Echte Gespräche statt halbgarer Meinungsbrei – Livestreaming-Graswurzel-Talks #StreamCamp14

Wie alles begann: Die Premierensendung von Bloggercamp.tv - ohne Rauchverbot
Wie alles begann: Die Premierensendung von Bloggercamp.tv – ohne Rauchverbot

“Weltpremiere” nannten wir vollmundig schon vorab das erste virtuelle Bloggercamp, das man “weltweit” am 28. September live verfolgen konnte und für das die Bayerische Landesmedienanstalt eine Sendelizenz erteilt hatte. Vielleicht haben wir ja sogar Fernsehgeschichte geschrieben, wenn in einigen Jahren und Jahrzehnten auf die ersten Gehversuche beim TV-Livestreaming zurückgeblickt wird. Zum Start des NWDR im Dezember 1952 waren jedenfalls die Voraussetzungen wesentlich schlechter. Nur magere 300 Teilnehmer konnten die Geburtsstunde des deutschen Fernsehens damals an ihren Bildschirmen verfolgen. Da sind die Bedingungen im Netz doch sehr viel komfortabler. Wer einen Internet-Zugang hat, kann das Livestreaming-Geschehen betrachten. Die ersten Reaktionen auf die Bloggercamp-Premiere gingen runter wie Öl: So schreibt Dosentelefon-Blogger Marcus Surges:

„Die Sessions liefen sehr professionell ab und waren tief gehend: Gunnar Sohn moderierte die einzelnen Panels souverän, die Teilnehmer fielen sich nicht ins Wort (bei Video- und Telefonkonferenzen häufiger durchaus ein Problem) und blieben beim jeweiligen Thema. Besonders angenehm habe ich die entspannte Atmosphäre empfunden: mal ein Späßchen, mal ein Lachen, nebenbei rauchen oder einfach die Ansprache ‚Liebes Internet‘. Genial war letztlich die Entscheidung, dass Bloggercamp virtuell mit dem Tool Hangout on Air umzusetzen, das es erst seit Mitte August 2012 in Deutschland gibt! Mein Tipp: Einfach mal in die Sessions reinschauen, auch wenn die Themen für den einen oder anderen vielleicht nicht interessant sind. Das Reinschauen gibt jedoch einen guten Einblick, wie Veranstaltungen über ein Hangout on Air ablaufen können.“

Vera Bunse wertet unser Medienexperiment und Formate wie das digitale Quartett sogar als “die besseren Talkshows”. Zum Bloggercamp urteilt sie:

„Die lockere Atmosphäre und das umfangreiche Themenspektrum haben mir gut gefallen, auch die rechtzeitig bekannt gegebene Einteilung in Panels, so konnten die Zuschauer ihr Interessengebiet vorher heraussuchen und die Zeit einplanen, falls sie selbst teilnehmen wollten.”

Das Format erlaube spontane Diskussionen, Live-Übertragungen oder Interviews, es eignet sich aber noch zu viel mehr, wenn die Kinderkrankheiten erst überwunden sind (in einem der Talks wurde das „50er-Jahre-Fernsehen” genannt).

„Die Talkrunden sind völlig ungezwungen und decken viele Themen ab, naturgemäß auch netzbezogene, die im Mainstream gar nicht vorkommen oder erst umständlich von Erklärbären für die C-Welt übersetzt werden. Das größte Plus sind jedoch die Gäste, die nicht nach Schema F ausgewählt werden und – statt Sprechblasen abzusondern – wirklich etwas zu sagen haben. Ganz gleich, ob man sie bereits aus dem Netz kennt oder nicht, es ist interessant, andere oder neue Standpunkte kennenzulernen. Die meisten Gäste kennen sich mit den Gepflogenheiten im Internet bestens aus, ‚Neulinge’ werden kurz gebrieft, und selbst kleine Pannen werden ganz unverkrampft bewältigt”, so Bunse.

Die Hangouts seien viel unterhaltsamer, spannender und erkenntnisstiftender als ihre öffentlich-rechtlichen Vorgänger:

„Experiment gelungen, wird fortgesetzt. Ich freu mich drauf.”

Ein Leser-Kommentar des Debattenmagazins „The European“ hebt den Unterschied zu den Polit-Gesprächen im klassischen Fernsehen hervor:

„Die ewig gleichen Runden von profilierungssüchtigen Promis, die sich gegenseitig das Wort abschneiden und die oft hilflos dazwischen sitzenden Moderatorinnen, die dem Zuschauer fast jeden Wochentag angeboten werden oder den eingeschlafenen Herrn Jauch schauen wir schon lange nicht mehr an.“

In das gleich Horn bläst Peter Tuch:

„Die klassische TV-Talkshow ist eine Mischung aus Selbstdarstellung der Talker, Information über ein Thema und Unterhaltung für das Publikum. Aktuell hat man den Eindruck, dass der Unterhaltungswert für die Zuschauer ständig sinkt. Das hat mit dem Überangebot an Talk-Runden zu tun, aber auch damit, dass die Themen sich häufig wiederholen und die Selbstdarstellung der einzelnen Talker langweilig wird, wenn man sie zu häufig sieht, weil man sie und ihre Meinung schon zu kennen glaubt. Wenn man die Talk-Runde in ein anderes Medium setzt, wird es erst einmal besser. Das neue Medium ist interessanter, weil es eben neu ist, die Talker sind interessanter, weil man sie nicht schon kennt, und die Themenvielfalt kann größer werden, weil man nicht wegen der Einschaltquote auf die größte Zielgruppe abstellen muss.“

Beifall auf die ersten Sendungen von Bloggercamp und des Digitalen Quartetts kam auch von den klassischen Medien. Die Wochenzeitung „Die Zeit“ überraschte mit dem Aufmacher: „Graswurzel-Talkkultur lässt Fernsehen alt aussehen“. Bildschirm, Bildschirm an der Wand, was ist die beste Talkshow im ganzen Land, fragt sich Zeit-Autor Eike Kühl und und meinte damit nicht die von Stefan Raab aus der Taufe gehobene Sendereihe „Absolute Mehrheit“.

„Statt bissigem Polit-Talk servierte der Entertainer nur die nächste Portion halbgaren Meinungsbreis und das neuste Symptom einer kränkelnden deutschen Talkshowkultur, in der Abend für Abend die scheinbar immergleichen Gäste ihre Meinung wahlweise nach Parteibuch oder zur Selbstvermarktung feilbieten. Vielleicht hat der Kabarettist Georg Schramm Recht, wenn er fragt : Wieso schalten wir eigentlich noch Talkshows ein, wenn doch niemand mehr etwas zu sagen hat? Dabei gibt es Alternativen zu den Gesprächsrunden im Fernsehen. Seit einiger Zeit wächst im Internet eine Form der Graswurzel-Talkkultur heran, die weder illustre Gäste benötigt, noch fernsehtaugliche Themen bedienen muss“, schreibt Kühl.

Der Vorteil liege in der thematischen Breite.

„Statt abgedroschener Gespräche und Gästen mit Dauerkarte könnten Online-Talkrunden zusätzliche Standpunkte und Gegenstimmen einfangen. Das eingeschränkte Themenspektrum wäre kein Hindernis, sondern eine Chance, weil es den Weg für zusätzliche Formate neben dem TV-Programm ebnet“, meint Kühl.

Deshalb haben die Videochats das Potenzial, sich als die besseren Talkshows zu etablieren.

Buch für die TV-Autonomen
Buch für die TV-Autonomen

Kleiner Auszug aus dem Kapitel „Die besseren Talkshows – Gesprächskultur im Netz“ aus unserem Livestreaming-Buch, das am 4. September im Hanser-Verlag erscheint. Eine weitere Anregung, um eifrig das Opus vorzubestellen 🙂

Am 18. September gibt es eine Lesung in Siegburg.

Plakat zur Lesung

Und beim StreamCamp in München am 18. und 19. Oktober werden wir sicherlich auch einiges vom Stapel lassen. Ticketvorverkauf läuft schon.

Wir singen übrigens nicht für Merkel, sondern besiegen sie nur 🙂

Siehe: Als wir von Bloggercamp.tv die Bundeskanzlerin Angela Merkel besiegten. Über den Piratensender der Regierungschefin.

On Air: Opus für die autodidaktischen TV-Produzenten – Ab 11 Uhr bei #bloggercamp.tv

Verschmelzung von Mensch und Technik
Verschmelzung von Mensch und Technik

Ab 11 Uhr stellen wir die finale Version unsere Livestreaming-Buches vor, das am 4. September im Hanser Verlag erscheint. Das Skript ist in der Endkorrektur und geht dann zur Druckerei. Alles termingerecht hinbekommen, obwohl das in den vergangenen Wochen eine ziemlich anstrengende Schufterei war.

Hier könnt fleißig mitdiskutieren via Twitter mit dem Hashtag oder über die Frage-Antwort-Funktion von Google Plus.

Man hört uns sieht sich gleich 🙂

Um 16 Uhr ist übrigens The European-Chefredakteur Alexander Görlach unser Gast.

FINAAAAAALE fürs Livestreaming-Buch: Bloggercamp.tv-Sendung heute um 16 Uhr

Livestreaming Buchcover

Ob Deutschland bei der Fußball-WM in Brasilien ins Finale kommt, steht in den Sternen. Bislang hat noch nie eine europäische Mannschaft in Südamerika den Weltpokal gewonnen. Schlechtes Omen. Für unser Livestreaming-Buch gehen wir jetzt in die finale Phase. Hannes und haben sich jeweils zehn Kapitel vorgeknöpft, so dass wir auf rund 250 Seiten kommen mit allem, was mit über Jedermann-TV wissen muss. In unserer Nachmittagssendung gehen geben wir noch einmal einen Ausblick auf das Opus. Es erscheint im September und kann bei Amazon schon vorbestellt werden. Unten findet Ihr die Arbeitstitel der Kapitel, die wir geschrieben haben. Ich selbst werde über Pfingsten die letzten Ergänzungen machen und mein Skript Ende nächster Woche abliefern. Hannes hat wohl morgen seinen finalen Schreibtag. Wer noch etwas beitragen will, sollte sich schnell melden oder vielleicht sogar direkt in die heutige Sendung gehen – ist ein wenig kurzfristig, aber wir lieben Spontaneität.

Ich hätte dann noch am Donnerstag und Freitag die Möglichkeit, mit Euch Hangout on Air-Interviews zu führen. Einfach melden per Mail: gunnareriksohn@gmail.com.

Hier die Kapitel, die sich in der Schlussphase noch etwas verändern werden:

  1. Die TV-Autonomen kommen; Live-Übertragungen – Die Königsdisziplin des Fernsehens ist heute für Jeden machbar; Was braucht man heute um live zu streamen Equipment Technik Kosten; Auf was ist zu achten (Checkliste) Einstellungen; Die Sendung; Vorbereitung; Inhalt Dauer Dramaturgie; Abschnitte Opener / Jingle / Begrüßung / Diskussion / Abschluss Fazit / Hinweis auf die nächste Sendung – Orte.
  2. Jedermann-Fernsehen jenseits vom Massenmarkt; Jeder kann zum Sender werden – Nischen-Fernsehen statt Massenbespassung; Das Fernsehen braucht das Internet – Das Internet braucht das Fernsehen nicht; Zielgruppe Publikum; Bekanntmachung Werbung für die Sendung; Weniger ist mehr Die richtigenund wichtigen Zuschauer sind entscheidend Social Media TV nicht Massenwerbung mit Streuverlusten; Der Marketing Effekt Zuschauer fassen Vertrauen zu den Personen in der Sendung offen für Empfehlungen; Etablierung als Experte über Bewegtbild Höhere Glaubwürdigkeit und Professionalität durch Live-Charakter; Neue Formate – Experimente.

  3. Die besseren Talkshows – Gesprächskultur im Netz, Frische Gäste – frische Formate – Graswurzel-Talk-Kultur; bei Jauch und Co sitzen immer die selben Nasen; Abtesten der Gäste, ob die auch gut rüber kommen. Maulfaule sind kontraproduktiv

  4. Wie wir Kanzlerin Merkel besiegten – Livestreaming und der Rundfunkstaatsvertrag; Überkommene Gesetze – Analoger Rundfunkstaatsvertrag und das Neuland Internet;
    Wie uns in Deutschland föderale Strukturen und Gesetze ausbremsen; Gesetzeslage Rundfunkstaatsvertrag und das föderale Recht der Länder; Rechtliche Rahmenbedingungen und Grauzone; Fall Merkel und die Konsequenzen daraus

  5. Eine bewegende Bilderwelt: Von Gutenberg zur neuen Mündlichkeit im Netz; Streaming und Videos ersetzen und ergänzen lange Texte; YouTube ist die zweitgrößte Suchmaschine.

  6. Mobiler Journalismus mit Google Glass; Das Fernsehstudio in der Hosentasche oder auf der Nase; Das Smartphone ersetzt heute ein komplettes Fernsehstudio die Miniaturisierung schreitet voran; Wearable Devices wie die Google Glass werden die bunten Täfelchen ablösen und völlig neue Eindrücke von Ereignissen mit erleben lassen.

  7. Live-Drohnen: Bewegtbilder im Überflug; Miniaturisierung der Technik ermöglicht Live-Aufnahmen aus der Luft. Wie man mit wenig Geld eine Live-Übertragung in HD aus der Luft machen kann.

  8. Vom Ende der Hochglanz-Kommunikation: Warum Unternehmen eine erweiterte Medienkompetenz benötigen; Live ist glaubwürdiger – Kommunikation mit der Zielgruppe auf Augenhöhe
    Reisekosten sparen Pressekonfernzen via Hangout on Air.

  9. Über Kundenservice in Echtzeit; Service live und in Echtzeit – Zeigen statt erklären; Was einem Kunden hilft, können andere danach auch sehen. Live zeigen und dann zur Verfügung stellen.

  10. Ein Blick unter die Motorhaube: Wie Livestreaming funktioniert; Streaming-Technologie im Internet – Plattformen für Livestreaming.

  11. Vom Nutzen der synchronen und asynchronen Kommunikation; Live senden und gleichzeitig aufzeichnen – der Zuschauer entscheidet wann er konsumiert. Schneller kann man ein YouTube Video nicht erstellen. Vor- und Nachteile einer Live-Sendung in YouTube.

  12. Virtuelle Bierproben, Kuhstall-TV und andere Medien-Experimente; Ungewöhnliche Ideen und neue Medienformate – Was man alles daraus machen kann und könnte. Anregungen zu kreativem Nachdenken und Ausprobieren.

  13. Radiomacher auf Youtube; Der Ton bestimmt die Qualität – Live-Sendungen ohne Bild; Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht? Wie wir auf die Idee kamen Live-Radio über YouTube zu machen.

  14. Yoga geht auch virtuell; Weiterbildung und How-To Sendungen zum Lernen und Nachmachen; Live-Helpouts oder wie man im Netz zum Spezialisten wird.

  15. Bolzplatzhelden als Fußball-Kommentatoren; Virtuelle Stammtische und Besprechungen – Wie man Mashups mit Livestreaming macht.

  16. Quick-and-dirty-Technik: Smartphone oder Ultrabook statt Ü-Wagen; Kleines und flexibles Equipment ermöglicht schnelle flexible Live-Formate
    Am Beispiel von AGRITECHNICA.TV erklärt wie man in 3 Tagen 20 Sendungen mit 40.000 Abrufen mit 2 Mann generiert.

  17. Das eigene Nachrichten-Studio Greenscreening mit einfachen Mitteln;Teure Technik mit Software ersetzen ermöglicht Fernsehstudio Atmosphäre; BoinxTV und Wirecast Bildmischer am iPad.

  18. Vorbereitung ist alles – Technikcheck für Teilnehmer; Rückkopplungen, Krachmacher, Dark Vaders und andere Live-Probleme; Was alles schief gehen kann, wenn man live sendet. Ausfall von Geräten und Internetverbindungen. Warum das Graswurzel-TV teuer wird, wenn der Anspruch an Ausfallsicherheit und Aussehen steigt.

  19. Den Zuschauer einbinden – Wie klassisches Fernsehen die neuen Möglichkeiten einsetzen kann; Rundshow, Huffington Post, Sarah Hill, Aktuelles Sportstudio.

  20. Live senden ist ein Handwerk – Deshalb gilt üben üben üben!

Man hört und sieht sich um 16 Uhr.

Was wir so vorhaben in unserem Livestreaming-Buch (Hanser Verlag)

StreamCamp-Geplauder
StreamCamp-Geplauder

In der Bloggercamp.tv-Sendung um 11 Uhr haben wir ausführlich unser Konzept für das Livestreaming-Buch vorgestellt und erläutert.

Der Autorenvertrag ist unterschrieben, die zeitlichen Vorgaben halten wir ein, so dass unser Opus im Hanser-Verlag erscheinen kann. Im April wollen wir das Werk in die entscheidende Phase bringen, noch einiges recherchieren, Interviews führen, Material auswerten, um dann im Mai und Juni den Feinschliff vorzunehmen. 20 Kapitel müssen Hannes und ich bewältigen. So schauen sie aus:

Die TV-Autonomen kommen – Live-Übertragungen – Die Königsdisziplin des Fernsehens ist heute für jeden machbar
Was braucht man heute um live zu streamen Equipment Technik Kosten
Auf was ist zu achten (Checkliste) Einstellungen
Die Sendung
Vorbereitung
Inhalt Dauer Dramaturgie
Abschnitte Opener / Jingle / Begrüßung / Diskussion / Abschluss Fazit / Hinweis auf die nächste Sendung
Orte

Jedermann-Fernsehen jenseits vom Massenmarkt
Jeder kann zum Sender werden – Nischen-Fernsehen statt Massenbespassung
Das Fernsehen braucht das Internet – Das Internet braucht das Fernsehen nicht
Zielgruppe Publikum
Bekanntmachung Werbung für die Sendung
Weniger ist mehr Die richtigenund wichtigen Zuschauer sind entscheidend Social Media TV nicht Massenwerbung mit Streuverlusten
Der Marketing Effekt Zuschauer fassen Vertrauen zu den Personen in der Sendung offen für Empfehlungen
Etablierung als Experte über Bewegtbild Höhere Glaubwürdigkeit und Professionalität durch Live-Charakter
Neue Formate / Experimente möglich

Die besseren Talkshows – Gesprächskultur im Netz
Frische Gäste frische Formate – Graswurzel-Talk-Kultur
Bei Jauch und Co sitzen immer die selben Nasen
Abtesten der Gäste, ob die auch gut rüber kommen. Maulfaule sind kontraproduktiv

Wie wir Kanzlerin Merkel besiegten – Livestreaming und der Rundfunkstaatsvertrag
Überkommene Gesetze – Analoger Rundfunkstaatsvertrag und das Neuland Internet
Wie uns in Deutschland föderale Strukturen und Gesetze ausbremsen
Gesetzeslage Rundfunkstaatsvertrag und das föderale Recht der Länder
Rechtliche Rahmenbedingungen und Grauzone
Fall Merkel und die Konsequenzen daraus

Eine bewegende Bilderwelt: Von Gutenberg zur neuen Mündlichkeit im Netz
Streaming und Videos ersetzen und ergänzen lange Texte

Mobiler Journalismus mit Google Glass
Das Fernsehstudio in der Hosentasche oder auf der Nase
Das Smartphone ersetzt heute ein komplettes Fernsehstudio die Miniaturisierung schreitet voran. Wearable Devices wie die Google Glass werden die bunten Täfelchen ablösen und völlig neue Eindrücke von Ereignissen mit erleben lassen

Live-Drohnen: Bewegtbilder im Überflug
Miniaturisierung der Technik ermöglicht Live-Aufnahmen aus der Luft. Wie man mit wenig Geld eine Live-Übertragung in HD aus der Luft machen kann.(1800 Euro)

Vom Ende der Hochglanz-Kommunikation: Warum Unternehmen eine erweiterte Medienkompetenz benötigen
Live ist glaubwürdiger – Kommunikation mit der Zielgruppe auf Augenhöhe
Pressekonfernzen via Hangout on Air

Kundenservice in Echtzeit
Service live und in Echtzeit
Zeigen statt erklären
Was einem Kunden hilft, können andere danach auch sehen. Live zeigen und dann zur Verfügung stellen.

Ein Blick unter die Motorhaube: Wie Livestreaming funktioniert
Streaming-Technologie im Internet – Plattformen für Livestreaming

Vom Nutzen der synchronen und asynchronen Kommunikation
Live senden und gleichzeitig aufzeichnen – der Zuschauer entscheidet wann er konsumiert. Schneller kann man ein YouTube Video nicht erstellen. Vor- und Nachteile einer Live-Sendung in YouTube

Virtuelle Bierproben, Kuhstall-TV und andere Medien-Experimente
Ungewöhnliche Ideen und neue Medienformate – Was man alles daraus machen kann und könnte. Anregungen zu kreativem Nachdenken und Ausprobieren.

Radiomacher auf Youtube
Der Ton bestimmt die Qualität – Live-Sendungen ohne Bild
Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht? Wie wir auf die Idee kamen Live-Radio über YouTube zu machen.

Yoga geht auch virtuell
Weiterbildung und How-To Sendungen zum Lernen und Nachmachen
Live-Helpouts oder wie man im Netz zum Spezialisten wird

Bolzplatzhelden als Fußball-Kommentatoren
Virtuelle Stammtische und Besprechungen – Wie man Mashups mit Livestreaming macht.

Quick-and-dirty-Technik: Smartphone oder Ultrabook statt Ü-Wagen
Kleines und flexibles Equipment ermöglicht schnelle flexible Live-Formate
Am Beispiel von AGRITECHNICA.TV erklärt wie man in 3 Tagen 20 Sendungen mit 40.000 Abrufen mit 2 Mann generiert.

Das eigene Nachrichten-Studio Greenscreening mit einfachen Mitteln
Teuere Technik mit Software ersetzen ermöglicht Fernsehstudio Athmosphäre.
BoinxTV und Wirecast Bildmischer am iPad.

Vorbereitung ist alles – Technikcheck für Teilnehmer
Rückkopplungen, Krachmacher Dark Vaders und andere Live-Probleme
Was alles schief gehen kann, wenn man live sendet. Ausfall von Geräten und Internetverbindungen. Warum das Graswurzel-TV teuer wird, wenn der Anspruch an Ausfallsicherheit und Aussehen steigt.

Den Zuschauer einbinden – Wie klassisches Fernsehen die neuen Möglichkeiten einsetzen kann
Rundshow, Huffington Post, Sarah Hill, Sportschau

Live senden ist ein Handwerk – deshalb gilt üben üben üben!

Über Anregungen würden wir uns unheimlich freuen. Auch wenn noch irgendetwas fehlt, sind wir für entsprechende Hinweise dankbar. In den nächsten Wochen werden wir noch einige Bloggercamp.tv-Sondersendungen zu unserem Buch machen, um Euch über den Fortgang des Schreibens auf den Laufenden zu halten. Man hört und sieht sich 🙂

Pragmatismus statt Macher-Attitüde: Eine Klugheitslehre nicht nur für Wahlkämpfer #btw13

Über die Kunst des Abwartens
Über die Kunst des Abwartens

Die Spin-Doktoren und Wahlkampfmanager der SPD sollten sich bis zum 22. September noch schleunigst das neue Opus des Publizisten Holm Friebe besorgen und intensiv studieren. Auch Blogger wie Richard Gutjahr könnten einen Blick in das Werk des Geschäftsführers der Zentralen Intelligenz Agentur werfen und aufhören, über die kategorische Langeweile des politischen Wettstreits um den Einzug ins Kanzleramt zu lamentieren.

Dahinter steckt ein Konzept, ein durchdachter Schachzug, eine Strategie: „Die Stein-Strategie – Von der Kunst, nicht zu handeln“. Steinbrück und Co. müssten doch so langsam kapiert haben, wie das vonstatten geht, denn es wiederholt sich das Szenario von 2009. Angie Merkel meidet jegliche Auseinandersetzung. Adressat dieser Einschläferungstaktik ist nicht das schwarze, sondern das rote Lager. Dieser Wählerklientel will man keinen Anlass geben, sich von einer Anti-Merkel-Stimmung an die Urne treiben zu lassen. „Asymmetrische Demobilisierung“ nennen das die Demoskopen der Forschungsgruppe Wahlen. Merkels Dramaturgie folgt dem nüchternen und pragmatischen Habitus des legendären Was-bin-ich-Moderators Robert Lembke, der die Aura eines Fernsehbeamten hatte.

Das Credo der Kanzlerin lautet: Nicht-Handeln, Noch-nicht-Handeln, Später-Handeln. Der SPD-Spitzenkandidat versucht sich zwar abzugrenzen und als Macher zu profilieren. Er findet allerdings keinen Widerhaken bei seiner Gegnerin. Fast wortgleich übernahm der SPD-Herausforderer Peer Steinbrück die Leitplanken von Merkel in sein Wahlkampf-Repertoire und warf der CDU-Politikerin vor:

„Sie sind, Frau Bundeskanzlerin, eine Last-Minute-Kanzlerin. Sie haben eine Neigung zum Nicht-Handeln, Noch-nicht-Handeln, Später-Handeln.“

Dabei haben Steinbrück und seine SPD-Spin-Doktoren nach Ansicht von Friebe verkannt, dass eine solche Attacke Merkel gar nichts anhaben kann, weil Steinbrück damit genau eine ihrer subtilen Stärken zu stigmatisieren versucht.

„Während Steinbrück auf das etwas angestaubte Bild des Politikers als zupackendem Haudrauf mit feurigem Reformeifer referenziert – und sich selbst als solcher in Pose setzt -, bestätigt Merkel, was Frank Parnoy in Wait über die Prokrastinations-Neigung von Spitzensportlern, medizinischen Koryphäen oder auch Investment-Genies herausgefunden hat: ‚Top-Profis versuchen, genau zu verstehen, wie viel Zeit sie für eine Entscheidung zur Verfügung haben, um dann innerhalb dieses Zeitrahmens so lange zu warten wie irgend möglich’“, schreibt Friebe.

Da Politik sowieso ein zähes, langwieriges und zeitraubendes Überzeugungsgeschäft ist und aus dem Bohren dicker Bretter besteht (Max Weber), fehlt es den hemdsärmeligen Sprücheklopfern in Macher-Pose häufig an Glaubwürdigkeit. Etwas weniger auf die Sahne hauen, etwas realpolitischer argumentieren und auf die Schwierigkeiten der Umsetzung verweisen. Patentrezept-Rhetorik hat eine zu kurze Halbwertzeit – auch das durchschauen die Wählerinnen und Wähler. Deshalb muss ich mir allerdings keine Wahlkampf-Rede von Merkel antun.

In Bonn machte ich mit meiner Frau einen großen Bogen um die CDU-Großveranstaltung auf dem Marktplatz und genoss bei einem guten Italiener eine würzige Portion Spaghetti Arrabiata – ein echter Wachmacher. Auch das Holm Friebe-Buch ist nicht einschläfernd. Im Gegenteil. Aber das erkläre ich morgen in meiner The European-Kolumne. Bertolt Brecht und Walter Benjamin werden auch mit von der Partie sein.

Siehe auch:

„Meine Wahl – An einem Tisch mit Angela Merkel“: Kuschelrock mit der Kanzlerin.