Floskeln und Sonntagsberichte: Warum wir in Fragen der Nachhaltigkeit nicht vorwärts kommen

Wenn man den Begriff „Nachhaltigkeit“ in die Suchmaschine Google eingibt, erscheinen rund sechs Millionen Treffer. Bei Sustainability komme man sogar auf über 47 Millionen Einträge. „Nachhaltigkeit – verstanden als eine gleichrangige Berücksichtigung von wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Aspekten – ist für uns ein zentrales Thema. Es stellt sich nur die Frage, unter welchem Fokus. Denn der schöne Schein der Millionen Ergebnisse trügt: Wenn es um die konkrete Umsetzung von Nachhaltigkeit geht, dann stehen wir erst ganz am Anfang, obwohl das Thema schon seit 1994 auf der Agenda steht“, bemerkte der Beschaffungsamt-Direktor Klaus-Peter Tiedtke zur 60-Jahrfeier seinen Hauses.

Und genau das ist der Punkt, der den Wissenschaftler Professor Ernst Ulrich von Weizsäcker umtreibt – sozusagen als Wanderprediger in Sachen Nachhaltigkeit: „Im Moment läuft alles von der Nachhaltigkeit weg. Nachhaltigkeit ist eine reine Rhetorik der Firmen. Es findet aber nichts statt. Wir müssen wirklich dramatisch die Kriterien des Erfolgs verändern. Der Erfolg der einzelnen Firmen ist die Zerstörung der Nachhaltigkeit“, so Weizsäcker auf einer Kundenkonferenz von Alcatel Lucent in Essen. In Sonntagsschriften und Umweltberichten werde zwar häufig das Gegenteil suggeriert. Es ist in der Regel eben nur der schöne Schein. Ich habe einige Ausschnitte der knapp einstündigen Rede festgehalten. Werde das Thema demnächst ausführlicher aufgreifen. Hier schon mal die drei Videos:

Siehe auch:

GLOBAL OVERSHOOT DAY: Schulden bei Mutter Erde.

2 Gedanken zu “Floskeln und Sonntagsberichte: Warum wir in Fragen der Nachhaltigkeit nicht vorwärts kommen

  1. Endlich spricht mal einer aus, was längst alle wissen. Der Kapitalismus macht sich das Wort Nachhaltigkeit zum Werkzeug des Erfolges.

  2. Pingback: Müllgebühren-Politik der Kommunen ist nicht öko-logisch #Kreislaufwirtschaftsgesetz | Ich sag mal

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