Wann kommt der Durchbruch für Smart Home? #NEO16x

Smart Home

Im Experteninterview stellen die Studierenden der Hochschule Fresenius Smart Home-Konzepte vor. Bislang mangelt es an Angeboten, die herstellerunabhängig schlüsselfertige Konzepte realisieren. Sprachsteuerung wird dabei wohl eine große Rolle spielen.

Hier das Ergebnis der ersten #NEO16x Session. So kann es weitergehen.

Am Donnerstag, um 9 Uhr geht die Next Economy Open richtig los.

Lullus, der erste Hacker: Über die Lust an der digitalen Kombinatorik

Lullus

In der Netzökonomie-Campus-Initiative ist ein höchst pragmatischer Vorschlag in die Diskussion geworfen worden, wie man internet-aversive Unternehmer, Verbandsfunktionäre und sonstige relevante Entscheider in Teutonien ins Netzzeitalter katapultieren könnte. Man ummantelt schlichtweg die analogen Organisationen, Maschinen, Produkte, Services und Verwaltungsaufgaben mit einer digitalen „Schicht“. So eine Art „Verwaltungsschale“.

Mit Vernetzungskonzepten überzeugen

Dann wird vielleicht auch dem Mittelständler im schönen Westerwald, dem Kommunalpolitiker in Buxtehude und dem Wissenschaftler am Overhead-Projektor an der Uni Koblenz klar, was passiert, wenn man sich nach außen vernetzt. Alles, was analog ist, bekommt an irgendeiner Schnittstelle den Zugang zur binären Logik. In unserem eigenen Haus habe ich das schon längst umgesetzt, da es immer noch keine umfassenden Vernetzungskonzepte für die eigenen vier Wände aus einer Hand gibt. Unsere alte Yamaha-Musikanlage – der unkapputbare Verstärker stammt noch aus meiner Uni-Zeit in den 1980er Jahren – ist beispielsweise mit dem Airport von Apple verdrahtet und spult alles herunter, was in der digitalen Bibliothek abgerufen werden kann. Warum sollte ich also die High-End-Teile für satten Sound als Elektronikschrott entsorgen?

Legobau-Kenntnisse: Kleine Schritte in die digitale Transformation

Wer mit kleinen Digital-Experimenten operiert, bekommt schnell Appetit auf mehr. Was mit robusten Verstärkern möglich ist, kann man auch mit TV, Waschmaschine, Geschirrspüler, Beleuchtung und mit dem kompletten Haus bewerkstelligen – unabhängig vom Hersteller und vom Betriebssystem. Schnell landet man bei Open Source, offenen Schnittstellen und Protokollen – auch wenn man diese Begriffe überhaupt nicht im Vokabular führt. Legobau-Kenntnisse aus der Jugendzeit reichen aus. So kann man mit Legostein ähnlichen Klemmen des Anbieters Digitalstrom analoge Geräte wie Lampen, Rauchmelder, Rollos und Haushaltsgeräte mit wenigen Handgriffen digital aufrüsten.

In dem Lichtschalter von Digitalstrom befindet sich nicht nur eine Kommunikationseinheit, die man über das Internet steuern kann, sondern auch ein Sensor für Licht und Geräusche, wie Hannes Schleeh in einem Blogbeitrag ausführlich erläutert: Allein dadurch könne die bisher nur ein- und ausschaltbare Leuchte gedimmt, per Licht und Geräusch gesteuert werden. Das offene und modulare Konzept bietet Herstellern und Kunden nach Ansicht von Schleeh die Möglichkeit, individuelle Konzepte mit unendlichen Variationen auf den Weg zu bringen und eine Schneise für das Internet der Dinge zu schlagen.

Kleine und pragmatische Schritte in die digitale Transformation mit großer Wirkung. Wer den Nutzen der Vernetzung im Privathaushalt erlebt, verlangt ähnliche Anwendungen auch im beruflichen Umfeld und im Kundenservice.

Wenn Produkte und Services mit kleinen Stellschrauben für die digitale Welt anschlussfähig gemacht werden, vollzieht sich das Wunder der Kombinatorik auf den Spuren des Geistlichen Raimundus Lullus. Er hat die Digitalisierung bereits in seinem Hauptwerk „Ars Magna“ im Jahr 1300 auf Mallorca vorgedacht. Seine logischen Entwürfe wurden von den Wissenschaftlern Werner Künzel und Peter Bexte in die Computersprachen Cobol sowie Assember auf einen Großrechner übertragen und erwiesen sich als ablauffähige Software – nachzulesen in dem viel zu wenig beachteten Opus „Allwissen und Absturz – Der Ursprung des Computers“, erschienen im Insel-Verlag und über Amazon als antiquarische Kostbarkeit zu humanen Preisen noch verfügbar.

„Lullus war der erste Hacker in den himmlischen Datenbanken“, schreiben die beiden Autoren.

Appetithäppchen für meine morgige The European-Kolumne.

System-Integratoren für Smart Home gesucht: Eure Meinung?

Die Waschmaschine startet erst, wenn der Strom günstig ist, das Sicherheitssystem schlägt Alarm, wenn der Kühlschrank nicht geschlossen ist. Zwei Drittel der deutschen Haushalte mit Online-Zugang interessieren sich für das Thema Smart Home. Trotz der hohen Nachfrage sind die Aktivitäten der Unternehmen bei intelligenten Wohnlösungen zögerlich, wie eine Studie der Capgemini-Gruppe zeigt.

Laut der Erhebung wird von den interessierten Haushalten ein zentraler Anbieter für Smart Home gewünscht. Die Herausforderung ist, dass die Akteure auf dem Smart-Home-Markt ein funktionierendes – und für den Verbraucher einfaches – Geschäftsmodell entwickeln. Die Mehrheit der Kunden wünscht sich Angebote, die mehrere Bereiche betreffen, zum Beispiel Energieeffizienz, Sicherheit und Komfort. Damit müssen die Unternehmen offen für Partnerschaften sein, denn kein Akteur bietet ein so umfassendes Angebot. Siehe auch die pressetext-Meldung, die auf NeueNachricht erschienen ist. Ungenutzte Potenziale sieht auch Ralf Schäfer, Abteilungsleiter Märkte und Perspektiven des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) http://www.wik.org in Bad Honnef.

„Ein Feld wird derzeitig von keinem Unternehmen der TK-Branche beackert. Das Zusammenbringen unterschiedlicher Technologien bei der digitalen Heimvernetzung. Niemand bietet die vollständige Vernetzung an. Hier gibt es ein Defizit und eine große Nachfrage bei den privaten Haushalten. Das ist auch das Ergebnis unserer Umfragen: Das Thema Heimvernetzung ist für viele interessant. Aber die Mehrheit verlangt nach einem Integrator. Diese Rolle könnten Firmen wie die Telekom sehr gut übernehmen. Systemintegration also nicht nur für Geschäftskunden, sondern auch für Privatkunden. Zahlungsbereitschaft für solche Services ist vorhanden. Das kann allerdings nur funktionieren, wenn der Systemintegration herstellerunabhängig arbeitet. Nur werden sich Dienstleistungen für die Heimvernetzung durchsetzen. In den USA wird das schon sehr erfolgreich praktiziert“, weiß Schäfer. Siehe auch den Beitrag im Fachmagazin Service Insiders. Seid Ihr auch dieser Meinung? Oder gibt es hier keinen Markt?