Beurteilung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage auf einem Tiefpunkt – Die eigene Lage positiv wie auf Vorkrisenniveau 2019

Die Deutschen haben nach Analysen von Allensbach wenig Hoffnung, dass sich die allgemeine wirtschaftliche Lage in den kommenden zwölf Monaten nennenswert bessert: Lediglich 10 Prozent der Bürger rechnen mit einer Erholung, 52 Prozent mit einem anhaltenden Abwärtstrend. „Die meisten fürchten auch, dass es um Deutschlands wirtschaftliche Perspektiven längerfristig nicht zum Besten steht. Erstmals zweifelt die Mehrheit, dass Deutschland in 10 bis 15 Jahren noch zu den führenden Wirtschaftsnationen gehören wird – und dies nicht allein aufgrund des ökonomischen Aufstiegs anderer Nationen wie China und Indien“, schreibt Allensbach-Chefin Renate Köcher in einem Beitrag für die Wirtschaftswoche. 

Die Befragten sehen die wirtschaftliche Lage und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands des Standortes kritischer als in der Phase der Wachstumsschwäche und hohen Langzeitarbeitslosigkeit zwischen 2000 und 2005. Fragt man allerdings nach der eigenen Situation, schlägt wieder ein extremes doppeltes Meinungsklima durch. Stichwort Fernsicht-Nahsicht.

„2005 fürchtete jeder dritte Arbeitnehmer um die Sicherheit seines Arbeitsplatzes, aktuell schwankt dieser Anteil zwischen sieben und elf Prozent. 71 Prozent halten ihren Arbeitsplatz für sicher, 2005 weniger als die Hälfte. Obwohl viele größere Betriebe den Abbau von Arbeitsplätzen angekündigt haben, sind die Ängste, arbeitslos zu werden, auf einem Tiefststand und liegen auch unter dem Vorkrisenniveau von 2019. Die Probleme einzelner Wirtschaftszweige schlagen diesmal kaum auf den Arbeitsmarkt durch“, erläutert Köcher.

Die politischen Top-Themen der Bürgerinnen und Bürger kann man als weitere Referenz für das doppelte Meinungsklima heranziehen: Wirtschaftspolitik, Schuldenbremse, unternehmerischer Staat oder antizyklische Maßnahmen zur Belebung der Konjunktur stehen nicht oben auf der Agenda der Menschen, sondern Gesundheitswesens, Schulpolitik, Kriminalitätsbekämpfung, die Regelung der Zuwanderung, die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum oder der Kampf gegen die Inflation. „50 Prozent der Bürger bewerten ihre wirtschaftliche Lage positiv, 37 Prozent als durchwachsen, 9 Prozent als unbefriedigend. 2019, vor Ausbruch der Pandemie, vor Ukrainekrieg, Energie-Engpassen und hoher Inflation, fiel die Bilanz genauso aus“, so Köcher. 

Schaut man sich die Werte von Forschungsgruppe Wahlen an, kommen ähnliche Ergebnisse zum Vorschein. Nur 9 Prozent der Befragten sieht Anfang März 2024 die eigene wirtschaftliche Lage als schlecht an. 57 Prozent der Menschen in Deutschland sehen sich in einer guten wirtschaftlichen Lage. Der Rest sagt teils-teils. Bei der Bewertung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage kommen wieder katastrophale Werte heraus: Lage gut: Nur 11 Prozent; Lage schlecht: 39 Prozent; Teils-Teils: 49 Prozent. 

Und wie schaut es im Unternehmensektor aus: 

Seit dem Sommer 2023 führt die Unternehmensberatung Mind Business in einer qualitativen Erhebung Tiefeninterviews zur vierten Studie „Digitale Vorreiter im Mittelstand“. Gesprächspartner sind Top-Entscheiderinnen und Entscheider aus Familienunternehmen, Hidden Champions und Mittelständlern aus allen relevanten Wirtschaftsbranchen von Handwerk, Handel und Industrie. Die Einstiegsfrage lautete: „Wie ist die wirtschaftliche Lage Ihres Unternehmens: Grün, Gelb oder Rot?“ Und die Ergebnisse waren mehr als überraschend: Bei sechs von zehn Befragten steht die Ampel auf Grün, sie arbeiten mit voller Kraft an ihrem wirtschaftlichen Erfolg. Diese Ergebnisse stehen im krassen Widerspruch zur aktuellen Krisendiskussion rund um den vermeintlich kranken Mann in Europa – Deutschland. Studienautor Bernhard Steimel hat sich die Frage gestallt, ob der deutsche Mittelstand etwa in einem Paralleluniversum lebt. Eine mögliche Antwort fand der Analyst auf ichsagmal.com. These: Die eigene wirtschaftliche Lage kann man mit belastbaren Daten bewerten. Die Beurteilung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage ist eher ein Abbild der Medienberichte. Und da dominieren in der Gefahren-Wahrnehmung Inflation, der Ukraine-Krieg, Terror und geopolitische Spannungen.

Schwer überprüfbare Sachverhalte sind ein Schlachtfeld für Meinungskämpfe. Da ist es schwer, zu einer sachlichen Beurteilung der allgemeinen politischen Lage zu gelangen: „Die mediale Verzerrung der Wirklichkeit lässt sich in vielen Bereichen des Alltags ständig beobachten“, sagt Edgar Piel, der frühere Sprecher des Instituts für Demoskopie Allensbach: Etwa beim Vertrauen in die Politik oder bei der Einschätzung von Stress und Glücksgefühlen in der Politik. „In fast allen Bereichen gibt es das doppelte Meinungsklima: die eigene Situation wird mehrheitlich gut beurteilt, aber man fühlt die eigene Situation als Ausnahme, weil man das Allgemeine ja nur aus den Medien kennt – und glaubt“, erläutert Piel.

Dieses Phänomen eines „doppelten Meinungsklimas” müsste zur Grundausbildung von Journalisten gehören, stört aber in der Praxis doch sehr bei der Zeichnung und Dramatisierung von Stimmungsbildern.

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Mehr Langfristigkeit wagen in der Politik @EFI_Kommission

Langfrist-Recherchen via Bücherhaufen

„Der Weg hin zu einer nachhaltigen und technologisch führenden Gesellschaft ist kein Selbstläufer. Innovationen, sowohl technologischer als auch sozialer Natur, stehen im Zentrum dieses Wandels“, schreibt Gunnar Sohn: „Der damit einhergehende Strukturwandel birgt Chancen, schafft aber auch Verlierer.“

Die Politik sei deswegen gefordert, diesen Prozess nicht nur zu begleiten, sondern aktiv zu gestalten und soziale Kompensationen von vornherein mitzudenken. Eine solche Herangehensweise erfordert langfristiges Denken über Legislaturperioden hinweg und eine Politik, die experimentell nach den besten Lösungswegen sucht.

Zu meiner Haufe-New-Management-Kolumne.

Livetalk mit dem Präsidenten des Umweltbundesamtes zur Kreislaufwirtschaft @DirkMessner

Bei allen Abfalldaten und Verwertungsquoten, die uns an den Kopf geballert werden, darf nicht unterschlagen werden, wie schlecht wir in Europa und in Deutschland sind:
Die Kreislaufwirtschaftsquote der Wirtschaft in Deutschland liegt nur bei mageren 13 Prozent, wie Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, auf der re:publica in Berlin erläuterte. Der Durchschnitt in Europa liegt sogar noch niedriger.

Um das zu ändern, sollten wir aufhören mit Grüne-Punkt-Gebühren, die auf die Verpackungen draufgehauen werden und spätestens bei den Herbstgesprächen zwischen Handel und Industrie verdunsten, sondern beim Verbrauch der Rohstoffe anfangen.

Wir diskutieren das live am Dienstag, den 19. März, um 15 Uhr mit Dirk Messner. Fragen und Diskussionsbeiträge könnt Ihr gerne schon im Vorfeld posten oder mir via E-Mail zusenden: gunnareriksohn@gmail.com. Werde das natürlich in der Moderation aufgreifen. Auch live ist das möglich im Multistream via Chat- und Kommentarfunktionen.

Man hört, sieht und streamt sich auf LinkedIn, YouTube, TwitterX, Twitch und Faceboo.

Entbürokratisierung gelingt seit Jahrzehnten nicht so richtig: Abschaffung der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein nennt der Wettbewerbsökonom Justus Haucap als mageres Ergebnis #ZukunftstagMittelstand #SchubkraftTV @haucap

In der „Station“ am U-Bahnhof Gleisdreieck in Berlin fanden sich Protagonisten aus Wirtschaft, Verbänden, Politik und Wissenschaft auf dem Zukunftstag Mittelstand des BVMW zusammen. Im Fokus der Diskussionen standen die Herausforderungen, mit denen der deutsche Mittelstand konfrontiert ist: ein undurchdringlicher Bürokratie-Dschungel und eine zunehmend marode Infrastruktur.

Professor Justus Haucap, Wettbewerbsökonom in Düsseldorf, erörterte in einer Paneldiskussion und einem anschließenden Interview mit SchubkraftTV die derzeitige Lage. Seine Diagnose fiel ernüchternd aus. Die Teilnehmer des Panels beklagten zwar die Zustände der deutschen Infrastruktur, doch viel gravierender empfanden sie die Last der Bürokratie.

Haucap schilderte, wie die Bürokratiebelastung, angefangen bei der Nachweispflicht über Zertifizierungen bis hin zur geforderten Transparenz, nicht nur die Kosten für die Unternehmen in die Höhe treibt, sondern sie zudem in einen unfairen Wettbewerb mit internationalen Konkurrenten zwingt. Besonders die neuen Regelungen zur Energieeffizienz, die neben der Nachweispflicht zusätzliche Zertifizierungen und Transparenzanforderungen mit sich bringen, stießen auf Unverständnis. Ein Unternehmer berichtete, dass seine Konkurrenten in den USA, Russland und China „sich totlachen“ würden, da er nun gezwungen ist, Unternehmensgeheimnisse preiszugeben, was nicht nur zusätzliche Kosten verursacht, sondern auch seine Wettbewerbsposition schwächt.

Doch es blieb nicht nur bei der Kritik am nationalen Bürokratieaufwand. Die EU-Taxonomieverordnung, die unmittelbare Rechtskraft in den Mitgliedstaaten entfaltet, wurde als weiteres Beispiel für regulatorische Hürden genannt, die den Mittelstand belasten. Insbesondere die indirekten Anforderungen durch die Berichtspflichten großer Unternehmen entlang der Lieferkette führen dazu, dass selbst kleinere Unternehmen in die bürokratische Pflicht genommen werden. Haucap illustrierte die Absurdität dieser Situation anhand eines Unternehmers, der zufällig ein Paket Schrauben aus Südafrika erhalten hatte und nun deren CO2-Fußabdruck nachweisen muss.

Die Diskussion offenbarte eine tiefe Frustration über den Standort Deutschland, der durch hohe Energiepreise, Steuerlasten und einen Mangel an Arbeitskräften gekennzeichnet ist. Die Bürokratie erscheint dabei als das Zünglein an der Waage, das die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands zusätzlich schwächt.

Haucap zog Parallelen zur deutschen Fußballnationalmannschaft, deren Tiefpunkte und gelegentliche Aufschwünge er als Metapher für die Notwendigkeit kontinuierlicher Verbesserung und Anpassung an neue Gegebenheiten heranzog. Er betonte, dass Entbürokratisierungsbemühungen zwar seit Jahrzehnten auf der politischen Agenda stehen, aber nur selten in greifbare Ergebnisse münden. Als Beispiel nannte er die Abschaffung der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein als eine der wenigen tatsächlich realisierten Maßnahmen seiner eigenen Vorschlagsliste zur Entbürokratisierung.

Der Vergleich mit den USA, wo der Inflation Reduction Act pragmatisch und mit enormen finanziellen Mitteln neue Impulse setzt, während in Deutschland kleinteilige Antragsverfahren und Plausibilitätsprüfungen die Innovationskraft lähmen, rundete das Bild ab. Haucap empfahl eine Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik, die nicht nur auf eine Senkung der Körperschaftssteuer abzielt, sondern auch eine umfassende Digitalisierung und Modernisierung des öffentlichen Dienstes sowie eine grundlegende Deregulierungskommission umfasst, um den Mittelstand zu entlasten und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken.

Über laufendende Forschungsprojekte sagte Haucap:

„Ich habe mich intensiv mit der Soziologie der Kartelle auseinandergesetzt. Dabei habe ich versucht zu verstehen, welche Art von Menschen Kartelle bilden. Die ökonomische Theorie beschäftigt sich ausgiebig mit der Frage, welche Unternehmen Kartelle bilden und wie die Marktstruktur aussieht. Es zeigt sich jedoch, dass es oft von den Menschen in diesen Unternehmen abhängt, ob ein Kartell entsteht oder nicht. Um dies genauer zu untersuchen, habe ich eine Vorstudie mit einer Doktorandin durchgeführt. In unserer Studie haben wir 15 große Kartelle in Deutschland untersucht, an denen insgesamt 156 Personen beteiligt waren. Von diesen waren nur zwei Frauen. Diese geringe Repräsentanz von Frauen in Führungspositionen ist kein Zufall. Hier spielt das sogenannte ‚Old Boys Network‘ eine Rolle, ähnlich wie beim Führerscheinentzug oder in Gefängnissen. Aus diesem Grund haben wir uns gefragt, ob es möglicherweise einen kollateralen Nutzen von Diversität gibt. Es könnte sein, dass letztendlich auch die Verbraucherinnen und Verbraucher davon profitieren, da möglicherweise weniger Kartelle entstehen. Dieses Thema interessiert mich sehr und wir arbeiten kontinuierlich an diesem Projekt. Neben der Untersuchung von realen Kartellen haben wir auch Laborexperimente durchgeführt. Es ist interessant zu sehen, dass sich bisher nur wenige Menschen, selbst in der Soziologie, mit den konkreten Kartelltätern beschäftigt haben. Das hatte ich so nicht erwartet.“

Integrale Organisationsentwicklung: Der nächste Schritt für Eure Organisation #ZPSued

Wie kann Agilität erfolgreich in Organisationen eingeführt werden? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Gesprächs mit Bernhard Ludwig von imu auf der Zukunft Personal Süd in Stuttgart. Dabei geht es um die integrale Organisationsentwicklung und die Begleitung von Organisationen bei ihrem nächsten Schritt.

Die integrale Perspektive ermöglicht nach Auffassung von Ludwig einen ganzheitlichen Blick auf die Organisation und berücksichtigt dabei Strukturen, Verhalten, Kultur, Beziehungsräume, Mindset und Haltung. Es geht darum, das richtige Maß an Werten zu finden und Spannungen zu vermeiden. Agilität kann nicht einfach übergestülpt werden, sondern erfordert einen bewussten und schrittweisen Übergang. Dabei ist es wichtig, den Sinn und Zweck der Organisation zu hinterfragen und eine sinnorientierte Ausrichtung zu finden.

Die Einführung von Agilität erfordert ein tiefes Verständnis der Organisation und ihrer Bedürfnisse. Es geht darum, die richtigen Schritte zu identifizieren und die Entwicklung bewusst zu gestalten. Dabei spielt auch die emotionale Ebene eine entscheidende Rolle. Veränderungen können entweder durch eine plötzliche Eingebung oder durch extreme Veränderungen der Rahmenbedingungen ausgelöst werden. Es ist wichtig, den richtigen Zeitpunkt und die richtige Herangehensweise zu finden, um die Organisation auf den Weg der Agilität zu bringen.

Im Kontext des HR-Managements ist es wichtig, dass HR sich bewusst wird, welchen Beitrag es zur Entwicklung der Organisation leisten kann. Es geht um mehr als nur Recruiting und Employer Branding. HR sollte mit anderen Bereichen interagieren. Agilität kann dabei eine mögliche Antwort sein.

Die Einführung von Agilität erfordert eine gute Beziehungsqualität und menschliche Begegnung. Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen sich Menschen austauschen und entwickeln können. Dabei werden Strukturanpassungen, Kulturentwicklung und Persönlichkeitsentwicklung integriert. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz, der auch agile Methoden und Trainings umfasst. Die Stimmung auf der Fachmesse Zukunft Personal Süd ist frisch und neugierig. Es gibt viele interessante Gespräche und Begegnungen. Das IMU ist auch auf LinkedIn vertreten und hat eine neue Webseite, die gerade erst gelauncht wurde.

Und auf der ZP Nord geht es weiter:

„Das werden sicher wieder schöne Sessions im Innovative People Lab #IPL und wir freuen uns schon sehr auf alle teilgebenden wie teilnehmenden „Innovative People“ dort! 🤗
Joachim Kaufmann & Sandra Steiner -> Carlsen Verlag GmbH am 23.4.
Sarah Kölsch & Alissa Mettang -> Wildling Shoes am 24.4.“, schreibt Ludwig auf LinkedIn.

art meets science – Stiftung Herbert W. Franke: Gipfeltreffen der Computerkunst-Pioniere im Juli in Berlin

Herbert W. Franke, 1954 vor seinem selbst-gebauten Analogrechner, mit dem die Serie „Oszillogramme“ entstand. © Stiftung Herbert W. Franke

Die „art meets science – Stiftung Herbert W. Franke“ lädt vom 2. bis 6. Juli zum ersten „Generative Art Summit“ in die Akademie der Künste in Berlin ein. Sie bringt die weltweit wichtigsten Pioniere der Generativen Kunst aus sieben Jahrzehnten in einem generationen-übergreifenden Dialog zusammen. 

Ausgangspunkt dieser Veranstaltung über Kunst und Technologie ist Herbert W. Franke (1927-2022), Urvater der Computerkunst, mit seiner Werkserie „Oszillogramme“, die seit 1954 mit Hilfe eines selbstgebauten Analogrechners entstand.

Sie gilt heute als Meilenstein der generativen Kunst. Diese reicht im 21. Jahrhundert inzwischen bis zur neuesten Generation des Internets, dem Web3, oder dem Einsatz Künstlicher Intelligenz. Für den Gedankenaustausch über diese facettenreichen kreativen Gestaltungskonzepte hat die Stiftung mehr als 50 Ehrengäste aus der ganzen Welt eingeladen. Sie reichen von der klassischen Computerkunst des 20. Jahrhunderts – wie Frieder Nake, Larry Cuba oder Christa Sommerer – bis zur neuesten Generation von KI-Künstlern und -Künstlerinnen, beispielsweise Sasha Stiles und Mario Klingemann.

Aber auch die weltweit bedeutendsten Sammler dieser Kunstrichtung, wie Anne und Michael Spalter, sowie renommierte Vertreter von Museen, bekannte Kuratoren und Gründer von NFT-Plattformen sind Teil dieses Community-Treffens aus der ganzen Welt.

Der „Generative Art Summit“ bildet 2024 den Schwerpunkt der Aktivitäten der „art meets science – Stiftung Herbert W. Franke“. Ermöglicht wurde die Veranstaltung durch das Projekt zu Herbert W. Frankes Software ZENTRUM. Das Werk, das er 1982 auf einem Apple II realisierte, gilt als eines der weltweit ersten dynamischen Programme digitaler Kunst. Es wurde für das Web3 übersetzt und Ende 2023 in einer Edition von 222 Unikaten verkauft. 

Der offizielle Verkauf der Tickets für den Summit über die Akademie der Künste beginnt Ende März. Vorab-Informationen: 

Partner der Veranstaltung: ZKM Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe; Institut heidersberger; EXPANDED.ART.

Da wartet ein ganz großartiges Projekt auf uns Anfang Juli. Man hört, sieht und streamt sich in Berlin 🙂

Siehe auch:

@EFI_Kommission EFI-Jahresgutachten: Zivile und militärische Forschung: @uwe_cantner bringt Zusammenlegung von @SPRIND und @CybAgBund ins Spiel

Die transformative Forschungs- und Innovationspolitik steht im Mittelpunkt des Gutachtens 2024 der Expertenkommission für Forschung und Innovation (EFI). Diese Politik ist von großer Bedeutung, da sie den Umbau der Wirtschaft und der Gesellschaft in Richtung modernster Schlüssel- und Zukunftstechnologien sowie Nachhaltigkeit vorantreibt. „Die Transformation erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und ist von langfristigem Charakter“, so Professor Uwe Cantner, Vorsitzender der Expertenkommission für Forschung und und Innvoation (EFI).

Die Transformationen basieren auf Innovationen, sei es technologischer oder sozialer Art, und gehen mit einem Strukturwandel einher, der neue Geschäftsmodelle und Chancen schafft, aber auch alte Geschäftsmodelle obsolet macht. Dabei gibt es Gewinner und Verlierer, was eine Herausforderung für die Politik darstellt.

Die transformative Forschungs- und Innovationspolitik ist ein riesiges Projekt, bei dem es keine Blaupausen gibt. Die Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen experimentieren und den richtigen Weg finden. Die Bundesregierung hat bereits einige wichtige Schritte in diese Richtung unternommen, wie das Sprintfreiheitsgesetz, die DATI und die DATI-Piloten sowie die Zustimmung zum AI-Act. Dennoch gibt es Bedenken bezüglich des politischen Ansatzes der Bundesregierung.

Es gibt konkurrierende Projekte, wie die militärische Bedrohung, geopolitische Verwerfungen, wirtschaftliche Sorgen und innenpolitische Spannungen, die mit der transformationsorientierten Politik konkurrieren. Es besteht die Gefahr, dass langfristige Ziele vernachlässigt werden, wenn man sich zu sehr auf kurzfristige Ziele konzentriert. Daher sollten langfristige und strukturelle Ziele in kurzfristige Maßnahmen integriert werden.

Ein weiterer Punkt ist die soziale Kompensation für die Verlierer des Strukturwandels. Bei der Entwicklung von Maßnahmen sollte von Anfang an an soziale Kompensation gedacht werden, um Widerstand zu vermeiden. Der Strukturwandel sollte nicht nur finanziell begleitet werden, sondern auch durch verbesserte Rahmenbedingungen und die Reduzierung fossiler Subventionen.

Die Suche nach Lösungen sollte nicht allein dem Staat überlassen werden, sondern die kreativen Kräfte der Wirtschaft und Gesellschaft sollten eine führende Rolle spielen. Zudem ist es wichtig, das Humankapital zu sichern, da die letzte PISA-Studie gezeigt hat, dass Deutschland in diesem Bereich Nachholbedarf hat.

Die Bundesregierung sollte langfristige und strukturelle Ziele in ihre Maßnahmen einbeziehen und die soziale Kompensation von Anfang an berücksichtigen. Zudem sollte sie den Strukturwandel nicht nur finanziell begleiten, sondern auch durch verbesserte Rahmenbedingungen unterstützen. Die Suche nach Lösungen sollte von der Wirtschaft und Gesellschaft vorangetrieben werden, und das Humankapital sollte gesichert werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kausalanalyse von Maßnahmeneffekten. Die Politik sollte systematische Kausalanalysen in ihre F&E-Politik integrieren und die Verfügbarkeit und Qualität der Daten verbessern, um die Effekte von Politikmaßnahmen besser nachweisen zu können.

Im Bereich der Landwirtschaft können digitale Technologien und neue Züchtungsmethoden aus der Gentechnik dazu beitragen, nachhaltiger zu produzieren und den Klimawandel besser zu bewältigen. Hindernisse bei der Einführung dieser Technologien sollten überwunden werden, zum Beispiel durch eine Abgabe für die Ausbringung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln. Zudem sollte eine wissenschaftlich fundierte und konsistente Kommunikationsstrategie zur grünen Gentechnik entwickelt werden.

Der Wissenschafts- und Innovationsstandort Deutschland hat sich in den letzten Jahren verbessert, aber es gibt noch Luft nach oben. Die Rahmenbedingungen für internationale Mobilität sollten vereinfacht werden, die Exzellenzförderung im Wissenschaftssystem ausgebaut werden und die finanziellen Voraussetzungen für Mobilitätsförderung gesichert werden.

Soziale Innovationen sind von großer Bedeutung für die Transformation. Die Bundesregierung hat eine Strategie für soziale Innovationen und Sozialunternehmen entwickelt, aber es fehlt an empirischer Grundlage. Die Bundesregierung sollte eine empirische Grundlage aufbauen, um evidenzbasierte Politik betreiben zu können.

Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie mit großem Potenzial. Deutschland und die EU fallen bei der Entwicklung von KI-Technologien im Vergleich zu China und den USA zurück. Dennoch gibt es in Deutschland bereits Unternehmen, die KI einsetzen oder den Einsatz planen. Um ein leistungsfähiges KI-Ökosystem aufzubauen, sollten die Grundlagenforschung gestärkt, Rechenkapazitäten bereitgestellt, Datengrundlagen geschaffen und KI-Kompetenzen ausgebaut werden.

Insgesamt gibt es Handlungsempfehlungen für die Bundesregierung, um die transformative Forschungs- und Innovationspolitik zu verbessern. Langfristige und strukturelle Ziele sollten in kurzfristige Maßnahmen integriert werden, die soziale Kompensation von Anfang an berücksichtigt werden und die Rahmenbedingungen für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Deutschland verbessert werden. Zudem sollte eine empirische Grundlage für soziale Innovationen geschaffen und ein leistungsfähiges KI-Ökosystem aufgebaut werden.

Fragerunde der Pressekonferenz

Zivile und militärische Forschung:
Die Aufspaltung von ziviler und militärischer Forschung war bisher üblich, doch es gibt zunehmend Überlegungen, diese beiden Bereiche stärker zu verknüpfen. Die Einrichtung von Agenturen wie der Agentur für Sprunginnovationen und der Cyberagentur zeigt bereits erste Schritte in diese Richtung. Die Frage ist nun, ob diese Agenturen zusammengeführt oder zumindest enger zusammenarbeiten sollten, um ihre Effektivität zu steigern. O-Ton von Cantner: Bei der Agentur für Sprunginnvoationen sei ja jetzt schon vermerkt, dass mann durch auch in militärische Bereich reingehen kann. „Da wird schon die Verknüpfung gesucht zwischen ziviler und militärischer Forschung und Entwicklung. Aber Hand aufs Herz, wenn das dann soweit ist, dass die beiden Agenturen beides machen dürfen, könnte man sie irgendwann auch zusammenlegen. Dann gibt es Synergie-Effekte“, erläutert Cantner. In frühere Zeit das sei die Trennung gemacht worden, weil man mit militärischer Forschung nicht so viel am Hut hatte. „Aber ich glaube, die Realität wird uns dort einholen. Schon allein aus Kostengründen wird man das möglicherweise zusammenlegen müssen“, so Cantner auf meine Frage.

Landwirtschaft als Tech-Trendsetter:
Die Landwirtschaft hat sich als Vorreiter in der Anwendung neuer Technologien erwiesen, sei es durch vernetzte Kuhställe oder den Einsatz von Drohnen zur Präzisionskartierung. Es wird nun diskutiert, ob eine verstärkte Förderung dieser Technologien durch Abgaben auf Düngemittel und Pestizide sinnvoll ist. Im Agrarsektor besteht jedoch die Sorge, dass dies zu einer weiteren Belastung für die Landwirte führen könnte. Stattdessen könnte man nach meiner Ansicht Anreize schaffen, indem man Ökosystemleistungen wie die Wiedervernässung von Mooren vergütet.

Die Rolle der Publikationen:
Es wird oft argumentiert, dass Deutschland zwar viele praktische Innovationen hervorbringt, aber bei den wissenschaftlichen Publikationen im Vergleich zu den USA hinterherhinkt. Es stellt sich jedoch die Frage, ob die Publikationen tatsächlich der wichtigste Maßstab für wissenschaftliche Arbeit sind. Vielleicht liegt der Fokus zu sehr auf Publikationen und zu wenig auf der praktischen Umsetzung der Forschungsergebnisse.

Die Rolle von Unternehmen und Hochschulen:
Es gibt Unternehmen, die Deutschland verlassen, was Auswirkungen auf die wissenschaftliche Innovation haben kann, insbesondere im Bereich der Chemieindustrie. Es ist jedoch schwierig zu sagen, ob dies bereits spürbar ist, da es auch andere Gründe für den Niedergang bestimmter Industrien geben kann. Es ist wichtig, dass Unternehmen und Hochschulen ihre Anstrengungen in der Forschung und Entwicklung verstärken, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Bedeutung von eigenen Rechenkapazitäten:
Die Frage der Rechenkapazitäten ist ebenfalls von großer Bedeutung. Es ist zwar hilfreich, wenn Unternehmen wie Microsoft in Deutschland investieren, aber es besteht die Gefahr, dass wir von ausländischen Tech-Konzernen abhängig werden. Es ist daher wichtig, eigene Rechenkapazitäten aufzubauen und dabei auch auf Datenschutz und Governance zu achten. Was wohl die deutschen Hochschulen mit den Superrechnern aus China machen?????

Fazit:
Insgesamt ist eine stärkere Zusammenarbeit zwischen ziviler und militärischer Forschung sowie eine verstärkte Förderung der Landwirtschaft durch neue Technologien von großer Bedeutung. Es ist wichtig, dass Deutschland seine Innovationskraft weiter stärkt und dabei sowohl auf praktische Anwendungen als auch auf wissenschaftliche Publikationen setzt. Gleichzeitig sollten wir darauf achten, dass wir nicht von ausländischen Unternehmen abhängig werden und eigene Rechenkapazitäten aufbauen. Nur so können wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz in einer sich schnell verändernden Welt sicherstellen.

Siehe auch:

Europas ökonomische Sicherheit: Mehr als nur eine Frage der Verteidigung

EFI-Jahresgutachten: Wird die Landwirtschaft durch höhere Abgaben innovativer?

Die Landwirtschaft ist ein Pionier der Technologie. Von vernetzten Kuhställen bis hin zur Präzisionskartierung durch Drohnen, sie ist immer an vorderster Front, wenn es darum geht, Neues auszuprobieren. Doch Experten der Kommission für Forschung und Innovation (EFI) sagen, wir müssen das noch weiter vorantreiben. Wie? Durch eine Erhöhung der Kosten für Düngemittel und Pestizide. Das halte ich – ehrlich gesagt – für eine Schnapsidee.

Professor Holger Hanselka (mittlerweile Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft) hat das auf dem Forschungsgipfel gut auf den Punkt gebracht: Er kritisiert die deutsche Herangehensweise, Ziele zu definieren, aber bei der Umsetzung in Maßnahmen schwach zu sein. Im Gegensatz dazu, so Hanselka, gehen die USA über die Maßnahmen und setzen sie einfach um.

Ist es also der falsche Weg, die Landwirtschaft durch Abgaben zu belasten? Wäre es nicht besser, Fördermittel zu nutzen, um die Agrarwirtschaft zu motivieren, ihre Vorreiterrolle weiter auszubauen?

Die EFI hat eine Umfrage durchgeführt, die zeigt, dass es noch erhebliche Hindernisse gibt. Die Anschaffung von Technologie ist teuer und es fehlt an Digitalisierung und Standardisierung. Aber vor allem fehlten Anreize, um den Einsatz von relativ günstigen Pestiziden zu reduzieren.

Dänemark habe gute Erfahrungen mit der Einführung von Abgaben auf Pestizide gemacht. Sie hätten es geschafft, den Einsatz von Pestiziden und bestimmten problematischen Düngemitteln um 60 Prozent zu reduzieren, so Professor Till Requate von der Universität Kiel: „Wir müssen mit Zuckerbrot und Peitsche arbeiten. Wir könnten den Landwirten Anreize geben, indem wir sie für Ökosystemleistungen belohnen, wie zum Beispiel die Wiedervernässung von Mooren.“

Subventionen, wie beim Inflation Reduction Act, seien problematisch. „Sie sind schwer zu beseitigen, sobald sie eingeführt sind. Und wir können uns diese Subventionsorgien, die wir uns in den letzten Jahren geleistet haben, nicht mehr leisten. Stattdessen sollten wir das belohnen, was Sinn macht, wie zum Beispiel Ökosystemleistungen, und an anderer Stelle belasten“, resümiert Requate.

Die Hoffnungen auf eine indirekte Wirkung bei einer Abgabenlösung halte ich ehrlich gesagt für naiv.

#Wirtschaftsweisen „Stellen Sie sich vor, Sie sind Teil eines Teams, das sich auf eine Mission begibt. Eine Mission, die nicht von Geschlecht, Alter oder Ideologie bestimmt ist, sondern von Fakten, Evidenz und der dringenden Notwendigkeit, Lösungen zu finden“: Eine Utopie, die sich im Sachverständigenrat in Luft auflöst

„Stellen Sie sich vor, Sie sind Teil eines Teams, das sich auf eine Mission begibt. Eine Mission, die nicht von Geschlecht, Alter oder Ideologie bestimmt ist, sondern von Fakten, Evidenz und der dringenden Notwendigkeit, Lösungen zu finden. Das ist die Realität, in der wir uns befinden.“ So oder ähnlich ist auf die neue Arbeitsweise des Sachverständigenrates im Jahr 2022 geantwortet worden. Da sagte die Vorsitzende des Gremiums, Professorin Monika Schnitzer:

„Unsere Diskussionen über Minderheitsvoten? Sie existieren nicht. Warum? Weil wir uns auf das Wesentliche konzentrieren. Ob wir Frauen oder Männer sind, spielt keine Rolle. Was zählt, ist unsere gemeinsame Überzeugung, dass wir uns auf die Fakten konzentrieren und evidenzbasiert arbeiten müssen. Unsere Generation ist darauf ausgerichtet, die Realität zu betrachten, nicht durch die Linse der Ideologie, sondern durch die Linse der empirischen Forschung und Verhaltensforschung. Diese Herangehensweise wird in Zukunft noch wichtiger werden.“

ESG-Reporting: Es geht nicht mehr um Prosa und PowerPoint-Präsentationen #ZukunftPersonalNachgefragt #GreenMonday #ZPSüd2024 #SchubkraftTV

„Nachhaltigkeit betrifft Unternehmen in ihrem Kern, da es um Produkte, Produktionsprozesse, Märkte, Unternehmensfinanzierung und letztendlich auch um die Menschen in den Unternehmen geht. Es geht nicht nur um die Kunden, sondern auch um die Mitarbeiter, die wissen möchten, was das Unternehmen in Bezug auf Nachhaltigkeit unternimmt. Nachhaltigkeit ist daher ein zentrales Thema für das Personalmanagement, da es um die Grundelemente des Unternehmens geht“, sagt Rupert Felder, Arbeitsrechtler und frühere Personalleiter eines Maschinenbaukonzerns, im Vorfeld der Zukunft Personal Süd in Stuttgart, die am 5. und 6. März stattfindet. Felder bestreitet das Eröffnungspanel auf der Keynote-Stage und gibt einen Ausblick auf diese Session in der Sendung #ZukunftPersonalNachgefragt am Dienstag, den 20. Februar, um 15 Uhr.

Es handelt sich nicht mehr um ein Schönwetter-Thema, da das ESG-Reporting von Wirtschaftsprüfern zertifiziert wird und Marketingberichte nicht mehr ausreichen. Es geht nicht mehr nur um Siegel und Etiketten, sondern um eine grundlegende Veränderung von Produkten und Produktionsweisen. Die Nachhaltigkeit der Nachhaltigkeit ist gefragt. Unternehmen müssen Nachhaltigkeit richtig umsetzen, sie in die HR-Geschäftsprozesse integrieren, ein solides Reporting erstellen und eine Geschichte darüber erzählen, warum sie nachhaltig sind. Nur so können sie am Markt bestehen, da die Märkte nachhaltige Produkte benötigen und die Finanzierung nur noch für nachhaltige Produkte erfolgt.

Die gesamte Positionierung und Etablierung von Unternehmen in den Finanzsektoren hängt mit Nachhaltigkeit zusammen. Ohne Nachhaltigkeit funktioniert ein Unternehmen nicht mehr. Rupert Felder hat bereits vor über zwei Jahren ein Fachbuch zum Thema Personalmanagement und Nachhaltigkeit veröffentlicht. Er ist überrascht, dass Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen immer noch von den Auswirkungen des ESG-Reportings auf die Liefer- und Wertschöpfungskette überrascht sind. Kein Unternehmen kann sich dem Thema mehr entziehen. Es geht nicht darum, Bürokratie oder Aufwand zu beklagen, sondern darum, Reporting als Teil der Personalprozesse zu verstehen. Viele HR-Kennzahlen sind bereits vorhanden und müssen nur zu einem Mosaik zusammengesetzt werden, um eine glaubwürdige Nachhaltigkeitsstrategie vorzulegen und mit Fakten zu untermauern.

Es geht nicht um Prosa und PowerPoint-Präsentationen, sondern darum, Nachhaltigkeit in die betriebliche Praxis zu integrieren. Dies betrifft das Gesundheitsmanagement, das Recruiting, die Arbeitgebermarke, die Vergütungskonzepte, die Mitarbeiterbeteiligung und alle HR-Produkte und -Prozesse. HR ist eine Querschnittsabteilung, die alle Bereiche des Unternehmens abbildet und daher eine zentrale Rolle bei der Etablierung von Nachhaltigkeit spielt.

HR kann die Chance nutzen, durch Nachhaltigkeit einen Mehrwert für das Unternehmen zu schaffen. „Personalverantwortliche sollten das Thema ernst nehmen und sich damit auseinandersetzen. Es ist ein interessantes Thema, aber vor allem eines, das über die Zukunft des Unternehmens entscheidet. Ohne Nachhaltigkeit gibt es keine Zukunft. Personalmanagement war schon immer Zukunftsvorsorge. Es geht darum, sich auf die Zukunft einzustellen, Vorhersagen zu treffen und als Seismograf zu erkennen, in welche Richtung sich das Thema entwickelt.

Die Verbindung von Nachhaltigkeit und HR ist eine gute Symbiose, und es gibt keinen Grund zur Scheu oder Angst. Es mag schwierig sein, alle Vorschriften und Abkürzungen wie CSR und SDG zu verstehen, aber sobald man es verstanden hat, kann man es anwenden. Es ist nicht so schwierig, wie es scheint. Daher sollten HR-Verantwortliche das Thema angehen und Nachhaltigkeit im HR-Bereich etablieren.

Bei der Positionierung von HR in der deutschen Unternehmenslandschaft stellt sich die Frage, wie Unternehmen mit den Anforderungen des ESG-Reportings umgehen. Es gibt verschiedene Druckquellen für Unternehmen. Erstens der Gesetzgeber, der Vorschriften und Regulierungen erlässt, wie den EU Green Deal und das Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz. Zweitens der Finanzbereich, der nur noch nachhaltige Produkte und Unternehmen finanziert. Drittens die Kunden, die wissen möchten, wie nachhaltig die Produkte sind, die sie kaufen. Und viertens die Mitarbeiter, die wissen möchten, was das Unternehmen in Bezug auf Nachhaltigkeit unternimmt. Die Arbeitgebermarke muss glaubwürdig sein und die Nachhaltigkeit muss in allen Prozessen und Produkten des Unternehmens verankert sein.

Diese Druckquellen wirken auf Unternehmen ein und erfordern eine Anpassung und eine klare Positionierung. Die Unternehmen müssen lernen, mit diesen Anforderungen umzugehen und sie in ihre Prozesse zu integrieren. Es gibt bereits Veränderungen, insbesondere bei börsennotierten Unternehmen, die Nachhaltigkeitsziele in ihre Vorstandsvergütung aufnehmen müssen. Dies hat zu einer Veränderung der Unternehmenskultur geführt und beeinflusst auch andere Unternehmen. Es ist wichtig, dass Unternehmen aus den Erfahrungen anderer lernen und diese Veränderungen in ihren eigenen Prozessen umsetzen. Es geht darum, eine Reife zu erreichen, bei der Nachhaltigkeit nicht nur ein Projekt ist, sondern eine Veränderung von Prozessen, Produkten und letztendlich des gesamten Unternehmens.

Bei der Betrachtung der Twin Transformation, also der Verbindung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit, wird deutlich, dass Unternehmen bereits Kompetenzen im Bereich Digitalisierung aufgebaut haben, während es beim Thema Nachhaltigkeit noch großen Nachholbedarf gibt. Es ist wichtig, beide Bereiche im Blick zu behalten und die Transformation in beiden Bereichen voranzutreiben. Eine Studie von Mind Business, die im Frühjahr veröffentlicht wird, zeigt, dass Unternehmen bereits Fortschritte bei der Digitalisierung gemacht haben, aber noch viel Arbeit im Bereich Nachhaltigkeit bevorsteht.

Die Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen, die sich aus den drei Ds ergeben: Demografie, Dekarbonisierung und Digitalisierung. Diese drei Bereiche verändern Unternehmen grundlegend. Die demografische Entwicklung, die Dekarbonisierung und die Digitalisierung sind die treibenden Kräfte hinter der Nachhaltigkeit. Unternehmen müssen sich diesen Herausforderungen stellen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Man hört, sieht und streamt sich mit Rupert Felder und Co. bei Zukunft Personal Nachgefragt.

Und natürlich beim #GreenMonday heute in Düsseldorf. Von der Praxis für die Praxis – alles rund um ESG-Reporting. Kostenlos. Jetzt noch schnell anmelden und am frühen Abend vorbeikommen.

Agenda:
17:30 Uhr Check-in

18:00 Uhr Begrüßung und Speed Dating
Nicole Dorazil, Innovation Evangelist
Stephan Grabmeier, Future Designer, Synergie Zukunft

18:20 Uhr Die Twin Transformer: Doppelte Transformation aus Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Mittelstand – Studienhighlights
Bernhard Steimel, Studienleiter, mind digital

18:40 Uhr Panel Talk mit Twin Transformern
Bernhard Steimel im Gespräch mit Studienteilnehmern

19:00 Uhr Breakout-Sessions „Machen statt Reden“
Zirkuläre Geschäftsmodelle in der Praxis – Cradle-to-Cradle Zertifizierung: Lars Baumgürtel, CEO, ZINQ
Wesentlichkeitsanalyse in der Praxis: Alexander Rausch, Head of ESG-Consulting, Drees+Sommer
Die Rolle des CDOs in der Twin Innovation: Tom Oelsner, CDO, GEA

19:40 Uhr Abschlussdiskussion im Plenum
Stephan Grabmeier, Future Designer, Synergie Zukunft

20:00 Uhr Demo-Night mit den Telekom-Partnern aus dem Telekom Nachhaltigkeitsmanager Ecosystem
Interviews in Kooperation mit Gunnar Sohn von Schubkraft-TV

Veranstaltungsort

TechHub.K67
Kasernenstr. 67
40213 Düsseldorf