Ich weiß gar nicht, wie viele Liebesgedichte ich in den vergangenen Jahren für Miliana geschrieben habe. In den 12 Jahren unseres Zusammenseins ist da einiges zusammen gekommen. Es waren stets leidenschaftliche Zeilen, denn Miliana war doch die Liebe meines Lebens – auch wenn ich das jetzt schon tausendmal bekundet habe. Wir waren sehr verliebt, wir […]
Der per Flugtaxi angereiste Chief Digital Officer knechtet sich selbst im alkoholgeschwängerten Homeoffice bei #9vor9? Nein, nicht wirklich, aber ein Versuch einige der Themen des heutigen Talks in die Überschrift zu packen. Braucht es den Chief Digital Officer? Laut Bitkom-Umfrage bleibt der CDO ein Exot. Nur 19% aller Unternehmen ab 20 Mitarbeitern haben demnach einen […]
Harlekin, Brighella und tolpatschiger Knecht, Colombina, Dottore und Pantalone – die Schauspieler der Commedia dell’Arte im alten Italien kamen mit immer dem gleichen Personal auf die Stegreif-Bühne. Langweilig? „Offenbar nicht. Die Commedia dell’Arte hielt sich in Italien vom 16. bis ins 18. Jahrhundert und übt bis heute Einfluss auf Film und Theater aus. Ihren Witz bezogen die häufig spontan erfundenen Stücke ganz einfach daraus, dass sich die Typen des Spiels in immer neuen Situationen bewähren mussten. Und von denen gab es genug – die Straßenkomödie hatte direkten Bezug zum Leben der Zuschauer“, schreiben Bettina Weßelmann und Johannes Wiele.
Die beiden Autoren sehen Parallelen zur IT-Sicherheit, denn auch auf diesem Feld trifft man immer auf die gleichen Typen, die bestimmten Rollenzwängen unterliegen. Etwa der IT-Chef oder der Datenschützer, die beide sofort die Rote Karte zeigen, wenn man auf Dienste wie Zoom setzt, die nicht alle Anforderungen der eigenen Sicherheitsphilosophie erfüllen. Fragt man nach Alternativen, folgt häufig ein Achselzucken. Viele ITler wissen häufig nur, was nicht geht. Und schwups landen wir in den Klischees, die in täglichen Erlebnissen gar nicht so klischeehaft sind.
Im Sicherheitstheater treten Figuren wie CIOs, Admins, Datenschützer, Finanzvorstände und Vorstandschefs auf – letztere häufig nicht so mit Kompetenzen in IT-Fragen ausgestattet – wieder ein Klischee. Es ist wohl wahr, wenn Weßelmann und Wiele schreiben, dass ein großer Teil ihres Verhalten von Rollen bestimmt sind. Es käme so manchem schwierigen Projekt sehr zugute, wenn sich die Akteure der jeweiligen Aufführung diese Tatsache bewusstmachen und entsprechend handeln würden. (Nicht nur) „ein kontroverses Meeting kann pures Theater sein – und zuweilen sollte man es tatsächlich so angehen, statt Widerstände persönlich zu nehmen und den Zorn darüber auf die ‚gegnerischen‘ Individuen zu richten.“
In Corona-Debatten erleben wir gerade auch so ein Theater…..
Diese Methode sei gar nicht so seltsam: Gerichtsverhandlungen funktionieren nach dem gleichen Prinzip. „Eine echte Leis- tung der Kultur! Zeichen des Rollenspiels sind bis heute die Roben, hie und da Perücken und die stereotypen Pflichthandlungen, die den Akteuren zugewiesen sind. Welche Bedingungen statuiert die jeweilige Rolle im Spiel ‚an sich‘ – und welche zusätzlichen Einflüsse üben der Aufführungsort (die Organisation) und das jeweilige Stück (das Projekt) auf den Verhaltensspielraum des einzelnen Akteurs aus? Wohl kaum einer Erwähnung bedarf die Tatsache, dass es auch beim Sicherheitstheater Handlungskonstanten gibt, die in jeder Aufführung wiederkehren – so, wie in der Commedia dell’Arte die Intrigen irgendeines alten, eitlen Tunichtguts gegen das allfällige Liebespaar.“
Wie verhält man sich in diesem Rollenspiel? Das werden wir heute bei #SohntrifftBecker um 15 Uhr mit Johannes Wiele erörtern. Ick streame live auf Facebook, Youtube und Twitter. Einfach mal reinschauen und mitdiskutieren über die Chat- oder Kommentarfunktionen.
Man hört, sieht und streamt sich zur Kaffeestunde.
Die Europäischen Toleranzgespräche 2020 finden in diesem Jahr online statt, das gesamte Programm wird wie geplant vom 27. bis 29. Mai durchgeführt und zwar virtuell. „Diese Entscheidung hat das Kuratorium der Toleranzgespräche am Mittwoch nach Ostern bei einer Videositzung getroffen“, so Manfred Sauer, Kärntner Superintendent und Obmann des Veranstalters Denk.Raum.Fresach.
Die Toleranzgespräche 2020 werden ein Mix an Videokonferenzen mit begleitenden Chats, Filmeinspielungen aus Fresach und Live-Einstiegen vor Ort. „Fresach betritt mit den ersten Online-Gesprächen Neuland, das allerdings exakt zum Thema der heurigen Veranstaltung passt: ‚Exodus – Auszug aus dem Vertrauten‘. Wir alle sind schon sehr gespannt, ob uns das interessierte Publikum auch in den virtuellen Raum folgt“, sagt Saue.
Die Europäischen Toleranzgespräche bestehen aus einem Jugendforum und einem Tourismusforum in Villach (27. Mai) sowie einem Toleranzforum (28. Mai) und einem Wirtschaftsforum (29. Mai) im Bergdorf Fresach sowie einem abschließenden Poetry Slam Freitagabend vor Pfingsten. Timing und Programmpunkte sollen beibehalten werden, die Organisatoren wollen nun auch Moderator/innen und Referent/innen dafür gewinnen, online mitzumachen. Die Vorbereitungen dafür laufen.
Unter dem Hashtag #ETG20 sollen die Gespräche auf der Konferenzwebseite mitverfolgt werden können, aber auch über die großen Social Media Netzwerke von Twitter, Facebook und Youtube gestreamt werden. Für das Publikum besteht zudem die Möglichkeit, über die Kommentarfunktionen und Chats Fragen zu stellen, die dann in die Live-Diskussion eingebracht werden. „Die Eröffnung wird jedenfalls vor Ort stattfinden, wenn auch leider ohne Publikum, Kaffee und Kärntner Jause“, sagt Sauer.
Fresach als Symbol für Neustart
Fresach werde mit den Toleranzgesprächen 2020 einen weiteren Meilenstein setzen, versichert Superintendent Sauer. „Wenn die Welt auf den Kopf gestellt wird und nichts mehr so ist wie es war, wird der Exodus aus dem gewohnten Leben und Arbeiten zur Normalität, der Auszug aus dem Vertrauten zur Realität. Was wir zum Zeitpunkt der Konferenzplanung überhaupt nicht voraussehen konnten, ist nun eingetreten. Wir diskutieren daher schon jetzt über die Folgen und den Neustart.“
Über die Europäischen Toleranzgespräche
Die Europäischen Toleranzgespräche finden seit 2015 alljährlich zu Pfingsten statt und behandeln gesellschaftliche Entwicklungen und politische Bildung rund um die Fragen Migration und Toleranz, Demokratie und Menschenrechte sowie Zivilgesellschaft und Religion. Die Gespräche haben ihren Ursprung in den Fresacher Schriftstellertagungen, die in den 1970er und 1980er Jahren – bis zur Wende in Osteuropa – stattfanden. http://www.fresach.org.
Und als halber Kärntner werde ich das Ganze begleiten – als technischer Kurator und Co-Moderator.
Wie gelingt uns mit analogen und digitalen Konzepten das nächste Wirtschaftswunder nach der Corona Krise? Diese Frage beschäftigt die Unternehmerin Birgit Eschbach und skizziert damit ihre eigene Entwicklung in den vergangenen Wochen. Wir sprechen über Gesichtsmasken, gutes Unternehmertum , Röpke, Schumpeter und die Frage nach der Post-Virus-Ökonomie. Wir sprechen über Gesichtsmasken, gutes Unternehmertum , Röpke, Schumpeter und die Frage nach der Post-Virus-Ökonomie:
Wir diskutierten im #NextTalk mit Thomas Koch von kongressmedia, Martina Hofmann von Spring Messe, Daniel Kraft von der Bundeszentrale für politische Bildung, Constantin und Gunnar Sohn sowie Winfried Felser von NextAct.
Eine kleine Gruppe um den Philosophen Hans Blumenberg verband auf intelligente Weise die Mündlichkeit von Tagungen und Konferenzen mit der Schriftlichkeit. Die eigentliche Innovation der berühmten Tagungsreihe „Poetik und Hermeneutik“ lag in der Idee der ungehaltenen Rede. „Die Vorträge der Tagungsteilnehmer wurden nicht vorgelesen, sondern vorher an alle Teilnehmer verschickt. Die Zusammenkünfte selbst waren als […]
Auf einem Panel des Kommunikationskongresses in Berlin sind im vergangenen Jahr die Vorteile von Livestreaming-Konzepten für die Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen diskutiert worden: Es ging um virtuelle Formate für die „Think At IBM“. Die Vorteile des Konzeptes: Unmittelbarkeit — kein Fake, kein Posing. Natürliches Storytelling initiiert spannendere Gespräche über die Marke. Entwicklung eines Community-Gefühls unter den Zuschauern. Synchrone Kommunikation garantiert mehr direkte Aufmerksamkeit. Aufbau enger und langfristiger Beziehungen zu Kunden — vor und hinter der Kamera. Vervielfachung der gesamten Kommunikation, insbesondere bei Veranstaltungen und Messen. Trotz des Live-Charakters sind die Inhalte auch im Anschluss, im „Long Tail“, verfügbar und länger für Marketing und Vertrieb nutzbar. Die Live-Aktivitäten liefern den Experten von IBM umfangreiches Material, um mit Kunden und potenziellen Kunden ins Gespräch zu kommen.
Schon Wochen vor dem Event ging eine Website als virtuelle Programmzeitschrift ins Netz und informierte intensiv über die Sessions. Im Vorfeld recherchierten wir aktuelle Trends und veröffentlichten Beiträge zu Top-Themen wie KI, Cloud Computing, Blockchain oder Automatisierung. Das Programm umfasste Magazin-Sendungen, Features, Interviews und Podiumsdiskussionen zur Digitalisierung und beleuchtete die Auswirkungen auf Unternehmen, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft: Etwa zur Netzpolitik der Regierungsparteien, zur Enquete Kommission Künstliche Intelligenz des Bundestages, über Digitalisierungsstrategien für den ländlichen Raum oder über Open Source-Initiativen des Staates.
Mehr als 80 Sessions mit über 150 Gästen wurden live gestreamt. Die einzelnen Sitzungen wurden auf der Website, auf dem YouTube-Kanal und auf der Facebook-Seite von IBM veröffentlicht und kommentiert. Während des sechswöchigen Einsatzes im Bikini Berlin hat das Team mit dem Livestreaming-Projekt mehr als 370.000 Menschen erreicht.
Das virtuelle Konzept erweist sich als Content-Maschine für die Kommunikation — mit vielen interessanten Verwertungsmöglichkeiten vor, während und nach dem Event.
Für die Hochschule Fresenius ist das auch realisiert worden: „Wir haben mit der Next Economy Open in Köln ein virtuelles Live-Format etabliert: Die NEOx ermöglicht es den Studierenden, Arbeitsproben öffentlich zu machen, mit der Internet-Gemeinde in Dialog zu treten und gleichzeitig mit den Möglichkeiten von Live Medien zu experimentieren und somit ‚Media-Literacy’ zu erwerben – eine zunehmend kritische Kernkompetenz für angehende Führungskräfte. Dabei gehen das wissenschaftliche Lernen sowie die Strukturierung und die Vermittlung des Gelernten ganz im Sinne einer modernen Didaktik Hand in Hand“, so Professor Lutz Becker, Leiter Business School und Studiendekan Sustainable Marketing & Leadership (M.A.).
Ähnlich eindrucksvoll war die Resonanz auf die Streaming-Konferenz der Bundeszentrale für politische Bildung: 46 Sprecherinnen und Sprecher, 40 Konferenzschaltungen, 31 Standorte von Tiflis bis Berlin sowie Bonn, rund 20 Stunden Videomaterial, 12 Stunden Livestreaming mit Moderation, 4 Außenreportagen in Bonn und rund 30.000 Abrufe der Videos (Status am Abend der StreamingKonferenz – sind natürlich noch viele Klicks dazu gekommen). Alles organisiert via Skype.
Was häufig bei Events vernachlässigt wird: Die Kommunikation für Abwesende.
Wie man das ändern kann, war Thomas Mann bei seiner ersten Bewegtbild-Aufnahme schon klar:
„Ich erlebte es damals zum ersten Mal, dass das Publikum, zu dem ich sprach, nicht in sinnlicher und gesellschaftlicher Gegenwart sich vor mir befand, nicht durch die vier Wände eines Saales zusammengefasst, sondern dass es unsichtbar, unhörbar, weit über die ganze Welt hin zerstreut, meinen Worten zuhörte, die mir beim Sprechen von Zeit zu Zeit einfielen. Heute nun aber ist dieses Publikum, zu dem ich spreche, nicht nur räumlich von mir getrennt, sondern es ist in der Zeit von mir entrückt. Und ich spreche zu einem zukünftigen Publikum in die Zeit hinein. Das ist das Phantastische und Exzentrische, fast möchte ich sagen, das ich in dieser Situation empfinde.“ Das sagte der Schriftsteller Thomas Mann zu seiner ersten Tonfilm-Aufnahme am 22. Januar 1929. Es geht um die Anwesenheit der Abwesenden oder um die Kommunikation für Abwesende.
Mit virtuellen Konzepten kann man ortsunabhängig Menschen erreichen, Themen vertiefen, Vorträge, Studien, Interviews, Seminare, Workshops und Produktpräsentationen verlängern und dauerhaft in der Netzöffentlichkeit etablieren. Statt Events abzusagen, sollte man zumindest über eine Virtualisierung nachdenken 🙂
Die enge Verbindung von Livestreaming mit den sozialen Netzwerken zählt zu den Stärken von Diensten wie Hangout on Air, schrieb Norbert Bolewski in einem Blogbeitrag vor ein paar Jahren. Live-Hangouts sind zwar Geschichte, aber der Grundtenor stimmt immer noch. Statt Google-Dienste nutzt man halt Anwendungen wie Periscope oder Facebook Live.
Jede öffentlich Veranstaltung würde sich für Live-Übertragungen eignen. Das schaffe Transparenz in der Gesellschaft: „Es bietet die Möglichkeit, alles öffentlich zu machen.“ Man könne gesellschaftliche Prozesse auslösen und dokumentieren. Etwa die Gefahren, die von der havarierten Atommüllkippe Asse bei Wolfburg ausgehen – wird von Atomfreunden neuerdings wieder schön verdrängt. „Man hat auch die Möglichkeit der Archivierung und kann sich die Diskussionen später erneut in Ruhe anschauen.“
Man gibt den Live-Ereignissen ein Gedächtnis und verlängert den Content im Netz. So verdunstet die Echtzeit-Kommunikation nicht – was bei gesellschaftlichen Umwälzungsprozessen wie dem Atomausstieg oder der Energiewende ja wichtig ist. Zudem kann man Machtstrukturen und verkrustete Hierarchien knacken, selbst in der katholischen Kirche.
Darauf machte der Theologe Burkhard Hose in der 3sat-Kulturzeit aufmerksam:
„Eine der tollsten Erfindungen des synodalen Weges ist der Livestream. Es wird eine Öffentlichkeit geschaffen, die wir sonst nicht hätten“, so Hose.
So etwas ist wichtig, wenn es um den Umgang mit Macht geht, um sexuellen Missbrauch, um das Zölibat und um die Rolle der Frauen in der katholischen Kirche. Und wenn dann ein erzkonservativer Kirchenvertreter wie Kardinal Woelki kritisch anmerkt, dass man auf auf dem Weg zu einem protestantischen Kirchenparlament sei, scheint doch einiges richtig zu laufen. Also sollte die Kirche mehr direkte Live-Kommunikation im Netz wagen.
Welches Szenario setzt sich durch? Etwa das Automations-Szenario – es beschreibt in klassischer Konzernwelt eine Zukunft, in der die industrielle Landschaft durch das klassische Automationsparadigma geprägt ist.
„Dem Arbeitsmarkt haftet noch spürbar der Geist der Agenda 2010 an. Der Arbeitsmarkt ist polarisiert und durch eine Zunahme befristeter und schlecht abgesicherter Beschäftigungsverhältnisse gekennzeichnet. Die industriellen Kernbranchen sind in ihren angestammten Kompetenzfeldern im globalen Wettbewerb nach wie vor erfolgreich. Die sich international abzeichnenden neuen Produktwelten und digitalen Geschäftsmodelle werden von den Unternehmen mit ihren starren Organisationsformen nur zaghaft aufgegriffen. Es überwiegt ein ‚Weiter so‘ mit eher zentralistisch geprägten Führungsstilen. Während amerikanische und chinesische Plattformunternehmen die KI-Entwicklung massiv und konfrontativ vorantreiben, pflegen Deutschland und Europa eine abgeschottete Datenökonomie. Damit werden lernfähige KI-Systeme insgesamt ausgebremst, und ihre Potenziale kommen nur in einzelnen Domänen zum Tragen“, schreiben die Studienautoren.
Das muss mit Abschottung gar nichts zu tun haben. Es kann auch so sein, dass das Credo vieler Konzernmanager, Organisationen nur auf Effizienz zu trimmen, sich weltweit durchsetzt und vor allem fortsetzt – besonders in den USA und in China nach dem Motto „Friss oder stirb“.
Oder setzt sich das Plattform-Szenario durch. Globale Plattform-Unternehmen bestimmen mit ihren Monopolstrukturen die digitalen Geschäftsmodelle.
Die Plattformen der Internet-Giganten sind in der Lage, durch Internalisierung bestimmter ökonomischer und gesellschaftlicher Übereinkünfte, Regeln und Prozeduren, sowie deren Unterwerfung unter die eigenen Geschäftsmodelle (nennen wir es „take-over“), die Spielregeln von Angebot und Nachfrage, von Märkten und Branchen, von Kultur und Gesellschaft, von Arbeit und Kapital, substanziell und radikal zu verändern und damit den Markt und in der Folge Gesellschaften digital zu kolonialisieren, nämlich spätestens dann, wenn die Plattformen faktische Voraussetzung zur Teilnahme an Markt oder Gesellschaft werden. Professor Lutz Becker von der Hochschule Fresenius spricht gar trefflich von der Marktfiktion, die die digitalen Plattformen erzeugen.
Der Markt als sozio-kulturelle Veranstaltung verschwindet in den Untiefen der Plattform-Algorithmen.
„Man mag nun angesichts des gerne beschworenen Begriffes vom ‚Digital Marketplace‘ meinen, dass Plattformen, wie Amazon, Facebook und Uber, die Funktionen des Marktes reproduziert und dazu noch zu einem größeren Angebot (durch Vergrößern des Marktes und Senken von Marktschranken), Effizienz (durch Senkung von Transaktionskosten und mehr Transparenz) geführt hätten“, so Becker. Das ist Mimikry. Man könnte auch sagen, dass die Plattformen wie ein Schwarzes Loch den Markt ansaugen und verschlucken. Es bleibt einfach nichts mehr übrig.
Erstrebenswert ist das Transformations-Szenario:
„KI schafft neue Arbeitswelten in einem dynamischen Netzwerk beschreibt eine Zukunft, in der die Potenziale von KI konsequent die Transformation in eine energie- und ressourceneffiziente Circular Economy fördert. Es ist geprägt von einem allgemeinen Vertrauen in die Problemlösungsfähigkeit von KI“, schreiben die Studienautoren. Diese Szenarien und viele andere Themen werden wir am Donnerstag ausführlich erörtern. Einfach mal unter dem Hashtag #ResearchDay2020 schauen, was wir live berichten – und natürlich mitdiskutieren und Fragen stellen.
Zum Abschluss des Tages wird übrigens Rafael Laguna de la Vera auftreten. Er ist Gründungsdirektor der neuen Agentur für Sprunginnovationen.