
Sohn@Sohn-Testumfrage zeigt eine deutliche Kluft zwischen der Beurteilung des eigenen Unternehmens und der wirtschaftlichen Lage Deutschlands. Ab August starten monatliche Mehrthemen-Umfragen.
Die Unternehmen beurteilen ihre eigene Lage mehrheitlich positiv, während die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands deutlich schlechter eingeschätzt wird. Das zeigt die aktuelle Sohn@Sohn-Online-Testumfrage mit 436 Teilnehmenden aus dem Mittelstand.
Auch die Wirtschaftspolitik stößt auf erhebliche Vorbehalte. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wird günstiger bewertet als die Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz. Insgesamt bleibt das Vertrauen in den wirtschaftspolitischen Kurs jedoch gering.
Als zentrale Folgen der Stagnation nennen die Teilnehmenden ausbleibende Investitionen, härtere Wettbewerbsbedingungen und einen beschleunigten technologischen Wandel. Gleichzeitig schreiben sie erfolgreichen Unternehmerinnen und Unternehmern vor allem Innovationsfähigkeit, Ideenreichtum, Risikobereitschaft und Offenheit für Neues zu.
Künstliche Intelligenz ist in vielen Betrieben bereits angekommen oder fest eingeplant. Sie gilt mehrheitlich als Chance für die künftige Wettbewerbsfähigkeit. Sicherheitsbedenken, fehlende Fachkräfte und Investitionshürden bremsen jedoch die praktische Umsetzung. Der europäische AI Act wird überwiegend als folgenlos oder nachteilig für das eigene Unternehmen beurteilt.
„Die Betriebe trauen der eigenen Handlungsfähigkeit mehr als den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Demoskopie kann solche Unterschiede früh sichtbar machen und über wiederkehrende Fragen zu einem wirtschaftspolitischen Frühwarnsystem werden“, erklärt der Wirtschaftsjournalist und Sohn@Sohn-Mitgründer Gunnar Sohn.
Für Sohn@Sohn markiert die Testumfrage den Wiedereinstieg in das Geschäft mit Umfragen und Studien. Die Arbeit knüpft an Gunnar Sohns frühere Tätigkeit für das Institut für Demoskopie Allensbach und seine damaligen Wochenberichte für das Bundeskanzleramt an.
Ab August veröffentlicht Sohn@Sohn monatliche Mehrthemen-Umfragen. Unternehmen, Verbände, Medien, Verlage, Veranstalter und wissenschaftliche Einrichtungen können eigene Fragen, Themenblöcke und wiederkehrende Barometer buchen. Geplant sind außerdem Formate wie „CEO des Monats“, „Innovation des Monats“, „Bürokratieärgernis des Monats“ und das Rennen um das „Wirtschaftsbuch des Jahres“.
Die August-Umfrage erfasst erstmals auch Geschlecht, Alter, berufliche Position und Betriebsgröße. Teilnehmen können alle Personen, die sich für technologische, politische, wirtschaftspolitische oder betriebliche Themen interessieren.
Die Testumfrage lief vom 8. Juni bis zum 8. Juli 2026. Sie ist nicht repräsentativ und wurde nicht gewichtet. Soziodemografische Merkmale wurden im Testlauf noch nicht erhoben.
Ausführlich nachzulesen in unserem Sohn@Sohn-Newsletter, der immer am Freitag erscheint.