Vine-Parade: Produktionen mit Darth Vader, Lego und Co.

Vine Studio
Vine Studio

Anregungen bekommt Ihr übrigens beim #vinewalkde – findet alle sechs Wochen statt. Und natürlich bei den Workshops, die Vine-Meister Franz-Josef Baldus anbietet.

Also mach Deinen eigenen Godzilla-Film mit der Vine-App 🙂

Man hört und sieht sich beim nächsten Vinewalkde.

Siehe auch:

„Twitter muss einfacher für Neueinsteiger werden“

Twitter-Themen deutscher Journalisten.

Vine in der Nachrichtenbranche – 5 Beispiele.

Vine update mit Loop Zähler.

Das Social Web-Schweigegelübde der Hotline-Mönche

Kauf, Du Arsch, aber kommuniziere mit mir nicht im Social Web
Kauf, Du Arsch, aber kommuniziere mit mir nicht im Social Web

Endlich hat mal einer aus der Hotline-Branche, der aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht und die Social Web-Dingsbums-Kommunikation als wenig hilfreich dargestellt: Der Self Service im Internet werde arg überstrapaziert. Komplexe Anliegen könnten sich ohnehin nicht mit 140 Zeichen über Twitter klären lassen, meint Harry Wassermann von SNT Deutschland im Interview mit dem Fachmagazin Call Center Profi.

„Wie soll ein Kabelnetzkunde bei Facebook oder im Self Service im Internet Hilfe bekommen, wenn sein Fernseher kurz vor Beginn des Champions-League-Finales schwarz ist“, fragt sich der Hotline-Experte.

Soviel Ehrlichkeit erlebt man in der Kall Zenta-Industrie selten. Offiziell gibt man sich meistens so vollmundig offen für den Kundenservice 2.0 – etwa auf den Plakaten, die man beim Berliner Fachkongress Call Center World an die Infostände klebt. Alles nur leeres Geschwafel auf einer ziemlich langweiligen Totenmesse.

In Wahrheit verkrümeln sich die Anbieter hinter altertümlichen TK-Anlagen mit erschreckend schlechten Multikanal-Funktionen. Jedes Anruferlebnis entwickelt sich mit den uralten Standards der Hotline-Beitreiber zur Alzheimer-Reise ins Ungewisse. Wir müssen als Kunden halt öfter anrufen, um beim zehnten Mitarbeiter vielleicht eine Lösung unseres Problems zu erfahren. Oder glaubt Wassermann allen Ernstes, via Telefon seinen Fernseher über Hotline-Agenten reanimieren zu können?

Selbst so profane Dinge wie Kündigungen kann man nur mit einem kräftezehrenden Hindernislauf anstreben, um dann auf der zwanzigsten Unterseite der Firmen-Website ein Faxformular auszugraben, das man in dreifacher Ausfertigung per Post an die Serviceabteilung schicken muss. Telefonische Bekundungen für eine finale Grabrede auf die Geschäftsbeziehungen zum Anbieter seien leider nicht möglich:

„Sie können aber jederzeit per Hotline ein Upgrade ihres Vertrages bestellen.“

Ob der Kündigungsbrief per Einschreiben mit Rückschein weiterhilft, wird erst nach drei Monaten innerer Einkehr vom Dienstleister beantwortet – Schweige-Gelübde sollen ja gut fürs Seelenheil sein, warum sollten sich die Hotline-Gichtlinge anders verhalten als die Karthäuser-Mönche.

Das Social Web-Schweigen der Hotline-Lämmer bringt für Kunden, die mit der Vernetzung ihrer Kommunikation schon im 21. Jahrhundert angekommen sind, ungemein viele Vorteile. Es erleichtert die Selektion von Gestern-Dienstleistern aus dem Portfolio unserer Kaufaktivitäten. Wenn die Wassermänner der Call Center-Industrie nicht wortmächtig genug sind, prosaische Kundenanliegen in Kurzform auf Twitter zu beantworten, wissen wir, warum wir nach dem Kündigungsformular suchen müssen.

Siehe auch:

Call Center Profi im Abseits? Die Überschrift verwirrt mich etwas. Warum soll der Überbringer der schlechten Nachricht für die schlechte Nachricht verantwortlich sein?

Wassermanns Weisheiten: „Schlagworte wie ‚Kundenservice‘ 2.0 halte ich für komplett unsinnig“ Jeder Krämer lobt ja seine Ware, aber selbst Wassermann bekennt in dem Interview, Hotline-Anrufe sehr, sehr selten zu tätigen. Er könne sich kaum erinnern, jemals bei seiner Bank oder seinem Mobilfunkanbieter angerufen zu haben. Und ist sein TV-Bildschirm eigentlich immer noch schwarz? Fragen über Fragen.

Replik auf Wassermann: Digitale Transformation – symmetrische Interessen.

Nachhilfe über Twitter-Prosa im Kundenservice, Herr Wassermann! Loslassen und Zwitschern: Über die Vorteile der asynchronen Kundenkommunikation.

Vielleicht kommen die Wassermänner einfach zum StreamCamp14 nach München am 15. und 16. November, um etwas über Netzwerkeffekte via Videokommunikation im Kundenservice zu erfahren. Es geht ja im Social Web nicht nur um verschriftete Kommunikation.

#Base und die Hotline-Drückerkolonnen – Über die Meister der Upgrade-Rhetorik.

Wie man Twitter reanimieren könnte #Zwitscherdiskurs

Meinungsmacht

Meine heutige The European-Kolumne über den vermeintlichen Niedergang von Twitter hat heftige Reaktionen ausgelöst – auf Twitter und Facebook. Hier nur einige Tweets zur Auswahl.

Auf Facebook:

Debatte bei Robert Basic:

„Allerdings ist mir noch immer kein Grund eingefallen, warum ich bei Twitter was schreiben sollte.Oder muss man die Ergüsse des @TheBorisBecker unbedingt retweeten? Ich für meinen Teil bin also bei Twitter bereits vor der Anmeldung wieder abgesprungen.“

Mark Goodman.

„meine rede, ich habe diese gruselige mitteilungsschleuder für aufmerksamkeitsgierige zeichenzähler schon vor einem jahr abgeschaltet und konzentriere mich lieber auf äh Facebook“

Liane Bednarz:

M H Max Rachwitz: „twitter ist mir zu unpersönlich, hat aber den vorteil, das end- und sinnlose diskussionen nicht aufkommen…“

Vielleicht müssten einfach mehr TweetCamps auf die Beine gestellt werden, um den Nutzen von Twitter zu dokumentieren und über sinnvolle Einsatzmöglichkeiten nachzudenken. Vielleicht ist bei vielen Social Web-Anwendungen immer noch mehr erklärungsbedürftig als viele Twitterati meinen. Vielleicht sollte man häufiger Erklärstücke bringen, um mehr Menschen zu begeistern – Prinzip Annette Schwindt.

Für mich ist Twitter immer noch ein nützlicher News-Aggregator über Dienste wie Flipboard. Unverzichtbar, um über Barcamps und andere Veranstaltungen orientiert zu sein. Wichtig für unsere Bloggercamp.tv-Sendung, um Zwischenrufe einzufangen. Oder ausgedrückt in den prosaischen Tweets von Kathrin Passig, die ich heute in meiner Literatur-Lesung auf Youtube rezitiert habe:

„Wer bei Twitter belanglose Geschnatter liest, der hat es sich so ausgesucht.“

„Der Vorwurf der Belanglosigkeit bedeutet letztlich nur, dass da jemand den Twitterstream eines anderen Menschen betrachtet“ (beispielsweise die Belanglosigkeiten von Boris Becker, gs).

„Das ist, als würde man fremde Hosen anziehen und sich dann beschweren, dass sie so schlecht passen. Dem Besitzer passen sie gut.“

„Veranstaltungstwittern hat zwei Funktionen. Zum einen öffnet es die Veranstaltungen nach außen (was natürlich auch mit Livestreaming geling, gs). Abwesende können das Geschehen verfolgen.“

„Die Anwesenden sind dann etwas abwesender, weil sie nebenbei twittern, aber dafür sind die Abwesenden etwas anwesender.“ (Twitter-Dialektik,gs)

„Zweitens haben auch die Abwesenden die Möglichkeit, sich aktiv zu beteiligen….“

Es ist keine 1 zu 1-Kommunikation, es führt nicht zur Unterbrechung im Tagesgeschehen.

„Mails gehen häufig mit Handlungsaufforderungen einher. Schnell sind die Empfänger überfordert. Das System E-Mail skaliert nicht.“

„Bei Twitter strömt alles vorbei, man kann hinschauen, muss aber nicht, ein bisschen wie Radio. Wichtiges kommt wieder.“

„Man muss sich als Absender wenig Sorgen machen, die Empfänger zu stören“ (es sei denn, man konsumiert Tweets wie E-Mails, gs).

In Bloggercamp.tv sind wir auf die heutige Twitter-Debatte ausführlich eingegangen.

Habt Ihr weitere Reanimationsideen?

Von der Lust am Zwitschern

Aktion: Mehr Literatur auf Youtube! Heute: Die Kunst des Zwitscherns von Hellwig Brunner, Kathrin Passiv und Franz Schuh, erschienen im Residenz-Verlag.

Prosa in Tweet-Länge zur Reanimation des Kurznachrichtendienstes, wo ich doch heute etwas über den Twitter-Niedergang geschrieben habe.

Nicht Facebook schmiert ab, sondern Twitter: Über Kaugummi-Dreck beim Kurznachrichtendienst

Auf die Länge kommt es vielleicht doch nicht an.
Auf die Länge kommt es vielleicht doch nicht an.

Netzökonom Holger Schmidt hat Anfang März einige recht interessante Fakten über Twitter zusammengetragen, die sich so langsam zur Krise des Kurznachrichtendienstes auswachsen.

„Etwa 70 bis 80 Prozent der Menschen, die sich bei Twitter anmelden, springen im Laufe der Zeit wieder ab. Nur etwa 3 Prozent der Menschen, die sich jemals bei Twitter im deutschsprachigen Raum angemeldet haben, sind heute noch täglich als Schreiber aktiv. Zwar hat Twitter mit Hilfe der Kooperationen mit Fernsehsendern im vergangenen Jahr viele neue Nutzer in Deutschland hinzugewonnen, doch besonders treu sind diese nicht. 80 Prozent der neu hinzugekommenen Nutzer gaben an, seltener als einmal im Monat Tweets zu schreiben.“

Als @SPIEGELONLINE einen Blogbeitrag von Schmidt an seine damals 280.000 Follower twitterte, kamen trotz einiger Retweets ganze 250 Klicks auf den Text zustande.

„Eine Nachfrage bei einem Blogger-Kollegen brachte etwa die gleiche magere Resonanz. Ich treffe auch immer mehr Twitterer der ersten Stunde, die keine Lust mehr haben, weil die ‚Echokammer‘ inzwischen ziemlich leer sei. Bleibt nur ein kleiner Teil an Menschen übrig, für die Twitter als täglicher Nachrichtenlieferant unverzichtbar geworden ist? Denn auch im Kriterium der sozialen Interaktionen auf den Nachrichtenseiten verliert Twitter an Bedeutung gegenüber Facebook“, schreibt Schmidt und bestätigt damit die Erfahrungen vieler anderer Nutzer.

Folgt man den Analysen der Blogrebellen, hängen mittlerweile alle Websites am „Tropf“ von Facebook. Ob riesig wie Buzzfeed und Upworthy oder klein wie Postillon und Schlecky – 50 Prozent des Traffics kommen über soziale Netzwerke und über 90 Prozent davon kommen über das Mark Zuckerberg-Imperium.

Michael Seemann hat gar den Glauben an Twitter verloren, wie er im Wir-Müssen-Reden-Podcast mit Max Winde ausführt (so ab 01:58 Std.). Er sei kurz vor seinem siebten Twitter-Geburtstag.

„Das ist die längste Beziehung, die ich je hatte. Ich lass sie jetzt still und leise auslaufen.“

Er habe nicht mehr das Gefühl, dass man viele Leute erreicht. Man treffe sehr viele Karteileichen.

„Die Reichweite sinkt und niemand interessiert sich mehr so richtig für Twitter. Die Leute wandern ab. Viele konzentrieren sich immer mehr auf Facebook“, sagt Seemann.

Wer auf Facebook richtig aktiv sei, wie Leander Wattig, erziele extrem viele Interaktionen, obwohl man in der Regel weitaus weniger Fans oder Freunde hat im Vergleich zur Zahl der Twitter-Follower. Besonders in Deutschland gehe die Twitter-Nutzung massiv zurück, wie die Zahlen von Holger Schmidt belegen. Bei uns sei der Dienst nie richtig in die Gänge gekommen. Der Peak wurde vor rund zwei Jahren erzielt. Seitdem geht es in den Keller.

„Meine eigene Timeline ist irgendwie umgekippt“, erzählt Seemann.

Da werde nur noch irgendwelcher Kaugummi-Dreck von vorgestern abgesondert. Wie steht es mit Eurer Twitter-Timeline. Alles im Eimer?

Den Facebook-Untergang müssen wir jetzt wohl erst einmal vertagen, oder? Wir sollten uns vielleicht eher über die Folgen der Facebook-Dominanz einige Gedanken machen.

Siehe auch:

Facebook-Lamento, Klickbomben und barfüssige Propheten.