Speak now! iPhone mit der eigenen Stimme steuern – Google-Programm wird als Meilenstein für die Durchsetzung der Sprachautomatisierung gewertet

01Jetzt ist es offiziell. Google stattet das iPhone von Apple mit einem Programm zur Sprachsteuerung aus. Das Mobile App macht es möglich, die Websuche mit der eigenen Stimme zu starten, heißt es im Mobile-Blog von Google http://googlemobile.blogspot.com. Bislang allerdings nur in englischer Sprache. Die umständliche Bedienung der Handytastatur fällt weg. In Kombination mit My Location kann man auch standortbezogene Informationen beziehen. Experten halten das für einen Meilenstein bei der Durchsetzung von Programmen für die Sprachautomatisierung. Anfang des Jahres wurde auf der Call Center World http://www.callcenterworld.de in Berlin noch darüber spekuliert, wie die Sprachdialogszene am Super-Handy bastelt: Fortschrittliche Mensch-Maschine-Schnittstellen wie Spracherkennung oder Gestensteuerung könnten aus dem Handy eine Steuerzentrale für Online-Inhalte machen und neue Geschäftsmodelle eröffnen: Sprachdialogsysteme sind nach Auffassung von Lupo Pape, Geschäftsführer des Berliner Unternehmens SemanticEdge http://www.semanticedge.de, ein wichtiger Baustein für das Super-Handy der Zukunft: „Wie häufig hätten wir gerne im Alltag genaue Informationen zu Sportergebnissen, Telefonnummern oder Adressen. Unendlich viele Dinge, die wir, wenn wir gerade im Internet wären, sofort über Google abrufen würden. Da das aber in der Freizeit und von unterwegs selten der Fall ist und der Zugriff über das Handy mit Tastatur oder Touchscreen zu mühselig ist, verzichten wir meistens darauf, unseren Wissenshunger sofort zu stillen. Anders wäre es, wenn wir mit einfachen gesprochenen Suchbefehlen unsere Anfrage starten und die Suche dann bei Bedarf eingrenzen könnten, genauso, wie wir es derzeitig mit der PC-Tastatur und Maus tun und das ganze jederzeit und von jedem Ort aus”, erklärte Pape in Berlin. Mit der Sprachsteuerungstechnik für das iPhone wird diese Vision zur Realität. Am Nutzer der frei abrufbaren Anwendung müssen nur das Telefon an ihr Ohr halten und können dann praktisch jegliche Art von Fragen stellen, wie beispielsweise „Wo finde ich den nächst gelegenen Starbucks?“ oder „Wie hoch ist der Mount Everest?” Der Sprachlaut wird in eine digitale Datei konvertiert und anschließend an die Server von Google weitergeleitet. Die Suchergebnisse schließen zum Teil lokale Informationen mit ein. Dabei nutzt man die iPhone-Funktionen für die Bestimmung des konkreten Standorts. Die Fähigkeit, fast jeden gesprochenen Satz von einer x-beliebigen Person identifizieren zu können, war lange Zeit das höchste Ziel der Forscher für Künstlichen Intelligenz. Das Management von Google hat noch nicht kommuniziert, wann der Service ausgereift sein soll. Die Verantwortlichen sagten nur, dass der Service zumindest akkurat genug ist, um den Nutzern den großen Vorteil zu bieten, nicht mehr wie bisher ihre Anfragen auf der Bildschirm-Tastatur ihres iPhones eintippen zu müssen. Der Service kann genutzt werden, um Restaurant-Empfehlungen und Anfahrtsbeschreibungen zu erhalten, oder aber um Kontaktadressen aus dem Adressverzeichnis abzurufen. Auf die Frage “Welches ist das beste Pizza-Restaurant in Noe Valley?” würde das Google-System beispielsweise mit einer Liste von drei Restaurants in der Nachbarschaft von San Francisco reagieren, jede einzelne mit Sterne-Kategorie-Beurteilungen der Google-Nutzer und weiterführenden Links, durch die man Telefonnummern und Wegbeschreibungen anklicken kann.

Für Google ist die Technologie von entscheidender Bedeutung, um den nächsten Ansturm auf die Werbewelt vorzubereiten. Das Management kommentierte dies mit der Aussage, dass man durch lokale Anfragen beispielsweise höhere Werbekostensätze von Unternehmen aus der Region verlangen könne, obgleich der Verkauf einer solchen Werbeform bisher nicht Bestandteil ihres Portfolios sei. Wie auch bei den übrigen Produkten von Google ist dieser Service für die Nutzer frei verfügbar. Außerdem plant das Unternehmen, den Service später auch anderen Telefonsystemen zur Verfügung zu stellen. „Durch die Aspekte ‘Standort’ und ‘Sprache’ erhöhen wir gegenüber den Werbeträgern den Service-Nutzen auf dramatische Weise,” erklärte Vic Gundotra, Ex-Manager von Microsoft und nunmehr verantwortlich für das Mobile Business bei Google. Gundotra wies darauf hin, dass Google es geschafft hätte, das doppelte Problem der Informationseingabe und der Informationsabfrage für mobile Endgeräte erfolgreich zu lösen. „Diese zwei zusammenhängenden Probleme auf Weltklasse-Niveau zu lösen, ist unser oberstes Ziel“, erklärte Gundotra.

Die neue iPhone-Suchmöglichkeit ist nicht das erste Sprachdialog-System von Google. Schon im März hatte das Unternehmen verlauten lassen, dass der Auskunftsdienst GOOG-411 bereits zu einem reellen Produkt herangereift sei. Die Erfahrungswerte und Dateninformationen, die es durch das GOOG-411 gewinnen konnte, wurden für die Entwicklung für das iPhone herangezogen. Die neue Dienstleistung ist nach Expertenmeinung ein gutes Beispiel dafür, wie Google es schafft, elementare Informatik-Forschung mit Produkttechnik zu verbinden. Um dies zu erreichen, wurden einige der besten Spracherkennungs-Forscher der Welt engagiert. Die Teams in New York, London und Mountain View bearbeiten die Problematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Wer von den Suchanbietern das Rennen um die Hoheit beim mobilen Internet gewinnen wird, hängt nach Auffassung von Voice Days-Sprecher Bernhard Steimel http://www.voicedays.de davon ab, wer den „Kampf um die besten Köpfe“ mit der größten Marktmacht verbinden kann. „Den Kampf um die Köpfe hat Google bereits gewonnen – besonders durch die Art von Google, immer alles neu zu entwickeln und die geniale Strategie, mit GOOG411 im weltgrößten ‚Freiland-Versuch’ das eigene Sprachmodell zu validieren und mit einer exzellenten Qualität aufzuwarten“.

Siehe auch:

http://de.youtube.com/watch?v=y3z7Tw1K17A&eurl=http://googlemobile.blogspot.com/

http://googleblog.blogspot.com/2008/11/now-you-can-speak-to-google-mobile-app.html


Sprachsteuerung: Google macht das iPhone zum Super-Handy

Im Februar 2008 hatte ich schon darüber berichtet, wie die Sprachdialogszene am Super-Handy bastelt: Fortschrittliche Mensch-Maschine-Schnittstellen wie Spracherkennung oder Gestensteuerung könnten aus dem Handy eine Steuerzentrale für Online-Inhalte machen und neue Geschäftsmodelle eröffnen: Sprachdialogsysteme sind nach Auffassung von Lupo Pape, Geschäftsführer des Berliner Unternehmens SemanticEdge http://www.semanticedge.de, ein wichtiger Baustein für das Super-Handy der Zukunft: „Wie häufig hätten wir gerne im Alltag genaue Informationen zu Sportergebnissen, Telefonnummern oder Adressen. Unendlich viele Dinge, die wir, wenn wir gerade im Internet wären, sofort über Google abrufen würden. Da das aber in der Freizeit und von unterwegs selten der Fall ist und der Zugriff über das Handy mit Tastatur oder Touchscreen zu mühselig ist, verzichten wir meistens darauf, unseren Wissenshunger sofort zu stillen. Anders wäre es, wenn wir mit einfachen gesprochenen Suchbefehlen unsere Anfrage starten und die Suche dann bei Bedarf eingrenzen könnten, genauso, wie wir es derzeitig mit der PC-Tastatur und Maus tun und das ganze jederzeit und von jedem Ort aus”, erklärt Sprachdialogexperte Pape zum Start der Call Center Worldhttp://www.callcenterworld.de in Berlin. Seit Freitag wissen wir, dass das keine Hirngespinste sind. Google bringt die Sprachsteuerungstechnik auf das iPhone. 

Nutzer der frei abrufbaren Anwendung müssen nur das Telefon an ihr Ohr halten und können dann praktisch jegliche Art von Fragen stellen, wie beispielsweise „Wo finde ich den nächst gelegenen Starbucks?“ oder „Wie hoch ist der Mount Everest?“ Der Sprachlaut wird dann in eine digitale Datei konvertiert, die anschließend an die Server von Google weiter geleitet wird. Dort werden die gesprochenen Worte ermittelt, die im Anschluss daran an die Google Suchmaschine gehen. 

Die Ergebnisse dieser Suche, die in nur wenigen Sekunden auf einem schnell arbeitenden drahtlosen Netzwerk angezeigt werden können, schließen zum Teil lokale Informationen mit ein. Dabei macht man sich die Funktionalitäten des iPhones zu Nutze, über die man den konkreten Standort bestimmen kann.

Die Fähigkeit, fast jeden gesprochenen Satz von einer x-beliebigen Person identifizieren zu können, war lange Zeit das höchste Ziel der Forscher für Künstlichen Intelligenz. Ihr Bestreben galt dabei besonders dem Erforschen von Methoden, die bewirken sollen, dass die Interaktionen zwischen Mensch und Maschine zu einer Selbstverständlichkeit werden. Systeme, die mit einer solchen Fähigkeit ausgestattet sind, haben kürzlich damit begonnen, als kommerzielle Produkte die Märkte zu erobern.

Sowohl Yahoo als auch Microsoft bieten bereits Sprachdienstleistungen für Handys an. So gibt der Microsoft Tellme Service Informationen nach speziellen Kategorien, wie beispielsweise Anfahrts- und Wegbeschreibungen, Landkarten und Spielfilme wieder. Das Yahoo oneSearch System mit Spracherkennung ist im Vergleich dazu flexibler, dafür scheint es aber nicht so akkurat zu funktionieren wie das Angebot von Google. Das Google-System ist noch lange nicht perfekt und sendet beispielsweise Anfragen zurück, die wie Kauderwelsch klingen. Das Management von Google hat sich bisher zurückgehalten, Schätzungen bekannt zu geben, die besagen, wie oft der Service korrekt funktioniert. Die Verantwortlichen sagten nur, dass sie der Meinung seien, dass der Service zumindest akkurat genug ist, um den Nutzern den großen Vorteil zu bieten, nicht mehr wie bisher ihre Anfragen auf der Touchbildschirm-Tastatur ihres iPhones eintippen zu müssen.

Der Service kann genutzt werden, um Restaurant-Empfehlungen und Anfahrtsbeschreibungen zu erhalten, oder aber um Kontaktadressen aus dem iPhone Addressverzeichnis abzurufen. Genauso kann der Service dafür nützlich sein, Auseinandersetzungen in Bars zu bereinigen. Auf die Frage “Welches ist das beste Pizza-Restaurant in Noe Valley?“ würde der Service beispielsweise mit einer Liste mit drei Restaurants in der Nachbarschaft von San Francisco reagieren, jede einzelne mit Sterne-Kategorie-Beurteilungen von Google Nutzern und weiterführenden Links, durch die man Telefonnummern und Wegbeschreibungen anklicken kann.

Raj Reddy, ein Wissenschaftler der Künstlichen Intelligenz an der Carnegie Mellon University, der Pionierarbeit in der Spracherkennung geleistet hat, sagte, dass der Vorteil von Google sei, riesige Mengen an Daten zu speichern und zu analysieren. „Welches Produkt Google auch immer zum jetzigen Zeitpunkt auf den Markt bringt, wird schon in drei oder sechs Monaten signifikant an Fehlerfreiheit und Akkuratesse hinzu gewonnen haben“, erklärte Reddy.

Reddy fügte ferner hinzu: „Es ist wichtig zu verstehen, dass Spracherkennungssysteme nie richtig perfekt sein können. Die Frage sollte vielmehr lauten: bis zu welchem Punkt ist die Maschinenleistung in der Lage, sich der menschlichen Leistung zu nähern?“ Für Google ist die Technologie von entscheidender Bedeutung, um den nächsten Ansturm auf die Werbewelt vorzubereiten. Das Management von Google kommentierte dies mit der Aussage, dass man durch lokale Anfragen beispielsweise höhere Werbekostensätze von Unternehmen aus der Region verlangen könnte, obgleich der Verkauf einer solchen Werbeform bisher nicht Bestandteil ihres Portfolios sei.

Wie auch bei den übrigen Produkten Googles ist dieser Service für die Nutzer frei verfügbar. Außerdem plant das Unternehmen, den Service später auch anderen Telefonsystemen zur Verfügung zu stellen.

„Durch die Aspekte ‚Standort‘ und ‚Sprache‘ erhöhen wir gegenüber den Werbeträgern den Service-Nutzen auf dramatische Weise,” erklärte Vic Gundotra, ein ehemaliger leitender Angestellter von Microsoft, der nun das Mobile-Business bei Google leitet.

Dabei ist Google keinesfalls das einzige Unternehmen, das daran arbeitet, zukunftsweisende Spracherkennungs-Ressourcen zu erschließen. Eine so genannte Spracherwiderungstechnologie kommt schon heute regelmäßig bei telefonischen Anrufbeantwortersystemen und anderen Verbraucherdienstleistungen und -produkten zum Einsatz. Allerdings haben diese Systeme oft Schwierigkeiten mit der Komplexität von Dialogen. Außerdem offerieren sie in der Regel nur ein eingeschränktes Repertoire an Antworten auf die eingehenden Anfragen.

Vor einigen Wochen hatte Adobe seiner Creative Suite Software die von dem britischen Unternehmen Autonomy entwickelte Spracherkennungstechnologie hinzugefügt. Dadurch wurde die Möglichkeit geschaffen, Videokopien und Audio-Aufzeichnungen mit einem hohen Grad an Genauigkeit zu erstellen.

Gundotra wies darauf hin, dass Google es geschafft hätte, das doppelte Problem der Informationseingabe und der Informationsabfrage für mobile Endgeräte erfolgreich zu lösen.

„Diese zwei zusammenhängenden Probleme auf Weltklasse-Niveau zu lösen, ist unser oberstes Ziel“, erklärte Gundotra.

Die neue iPhone Suchmöglichkeit ist nicht das erste Sprach-basierte Angebot von Google. Schon im März hatte das Unternehmen verlauten lassen, dass das GOOG-411, ein experimenteller Auskunftsdienst, bereits zu einem reellen Produkt herangereift sei. Der Service eröffnet Nutzern die Möglichkeit, Geschäfts-Telefonnummern und Adressinformationen abzufragen. Google sagte, dass es sich die Erfahrungswerte und Dateninformationen, die es durch das GOOG-411 gewinnen konnte, für die Entwicklung des iPhone Services zu Nutze gemacht hätte.

Die neue Dienstleistung ist ein gutes Beispiel dafür, wie Google es schafft, elementare Informatik-Forschung mit Produkttechnik zu verbinden. Um dies zu erreichen hat das Unternehmen einige der besten Spracherkennungs-Forscher der Welt engagiert. Die Teams in New York, London und dem Hauptsitz in Mountain View bearbeiten die Problematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Ein verblüffender Teil des Gesamtdesigns der Dienstleistung wurde von einem Google-Researcher aus London beigesteuert, der eine Möglichkeit entdeckte, wie man den iPhone Akzelerometer nutzen kann — das Gerät, das per Sensortechnik erkennt, wie das Telefon gehalten wird. Die Researcher von Google erklärten, dass ein weiterer Vorteil gegenüber der Konkurrenz in der Tatsache bestehen würde, dass die Verbraucher in den vergangenen Jahren bereits Milliarden von Anfragen bei Google getätigt hätten, was allein schon für eine große Erfahrungskompetenz spräche.

„Eine Sache, die sich geändert hat, ist die heute verfügbare Berechnungsgröße und die Datenmenge“, erklärt der Sprachforscher Mike Cohen, der bevor er zu Google kam, als Mitbegründer bei Nuance Communications tätig war. Cohen empfahl darüber hinaus, dass frühere Anfragen dazu genutzt werden könnten, ein statistisches Modell zu erstellen, das demonstriert, auf welche Art und Weise Wörter häufig in einer aneinander gereihten Form auftreten. Dies ist nur eine der vielen Komponenten des Spracherkennungssystems, zu dem außerdem ein Sprachlaut-Analyse-Modell zählt ebenso wie ein Mechanismus, der es ermöglicht, die elementaren Sprachkomponenten mit tatsächlichen Wörtern zu verknüpfen.

Google hat vor kurzem ein technisches Dokument über die Entwicklung von umfangreichen Modellen zur maschinellen Übersetzung der Sprache veröffentlicht. Die Forscher schrieben dazu, dass sie das System an zwei Billionen „Informationsmerkmalen“ oder Wörtern erprobt hätten.

Hier die Demonstration des Dienstes auf Youtube: http://de.youtube.com/watch?v=GQ3Glr5Ff28


 

Computer Intelligence equals that of a lesser house fly: Telecommunication in need of a new artificial intelligence concep

In order to achieve a tangible cutting edge in the telecommunications sector, a new appreciation and overhauled concept of artificial intelligence is called for. This is the viewpoint expressed by Lars Thomsen, trend researcher at the Agency Future Matters http://www.future-matters.com. Only when appliances can boost a notably enhanced intelligence will system leaps become a feasible reality. At the moment we are still in the infancy stage of such a process“, explains Thomsen. At present the intelligence level of a computer equals that of a common house fly. Within about five years it would be realistic to assume that one has reached the intelligence level of a dog and it would take a further ten years to come up to the intelligence level of a human being. “At that time both storage/memory and bandwidth will be moving in spheres that by today´s standards is still far beyond imagination – approximately 200,000 times more efficient than today. The access to the internet will then be as ubiquitously second to nature as electricity is today. And what is more we will be in a position to delegate the great bulk of organizational tasks to Personal Assistants, thereby gaining more time to concentrate on the more pressing issues“, Thomsen expounds. 

For the television programmes this vision has already become reality. One good example to this end is the software “TV Digital Personal“ which has the capacity of connecting personalized TV-Channels based on the conventional television programme with all the internet offerings available. The programme will be generated automatically and will reflect the individual preferences and respective attitudes and behavioural patterns of the TV-viewer. “My prognosis is that all industries, whose corporate processes can be presented on the internet and all kinds of everyday life situations, in which internet-based appliances are being employed, will be governed by electronical assistants. When all appliances surrounding us will be equipped with permanent internet connections, ranging from the Intercity Express seats via motorcars, mobile phones, living room television sets, child´s beds right through to the briefcase, from that moment on at the very latest will each and everyone of us have a small intelligent assistant ready for personal use“, confirms Sven Gábor Jánszky of forward2Business-Trend Office http://www.forward2business.com. 

“Within the scope of ten years most of the service requests via voice entry will be dealt with in just one sentence“, predicts speech dialogue expert Lupo Pape, Managing Director of SemanticEdge http://www.semanticedge.de in Berlin: The future scenario would then present itself as follows: “SMS to Anne: My flight is delayed and I will not arrive until 21:00 hrs.“. And the SMS will be forwarded immediately. “Please reserve me a seat on the next train to Berlin.“ The back end systems of the Personal Assistant will then make the online-reservation and send a SMS detailling the respective connection times, the booked seat number as well as a reservation code. Yet another example: “I still need three litres of milk, three pieces of butter as well as a pumpkin seed bread“ and the retailer at the corner shop schedules the goods to be picked up or alternatively delivers the goods to the home address. With the Personal Assistant each customer has the opportunity to compilate the individual services he himself wishes to use. For the companies it will be vital to adjust to this trend by having a presence in the personalized compilation of the respective services“, predicts Pape. 

 

Visionäre Computer-Wolken von Google und die Warnung vor neuen Monopolen

In den kommenden Jahren werden Computerprogrammierung, Computerarchivierung und Netzwerk-Fähigkeiten nach Einschätzung von Google eine exponentielle Entwicklung  erfahren. „Neue Computerprogramme, von denen eine noch größere Anzahl netzbasiert sein wird als bisher, kommen auf den Markt, um aus diesen neuen Möglichkeiten Kapital zu schlagen“, schreiben  die Google-Forscher Wie sich bereits heute abzeichnet, werden die Menschen mit dem „Cloud Computing” synchron agieren und eine Fülle an technischen Geräten zeitgleich nutzen: PCs, Mobiltelefone, PDAs und Computerspiele. Die steigende Anzahl und Vielfalt der Interaktionen werde das Cloud Computing nicht nur mit mehr Informationen ausstatten, sondern auch wertvolle Daten und Fakten über die Denk- und Verhaltensweise von Menschen und Systemen liefern. „Auf diese Weise erhalten Computersysteme die fantastische Möglichkeit, aus dem Kollektivverhalten von Milliarden Menschen Informationen abzuleiten und Erkenntnisse zu gewinnen“, meinen die beiden Google-Manager. 

Computer werden intelligenter und könnten Beziehungen zwischen Objekten, Nuancen, Absichten, Bedeutungen und anderen tief gehenden konzeptionellen Informationen herstellen. „Wir werden in der Lage sein, unsere Systeme so ausreifen zu lassen, dass sie nicht nur die Charaktere unterscheiden und erkennen oder beispielsweise Namen in ein YouTube-Video oder Buch einspielen können. Sie werden zudem in der Lage sein, Handlung und Symbolik zu erkennen. Das potenzielle Ergebnis wäre eine Art konzeptionelle Suche, nach dem Motto: ‚Suche mir eine Geschichte mit einer spannenden Verfolgungsjagd-Szene und einem Happy End’. Da es den Systemen somit ermöglicht wird, Informationen aus individuellen Interaktionen herauszufiltern, werden sie in der Lage sein, Ergebnisse zugeschnitten auf die Situationsbedürfnisse der Einzelperson zu liefern“, führen Spector und Och aus. 

Bisher wurden Systeme, die komplizierte Probleme und Fragen lösen und beantworten konnten, traditionsgemäß mit dem Etikett „intelligent” versehen. Verglichen mit der ersten Generation der „Künstlichen Intelligenz” habe der neu eingeschlagene Weg besseres zu bieten: „Zunächst einmal wird dieses System in einer gigantischen Dimension umgesetzt, mit einer bis dato beispiellosen computerisierten Kraft und Energie durch Millionen von Computern. Bei der Entwicklung werden darüber hinaus Parameter berücksichtigt, um konkrete und nützliche Aufgaben zu lösen und zu verbessern. Hierzu gehören die Informationssuche, die Beantwortung von Fragen, die Umsetzung eines gesprochenen Dialogs, die Übersetzung von Texten und Reden, die Umwandlung von Images und Videos“, erläutern Spector und Och. 

Die wolkigen Computervisionen von Google stoßen auf Widerstand: „Die Argumentation für Cloud Computing unterscheidet sich in vielen Details nicht von den Argumenten, die viele Jahre für Großrechner angeführt wurden, nun verbunden mit einer Netzversorgungsphilosophie, die neben unbegrenzten Übertragungskapazitäten auch unbegrenzte Rechenkapazitäten verheißt. Nach dem Ende der Großrechnerära wurde in den 90er Jahren von einigen IT-Herstellern das Network-Computing propagiert, wo die einfachen Terminals zwar durch Lite-PCs ersetzt wurden, aber die Applikationen aus dem Netz kommen. Das hatte keinen Erfolg“, kontert Andreas Latzel, Deutschlandchef des ITK-Anbieters Aastra http://www.aastra-detewe.de in Berlin. 

Die Cloud Computing-Prediger würden verkennen, dass es komplett gegenläufige Trends zu großen, mächtigen Computerzentren und damit auch zu Anbietern der Leistungserbringer gibt. „Open Source etwa, wo zunehmend auch viele große Unternehmen auf freier, unter der Open Source Lizenz veröffentlichter Software aufsetzen und diese für ihre Modifikationen und Erweiterungen benutzen. Ob Linux, OpenOffice oder Mozilla, es gibt viele gute Gründe für Open Source“, sagt Latzel. Ein weiteres Gegenargument sei die zunehmende Mobilität. „Es gibt keine unbegrenzte Bandbreite. Selbst in Deutschland, wo UMTS seit vier Jahren kommerziell verfügbar ist, lässt sich selbst mit Bandbreiten nach R99 nicht flächendeckend und in allen Gebäuden arbeiten, von schnelleren Bandbreiten nach HSDPA und LTE ganz zu schweigen. Auch WLAN-Hotspots sind nur begrenzt verfügbar. Somit muss jede Anwendung für die Geschäftswelt auch darauf ausgelegt sein, offline arbeiten zu können. Dazu kommt die mangelnde Zahlungsbereitschaft der Anwender, für sehr hohe mobile Bandbreiten zu bezahlen, so dass eher Bandbreiten in Frage kommen, die lediglich Anwendungsdaten übertragen, aber nicht eine zentralisierte Rechenleistung unterstützen“, führt Latzel weiter aus. 

Als Skeptiker hat sich nach einem Bericht von Silicon http://www.silicon.de auch der Free-Software-Guru Richard Stallman http://www.stallman.org offenbart. Für ihn ist Cloud Computing schlicht eine „Dummheit“. Zumal unter diesem Begriff nichts Neues zusammengefasst werde. Doch Stallman zieht nicht nur gegen alten Wein in neuen Schläuchen zu Felde: Er sieht reale Gefahren für die Anwender. Es könnten neue Abhängigkeiten entstehen und die Kosten explodieren. „Das Interessante am Cloud Computing ist, dass wir es so re-definiert haben, dass es vor allem Dinge enthält, die wir ohnehin schon tun“, so Stallman gegenüber dem „Guardian“. Der Begriff sei vor allem durch die Industrie geprägt worden. In erster Linie beschreibe es jedoch die Tatsache, dass die Anwender die Hoheit über ihre Computer an die Hersteller und Anbieter abgeben. Und diese Hersteller heißen Google, Microsoft und Amazon. 

Telekom öffnet Glasfasernetze für Konkurrenz – Alleingang des Ex-Monopolisten chancenlos

 

Es gibt sie noch, die positiven Nachrichten von der Deutschen Telekom. So überraschte Festnetzchef Timotheus Höttges die Telekommunikationswelt am Wochenende positiv mit der Ankündigung, den Glasfaserausbau in Deutschland gemeinsam mit alternativen Anbietern voran zu treiben. Nach Ansicht von Branchenexperten ist das eine glatte 180-Grad-Wende, nachdem die Telekom die Konkurrenten noch vor zwei Jahren per Gesetz von ihren superschnellen Anschlüssen im Kupfernetz hatte ausschließen lassen. Das neue Modell sieht nach Informationen der Wirtschaftswoche http://www.wiwo.de nun vor, dass sich die Telekom mit dem jeweiligen Wettbewerber ein Stadtgebiet aufteilen und die Partner das Netz des anderen jeweils nutzen dürfen, um ihren Kunden so Fernsehen, Internet und Telefon als Komplettpaket anbieten zu können.

 

Von einer Zeitenwende könne nach Ansicht von Georg Stanossek, Chefredakteur des Fachdienstes Portel http://www.portel.de, allerdings nicht gesprochen werden. „Die Telekom steht im Festnetz mit dem Rücken zur Wand und hat gar keine andere Wahl, als bei so einer Mammut-Aufgabe wie dem Glasfaserausbau mit den Konkurrenten zusammen zu arbeiten. Nach wie vor verliert der rosa Riese jeden Monat zigtausende Kunden entweder an die Konkurrenz im Festnetz oder zunehmend auch im Mobilfunk. Besonders in den Ballungsgebieten, wo gleich ein halbes Dutzend oder mehr Anbieter die Kunden mit Dumpingpreisen und Pauschalen für Telefon und Internet umwerben, liegen die Marktanteile der Wettbewerber in Teilbereichen bereits bei über 70 Prozent“, erläutert Stanossek. Vor allem bei den Geschäftskunden oder der öffentlichen Hand könnten die lokalen Anbieter ihre engen wirtschaftlichen und politischen Kontakte voll ausspielen und zudem noch mit deutlich besseren Serviceangeboten gegenüber dem Ex-Monopolisten punkten. Der Konzern spüre immer stärker die Folgen permanenter Änderungen der Organisation, häufiger Führungswechsel und des Stellenabbaus.

 

„Dabei hat die Zukunft im Telekommunikationsmarkt noch gar nicht einmal so recht begonnen. Und dort wo sie begonnen hat, gehören die Netze in der Regel nicht der Telekom“, weiß Stanossek.

Brandherde gebe es Köln und München, wo Netcologne und M-Net als Lokalmatadoren in enger Zusammenarbeit mit den Stadtwerken und Wohnungsbaugesellschaften schon vor Jahren begonnen haben, in einzelnen Wohnblocks aber auch in ganzen Stadtteilen tausende von Haushalten per Glasfaser direkt auf das eigene Netz zu nehmen. „Ganz ohne die Telekom können die Kunden nun plötzlich einen Internet-Zugang mit 100 Mbit/s zum marktüblichen Preis erhalten. Schlagendes Argument für den Wechsel auf die Glasfaser ist dabei für die Kunden häufig nicht das deutlich schnellere Internet, sondern – Marcel Reich-Ranicki und Elke Heidenreich zum Trotz – das im Triple Play-Paket enthaltende TV-Angebot“, sagt Stanossek.

 

Der Aufbau der Glasfasernetze sei dabei keineswegs auf die Metropolen beschränkt. Im Gegenteil: Gerade auf dem Land mehren sich die Breitbandinitiativen, nachdem dort selbst wichtige mittelständische Unternehmen, beispielsweise aus der Zuliefererindustrie, lange genug und meistens vergebens bei der Telekom um DSL gebettelt haben. Alveslohe, Hamm, Meschede, Neuler, Nordhorn, Premnitz, Schwerte, Steinfurt, Zernsdorf – gerade diese vermeintlich unbedeutenden ehemals ‚weißen Flecken’ auf dem deutschen Breitbandatlas sind es, welche die Telekom nun anscheinend zur Vernunft gebracht, um nicht zu sagen in die Knie gezwungen, haben“, glaubt der Portel-Chefredakteur. Abseits der „großen“ Telekom-Themen Stellenabbau, Datenklau und Abhörskandal hätten sich diese Orte klammheimlich von der Telekom-Fessel „Teilnehmeranschlussleitung (TAL)“ befreit und auf eigene Faust und in einer Art Bürgerbewegung teils mit eigenen, teils öffentlichen Fördergeldern bessere und preiswertere Kommunikationsinfrastrukturen geschaffen. 

 

„Offenbar hat sich mittlerweile auch bis in den Vorstand herumgesprochen, dass der Konzern hier im Wettbewerb keine Chancen hat, seine Kunden zu behalten, wenn eine Gemeinde sich einmal entschließt, ihre Bürger mit Glasfaser zu versorgen. Gleichzeitig hat die Telekom nicht die Mittel, den flächendeckenden Ausbau ihres Glasfasernetzes auf der letzten Meile, also den letzten Metern vom Kabelverzweiger bis ins Gebäude, aus der eigenen Kasse zu finanzieren. Bis zu 60 Milliarden Euro sind dafür nach Einschätzung von Experten erforderlich. Timotheus Höttges zieht für die Telekom also lediglich die Notbremse, wenn er nun beim Glasfaserausbau die Zusammenarbeit mit den lokalen Anbietern sucht“, kommentiert Stanossek.

 

Und selbst wenn die Telekom die finanziellen Mittel hätte: Die EU-Kommissarin Viviane Reding habe längst klar gemacht, dass sie auch die Glasfasernetze in Europa regulieren und für den Wettbewerb öffnen will. Die Kommission führt zum Next Generation Access (NGA) derzeit entsprechende Konsultationen durch. Über einen gemeinsamen regulatorischen Rahmen für NGA-Netze soll eine einheitliche Behandlung der Netzbetreiber in der EU erreicht und so die für Investitionen erforderliche Rechtssicherheit geschaffen werden. „Ein flächendeckendes Glasfasernetz, das alle Dienste-Provider als Open Access-Netz zu gleichen fairen Konditionen nutzen können, ist für den Wirtschaftsstandort Deutschland von entscheidender Bedeutung im internationalen Wettbewerb“, meint Stanossek. Am Ende wäre es für den Markt aber auch schon ein positiver Effekt, wenn die Fixierung der Deutschen Telekom und anderer Unternehmen auf kurzsichtige Gewinnmaximierung und die damit verbundenen kurzfristigen Abschreibungszeiten für Investitionen nun einem nachhaltigen Investitionsverhalten und einem Denken in langfristige Renditen weichen würde. Siehe auch: http://www.inside-digital.de/news/2137.html; http://www.voip-info.de/news/newsartikel__968.php; http://www.dsl-magazin.de/news/telekom-konkurrenz-fordert-zugang-zu-ip-glasfasernetzen_21507.html; http://www.portel.de/nc/nachricht/artikel/14348-vatm-bnetza-will-wettbewerbern-eingeschraenkten-zugang-zum-glasfaser-netz-gewaehren/; http://www.portel.de/nc/nachricht/artikel/20245-diw-studie-deutschland-muss-bei-telekom-investitionen-nachlegen/.

Google-Internet Evangelist Vint Cerf: Internet der nächsten Generation wird mobil und intelligent

Experten gehen davon aus, dass im nächsten Jahrzehnt ungefähr 70 Prozent der Bevölkerung einen mobilen oder festen Zugang zum Internet mit wachsenden Höchstgeschwindigkeiten bis zu mehreren Gigabits pro Sekunde haben werden. Wir können mit Zuversicht voraussagen, dass mobile Geräte zu einer bedeutenden Komponente des Internets werden. Das gilt ebenso für jegliche Art von Vorrichtungen und Sensoren. Viele der Inhalte und Informationen des Internets, ob über einen mobilen oder festen Zugang abrufbar, werden sowohl geographische als auch logistische Standortfragen beantworten können. Wenn Sie beispielsweise ein Hotelzimmer betreten, wird Ihr Mobilgerät zeitgleich die exakte Information zu dem Standort und der Zimmernummer erhalten. Wenn Sie den Laptop einschalten, wird er diese Information ebenfalls empfangen – entweder durch Ihr Mobilgerät oder durch das Zimmer selbst“, erklärt Chief Internet Evangelist von Google http://www.google.com/corporate/execs.html. Nach der Aktivierung werde es für die Geräte ein Routinevorgang sein, herauszufinden, welche anderen Geräte in der näheren Umgebung noch eingeschaltet sind. Über RFID könne das Handy zudem unterschiedliche Gegenstände identifizieren.


Das Internet werde nach Auffassung des Google-Vordenkers auch das Medium Video verändern. „Während das Video heute noch überwiegend in der zeitlich programmierbaren Standard-Ausführung vorliegt, wird es in Zukunft zu einem interaktiven Medium heranreifen, bei dem die Auswahl bezogen auf Inhalt und Werbung maßgeblich vom Verbraucher bestimmt wird. Durch die Produktpositionierung erhalten die Nutzer die Möglichkeit, eigene Interessengebiete auf den vorhandenen Sichtfeldern anzuklicken, um mehr Informationen zu erhalten“, so Cerf. Durch Hyperlinks werde es möglich sein, die Rennszenen in Star Wars I mit dem Wagenrennen in Ben Hur in Beziehung zu setzen. „Das neue Format der konventionellen Videokonferenz wird durch den Einsatz von Robotern verbessert, die sich per Fernbedienung steuern lassen, sich fortbewegen, Kameras und Mikrofone einstellen und sogar direkt mit der lokalen Umgebung interagieren können – und das alles wird vom Nutzer selbst bestimmt und kontrolliert“, betont Cerf.

Selbst ein Waschmittelkarton könne Teil einer Dienstleistung werden, indem Waschmaschinen mit Internetfunktion durch Web-basierte Services bedient werden, die die Waschmaschine konfigurieren und aktivieren. „Wissenschaftliche Messungen und Experimentier-Ergebnisse werden gebloggt und automatisch in allgemeine Datenarchive eingetragen, um die Verbreitung, das Austauschen und die Wiederherstellung der Experimentier-Ergebnisse zu ermöglichen. Man kann sich sogar vorstellen, dass wissenschaftliche Instrumente in der Lage sein werden, ihre eigenen Datenblogs zu generieren“, glaubt Cerf. Alles was in unserer Vorstellungskraft einen Platz finden könnte, habe auch eine gute Chance auf Programmierbarkeit. „Dass sich Evangelisten wie Vint Cerf über solche Themen äußern, gehört zu ihrem Job. Die Inhalte indes sind nichts neues. Bereits vor 15 Jahren diskutierten wir über Kühlschränke, die den Füllstand der Milch anzeigen und eine Einkaufsliste pflegen“, sagt Dr. Andreas Rebetzky, Director Global Information Technology bei Bizerba http://www.bizerba.de/de. Man müsse die Möglichkeiten des Internets stärker nach Qualität filtern. „Wir müssen selektieren, welche Dienste wir in Anspruch nehmen, um unser Leben zu bereichern. Neue Anwendungen sprießen wie Pilze aus dem Internet, zumeist im Endkundenmarkt. Für Professionals wird das Eis dünner: Hier ist Stabilität, Zuverlässigkeit, Robustheit gefordert. Leider bekommen wir durch die Bankenkrise den Eindruck, dass auch dort manchmal der Gameboy vor der Vernunft genutzt wurde“, warnt Rebetzky.

 

Unbestritten sei allerdings der Trend, dass mobile Endgeräte sich zu sehr nützlichen Ratgebern entwickeln. Aktuelle Forschungsergebnisse der Künstlichen Intelligenz (KI) ermöglichen virtuelle Einkaufsassistenten, die den Käufer im Supermarkt persönlich beraten. „Er bekommt auf Wunsch nicht nur spezielle Hinweise auf Allergene in den Produkten und passende Sonderangebote sondern auch aktuelle Preisvergleiche auf dem Flachbildschirm an seinem Einkaufswagen angezeigt. Jedes Produkt hat ein digitales Produktgedächtnis, das zum Beispiel für eine Tomate anzeigt, wann und wo sie geerntet, wie lange sie wie gekühlt wurde. Durch die RFID-Technologie gelingt es, ‚sprechende Produkte’ zu entwickeln, die dem Käufer seine Fragen im Sprachdialog beantworten. Mit einem Navigationssystem am Einkaufswagen wird der Käufer rasch zu den gewünschten Warenangeboten geführt“, so Professor Wolfgang Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) http://www.dfki.de in Saarbrücken und Schirmherr der Voice Days http://www.voicedays.de. Die Einschränkungen der Nutzerschnittstellen bei mobilen Geräten werde man in Zukunft durch Sprachsteuerung kompensieren. „Die Endgeräte werden immer kleiner, Displays und Tastaturen sind immer weniger standardisiert. Hier können moderne Sprachdialogsysteme ihre Stärken ausspielen und intelligente Assistenzsysteme zur Entfaltung bringen“, resümiert Lupo Pape, Geschäftsführer von SemanticEdge http://www.semanticedge.de. Mit dem „Best Practice Award“ für das Freenet Kundenserviceportal gewann sein Unternehmen den Hauptpreis der diesjährigen Voice Days in Wiesbaden.

medienbüro.sohn/NeueNachricht/Zehn Jahre Google und das Endspiel um die Vorherrschaft im Internet

In den vergangenen zehn Jahren hat Google das Suchen und Finden im Internet revolutioniert. Jetzt stößt der Gigant in neue Geschäftsfelder vor. „Umwelt, Gesundheit, Bibliotheken – überall hat Google die Finger im Spiel. So könnte die Zukunft aussehen: Das grenzenlos mobile Internet wird künftig gesteuert über webbasierte Software, ist jederzeit und überall einsetzbar. Spracherkennung macht den Blick auf das Display überflüssig“, spekuliert Welt-Online http://www.welt.de und wird von Branchenexperten bestätigt: „Google hat schon vor Jahren die Spracherkennung als Schlüsseltechnologie für seine Expansionspläne entdeckt. So beobachten wir seit längerer Zeit wie der Suchmaschinen-Gigant in die Erforschung der Einsatzfelder von Sprachtechnologie und Entwicklung eigener Produkte investiert. Für Google ist der Einsatz von Spracherkennung ein strategisches Projekt im Rahmen der selbsternannten Mission ‚Organize the world’s information’. Denn das Internet wächst und dehnt sich aus – es wird immer mehr zum Bewegtbild und zum mobilen Medium“, sagt Bernhard Steimel, Sprecher der Brancheninitiative Voice Business, die Mitte Oktober in Wiesbaden den Kongress Voice Days http://www.voicedays.de/

veranstaltet. 

Die Rolle der Sprachtechnologie könne man anhand von drei Zielen erläutern, die auch als Entwicklungsstufen eines strategischen Plans von Google betrachtet werden können: „Es soll in der ersten Stufe einen einfachen Zugang zu Internet-Suchdiensten auch per Telefon geben. Der Zugang soll von überall und über jedes Endgerät möglich sein – die Sprachsteuerung dient als Dialogmedium. In der zweiten Stufe wird die Suchfunktion auf nicht-textbasierte Informationen wie Audio- und Video-Content ausgeweitet. Die Sprachtechnologie dient hier als Analyse-Medium. In der dritten Stufe wird man die Suche auf andere Trägermedien ausdehnen und alle Inhalte, auch lokale, erfassen. Die Sprachtechnologie wird dann als Eingabemedium eingesetzt“, erläutert Steimel im Gespräch mit dem Bonner Magazin NeueNachricht http://www.ne-na.de.

 

Erste Maßnahmen habe Google bereits eingeleitet. Ein Spracherkenner sei bereits entwickelt worden, der mit Daten aus der Telefonauskunft 0800-GOOG-411 http://www.google.com/goog411/

gefüttert werde. „Mit dem Start des Video Search Dienstes geht man noch einen Schritt weiter. Wenn auch Videoinhalte anhand von konkreten Äußerungen in die Suchfunktionen einbezieht, lässt sich die Online-Werbung passgenau platzieren und kann generell für die Werbeindustrie die Media-Analyse effizienter im Internet betrieben werden“, glaubt Steimel.

 

Je mehr das Handy zum Computer werde und als Multimedia-Speicher und Abspielmedium fungiere, desto mehr werden nach den Plänen des Mountain View-Konzerns auch hier Suchdienste vonnöten sein. Dabei stoße die Tastatur als Eingabemedium an ihre Grenzen, denn die Eingabe von Suchanfragen über die Zifferntastatur sei wenig komfortabel. Spracherkenner könnten zu einer Vereinfachung beitragen: „Vor diesem Hintergrund erlangt das Google-Betriebssystem Android eine zusätzliche Bedeutung – die Spracherkennung wird wohl direkt mit eingebaut“, erwartet Steimel. Google, frohlocken seine Freunde und fürchten seine Feinde, werde auch in den nächsten zehn Jahren das Cyberspace entscheidend prägen.

 

„Mit diversen Projekten und Beteiligungen hat sich der Suchmaschinenkonzern schon in Position gebracht“, berichtet Welt-Online: Nach den Worten von Vorstandschef Eric Schmidt will Google eines Tages ein „Supercomputer“ sein, über den die Nutzer alles online erledigen können. Jede Anwendung wäre internetbasiert und der Kauf von externer Software überflüssig. Ob Mailen, Surfen, Textverarbeitung, Präsentationen, Buchhaltung oder Statistik, alles würde von riesigen Serverfeldern ausgehen und Google wäre deren Eintrittstor und Gehirn zugleich. Das Stichwort dafür heißt Cloud-Computing: Es läutet nach Auffassung von FAZ-Redakteur Holger Schmidt das Endspiel um die Vorherrschaft im Internet ein: „Dokumente, Internetseiten, Fotos und Videos müssen künftig nicht mehr auf dem heimischen Rechner abgelegt werden, sondern irgendwo ‚in der Wolke’, womit riesige, über die ganze Welt verteilte Datenzentren gemeint sind. Die Internetnutzer können dann überall und mit allen Geräten auf ihre Daten zugreifen und mit anderen Nutzern teilen.“

 

Was werde Google in zehn Jahren sein? „Wenn es nach dem Willen von Larry Page ginge, dann wäre Google eines Tages eine perfekte künstliche Intelligenz, die ‚alles weiß, und das heißt, dass man alles wird tun können’“, schreibt Welt-Online. Dann werde Google vielleicht nicht nur suchen und finden, sammeln und verbreiten, sondern auch fragen und antworten, bewerten, belohnen und bestrafen. Google werde dann zu einer mächtigen Denkmaschine.

 

Siehe auch:

 

http://www.digitalnext.de/die-google-oekonomie

 

http://www.faz.net/s/Rub4C34FD0B1A7E46B88B0653D6358499FF/Doc~ECF21B6D568F948389F884C3CFC556A8D~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

 

http://www.welt.de/webwelt/article2400155/Die-Google-Zukunft-Vom-Suchen-zum-Denken.html

 

http://www.absatzwirtschaft.de/Content/Online-Marketing/News/_pv/_p/1003186/_t/ft/_b/64088/default.aspx/google-hat-bei-der-spracheingabe-die-nase-vorn—microsoft-kann-kontern.html

 

http://www.pte.at/pte.mc?pte=070412027

 

http://www.nmz.de/kiz/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=11457

Medienstudie: Marketing-Kampagnen gehen am Interesse der Konsumenten vorbei – Schnittstelle zwischen Offline- und Onlinemedien wird häufig ausgeblendet

Unternehmen unterschätzen nach einem Bericht des Fachmagazins absatzwirtschaft http://www.absatzwirtschaft.de die Potenziale und Wirkung ihres crossmedialen Medien- und Marketingmanagements. Zu diesem Ergebnis kommt Professor Nils Andres von der Macromedia Fachhochschule in Hamburg http://www.macromedia-fachhochschule.de. Andres befragte in einer Panelstudie mehr als 1 200 Konsumenten zu Werbeerinnerungen und Kaufbereitschaften.
Viele Marketingkampagnen gehen gerade bei den Neuen Medien am Interesse der Konsumenten vorbei. „In unserer Forschungsarbeit haben wir herausgefunden, dass sich Konsumenten zwar noch immer von Werbeinhalten in klassischen Medien angesprochen fühlen. Vielfach werden den interessierten Konsumenten in Online-Medien aber die gleichen Inhalte präsentiert und auf kontextbezogene und weiterführende Informationen und Funktionen verzichtet“, erklärt der Experte gegenüber absatzwirtschaft. Gerade bei der heutigen Mündigkeit der Konsumenten stoße dieser Umgang mit den Online-Medien auf Ablehnung und reduziere die Kaufbereitschaft signifikant. Andres beobachtet bei seiner Forschung nicht nur unangemessene Inhalte: „Unsere Studien haben gezeigt, dass Unternehmen sich für ihre Marketinginhalte vornehmlich auf einen Medienbereich konzentrieren“, erklärt der Wissenschaftler ein weiteres Problem. 
Das professionelle Management der Schnittstellen zwischen Online- und Offline-Medien werde in den meisten Fällen einfach ausgeblendet. Als Folge sieht Andres, dass nicht nur die Effektivität der Marketingaktivitäten leidet. Auch die Mediabudgets könnten seiner Auffassung nach durch ein professionelleres Crossmedia-Management bis zu 30 Prozent entlastet beziehungsweise effektiver verteilt werden.
Für Planer von Marketingaktivitäten und Werbekampagnen ist der Einsatz interaktiver und crossmedialer Kampagnen ein Muss, um Kunden zu binden, Kaufbereitschaft und Identifikation mit einer Marke zu erhöhen“, sagt Renatus Zilles, Vorsitzender der Geschäftsführung von NEXT ID http://www.next-id.de, im Vorfeld der Düsseldorfer Kongressmesse OMD http://www.online-marketing-duesseldorf.de, die vom 17. bis 18. September 2008 wichtige Trends im digitalen Marketing behandelt. „Das Dialog-Potenzial wird häufig noch nicht ausreichend ausgeschöpft. Im Fokus vieler Kampagnen steht zunächst die Generierung von Markenkontakten, Adressen und Opt-Ins, statt den Ball aufzunehmen und in den direkten, interaktiven Dialog mit dem Kunden einzusteigen“, kritisiert der Bonner Mehrwertdienste-Experte Zilles gegenüber dem Magazin NeueNachricht http://www.ne-na.de. An dieser Stelle könne der telefonische Kontakt seine Stärken ausspielen. Eine wirklich integrierte und crossmediale Kampagne sollte daher auch immer den Sprachkanal mit berücksichtigen. Zur OMD siehe auch: http://194.9.89.212/IGEDO/downloads/deutsch/onma/online-marketing-duesseldorf_2008_Programm.pdf.

Semantisches Web und das Ende der Google-Erfolgsstory – Suchmaschinen sollen mit Alltagswissen ausgestattet werden

Vision und Praxis von so genannter Semantik- und Web-2.0-Technologie thematisierte die Konferenz Triple-I in Graz: Mit der Einbindung von Alltagswissen will Henry Lieberman vom MIT dafür sorgen, dass Computer Menschen tatsächlich verstehen.

„Wenn wir wollen, dass Computer Menschen wirklich helfen, dann brauchen die Rechner Zugriff zu Alltagswissen“, so Henry Lieberman, Leiter der Software Agent Gruppe am Massachusetts Institute of Technology MIT, auf der Wissensmanagement-Konferenz Triple-I.

Dazu sammelt sein Team grundlegende triviale Informationen und entwickelt daraus Ontologien, um beispielsweise die den Satz „Ich bin gefeuert worden“ richtig zu deuten. Mit deren Hilfe wird das Wissen in maschinenlesbare Informationen übersetzt.

Entsprechende Systeme könnten Anwender nach einem Bericht der Computer Zeitung (die es ja schon seit einiger Zeit nicht mehr gibt, gs) zum Beispiel bei der Terminplanung unterstützen. Die Software erkennt etwa, dass der Nutzer für eine bestimmte Verabredung einen Routenplaner oder eine Hotelreservierung benötigt. Dies kann das System verstehen, da es die grundlegende Information hat, dass ein Termin den Aufenthalt an einem anderen Ort erfordert.

„Solche Technologien können laut Lieberman auch in anderen Szenarien zum Einsatz kommen wie etwa bei der Kundenbetreuung oder beim Helpdesk. Ebenso gibt es Versuche, Suchmaschinen mit Alltagswissen auszustatten. Anwender könnten dann Anfragen in natürlicher Sprache eingeben. Damit verheißt der Wissenschaftler das Einlösen des Versprechens, das die semantischen Technologien von Beginn an begleitet: Die Möglichkeit, dass Computer ihre menschlichen Nutzer tatsächlich verstehen“, so die Computer Zeitung.

„Mit der semantischen Suche versucht man die Ergebnisse der Sprachforschung zu nutzen, um Suchbegriffe oder natürlich-sprachliche Suchanfragen tiefer zu analysieren und semantisch anzureichern. Suchergebnisse sollen am Ende präziser und besser strukturiert herausgegeben sowie um viele andere, nahe liegende Themengebiete angereichert werden. Idealerweise kann eine gestellte Frage dann auch in einem Satz beantwortet werden“, erklärt Sprachdialogexperte Lupo Pape, Geschäftsführer von SemanticEdge in Berlin.

Diesem Trend entgegen komme die immer stärkere semantische Aufbereitung der Webinhalte in vielen Suchbereichen durch Internetnutzer, die weltweit in Netzwerken aktiv seien. Das beste Beispiel hierfür sei Wikipedia. Und genau da setzt die von Microsoft übernommene Firma Powerset an.

„Sie versucht, diese schon strukturiert eingegebenen Inhalte noch besser ‚suchbar’ zu machen und dabei auch natürlich-sprachliche Eingaben zu interpretieren. Das Ergebnis ist sehr viel spannender als die Google-Suche mit den endlosen Trefferlisten“, meint Pape gegenüber NeueNachricht. Das sei genau der richtige Weg und könnte der Anfang vom Ende der Google-Erfolgsstory werden.

Gekoppelt mit Spracherkennung und Sprachsynthese komme man zu ganz neuen Sucherfahrungen.

„Eine gesprochene Frage zu einem beliebigen Thema wird auch durch einen gesprochenen Satz beantwortet. Dieses Szenario ist keinesfalls Science-Fiction, denn parallel zu den Fortschritten in der Suchtechnologie macht auch die Spracherkennung Entwicklungssprünge. Auch die Dialogtechnologie spielt hier ein bedeutende Rolle, da bei vielen Anfragen weiterführende Fragen und Präzisierungen erforderlich sind, die einen intelligenten Dialog erforderlich machen“, sagt Pape.

Die Frage „Wie komme ich jetzt am schnellsten nach Berlin?” mache die Klärung erforderlich, ob man mit dem Zug, dem Auto oder dem Flugzeug reisen möchte.

„Es wird noch lange dauern, bis die vielen Fragen, die irgendjemand zu irgendeinem Zeitpunkt hat. beantwortet werden können. Aber in vielen Domänen, in denen die Informationen semantisch schon sehr gut erschlossen und die wichtigsten Nutzungsszenarien klar sind, ist jetzt schon vieles möglich. Beispielsweise Fahrplaninformationen und Navigationssysteme, um von A nach B zu kommen. Oder Wissensfragen, die über Dienste wie Wikipedia beantwortet werden“, resümiert Pape.

Update vom 26. August 2013: Die Prognose über das Ende der Google-Erfolgsstory lag wohl etwas daneben. Auch beim semantischen Web wartet man ja noch auf dem Durchbruch im Massenmarkt…..

Das verlorene Ego: Auf der Suche nach Identität im Chaos der tausend Karten und Passwörter

„Das Wuchern von Karten und Identitäten ist lästig und widersinnig, wenn man mehrere Karten ziehen muss, um einen einzigen Prozess durchzuführen, etwa beim Bezahlen im Geschäft mit Kundenkarte und Kreditkarte. „Das Kartenhaus der tausend Egos stürzt spätestens zusammen, wenn das Plastikpaket gestohlen oder verloren wird. Ein besonders fruchtbares Biotop für den Wildwuchs täglich neuer Identitäten ist das Internet, angereichert durch ebenso viele Passwörter“, bemängelt Systemarchitekt Bruno Weisshaupt, Geschäftsführer von origo und Autor des Buches SystemInnovation (Orell Füssli-Verlag). Es sei nachvollziehbar, wenn man das Online-Banking durch eine gut abgesicherte Identität schützt. Aber warum müsse man sich in ganz normalen Online-Shops noch immer zuerst anmelden, seine 757. Identität samt Passwort erfinden, um schon im nächsten Schritt ohnehin mit der Kreditkarte zu zahlen. „Sicherheit sieht jedenfalls anders aus: Irgendwann beginnt jeder, seine Identitäten zu notieren, weil man ansonsten keine Chance hat, den Überblick zu bewahren“.

Besser wäre es nach seiner Meinung, wenn sich die technische Welt dem Menschen anpasst, individuell und komfortabel. „Intelligente Interaktion zwischen Mensch und System verlangt nach Identität, und zwar auf beiden Seiten. Das System muss wissen, wer ich bin, wenn es mir jene Informationen, Services oder Produkte zukommen lassen soll, die ich nachfrage. Und umgekehrt gilt ebenso: Der Einzelne muss wissen, welchem System er gegenübersteht, was dieses System kann oder nicht kann“, erläutert Weisshaupt.  Nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes muss sich jeder Bundesbürger im Schnitt rund sechs so genannte Pins merken. Der Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung sieht die Grenzen der Merkfähigkeit bereits erreicht. Im Extremfall werde die Geheimzahl sogar schon auf die EC-Karte geschrieben, damit man sie beim Abheben am Geldautomaten gleich zur Hand hat. „Mit der Einführung von weiteren Verfahren wie dem elektronischen Personalausweis, ELENA und der elektronischen Gesundheitskarte wird die Zahl der zu merkenden PINs und Passwörter noch steigen. Ich selbst halte eine PIN-Anzahl von zwölf pro Bundesbürger für nicht unrealistisch“, so Peter Schaar.

Lernende Systeme müssten automatisch den Einzelnen erkennen und ihm Routineabläufe abnehmen. Beispielsweise über einen Sender, der uns erlaubt, mit der Umgebung, mit einem System automatisch und sicher zu kommunizieren. Eine smarte Identifikationstechnologie sei nach Ansicht Innovationsexperten Weisshaupt der Schlüssel für die Zukunft. Ein wichtigen Beitrag könnte die Sprachbiometrie leisten – so genannte Voice Prints. „Noch vor wenigen Jahren war es aufgrund der Rechenkapazitäten und der Geschwindigkeit der Serverarchitekturen nicht möglich, große Voice Prints-Datenbestände, wie sie in Konsumentenanwendungen entstehen würden, in akzeptabler Zeit gegen eine Stimme abgleichen zu lassen. Mittlerweile ist die Zahl der Nutzer eines sprachbiometrischen Systems kein begrenzender Faktor mehr – Netzbandbreiten ebenso wie Prozessorgeschwindigkeiten und Rechenkapazitäten haben sich vervielfacht, während gleichzeitig die Modelle der Voice Prints so verfeinert werden konnten, dass auch zehntausende Nutzer die Rechenzentren nicht mehr in die Knie zwingen können“, erläutert Bernhard Steimel, Sprecher  der Voice Days

Das belege beispielsweise das sprachbiometrische Self Service-Portal der Volksfürsorge. „Noch größere Anrufvolumina bewältigt das derzeit weltgrößte System von Bell Canada. Es bedient alle interessierten Kunden der Festnetz-, Mobilfunk-, Internet-, TV- und VoIP-Sparten des Unternehmens. Der Anrufer muss lediglich den Satz ‚At Bell, my voice is my password’ zweimal wiederholen. Will er danach etwa seinen Kontostand abfragen, spricht er diesen Satz einmal ins Telefon und wird bei positiver Identifikation an den Agenten weitergeleitet, der auf seinem Bildschirm einen entsprechenden Vermerk sieht und dann die gewünschten Informationen weitergibt“, sagt Steimel. Das komme bei den Kunden gut an. „Über 16.000 Anmeldungen pro Woche summieren sich zu einer Nutzerbasis von über 300.000 registrierten Teilnehmern. Das beweist, wie man Sprachbiometrie für den Massenmarkt nutzen kann“, betont Steimel. Sprachbiometrische Systeme seien ortsunabhängig und bieten unterwegs, zu Hause oder  beim Kunden. Die Präsenz des Kunden an einem Sensor sei im Gegensatz zu anderen Biometriesystemen nicht erforderlich. „Die Sensorik, die erforderlich ist, um sprachbiometrische Dienste anbieten zu können, ist im Gegensatz zu anderen Technologien überall verfügbar: Statt eines Fingerabdrucksensors oder einer Kamera für die Gesichts- oder Iriskontrolle braucht man für Sprachbiometrie nur ein Mikrofon, wie es in fast jedem Telefon eingebaut ist“, führt Steimel aus. Einen entscheidenden Vorteil würden allerdings alle biometrischen Verfahren aufweisen: „Während Ausweise oder Passwörter vergessen, gestohlen oder gefälscht werden können, sind Fingerabdruck, Iris, Gesicht oder Stimme untrennbar mit der Person verbunden“, resümiert Steimel.

Beim Fachkongress Voice Days vom 15 bis 16. Oktober in Wiesbaden werden in einem Intensivworkshop biometrische Verfahren im Kundenservice erörtert. Experten: Wolfgang Fröhlich von Nuance, Frank Grefrath vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Dr. Waldemar Grudzien vom Bundesverband deutscher Banken, Christel Müller, Beraterin und Autorin des Buches „Einführung von Sprachtechnologie“, Christian Pereira von D+S solutions und René Zühlke von der Postbank.