Pressköter und Tintenstrolche: Audio-Livestreaming von Wortspielradio beim #StreamCamp13

Schwerpunkt der Wortspiel-Sendung
Schwerpunkt der Wortspiel-Sendung

Der Reigen der Sessionvorschläge fürs StreamCamp13 am 16. und 17. November in Köln geht weiter. Gestern habe ich mit meinem Freund Wolfgang Schiffer einige Ideen für die Vorführung unserer Sendereihe Wortspiel-Radio besprochen. Wir wollen das am Vormittag des zweiten Barcamp-Tages machen, da Wolfgang noch einige Reisevorbereitungen vornehmen muss.

Wolfgang Schiffer: Meister des guten Tons
Wolfgang Schiffer: Meister des guten Tons

Wir bauen unser kleines Podcast-Studio auf, starten die Sendung via Hangout on Air im Studio-Modus, schalten die Videofunktion aus und werden dann so eine halbe Stunde uns über Literaturzeitschriften unterhalten – am Rande geht es auch um Kurt Tucholsky und das Bürokratendeutsch von Managern, Politikern und sonstigen Powerpoint-Laberkönige. Im Mittelpunkt steht aber der Jubiläumsband Nummer 250 von „die horen“ mit dem Titel „Pressköter und Tintenstrolche – LiteraturZeitSchriften“.

Mobiles Studio von Wortspiel-Radio
Mobiles Studie von Wortspiel-Radio
Danach wollen wir mit Euch über unsere Sendung sprechen, über die eingesetzte Technik, über den Einsatz von Hangout on Air beim Audio-Livestreaming und sicherlich wird Wolfgang auch etwas über seinen Literaturblog Wortspiele sowie seine berufliche Laufbahn als WDR-Hörfunkmann erzählen. Er ist der Experte für den guten Audio-Ton! So dürfte die Session-Stunde nicht langweilig werden.

Habt Ihr Lust, Eure Session-Ideen schon im Vorfeld vorzustellen? Wir könnten das hier auf dem ichsagmal-Blog machen oder Ihr macht das einfach auf Euren eigenen Blogs und verlinkt auf den StreamCamp-Blog.

Siehe auch:

“Wenn ein neues Buch erscheint, lies Du ein altes”: Empfehlungen nicht nur an Literaturblogs.

Wortspiel-Radio: Die Premiere.

Warum wir Merkel medienpolitisch weiter “besiegen” müssen – Sessionvorschläge fürs #StreamCamp13

Warum wir Merkel medienpolitisch weiter „besiegen“ müssen – Sessionvorschläge fürs #StreamCamp13

Hangouts Rundfunk? Wir halten dagegen
Hangouts Rundfunk? Wir halten dagegen

Über unseren medienpolitischen Tanz mit Kanzlerin Merkel über die rechtliche Einordnung von Livestreaming habe ich hier und auf dem Tweetcamp in Köln ausführlich berichtet. Als Merkel vorhatte, ein neues Dialog-Format via Hangout on Air zu starten, stellte ich die eigentlich harmlose Frage, ob denn unsere Regierungschefin auch über eine Rundfunklizenz verfügt.

Über den "Piratensender" der Kanzlerin
Über den „Piratensender“ der Kanzlerin
Danach gab es dann eine lustige Medienwelle mit Überschriften wie „Schwarzfunk Merkel“ oder „Piratensender der Kanzlerin“. Um für das Kanzleramt und das Bundespresseamt die Kuh vom Eis zu holen, einigten sich die Medienwächter auf die Einordnung von Streaming-Dienste wie Hangout on Air als „Abrufdienste“.

Entsprechend halten wir die für Bloggercamp.tv zeitlich befristete Sendelizenz, die uns die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) ausstellte, für überflüssig. Aber im Freistaat ticken die Uhren wohl etwas anders, weshalb Hannes Schleeh die BLM um eine Klarstellung bat. Auszug des Schreibens:

„In unserem heutigen Telefonat entstand der Eindruck, wir bräuchten für unser Projekt bloggercamp.tv eine Verlängerung der Ausnahmegenehmigung oder alternativ eine kostenpflichtige Sendelizenz für die Zeit nach dem 31.12.2013. Das entspricht wohl nicht ganz der Linie, die bei den Beratungen der ZAK im April zur Sprache kam. Damit Rechtssicherheit und Klarheit in Bezug auf unser Projekt und ähnliche Projekte besteht, hätten wir gerne eine schriftliche Stellungnahme der BLM, warum diese der Ansicht ist, dass wir weiterhin eine Sendelizenz nach dem Rundfunkstaatsvertrag benötigen. Wir sind davon ausgegangen, dass mit den offiziellen Aussagen von Herrn Dr. Brautmeier und den Ergebnissen der ZAK-Sitzung vom 16.04.2013, die Herr Sohn vom Pressesprecher Dr. Peter Widlok am selben Tag erhalten hat, bundesweit Hangouts on Air nicht unter den Rundfunkbegriff fallen.“

Ein Schreiben der BLM soll uns in den nächsten Tagen erreichen. Das werden wir in einer Session beim StreamCamp vorstellen und mit Euch diskutieren. Zugleich produzieren wir das als Bloggercamp.tv-Sendung und zeigen den Session-Teilnehmern, mit welchem technischen Einsatz das abläuft. Tenor der Session:

Warum wir auch künftig die Kanzlerin medienpolitisch besiegen müssen.

Ist Euch eigentlich bekannt, dass im Freistaat Bayern auch rundfunkrechtlich die Uhren anders gehen? Steht bei Wikipedia:

Aufgrund einer Regelung in Artikel 111a der Bayerischen Verfassung, nach der privater Rundfunk nur in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft veranstaltet werden darf, ist die BLM de iure die Veranstalterin aller bayerischen Rundfunkprogramme, die von privaten Anbietern verbreitet werden. Die BLM schließt im Zuge einer Lizenzierung daher mit den Programmanbietern rechtlich gesehen einen Anbietervertrag ab. Dies unterscheidet die Programmanbieter in Bayern, also eines in der Umgangssprache bezeichneten Radio- oder Fernsehsenders in Bayern, zu den Rundfunkveranstaltern (Hörfunk und Fernsehen) in anderen Bundesländern, in denen ein Programmanbieter grundsätzlich die Stellung eines Rundfunkveranstalters hat. Gegründet wurde die BLM am 1. April 1985, da aufgrund der Bayerischen Verfassung Rundfunk ausschließlich in öffentlicher Verantwortung und öffentlich-rechtlicher Trägerschaft betrieben werden kann.

Weitere StreamCamp-Sessionvorschläge folgen. Bin auf Eure Ideen gespannt 🙂

Wer noch keine Tickets fürs StreamCamp am 16. und 17. November hat, sollte schnell noch zuschlagen.

Echtzeitkommunikation via Livestreaming: #StreamCamp13-Vorschau #Bloggercamp.tv

Streamcamp-Komplett

Ab 18:30 Bloggercamp.tv-Diskussion mit dem StreamCamp-Mitorganisator Gerhard Schröder.

Der Livestream wird hier gesendet. Über die Möglichkeiten der Echtzeit-Kommunikation siehe auch: IN EINER WOHLFÜHL-KONTROLLBLASE FINDET KEINE KOMMUNIKATION STATT.

Barcamps statt Hochglanz-Gequatsche: Über die Kalenderweisheiten der Slipper-Manager #StreamCamp13

Krümi beim Barcamp
Krümi beim Barcamp

„Der Kunde entscheidet darüber, was ein Unternehmen ist.“ Dieses Zitat stammt vom legendären Management-Berater Peter Drucker. Bemerkenswert an diesem Ausspruch: Er ist 60 Jahre alt!

„Die Konsumentendemokratie ist also kein so neues Phänomen, wie sie uns heute erscheint. Vielmehr bringen Internet und Social Web lediglich ans Licht, dass echte Kundenorientierung allzu häufig eher Absichtserklärung als gelebte Praxis ist“, sagt Questback-Marketingmanager Ken Kasischke.

Das Machtgefüge würde sich zugunsten der Kunden verschieben. Die Unternehmen hätten das Monopol über ihre Markenbotschaften verloren. Everybody’s a publisher: Man vertraue anderen Kunden mehr als irgendwelchen offiziellen Markenversprechen. Ähnliches verkünden Karl-Heinz Land und Professor Ralf T. Kreutzer in ihrem Buch „Digitaler Darwinismus“. Sie sprechen von der Notwendigkeit der digitalen Transformation, die in Europa und Deutschland nicht so richtig vom Fleck kommt. Aber ist das nun ein technologisches Problem im mangelhaften Umgang mit digitalen Technologien, wo doch jeder Laie in kurzer Zeit mit Social Web-Werkzeugen umgehen kann – ohne Informatikstudium?

Es ist eher ein kulturelles Problem. Die Krawattenfraktion im Management, die sich auf Internet-Tagungen salopp mit Polohemd und Slipper-Schuhen in Szene setzt, kann mit der Wirklichkeit des Mitmach-Webs wenig anfangen. Da labern Führungskräfte und so genannte Keynote-Speaker auf öligen Kongressen ihre Kalenderweisheiten ins Publikum und ergötzen sich an irgendwelchen Statistiken über die Relevanz von Facebook und Co. Veredelt wird das Gesagte mit bunten Powerpoint-Präsentationen.

„Die sind reserviert für bullet points – kurze, knappe Statements (‚Sätze’). Gut so, denkt sich der abendländisch geschulte Mensch: Da muss der Autor sich auf das Wesentliche beschränken und prägnant formulieren. Tut er aber nicht, sondern produziert generische Sätze, die zu allem passen und nichts sagen“, kritisiert Zeit-Herausgeber Josef Joffe.

Es fehle alles, was gute Kommunikation ausmacht: So dozierte Telekom-Chef René Obermann vor ein paar Jahren über die neue Markenstrategie seines Konzerns.

„One Company. One Service. Wir haben Marketing und Vertrieb gestrafft, die Zahl der Marken reduziert und die neue Markenarchitektur etabliert… Wir haben die bisherige Kommunikation auf den Prüfstand gestellt und uns für eine Vereinfachung unserer Marktansprache entschieden.“

Er hätte es nach Auffassung von Joffe prägnanter sagen können:

„Wir verringern Personal und Produkte. Wir wollen verständlich mit den Kunden reden“.

Das ist aber überhaupt nicht die Absicht der Top-Manager.

Powerpoint-Monologe

Der Publizist Alexander Ross hat aus seinem langjährigen Erfahrungsschatz im Umgang mit Managern, als Moderator bei Fachkonferenzen und Redner eine Typologie des Powerpoint-Schwätzers erstellt: Da gibt es den „Überflieger“, der uns mindestens zehn Folien pro Minute um die Ohren haut, kurze Kommentare zu jeder Folie brubbelt und vor dem schnellen Weiterblättern noch darauf hinweist, dass die Zuhörer die Wortbrocken später im Detail nachlesen können. Häufig anzutreffen ist der „Im-Bild-Steher“. „Wahre Könner verbinden beides zu einer erratisch anmutenden Choreografie. Der ‚Im-Bild-Steher’ verdeckt gerne die Projektion, während er wieder und wieder auf die Folie schaut“, so Ross.

Artverwandt mit diesem Typus ist der schüchterne Hosenscheißer. Er redet zur Folie oder zur Wand, vielleicht auch zu sich selbst – in jedem Fall ist es unmöglich, diesem inneren Monolog zu folgen. Zum Typus des „Befehlers“ gehören nicht nur Top-Führungskräfte, sondern viele, die sich aufgrund ihrer Position wenigstens einen Leibeigenen oder sonstigen Domestiken leisten können. Befehler beschränken sich bei Präsentationen auf das Reden, unterbrochen durch herrische Kommandos an den subalternen Helfer, endlich die nächste Folie an die Wand zu werfen. Für den strebsamen „Vorleser“ ist Ablesen unverzichtbar, da er mit Folien arbeitet, die überquellen und selbst mit Fernglas schwer zu entziffern sind.

Fließband-Kommunikation

Egal, ob es nun um soziale Netzwerke oder andere Themen geht: Es ist Fließband-Ware von einschlägigen Veranstaltern, die für schlappe 1.000 oder 2.000 Euro pro Teilnehmer über Hochglanz-Broschüren und Newslettern verkauft wird. In der Taktung präsentiert man die Propaganda wie Schweinbauch-Reklame in Anzeigenblättern. Eine Kultur des offenen Austauschs und Dialogs sieht anders aus. Die Vertreter der Wirtschaft sollten sich mal an der Organisation von Barcamps versuchen, wo die Teilnehmer das Programm selbst bestimmen können. Hier gibt es keine Sprachregelungen, dümmlichen Verkäufersprüche von der Kanzel und versnobte Wichtigtuer-Gespräche beim Verzehr von Blätterteigtaschen mit Thunfisch-Füllung, Lachsmousse, Fleischpastetchen und Scampi-Mango–Spießen. Wer vom Social Web redet, sollte auch sein Handeln danach ausrichten.

In zwei Wochen kann man das am 16. und 17. November ausprobieren: Warum Unternehmen eine erweiterte Medienkompetenz benötigen und zum #StreamCamp13 kommen sollten.

Empfehlung gilt nicht nur für die Wirtschaftsvertreter: 10 Gründe, warum (mehr) Journalisten bei BarCamps mitmachen sollten.

Digitaler Standstreifen: Unterwegs auf Unternehmens-Autobahnen – im Schneckentempo #StreamCamp13

Andreas Klug Ityx Asynchron statt Telefon

Andreas Klug vom Kölner Software-Spezialisten Ityx ist heute um 18:30 Uhr Gast bei Bloggercamp.tv. Wir sprechen mit ihm über die Relevanz von Live-Streaming in der Kundenkommunikation. Er erläutert seine Motivation, das erste Barcamp zur Streaming-Technologie als Sponsor finanziell zu unterstützen.

Seine Thesen:

>> 66 Prozent der CIO´s weltweit glauben, dass Business und Consumer Technologie in den kommenden drei bis fünf Jahren zusammen wachsen werden (SAP-Studie) —> in der Realität sind alle Anstrengungen zur Consumerization zu zaghaft

>> Man ist was man isst = Kommunikationsgewohnheiten der Mitarbeiter sind nicht gleich den Kommunikationsgewohnheiten der Unternehmen

>> Die Wahl des richtigen Kanals (Video/Mail/Phone): Der Verbraucher wählt das „Bequeme“ – das Unternehmen das „Planbare“ = wie passt das eigentlich zusammen?

>> Technisieren von Kommunikation: Wissen als Kern jeder Kundenbegeisterung

>> Die Video-Kommunikation (youtube) als Suchmaschine der Zukunft (Google) – die zweitgrößte Suchmaschine ist Youtube ja schon heute.

ITyX glaubt, dass die Streamcamp Szene mit ihrem „missionarischen Weckruf“ einer der vielen unterstützenswürdigen Stimmen des WWW ist, die Unternehmen auf den digitalen Wandel einstimmt…

All das diskutieren wir in den Abendstunden. Twitter-Zwischenrufe während der Liveübertragung mit dem Hashtag #bloggercamp kennzeichnen. Man hört und sieht sich nachher. Hier geht es um 18:30 Uhr zum Hangout on Air. Auf meinem Blog werde ich den iframe natürlich auch einbetten. Viele Wege führen nach Rom – fünf Euro fürs Phrasenschwein.

Siehe auch: Loslassen und Zwitschern: Über die Vorteile der asynchronen Kundenkommunikation.