Zukunft der Ernährung: Friedrich Büses Plädoyer für ein Umdenken in der Lebensmittelindustrie – Sohn@Sohn-Adhoc-Sendung am Dienstag, 9. Januar, 12 Uhr #Fleischkonsum, #Umwelt, #Ernährungsgewohnheiten, #CO2Emissionen, #pflanzenbasierteProdukte, #Ernährungsindustrie

So etwas sollte man wissen.

In der neuesten Episode unserer Diskussionsreihe bei Sohn@Sohn-Adhoc widmen wir uns einem Thema, das in seiner Dringlichkeit kaum zu überschätzen ist: der Schnittstelle von Ernährung, Nachhaltigkeit und dem bewussten Konsum. Friedrich Büse, ein Experte auf dem Gebiet der nachhaltigen Lebensmittelproduktion, gibt uns in einem spannenden Interview tiefe Einblicke in die komplexe Welt der Nahrungsmittelindustrie und die Herausforderungen, denen wir uns als Gesellschaft stellen müssen.

Die Diskrepanz zwischen der immensen Belastung, die die Fleischproduktion für unsere Umwelt darstellt, und dem allgemeinen Verbraucherbewusstsein wird in erschreckenden Zahlen greifbar. Die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch zieht nicht nur einen CO2-Ausstoß von 100 Kilogramm nach sich, sondern verbraucht auch 130 Kilogramm pflanzliche Nahrung und 260 Liter Wasser. Büse macht deutlich, dass diese Werte noch nicht einmal den gesamten Ressourcenverbrauch entlang der Wertschöpfungskette abbilden. Eine ehrliche Auseinandersetzung mit diesen Zahlen offenbart die enorme Belastung der Umwelt durch die Fleischindustrie.

Büse betont, dass der Informationsüberfluss der modernen Gesellschaft und die Neigung, unangenehme Wahrheiten zu verdrängen, es uns erschweren, klimabewusst zu handeln. Er plädiert dafür, dass Informationen auf eine Weise kommuniziert werden müssen, die es den Menschen ermöglicht, bewusste Entscheidungen zu treffen. Neue Kennzeichnungssysteme wie der Nutri-Score und der angekündigte Eco-Score könnten hierbei eine entscheidende Rolle spielen, indem sie die Umweltauswirkungen von Lebensmitteln transparent machen.

Die Politik darf bei der Lösung dieser globalen Herausforderung nicht außen vor bleiben. Büse appelliert an die Schaffung politischer Rahmenbedingungen, die die Verbraucher zu nachhaltigerem Konsum anleiten. Er schlägt vor, dass ein effektives Steuersystem eingeführt wird, das gesunde und umweltfreundliche Lebensmittel begünstigt und ungesunde, umweltschädliche Optionen stärker besteuert. Angesetzt werden muss aber direkt beim Ressourcen-Verbrauch.

Büse ist überzeugt, dass pflanzenbasierte Produkte immer mehr an Beliebtheit gewinnen und dass die Lebensmittelindustrie sich in einem rasanten Transformationsprozess befindet. Er prognostiziert, dass in den nächsten Jahren innovative und schmackhafte Produkte entwickelt werden, die nicht nur den Geschmack der Menschen treffen, sondern auch zur Erreichung der Klimaziele beitragen werden.

Wir stehen an der Schwelle zu einem tiefgreifenden Wandel, der sowohl Herausforderungen als auch Chancen birgt. Die Frage, die wir uns alle stellen müssen, ist nicht nur, wie wir diesen Wandel gestalten, sondern auch, wie wir jeden Einzelnen dazu befähigen können, Teil der Lösung zu sein.

Einschalten am Dienstag, 9. Januar, 12 Uhr. Auf LinkedIn und im Multistream auf meinen Accounts bei YouTub, Twitter-X und Co.

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Ich sage Dankeschön, für die vielen Geburtstagswünsche

An dieser Stelle möchte ich mich für die vielen lieben Geburtstagswünsche bedanken, die mich via Telefon, Videos, Messenger und Social-Media-Plattformen erreicht haben.

War ein toller Tag gestern, wie überhaupt die ganze Weihnachtszeit.

Kater Odin war am 3. Januar auch dabei.

So kann es weitergehen 🙂

man holding champagne glass and balloon

Wie wird 2024? Future Lounge der D2030-Initiative

Welch ein Jahr – zwischen vermaledeitem Heizungshammer, dem dunklen Haushaltsloch und der unentschiedenen COP 28 in Dubai. Fast täglich ereilen uns vielfältige Nachrichten aus der Welt. Ein guter Grund gemeinsam nachzudenken. Wir möchten mit Dir am 3. Januar 2024 ins Gespräch kommen. Welche Gedanken beschäftigen Dich beim Übergang in das Jahr 2024? Was sind Deine Hoffnungen und Deine Befürchtungen für 2024. Damit wir ins Gespräch kommen, werden wir erstmals unser Partizipationstool (gefördert von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt) zum Einsatz bringen. Wir möchten von Dir erfahren: Was sind Deine Hoffnungen und Deine Befürchtungen für 2024. Damit es „einfacher“ ist, haben wir jeweils sieben vorausgewählt, die Du bitte bewertest. Danach bitten wir Dich, dass Du uns Deine grösste Hoffnung und Deine ärgste Befürchtung mitteilst.

Eventseite auf LinkedIn.

Mehr Hannah Arendt wagen – auch im Management @Haufe_NMP

Management folgt oft, bewusst oder unbewusst, autoritärem Denken. Höchste Zeit, mit Hannah Arendt anders zu denken.

Die Philosophin und politische Theoretikerin Hannah Arendt war in ihrer Präsenz eine Meisterin der Kombinatorik. Sie wusste, dass der Dreiklang von gedrucktem Text, Radio und Fernsehen die Nachhaltigkeit ihrer Botschaft sicherte. Sie nutzte die unterschiedlichen medialen Spielformen als Gelegenheit, ihre Überlegungen zu variieren. „Die Medien gaben ihr die Möglichkeit, verschiedene Perspektiven einzunehmen, die Sehepunkte zu ändern. Dinge, die im wahrsten Sinne des Wortes nicht in die Bücher oder Artikel passten, hatten noch immer dankbare Abnehmer bei den Radiostationen oder umgekehrt“, schreibt Thomas Meyer in seiner vorzüglichen Arendt-Biografie, erschienen bei Piper. Zuweilen ging es darum, dass das von Arendt gewählte Thema Prominenz bekam. „So war es etwa im Falle Walter Benjamins, der selbst sehr viel über Medien und die Veränderung des Denkens nachgedacht hatte. Sie schrieb eine lange Einleitung in eine Werkauswahl, hielt einen von Radio und Fernsehen übertragenen Vortrag über ihn im New Yorker Goethehaus und veröffentlichte eine Variation dieser Überlegungen in der Zeitschrift Merkur“, erläutert Meyer in dem Kapitel Dreiklangdimensionen.

Arendt war nicht nur eine der ersten Medienintellektuellen, sondern ein Medienprofi. Sie verfügte weltweit über ein sehr gut informiertes Netz von Freundinnen, Freunden und Bekannten, die mit ihr und für sie den Markt beobachteten. Das reichte bis zur Höhe von Honoraren, Tantiemen und Resonanz auf das publizierte Œuvre. Erfolge verkaufte Arendt immer als Erfolg der Publikationsorgane und Verlagsmitarbeiter. Zudem war die Philosophin und Publizistin schnell erreichbar, formulierte zugespitzte Thesen, sprach druckreif und man erhielt direkt zitierfähige Antworten. Das Schöne für Medien war der unverwechselbare Arendt-Sound, der sich nicht nur über Radio und Fernsehen, sondern auch in Printbeiträgen vermitteln ließ. Kein überheblicher Ordinarienton, kein Aburteilungsgestus, wie er heutzutage inflationär im Social Web zur Schau gestellt wird, sondern nachdenkliche und kluge Analysen.

„Zu kühn, um weise zu sein“

„Arendts Aufstieg in den amerikanischen intellektuellen Zirkeln hatte mit ihrer Fähigkeit zu tun, die Situationen ergriffen zu haben, die sich ihr boten. Zufälle ebenso anzuerkennen und zu nutzen wie die Möglichkeiten, die sich durch ihre Arbeiten ergaben“, so Meyer. Ihre öffentliche Anerkennung erhöhte sich mit jedem Artikel, jedem Buch, jeder Zeile, die über sie geschrieben wurde.

Ihre Wirkmächtigkeit drückte der Politikwissenschaftler Dolf Sternberger sehr gut aus: „Sie war zu kühn, um weise zu sein.“ Im „kleinen Eckladen des Denkens“, den sie „querab von der Zeit“ betrieb, wie sie mit Vorliebe sagte, war sie glücklich über jeden Beistand, der ihr zuteil wurde, doch mußte er aus der Freiheit des Urteilens kommen: „Wo von geistigen Lagern die Rede ist, herrscht meistens der Ungeist“, sagte sie.

Sie sei weder links noch rechts, weder liberal noch prinzipienstreng und glaube nicht einmal an irgendeinen Fortschritt – sei es in der Moral, sei es im Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse. Selbst Theorien seien häufig nur pompöse Masken für dürre Köpfe, die auf dem intellektuellen Karneval herumspringen.

Nicht wenige hielten sie für unberechenbar, und ein gemeinsamer Freund äußerte bei Gelegenheit, sie sei für eine Philosophin allzu launisch. Ihren intellektuellen Einfluss aber könnten wir heute gut gebrauchen, in der Politik, in der Gesellschaft und in der Wirtschaft.

Immerwährendes Hinterfragen

Wolf Lotter sieht mit Blick auf Arendt die Notwendigkeit einer permanenten Inventur. Diese Inventur muss deshalb erst einmal die Kultur in den Blick nehmen, ganz so, wie es Arendt in ihrer „Vita Activa“ aus dem Jahr 1958 tat: Der Arbeitsgesellschaft, so prophezeite sie darin, werde die Arbeit ausgehen, und damit die einzige Tätigkeit, auf die sie sich noch versteht. „Die Folgen sind immer deutlicher spürbar. Wer heute den Fachkräftemangel beklagt, hat nicht verstanden, was diesen Mangel neben dünnen Geburtsjahrgängen noch auslöst: dass immer weniger eine schwere, monotone Routinearbeit machen wollen. Die Wissensgesellschaft braucht ein anderes Konzept von Organisationen, von Kultur, Arbeit und Leistung, von Innovation und Fortschritt, Politik, Teilhabe und Selbstbestimmung als bisher. Begriffe, die wir sorglos benutzen und die für uns ganz normal sind, müssen neu definiert werden. Damit haben wir noch nicht einmal ansatzweise begonnen. Dafür ist es wichtig, klar, nüchtern und pragmatisch vorzugehen. Es ist wichtig, auch empirisches Wissen dort zu sammeln, wo es um Diversität geht. Denn noch wird die – man kann es nicht oft genug sagen – durch die Brille derer gesehen, die Wissensgesellschaft und selbstbestimmte Arbeit ablehnen oder zumindest nicht verstehen. Aus deren Perspektive wirken alle anderen und alles andere als gestört“, schreibt Wolf Lotter in seinem neuen Opus „Die Gestörten“.

Ausführlich nachzulesen in meiner New-Management-Kolumne bei Haufe.

timelapse photography of fireworks

Happy New Year #2024? Bin optimistisch und gut gelaunt – Ängste, Befürchtungen und das Spiegelbild der veröffentlichten Meinung #FutureLounge

In der ersten Futures Lounge des Jahres am 3.1. wirft die D2030-Initiative einen Blick auf Hoffnungen und Ängste, die unseren Start in’s Jahr 2024 prägen.

Teile Deine Hoffnungen und Ängste in dieser Umfrage: https://lnkd.in/ewyRh2xN
Nimm am Event teil: https://lnkd.in/d-YMGR76
Erfahre mehr über unser neues, inklusiveres Umfragetool: https://lnkd.in/dyV56Uvg
Oder speichere Dir den Zoomlink für das Event ab: https://lnkd.in/edj7R_Dj

So weit, so gut. Hier meine Einschätzung der Lage:

Die Hoffnungen und Ängste sind häufig nur eine Projektion der veröffentlichten Meinung. Fragt man nach Dingen, die man selbst erlebt hat und überprüfen kann, dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Etwa die wirtschaftliche Lage. Die eigene wirtschaftliche Lage wird seit dem Ende der Finanzkrise 2009 kontinuierlich als gut gewertet. Die Werte schwanken bei den Befragungen der Forschungsgruppe Wahlen zwischen 50 und 70 Prozent. Nur jeder zehnte Befragte sieht seine wirtschaftliche Lage zwischen 2009 und 2023 schlecht.

Durch den Angriff von Russland auf die Ukraine, durch die Inflation und eine leichte technische Rezession, die wir seit Ende des vergangenen Jahres erleben, gibt es wieder Nahrung für mehr Pessimismus. Das hinterlässt Spuren bei der Beurteilung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage: Seit vier Befragungswellen ist die Fernsicht auf den Status quo der Volkswirtschaft in Deutschland kritisch. Das doppelte Meinungsklima schlägt wieder zu wegen der Dominanz eines negativen Medientenors. „Die mediale Verzerrung der Wirklichkeit lässt sich in vielen Bereichen des Alltags ständig beobachten“, sagt Edgar Piel, der frühere Sprecher des Instituts für Demoskopie Allensbach: Etwa beim Vertrauen in die Politik oder bei der Einschätzung von Stress und Glücksgefühlen in der Politik. „In fast allen Bereichen gibt es das doppelte Meinungsklima: die eigene Situation wird mehrheitlich gut beurteilt, aber man fühlt die eigene Situation als Ausnahme, weil man das Allgemeine ja nur aus den Medien kennt – und glaubt“, erläutert Piel. Dieses Phänomen eines „doppelten Meinungsklimas” müsste zur Grundausbildung von Journalisten gehören, stört aber in der Praxis doch sehr bei der Zeichnung und Dramatisierung von Stimmungsbildern. Siehe auch: Mittelstand im innovativen Aufschwungmodus – Medientenor leider nicht.

Es gibt doch sehr viele Gründe für Optimismus: So waren Im Jahresdurchschnitt 2023 rund 45,9 Millionen Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Das waren so viele wie noch nie seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990. Nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) stieg die jahresdurchschnittliche Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um 333 000 Personen (+0,7 Prozent). Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte damit einen neuen historischen Höchststand, nachdem bereits im Jahr 2022 der vormalige Höchstwert aus dem Jahr 2019 (45,3 Millionen Personen) um 320 000 überschritten worden war. Eine Ursache für die Beschäftigungszunahme im Jahr 2023 war die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte. Hinzu kam eine gesteigerte Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung. Diese beiden Wachstumsimpulse überwogen die dämpfenden Effekte des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt, der mittelfristig zu einem deutlichen Rückgang der Bevölkerung im Erwerbsalter führen dürfte. Also gute Gründe für Zuversicht.

Oder schlichtweg Pragmatismus, wie ihn Andreas Eschbach zum Ausdruck gebracht hat: „(Z)u allen Zeiten suchen die Menschen das Paradies, aber was immer sie auch anstellen, das Leben wird immer dieses seltsame Chaos bleiben, das man nie ganz zu fassen kriegt. Immer wird es Freude geben und Leid, immer Geburt und Tod: zu allen Zeiten wird man Niederlagen und Heimtücke und Hass kennen – aber auch Siege, Ehrlichkeit und Liebe ….“. Nachzulesen in: „Der Mann aus der Zukunft“ in dem Eschbach-Band „Eine unberührte Welt“. Hinweis von Professor Lutz Becker in einem ichsagmal.com-Kommentar.

Um wieder in den Aufschwung-Modus zu kommen, brauchen wir übrigens mehr Optimismus. Darauf hat der Informatik-Professor Karl Steinbuch bereits 1979 hingewiesen. Steinbuch berechnete, dass eine seit 1949 jeweils zum Jahresende vom Institut für Demoskopie Allensbach gestellte Frage „Sehen Sie dem neuen Jahr mit Hoffnungen oder Befürchtungen entgegen“ in dem Prozentsatz der Antworten „mit Hoffnungen“ der Entwicklung des realen Bruttosozialprodukts vorauseilt. Der Verlauf des Optimismus folge nach Erkenntnissen von Steinbuch wie das Wachstum des Bruttosozialprodukts Zyklen mit einer Dauer von etwa vier bis fünf Jahren und der Optimismus in der Bevölkerung hinke nicht hinter der Konjunktur her, sondern gehe ihr voraus: Zuerst Optimismus, dann Wachstum.

Bei den Hoffnungen liegen wir in Deutschland nach den Umfragen des Instituts für Demoskopie Allensbach ungefähr auf dem Niveau von 1950 zur Zeit des Korea-Krieges. Das war der Tiefpunkt, dann ging es wieder steil bergauf – mit den Hoffnungen und mit der Konjunktur.

Bislang folgten nach den Tiefpunkten recht steile Anstiege bei den Hoffnungen.

Kritiker und Werbungstreibende schwimmen in der gleichen Cookie-Sauce der Übertreibungen

Persönliche Daten werden immer mehr zu einer Handelsware, an der private Unternehmen mehr Interesse haben als der Staat. Um Bürgerinnen und Bürger vor einem Ausverkauf dieser Daten zu schützen, bedarf es einer modernen Datenschutzstrategie. Deshalb klagt und streitet man gegen alles, was im Netz in Richtung Werbung geht. Ständig sind irgendwelche üblen kommerziellen Interessen im Spiel, die die Macht DER KONZERNE stärken und den STAAT schwächen. So hört sich die Schallplatte häufig an, wenn es um Marketing und Werbung im Netz geht. Wie schlimm. Ohne Werbung hätte es klassische Medien nie gegeben. Selbst der öffentlich-rechtliche Rundfunk und seine GmbH-Tochtergesellschaften sind darauf angewiesen.

Niemand sollte sich aufschwingen, sich als Aufseher meiner privaten Daten zu inszenieren – weder die Datenschützer noch irgendwelche anderen netzpolitischen Bedenkenträger. Dahinter steckt ein merkwürdiges Menschenbild oder vielleicht gar eine hysterische Projektion: Die Angst vor der Manipulation von bösen Mächten. Das ist Gedankengut von vorgestern: „1957 war Vance Packards Buch ‚Die geheimen Verführer‘ erschienen und prägte die Vorstellung eines ohnmächtigen, von Medien und Werbung wie eine Marionette geführten Konsumenten“, schrieb Peter Glaser vor einigen Jahren.

Diese Leitvorstellung hält sich bis heute. Allerdings hatte selbst in den 1970 Jahren das angebliche Medienopfer mit der Fernbedienung längst ein bedeutendes Machtinstrument in der Hand. Für Werbetreibende und Programmgestalter wurde der Mediennutzer zu einem potenziell treulosen Wesen. Mit dem Internet hat sich die Kanalvielfalt und die Bewegungsfreiheit der Nutzer ins Millionenfache erweitert. Vor allem: Wenn an irgendeiner Stelle zensiert, manipuliert oder intransparent gefiltert wird, wird darüber nicht mehr nur in herkömmlichen Massenmedien berichtet, sondern auch in den zahllosen neuen Meinungsblasen im Netz – von kleinen Kommentarfeldern bis hin zu großen Blogs und sozialen Netzen. Und wenn mir meine Lieblingsmarke für Herrenbekleidung etwas für den Sommer anzeigt und ich das Teil auch kaufe, ist es eher Ausdruck meiner privaten Vorlieben und nicht Belegt für die Macht der Werbung. Kritiker und Werbungstreibende schwimmen in der gleichen Cookie-Sauce der Übertreibungen. Bei letzteren braucht man sich nur die angeblichen Erfolgsmeldungen von SEO- und SEA-Kampagnen anschauen. Da wird mit Erfolgszahlen gelogen, dass sich die Schwarte kracht. Das sollte der Chaos Compter Club mal analysieren.

Gleiches gilt für die Prediger von Big-Data-KI-Systemen. Auch da wird an Welterklärungsmaschinen gebastelt, wie am Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts: Damals hofften Ökonomen, Wirtschaftsstatistiken nutzen zu können, um zeitlose Gesetzmäßigkeiten des Konjunkturzyklus zu identifizieren. Etwa der Harvard-Index. „Amerikanische Unternehmer hofften, dass die neue Methode staatliche Eingriffe in die Wirtschaft überflüssig machen werde. In Europa träumte man auf Initiative des Völkerbunds davon, den Harvard-Index zu einem ‚Weltbarometer‘ auszubauen, das internationale Kooperation fördern und künftigen Kriegen entgegenwirken sollte“, schreibt Laetitia Lenel in einem Beitrag für die FAZ. Wir wissen ja, wie das Ganze dann ausgegangen ist.

Das erinnert ein wenig an Delphi, wo sich die berühmteste griechische Orakelstätte befand. Dort erteilte die Priesterin Pythia in ekstatischem Rausch auf einem Dreifuß sitzend ihre scheinbar widersinnigen Orakel, zu denen sie Apollon inspirierte. Die Antworten von Pythia wurden in Versen verkündet und zumeist zweideutig formuliert. Ähnlich kryptisch klingen die Verheißungen und Warnungen von selbsternannten DATEN-EXPERTEN.

Weltsimulatoren sollen durch Echtzeitanalyse den epidemischen Weg von Schweinegrippen-Viren vorausberechnen. Es sollen Empfehlungen zur Bewältigung des Klimawandels und Frühwarnungen ausgespuckt werden – selbst Befunde zur Bewältigung von Finanzkrisen stellen die Konstrukteure von
Simulationsrechnern in Aussicht. Bei der Vorhersage der Inflation hat das ja wieder super gut geklappt – NICHT.

Die Prognose-Systeme versagen fast immer. Analysten und netzpolitische Bedenkenträger erleben in schöner Regelmäßigkeit Tiefschläge wie Krösus, der gegen Persien in den Krieg ziehen wollte und das Orakel von Delphi um Rat fragte. Die Pythia antwortete ihm, wenn er nach Persien zöge, würde ein großes Reich zerstört werden. Krösus war begeistert von der Antwort und zog gleich mit seinem Heer los. Leider war das große Reich, das dabei zerstört wurde, sein eigenes. Pech gehabt.

Der bemerkenswerte Wandel der ökonomischen Prognostik @LaetitiaLenel @ProfHolm #DigitalX

Die ökonomische Prognostik hat nach Ansicht von Laetitia Lenel im Laufe des 20. Jahrhunderts einen bemerkenswerten Wandel durchlaufen, der sowohl die enttäuschten Erwartungen als auch die Bedeutung der Prognostik erklärt. Anstatt eine unabhängige Zukunft korrekt vorherzusagen, wird die ökonomische Prognostik heute genutzt, um die Zukunft aktiv mitzugestalten. Also normativ vorzugehen, was ja von vielen immer in Abrede gestellt wird.

Ursprünglich hofften Ökonomen, durch den Ausbau der ökonomischen Statistik zeitlose Gesetzmäßigkeiten des Konjunkturzyklus zu identifizieren. Prognoseinstrumente wie der Index of General Business Conditions wurden entwickelt, um Daten der Vergangenheit zu nutzen und statistische Relationen in die Zukunft zu projizieren. Doch schon früh zeigte sich, dass die Zukunft anders verlief als prognostiziert. Das Harvard Committee reagierte darauf mit einem Methodenwandel und begann, ihre Prognosepraxis auf dem Wissen über die Erwartungen politischer und wirtschaftlicher Akteure aufzubauen.

Konjunkturforscher griffen diese Prognosetechnik auf und nutzten Umfragen, um die Erwartungen von Konsumenten und Unternehmern zu erfassen. Dabei stellten sie fest, dass die Zukunft nicht nur von den Erwartungen abwich, sondern dass die Akteure auch ihre Pläne nicht wie angegeben umsetzten. Dies führte zur Erkenntnis, dass ökonomische Akteure ihre Erwartungen kontinuierlich an die Erwartungen anderer Akteure anpassen. Formulierte Wilhelm Röpke schon Anfang der 1930er Jahre.

Die Prognostik hat sich somit von einem Instrument der Voraussage zu einem interaktiven Koordinationsinstrument gewandelt. Prognosen bieten wirtschaftlichen Entscheidungsträgern einen gemeinsamen Erwartungshorizont und können so Unsicherheit reduzieren. Sie erfüllen damit eine wichtige wirtschaftliche Funktion, da ökonomisches Handeln auf Erwartungen über die Zukunft basiert. Prognosen können Investitions- und Konsumentscheidungen stabilisieren und Vertrauen wiederherstellen. Das sollten die Konjunkturforscherinnen und Konjunkturforscher in aller Offenheit bei all den inszenierten Auftritten in der Bundespressekonferenz in Berlin auch mal sagen.

Einer Aussage von Lenel im Beitrag für den Wissenschaftsteil der FAZ widerspreche ich allerdings: „Mit den Wachstums- und Inflationsprognosen für das Jahr 2022 lagen ökonomische Experten gründlich daneben.“ Das gilt sicherlich für Marcel Fratzscher, EZB-Chefin Legarde und Co. Nicht aber für Professor Holm und Sohn – also icke.

Was schrieb ich im Sommer 2021:

Ökonomie im Lieferketten-Stress – Bekommen wir eine dauerhafte Inflation? Der Präsident des  Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung  (DIW), Marcel Fratzscher, ist Sorgen wegen der aktuell hohen Inflation entgegengetreten. Derzeit gebe es letztlich eine Normalisierung von den gefallenen Preisen in der Corona-Krise im vergangenen Jahr, sagte Fratzscher im Deutschlandfunk. Wenn man das über zwei Jahre vergleiche, sei das völlig konsistent mit der Preisstabilität. „Wir sehen also eine willkommene Normalisierung der Preise“, so der Ökonom. Es sei zudem relativ wahrscheinlich, dass die Preissteigerung im nächsten Jahr wieder eher unter zwei Prozent liege und damit unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Inflation werde nur dann zum Problem, wenn sie sich verstetige. Nun, die Frachtkosten pro Container sind von 1.000 Dollar auf teilweise 14.000 Dollar gestiegen. Ähnliche Preisschübe gibt es an den Rohstoffmärkten, in der Produktion, bei Papier, Holz, Autobau, Nutzfahrzeuge. Von einer Normalisierung der Preise kann man nicht sprechen. In den vergangenen Monaten haben besonders die Weltmarktpreise für Rohstoffe insbesondere für Industrierohstoffe stark zugelegt. Nach dem Einbruch im April 2020, ausgelöst durch den ersten globalen Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, sind die Rohstoffpreise kontinuierlich und zum Teil deutlich über das Vorkrisenniveau gestiegen.

Auch die zwischenzeitlich erneut gestiegenen Corona-Infektionszahlen und die Einführung weiterer Lockdown-Maßnahmen konnten den Aufwärtstrend der Rohstoffpreise nicht bremsen. Der HWWI Rohstoffpreisindex stieg im Vergleich vom Dezember 2019 um 32 Prozent. Besonders gravierend ist der Anstieg des Teilindex für Industrierohstoffe, der gegenüber seinem Vorkrisenniveau um mehr als 70 Prozent zulegte und im Mai 2021 sein Zehnjahreshoch überschritt. Als Lieferketten- Stress für die Netzökonomie betitelte ich die Gemengelage auf der Digitalkonferenz Digital X in Köln in einer Session mit dem Logistikprofessor Peter Holm. Den Hauptgrund für den Preisschub sieht Holm im Mangel an Halbleitern, der sich auf die gesamte Produktion von Gütern auswirkt. „Kurzfristig lässt sich dieser Engpass nicht beseitigen“, warnt Holm. Ein Konzern wie VW konnte im ersten Quartal 100.000 Autos nicht produzieren wegen der mangelhaften Verfügbarkeit von Halbleitern. Energiewende, Elektrifizierung und Digitalisierung werden den Bedarf an Halbleitern und den dafür notwendigen Rohstoffen exorbitant steigern.

Hier entsprechende Produktionskapazitäten aufzubauen, wird von der EU zwar forciert, aber es geht nicht schnell genug. „Der Bau solcher Fabriken dauert lange und ist extrem kapitalintensiv“, erläutert Holm. Zu diesem Mangel gesellt sich die Störung der globalen Lieferketten. „So etwas hat man in den vergangenen zwanzig Jahren noch nie gesehen. Das fing mit dem blockierten Suez-Kanal an und ging weiter mit dem Herunterfahren der größten Häfen wie beispielsweise in Shenzhen. Gut 90 Prozent aller Waren werden mit Containern verfrachtet. Alle Elektronikteile, die verschifft werden sollten, stecken im Stau. Als Folge dieser Warteschleifen steigen die Preise. Sie schaukeln sich zur Zeit hoch und werden uns als Konsumenten erheblich belasten“, so Holm. Alles nur eine vorübergehende Krise? Im Wahlkampf waren die Lieferengpässe, die die Konjunktur belasten, kein Thema. Antworten von der Wirtschaftspolitik erhält man auch nicht. In der Netzszene stehen solche Problematik selten auf der Agenda. Das wird sich rächen.

Artikelende.

Und das rächt sich ja nun auch bei der mangelhaften Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. Man hätte früher gegensteuern müssen. Auch die EZB, die nun mit hohen Leitzinsen prozyklisch die Krise verschärft. Da fehlt es an Timing.

Sohn@Sohn-Roundtable beleuchtet Komplexität und Dringlichkeit neuer EU-Verpackungsverordnung

Die Europäische Kommission will bekanntlich die bisherige Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle durch eine Verordnung ersetzen. Dieser Schritt symbolisiert eine tiefgreifende Verschiebung der legislativen Herangehensweise der EU in Sachen Umweltschutz: Im Gegensatz zu Richtlinien, die erst in nationales Recht umgesetzt werden müssen, wären Verordnungen unmittelbar in den Mitgliedstaaten gültig.

Die Neuausrichtung ist eine direkte Reaktion auf die Einschätzung, dass die bisherige Gesetzgebung ihre umweltpolitischen und binnenmarktbezogenen Ziele verfehlt hat.

Die angestrebten Maßnahmen umfassen ambitionierte Ziele: eine Reduktion der Verpackungsabfälle pro Kopf um 19 Prozent bis 2030, EU-weite verbindliche Ziele für die Wiederverwendung oder Wiederbefüllung von Verpackungen und die schrittweise Abschaffung unnötiger Verpackungen.

Ein in Bonn veranstalteter Roundtable, moderiert von Gunnar Sohn und mit den Experten Sascha Schuh (Ascon), Stefan Scheibel (Multivac), Thomas Morgenstern (Tomra) und Heino Claussen (R-Cycle), beleuchtete die Komplexität und die Dringlichkeit des Themas. Die Statements verdeutlichten die vielschichtigen Herausforderungen, die mit der Umsetzung dieser ambitionierten Ziele verbunden sind. Besonders hervorgehoben wurden die Bedeutung der Innovationsförderung und die Rolle der Digitalisierung im Recyclingprozess.

Die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen stellen nicht nur eine regulatorische Veränderung dar, sondern signalisieren auch einen Kulturwandel in der europäischen Wirtschaftspolitik. Durch die direkte Umsetzung von Verordnungen auf EU-Ebene wird eine einheitlichere und effektivere Herangehensweise im Umgang mit Umweltfragen angestrebt.

Der Roundtable untermauerte, dass eine erfolgreiche Umsetzung dieser Verordnung eine enge Zusammenarbeit zwischen Industrie, Technologieanbietern und politischen Entscheidungsträgern erfordert. Das reicht bis zu mittelständischen Recycling- und Sortierbetrieben. Gerade in der Sortiertechnologie muss mehr passieren.

Diese Gesprächsrunde zählt zu den Top-Stories 2023.

Die besten Beiträge auf ichsagmal.com in 2023: Eine Zusammenfassung

Die Top-Storys des Jahres auf ichsagmal.com: Von erfolgreichen Messen über innovative Recycling-Verfahren bis hin zu neuen Berufen in der digitalen Ära. Erfahrt, welche Beiträge die Leser am meisten begeistert haben und warum sie auch für Euch interessant sein könnten.

Mit den vielen Abonnenten und Fans von unserem Blogprojekt ist es immer wieder eine Freude, auf die Top-Storys des Jahres zu blicken. 2023 gab es insgesamt einen deutlichen Zuwachs bei den Abrufen auf ichsagmal.com. Das liegt wohl auch an den ganzen Eskapaden bei den Betreibern der privatisierten Plattformen, die zur allgemeinen Social-Media-Müdigkeit beitragen.

Kommen wir nun zu den beliebtesten Beitrag auf ichsagmal.com in den vergangenen zwölf Monaten – nicht berücksichtigt werden Dauerbrenner wie „Über mich“ oder Beiträge über das nicht mehr vorhandene Schornsteinfeger-Monopol oder Gesundheitstipps in den kallten Wintertagen wie „Radikalenfänger machen gesund: Trinke ab sofort jeden Tag einen Ingwer-Cocktail“.

Klar vorne:

Messe lebt: Neue Partnerschaften, neue Formate, neue Rekorde bei den Live-Sessions im Messe-TV-Studio, euphorische Aussteller, alle Stages sind förmlich überrannt worden, neue Reichweiten durch LinkedIn-Live auf der Zukunft-Personal-Seite, gutes Zusammenspiel bei den Netzwerkeffekten im Vorfeld der Messe #ZPEurope

Frisch auf ichsagmal.com und direkt ein Bestseller: Die Wahrheit über die Massentierhaltung in Deutschland #FriedrichBüse

War direkt am Anfang des Jahres eine Top-Story: Zukunftsplan für den Mittelstand in der Station Berlin am 1. März – Man hört, sieht und streamt sich im Livestudio von Schubkraft #ZukunftstagMittelstand

#ChatGPT im Wissensmanagement

Überlegungen zur Veränderungskompetenz und zu Lernkonzepten in Organisationen #SAPTF23 #ChangeTV

SAP-Experte Torben Mauch ist der wohl unbekannteste Internetstar Deutschlands, schreibt das Manager Magazin – #SAPTF23

Vom Altkleider-Container zur Premium-Jeans: Das innovative Recycling-Verfahren von AMUI #SchubkraftTV

Taucht auf einmal wieder in den Top-Beiträgen auf: Spurensuche: Der Selbstmord eines Bonner Gerichtspräsidenten – da wird wohl wieder kräftig recherchiert.

Praktisch für alle Interessierten eines Events: Europa-Konferenz vom 13. bis 15. Oktober: Die virtuelle Programmzeitschrift – Man hört, sieht und streamt sich in Berlin

Was #ChatGPT zum Konzept #LernendurchLehren und zu #LernOS sagt @DrLutzBecker1 @ThomasJenewein @SimonDueckert @KhPape

Neue Berufe in der digitalen Ära: Der Human Machine Integration Manager – Interview mit Miriam Meckel @mmeckel #ZukunftPersonal

Maßstab unserer Kommunikationsstrategien: Instagram führt das Ranking der Social Media-Nutzung mit 35 Prozent vor Facebook mit 33 Prozent an: Totgesagte leben länger

Exkursion nach München: Nachhaltigkeit total digital? #SZNachhaltigkeitsgipfel

Wird auch 2024 ein Top-Thema bei Sohn@Sohn: Notizzettel: Ist Deutschland ein Innovationsversager? Deep-Tech statt High-Tech

Dauerbrenner: Die TV-Autonomen kommen: Die Streaming-Revolution frisst ihre Eltern – Unsere Session in Berlin @MediaCB14 #rp14

Wiedereröffnung des Melbbades nicht vermasseln: Ohne kritische Öffentlichkeit bewegt sich nix in Bonn #Melbbad

Software-Kompetenzen für die vernetzte Ökonomie: #VW im Upskilling-Modus – Herausforderungen auch für das Personalmanagement #ZukunftPersonal

Sohn@Sohn: Über die Livestreaming-Kunst ohne Ü-Wagen und ohne XXL-Technikteam: 29 Sessions in zwei Tagen auf der Zukunft Personal Süd #ZPSüd

Systemdenken muss sich vom Produkt abkoppeln: Guter Ansatz ist Device-as-a-Service #ZukunftstagMittelstand #SchubkraftTV

Bonner Kulturbeiträge gefragt: Dritter Tag #WDRRockpalast #Crossroads in der Bonner Harmonie: Mein Favorit Siena Root @WDR

DIE Stimme der Literatur in Bonn: Lesung von Wolfgang Schiffer in der Buchhandlung Böttger

#GreenDeal der EU bei Verpackungen: Der Müllberg soll sinken – #Notizzettel für den Roundtable in Bonn @VSinkevicius @TimmermansEU @vonderleyen @MULTIVACGroup

Der unternehmerische Staat, Fördermittel und das #Freiheitsgesetz @BMWK @SPRIND

Verwaltung innovieren, um Mittelständler besser zu unterstützen #ZukunftstagMittelstand

Erst Ende des Jahres veröffentlicht und schon sehr beliebt: Buchveröffentlichung von Sohn@Sohn: Gedankenblitze der Kommunikation – Wer noch Geschenke sucht fürs frohe Fest, wird bei uns fündig

Man hört, sieht und streamt sich in alter Frische im neuen Jahr. Eure Bonner Söhne.

white wind turbines on gray sand near body of water

Corporate strategies for sustainability: Overall, it’s not about cost, it’s about innovation!

Revolutionizing Sustainability in German Boardrooms: More Than Just a Cost Issue, It’s an Innovation Movement! Discover how German companies are transforming the landscape of corporate sustainability. From HypoVereinsbank’s study revealing that 67% of SMEs are prioritizing sustainable business models, to the impending sustainability reporting requirements, the business world is at a pivotal crossroads. Professor Rupert Felder cautions, „Finance is the sharpest sword. Without sustainability, companies risk vanishing.“ This isn’t just about reducing costs – it’s about strategic investments in a company’s future, where sustainability and digitalization intertwine, creating new value.

Sustainability is currently one of the top issues in German boardrooms. According to a study by HypoVereinsbank, 67 percent of SMEs see the development of sustainable business models as an important challenge. This also includes the sustainability reporting requirements for companies with more than 250 employees that will apply from 2023. 

Most important driver: the capital market! 

„The sharpest sword is finance. If they don’t invest in sustainability, companies will no longer get capital, loans or good rankings. Companies become sustainable or they disappear,“ warns Professor Rupert Felder.

The primary issue is not to look at costs, but to look at strategic investments in a company’s future viability. Our thesis is that sustainability and digitization go hand in hand. Sustainability can be accelerated with responsible digitization, and both topics together open up new sources of value creation. 

Social change in awareness leads to change in behavior

7 out of 10 consumers are specifically looking for sustainable products and expect transparency about the CO2 balance. Sustainable investments are developing dynamically. Three quarters of investors prefer funds with a better carbon footprint and hope for better returns. The demand for more sustainability is also coming from the companies themselves. It is often the younger employees and applicants who demand mobility concepts, for example. 

Regulation creates immediate need for action in companies

The „EU Corporate Sustainability Directive“ extends the reporting obligations of companies with 250 or more employees to include information on environmental, social and employee issues as well as respect for human rights and the fight against corruption and bribery. Failure to comply with the law could result in fines of up to 10 million euros. The Supply Chain Act also imposes severe fines of 100,000 to 800,000 euros. With the EU taxonomy, capital market access may become more difficult for non-compliant companies. 

An important innovation: The sustainability report must be part of the general management report and may not be published separately. Furthermore, publication as a PDF or printed work is not sufficient; it must be made available to the authorities in digital form in the ESEF data format. In its content, the report must follow a double materiality perspective. Companies must therefore firstly record the impact of sustainability aspects on the economic situation and secondly clarify the impact of business operations on sustainability aspects. In addition, the new guideline requires information on sustainability goals, the role of the management board and supervisory board, adverse effects of the company, and unaccounted intangible resources. 

Existing technologies can only reduce about 65 percent of the emissions required for the net-zero target. German CleanTech startups and „twin transformers“ are making an important contribution. They link sustainability and digitalization. Sustainability will become mandatory from 2023. This necessitates a strategy update to anchor sustainability in KPIs, achieve transparency and compliance. Smart analytics identifies emission sources, fulfills reporting obligations and provides guidance on reduction strategies. 

Smart resource management and transparent supply chains only exist with digital technologies.

Challenges: 

„In ten to 15 years, there will be no more mechanical engineering in Germany if companies do not switch to service-oriented, digital business models. These business models are the real innovation. But digital thinking in as-a-service models is not yet everywhere,“ says Professor Michael Braungart.

The CO2 savings potential varies in individual sectors. There is high potential in industrial production, mobility and logistics, and commercial buildings. One exemplary finding from the Bitkom study: the savings potential through digitization of manufacturing is 64 megatons of CO2 equivalent – around 17 percent of the total target. 

The use of digital twins is particularly effective. Digital twins simulate products, machines and plants, making planning and control easier. They improve production quality, reduce lead times and cut the use of resources. Optimizations with their results systematically reduce CO2 emissions, energy and water consumption, the use of chemicals and the amount of waste. 

Remote design and digital product development increase resource efficiency. An important trend is remote design, in which prototypes and pre-production products are first simulated on the computer. This form of design reduces the material consumption of development. In the automotive industry, remote design is common and even crash testing is only implemented in reality at the very end of development due to legal requirements; most testing happens in the computer. 

The use of 3D printers is one of the important sustainability trends throughout the industry. Fast and customized manufacturing generates higher customer loyalty and satisfaction. Since materials are less, there is less waste and rework. If the devices are used as spare parts printers, defective machine parts can be replaced and a longer service life achieved – with the corresponding effects on sustainability. As a digital warehouse or in on-demand production, 3D printers ensure that warehouse space is saved. 

Partnership models and value networks increase resource efficiency. The aim of new business models is to share customers and their data with partners. This creates synergy effects that lead to innovations. The resource efficiency of a company’s own business model increases when suppliers and business partners are included in the sustainability strategy. 

The Sustainable Twin extends the idea of the digital twin to aspects of sustainability. Like the digital twin, the Sustainable Twin is the virtual image of a physical product. Both objects, the original and the twin, are connected via data and information links. The Sustainable Twin collects information on the product throughout the entire production cycle and accompanies its physical counterpart throughout the value creation process. 

Digitization brings about dematerialization and thus reduces resource consumption. Remote services eliminate some business trips, digital twins save material already in the design stage and simplify training as well as sales. 

Overall, it’s not about cost, it’s about innovation!