Es finde offenbar ein Datentransfer statt, der in Zusammenhang mit einem unsicheren Drittland steht. „Art. 44 DSGVO, ich hör dir trapsen… Und nicht nur Art. 44 sondern auch die Schrems II-Entscheidung. Da Cloudflare die TLS-Schlüssel besitzt, könnten sie theoretisch ebenfalls alle übermittelten Daten mitlesen“, so Kuketz.
Zum Zensus hab ich nun schon so viele Kapriolen der Gichtlinge des öffentlichen Sektors erlebt, dass mich selbst das nicht wirklich überrascht.
Alles ist möglich. Livetalks, Einspieler, Panel-Debatten, Außenreportagen, Unternehmensporträt und dergleichen. Alles via Ecamm Live im Multistream. Orga liegt bei Constantin SohnChristoph Krause und mir. Kooperation mit Mittelstand Digital. Start um 10 Uhr am 25. Mai.
Einfach eine Zeit überlegen in den Mittags- oder Nachmittagsstunden. Wir wollen insgesamt so vier bis fünf Stunden am Stück senden. Sendezentrale ist Bonn-Duisdorf. Dort begleiten wir das Ganze. Direkt bei mir melden: 01776204474 oder gunnareriksohn@gmail.com oder hier einen Kommentar abgeben unten.
Es ist insgesamt viel Bewegung im Thema „Ukraine“ und die Warnungen seien bisher wenig konkret, schreibt der Sicherheitsexperte Tim Berghoff in einem Blogbeitrag. Es scheine gerade niemand so wirklich zu wissen, wie man sich in dieser Situation als Unternehmen verhalten soll. „Werfen wir allerdings einen Blick auf das Geschehen im Krisengebiet, dann bekommen wir ein anderes Bild. Behörden, Banken und Medien scheinen momentan die Primärziele zu sein. Weitere Angriffe in der Ukraine richten sich gegen die Wasser- und Stromversorgung. In Deutschland hatte die Funke Mediengruppe bereits DDoS-Angriffe zu verzeichnen.“
Da geht es also um wichtige Infrastruktur und um Angriffe auf die Pressefreiheit. Welche Angriffsszenarien sind realistisch?
Die am häufigsten beschriebenen Szenarien aus dem Krisengebiet sind DDoS-Angriffe, die bestimmte Systeme gezielt überlasten sollen. Einzelne Unternehmen könnten zu einem Zufallsopfer werden, wenn ein Angriffswerkzeug aus dem Ruder läuft oder wenn einfach nur die Zerstörung von Daten das Ziel sind. „Zu diesem Zweck kamen oft schon so genannte Wiper zum Einsatz, die keine andere Funktion haben, als so viele Daten zu löschen wie möglich. Diese Wiper können sich aber auch als andere Schadprogramme wie etwa Ransomware tarnen“, führt Berghoff aus.
Worauf sollte man besonders achten?
„Um Systeme erfolgreich angreifen zu können, klopfen Angreifer diese in der Regel vorher auf Schwachstellen ab. Das geschieht mit Hilfe spezialisierter Scanprogramme, die etwa nach offenen Netzwerk-Ports Ausschau halten. Systeme, die zum Internet hin exponiert sind, werden so zumindest potenziell zum Ziel. Erhöhte Scanaktivitäten können sogar Systeme überlasten. Zudem ist es jetzt wichtiger denn je, zu prüfen ob alle Systeme auf dem aktuellsten Stand sind. Auch eine vermeintlich alte Sicherheitslücke, für die bereits Patches existieren, die aber nicht installiert sind, kann schnell zur Achillesferse des Unternehmens werden“, erklärt Berghoff.
Wir diskutieren das mit Mittwoch, den 23. März, um 11 Uhr mit Tim Berghoff via YouTube, Twitch, Twitter, Facebook und LinkedIn. Habt Ihr jetzt schon Fragen?
We are creating an IT army. We need digital talents. All operational tasks will be given here: https://t.co/Ie4ESfxoSn. There will be tasks for everyone. We continue to fight on the cyber front. The first task is on the channel for cyber specialists.
Mit List und Tücke gegen die europäische „Schafsethik“
In einer Welt, die aus vielen Schafen und wenigen Füchsen besteht, gibt es für den Sinologen und Strategem-Experten Harro von Senger keine Zweifel, wer das Sagen hat. Alle Geistessysteme, die vom Besten im Menschen ausgehen, verbreiten eine Schafsethik, bei der am Ende die Füchse regieren. Vor allem die Europäer zeichnen sich als schafsköpfige Einfaltspinsel aus – listenblind und leicht zu täuschen. Die Ecole de Guerre Economique (EGE) in Paris will das ändern. EGE-Direktor Christian Harbulot skizziert die Prinzipien seiner „Schule des Wirtschaftskrieges.
Was bedeutet „Guerre Economique“?
Christian Harbulot: „Guerre Economique“ ist die direkte und indirekte Konfrontation von Staaten oder Unternehmen auf der Suche nach strategischer Überlegenheit und der Gewinnung größerer Marktanteile.
Befindet sich die Wirtschaft heute tatsächlich in einem Kriegszustand, der nur durch die von Ihnen gelehrten Taktiken zu gewinnen ist?
Es gibt eine gewisse Anzahl von Wegen und Lösungen, um die eigenen Interessen in einer wirtschaftlichen Konfrontation zu wahren. Wir lehren nur Techniken des Informationsmanagements, deren Ziel und Aufgabe es ist, Operationen mit dem Ziel der Einflussnahme und Destabilisationsmanövern durch Information zu begegnen.
Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um in der „Schule des Wirtschaftskrieges“ aufgenommen zu werden? Oder anders gefragt, welche Anforderungen stellen Sie an Ihre Schüler?
Man muss ein Hochschulstudium abgeschlossen haben. Wenn das Hochschulabschlussniveau des Kandidaten nicht ausreichend ist, sollte er zumindest über relevante Berufserfahrung verfügen.
Was genau lernt man bei Ihnen? Was beinhaltet ein „normaler“ Unterrichtsblock?
Die EGE hat mehrere pädagogische Zielsetzungen:
Die Vermittlung einer allgemeinen Kultur über die Problematik des Wirtschaftskrieges. Das Erlernen des Umgangs mit offenen Quellen. Nutzung des Internets in der Erkenntnis seiner Möglichkeiten und seines Potentials. Beherrschung und Umgang mit Informationsrisiken
Unser Unterricht beruht auf der praktischen Anwendung des erlernten Wissens in Übungen, die auf realen (Vor-)Fällen basieren.
Welche Vorteile erwachsen Ihren Schülern durch Ihre Ausbildung?
Unsere Absolventen verfügen über eine professionelle Umgangsweise des Informationsmanagements, die ihnen bei ihren zukünftigen Tätigkeitsgebieten sowohl inner- als auch außerhalb von Unternehmen weiterhilft. Bei der Studie von (Vor-) Fällen herrscht bei uns keine Autozensur. Unsere Ausbildung ist europaweit die einzige, die die offensiven Techniken des Wirtschaftskrieges, die weit über die industrielle Spionage hinausgehen, untersucht.
In den USA sind die von Ihnen gelehrten Taktiken längst Tagesgeschäft. Woran liegt es, dass ihnen in Europa immer noch der Geruch des Unmoralischen anhaftet?
Die Europäer legen hinsichtlich der Zusammenhänge, dieser Art der Konfrontation eine gewisse Heuchelei an den Tag. Die Wirtschaftsexperten und Managementspezialisten prangern die Wirklichkeit an, indem sie sie als Verschwörungstheorie verharmlosen.
Aber diese Ablehnung, die Wirklichkeit zu akzeptieren, wie sie ist, geht fast schon ins Lächerliche. In Deutschland spricht man höchstens über Wettbewerb zwischen den Marken. Diese Sichtweise ist jedoch zu einseitig und birgt langfristig das Risiko, den Überblick darüber zu verlieren, wie Teile der weltweiten Wirtschaft wirklich funktionieren.
Was sind die Auswirkungen der gemeinsamen französisch-deutschen Politik auf die Wirtschaft der beiden Länder? Wo liegen die Gefahren, die wir damit eingehen?
Im Moment findet der Austausch besonders auf diplomatischer Ebene statt und fokussiert sich auf Dossiers über eine gemeinsame Agrarpolitik, Galiléo, Energie, Transport oder Verkehr.
Aber wir sind kaum sensibilisiert für die notwendige europäische Autonomie auf strategischen Schlüsselsektoren, wie die Sicherheit unserer Informationssysteme. Die Amerikaner haben in diesem für unsere Zukunft entscheidenden Bereich eine zu wichtige Position eingenommen.
Was ist Ihre Lösung?
Franzosen und Deutsche müssen mit gutem Beispiel vorangehen und dürfen nicht die Augen vor den wahren Problemen verschließen.
Am Mittwoch, den 30. März setzen wir das Thema fort. Thema: Innovationssprünge in der Cybersicherheit? Studiogespräch mit Dr. Christian Hummert, Forschungsdirektor der Cyberagentur. Hier habt Ihr mir ja schon im Vorfeld tolle Fragen zukommen lassen.
Der neue Corporate-Governance-Kodex, der 2021 verfasst wurde, verpflichtet börsennotierte Unternehmen zu nachhaltigen, langfristig wirkenden Strategien und zu Investitionen in die Dekarbonisierung. Das ist neu und musst jetzt in den Hauptversammlungen, Aufsichtsräten und Vorständen mit Leben gefüllt werden.
"In diesem Jahr fangen wir an, Nachhaltigkeit in der Vergütung des Top-Managements zu etablieren", sagt Rupert Felder, Personalchef von Heidelberger Druck. Wollen wir dafür Standards entwickeln? @LarsHochmann @DrLutzBecker1@beyond_ideology @AlexandVerne @foresight_labpic.twitter.com/L1zpHd2xIH
„In diesem Jahr fangen wir an, Nachhaltigkeit in die Vergütung des Top-Managements zu etablieren“, so Rupert Felder, Personalchef von Heidelberger Druck. Das sei eine einschneidende und bemerkenswerte Tatsache, die in Organisationen vieles verändert. Für alle Teile der Firma – von PR bis Personalmanagement – sieht Felder drei große Handlungsfelder in den nächsten Jahren: Dekarbonisierung, Digitalisierung und Demografie.
Rupert Felder, Personalchef von Heidelberger Druck: "Unternehmen werden nachhaltig oder sie werden verschwinden". Druck auf den Kapitalmärkten nimmt zu. pic.twitter.com/uXMdbKJliD
Beim Thema Nachhaltigkeit geht es nicht mehr um seichten Marketingquatsch. Wer Finanzierungen in der Wirtschaft benötigt, kommt an Klimaschutz, Ökologie, sozialer Orientierung und langfristiger Zielsetzung nicht mehr vorbei. Kurzfristige und kurzsichtige Rein-Raus-Taktiken zur Maximierung der Gewinne werden nicht mehr überlebensfähig sein. Versicherungswirtschaft, Aktionärsschutzvereinigungen, Analysten-Rankings, Berichte über Hauptversammlungen und institutionelle Anleger machen Druck auf Unternehmen, in Nachhaltigkeit zu investieren. Das sei das schärfste Schwert für die Zukunftsfähigkeit von Firmen. „Es wird immer schwerer Kapital zu bekommen, wenn man nicht in Nachhaltigkeit investiert. Unternehmen sind finanzgetrieben. Nur das zählt. Die Entscheider machen das nicht, weil sie mal von der katholischen Soziallehre gelesen haben, sondern die machen das aus knallharten wirtschaftlichen Interessen. Es funktioniert auch nur so. Das ist die Sprache, die Unternehmen verstehen“, erläutert Felder im Interview.
Deshalb sei es überlebenswichtig, an diesen Stellen eine Strategie für Nachhaltigkeit zu definieren, konkrete Instrumente aufzusetzen und die Nachweisführung auch nach außen zu kommunizieren. Von der Wirtschaftstheorie bis zur Gesetzgebung ist das Regelwerk klar ausformuliert. Man braucht sich die so genannte Principal-Agent-Theorie anschauen. Die Vergütungspolitik spielt dabei eine wichtige Rolle. „Das Design der Vertragsgestaltung kann zu mehr Nachhaltigkeit führen. Der Ritterschlag für die Nachhaltigkeitsdebatte durch die Verleihung des Nobelpreises an Oliver Hart und Bengt Homström rückt das Thema in das Scheinwerferlicht der ökonomischen Debatte. Eine wichtige Erkenntnis der beiden Forscher: Es reicht nicht aus, dass der Bonus eines angestellten Geschäftsführers allein an Gewinn und Verlust der Firma festgemacht wird. Denn oft spielen Glück und Pech als außergewöhnliche, unvorhersehbare Ereignisse eine übergeordnete Rolle“, so Felder. Beispielsweise bei der Entwicklung der Rohstoff- oder Energiepreise, die wir gerade erleben. Eine wichtige Botschaft der Wirtschaftsnobelpreisträger lautet, dass in Branchen mit hohem Risiko die Gehälter nicht variabel, sondern eher fix festgelegt werden sollten. Damit kann man vermeiden, über die Vergütung Anreize für riskante Investments zu fördern.
Roulette hat hohe Gewinnchancen. Es besteht aber auch die Gefahr, gnadenlos abzustürzen und dauerhaft in der Schuldenfalle zu landen. Diesen Teufelskreis dürfen sich Unternehmen nicht mehr leisten. Ein wichtiger Instrumentenkoffer für mehr Nachhaltigkeit sieht Felder im Personalmanagement. Schon bei der Auswahl der Kandidaten für das Top-Management – und das gilt für alle unternehmerischen Rechtsformen – müssen geeignete Führungskräfte ins Boot geholt werden. Keine Zocker, sondern ehrbare Kaufleute. Rupert Felder hat dazu einen lesenswertes Opus geschrieben: Nachhaltigkeit und HR, erschienen im Haufe Verlag.
Spannendes Interview. Drum teilet das Opus und verkündet es der ganzen Social-Web-Welt 🙂
Wie man es heute dreht und wendet: Ein sicherer und analoger Schulbetrieb ergänzt um die digitalen Lernmöglichkeiten ist auch nach 22 Monaten Pandemie nicht in Sicht. Mein Kommentar im @gabonn#schule#lernen#digitalisierunghttps://t.co/4sjV8elOZN
Seine Bilanz fällt kritisch aus. „Die digitalen Lernbegleitungen brachen oftmals unmittelbar nach dem Beginn des Präsenzunterrichts wieder ein. Die Präsenz wurde zum Allheilmittel – in quergelüfteten aber nach wie vor meist überfüllten Klassenräumen. Zugespitzt: Oft kommt es mir so vor, als ob es nur ein Entweder-oder gibt, entweder digital, oder analog.“ Bei den Lehrkräften und Kindern sieht er sehr viel Bereitschaft, digitale Konzepte auszuprobieren.
„Aber wie man es heute dreht und wendet: Ein sicherer und analoger Schulbetrieb ergänzt um die digitalen Lernmöglichkeiten ist auch nach 22 Monaten Pandemie nicht in Sicht. Und weil Omikron die Hoffnung so langsam schwinden lässt, kramen wir alle schon einmal die Passwörter der digitalen Plattformen heraus, die wir schon im vergangenen Lockdown nutzten. Und vielleicht, ja ganz vielleicht, fällt die Bilanz in einem Jahr dann deutlich positiver aus. Dafür drückt bitte aber bitte niemand die Daumen, denn wir brauchen alle Finger und viele Hände, um dieses Ziel zu erreichen“, resümiert Kraft.
An Hochschulen funktioniert das übrigens sehr viel besser.
Wie man digitale Konzepte in sehr kurzer Zeit realisieren kann, erläuterte Dr. Tilman Buchner von Boston Consulting:
Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.
Trotz gegenteiliger Beteuerungen fehlt auch in der neuen Regierung unter Kanzler Olaf Scholz ein Digitalministerium. Es bleibt ein Sub-Thema im Verkehrsministerium. Die Rechtfertigungslyrik für diese Hinterzimmer-Kungelei ist immer gleich: Jedes Ministerium müsse ja Digitalkompetenz vorweisen, das sei ein Querschnittsthema, man müsse das jetzt besser koordinieren und gemeinsam anpacken. Laber Laber-Sülz. Der Digitale Staat bleibt ein Hirngespinst in der politischen Sphäre. Es fehlt an Kompetenz. So wird auch nichts aus dem Einer-für-Alle-Projekt (EfA), das im Herbst 2020 im IT-Planungsrat für die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) beschlossen wurde, um der lahmenden Digitalisierung auf die Sprünge zu helfen. Dilettantismus pur. Versucht mal in Berlin, eine Kopie einer so genannten Führerschein-Karteikarte zu bekommen (schöne Grüße an das Bezirkamt Neukölln….). Das grenzt an Arbeitsverweigerung.
Man braucht sich nur die 26 EfA-Mindestanforderungen für das Funktionieren von Onlinediensten durchlesen, um zu erkennen, wie das mit den verteilten Zuständigkeiten so läuft in Deutschland. Das geht nun seit über 20 Jahren so. Was sich Unionsparteien, SPD, Grüne und FDP in unterschiedlichen Regierungskoalitionen in der Netz- und Digitalpolitik leisten, beurteilte eine Pressesprecherin aus dem Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums wie folgt: „Fehlgeburten mit Lutschpastillen-Wirkung, die mangels zentraler Zuständigkeit und politischem Nachdruck in den verschiedensten Ressorts mit minimaler Sauerstoffzufuhr am Leben erhalten wurden. Ab und zu erfuhr der Netz-Patient eine Reanimation, bevor er seine letzten Bits und Bytes aushauchte.“
Mit fällt jetzt spontan kein Bund-Online-Projekt ein, das nicht in der Mülltonne landete. Deshalb hat Bitkom-Präsident Achim Berg recht: Die Digitalisierung dürfe kein Anhängsel mehr sein. „Sie gehört ins Zentrum.“ Ein echtes Digitalministerium müsse dafür sorgen, dass die Digitalpolitik in Deutschland kein Stückwerk mehr ist. „Es muss die Kompetenzen für die Kernbereiche der Digitalisierung erhalten, also Verwaltungsdigitalisierung, E- Government, Telekommunikation, Breitbandausbau und die Förderung von Schlüsseltechnologien. Für die Federführung von Projekten in diesen Bereichen bedarf es dazu eines eigenen Budgets“, so Berg.
Durch ein Veränderungsbudget sollten andere Häuser bei der Digitalisierung unterstützt werden: Ein Digitalministerium müsste dafür sorgen, dass die digitalen Bemühungen der Bundesregierung auf ein gemeinsames Leitbild einzahlen. „Das heißt, dass Prioritäten definiert und eingehalten werden. Dazu bedarf es eigener Spiegelreferate, die die Verbindung in die anderen Ressorts sicherstellen. Hierbei kann, wie man es teilweise in den Ländern findet, auch ein Veränderungs- oder Beschleunigungsbudget helfen, mit dessen Hilfe Projekte in den anderen Häusern zusätzlich unterstützt werden“, betont der Bitkom-Präsident.
In der Praxis müsste das Digitalministerium auch das Recht haben, mit einem Veto Maßnahmen zu stoppen, die im Sinne einer Digitalpolitik aus einem Guss überarbeitet werden müssen. Daraus wird nun wieder nichts: Die Digitalisierung in Deutschland krankt an einem Wirrwarr von Einzelmaßnahmen. Es versickert jedwede Initiative in irgendwelchen Gremien und Digital-IT-oder-Sonstwas-Gipfel-Schaulaufereien: Über allen Gipfeln ist Ruh, In allen Wipfeln Spürest du Kaum einen Hauch; Die Vögelein schweigen im Walde. Warte nur, balde Ruhest du auch.
Ich bin gespannt, was da auf den Weg gebracht wird. Es wäre wohl besser, die Agentur für Sprunginnovationen endlich richtig zu unterstützen und von den vergaberechtlichen Restriktionen zu befreien. @rafbuff@thomasramge Wann erwartet man denn Akzente von #DATI?
Ein Digitalministerium wird es in der Ampelkoalition nicht geben. Bitkom-Präsident Achim Berg kritisiert das: Die Digitalisierung dürfe kein Anhängsel sein. „Sie gehört ins Zentrum“. Der Digitalverband setzt sich seit Langem für ein eigenständiges Ministerium ein, in dem die Ressourcen gebündelt werden.
In den Reihen der Grünen hält man ein Digitalministerium für nicht zielführend: „Wir hatten in der letzten Legislatur einen entsprechenden Ausschuss der mangels Kompetenzen völlig für die Katz war. Besser eine Bündelung von Kompetenzen in einem starken Ankerministerium“, hieß es aus dem Kreis der Unterhändler.
Ob das ausreicht? Eher eine verpasste Chance, wie Achim Berg in fünf Punkten darlegt: Erstens müsse ein echtes Digitalministerium mit eigenem Budget dafür sorgen, dass die Digitalpolitik in Deutschland kein Stückwerk mehr ist. Dazu zählen Verwaltungsdigitalisierung, E-Government, Telekommunikation, Breitbandausbau und die Förderung von Schlüsseltechnologien.
Zweitens sollten die Zuständigkeiten für ressortübergreifende Digitalprojekte wie Digitalkabinett, IT-Rat, Digitalgipfel und weitere Initiativen in einem einzigen Ministerium angesiedelt sein.
Drittens könnte ein Veränderungsbudget andere Häuser bei der Digitalisierung unterstützt: Ein Digitalministerium müsste dafür sorgen, dass die digitalen Bemühungen der Bundesregierung auf ein gemeinsames Leitbild einzahlen.
Viertens müsste ein Digitalministerium oder Ankerministerium auch das Recht haben, mit einem Veto Maßnahmen zu stoppen, die der Digitalpolitik im Wege stehen.
Fünftens müsse die deutsche Digitalpolitik internationale Lernpartnerschaften eingehen. Zu den besonders erfolgreichen Ländern mit eigenem Digitalministerium zählt beispielsweise Norwegen, aber auch das Vereinigte Königreich schneidet im internationalen Vergleich besser ab. Deutschland sollte gezielt Lernpartnerschaften mit diesen Ländern.
So die Agenda von Bitkom-Präsident Achim Berg. Das Ganze ohne ein Digitalministerium anzugehen, wird schwierig. Was die Ampel im Koalitionsvertrag vorgelegt hat, halte ich für unzureichend – ohne Ambition auf einen Sprecherposten 😉