Versorgungssicherheit und technologische Souveränität: Dr. Christian Growitsch über die Notwendigkeit einer ökonomischen Sicherheitspolitik #MSC2024 Sohn@Sohn-Adhoc-Talk @FraunhoferIMWL

In einem erkenntnisreichen Gespräch mit Dr. Christian Growitsch, Institutsleiter des Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie IMW in Leipzig und Halle (Saale), dem sozio- und technoökonomischen Institut der Fraunhofer-Gesellschaft, beleuchtet der Ökonom die drängenden Fragen der europäischen Versorgungssicherheit und technologischen Souveränität. Angesichts der aktuellen globalen Herausforderungen unterstreicht Growitsch die Bedeutung einer umfassenden ökonomischen Sicherheitspolitik für Europa. Seine Einsichten reichen von der Notwendigkeit, sichere Handelsrouten zu gewährleisten und die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen zu minimieren, bis hin zur Förderung innovativer Lösungen und einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen den europäischen Staaten.

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Growitsch, der die vielfältigen Dimensionen ökonomischer Sicherheit – von der Rohstoffversorgung über technologische Souveränität bis hin zur Bedeutung der Kreislaufwirtschaft – diskutiert, betont insbesondere die Rolle des Staates in der Sicherung und Förderung dieser Bereiche. Er plädiert für eine Investitionspolitik, die sich auf Zukunftstechnologien, Infrastruktur und Bildung konzentriert, um so die Grundlagen für eine resiliente und nachhaltige ökonomische Sicherheit in Europa zu schaffen.

Darüber hinaus hebt das Interview die strategische Bedeutung von Deep Tech und die Notwendigkeit hervor, bestehende Stärken im Bereich der Forschung und Entwicklung zu nutzen, um Europas Position in der globalen Technologielandschaft zu stärken. Growitsch sieht insbesondere in der Zusammenarbeit und im Wissenstransfer zwischen Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft einen Schlüssel zur Beschleunigung der Technologie-Kommerzialisierung und zur Sicherung der wirtschaftlichen Zukunft Europas.

Das Gespräch liefert wertvolle Einblicke in die komplexen Herausforderungen und Chancen, die sich im Kontext der ökonomischen Sicherheitspolitik ergeben, und unterstreicht die Notwendigkeit eines proaktiven und kooperativen Ansatzes, um Europas ökonomische Resilienz und technologische Souveränität in einer sich schnell verändernden Welt zu sichern.

Neue Horizonte 2045: Der Weg zu einer klimaneutralen und sozial gerechten Zukunft

In einer Zeit, in der die Dringlichkeit des Klimawandels und die Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit immer lauter werden, hat die Initiative „Neue Horizonte 2045“ eine Diskussion über die Zukunft unserer Gesellschaft angestoßen. Der Open Foresight-Prozess, der die Entwicklung der D2045-Szenarien ermöglichte, steht im Zentrum eines breit angelegten und demokratischen Dialogs über die Transformation hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft.

Von Beginn an zeichnete sich der Prozess durch seine Offenheit und Partizipation aus. Alle Zwischenergebnisse wurden kommuniziert und einer abschließenden Online-Bewertung unterzogen. Das Ziel: die Grundlagen für eine umfassende und offene Diskussion über die notwendigen Veränderungen und die mit ihnen verbundenen Zielkonflikte zu schaffen.

Die Beiträge in der Future Lounge zeigten die Vielfalt der Perspektiven und die Komplexität der Aufgabe. Während einige die technologische Innovation als Schlüssel zur Lösung der Klimakrise sehen, betonen andere die Notwendigkeit, unser Wirtschaftsmodell grundlegend zu überdenken und sozialere Ansätze zu verfolgen. Die Szenarien bieten einen Rahmen, um diese unterschiedlichen Ansichten zu verstehen und zu diskutieren, wie sie in Einklang gebracht werden können.

Eine der größten Herausforderungen liegt in der Überwindung der Zielkonflikte. Wie können wir eine Wirtschaft gestalten, die sowohl klimaneutral als auch sozial gerecht ist? Wie können wir demokratische Teilhabe fördern und sicherstellen, dass alle Stimmen in diesem Transformationsprozess gehört werden? Diese Fragen sind nicht einfach zu beantworten, aber die „Neuen Horizonte 2045-Szenarien“ bieten einen Ausgangspunkt für die Suche nach Lösungen.

Die Rolle von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft ist entscheidend. Jeder Akteur bringt eigene Perspektiven und Ressourcen ein, die für die Gestaltung der Zukunft unerlässlich sind. Die Zusammenarbeit zwischen diesen Gruppen, die Entwicklung neuer Allianzen und Ansätze, wird entscheidend sein, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen.

Die „Neuen Horizonte 2045-Szenarien“ sind mehr als nur eine Vorhersage der Zukunft; sie sind ein Aufruf zum Handeln. Sie fordern uns auf, über den Status quo hinauszudenken und mutig neue Wege zu beschreiten. Die Zukunft ist nicht in Stein gemeißelt; sie wird von den Entscheidungen geprägt, die wir heute treffen. Es liegt an uns, die „Neuen Horizonte“ zu erkunden und eine Zukunft zu gestalten, die für kommende Generationen lebenswert ist.

Die Zukunft der Arbeit auf der Zukunft Personal Süd in Stuttgart am 5. und 6. März #ZPSüd #ZukunftPersonalNachgefragt #ZPS2024

Die Zukunft Personal Süd findet am 5. und 6. März in Stuttgart statt. In unserer Sendung am Dienstag, den 20. Februar 15 Uhr werfen wir einen Blick auf die Highlights des Programms:

Im Eröffnungspanel auf der Zukunft Personal Süd diskutieren Prof. Dr. Rupert Felder, ein mehrfach ausgezeichneter CHRO des Jahres, Cathrin Eireiner, Professorin für Personalmanagement an der Hochschule Pforzheim, und Marcus Riecker, Personalleiter / Global Head of HR bei KARL SCHMIDT SPEDITION GmbH & Co. KG, die seit dem 1. Januar 2024 verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung für Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiter:innen. Sie erläutern, welche Inhalte in den ESG-Bericht aufgenommen werden müssen und welche Konsequenzen bei Verstößen gegen die Berichtspflichten drohen. Ein wichtiges Thema, wie wir finden!

Die Liste der Burnout-Fälle im Hochleistungssport, insbesondere im Fußball, wird immer länger. Doch auch in der „normalen“ Arbeitswelt nehmen die psychischen Belastungen zu. Wo liegen die Grenzen zwischen Höchstleistung und Überforderung? Wie können Führungskräfte die mentale Gesundheit im Team fördern? Und ist Resilienz überhaupt eine Aufgabe der Führungskräfte? Darüber diskutiert Katharina Schmitt, Redakteurin beim Personalmagazin, mit Trainer-Legende Felix Magath, Dr. Claudia Viehweger, CHRO des Jahres, und Volker Nürnberg, Experte für Gesundheit.

Die Eröffnung eines neuen Breuninger Flagship-Stores in Hamburg stellt das Recruiting vor spannende Herausforderungen. Du hast die Möglichkeit, Dr. Florian Chitic, Head of Recruiting & Employer Branding bei E. Breuninger GmbH & Co., auf der Reise von der Zusammenstellung eines Talentpools bis zur erfolgreichen Integration einer Belegschaft von bis zu 200 Mitarbeiter:innen zu begleiten.

Die ZP Süd bietet in diesem Jahr wieder neue und überraschende Programmformate, die du nicht verpassen solltest. Ein Beispiel sind die Innovative People Lab Sessions. Hier erhältst du neue Perspektiven und unverstellte Einblicke in echte Transformationsprojekte von Konzernen. Unser Tipp für diese Session: Wenn Transformation stockt: Wie agile Coaches mit einem integralen Update wirklich wirksam werden.

Employer Branding trifft auf Corporate Influencer. Zwei unterschiedliche Themen, aber mit vielen Gemeinsamkeiten. Der wohl größte gemeinsame Nenner ist die bestmögliche Darstellung der Attraktivität des Unternehmens nach außen. Auch auf der Zukunft Personal Süd werden diese beiden Themen Hand in Hand präsentiert. Das ist neu in diesem Jahr! Auf der Employer Branding Stage teilen sie sich eine Bühne. Kuratiert von Klaus Eck, einem Experten für Corporate Influencer und der Deutschen Employer Branding Akademie (DEBA), erwartet dich ein spannendes Programm mit vielen verschiedenen Einblicken und innovativen Ansätzen, die du in deinen Arbeitsalltag mitnehmen kannst.

All das beleuchten wir in unserer Vorschau. Man hört, sieht und streamt sich am Dienstag, um 15. Uhr.

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Sieht man sich in Stuttgart?

Neue Horizonte 2045 – Szenarien und Zielkonflikte #Doku

Die D2045-Szenarien haben an Kontur gewonnen. Entwickelt wurden sie in einem Open Foresight-Prozess. Alle Zwischenergebnisse wurden kommuniziert. Nach der abschliessenden Online-Bewertung möchten wir sie heute zur Diskussion stellen. Die Neue Horizonte 2045-Szenarien erfordern grundlegende Veränderungen und sie zeigen zentrale Zielkonflikte auf. Beginnend ab heute geht es uns in 2024 darum, eine offene und breite Diskussion darüber zu führen, wie, mit welchen Akteuren, neuen Allianzen, neuen Ansätzen und auch mit welchen Kompromisslinien langfristig eine Transformation hin zu einer klimaneutralen und sozial gerechten Wirtschaft und Gesellschaft gelingen kann. Es bleiben jede Menge offener Fragen, auch die legen wir offen.

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Snapchat-Management und der Vulgärkapitalismus

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Man sollte sich von den digital-transformatorischen Keynote-Dampfplauderern nicht ins Bockshorn jagen lassen. Wer auf Frauen uriniert wie der Gründer und Chef von Snapchat Evan Spiegel, einen diktatorischen Kommunikationsstil pflegt und ein vulgärkapitalistisches Ego-Management an den Tag legt wie Uber-Gründer Travis Kalanick, taugt nicht als Vorbild für die Wirtschaftswelt.

Ich selbst und viele andere können diese selbst ernannten Evangelisten nicht mehr hören, die auf den Bühnen stehen, wichtigtuerische vom Teleprompter ablesen und oberflächenkosmetische Gebilde als Geschäftsmodelle der Zukunft propagieren, während sie im eigenen Unternehmen führungsmäßig marode sind. Gleiches gilt für viele Phrasendrescher, die sich über Künstliche Intelligenz (KI) auslassen.

Kommt Gegenwind auf, werden halt Mitarbeiter rausgefeuert: So wurde bei Snapchat im August 2022 rund ein Fünftel der Arbeitsplätze gestrichen. „Am Montag kündigte Snap nun den Abbau von rund 10 Prozent der Belegschaft an. Ende Dezember hatte das Unternehmen noch knapp 5300 Beschäftigte“, so das Manager Magazin.

Wer solche Läden mit Werbegeld unterstützt, ist selber schuld.

Nachhaltigkeitsmanagement mit digitalen Tools: Von der Wesentlichkeitsanalyse bis zum ESG-Bericht – Sessions und Workshops beim #GreenMonday in Düsseldorf 19. Februar – Teilnahme kostenlos

Im Mittelpunkt steht wieder der Erfahrungsaustausch zu ESG, Nachhaltigkeitsmanagement und digitalen Tools.

Ein Highlight des 2. Green Monday wird die Präsentation der Ergebnisse der vierten Studie „Digitale Vorreiter im Mittelstand“ sein. Diesmal geht es um die doppelte Transformation aus Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Anschließend wird es einen Panel-Talk mit drei Teilnehmern der Studie geben.

Als Vertiefungsangebot folgen Breakout-Sessions, die wichtige Fokusthemen behandeln. Lars Baumgürtel, der CEO von ZINQ stellt zirkuläre Geschäftsmodelle in der Praxis vor. Hinweise und Ratschläge zur doppelten Wesentlichkeitsanalyse gibt Alexander Rausch, der Head of ESG-Consulting bei Drees+Sommer. Tom Oelsner, Chief Digital Officer bei GEA, diskutiert die Rolle digitaler Geschäftsmodelle in der Twin Innovation.

Im Anschluss findet eine Demo-Night mit Partnern der Deutschen Telekom statt. Dort wird der Nachhaltigkeitsmanager der Telekom im Detail vorgestellt – eine gute Gelegenheit, sich über die Leistungsfähigkeit dieser Anwendung zu informieren. Parallel wird Gunnar Sohn von Schubkraft-TV Einzelinterviews mit Veranstaltungsgästen führen. 

 Agenda

17:30 UhrCheck-in
18:00 UhrBegrüßung und Speed Dating
Nicole Dorazil, Innovation Evangelist
Stephan Grabmeier, Future Designer, Synergie Zukunft
18:20 UhrDie Twin Transformer: Doppelte Transformation aus Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Mittelstand – Studienhighlights
Bernhard Steimel, Studienleiter, mind digital
18:40 UhrPanel Talk mit Twin Transformern
Bernhard Steimel im Gespräch mit Studienteilnehmern
19:00 UhrBreakout-Sessions „Machen statt Reden“Zirkuläre Geschäftsmodelle in der Praxis – Cradle-to-Cradle Zertifizierung
Lars Baumgürtel, CEO, ZINQWesentlichkeitsanalyse in der Praxis
Alexander Rausch, Head of ESG-Consulting, Drees+SommerDie Rolle des CDOs in der Twin Innovation
Tom Oelsner, CDO, GEA
19:40 UhrAbschlussdiskussion im Plenum
Stephan Grabmeier, Future Designer, Synergie Zukunft
20:00 UhrDemo-Night mit den Telekom-Partnern
aus dem Telekom Nachhaltigkeitsmanager EcosystemInterviews in Kooperation mit Gunnar Sohn von Schubkraft-TV

Am Montag, den 19. Februar 2024.

Veranstaltungsort

K67TechHub 

Kasernenstr. 67

40213 Düsseldorf

Die Teilnehmerzahl für den Green Monday ist begrenzt. Schnell noch auf der Veranstaltungsseite registrieren.

Biden, Trump und der Sanktions-Overkill amerikanischer Regierungen

Im #bpbforum digital der Bundeszentrale für politische Bildung hat Professor Andreas Falke einige superwichtige Fakten über die Lage der Volkswirtschaft in den USA dargelegt, die wir uns in Deutschland und Europa noch einmal genauer anschauen sollten. Vor allem die Schwachpunkte im Außenhandel: Kaum Gewinne durch Güterexporte; nur landwirtschaftliche Massengüter wie Soja, Weizen und Mais können im Export punkten; starkes Anwachsen der Off-Shore-Profite der amerikanischen Firmen vor allem in den Zentren der Steuervermeidung – was für eine Innovationsleistung…; Einkommen aus Verwertung geistigen Eigentums (Lizenzen und Patente, die sie aber nicht in der heimischen Produktion umsetzen können, die ist marode); diese Potenziale können das Handelsdefizit mit Gütern nicht aufwiegen.

Wer sind die Profiteure der wirtschaftlichen Gemengelage in den USA? Besitzer von geistigen Eigentumsrechten (Tech Companies, Google, Amazon, Facebook, Apple) Und die, die vom Export von Schuldtiteln profitieren Politische Konsequenzen: Die USA haben zu wenig getan, um Güterexporte zu stärken. Folglich haben auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesen Bereichen nicht profitiert, sondern nur die, die in Steueroasen „investiert“ haben – also die Superreichen. Über diese Verwerfungen müsste eigentlich die innenpolitische Debatte gehen – weder Biden noch Trump haben das auf ihrer politischen Agenda.

Stattdessen setzte Trump, setzen die Republikaner und auch die Demokraten in den USA auf Protektionismus, um die Schwächen der heimischen Wirtschaft zu kaschieren. Deshalb führte Trump im Handelskonflikt mit China hohe Strafzölle ein. Seine Handelspolitik war geprägt von protektionistischen Maßnahmen und dem Ziel, die heimische Wirtschaft zu stärken. Doch wie erfolgreich war diese Politik wirklich? Welche Auswirkungen hatte sie auf die Volkswirtschaft der USA und den globalen Handel?

Ein zentraler Punkt von Trumps Handelspolitik war die Stärkung des Manufacturing-Sektors, also der herstellenden Industrie. Er kritisierte bestehende Handelsabkommen wie NAFTA und die Trans-Pacific Partnership und verhandelte neue Verträge, wie das US-Mexiko-Kanada-Abkommen. Zudem führte er hohe Zölle auf chinesische Importe ein und setzte sich für eine aggressivere Durchsetzung des US-Handelsrechts ein.

Die Handelsbilanz der USA zeigt jedoch, dass die Exporte von Gütern im Vergleich zu den Importen nicht mithalten konnten. Trotz der Marktöffnung und verschiedener Handelsabkommen blieb der Anteil der Güterexporte am Bruttoinlandsprodukt relativ stabil. Lediglich der Luftfahrtsektor, insbesondere Boeing, konnte hier noch Wachstum verzeichnen.

Ein weiterer Aspekt von Trumps Handelspolitik war der Fokus auf den Export von geistigem Eigentum, wie Patenten und Markenrechten. Hier konnten die USA Erfolge verzeichnen, vor allem im Dienstleistungssektor. Doch diese Gewinne konnten das Handelsdefizit im Güterhandel nicht ausgleichen.

Ein wichtiger Faktor für das hohe Handelsdefizit der USA ist der sogenannte „China-Schock“. Seit dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO) im Jahr 2001 stiegen die chinesischen Importe drastisch an, während die Exporte der USA hinterherhinkten. Dies führte zu einem wachsenden Handelsdefizit, das durch den Export von Schuldtiteln an ausländische Investoren finanziert wurde.

Die Handelspolitik der USA unter Trump hatte auch Auswirkungen auf den globalen Handel. Durch den Ausstieg aus dem Trans-Pacific Partnership (TPP) und anderen Abkommen wurde China zum zentralen Akteur in Asien. Die USA verloren an Einfluss und die Handelsbeziehungen wurden neu geordnet.

Schon US-Präsident George W. Bush erließ 3484 Sanktionen gegen Firmen, Einzelpersonen, Nationen und Organisation in acht Jahren. Donald Trump brachte zwischen 2017 und 2020 rund 3900 Sanktionen gegen den gleichen Personenkreis auf den Weg. Das waren vier Sanktionen pro Werktag. Mit der Amtsübernahme durch Joe Biden hat sich das Tempo enorm erhöht. Heute betreiben die USA aus dem Finanzministerium heraus 70 unterschiedliche Sanktionsprogramme. Agathe Demarais spricht in ihrem Buch „Backfire“ vom „Sanction Overkill”.

„Der Konflikt zwischen Amerika und China ist ein Konflikt um die wirtschaftliche Vorherrschaft zwischen einer etablierten wirtschaftlichen Supermacht und ihrem aufstrebenden Herausforderer. Es überrascht nicht, dass die Vereinigten Staaten in diesem Wirtschaftskrieg alle Formen des wirtschaftlichen Zwangs einsetzen wollen“, schreibt Demarais. Die US-Sanktionen gegen China haben nach ihren Berechnungen direkte Auswirkungen auf den Lebensunterhalt von fast 2 Milliarden Amerikanern und Chinesen; wenn Zölle verhängt werden, zahlen fast immer die Verbraucher die Rechnung.

„Die Volkswirtschaften der USA und Chinas sind eng miteinander verflochten. China ist der größte Warenproduzent der Welt, mit einer Produktion, die der aller amerikanischen, deutschen und japanischen Fabriken zusammen entspricht. China ist auch der größte Handelspartner der Vereinigten Staaten mit einem Umsatz von mehr als einer halben Billion US-Dollar pro Jahr; Peking ist der drittgrößte Exportmarkt für amerikanische Unternehmen (nach Kanada und Mexiko) und die wichtigste Quelle für US-Importe. Die Verbindungen zwischen Unternehmen auf beiden Seiten des Pazifiks sind weitreichend. Frachtschiffe pendeln ununterbrochen zwischen den kalifornischen Häfen von Los Angeles oder Long Beach und denen von Shanghai, Shenzhen oder Guangzhou. Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und China gehen weit über den Handel hinaus. Amerikanische und chinesische Lieferketten sind seit mehr als zwei Jahrzehnten integriert; die Produktionslinien der meisten amerikanischen Technologieunternehmen erstrecken sich über beide Seiten des Pazifiks, wobei Amerikas Innovationsvorsprung genutzt wird“, erläutert Demarais.

Die Entkopplung von China würde amerikanischen Unternehmen keine Gelegenheit bieten, zu wachsen und profitabler zu werden. Ein Abbruch der Beziehungen zu China wäre für US-Unternehmen mit einem hohen Preis verbunden. Eine vorsichtige Schätzung beziffert den Preis für die Abkehr von China auf eine Billion US-Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren. Steuererleichterungen und andere finanzielle Anreize könnten Mikrochip-Unternehmen helfen, die Pille der Abkopplung zu schlucken, aber viele Firmen müssten immer noch riesige Mengen an Schulden aufnehmen (und dann zurückzahlen), um eine solche Operation zu finanzieren, was ihre Gewinne über viele Jahre hinweg belasten würde – es sei denn, die amerikanischen Verbraucher zahlen die Rechnung.

In den vergangenen Jahren hat Peking zudem auch die Infrastruktur geschaffen, um US-Sanktionen zu überstehen. Das Land verfügt über einen wachsenden Technologiesektor, eine digitale Währung und US-sichere Finanzkanäle. „Im Konflikt zwischen den USA und China wird Amerika neben Sanktionen auch andere Waffen brauchen. Die Auswirkungen der wirtschaftlichen Vormachtstellung Chinas auf die Wirksamkeit von US-Sanktionen werden über die chinesischen Grenzen hinausreichen. Als Amerika die Welt beherrschte, waren US-Sanktionen ein mächtiges Instrument; niemand will sich mit dem Weltpolizisten anlegen. Doch die Zeiten haben sich geändert. Jetzt, da China zu einer wirtschaftlichen Supermacht aufgestiegen ist, haben die sanktionierten Länder einen alternativen Partner, an den sie sich wenden können. Pekings Bereitschaft, anderen – vor allem Russland – dabei zu helfen, die Folgen der US-Sanktionen zu umgehen, schafft einen Teufelskreis, der Amerikas Einfluss weiter schwächt und die Wirkung der US-Sanktionen untergräbt“, so Demarais.

Letztlich stärken die Sanktionen die Autarkie-Bestrebungen in den sanktionierten Staaten. Vergleichbar mit dem von US-Präsident Ronald Reagan vorangetriebenen Erdgas-Röhren-Embargo Anfang der 1080er Jahre. Pipelines konnte die Sowjetunion dann auch ohne Kooperationen mit Mannesmann und Co. technologisch stemmen. Das Getreidegeschäft der USA mit Moskau lief in dieser Zeit übrigens muter weiter.

Kant, Karger und der kategorische Imperativ der künstlichen Intelligenz

Im Interview mit Reinhard Karger vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) beleuchten Sohn@Sohn facettenreiche Themen der Künstlichen Intelligenz (KI). Karger, der die Sprachmodelle als zentralen Forschungsbereich des DFKI identifiziert, diskutiert über die Potenziale und Herausforderungen von Entwicklungen wie ChatGPT, maschinelle Übersetzungen und ethische Grundsätze. Er betont die Wichtigkeit von verlässlichen und transparenten Systemen sowie die Notwendigkeit einer Alphabetisierung, um die effiziente und sichere Nutzung von KI-Werkzeugen zu gewährleisten.

Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die Bezugnahme auf den Philosophen Immanuel Kant und seinen kategorischen Imperativ. Karger schlägt vor, dass KI-Systeme nach ethischen Überlegungen gestaltet werden sollten, die sich an Kants Prinzipien orientieren. Dies impliziert, dass KI-Systeme in einer Weise agieren sollten, die ihre Maximen als allgemeine Gesetze taugen lassen könnten, wobei die Menschenwürde und Gleichheit als fundamentale Werte berücksichtigt werden. Können wir Kants kategorischen Imperativ für eine zukunftsfähige KI-Ethik nutzen? Eine faszinierende Frage. Kant, geboren 1724, feiert seinen 300. Geburtstag am 22. April 2024, zufällig der erste Tag der Hannover Messe. Ein interessantes Zusammenkommen von Technik, Industrie, Europa und Kant.

Darüber hinaus hebt Karger die Bedeutung des kreativen und kritischen Denkens in der Entwicklung und Anwendung von KI hervor. Er sieht Deutschland und Europa als Orte der Aufklärung, die durch ihre kulturellen und ethischen Werte einen einzigartigen Beitrag zur globalen KI-Landschaft leisten können. Dies betont die Notwendigkeit einer ausgewogenen Herangehensweise, die technologische Innovationen fördert, während sie gleichzeitig ethische Überlegungen und die menschliche Dimension der KI berücksichtigt. Karger ist optimistisch, dass solche Systeme dazu beitragen könnten, Verschwörungstheorien auszutrocknen und so einen wichtigen Beitrag zum sozialen und kulturellen Frieden und zur Demokratie leisten könnten. Er spricht über die Differenzierung als deutscher Anbieter und wie man sich strategisch positionieren könnte. Der DFKI-Sprecher ist davon überzeugt, dass die Tatsache, dass man ein Anbieter aus Deutschland oder der Europäischen Union ist, ein Differenzierungsmerkmal sein könnte.

Zu den Projekten des DFKI in diesem Jahr sagt Karger: „Wir haben ein neues Transferlab in der Eifel eröffnet. Dort arbeiten wir mit Unternehmen zusammen, die Transfer benötigen. Wir arbeiten auch an Projekten zur Reduzierung des Energiebedarfs von Rechenzentren und zur Verkleinerung von KI-Modellen, um den Energieaufwand für das Training zu reduzieren.In der Robotik geht es weiter. Wir haben einen Prototyp eines Erdbeerpflück-Roboters vorgestellt. Und wir arbeiten an der Mensch-Roboter-Kollaboration. Ein weiteres spannendes Projekt sind autonome Unterwasserroboter, die in der Ostsee Phosphorgranaten bergen sollen.“

Deutschland hinkt beim Wachstum hinterher

Dieses deutsche KI-Startup will Apple wohl kaufen

Die Kunst des Prompting im Personalmanagement #ZukunftPersonal

Bei der Zukunft Personal Digital Experience drehte sich alles um das Thema Active Sourcing und Recruiting, mit einem besonderen Fokus auf die Integration von ChatGPT in diesen Prozess.

Die Kernfrage der Session mit Jan Hawliczek (Gründer der Grünen 3 GmbH) war, was ChatGPT ist und wie es sich in die Landschaft der Künstlichen Intelligenz einordnet.

Ein zentrales Thema ist die Kunst des Prompting, also wie man mit ChatGPT kommuniziert, um echten Mehrwert zu generieren. Hawliczek betonte die Bedeutung von klaren Anweisungen und dem Hinzufügen von Kontext, um relevante und präzise Antworten von der KI zu erhalten.

Die Session unterstrich die transformative Kraft von KI im Recruiting, wobei ChatGPT als ein Tool und nicht als ein Ersatz für menschliche Expertise dargestellt wurde. Hawliczek ermutigte die Teilnehmenden, sich mit der Technologie vertraut zu machen und sie als Ergänzung ihrer Toolbox zu sehen, um effizienter zu arbeiten und tiefergehende Einblicke in den Recruiting-Prozess zu gewinnen.

Abschließend wurde auf die Zukunft von KI im Arbeitsumfeld geblickt, mit dem Rat, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und sich aktiv mit den Möglichkeiten auseinanderzusetzen, die diese Technologien bieten.

Kant, Karger und der kategorische Imperativ der KI – Man hört, sieht und streamt sich im Dialog mit dem Sprecher des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz am Dienstag, 13 Uhr

Die neue Dreifaltigkeit: Kant, Karger und die KI.

Können wir Kants kategorischen Imperativ für eine zukunftsfähige KI-Ethik nutzen? Eine faszinierende Frage. Kant, geboren 1724, feiert seinen 300. Geburtstag am 22. April 2024, zufällig der erste Tag der Hannover Messe. Ein interessantes Zusammenkommen von Technik, Industrie, Europa und Kant.

Der kategorische Imperativ von Kant dreht sich um die Frage, ob die Maxime meines Handelns zu einem allgemeinen Gesetz taugt, das ich auch wollen kann. Wenn wir das auf die Entscheidungsfindung eines KI-Systems übertragen, wäre das nicht so schwer. Ein allgemeines Gesetz würde die Menschenwürde berücksichtigen. Was bedeutet das für den Einsatz von KI-Systmen.

Wir erörtern das am Dienstag, um 13 Uhr im Gespräch mit Reinhard Karger vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI).

Man hört, sieht und streamt sich im Multistream auf LinkedIn, YouTube und Co.