf Menschen im Fernseher zielt? Platzpatronen für Cowboy-Pistolen, weil Fünfjährige beim Fasching nicht an Waffen gewöhnt werden sollen“, fragt sich Schröder.

Nun, wir sollten der Berliner Politik trotzdem hilfreich zur Seite stehen und auf weitere bedrohliche Gefahren und unabdingbare Verbote hinweisen. Vor ein paar Tagen rief ich auf Twitter dazu auf, sinnvolle Vorschläge zu machen: Was könnte man neben #Paintball noch verbieten? Wasserbomben, Knallerbsen, Zwille, Pusterohr, Sandburgen zerstören, Schiffe versenken, Kriegsbrettspiele wie Stratego, Risiko, Mühle, Dame, Schach, Topfschlagen, Schokoküsse zerquetschen, Flaschendrehen, Knallbonbons, Schattenboxen, gedopte Biathleten, Rasensprenger

butterplanet@gsohn topfschlagen muss verboten werden. sonst plädiert jeder geschirrmörder auf topfschlag!

Nassovius@gsohn Zeittotschlagen, Kurvenschneiden und diese militanten Leichtathletik-Wurfdisziplinen. Lotto darf aber ohne Gewä/ehr bleiben.

HumphreyBlogart@gsohn Autos gehören außerdem verboten! Damit wurde vor kurzem ja auch ein Attentat verübt in NL.

butterplanet@gsohn hast du auch den film „der topfmacher“ mit goetz george gesehen? http://tr.im/kLN0Nassovius@gsohn Völkerball (Abwerfen!!!), Rhythmische Sportgymnastik (Keulen!) und Spargelstechen

Wir sollten deshalb dringend eine Online-Petition „Stoppt Topfschläger“ starten, um unser Anliegen dem Bundestag vorzutragen.

Brüder, zur Sonne, zur Freiheit und zu Facebook & Co. – Wahlkämpfer im Twitter-Rausch

Die Handelsblatt-Redakteure Thomas Knüwer, Daniel Delhaes und Barbara Gillmann haben ein nettes Stück über den bevorstehenden Internet-Wahlkampf geschrieben: „Brüder zum Netze, zu Facebook“ heißt die Story in Anlehnung an den alten Revolutionssong Смело, товарищи в ногуsind. Nun werden wir sehen, ob Trittin, Merkel, Westerwelle, Steinmeier und Co. so schön im Netz trällern können, wie der sowjetische Arbeiterchor. Deutschlands Volksvertreter wollen zumindest siegen wie Obama: digital. Doch wird das Internet tatsächlich über den nächsten Bundeskanzler entscheiden?

„Facebook wird Teil des politischen Dialogs in Deutschland“, sagt Randi Zuckerberg, die Marketing-Chefin des weltweit größten Social Networks, nach dem Bericht des Handelsblattes.
Markus Beckedahl, der mit seiner IT-Beratung New Thinking alle drei Monate eine Studie zur Politik im Web erstellt, pflichtet ihr bei: „Wir sehen einen großen Run der Parteien und Kandidaten auf Plattformen wie Facebook und Youtube. Wir gehen davon aus, dass Facebook die zentrale Plattform für den Online-Wahlkampf sein wird. Das Netzwerk ist interaktiver und die Interaktionsschwelle liegt niedriger, als bei Wer-kennt-wen oder StudiVZ“.

Rasant steigender Beliebtheit erfreue sich Twitter. „Jeder halbwegs motivierte Kandidaten“ nutze den Kurznachrichtendienst, sagt Beckedahl: „Über Twitter erreicht man schnell viele Multiplikatoren.“ Derzeit sei der Dienst ein Hype, aber „wir gehen aber davon aus dass sich der Dienst mittelfristig in der breiten Masse durchsetzen wird.“ Sicher seien sich alle Beteiligten auch, dass der Online-Wahlkampf nicht die entscheidende Bedetung erlangen wird, die er in den USA hatte. CDU-Geschäftsführer Schüler: „Es gilt, die richtige Balance und Mischung zu finden zwischen innovativen und bewährten Elementen der Wähleransprache. Deshalb ist richtig, dass der Online-Wahlkampf eine der tragenden Säulen unserer Wahlkampfführung sein wird. Richtig ist auch, dass mit Internet alleine die Wahl nicht zu gewinnen ist.“

Das sieht auch Sascha Lobo so. „Der direkte Kontakt mit den Wählern wird entscheidend sein“, sagt der Marketing-Berater und Mitglied des SPD-Online-Beirates. Aber er ergänzt, dass es einen „Meta-Wahlkampf“ gebe: Über den Wahlkampf werde online viel diskutiert und umgekehrt berichteten klassische Medien über die Web-Aktivitäten der Parteien – und das poliert das Image. Zudem könne online schnell eine Veranstaltung organisiert werden: „Die Partei soll die Mechanismen der spontanen Organisation nutzen“, sagt Lobo.

Vielleicht erleben wir ja eine ganz neue Ära des Post-Parteienstaates. Bislang widmete der Politiker einen großen Teil seiner Zeit der klassischen Parteipolitik, dass heißt Versammlungen, Versammlungen zur Vorbereitung von Versammlungen und Versammlungen, die zu Entscheidungen führen sollen. Oder in den Worten von Max Weber: Bei den Parteien handelt es sich um Stellenjägerorganisationen, „die für den einzelnen Wahlkampf ihre wechselnden Programme je nach der Chance des Stimmenfangs machen…“.

Eric Schmidt Tells Charlie Rose Google Is “Unlikely” To Buy Twitter

Interview mit Google-Boss Eric Schmidt über Twitter u.a.:

Charlie Rose:
You also bought YouTube. You have Google news. We’re in a time now, and we’re going to talk a lot about the economy in this conversation because of the roles you have. Acquisitions come up. People are excited these days, the lost several months about Twitter. Does Google want to buy Twitter.

Eric Schmidt:
I shouldn’t talk about specific acquisitions. We’re unlikely to buy anything in the short term partly because I think prices are still high. And it’s unfortunate I think we’re in the middle of a cycle. Google is generating a lot of cash. And so we keep that cash in extremely secure banks.

Charlie Rose:
Right.

Eric Schmidt:
And we’ll wait that out. From our perspective, I think the YouTube application and the DoubleClick acquisition which are the two large ones we did last year and the year before, have been phenomenally successful.

Facebook als Jederzeit-Medium im Web – Zuckerberg plant zentralen Aufmerksamkeitsverteiler

n4_76971In dieser Woche gibt sich Facebook ein neues Gesicht. Die langfristigen Ziele beschreibt Facebook-Chef Mark Zuckerberg in seinem Firmen-Blog mit Schlagworten wie „Informationsstrom“ oder „Menschen Kontakt zu allem geben, was sie interessiert“. Auf lange Sicht sollen Menschen Facebook nicht mehr benutzen, um „bestimmte Inhalte zu finden, sondern um am Informationsfluss selbst teilzuhaben“. „Mit der Neugestaltung baut Zuckerberg Facebook ganz pragmatisch zum Jederzeit-Medium um. Die Hauptseite soll demnächst in Echtzeit jedem Mitglied Nachrichten darüber liefern, wer aus seinem Bekannten- und Freundeskreis gerade was denkt, kommentiert, im Web entdeckt, gekauft, gehört, gesehen hat. Bislang aktualisierte Facebook die zentrale Nachrichtenseite nur alle 10 bis 15 Minuten, nun soll das ständig passieren“, analysiert Spiegel Online-Redakteur Konrad Lischka.

Wenn ständig etwas Neues passiere sei der Drang groß, ständig die entsprechende Seite zu verfolgen. Das erinnere sehr an den Reiz von Twitter, dem gerade enorm gehypten Echtzeit-Mikroblogging-Dienst, der seinen Nutzern das Gefühl gibt, nahezu live zu verfolgen, was im Web passiert. „In Zukunft unterscheidet Facebook nicht mehr sonderlich zwischen den Seiten von normalen Mitgliedern und Unternehmen, Politikern, Bands und Stars“, schreibt Lischka. Der Dienst könne sich zum großen Aufmerksamkeitsverteiler im Web mausern. Neue Musik? Mal sehen, was die Freunde bei Facebook empfehlen. Gipfeltreffen in Washington? Mal sehen, was das Team von Obama schreibt. Der nächste logische Schritt wäre nach Ansicht des Internetexperten Sascha Lobo die Entwicklung eines echten eigenen Browsers, der ganz nebenbei dazu führen würde, dass man die Community überhaupt nicht mehr verlässt.

Teile des Redesigns würden darauf hindeuten: viele Navigationspunkte wurden in die nicht bewegliche Fußleiste verlagert. Die Redundanz mit der Navigation auf der Fläche sei nicht zufällig – sondern soll den Nutzer daran gewöhnen, Facebook auch dann zu benutzen, wenn auf der Fläche des Screens eine andere Seite dargestellt wird. Mit Cloud Computing würden Betriebssystem und Browser sowieso zusammenwachsen zu einem „Betriebsbrowser“. Die Office-Anwendungen von Google Docs beim Browser Chrome seien dabei richtungsweisend. „Mit einem echten eigenen Facebook-Browser würde die halbautomatische Kommunikation in Form eines umfassenden Lifestreams Realität, weil alles, was wir im Browser erledigen – bei mir wäre das ungefähr alles -, dann Teil unseres Kommunikationsstromes werden könnte“, spekuliert Lobo.
„Das Praktische an einem halbautomatischen Kommunikationsstrom ist, dass ich nicht mehr aktiv eingreifen muss, sondern immer mehr reagieren kann – wenn man will. Ein tolles Szenario. Nicht ‘Big Brother is watching you’ sondern ‘Facegoogle is watching, tracking, analysing and predicting you’”, meint Marc-Christopher Schmidt, Geschäftsführer des Reiseportals Triptivity. Die Facebook-Strategie bietet für Unternehmen enorme Chancen, so die Ansicht des Neue Medien-Publizisten Sebastian Paulke, Geschäftsführer von Wort + Welt: „Sie können sich schon jetzt auf eine völlig neue Marketingwelt freuen, in der statt Budgets Strategien zählen, da die eigentliche Multiplikation von Informationen sich zunehmend automatisieren wird und damit keine Kostenstelle mehr sein muss.”

Facebook werde eine neue Runde im Social Web einläuten und damit die Messlatte für Enterprise Team Collaboration anheben: „Die Fachkräfte von heute lernen jetzt schon, dass Informationsflüsse automatisiert ablaufen – cc-Mail-Orgien á la Outlook und Lotus Notes entfernen sich damit weiter von den gelernten Anforderungen der nächsten Wissensarbeiter-Generation: Die wird ein Corporate-Facebook verlangen, anstatt sich über jede Information Gedanken zu machen, wer die nun benötigt oder nicht“, erläutert Paulke. In der von seinem Unternehmen erstellten Studie „Kollaborieren oder kollabieren? Enterprise Team Collaboration 2.0” wird deutlich, dass jeder dritte Projektmanager wichtige Aufgaben nicht mehr erledigen kann, weil er in Kommunikationspflichten ertrinkt. „Es ist es höchste Zeit, eine Plattform zu schaffen, die das Informationsmanagement automatisiert und zentralisiert“, fordert Paulke.

Microblogging für Unternehmen

Beitrag hier. Thema wird immer spannender.

Twittercharts erschienen: Sascha Lobo an Nummer eins noch vor Spiegel Eilmeldungen!

Glückwunsch an Sascha Lobo!!!!

Im Spiegel wabert wieder der Kulturpessimismus: Über die Gefahren sozialer Netzwerke

rospanz20090100001-312Ein kleiner Einblick hier:

Sollten wir in den nächsten Tagen diskutieren.

Google Friend Connect: Twitter profitiert von neuer Partnerschaft

Google ist mit Friend Connect http://www.google.com/friendconnect eine Partnerschaft eingegangen. Das Besondere dieses neuen Services: der Anwender kann sich ab sofort in Third-Party-Websites einloggen und muss dazu lediglich seine Nutzungsberechtigung der Sozialen Netzwerke nachweisen. Dabei hat er die Möglichkeit, zurückzuverfolgen, wer von seiner Peer-Gruppe die gleiche Seite nutzt und kann durch das Anklicken von „Invite” und dem darauf folgenden „share” seinen „Gefolgsleuten” einen „Tweet” zurücksenden.

„Auf der Le Web Konferenz hat MySpace große Anstrengungen unternommen und kräftig die Werbetrommel für Google Friend Connect gerührt. Dabei hat sich herausgestellt, dass Twitter nach Plaxo der erste Third-Party-Service ist, der sich perfekt in den neuen Google-Dienst integrieren lässt“, schreibt Techcrunch-Blooger Michael Arrington http://www.techcrunch.com/author/michael-arrington.  

Anwender haben fortan die Möglichkeit, sich auf der Grundlage ihrer Twitter-Credentials bei Third-Party-Websites, wie beispielsweise Billboard For The People http://billboardforthepeople.com, anzumelden und dabei ihre Twitter-Freunde und Kontakte sowie unterschiedliche Profil-Details mit einbeziehen können.

„Für Twitter bedeutet dies die Einleitung eines grundlegenden Kurswechsels und ist darüber hinaus Beleg für das starke Wachstum, das im letzten Jahr erreicht werden konnte. Noch im Mai diesen Jahres wurde Twitter als verlässlicher Partner in der heftigen Auseinandersetzung des Dreigespanns Google-MySpace-Facebook betrachtet. Das Resultat: Man entschied sich eher übereilt, eine strategische Partnerschaft mit MySpace einzugehen. Die Datenverfügbarkeit trägt seitdem die Bezeichnung MySpaceID“, so Ariington. In der Einführungserklärung für die Datenverfügbarkeit hatte MySpace einen Twitter Log-in-Screen gezeigt, über den die Nutzer ihren MySpace-Account für den Zugriff auf Twitter aktivieren können.

Bisher wurde diese Partnerschaft noch nicht faktisch mit einbezogen. „MySpace hält sich mit der konkreten Angabe eines Zeitpunkts und dem ‚ob überhaupt’ Statement zurück. Derzeit profitiert Twitter von der Google-Infrastruktur, um seine eigenen Ziele voranzutreiben, und erklärt dazu ausdrücklich, dass sie bei der Nutzerregistrierung nicht auf die Unterstützung Facebooks oder MySpaces angewiesen sind“, erläutert Arrington.

Stattdessen werden sie sich wohl Kopf-an-Kopf-Rennen mit beiden Konkurrenten liefern. Ziel sei die Gewinnung weiterer Nutzeridentitäten. „Twitter hat mittlerweile eine hohe Ausreifung erzielt. Daher kann die Ankündigung als ein weiterer Beweis dafür gesehen werden, dass man sich schon heute Richtung Positionierungsziel bewegt“, so Arrington.