Sprachtechnologie: Künstlich und intelligent? Auf jeden Fall smart und nützlich für Autoverkehr, Gesundheitswesen und mobile Kommunikation

Ob Sprachtechnologie schon zur Künstlichen Intelligenz gerechnet werden kann, ist unter Experten umstritten. Die Einordnung von sprachgesteuerten Geräten in intelligent oder „nur“ smart, ist nach Auffassung von Voice Days-Sprecher Bernhard Steimel zweitrangig. „Entscheidend ist der Nutzen. Und hier kann man interessante Anwendungsfelder ausmachen, etwa bei der Montage von Flugzeugen, in der Logistik, im Gesundheitswesen oder im Autoverkehr“, sagt Steimel.

„Sprachsteuerung macht das Autofahren sicherer“, berichtet das Handelsblatt. Wenn ein Fahrer sich ein neues Ziel überlegt, soll er künftig das Navi nicht mehr per Hand neu programmieren, sondern dies per Sprache erledigen. „Das ist nicht nur einfacher, sondern reduziert auch die Unfallgefahr, wie Studien belegen. Erste Geräte sind auf dem Markt. Zunächst sind zwar nur teure Modelle mit der Sprachsteuerung ausgestattet, doch es wird nicht lange dauern, dann werden alle Geräte per Zuruf funktionieren“, so das Handelsblatt. Das Geschäft mit der Sprachsteuerung sei den Kinderschuhen entwachsen. Die Technik habe einen Reifegrad erreicht, dass auch immer mehr Handyhersteller sprachgesteuerte Bedienmenüs einsetzen. „Mobile Geräte mausern sich so langsam zu persönliche Assistenten für Beruf und Freizeit. Die Hardware und auch die dafür nötige Energieversorgung machen gewaltige Entwicklungssprünge, so dass man in nächster Zeit einige Überraschungen erleben und neue intuitive Interaktionsmöglichkeiten finden wird“, prognostiziert Steimel. Neben dem Marktführer Nuance basteln Microsoft, Yahoo und Google an Programmen, um das mobile Internet zu erobern.

Aastra-DeTeWe sieht das Gesundheitswesen als interessantes Betätigungsfeld. Die von der Berliner Firma entwickelte Technik soll Pflegedokumentationen in der stationären Altenhilfe einfacher, schneller und besser machen: „So ist eine Nachtschwester für viele Bereiche und Bewohner zuständig und kann nicht alle Akten ständig bei sich tragen. Die Spracherfassung über das mobile Telefon vereinfacht die Dokumentation, sichert die Qualität und spart nebenbei noch Zeit“, erklärt Andreas Latzel, Deutschlandchef der Aastra-Gruppe. Bei einem Pflegeheim mit etwa 100 Mitarbeitern und einer durchschnittlichen Fluktuation setzt Aastra-DeTeWe auf Sprachportale. Bei ihnen können interaktive Sprachdialoge zusammengestellt werden, um automatisiert mittels Sprache zu navigieren. „Die Sprache wird dabei nicht völlig frei per Umsetzung von Sprache in Befehle erkannt, sondern mit Hilfe einer vorher festgelegten Grammatik“, sagt Latzel. Wichtige Erfahrungen mit dem Pflegedokumentationsprogramm OPAS Sozial wurden in dem vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Pilotprojekt „Das intelligente Heim“ gesammelt und von Pflegewissenschaftlern ausgewertet. Bericht kann hier heruntergeladen werden.

Laut Opus Research hatte der Markt für Spracherkennung 2007 ein Volumen von 1,6 Mrd. Dollar. In den nächsten drei Jahren soll er laut dem Marktforschungsunternehmen jährlich um 14,5 Prozent wachsen. „Kein Wunder, dass nun immer mehr Firmen auf die Spracherkennungstechnik setzen“, resümiert das Handelsblatt. Der Markterfolg von sprachgesteuerten Navigationsgeräten und Handys werde auch die Systeme im telefonischen Selbstbedienungsservice beflügeln und das Image der Call Center-Branche verbessern. Davon ist der Sprachdialogexperte Bernhard Steimel überzeugt.

Cloud Computing und die neuen Maßstäbe der Google-Ära: Suchmaschinen-Gigant wird die Telekommunikation und Informationstechnik umpflügen

Im Softwaremarkt zählt „Cloud Computing“ zu den beherrschenden Trendthemen. Was in den Neunzigern als Application Service Providing (ASP) startete, wird heute unter dem Begriff „Cloud“ für online genutzte Software aufgewärmt. Dem Nutzer, egal ob Geschäftskunde oder Konsument, reicht zum Arbeiten ein leistungsschwächerer Computer mit Internetanschluss. Sämtliche Softwareanwendungen, Prozessorleistung und sogar der Speicherplatz wird von einem Dienstleister über das Netz angeboten, gepflegt und gesichert: „Alle IT-Größen reagieren auf die steigende Nachfrage und tüfteln bereits an tragfähigen Konzepten. Der Hardware-Riese Hewlett-Packard leistete sich einen 13 Milliarden Dollar schweren Einstieg beim IT-Infrastrukturspezialisten EDS, und Microsofts Chef Steve Ballmer will sein weltweites Rechnernetz für den Aufbau einer ‚Windows Cloud’ nutzen“, berichtet das Fachmagazin absatzwirtschaft in der Februar-Ausgabe. Amazon mit „Elastic Compute Cloud“ und Google mit „Google Apps“ seien etwas weiter. Der Amazon-Service biete Rechenleistung für webbasierte Applikationen, während der Suchmaschinenriese gleich ganze Anwendungen wie Textverarbeitung, Präsentations-Software und Tabellenkalkulation, E-Mail-Dienste und Sicherheitslösungen ins Netz gestellt hat.

„Experten sind sich sicher, dass die ‚Software aus der Wolke’ den Einsatz von IT-Anwendungen in den nächsten Jahren verändern wird. Verbrauchs- oder nutzerbasierte Geschäftsmodelle der Netzprogramme gefährden die Zukunft der etablierten Lizenzmodelle im Softwaregeschäft. Denn wo der Nutzer die Software nicht mehr auf seinem Rechner betreiben muss, bezahlt er beim Kauf der Hardware auch nicht mehr für deren Nutzung mit“, so die absatzwirtschaft. Bei der heutigen Konstellation würde der Branchenprimus Microsoft am meisten profitieren. Da die Bereitstellung von Applikationen und Dienstleistungen über das Internet erfolge, müssten auch die Geschäftsmodelle bereits auf dem Desktop der Kunden beginnen. „Mit seinem Explorer ist Microsoft bei mehr als 80 Prozent aller privaten Nutzer erste Wahl und hätte Macht über die Lesezeichen im Browser, so genannte Bookmarks. Wer dort per Schnellauswahl hinterlegt ist, der macht recht sicher das Geschäft“, führt die Düsseldorfer Marketing-Zeitschrift weiter aus. Wie stark sich Cloud Computing am Ende durchsetzen wird, ist noch offen. „Es gibt komplett gegenläufige Trends zu großen, mächtigen Computerzentren und damit auch zu Anbietern der Leistungserbringer. Open Source etwa, wo zunehmend auch viele große Unternehmen auf freier, unter der Open Source-Lizenz veröffentlichter Software aufsetzen und diese für ihre Modifikationen und Erweiterungen benutzen“, erklärt Aastra-Deutschlandchef Andreas Latzel.

Cloud Computing sei nach Ansicht des cioforums-Sprecher Andreas Rebetky nicht neu, und vielleicht eher als Fortführung des Gridgedankens vor zehn Jahren zu sehen, nämlich der Nutzung der Netzwerk-Ressourcen, Computing aus der Steckdose oder ASP Modelle. „Die Realität ist jedoch anders: Die Performance ist durch die Komplexität der Applikationen limitiert“, so die Bedenken von Rebetzky, CIO des Technologiespezialisten Bizerba. Sie leide immer unter dem schwächsten Glied in der Kette. „Und das wechselt ab und an die Lager: Heute die CPU, morgen das I/O Verhalten und dann vielleicht die Netzperformance. Wir sollten auf den Boden der Realität zurückkommen und die verfügbaren Technologien wertsteigernd einsetzen – anstatt mit Schlagworten den Nebel zu verdichten“, fordert der Bizerba-Manager.

Eine Abrundung des Produktportfolios erwartet die absatzwirtschaft bei Google. Der Internet-Gigant habe seinen eigenen Browser namens „Chrome“ entwickelt und eroberte schon mit der Beta-Version innerhalb weniger Wochen beachtliche Marktanteile. Wenn Chrome weit genug verbreitet sei, könnte sich Google neben Suchmaschinendiensten als Anbieter von On-Demand-Lösungen positionieren. Capgemini, General Electric und L’Oreal sollen schon Kunden von Google Apps sein. „Google denkt noch weiter: Weil der Explorer so fest in das alles beherrschende Betriebssystem Windows eingebunden ist, machen sich Konsumenten nicht viel Mühe und nutzen ihn mit. Google will auch das ändern und kommt mit ‚Spon’, einem heute schon Mythen umrankten Betriebssystem. Es kombiniert Cloud Computing mit der Rechenpower des heimischen Rechners und soll anspruchsvolle Anwendungen im Netz erst möglich machen“, prognostiziert die absatzwirtschaft.

Eine noch stärkere Google-Expansion prognostiziert die Zeitschrift PC-Praxis. Im Sonderheft „Google Praxis“, das ich Euch übrigens dringend ans Herz lege, spekuliert sie über eine Ausweitung des Suchmaschinen-Anbieter in die Telekommunikation: „Ähnlich wie mit Google Mail, das als zentrales Bindeglied zwischen allen weiteren Google-Diensten fungiert, könnte die Übernahme von GrandCentrals auf eine kommende Ausrichtung auf den Kommunikationsmarkt hindeuten. GrandCentrals verspricht dem Kunden eine einzige Telefonnummer für das gesamte Leben – für alle Telefone“. Forciert werden auch die Übernahmen im Mobilfunk. So solle der Spracherkennungsspezialist und frühere Microsoft-Manager Kai-Fu Lee die Bestrebungen vorantreiben, die Suchmaschine auch über das Mobiltelefon per Sprache befragen zu können. SemanticEdge-Chef Lupo Pape rechnet schon seit langem damit, dass Google mit der Sprachsteuerung aus dem Handy eine Steuerzentrale für Online-Inhalte machen will und damit eine komfortable Mensch-Maschine-Schnittstelle für den Massenmarkt etabliert. „Sprachdialogsysteme sind ein wichtiger Baustein für das Super-Handy der Zukunft“, so Pape

Waren vor ein paar Jahrzehnten noch Hardwarehersteller wie IBM und Sun die beherrschenden Größen im Markt, wurden sie in den Neunzigern vom Softwarehersteller Microsoft überholt. Jetzt werde Google den Takt vorgeben und eine neue Ära begründen, da sind sich die Autoren von absatzwirtschaft und PC-Praxis einig: „Google beherrscht den Markt von Suchmaschinen, Geosoftware und sozialen Netzen immer stärker“, sagt Professor Max Mühlhäuser von der TU Darmstadt: „Nun kommt der Angriff auf die Browser, und der Angriff auf Betriebssysteme und Standardsoftware sowie Mobiltelefone ist schon ,eingebaut’.“ Google sei das Unternehmen, welches nicht nur neue Maßstäbe in der Weiterentwicklung seines Produktportfolios und in dessen Vermarktung setze, sondern dank von Suchmaschinen wie Youtube und Co. auch am stärksten von den aktuellen Werbetrends profitiere.

Krise als Katalysator für die Telekommunikation: Notwendige Marktkonsolidierung wird beschleunigt

Die Finanzierungsbedingungen am Kapitalmarkt haben sich in den vergangenen Monaten auch für die Telekommunikationsbranche deutlich verschärft. Zu diesem Urteil gelangte Uwe Burkert von der Landesbank Baden-Württemberg, der sich auf der Euroforum-Jahrestagung „Telecom Trends“ in Düsseldorf zu den Auswirkungen der Finanzkrise für die Bonitätseinschätzung der Unternehmen äußerte. „Der kurzfristige Commercial-Paper Markt war als alternative Finanzierungsquelle nur begrenzt nutzbar und Neuemissionen von Unternehmensanleihen sind ins Stocken geraten. Die Finanzierungsoptionen der Unternehmen werden unseres Erachtens derzeit ausschließlich von dem Motto ‚Cash is King’ getrieben“, so Burkert.

Die Unsicherheit an den Märkten dürfte nach Einschätzung des Bankmanagers die Finanzierungsperspektiven für die Unternehmen auch in den nächsten Monate mitbestimmen, was aufgrund der deutlich gestiegenen Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen die Finanzierung für die Firmen verteuern werde. „An dieser Stelle sind Unternehmen mit einer mittelständischen Unternehmerkultur, die stark auf Eigenkapital setzen, klar im Vorteil. Sie können jetzt ihre Stärken ausspielen. Zum einen stehen für solche Unternehmen immer noch sehr wettbewerbsfähige Konditionen zur Verfügung, zum anderen blockieren die Finanzierungsfragen nicht das Management“, erläutert Branchenkenner Andreas Latzel, Deutschlandchef des TK-Konzerns Aastra. Sein Unternehmen habe seit mehr als zehn Jahren ununterbrochen einen positiven Cash Flow. „Trotz großer Akquisitionen, können wir uns voll auf das operative Geschäft konzentrieren und gleichzeitig die Chancen nutzen, die sich in der aktuellen Situation ergeben“, sagt Latzel.

Nach Marktanalysen des Beratungshauses Booz & Co. wird die Rezession eine Katalysatorfunktion für die notwendige Marktkonsolidierung und Strukturanpassung der Industrie übernehmen. „Nur durch Übernahmen, Zusammenschlüsse und Kooperationen lassen sich für die Netzbetreiber noch Skaleneffekte erzielen. Gleichzeitig ermöglichen neue Netzbetriebsmodelle wie Outsourcing, Netzwerk-Sharing oder die Integration des Festnetz- und Mobilfunk-Netzbetriebs deutliche Kostensenkungen“, führt Booz & Co. aus. Das laufende Geschäft sei auf allen europäischen Kernmärkten geprägt von sinkenden Preise, stagnierenden oder sogar abnehmenden Umsätzen. Sprachtelefonie und Internetanschlüsse böten im weitgehend gesättigten deutschen Markt kaum noch Wachstumspotenziale für Fest- und Mobilfunknetzbetreiber. Harte Einschnitte werden auch bei Handy-Herstellern erwartet. „Der branchenweite Handy-Absatz war 2008 geschätzt um neun Prozent gestiegen. Nach dieser schnellen Expansion ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Markt jetzt regelrecht abgewürgt wird. Ein Schrumpfen um bis zu zehn Prozent im laufenden Jahr wird vorhergesagt. Gemessen am Volumen würde der Markt damit doppelt so stark zurückgehen wie während des Platzens der Internetblase“, berichtet Breaking News.

Generell herrsche ein dramatischer Mangel an Führungsstärke und geeigneten Strategien, um den besonderen Anforderungen einer Wirtschaftskrise historischen Ausmaßes adäquat zu begegnen. So konzentrieren sich nach der Booz & Co.-Studie 65 Prozent der finanziell angeschlagenen Unternehmen trotz akuter Refinanzierungsprobleme am Kapitalmarkt nur unzureichend auf Aufbau und Erhalt ihrer Liquidität. „Es gab Zeiten, da hat man Unternehmen belächelt, die selbst im Rahmen von Akquisitionen zum überwiegenden Teil die Eigenkapitalfinanzierung gewählt haben, weil es schien, dass sie mit dem Marktwachstum von Wettbewerbern nicht mithalten können. Was es bedeutet, solches Wachstum fremd zu finanzieren, zeigt sich jetzt am Beispiel großer Konzerne. Mit den auch in den besten Zeiten gewahrten Finanzdisziplin ist die Liquidität für uns kein Thema, das Managementressourcen bindet“, gibt sich Latzel selbstbewusst. Eine solide Finanzierung zahle sich in der Krise aus – als Risikovorsorge und gegenüber schwächer aufgestellten Wettbewerbern. Gezielte Investitionen in Produkte und Absatzmärkte hätten dann einen viel größeren Hebel.

Frisch von der Tagung Telecom Trends in Düsseldorf: E-Plus will EDGE in diesem Jahr zu einem Massenprodukt machen

Intensiv bemühen sich die Mobilfunkbetreiber T-Mobile, Vodafone und O2 (Germany) seit einiger Zeit, ihren Kunden die Nutzung von Datenanwendungen über UMTS und HSDPA schmackhaft zu machen. Nach wie vor können die Umsätze mit den Datendiensten den Preisverfall und Umsatzrückgang bei den Mobilfunkgesprächen nicht kompensieren. Der Düsseldorfer Mobilfunkanbieter E-Plus will sich in diesem Jahr bei mobilen Datendiensten voll auf die Vermarktung kleinerer Anwendungen konzentrieren. „Edge ist als Übertragungsstandard für kleine mobile Datenapplikationen völlig ausreichend“, zeigte sich der Chefstratege der E-Plus Gruppe, Dr. Andreas Gregori auf der 13. EUROFORUM-Jahrestagung „Telecom Trends“ in Düsseldorf überzeugt.

Ob sich der steigende Datenbedarf bei den Kunden für die Mobilfunkanbieter auch in bare Münze wurde von ihm skeptisch beurteilt. Die sei nur über eine intensive Segmentierung zu erreichen. In der Produktgruppe „Data Light“ bietet das Unternehmen seinen Kunden neuerdings beispielsweise die Möglichkeit, für eine Pauschale von ein Euro pro Monat drei ausgewählte Webseiten jederzeit zu besuchen. „Wir werden das Thema Edge dieses Jahr massiv ausbauen und den Markt mit passenden Angeboten im Breitenmarkt weiter umkrempeln“, versprach Gregori.

Dabei ist der Discountmarkt mit seinen alternativen Vertriebswegen für E-Plus den Ausführungen des E-Plus Marketingchefs zufolge inzwischen ausgereizt. In der jüngsten Partnerschaft mit dem ADAC tritt der Düsseldorfer Anbieter als Exklusiv-Partner für die grundlegenden Konzepte zu den Mobilfunkangeboten des Automobilclubs auf. „Der ADAC kennt den Mobilfunk-Bedarf seiner Mitglieder viel besser als wir“, erklärte Gregori den strategischen Hintergedanken seiner Vertriebspartnerschaften heute in Düsseldorf im Gespräch mit dem Fachdienst Portel. Das positive Image des ADAC, bestehend aus Vertrauen, Verlässlichkeit und Schutz rund um das Thema Mobilität, unterstütze E-Plus nun mit geeigneten Angeboten im Bereich Mobilfunk. „Wir konzentrieren uns immer auf hochrelevante Basisdienstleistungen für den Massenmarkt“, so Gregori.

Generell ist die TK-Branche wenig innovativ, so mein Eindruck. Nur Infrastruktur-Gebrabbel und die Hoffnung, dass mehr Bandbreite auch mehr Dienste auf die Netze zieht. Kein Steve Jobs-Gen bei den Telco-Managern vorhanden. Später mehr von der Tagung.

Die Entdeckung der Einfachheit: Technik, die funktioniert, tut auch der Wirtschaft gut.

Auch im Einzelhandel entdeckt man die Einfachheit
Auch im Einzelhandel entdeckt man die Einfachheit

Im vergangenen Jahr hatte ich einen längeren Artikel für die absatzwirtschaft geschrieben über die Entdeckung der Einfachheit. Können die Alleskönner tatsächlich zu viel? Oder sind wir ein Volk von Technikfeinden? Verderben die Tücken der Technik die Freude am Fortschritt? Gibt es die Angst des Nutzers beim Lesen der Gebrauchsanweisung? Einerseits gibt es Produkte, die – Stichwort „Tripleplay“ – Telefonie, Fernsehen und Internet vereinen. Andererseits will längst nicht jeder Kunde diese Kombination und fühlt sich überfordert. Die rasante Entwicklung der Informationstechnik bestimmt zunehmend das tägliche Leben, das in der Folge f lexibler, dynamischer und individueller geworden ist. Ein möglicher Fehler im System: Nutzerfreundliche Technik kreist in der Warteschleife und wird nur selten als Bestandteil von
Technikinnovation gesehen.
Auch das muss sich ändern und kann positiv auf die Konjunktur wirken.

Deloitte-Studie bestätigt meinen Beitrag zur Technik-Skepsis der Deutschen

Das habe ich mit Deloitte aber nicht abgesprochen…... Interessant auch Mobile Zeitgeist.

Die Deutschen gelten generell als Skeptiker, wenn es um die Adaption und Nutzung neuer Medienangebote geht. Die repräsentative weltweite Deloitte-Studie „The State of Media Democracy“ beweist: Deutsche sind wirklich zurückhaltender als Briten, US-Amerikaner, Japaner und Brasilianer. Sie verbringen am wenigsten Zeit mit medialen Aktivitäten und halten nicht viel von Werbung. Auch weisen deutsche Haushalte die geringste Unterhaltungselektronikdichte auf. Insgesamt besteht somit noch ein erhebliches Potenzial für den Ausbau von „Multimedia“ in Deutschland.

„Für die Studie wurden über 8.800 Verbraucher in fünf Ländern zu ihren Mediennutzungsgewohnheiten befragt, 1.882 davon in Deutschland. Elektronisch am besten ausgestattet sind die Amerikaner und Briten, den meisten Enthusiasmus findet man bei Brasilianern und Japanern. Obwohl die Deutschen den technologischen Fortschritt in puncto Medien routiniert und pragmatisch einsetzen, sind sie doch in nahezu allen Bereichen eher zurückhaltend. Wer die deutschen Konsumenten überzeugen will, braucht gute Argumente“, erklärt Klaus Böhm, Director Media bei Deloitte.

Jedes der untersuchten Länder weist in einem bestimmten medialen Bereich Spitzenwerte vor: So verfügen die US-Amerikaner über die meisten Digital-Videorecorder, die Briten haben die meisten Notebooks, Flachbildschirm-Fernseher und Digitalradios, die Japaner haben die größte Erfahrung in der Anwendung von Mobiltelefonen und die Brasilianer verbringen die meiste Zeit mit Medien aller Art. Letztere fühlen sich auch von allen Befragten am wenigsten von Online-Werbung gestört. Jedoch beschränkt sich das allgemeine Medieninteresse hier vorwiegend auf die jüngere, urbane Bevölkerung, während in den USA, Großbritannien und Deutschland auch die Älteren immer stärker von den technologischen Entwicklungen im Medienbereich profitieren. Erstaunlicherweise legen die als technologieversessen geltenden Japaner wenig Wert auf die jeweils maximal verfügbare Bandbreite. Sie sind auch die Einzigen, die eigenen Content statt in sozialen Netzwerken lieber als Blog ins Netz stellen.

In Deutschland gehört die Bevölkerung mit einem Durchschnittsalter von 44 Jahren wie auch in Japan zu den ältesten weltweit – davon sind hierzulande 64 Prozent online. Entsprechend ihrem Ruf zeigten sich die Deutschen reserviert gegenüber Trends und Entwicklungen auf dem Medienmarkt, Faktoren wie „Faszination“ und „Lifestyle“ spielten für sie im Zusammenhang mit Technologie kaum eine Rolle. Die Deutschen verwenden im Vergleich am wenigsten Zeit für mediale Aktivitäten (63 Stunden/Woche), lehnen personalisierte Werbung ab und legen keinen großen Wert auf Breitbandinternetanschlüsse – was allerdings auch an der flächendeckenden DSL-Versorgung liegt. Ganze 57 Prozent finden jedoch, dass Online-Werbung nach TV-Werbung am einflussreichsten ist.

Doch sind die Deutschen in ihrem Alltagsverhalten keinesfalls technikfeindlich. Zwar lesen sie im Vergleich mehr Bücher, hören konventionelles Radio und sehen „normales“ TV. Jedoch nutzt mehr als die Hälfte ihren Computer häufiger zur eigenen Unterhaltung als den Fernseher, über ein Viertel verwendet das Mobiltelefon als Entertainment-Plattform. Auch wird viel Zeit mit Online-Gaming verbracht. Und die Deutschen sind sendungsbewusster als angenommen: 41 Prozent nutzen „eigene“ Medien, um ihren individuellen Content zu veröffentlichen, 38 Prozent stellen mithilfe aktueller Technologie eigene Unterhaltungsprogramme aus Musik, Fotos und Videos zusammen.

Die in Deutschland befragten Studienteilnehmer lassen sich in drei Altersgruppen aufteilen: „Millenials“ (14 – 25 Jahre), „Xers“ (26 – 42 Jahre) und „Older Adults“ (43 – 75 Jahre). Während die junge Zielgruppe statt auf TV-Konsum und vorgefertigte Angebote auf eigenen Content setzt und das Internet vorwiegend als soziales Medium nutzt, sind die Älteren eher online-abstinent und informieren sich durch klassische Medien („Paper Generation“). Die mittlere Altersgruppe tut beides: Sie setzt den PC als Allzweck-Instrument ein (vorwiegend auch in Social Networks), liest aber lieber Zeitungen und Magazine.

„In Deutschland besteht nach wie vor eine deutliche Dominanz traditioneller Medien wie TV, Bücher und Zeitungen. Andererseits erkunden gerade die Jüngeren verstärkt die technischen Möglichkeiten von Internet- und Multimedia-Applikationen bei Endgeräten wie Smartphones. Generell sind die Deutschen aber schwerer zu begeistern als beispielsweise Anglo-Amerikaner oder Brasilianer. Da der Sättigungsgrad bei zahlreichen Geräten und Technologien noch lange nicht erreicht ist, gibt es hier noch Potenzial – was klug genutzt werden kann“, resümiert Klaus Böhm.

Freiheit für das iPhone

Normalerweise lässt sich das iPhone von Apple nur mit dem vorgesehenen Provider einsetzen (SIM-Lock). Um diese Bindung für die 3G-Version aufzuheben, hat das Dev-Team die Beta-Version ihrer Software Yellowssn0w 0.9.5 zur Verfügung gestellt. Das berichtet Networkcomputing. Das System arbeitet nur mit der Baseband-Version 02.28.00 zusammen und kommt mit der aktuellen Firmware 2.2 für das Iphone. „Das Baseband ist für die Kommunikation eines Mobiltelefons für die Außenwelt zuständig. Durch die Einschränkung auf die aktuelle Baseband-Version soll es aber jeder einsetzen können. Für das Dev-Team liegt der Vorteil darin, dass nicht mehr auf irgendwelche Schwachstellen in vorigen Baseband-Versionen angewiesen ist“, so Networkcomputing.

Mit der Software »yellowssn0w« des Dev-Team lasse sich das »iPhone 3G« mit jedem Provider nutzen.
„Yellowssn0w ist eine kleine Daemon-Software. Sie aktiviert ihren Code zur Entsperrung während des Bootvorgangs beziehungsweise bei einem Reset des Basebands. Es gibt keine Nutzungsoberfläche, die auch nicht notwendig ist. Die aktuelle Firmware gibt es über iTunes. Anschließend muss sie mit ‚QuickPwn‘ aktiviert werden“, führt Networkcomputing weiter aus.

Aktuell gebe es noch Probleme mit einigen SIM-Karten, die über STK-Applikations-Menüs (SIM-Toolkit) verfügen. Vor der Version 0.9.4 gab es generell Schwierigkeiten mit den Menüs. Die Entsperrungs-Software lässt sich über Cydia, die Kommandozeile oder Itunes wieder komplett entfernen. Yellowssn0w ist frei verfügbar und lässt sich bei Dev-Team herunterladen.

IBM-Innovationstrends: Sprechendes Internet und digitale Shopping-Assistenten

Der Gang ins Internet wird sich nach Prognosen von IBM in den nächsten fünf Jahren auf signifikante Weise verändern. Die Forscher des Computerriesen erwarten dabei viel von der Sprachsteuerung. Surfen im Internet werde mit der Stimme möglich sein – ohne Einsatz der Hände. „Dadurch werden sowohl Sichtkontakte als auch Tastaturen überflüssig. Die neue Technologie wird einen Veränderungsprozess einleiten und die Art und Weise beeinflussen, wie der Mensch mit Informationen und E-Commerce-Websites umgeht und mit ihnen interagiert. Steuerinstrument ist dann die Sprache und nicht mehr der Text. Wir wissen, dass das machbar ist, da uns bereits heute die erforderliche Technologie zur Verfügung steht, wir wissen aber auch, dass die Zeit dafür reif ist“, so IBM. In Ländern wie Indien, in denen das gesprochene Wort im Bildungswesen, in Regierungskreisen und in der Kultur eine größere Bedeutung habe als das geschriebene Wort, stellt das „Sprechen“ mit dem Internet bereits alle anderen Kommunikationsschnittstellen in den Schatten.

„Gleiches geschieht bei den Mobiltelefonen, die mittlerweile die PC-Anwendung übertrumpfen. Durch die Nutzung der ‚Voice Sites’ werden in Zukunft auch die Menschen ohne Zugang zu einem Computer oder Internet ebenso wie diejenigen, die weder schreiben noch lesen können, von den zahlreichen Vorteilen und Annehmlichkeiten des Internets profitieren“, betont IBM. Für den deutschen Markt komme es darauf an, wie man die Akzeptanz von Voice Sites steigern kann, so Christoph Bill, ITK-Leiter der Firma Vivento Customer Services in Bonn: „Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass gerade in Deutschland noch erhebliche Widerstände gegenüber sprachbasierten Systemen bestehen.“ „Surfen mit der Stimme“ könnte der Sprachautomatisierung zum Durchbruch verhelfen. „Durch die Verbindung dieser Technologien mit biometrischen Verfahren könnten beispielsweise Self Service-Transaktionen im Netz deutlich an Sicherheit gewinnen“, erläutert Bill. Sprache werde mit Sicherheit als Eingabemedium an Bedeutung gewinnen, glaubt Andreas Dippelhofer, Mitglied der Geschäftsführung des Düsseldorfer Dienstleisters Acoreus. „Sprachsteuerung und Touchscreens werden bald wichtiger sein als Tastatur und Maus. Spracherkennungssysteme sind heute schon sehr zuverlässig und werden in modernen Autos erfolgreich eingesetzt.“

Eine Reduzierung der Komplexität im Netz und eine Demokratisierung des Internetzugangs werde durch personalisierte, lernfähige und vertraute elektronische Begleiter erreicht. „Sie werden dann die lästigen ersten Schritte einer Identifizierung von relevanten Informationen mittels Machine-to-Machine-Kommunikation mit einzelnen Instanzen im ‚Internet der Dinge’ aushandeln“, sagt Dippelhofer. Allerdings dürften keine technologischen Abhängigkeiten entstehen, die zu einem Verlust an Selbstbestimmung führen. Intelligente Assistenten werden auch die Shopping-Welt verändern. „Dabei wird die symbiotische Verknüpfung einer neuen Technologie und einer neuen Generation von Mobilgeräten den Einkaufserfahrungen im Einzelhandel dramatische Impulse verleihen. So werden Ankleideräume bald mit digitalen Shopping-Assistenten ausgestattet sein – Touchscreens und sprachgesteuerte Kioske werden Kunden zudem die Möglichkeit eröffnen, Bekleidungsstücke und Accessoires auszuwählen als Ergänzung oder Ersatz für die bereits zusammen gestellte Garderobe“, führt IBM aus.

Die letzte Meile im Einzelhandel werde in einigen Jahren völlig anders aussehen. „Das klassische Ladengeschäft muss nicht mehr Teil des Distributionsnetzes sein. Als Konsument möchte ich nur die allernötigsten Artikel an Ort und Stelle mitnehmen. Was darüber hinausgeht, soll mir nach Hause gebracht werden. Statt weit zu fahren, damit ich zu einem großen Sortiment komme, werde ich zu einem Showroom gehen, wo man mir das ganze Sortiment zeigt – echt oder virtuell“, sagt Moshe Rappaport, IBM- Experte für Technologie- und Innovationstrends. Es müssten nicht mehr alle Artikel im Laden vorrätig sein. Es reiche vollkommen aus, alles zeigen zu können. Nicht mehr das Produkte steht im Vordergrund, sondern der Service. „Nehmen wir Kleider als Beispiel. Ich muss nicht alle Größen in allen Farben haben. Das kann ich in einem elektronischen Dressing-Room in allen Varianten ausprobieren und meine Kaufentscheidung treffen. Komme ich nach meiner Shopping-Tour wieder ins eigene Heim, wartet das Paket schon auf mich und ich kann die Kleidung anziehen“, so der Ausblick von Rappaport.

Erste iPhone-Entwicklerkonferenz in Deutschland – Tagung in München stellt neue Konzepte für Apps-Programmierung vor

Die neuen Konzepte für die Programmierung von Applikationen für iPhone und iPod touch stehen im Mittelpunkt der iPhone developer conference am 09. und 10. Dezember in München. Dabei handelt es sich um die erste Entwicklerkonferenz speziell für das iPhone in Deutschland. In 22 Vorträgen werden erfolgreiche Anwendungen vorgestellt. Es gibt eine ausführliche Einführung in die Entwicklung von Webapplikationen und nativer Anwendungen für das iPhone mit dem SDK. Am 09. Dezember schildert Werner Jainek die Erfolgsgeschichte seines Aufgabenverwaltungstools „Things“ von der Idee bis zur Präsentation im App Store. Über neue, bahnbrechende Möglichkeiten für das iPhone im Lehreinsatz an der Hochschule berichtet Prof. Dr. André Bresges von der Universität Köln. Der 09. Dezember richtet sich explizit an den Software-Entwickler: In 12 Vorträgen erfährt der Teilnehmer alles Wichtige zur Webapplikationsentwicklung und Browseroptimierung für die Entwicklung von nativen Anwendungen auf dem iPhone. Thematisiert wird darüber hinaus die Entwicklung im Team und die Einbindung des iPhone im Unternehmensnetzwerk. Die Referenten sind alle aus der Praxis und entwickeln selber für den App Store oder sind erfahrene Autoren in ihren Themenbereichen. Mehr Informationen findet man unter: http://www.iphonedevcon.de/referenten.php

 

Virtuelles Fräulein vom Amt – Sprachgesteuerte Handys als Tipping Point des Internets

Die Sprachsteuerung des iPhones mit „Google Mobile App“ http://googlemobile.blogspot.com wird von Web 2.0-Pionier Tim O’Reilly als „Tipping Point“ gewertet: Der Begriff  bezeichnet jenen Moment, in dem etwas Einzigartiges zum Normalzustand wird und einen qualitativen Umschlagspunkt markiert. „Es ist es an der Zeit, Telefone als erstklassige Geräte zu sehen, um auf das Internet zugreifen zu können, und nicht nur als Möglichkeit, Inhalte und Anwendungen umzuwidmen, die ursprünglich dazu gedacht waren, mit einer Tastatur und einem Bildschirm gelesen zu werden“, schreibt O’Reilly in seinem Blog http://radar.oreilly.com. Mit der Sprachsteuerungsfunktion werde ein neuer Weg für Computerdienstleistungen beschritten. „Apple begeisterte uns mit dem iPhone-Touchscreen, aber die Einbeziehung des Beschleunigungsmessers war fast ebenso wichtig; und jetzt hat Google uns gezeigt, wie dieser als Hauptkomponente einer Benutzeroberflächenanwendung eingesetzt werden kann. Legen Sie das Telefon ans Ohr und die Anwendung fängt an mitzuhören; eher durch eine natürliche Geste als durch ein künstliches Klopfen oder Klicken ausgelöst. Ja, der Beschleunigungsmesser wurde bereits in Spielen wie tilt oder the iPint verwendet, aber Google hat das Ganze noch etwas weiter getrieben durch die Integration des Telefon-Hauptsensors: das Mikrofon“, so O’Reilly. Nach seiner Ansicht liegt hier die Zukunft von Mobiltelefonen: eine Benutzeroberfläche zu entwickeln, die alle bisherigen Generationen über Bord wirft. Zeigen und klicken war ein Durchbruch für Computer, aber eine Sackgasse für das Design von Benutzeroberflächen.  

Mittlerweile haben das iPhone und ähnliche Smartphones eine Vielzahl an Sensoren: Mikrofon, Kamera, Touchscreen, Beschleunigungsmesser, und Standortortung. Neue Anwendungen und Kombinationen werden zu weiteren Überraschungen führen. „Künftige Geräte werden eine immer größere Anzahl an Sinnen haben, um darauf zu achten, was wir wollen. Könnte ein Telefon die Bewegung erkennen, die wir machen, wenn wir eine Kamera vor uns hochhalten, damit wir die Einstellungen festlegen können? Könnten wir mit dem Telefon reden um Kameraeinstellungen zu verändern? Könnte ein Telefon automatisch die Bewegung eines Autos erkennen und auf Sprachwahl umstellen? Und dann gibt es natürlich noch alle weitere Interaktionen mit anderen Geräten die möglich sind, wenn wir das Telefon als Steuerteil betrachten – ähnlich der Wii-Konsole von Nintendo“, erklärt O’Reilly. 

Auch in der ITK-Branche erwartet man Impulse über die Sprachsteuerung: „Computer werden heute immer noch primär über eine Tastatur bedient, die aus der Schreibmaschine entstanden ist, so als ob jeder Tastendruck einen mechanischen Hebel in Bewegung setzt. Selbst der Zeilenvorschub und Wagenrücklauf alias Carriage return ist uns erhalten geblieben, obwohl damit schon lange kein Papier mehr transportiert wird. Telefone haben zwar die Revolution von der Wählscheibe hin zur – in der Regel – 3×4 Tastatur gemacht, standardisiert nach ITU E.161, das erfolgte aber bereits in den 70er Jahren. Selbst moderne Handys und Smartphones halten sich noch an den Tastenwahlblock, entweder in mechanischer Ausführung oder als Icon-Darstellung auf einem Touchscreen“, weiß Andreas Latzel, Deutschland-Chef des ITK-Spezialisten Aastra http://www.aastra.de, der viel Wert auf die Benutzerfreundlichkeit seiner Systeme legt. Die Technikentwicklung sei zwar rasant schnell und ein gutes User-Interface inzwischen intelligent sowie kontextbezogen – im Kern aber immer noch traditionell. Vorhersehbar sei, dass der Tastaturblock an seine Grenzen stoße – spätestens mit der breiten Einführung der SIP-Telefonie und der SIP-Teilnehmeradressen.

„Anders als bei professionellen Tischgeräten kommt die Ausstattung von Handys mit alphanumerischen Tastaturen zwar auch vor, ist aber in der Regel wegen der beschränkten Abmessungen nicht befriedigend. Da bietet sich der Weg zum Sprachinterface an: der Ansage von Adressen oder Einträgen des Telefonbuchs in normaler Sprachform. Sinnvoll ist das beim Autofahren oder anderen Tätigkeiten, die beide Hände verlangen. Ein gutes Beispiel im professionellen Umfeld ist die Pflege in Altenheimen mit der Aastra-Branchenlösung OPAS. Hier kann beispielsweise mittels Telefon und Sprache die erbrachte Leistung dokumentiert werden – das Pflegepersonal gewinnt viel mehr Zeit für die Bewohner“, sagt Latzel. Übrigens schlage die Technik mit der Sprachwahl den Bogen zurück zu den Anfängen des Telefons vor der Einführung des Selbstwählsystems: damals aktivierte man den Telefonapparat durch Erzeugung einer Rufspannung über den Kurbelinduktor und sagte dem „Fräulein vom Amt“, mit welchem Teilnehmer man sprechen möchte. „Im modernen Telefon mit Sprachinteraktion wird das Fräulein von einer Software ersetzt“, so Latzel. In Kombination mit den Datenwolken von Google ergeben sich nach Prognosen von O’Reilly ungeahnte Möglichkeiten. „Sensorenreiche Geräte mit Anwendungen, die diese Sensoren nutzen, um mit Datenwolkendiensten zu interagieren und sie zu füttern. Der Standortsensor weiß, wo man sich befindet; das Mikrofon erkennt den Klang der Stimme, so dass es persönliche Daten in der Datenwolke frei setzt; die Kamera nimmt Objekte und Personen auf und sendet ein Bild zu einer abgelegenen Anwendung, die diese erkennt und die entsprechenden Informationen abruft“, führt O’Reilly aus. Viele Durchbrüche würden bereits vor der Tür stehen. Die Stimmen- und Gestenerkennung in der Google Mobile-Anwendung seien nur der Anfang. Der gleichen Meinung ist der Berliner Sprachdialogexperte Lupo Pape: „Es ist erst einmal eine Sprach- oder Diktiererkennung, die auf einer Suchmaschine und demnächst sogar auf weiteren Handyfunktionen aufsetzt. Sprachdialogsysteme werden es erst, wenn ein Wissen über die Domäne und Dialogintelligenz hinzukommen. Das ist das, was wir mit dem Personal Assistant umsetzen. Dazu müssen die Wissensgebiete semantisch aufbereitet und Dialogstrategien hinterlegt werden. Die wichtigsten Use-Cases gilt es zu modellieren“, resümiert SemanticEdge-Geschäftsführer Pape.

 

Siehe auch:

http://de.youtube.com/watch?v=y3z7Tw1K17A&eurl=http://googlemobile.blogspot.com/

http://googleblog.blogspot.com/2008/11/now-you-can-speak-to-google-mobile-app.html