Die Laptops sind geölt, die Smartphones sind poliert, die Tablets frisch aufgeladen: „Das INTERACTIVE COLOGNE steht sowas von in den Startlöchern, wir können schon vor lauter röhrenden Servermotoren unser eigenes Wort nicht mehr verstehen“, verkünden die Veranstalter.
Am Mittwoch etwa Professor Günter Faltin: „ENTREPRENEURSHIP ALS PHILOSOPHIE“. Am Abend gibt es den dritten BEWEGTBILDSTAMMTISCH „INTERACTIVE EDITION“.
Am Donnerstag: „Acht Jahre re:publica: Vom Bloggertreffen zur Gesellschaftskonferenz“. JOHNNY HAEUSLER berichtet als Mitgründer und Veranstalter des Events kurz nach dem Abschluss der achten re:publica in Berlin, wie aus einem überschaubaren Klassentreffen der Bloggerszene im Jahr 2007 eine der größten europäischen Gesellschaftskonferenzen geworden ist.
Am Freitag: „VOM SMART HOME ZUR SMART CITY“ mit Asandoo-Geschäftsführer Torsten Jensen.
Am Samstag: Monitoring Camp im Startplatz und ein PODCAST WORKSHOP im Design Quartier Ehrenfeld.
Am Sonntag: Hackathon Design Quartier Ehrenfeld.
Das sind nur ganz wenige Beispiele, die mich persönlich interessieren.
In unserer Bloggercamp.tv-Sendung erklären die Macher, was ab heute so alles abläuft. Vielleicht hört und sieht man sich in Kölle.
Man sieht, dass wir gestern in Köln an der legendären Tatort-Currywurstbude eine Menge Spaß hatten. Vielleicht sieht und hört man sich beim nächsten vinewalkde 🙂
Ab 16 Uhr diskutieren wir mit Christian Wendling, Geschäftsführer vom Haus der Architektur in Köln, über so genannte Baugemeinschaften. Die Idee: Zusammen wird es billiger, wenn man sich Architekten und Handwerker teilt. Aber es geht auch um die besondere Form des Zusammenlebens und zunächst mal Zusammenbauens. Wer sich dafür interessiert, kann Christian während der Livesendung Fragen stellen. Hashtag lautet wie immer #bloggercamp oder die Frage-Antwort-Funktion von Google Plus verwenden.
Wolfgang Schiffer liest isländische Lyrik im Kölner Kultursalon Freiraum
Im Kölner Kultursalon Freiraum stellte Wolfgang Schiffer zwei isländische Lyriker vor, die in ihrem Stil kaum vergleichbar sind, doch in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg davon beseelt waren, die Moderne in die Dichtung einfließen zu lassen. Ihr Wirken liegt schon lange zurück, doch zwei Neuerscheinungen machen sie wieder aktuell, betont der ehemalige WDR-Hörspielchef in seiner inspirierenden Lesung.
Im ersten Teil seines Abendprogramms widmete sich Schiffer dem Werk von Stefán Hördur Grímsson, der zur geschmähten Gruppe der so genannten „Atomdichter“ gerechnet wurde, die sich von der sehr traditionell ausgerichteten isländischen Lyrik abgrenzten.
Die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen mussten auch zur einer Veränderung der Wahrnehmung und des Bewusstseins führen. Entsprechend radikal brachen die Atomdichter mit der Formstrenge von Edda und Skalden-Dichtung, die bestimmt war von Versmaßen, germanischen Stabreimen und Endreimen. Die im Münsteraner Kleinheinrich-Verlag 1992 erstmals veröffentlichte Auswahl der Gedichte von Stefán Hördur Grímsson unter dem Titel „Geahnter Flügelschlag“ brachte dem so gut wie unbekannten Lyriker eine literarische Beachtung ein, „die selbst seine Übersetzer und Herausgeber so nicht erwartet hatten“, schreibt Schiffer im Nachwort der erweiterten Neuauflage, die Ende des vergangenen Jahres erschien. Zahlreiche Feuilletons und Literaturzeitschriften würdigten einhellig die poetische Kraft dieses Autors, so dass die erste Auflage des 92er-Bandes schnell vergriffen war.
„Der Verleger hat 21 Jahre gebraucht, um eine erweiterte Neuauflage zu machen“, sagte der verschmitzt lächelnde Rezitator in Köln.
Die Rezensenten sehen in Grímsson einen „Lakoniker“, der in seinen freien Versen auf alle spektakulären rhetorischen Effekte verzichtet. Er spreche bestürzende Wahrheiten und starke Gefühle auf karge und doch eindrucksvolle Weise aus. Es sei vor allem eine Logik des Herzens, die seine Verse wahrhaftig machen. Kaum Illustrierten-Phrasen, statt dessen Wörter wie Gotthimmel, Berg-Sonnenglanz, Schwarzelfen-Tanz.
„Hundertfünfzig Gedichte, geschrieben auf einer Insel im Nordmeer, davon ein Drittel jetzt auf Deutsch….Zu wenig für ein Lebenswerk. Doch genug für den Gesang“, schrieb die Zeit.
Etwas mehr sind es jetzt in der Neuauflage geworden, die Wolfgang Schiffer vorstellte. Die Schaffensperiode von Grímsson begann 1946.
„Manchmal lagen 19 Jahre zwischen den Gedichtbänden. Er galt als sehr merkwürdiger und kauziger Autor. 1920 geboren, 2002 gestorben. Am Schluss lebte er in einem Altersheim für abgedankte Seemänner, fast ein wenig paranoid. Er hatte kaum Kontakt zu Menschen. Ich hatte das große Vergnügen, einmal mit ihm ein Bier trinken zu dürfen. Wir haben eine halbe Stunde zusammen gesessen. Wir haben nichts gesagt, aber es war ein wunderschönes Gespräch“, so Schiffer.
Der Band Schwarzelfen-Tanz habe Poesie-Geschichte geschrieben und dokumentiert auch die politischen und sozialen Themen, die ihm wichtig waren, ohne ein politischer Autor gewesen zu sein. Das Gedicht „Krieg“ spreche Kernwahrheiten aus, die heute noch gültig sind:
Krieg
Ihre Eisen sind grau
ihre Eisen sind scharf.
Unter vollem Mond
werden rote Wellen
an den Strand rollen.
Tränen fallen auf Blumen
und sie werden welken.
Das Spätwerk des Dichters sei geprägt von der Reduzierung auf das Wesentliche, vom Suchen und Finden des einen Wortes, das alles sagt. Auch seine politischen Aussagen werden immer konkreter. So ist das Gedicht „Nachmittag“ als Reaktion auf den Vietnamkrieg entstanden.
Nachmittag
Nachmittag im Osten.
Blumen aus Fleisch und Blut gehen den Dorfweg entlang.
Auf dem Luftweg kommen Bratgesellen.
Das Flötenspiel des Geliebten
am Waldrand nehmen sie nicht wahr:
Gebratene Brüste. Gebrannte Brustwarzen. Versengte Schöße….
Aber nun schlägt man das Kreuz im Westen
zu Beginn der Paarungszeit.
Draußen zündet der August eine bleiche Sichel.
Man könne sich kaum dezidiert poetischer über die Hybris des Westens in diesem Weltgeschehen auslassen, meint Schiffer. Er sei besorgt, dass wir dieses Szenario in der Krim-Krise wieder erleben. „Wir sollten etwas sorgfältiger und analytischer mit dieser Situation umgehen.“ Das gelte für Politiker und Medien.
Die Schiffer-Lesung
Sprachmächtig ist auch der zweite Autor der Wolfgang Schiffer-Lesung: Jón úr Vör, der mit dem Band „Das Dorf“ einen der bekanntesten poetischen Zyklen in Island geschrieben hat. Sozialreportagen in freier Versform. 1946 erschienen und seither immer wieder neu aufgelegt worden. Die soziale Wahrnehmung und das karge Leben dominieren in seinen Gedichten. Aber auch Beobachtungen von Absurditäten des Alltags, wie etwa in dem Gedicht „Sitzungsprotokoll“.
Auf den harten Bänken des Guttemplerhauses
sitzt an einem Sonntag jeden Monats
das gemeine Volk wie in der Kirche
und diskutiert über Wohl und Wehe des Landes.
Herr Vorsitzender! Darf ich ums Wort bitten?
Dieser Verein ist gegründet worden, um die Bedingungen der Arbeiter zu verbessern.
Wie käme der Kaufmann zurecht, der gnädige Herr, wenn keiner
arbeiten wollte? – Seine Laufburschen und Klatschtanten
dürfen ihm diese meine Worte gerne überbringen, wenn sie mögen.
Sage vorläufig nichts mehr.
Der Schlaumeier des Dorfes ergreift das Wort:
Die Ungerechtigkeit der Welt wird nie beseitigt sein, ehe nicht Gott
der Allmächtige allen Menschen Glück beschert – auch den
Reichen. Wozu sonst kam Jesus Christus auf diese Welt?
Diskussion beendet,
keine weiteren Wortmeldungen,
Ende der Sitzung.
Im Bundestag kann man in den Plenarwochen wohl ähnliches erleben.
Der Kultursalon Freiraum war bis auf den letzen Platz gefüllt, die anschließenden Plaudereien in der nahegelegenen Trattoria waren höchst amüsant und der nächtliche Spaziergang mit Wolfgang Schiffer beförderte gar eine philosophische Lebensweisheit zutage. Wolfgang sagte mir, wie froh er doch sei, dass er sich nicht mit den technokratischen Dingen des Lebens herumschlagen müsse, sondern schöngeistige Literatur sein Dasein präge. Was sollte ich jetzt antworten?
Auch ich sei froh, ein Themen-Kolibri zu sein, sonst bekäme ich noch eine Meise.
Wolfgang lachte. Das mit dem Sperlingsvogel und dem Kolibri habe ja eine sinnige und doppelte Bedeutung. Stimmt. So doof war mein Satz gar nicht 🙂
Und den Technokraten kann man übrigens auch mit Lyrik begegnen.
„Morgen Abend (also am Samstag, gs) um 20:00 Uhr gibt´s im KulturSalon Freiraum e.V. isländische Lyrik in hoffentlich annehmbarer Übersetzung – und falls Letzteres nicht so empfunden werden sollte, gibt´s zumindest was zu sehen: beide Bücher sind illustriert! Und die Ausstellung mit Acryl-Arbeiten, Kaltnadelradierungen und Zeichnungen des isländischen Malers Jón Thor Gíslason hängt ja auch noch!“
Vorher kann man ja noch einen kleinen Stadtbummel machen und eine der guten Literaturbuchhandlungen in der Dom-Stadt aufsuchen – gilt natürlich auch für jede andere Stadt. Denn morgen ist der zweite Indiebookday:
„Geht am 22.03.2014 in einen Buchladen Eurer Wahl und kauft Euch ein Buch. Irgendeines, das Ihr sowieso gerade haben möchtet. Wichtig ist nur: Es sollte aus einem unabhängigen/kleinen/Indie-Verlag stammen…Danach postet Ihr ein Foto des Covers, des Buches, oder Euch mit dem Buch (oder wie Ihr möchtet) in einem sozialen Netzwerk (Facebook, Twitter, Google+) oder einem Blog Eurer Wahl mit #Indiebookday. Wenn Ihr die Aktion gut findet, erzählt davon.“
Ein paar Buchempfehlungen habe ich im Gespräch mit Wolfgang Schiffer in einer kleinen Rückschau zur Leipziger Buchmesse erörtert:
Einen Schritt in die neue Welt wollen die MMC-Studios mit Produktionen machen, die nur für das Internet gedacht sind. Etwa die League of Legends World Championship. Die Gaming-Finalrunden werden live ins Netz gestreamt mit Zuschauerzahlen von 18 Millionen. Eine Herkulesaufgabe nicht nur für die Studiotechnik, sondern auch für die Livestreaming-Qualität, die wir mit dem kostenlosen Google-Dienst Hangout on Air natürlich nicht erreichen können. Das sagte Friedhelm Bixschlag, Geschäftsführer der Kölner MMC-Studios, in seinem Vortrag beim Bewegtbildstammtisch im Kölner Startplatz.
Die klassischen Fernsehproduktionen reichen wahrscheinlich nicht mehr aus, um die gigantischen Studioflächen auszulasten: Ein Blick auf die Infrastruktur von MMC macht das deutlich. Ein 15-Hektar-Gelände mit 19 Studios und über 26.000 fur League boost Deutschland, Quadratmetern Studiofläche mit einem guten Router haben wir an https://www.hotrate.com/electronics/gaming/best-router-for-gaming/
Was Bixschlag als Schritt in die Netzwelt verkündete, wollen wir heute Abend live erleben. Sohn und Sohn haben Tickets für die League of Legends Championship Series. Team Fnatic, der vermeintliche europäische Favorit, trifft auf den polnischen Newcomer Team Roccat und wir werden erleben, ob die Pechsträhne von Fnatic ein Ende findet. Die kompletten Matchups und die Liveübertragung findet ihr auf lolesports.com. Die Show wird wie immer kommentiert von Szene-Stars wie David „Phreak“ Turley oder Leigh „Deman“ Smith.
Hier unser Vorbericht, der um 14:30 Uhr startet via Hangout on Air.
Ein Videodienst, der wie Daumenkino funktioniert, bekommt im Social Web immer mehr Fans – nur nicht in Deutschland. Oder besser gesagt: Noch nicht. Die Rede ist von Vine, der im Gegensatz zu Youtube auf schnelle und mobile Anwendungen ausgerichtet ist. Über die App muss man noch nicht einmal eine Aufnahmetaste drücken – das geht per Fingertap.
„Lässt man wieder los, stoppt die Aufnahme und man kann die Szenerie wechseln“, schreibt das Internet Magazin.
Am Ende bilden die vielen kleinen Videosequenzen ein Stop-Motion-Video – sechs Sekunden lang.
Vine-Produzenten in Kölle
Für die Youtube-Fraktion mit den drei bis fünfminütigen Filmchen wohl nur eine Lachnummer. Für kreative Geister eine echte Herausforderung. Durch die Stop-Motion-Technik lassen sich in sechs Sekunden ganze Storys erzählen. Man transportiert sehr schnell und ohne großen Aufwand Emotionen, sagt Nicole Hundertmark, die alle sechs bis acht Wochen einen Vine-Walk in Köln organisiert und bei mir die Experimentierlust weckte.
Twitter fördert Kurzprosa und Vine beflügelt visuelle Effekte mit einer ungewöhnlichen Bildsprache. So gut der Video-Dienst in den USA läuft, so schlecht ist bislang die Akzeptanz in Deutschland. „Das erinnert an die Jahre, in denen Twitter in den USA seinen großen Boom erlebte, großen Anklang fand und zum Trendnetzwerk wurde, während die Nutzer in Deutschland gerade Facebook in ihren Alltag integrierten“, so das Internet Magazin.
Was man beruflich und privat mit dem Dienst so alles machen kann, diskutierten wir am Mittwoch in der unserer 11 Uhr-Sendung von Bloggercamp.tv mit Nicole Hundertmark.
Man sieht und hört sich also zur unserer Daumenkino-Sendung am Mittwoch. Für Twitter-Zwischenrufe und Anregungen während der Liveübertragung bitte wieder #bloggercamp als Hashtag verwenden.
Das malerische Werk des isländischen Künstlers Jón Thor Gislason wird erstmalig in Köln im Kultursalon Freiraum gezeigt: Im Kultursalon Freiraum.
Zur Ausstellungseröffnung sprach der ehemalige WDR-Hörspielchef Wolfgang Schiffer, der seit rund 20 Jahren mit Gislason befreundet ist. Der isländische Maler sei ein Multitalent – Pop-Musiker, Erzähler und Übersetzer, der sich seit dem Ende der 1980er Jahre, der bildenden Kunst verschrieben hat:
„Ich sehe in vielen seiner Acryl- und Ölgemälde und seiner Zeichnungen ein Ausloten von tiefen Gefühlswelten, von Befindlichkeiten. Hier spricht mich an, was sich an Verletzlichkeit alles zeigt, an Hoffnungen und was die Wahrheit von Gefühlen ist“, so Schiffer.
Gislason im Kölner Kutursalon Freiraum
Das Thema bei Gislason sei immer der Mensch – das Menschsein. Die Ausstellung unter dem Titel „Bergmál – Widerhall“ sei mehr als ein reines Echo, es spielt sich auf vielen Bedeutungsebenen ab. Es präsentiert einen Maler, der sich mit der Romantik auseinandersetzt, die auch eine dunkle Gegenseite hat.
Jazz, Literatur und Kunst bilden dabei einen Dreiklang. Zum Abschluss der Ausstellung am 28. März liest Wolfgang Schiffer eine Auswahl seines lyrischen Schaffens und wird von Marcel Tusch am Klavier begleitet. Viele gute Gründe, um nach Köln zu kommen 🙂
Blogger, Podcaster, Youtuber, Gamer, Journalisten, Unternehmer, Kulturschaffende, Laien und Profis trafen sich am Wochenende im Kölner Startzplatz zur StreamCamp-Weltpremiere, um sich über Ideen, Konzepte und technische Möglichkeiten sowie Erfordernisse für Liveübertragungen im Internet auszutauschen. Ein Hardware-Feuerwerk von quick & dirty bis pro und Greenscreen-Couch, wie es Thomas Riedel aka Droid Boy von Nerdhub ausdrückte. Es wächst eine autonome TV und Hörfunk-Szene heran, die im Vergleich mit den Webvideo-Größen noch in den Kinderschuhen steckt und mit unglaublicher Experimentierfreude neue Bildsprachen für Echtzeit-Kommunikation bastelt.
Therapeutisches Katzen-Livestreaming
Etwa die stundenlange Übertragung von Katzenbildern, die fast schon eine therapeutische Wirkung in der Web-Hektik entfalten – Schnodderpepe sei Dank (dramaturgisch wertvolle Katzenbewegtbilder bitte mit dem Hashtag #katzenlivestream versehen – ich werde demnächst das Ganze mit #katzenlivestream #fett bereichern).
Oder das kollektive Livestreaming in der Session des WDR-Fernsehjournalisten Kai Rüsberg, der über OneShotVideojournalismus sprach.
Sehr vielen klassischen Fernsehmachern fehlt das Mindset, um die richtigen Antworten für die Graswurzel-Bewegung zu finden, meint etwa Markus Hündgen vom Webvideopreis im Sammelband „Einfach fernsehen“ vom Grimme-Institut. Es sei mehr als ein Handwerk, um Bewegtbild zu produzieren. Es sei eine andere Herangehensweise, eine andere Denke und ein anderes Feeling, die hier zum Ausdruck kommt.
Wenn TV-Talkshows abnerven, macht man eigene Formate
Die Livestreaming-Technik bietet nach Ansicht von Youtube-Star Dr. Allwisend völlig neue Möglichkeiten. Auch aus dem kulturellen Blickwinkel heraus könnte da was entstehen – aber was genau, wird man noch sehen müssen. So sei Katerfrühstück ein Versuch, es anders als im Fernsehen zum machen. Was viele in den üblichen Talkshows abnerven würde, seien die immer gleichen Floskeln, die Politiker und Experten zum Besten geben.
Warum wandern millionenfach junge Menschen zu Plattformen wie Twitch.tv ab, um sich live die Pro-Gamer von Starcraft oder League of Legends anzuschauen? Auf dem StreamCamp gaben Constantin Sohn (der Sohn vom Sohn) und Dominik Warwass eine deftige Antwort.
Und wenn sich das seriöse Feuilleton nicht mehr mit Literatur, Literaturzeitschriften und unabhängigen Literaturverlagen fernab des Mainstreams beschäftigt, machen es die Kulturinteressierten in Eigenproduktion, wie beim Wortspiel-Radio mit meinem Freund Wolfgang Schiffer:
Veränderungen sieht man auch in der Unternehmenskommunikation, wie Agrarblogger Hannes Schleeh mit dem kleinsten Ü-Wagen der Welt auf der größten Hallenmesse Agritechnica unter Beweis stellte.
„Messemarketing mit bewegten Live-Bildern wird immer wichtiger, aber auch einfacher. Wo früher riesige Übertragungswagen mit mannshohen Satellitenschüsseln und enorm teures Equipment im Einsatz waren, genügt heute ein schneller Internetzugang über LAN, WLAN oder LTE, um die Livebilder ins Internet zu streamen.“
Die Unternehmen sollten sehr schnell ihre digitale Feindlichkeit gegenüber den neuen Kommunikationsformen im Social Web überwinden, fordert Andreas Klug vom Kölner Software-Unternehmen Ityx, der zu den StreamCamp-Sponsoren zählt.
Echtzeit-Kommunikation habe unendlich viele Vorteile, besonders für vernetzte Services. So ist es keine Hexerei, wenn Anbieter Plattformen anbieten, damit sich Kunden untereinander austauschen können, um Probleme bei der Bedienung von Geräten oder bei der Installation von Software für alle schnell zu beantworten – in der Netzöffentlichkeit. „Was machen die Firmen? Jeder Servicefall wird nach wie vor separat beantwortet, auch wenn das Serviceproblem bei tausenden von Kunden gleichzeitig auftritt. Das ist strategisch ein großer Fehler“, so Klug.
Etwas verschlafen reagiert auch noch die Medienaufsicht auf die Streaming-Revolution, weshalb wir in Bloggercamp.tv die Bundeskanzlerin wohl auch in Zukunft besiegen müssen. Deshalb stimme ich Ole Reißmann ausdrücklich zu: Wir brauchen eine Macht fürs Netz.
Wer beim Weckdienst für Echtzeitkommunikation mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen, beim StreamCamp mitzumachen – und da braucht man nicht bis zum nächsten Barcamp für Live-Streaming am 15. und 16. November in München warten.
Wir starten eine StreamCamp-Academy für Studien, Tagungen, Seminare, Workshops, Stammtische und sonstige Formate, die sich nach unserem Zusammentreffen im Kölner Startplatz herauskristallisieren.
Auf dem StreamCamp am Wochenende hatten Hannes und ich ja schon verkündet, dass wir ab sofort an jedem Mittwoch um 11 und 16 Uhr Bloggercamp.tv live ausstrahlen. Morgen wollen wir in beiden Sendungen eine StreamCamp-Nachlese machen und den Blick nach vorne richten.
Etwa auf die Planungen für das nächste Barcamp zur Streaming-Technologie am 15. und 16. November in München – 2015 dann wieder in Kölle.
Und dann überlegen wir die Gründung einer Streaming-Akademie – nicht in der Rechtsform einer Unternehmung, sondern eher als informeller Kreis für Seminare, Workshops, Stammtische, kleinere Veranstaltungen oder Medienpartnerschaften für andere Barcamps (wo wir natürlich als Technik-Paten für Livestreaming sorgen) – so überbrücken wir die 12 Monate bis zum nächsten StreamCamp besser und bleiben dauerhaft in Verbindung.
Mein Blog-Motto
Wer morgen bei der Nachlese in Bloggercamp.tv und bei der Streaming-Akademie mitmischen möchte, sollte sich bei Hannes (hannes@schleeh.de) oder mir (gunnareriksohn@gmail.com) melden oder einfach in meinem ichsagmal-Blog einen Kommentar schreiben.