KI, Plattformen und die durchlöcherte Innovationstheorie von #Schumpeter: Autorengespräch mit @thomasramge @MurmannVerlag

Dystopische Szenarien können helfen, den Blick für die Gefahren durch den Missbrauch von KI von Menschen gegen Menschen zu schärfen. „Doch nur ein gut begründetes, optimistisches Zukunftsbild, in der KI zum Wohl von allen Menschen in pluralen Gesellschaften wirkt, kann konstruktive Hinweise geben auf die Frage: Wie können wir KI-Technologien so einsetzen, dass sie viel mehr Menschen viel mehr nützen als schaden?“, fragt sich Thomas Ramge, Autor des Buches „postdigital“. Beide Szenarien werden in dem Opus von Ramge ausführlich beleuchtet.

Etwa die Rolle von Feedbackdaten für lernende Systeme: „Die Skaleneffekte des Industriekapitalismus haben Produkte günstiger gemacht und damit zugänglich für mehr Kunden. Die Netzwerkeffekte der Informationswirtschaft haben die erste Phase des digitalen Kapitalismus geprägt, indem sie den Aufstieg von datenreichen Marktplattformen begünstigten, aus denen die heute wertvollsten und profitabelsten Unternehmen der Welt hervorgingen. Beide Effekte beschleunigten die von Marx vorhergesagte Konzentration der Märkte, doch gegen beide gab es jenseits des Kartellrechts immer ein Mittel, Oligopole zu brechen: die kreative Zerstörung mithilfe guter Ideen. Das war nie leicht, schon gar nicht bei gut etablierten Plattformen, aber Facebook löste MySpace nahezu über Nacht ab, Apple verdrängte Nokia mit einem einzigen Produkt, und wer kennt heute noch den Namen Netscape? Die bessere Idee schlug auch in der IT-Industrie in bester Tradition von Joseph Schumpeters Innovationstheorie zu“, erläutert Ramge, Research Fellow am Weizenbaum-Institut in Berlin.

Die Feedbackeffekte durchlöchern die Innovationstheorie von Schumpeter. Sie haben etwas Alchimistisches: Sie schaffen den Rohstoff selbst, mit dem sie sich verbessern. KI teilautomatisiert die Innovation. Die Start-up-Davids mit den guten Ideen werden die datenreichen Goliaths immer seltener schlagen können. Die Innovationsrate sinkt. Fehlende Vielfalt im Markt wiederum heißt weniger Wettbewerb. Und weniger Wettbewerb heißt weniger Anreiz zu Innovation. Die vergangenen zehn Jahre war die digitale Regulierungsdebatte von der Frage bestimmt: Wie schützen Gesetze die Privatsphäre von Nutzern und Bürgern? In den kommenden zehn Jahren wird die große Frage lauten: Wer darf welche Daten nutzen?

Im Buch bezieht sich Ramge auf den Blogger und Plattform-Kenner Michael Seemann: „Der blinde Fleck des Datenschutzes ist folgender: Facebook ist nicht so mächtig, weil es so viele Daten hat. Es ist mächtig, weil es die Daten exklusiv hat, sie exklusiv auswerten darf und damit exklusive Inhalte erstellen kann.“

Die Plattformen der Internet-Giganten sind in der Lage, durch Internalisierung bestimmter ökonomischer und gesellschaftlicher Übereinkünfte, Regeln und Prozeduren, sowie deren Unterwerfung unter die eigenen Geschäftsmodelle (nennen wir es „take-over“), die Spielregeln von Angebot und Nachfrage, von Märkten und Branchen, von Kultur und Gesellschaft, von Arbeit und Kapital, substanziell und radikal zu verändern und damit den Markt und in der Folge Gesellschaften digital zu kolonialisieren, nämlich spätestens dann, wenn die Plattformen faktische Voraussetzung zur Teilnahme an Markt oder Gesellschaft werden.

Plattformen vernichten Märkte

Professor Lutz Becker spricht gar trefflich von der Marktfiktion, die die digitalen Plattformen erzeugen. Der Markt als sozio-kulturelle Veranstaltung verschwindet in den Untiefen der Plattform-Algorithmen. Man mag nun angesichts des gerne beschworenen Begriffes vom ‚Digital Marketplace‘ meinen, dass Plattformen, wie Amazon, Facebook und Uber, die Funktionen des Marktes reproduziert und dazu noch zu einem größeren Angebot (durch Vergrößern des Marktes und Senken von Marktschranken), Effizienz (durch Senkung von Transaktionskosten und mehr Transparenz) geführt hätten.“ Das ist Mimikry.

Auf Chatbot- und KI- basierten Plattformen, insbesondere unter den Bedingungen von (Big-) Nudging sieht das anders aus. Es dominieren mehr oder weniger fest verdrahtete Sequenzen von Regeln, die sozio-technische Abläufe präzise strukturieren, automatisieren und/oder bewerten, um bestimmte ökonomische Ziele zu erreichen.

„Der Nutzer reagiert einseitig auf die Plattform, während auf der Plattform nur ein algorithmisches System, also in einem einseitig kontrollierten Prozess, eine Illusion wechselseitiger Kontingenz erzeugt wird, die mit einem ‚Verlust von Partitäten‘ einhergeht“, führt Becker aus.

Entscheidend ist also das Geschäftsmodell und nicht mehr, dass sich die Preise über Angebot und Nachfrage bilden, sondern von einem Algorithmus die Profitraten der Plattform durch Werbeeinnahmen oder Vertriebsprovisionen und am Ende den Shareholder-Value maximiert. Man könnte auch sagen, dass die Plattformen wie ein Schwarzes Loch den Markt ansaugen und verschlucken.

Es dürfte für jeden eine Plattform dabei sein, um sich die Aufzeichnung des Autorengesprächs mit Thomas Ramge anzuschauen:

Virtuelle Kommunikation in Zeiten des Virus

In der Mittagszeit soll ich für Kommunikationsexperten ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern und über meine Erfahrungen mit den Remote-Veranstaltungen in den vergangenen zehn Wochen berichten.

Im prmagazin hatte ich das ja in der Printausgabe schon ausgebreitet. Dann werde ich das für heute auch für die Nicht-Abonnenten veröffentlichen 🙂

Virtuelle Kommunikation in Zeiten des Virus

Wir sollen möglichst auf Sozialkontakte verzichten, verkündete die Bundeskanzlerin zur Eindämmung des Corona-Virus. Das war richtig und wichtig. Nur fehlte ein weiterer Satz: Wir sollten unsere Sozialkontakte privat und beruflich anders organisieren. „Wir sollten schauen, so viel normale Kommunikation und Interaktion sicher zu stellen, wie es möglich und auch erträglich ist. Wir wollen ja nicht nur vor dem Bildschirm verbringen. Aber wir sollten uns nicht unterkriegen lassen“, schreibt Stefan Pfeiffer in seinem Blog.

Wenn die Kunstausstellung, bei der man eigentlich mit rekordverdächtigen Besucherzahlen gerechnet hat, nun geschlossen ist, dann sollten virtuelle Besuche möglich sein. So könnte man jedes einzelne Exponat in einem Livestream vorstellen und einen Experten oder Kuratoren dazu schalten, die den Hintergrund der Darstellung erläutern und auf Fragen direkt eingehen. So etwas ist sonst nur bei der Ausstellungseröffnung möglich (den Bonnern hatte ich so ein Konzept vorgeschlagen, ist nichts daraus geworden).  

Die Lebendigkeit einer Präsenzveranstaltung kann auch über Live-Interaktionen im Netz erzeugt werden. Nach der Absage der Leipziger Buchmesse wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung binnen weniger Tage unter dem Hashtag #Leipzigstreamt eine virtuelle Buchmesse auf die Beine gestellt. So gab es Interviews mit Buchmesse-Chef Oliver Zille, Verlegern und Autoren über die Konsequenzen der Messe-Absage für die Buchbranche. Autoren konnten in der langen virtuellen Lesenacht in fünf Stunden ihre Romane und Gedichte vorstellen. An drei Tagen wurde über Bücher, Verlage, Autoren und dem Buchhandel gesprochen.

Insgesamt 21 Stunden sind die Live-Formate gesendet worden und erzielten weit über 50.000 Abrufe (da müsste man am Buchmesse-Stand schon lange stricken, um solche Zahlen zu erreichen). Die Themen reichten vom Leben im Kloster bis zur isländischen Lyrik mit Skype-Schaltungen von Bukarest bis Tel Aviv. Auch in Nach-Corona-Zeiten sollten sich Veranstalter über die Verlängerung ihrer Inhalte ins Netz Gedanken machen, um die Kommunikation mit Abwesenden zu berücksichtigen, die ja dann virtuell um so anwesender sind.

Im unternehmerischen Kontext sollten Live-Videos an oberste Stelle stehen, wenn sie denn ohne vorgestanzte Redetexte laufen. Stefan Pfeiffer spricht von direkten und rauen Livestreaming-Projekten, die er favorisiert. 

Solche Videos werden generell und auch im Marketing immer relevanter. So schauen laut Forbes drei von vier Führungskräften jede Woche Videos im geschäftlichen Kontext. 59 Prozent rezipiert lieber Videos im Vergleich zu Texten. Interessant ist, was beim Bewegtbild via LinkedIn Live zu beachten ist: Die ideale Länge für Live-Formate liegt zwischen 15 und 60 Minuten. Man soll dem Event mindestens 15 Minuten Zeit geben, damit es sich „aufbaut“. Die Moderation ist ein wichtiger Erfolgsfaktor – das entspricht auch meinen Erfahrungen: Keine Fragen vorlesen, keine monotonen Ansagen vom Teleprompter, Verzicht auf Drehbücher.

Ich bevorzuge echte Gespräche, die auch in der Kneipe laufen. Dialog ohne Skript und ohne aseptische Freigabeprozeduren.

Wer so agiert, kann auf wichtige Äußerungen der Session-Teilnehmer nicht reagieren, verpennt Statements mit Nachrichtenwert und erzeugt gähnende Langeweile.

Und für die Netzpiloten schrieb ich folgendes Stück:

Livestreaming 3.0 – Politische Bildung im virtuellen Raum

Bereits 2011 formulierte die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) einen Leitsatz, der ihr in Viruszeiten das virtuelle Arbeiten in der Netzöffentlichkeit erleichtert: Die Livedokumentation sei eine Möglichkeit, die bpb-Veranstaltungen einer noch breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen und das nicht nur während der Veranstaltung, sondern auch für einen längeren Zeitraum. „Politische Bildung findet in diesem Denken nicht ’nur‘ in Seminar- oder Konferenzräumen statt, über sie wird nicht nur in den ‚traditionellen‘ Printmedien oder Jahresberichten geschrieben, sondern sie wird über verschiedene Plattformen und sozialen Netzwerke zeitnah und für alle zugänglich im Internet. Ziel damals wie heute ist es, dass sich Nutzende in einer Diskussionsrunde durch Kommentare zu Wort melden und sich so in die initiierten Debatten einklinken“, so der bpb-Sprecher Daniel Kraft, mit dem ich in den vergangenen Jahren einige Live-Formate auf die Beine gestellt habe.

Mit Livestreaming-Formaten, so Kraft, könnten Tagungen und Konferenzen begleitet und kontextualisiert werden, die ansonsten nur einem kleinen, auserwählten Fachpublikum zugänglich sind. Eine einordnende Begleitung und Erweiterung der diskutierten Inhalte erschließe nicht nur ein gänzlich neues Publikum, sondern sorgt für Transparenz und kann unter dem Gesichtspunkt der Öffentlichkeitsarbeit neue Debatten überhaupt erst hervorbringen. Bei Unternehmen und anderen Organisationen habe ich mir in den vergangenen Jahren den Mund fusslig geredet, um genau diesen Aspekt in den Vordergrund zu stellen: Die Verlängerung von Content in die digitale Sphäre und die Kommunikation für Abwesende, die mein Freund und Kollege Hannes Schleeh als Vorteil fürs Livestreaming sieht. Zudem kommt die Kunst der Dokumentation hinzu, sagt die Bonner Bloggerin Annette Schwindt:

„Es gibt jeden Tag unglaublich interessante Projekte, die Unternehmen, Verbände, Vereine, NGOs oder andere Initiativen auf die Beine stellen. Häufig bekommt man davon wenig mit. Man begleitet das Ganze im Internet mehr schlecht als recht. Kuratieren, dokumentieren, in Echtzeit reagieren, Ereignisse im Kontext einordnen, schnelle redaktionelle Aufbereitung, Einbettung von Fotos und Videos, Social Web-Dienste bedienen, all das bleibt häufig auf der Strecke.“

Und jetzt kommen eben noch Veranstaltungen hinzu, die ausschließlich im digitalen Raum stattfinden.

Daniel Kraft nennt das Livestraming 3.0, denn es geht bei diesen ortsungebundenen Ausstrahlungen nicht um das reine Abfilmen von Frontalreden oder das Einblenden von Powerpoint-Folien, sondern um das Kuratieren, Moderieren und Inszenieren von spannenden, überraschenden, diskussionsfreudigen und abwechslungsreichen Inhalten. Bei der bpb kann man das am Beispiel der „größten Konferenz der politischen Bildung aller Zeiten“ ablesen, die zu den Aktionstagen Netzpolitik & Demokratie auf die Beine gestellt wurde. Das mit der größten Konferenz aller Zeiten war allerdings eher als witzige Übertreibung gemeint. Der Ablauf war dennoch höchst anspruchsvoll. Ein Programm von morgens bis abends (12 Stunden), 31 Standorte in Deutschland und Europa sowie 46 Referentinnen und Referenten, das war am Abend des 7. Juni die Bilanz dieser ersten Streaming-Konferenz. Neben zahlreichen „Schalten“ – durchschnittlich rund 15 Minutengespräche mit den unterschiedlichsten Protagonisten gab es Einspielungen, Studiogespräche und Parallelübertragungen. „Das Experiment war geglückt. Und auch wenn es vielleicht am Ende nicht ganz die größte Konferenz der politischen Bildung aller Zeiten war, so war es doch vielleicht die erste, die komplett ohne Konferenzsäle, Bahnfahrten, Flüge und Hotelbuchungen auskam und trotzdem in Panels, Hintergrundgesprächen, Diskussionsrunden und Vorträgen ein Thema mit Tiefgang für ein interessiertes Publikum aufbereitet hat“, erläutert Kraft. Welche Variante auch immer favorisiert wird, mit Livestreaming erweitere man den Werkzeugkoffer der klassischen PR um wichtige Tools. Das alles macht es für die bpb einfacher, in der Phase des Virus mit
neuen Formaten aufzuwarten, wie etwa die tägliche #Politikstunde oder #Leipzigstreamt.

Mach mal Cut, das macht so keinen Sinn – über das ginlose Leben vor, auf und nach der #NextAct

Wir hatte viel Spaß, sehr viele anregende Debatten, brillante Vorträge, überaus wertvolle Anregungen für weitere Recherchen und am Schluss gar ginlose Gedanken für die Weiterführung der bis zum Oktober – da werden dann rosarote Fähnchen eine große Rolle spielen.

Hier das gesamte Geschehen auf den unterschiedlichen Plattformen.

Der geniale Start:

#NewSpaces – Odyssee zu Galaxien der Chancen Das neue große Bild einer wirklich „neuen“ Sozialen Marktwirtschaft und eine Aufbruchs-Offensive präsentiert Thomas Sattelberger. Die Doppeldeutigkeit seiner „New Spaces“ steht nicht nur für ein neues Weltraum-Engagement, sondern für neue Erfolgsräume (Domes!)! Sein Bild vor den Dom-Zelten einer Mondlandschaft könnte nicht ikonischer sein!

#NextGermany – Neue Beiräte für die Deutschland AG. Mit Sabine Kluge von der Deutschen Bahn und Professor Dr. Heinrich Arnold, Inhaber, Chairman, DXG Deutsche Digital, Beirat in diversen Organisationen und Ex-CEO Detecon.

#NextDigital – German IoT goes Unicorn Am Ende des Tages sind es unternehmerische Köpfe, die zu neuen Ufern aufbrechen. Deutschland hofft vor allem auf neue Erfolge im Internet der Dinge. Wer könnte dies besser symbolisieren und reflektieren als Josef Brunner, CEO relayr, und Dr. Myriam Jahn, CEO Q-Loud. Beide sind wichtige Ikonen der deutschen IoT-Community. Josef Brunner hat mit seinem 300-Millionen-Deal mit der Münchner Rück deutlich gemacht, wie ökonomisch relevant das Thema ist. Myriam war schon beim Hidden Champion ifm Vordenkerin und vor allem Vormacherin für Industrie 4.0 und ebnet jetzt für QSC den Pfad in die IoT-Zukunft.

Und dann kam das Ende der Gin-Losigkeit:

Seit der Gründung seiner Genussboutique im Sommer 2017 hat sich so viel getan, dass Eric Kletti gar nicht weiß, wo er anfangen soll zu erzählen. Egal ob ein Kochkurs 2.0 oder die Chefs (Round) Tables: mit seiner Kochboutique by Eric lädt er immer wieder seine Gäste auf gemeinsame geschmackliche Weltreisen ein. Sein Gin wird nach dem London Dry Gin Verfahren gebrannt und ist von Geschmäckern aus der Heimat und der Ferne geprägt.

Es geht weiter mit rosaroten Fähnchen und rosaroten Einhörnern……

#NextWirtschaftswunder auf der heutigen virtuellen #NextAct

„Ein Virus reißt die Weltwirtschaft in eine Jahrhundertkrise. Schon vor dieser Krise stand die Rezession vor der Tür, hatte Deutschland die niedrigste Innovatorenquote seit Beginn der KfW-Analysen 2002, erlebten Tausende Zombie-Unternehmen Scheinblüte wegen Niedrigstzinspolitik. Schon vor dieser Krise mangelte es der Automobilbranche an Transformation und der Gründerszene an Skalierung“, schreibt Thomas Sattelberger in einem Gastkommentar für das Handelsblatt.

Corona sei Brandbeschleuniger und Katalysator zugleich. „Gewinner sind Digitalfirmen wie Amazon, Zoom und Alibaba. Und Volkswirtschaften mit digitalem Spielbein“, so Sattelberger.

Überraschender Weise zählt die Fähigkeit zur Remote-Fähigkeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu einem Stabilisator in der Krise.

Das wird aber nicht ausreichen, um die größte Weltwirtschaftskrise seit 1929 zu überstehen – schon gar nicht durch JA-ABER-Rückzugsgefechte in Hochschulkreisen, wie bei meiner Kontroverse mit Lars Hochmann und Lutz Becker. Beide sollten noch einmal über ihre Nachhaltigkeitskonzepte und Utopien nachdenken…..

Das Tückische an der Gemengelage:

„Die Post-Corona-Trümmer sind unsichtbar“, so Sattelberger.

Sie werden von einigen Protagonisten sogar in Abrede gestellt – denen mangelt es wohl an der volkswirtschaftlichen Expertise und an der politischen Weitsichtigkeit.

Wer die jetzige Wirtschaftskrise leugnet, verhöhnt die Menschen, die unter der Rezession leiden und befeuert damit den politischen Extremismus.

Was vor uns liegt, gleicht einer Herkulesaufgabe ohne rosa Wünsch-Dir-Was-Wölkchen: „Unsere Wirtschaft steht zudem vor einem doppelten Wendepunkt: Wir müssen die Gesundung meistern und zusätzlich den Übergang vom Industrieparadigma zur digitalisierten Netzökonomie“, schreibt Sattelberger.

Wie einst bei Ludwig Erhards Wirtschaftswunder gehöre die Zukunft wieder Unternehmern, Machern, Gründern. Frauen wie Männern. „Nur dass sie heutzutage neues Wachstum in innovativen Ökosystemen schaffen müssen.“

Sieben Handlungsfelder sieht Sattelberger:

1. Deep-Tech-Republik Deutschland. Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz, Biotech, Raumfahrt: unsere Zukunftsbranchen.

2. Digitale Freiheitszonen. Shenzhen ist um die Ecke: Frankreich, Polen, Großbritannien nutzen seit Jahrzehnten die Hebeleffekte von Hotspots und Free Enterprise Zones. 

3. Systemrelevante Industrie wieder made in Germany. Puffer- und nahtlose globale Wertschöpfungsketten erweisen sich in der Krise als Mythos.

4. Antitrust & small is beautiful. Nach der Krise fressen die Großen die Kleinen. Da muss gegengesteuert werden. Das zählte übrigens zu den Meisterleistungen von Ludwig Erhard – also das Wettbewerbs- und Kartellrecht.

5. New Deal für Deutschlands digitalen Hoover-Staudamm. Deutschland hat stark entzündete Achillesfersen: Homeschooling, E-Health, E-Government, Homeoffice der öffentlichen Verwaltung. 

6. Bildungsoffensive. Den alten Bildungsmuff mit digitalem Zuckerguss zu überziehen greift zu kurz. 

7. Mit New Work zur Entrepreneurial Society. Das ist weit mehr als Homeoffice und die damit verbundene individuelle Souveränität für abhängig Beschäftigte. Es bedeutet balancierte Freiheits- und Schutzrechte für Freelancer und die wachsende Crowdwork. 

Das sind wichtige Punkte, die ich allesamt unterschreiben kann. Thomas Sattelberger wird sie heute auf der NextAct vorstellen.

Da werden ab 16 Uhr spannende Themen auf Zoom debattiert:

Wer teilnehmen möchte an der Zoom-Konferenz, möge mich jetzt noch schnell kontaktieren via Handy 0177-6204474, über Blog-Kommentar, Direktnachricht auf Twitter oder Facebook-Messenger. Ich schicke Euch dann direkt den Zugangslink. Start 16 Uhr. Ihr solltet es nicht verpassen.

Oder mitdiskutieren via Youtube, Facebook, Periscope/Twitter oder LinkedIn. Wird dann aber nicht so lustig.

16 Uhr – Überraschungstüte:

17 Uhr:

18 Uhr:

19 Uhr:

Das große Finale um 20 Uhr:

Hochschulen sollten sich zur Remote-Avantgarde aufschwingen @larshochmann

Lars Hochmann hat sich über eine Meldung der FAZ aufgeregt. „In manchen Bundesländern ist den Hochschulen die Präsenzlehre wieder erlaubt. Doch sie zögern. Wird die Pandemie für die Aushöhlung der Präsenzuniversität genutzt?“, fragt die FAZ. Schön wäre es. Es gibt bereits Initiativen in anderen Ländern, die in diese Richtung gehen. Macht doch die Hochschulen und die Vorlesungen zur Plattform für digitale Kommunikation – ohne Schranken, ohne Verschlossenheit, anschlussfähig, teilbar und von jedem Menschen nutzbar. Diese Utopie könnten wir sofort realisieren. Das ist kein totalitärer Ansatz, wie Hochmann behauptet, sondern ein Akt der Demokratisierung des Hochschulwesens. Ich finde die Repliken von Lars Hochmann nicht gerade ambitioniert. Die ersten Wochen und Monate der Corona-Ausgangsbeschränkungen haben doch mit einem Schlage gezeigt, was möglich ist.

Also ein Lob der Immobilität. Jeder nicht gefahrene Kilometer entlastet den Verkehr, senkt die Emission von klimarelevanten Treibhausgasen um 141 Gramm pro Personenkilometer und macht Menschen stressfreier. In den vergangenen Monaten war es möglich, die Zahl der PKWs pro Tag um 9 Millionen zu reduzieren, die sich morgens und abends durch den Verkehr quälen – ohne eine einzigen Cent aus dem Steuerhaushalt auszugeben.

Und das gilt auch für den Verzicht auf Fahrten mit Bus und Bahn. Ich bin früher rund drei Stunden pro Tag unterwegs gewesen, um mein Studium an der FU-Berlin in Dahlem zu bestreiten. Ich wäre in den 80er Jahren froh gewesen, über die heutigen technologischen Möglichkeiten zu verfügen.

Wer es ernst meint mit der ökologischen Verkehrswende, der sollte auf unnötige Mobilität verzichten. Das gilt auch für Hochschulprofessoren.

Wir könnten in Deutschland auf zirka 9 Millionen PKWs pro Tag verzichten, die sich morgens und abends durch den Berufsverkehr quälen. 

Powerpoint-Rhetoriker: Jeder hat sie schon erlebt oder schlafend verpasst

Blecherne Stimmen, verkrampfte Moderation, kaum Interaktion und Referenten, die mit einer Flut von Powerpoint-Folien monoton loblabern und wehrlose Zuschauerinnen und Zuschauer in den Netzschlaf wiegen: Man nennt das Ganze auch Heizdecken verkaufen über Webinare.

Robert Weber beschreibt das auf Facebook recht hübsch: „Situation: Marketing bestellt Webinar bei Verlag, Marketing bestimmt Redner, der oft keine Lust hat, nicht im Thema ist. Der will auch keine Fragen, weil nicht tief genug im Thema, weil sowieso unmotiviert. Redakteur/Moderator bleibt also im Allgemeinen, kritische Fragen ausgeschlossen, weil ja bezahlt von der Industrie. Alle sind froh, wenn die 45 Min rum sind. Die Zuhörer auch.“

Kann ich bestätigten. Alles schon erlebt.

Und mit Powerpoint-Folien, Teleprompter-Aufsager oder vorformulierten Karteikarten oder sonstigen Hilfsmitteln geht das regelmäßig in die Grütze: Besser ist es, direkt in den Dialog zu gehen, das Tempo im Ping-Pong-Verfahren hoch zu halten, zu versuchen, im Gespräch die Goldnuggets herauszufischen.

Ansonsten läuft es halt so:

Auf Exkursionen in die Untiefen der Kongresslandschaft entdecke ich unterschiedliche Powerpoint-Rhetoriker: Jeder hat sie schon erlebt oder schlafend verpasst. Folgende Typologien fallen dabei ins Gewicht:

Der Überflieger hechelt mindestens zehn Folien pro Minute durch, weil er insgesamt 129 Folien hat. Die Psychofolter für das Publikum ist die Nummerierung der Folien mit Gesamtanzahl: 64 von 129, 65 von 129…

Der Vorleser hat deutlich weniger Folien – dafür sind sie randvoll in kleiner Schrift und mit Grafiken überladen. Weil sein Publikum nichts erkennen kann, muss er alles vorlesen: staubtrockene Zahlen und Fakten. Der geistige Phantomschmerz wirkt noch tagelang nach.

Der Schüchterne spricht sehr leise. Aber nicht zum Publikum, sondern zur Folie, zur Wand oder zu sich selbst.

Der Kommandeur hat Befehlsempfänger für Folienproduktion und Laptop-Bedienung. Der Kommandeur tritt manchmal auch als machtvoller Ignorant in Erscheinung, kennt den Inhalt der Präsentation nicht und überspielt es mit halblaut gebellten Anweisungen: „Nein, noch mal kurz zurück“ – „Jetzt nächste Folie!“.

Was habt Ihr so erlebt?

Talentpool im eigenen Unternehmen fürs Neugeschäft entdecken #NextTalk @bergfrau11 @klauseck @winfriedfelser @digitalnaiv @H_Kindermann @FaSuess

Im Gespräch zwischen Klaus Eck und Stefan Pfeiffer kam das Thema Expertenwissen im eigenen Unternehmen zur Sprache. Häufig werden die verborgenen Talente der eigenen Belegschaft gar nicht genutzt für Neugeschäfte. Das war auch Thema beim über Prozessmanagement mit Herbert Kindermann:

„Die größte Gefahr in Turbulenzen ist nicht die Turbulenz, sondern das Handeln mit der Logik von gestern“: #NextTalk um 15 Uhr


Die Corona-Krise bietet Führungskräften die seltene Gelegenheit, einen Schritt zurückzutreten, über neue kreative Lösungen nachzudenken und dynamische Veränderungen für eine bessere Zukunft vorzunehmen.
Nicht an der Oberfläche kratzen, sondern radikal über Initiativen zur Transformation nachdenken.

Reaktionäres Management ist keine strategische Führung. Es ist jetzt an der Zeit, sich neu zu erfinden.

„Die größte Gefahr in Turbulenzen ist nicht die Turbulenz, sondern das Handeln mit der Logik von gestern“, sagte Peter Drucker.

Wie sieht die Logik von morgen aus? Wie gestaltet man Virus-Anpassungsmanagement?

Darum geht es beim mit Dr. Carsten Bange (BARC) & Ansgar Eickeler (Board).

Mitdiskutieren über die Chatfunktion auf YouTube

Ein eigentlich schon sehr etabliertes Konzept wird laufend neu erfunden und gewinnt in Corona-Zeiten noch einmal deutlich an Dynamik – im doppelten Sinne. Was viele nicht wissen: Der Begriff „Business Intelligence“ ist 155 Jahre alt.

Richard Millar Devens beschrieb damit 1865 in einem seiner Werke, wie der Banker Sir Henry Furnese durch überlegene Informationsverfügbarkeit erfolgreich wurde. Richtig populär wurde der Begriff erst Ende der 1990er.

Ende der 90er Jahre erkannten immer mehr Unternehmen das „Reporting“
oder „Decision Support Systems“ nicht ausreichend die komplexen Anforderungen an die Business-Intelligenz in der VUCA-Welt unterstützten. Vor 20 Jahren: Gründung BARC, vor 25 Jahren: Gründung Board. Wenig später wurde das BARC (Business Application Research Center) am Lehrstuhl von Professor Thome unter Leitung von Dr. Carsten Bange gegründet, Board war damals schon 5 Jahre alt und Pionier der BI Bewegung. BI die frühen Jahre … wichtige Meilensteine bis heute 20 Jahre BARC und mehr als 25 Jahre Board sind auch über 20 Jahre BI als etabliertes Konzept. Was waren wichtige Meilensteine von den ersten BI- Konzepten bis heute und wo stehen wir heute?

BI, Planung & Analytics in dynamischen Zeiten

Was sind heute die Anforderungen an moderne BI-Systeme – gerade auch in Zeiten von Corona? Wie trennt sich die Spreu vom Weizen in dieser Branche? Was zeichnet die überlegenen Systeme aus und was lässt sich aus den neuesten Studien über die wichtigsten Entwicklungen & Player sagen?

Symposium mit Symbolkraft @uweschneidewind

Durch die virtuelle Veranstaltung führt der Internet-Publizist Gunnar Sohn unter anderem mit Beiträgen von Prof. Dr. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Prof. Dr. Maja Göpel, Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), Prof. Dr. Dr. h.c. Lambert T. Koch, Rektor der Bergischen Universität Wuppertal, sowie Christoph Dammermann, Aufsichtsratsvorsitzender des Wuppertal Instituts und Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Daneben kommen viele weitere Wegbegleitende sowie Kolleginnen und Kollegen aus dem Wuppertal Institut zu Wort.

Frauke von Polier – HR-Kopf für den paradigmatischen Wandel im #NextTalk #SAP

Kritik am alten HR/HCM -Paradigma  

HR als Verwalter von Humanen Ressourcen ist Geschichte und auch das HCM-Paradigma, das den Mitarbeiter als Humankapital sieht und „pflegt und hegt“, neigt sich dem Ende zu, weil beide Paradigmen unternehmenszentriert sind.  

HXM als radikaler, paradigmatischer Wandel 

Human Experience Management stellt einen radikalen paradigmatischen und perspektivischen Wandel dar. An die Stelle der Unternehmenssichtweise tritt zumindest komplementär die Mitarbeiterperspektive und der Fokus auf die Mitarbeitererfahrung. Human Experience Management integriert in diese Sicht zusätzlich auch den Kunden. 

HXM konkret – Moments that Matter … 

Wie aber wird HXM konkret? Mit den Mitarbeitern für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Moments that Matter, als Schlüsselmomente des Erlebens können hier ein wichtiges Werkzeug sein, um systematisch die Werterfahrung im Employee Journey zu verbessern. 

Corona – Treiber oder Verhinderer des Paradigmenwechsels? 

Nun ist People Management – um es neutral zu formulieren – in Zeiten von Corona nicht vergleichbar mit People Management in ruhigem Fahrwasser. 

Ist Corona nun ein Treiber des Wandels und wie konkretisiert sich HXM und Mitarbeiterzentrierung in Zeiten von Corona? Oder ist eher zu fürchten, das Krisenzeiten alte Paradigmen stärken und New Work, HXM … wieder auf bessere Zeiten hoffen müssen?  

Diese Fragen kann niemand besser beantworten als Frauke von Polier. „Groß“ geworden in einem „Startup“ namens Zalando und heute COO People bei SAP, Europas größtem Softwarekonzern.

Am Dienstag, um 15 Uhr im . Mitdiskutieren über Facebook oder über das Hashtag

Nicht verwirren lassen von der 6 Uhr-Angabe, irgendwo ist da die MEZ nicht richtig eingestellt – auf ichsagmal.com habe ich das überprüft, auf FB auch: