Die 100-Jahresziele der KP China: Peking setzt auf Repression

Meister der Strategem-Lehre

1971 wurde die Volksrepublik China als Ständiges Mitglied des Sicherheitsrates in die Vereinten Nationen aufgenommen, nach und nach nahmen die westeuropäischen Staaten diplomatische Beziehungen mit China auf.

„2001 trat Peking der Welthandelsorganisation bei – es war einer der wichtigsten, von Washington, Brüssel und Berlin ausdrücklich unterstützten Schritte Chinas auf dem Weg zur wirtschaftlichen Supermacht. Doch die Hoffnung, ein politisch und ökonomisch eingebundenes China würde sich in einen offeneren, pluralistischen Staat verwandeln, hat sich zerschlagen. China ist heute so reich wie nie und so autoritär wie seit Jahrzehnten nicht“, schreibt Spiegel-Korrespondent Bernhard Zand.

Am vergangenen Wochenende beschloss nun die Kommunistische Partei, die Beschränkung der Amtszeit des chinesischen Präsidenten aufzuheben. Der Nationale Volkskongress, der kommende Woche zusammentritt, werde den Beschluss sicher bestätigen und Staatschef Xi Jinping seine Agenda des starken und repressiven Staates weiter vorantreiben, womöglich bis an sein Lebensende.

„China-Experten gehen allmählich die Superlative aus, um die Dimensionen von Xis Machtergreifung zu beschreiben. Die Ämterfülle seiner Vorgänger hat er bereits vor Jahren überschritten, seine Allgegenwart im modernen China ist nur mehr an der von Mao Zedong zu messen. Xi mit Wladimir Putin oder Recep Tayyip Erdogan zu vergleichen ist eine matte Untertreibung“, erläutert Zand.

Je stärker Peking werde, desto offener setzt es sich über Regeln hinweg, von denen es umgekehrt aber noch immer profitiert.

„Während chinesische Unternehmen von Bayern bis Kalifornien westliche Firmen kaufen, ist deren Marktzugang in China strikt beschränkt. Dass ein deutscher Konzern einen chinesischen Flughafen oder Anteile an einer führenden Bank erwirbt wie Chinas HNA-Group kürzlich in Deutschland, ist undenkbar. Während China die Welt mit Kulturvereinen und Konfuzius-Instituten überzieht und Korrespondenten der Staatspresse ungehindert aus dem Westen berichten, hat Peking ausländische NGOs dem Sicherheitsministerium unterstellt, akkreditiert Journalisten oder auch nicht, überwacht sie und behindert vielfach ihre Arbeit. Und während Peking jeden Empfang des Dalai Lama, jeden vermeintlichen Verstoß gegen die ‚Ein-China-Politik‘ diplomatisch bestraft, knüpft die KP weltweit formelle und informelle Netzwerke, welche die Souveränität anderer Staaten infrage stellen: In vielen kleinen Ländern entlang der ‚Neuen Seidenstraße‘, Chinas eurasischem Entwicklungsgürtel, investiert Peking Milliarden in Großprojekte, schafft damit zugleich aber neue finanzielle und politische Abhängigkeiten. Mit dem sogenannten 16+1-Format, seinem Zusammenschluss mit südost- und osteuropäischen Staaten, überschreitet diese Strategie Chinas bereits die Grenzen der EU“, führt Zand aus.

Der Verfassungsschutz wirft den chinesischen Diensten gar einen „breit angelegten Versuch der Infiltration von Parlamenten, Ministerien und Behörden“ vor. Chinesische Agenten, sagt Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen, nutzten neuerdings soziale Netzwerke, um „im großen Stil“ Quellen anzuwerben.

Soweit die Spiegel-Analyse. Ist das überraschend? Wer die Schriften des Sinologen Harro von Senger kennt, dürfte über dieses Szenario nur müde lächeln. Die Supraplanungen der KP China sind kein Geheimnis:

„China verfolgt zwei 100-Jahresziele – siehe mein Buch ‚Supraplanung‘ ab Seite 115 – und in deren Rahmen die vier Modernisierungen, ohne die die beiden Ziele nicht erreicht werden können, darunter die Modernisierung der Industrie und die Modernisierung der Wissenschaft, Technik, Landwirtschaft und Landesverteidigung, die Modernisierungen 3 und 4 – schon statuiert in der Verfassung der VRCh vom März 1978 und auch in der jetzt geltenden Verfassung vom 4.12.1982, jeweils Präambel, beide Verfassungen sind im Internet abrufbar“, so die Stellungnahme von Harro von Senger gegenüber ichsagmal.com.

Die beiden Ziele könne China nicht autark erreichen, sondern nur mit Hilfe des bereits modernisierten westlichen Auslands.

Zur Modernisierung von Industrie unter Rückgriff auf den bereits modernisierten Westen werden verschiedene Massnahmen ergriffen u.a.: Joint-venture Gesetz vom Juli 1979, siehe insbesondere Art. 5; Kopieren (legal: wenn die ausländische Firma den Marken- oder Patentschutz in China nicht eintragen liess, oder auch illegal); Zeitlich begrenzte Anstellung westlicher Experten, besonders gerne ausgemusterte westliche Spezialisten im Ruhestand, deren hoher Kenntnisstand abgeschöpft wird; Sendung von Studierenden seit den 1980er Jahren an westliche Hochschulen zur Weiterbildung – vor allem in naturwissenschaftlich-technischen Fächern; Übersetzen von westlicher Fachliteratur; Einladung westlicher Koryphäen für Vorträge nach China; Kauf von ausländischen Firmen, zum Bespiel Daimler, zum Zwecke des Zugangs zur „fortschrittlichen Technologie“ der betreffenden Firma. All das liegt offen vor.

Diese politische Dimension und der Einsatz der Strategeme fehlt häufig in der Betrachtung des chinesischen Marktes. Beispielsweise hier: AUFSTIEG des ROTEN DRACHEN: Wie China sich zum technologischen Powerhouse wandelt – Ein INSIDER-Interview.

In seinem jüngsten Buch beschäftigt sich übrigens Harro von Senger mit dem Thema Schweiz und China – eine Verwandtschaft im Geist:
Weisheit und List fliessen in China ineinander über. Und die Schweiz verfügt über eine ganz eigene Listkompetenz. Nachzulesen in dem Opus: „Das TAO der Schweiz“.

Naiv sollte man übrigens auch nicht beim Einsatz chinesischer Web-Dienste sein: Mit Schleimpunkten fängt es an, mit Denunziantentum im Auftrag des Staates ist es Totalitarismus #KPChina #Mobike #WeChat #bgbd18

NSA-Affäre führt zum Umdenken der Unternehmen – wie süß

Über die Schafsethik der Unternehmen
Über die Schafsethik der Unternehmen

Die NSA-Affäre hat einer Umfrage der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers zufolge bei zahlreichen deutschen Unternehmen angeblich zu einem Umdenken geführt. Das berichtet der Spiegel.

„Demnach schätzt jeder vierte Betrieb das Risiko der Industriespionage heute höher ein als vor den Enthüllungen von Edward Snowden. Jedes dritte Unternehmen nahm den Skandal zum Anlass, die Sicherheit der Unternehmensdaten zu überprüfen.“

15 Prozent erwägen nach der Befragung, auf europäische IT-Dienstleister umzusteigen, um die Gefahr einer Spionage durch ausländische Geheimdienste zu verringern. Wie süß. Das wird den staatstrojanischen Innenminister Friedrich aber freuen. Vielleicht wäre es jetzt an der Zeit, endlich die eigene Schafsköpfigkeit und Listenblindheit abzulegen – im Sinne des Strategem-Experten Harro von Senger.

In einer Welt, die aus vielen Schafen und wenigen Füchsen besteht, gibt es für den Sinologen von Senger keine Zweifel, wer das Sagen hat. Alle Geistessysteme, die vom Besten im Menschen ausgehen, verbreiten eine Schafsethik, bei der am Ende die Füchse regieren. Vor allem die Europäer zeichnen sich als schafsköpfige Einfaltspinsel aus – listenblind und leicht zu täuschen.

Unternehmen sollten sich eher mit der Frage beschäftigen, wer mit welchen Geheimdiensten schmutzige Geschäfte macht und wie man die Tatenlosigkeit von Pofalla, Friedrich und Co. bewertet. Werdet endlich politischer, werte Wirtschaftsvertreter.

Siehe auch:

Die Datensauger setzen die Demokratie aufs Spiel.

Über den Papst-Rücktritt und das Ablenkungsstrategem: Der listige Ratzinger

Strategem-Kunde

Was wird wohl der Sinologe Harro von Senger über den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. sagen? Die historisch anmutende Entscheidung von Joseph Ratzinger, Ende Februar sein Amt als Stellvertreter Gottes einfach an den Nagel zu hängen, hat zu einer weltweiten medialen Eruption geführt. Wir sind also nicht mehr Papst, wir sind zurückgetreten. Was für eine Nachricht. Da kann jeder rücktrittsbereite Fußballtrainer neidisch werden. So ein Echo bekommt sonst keiner. Auch nicht Schavan, Guttenzwerg oder Wulffi. Nun können aber selbst Parteipolitiker und Bundesligavereine nicht auf eine so ruhmreiche Geschichte wie die katholische Kirche zurückblicken. Deshalb hat Ratzinger tief in die kirchengeschichtliche Trickkiste gegriffen. Denn einen freiwilligen Amtsverzicht des „heiligen Vaters, des geliebten und verehrten Nachfolgers Petri“ hat es seit 719 Jahren nicht mehr gegeben. Der Zeitpunkt ist günstig gewählt. Wenn man sich die Debatten über den Niedergang der christlichen Großkirchen in den vergangenen Monaten und Jahre anschaut, ist es allerdings kein Rücktritt in ruhigen Zeiten. 2010 sagte Benedikt noch, dass ein Papst nicht einfach davonlaufen dürfe, wenn die Gefahr für die Kirche und das Papsttum groß sei.

„Zurücktreten kann man in einer friedlichen Minute.“

Das ist natürlich Quatsch. Ratzinger versucht einen Befreiungsschlag aus der Mitte des Orkans, in dem sich sich die geistlichen Hirten befinden. Hatten nicht kürzlich noch deutsche Kardinäle von einem Kesseltreiben oder gar einer Pogrom-Stimmung gegen die katholischen Institutionen gesprochen? Also das berühmte Umkehrungsstrategem, wenn sich der Wolf den berühmten Schafspelz überzieht. Oder sich vom Täter in die Opferrolle begibt, wie bei der öffentlichen Diskussion über Missbrauchsfälle an katholischen Schulen oder die straf- und standesrechtlich relevanten Entscheidungen von zwei katholischen Krankenhäusern in Köln, Vergewaltigungsopfern medizinische Hilfe zu verweigern. Oder über die eigenmächtigen Prinzipien des katholischen Imperiums, für die eigenen Einrichtungen fast zu 100 Prozent Zuschüsse aus dem Steuerhaushalt zu kassieren (und damit ist nicht die Kirchensteuer gemeint) und sich trotzdem der Kontrolle des Staates zu entziehen.

Das alles ist erst einmal von der Bildfläche verschwunden. Seit Rosenmontag kommen fast ausschließlich Stichwortgeber aus dem katholischen Milieu zu Wort. Kirchenhistoriker, Vatikan-Kenner, Wegbegleiter von Ratzinger, Theologen, Kardinäle, Radio Vatikan-Lautsprecher, Kirchen-Redakteure und Wichtigtuer, die jetzt jedes Gerücht über die Wahl des neuen Papstes wochenlang kommentieren werden.

Außer Gott hat sich mehr oder weniger jeder Meinungsführer zur Frühpensionierung des Kirchenfürsten und über die wegweisende Entscheidung von Ratzinger geäußert. Und genau das hat der schlaue Fuchs in seinem Vatikanzimmerchen ausgebrütet. Er folgt wohl dem Rat von Jesus: „Seid klug wie die Schlangen und sanft wie die Tauben“ (Matthäus 10, 16).

Wie könnte man die Entscheidung Ratzinger mit der chinesischen Strategemkunde erklären, die der Sinologe von Senger in einigen großartigen Büchern für das westliche Publikum zugänglich gemacht hat? Die historische Rücktrittsentscheidung werte ich als Ketten-Strategem, den sie erschlägt gleich mehrere Fliegen mit einem Schlag.

Da wäre das Strategem Nummer 7: Aus einem Nichts etwas erzeugen. Papst Benedikt hat in seiner Amtszeit ja nicht wirklich die Krise seine Ladens in den Griff bekommen. Seine Einflussnahme auf den Gang der Dinge reduzierte sich merklich. Es geht bei diesem Strategem um einen Vorteilsgewinn, um die Erzielung eines Gesinnungswandels und einer Wirklichkeitsveränderung. Schaut man sich die Schlagzeilen an, ist das zumindest temporär erst einmal gelungen.

Dann käme noch das Strategem Nummer 12 in Frage: Mit leichter Hand das Schaf wegführen. Die Demission des obersten Kirchenführers wird zwar als mutig und überraschend gewürdigt. Viel zu verlieren hat Ratzinger aber nicht. Deshalb hat er das mit leichter Hand und wohl überlegt zum richtigen Zeitpunkt an die Öffentlichkeit gebracht. Es ist als die allseitige psychologische Bereitschaft, Chancen zu einem Vorteilsgewinn auszuwerten.

Wichtig wäre dann noch das Strategem Nummer 17: Einen Backstein hinwerfen, um einen Jadestein zu erlangen. Kerngehalt: Gib-nimm-Strategem. Wurm-Fisch- oder Köder-Strategem. Die Rücktrittsbegründung von Ratzinger wäre da so ein Fall. Er sei zur Gewissheit gelangt, dass seine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben. Wer sollte es da wagen, zu widersprechen oder andere Motive zu unterstellen. Das ist wohl von fast keinem Medium als taktischer Schachzug gewertet worden. Man könnte auch von einem Wortschwall sprechen (also der Backstein), der einen tiefen Eindruck beim Gesprächspartner oder in der Weltöffentlichkeit hervorruft. Die Reaktion auf den Rücktritt ist der Jadestein. Mit der spektakulären Aktion konnte Ratzinger Gewinne erzielen. Dumm nur, dass sich diese Strategeme nach der Wahl des neuen Papstes wieder verflüchtigen.

Innovationsmacht China und die Strategem-Blindheit des Westens

„They are starting to out-innovate the home-grown competition“ mit diesem Satz endet die Cover Story des neuesten „Economist“ mit dem Titel „Who’s afraid of Huawei?“. Wird China die neue Innovationsmacht? Mit dieser Frage beschäftigt sich am Freitag, den 31. August die Innovationskonferenz des Schweizer Beraters Bruno Weisshaupt.

Grund genug mit ihm ein Interview zu führen – auch als Vorbereitung meiner Mittwochskolumne für das Debattenmagazin „The European“. Der Netzwerkausrüster „Huawai“ spielt in dem Gespräch natürlich auch eine Rolle. Angesicht der Tatsache, dass ALU und NSN vor dem Aus stehen, bleibt nur noch Ericsson als ernsthafte Konkurrenz übrig. Wenn China in der Kommunikations-Infrastruktur ein Monopol erreicht hat, werden sie dann – so wie der Westen in den letzten Jahrzehnten – im Gegenzug so in den Westen investieren, dass hier eine effektive Konkurrenz hochkommt, oder wird der Westen abhängig?

Wer macht denn die Musik im zukunftsträchtigen Mobile Business? Die Taktgeber sind hier Apple und Google. Von den verstaubten Telcos ist wenig zu sehen. Das kann man jährlich auf der Mobile World in Barcelona erleben. Es reicht eben nicht aus, eine Digitaleinheit zu gründen, um an der Expansion der Netz-Ökonomie zu partizipieren. Dabei gibt es viel zu tun. Das werden vor allem die Netzausrüster wie Huawei offensiv angehen: die Digitalisierung aller Wirtschaftszweige. Die Antworten von Weisshaupt werte ich für meine Kolumne aus.

In der westlichen Welt scheint man zu meinen, „Hintergrundwissen über die Volksrepublik China sei überflüssig, es genüge, von Fall zu Fall die Tagesereignisse zu verfolgen und mit westlichen Alltagswissen ad hoc zu reagieren“, so die Erfahrung von Professor Harro von Senger. Der Sinologe ist einer der Hauptredner der Schweizer Tagung und spricht über das Thema: „Vom Gleichziehen zum Überflügeln: China auf dem Weg zur Innovation – eine Standortbestimmung 2012“.

Mit der Forschung des China-Kenners beschäftige ich mich nun schon seit einigen Jahren. Immer noch zählt es wohl zu den Kardinalfehlern westlicher Politiker und Manager, die Bedeutung der Strategem-Kunde in der Außen- und Innenpolitik Chinas zu unterschätzen. Dabei hat Harro von Senger alles sehr genau dokumentiert:

„Welche Rolle das Gesetzesrecht in der Volksrepublik China spielt und welchen Stellenwert es in diesem Land hat, stelle ich in ‚Supraplanung’ deutlich dar. Wenn man die Verfassungsartikel zur Kenntnis nehmen und in ihrer vollen Tragweite begreifen würde, dann würde vieles, was in der politischen Tagespraxis geschieht, durchschaubar und leicht vorhersehbar werden. Aber leider werden offizielle Dokumente der Volksrepublik China im Westen regelrecht boykottiert und planmäßig nicht gelesen oder mit einem Lacher abgetan.“

In Anlehnung an Gottfried Wilhelm Leibniz plädiert von Senger dafür, dass die westliche Belehrungsgesellschaft sich in eine Lerngesellschaft im Verhältnis zu China wandeln sollte. Der Westen müsse den tief verwurzelten Kulturhochmut ablegen und sich darum bemühen, das amtliche Denken in der Volksrepublik China, insbesondere das Bezugssystem der Kommunistischen Partei Chinas von innen heraus besser zu verstehen. Europa und die USA seien nach der chinesischen Strategemkunde eine leichte Beute und eine optimale Spielwiese für die Anwendung des Strategems Nummer 33: Das Strategem des Zwietrachtsäens.

Als Beispiel führt von Senger den Dalai-Lama-Besuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einigen Jahren an, der dazu führte, dass Chinas Führer reihenweise Termine mit Deutschen absagten. Der damalige französische Präsident Nicolas Sarkozy wurde demgegenüber höchst freundlich empfangen und mit Aufträgen in Höhe von 20 Milliarden Euro überschüttet. Beliebt bei Machtkonflikten sind auch Ausmünzungs-Strategeme:

„Sie dienen der Ausnutzung einer eigens herbeigeführten oder sich ohne eigenes Dazutun ergebenden Wirklichkeits-Konstellation, zum Beispiel Strategem Nummer 20: ‚Das Wasser trüben, um die ihrer klaren Sicht beraubten Fische zu fangen‘, schreibt von Senger in seinem Opus „36 Strategeme für Manager“ (erschienen bei Hanser).

Oder das Strategem Nummer 19: „Unter dem Kessel das Brennholz wegziehen“. Das Brennholz ist die Kraftquelle, die das Wasser im Kessel zum Sieden bringt. Das Wasser erkaltet, sobald man das Brennholz entfernt. Es wirkt als Kraftentziehungs-Strategem. Man nimmt jemanden den Wind aus den Segeln, gräbt ihm das Wasser ab, entzieht ihm den Boden. Als Strategemprävention hält der Sinologe von Senger eine genaue Überprüfung aller denkbaren Szenarien gegnerischer Eingriffe für essentiell.

Firmenübernahmen oder politische Interventionen gegen Internetzensur wird die KP China niemals zulassen. Sie stehen im Widerspruch zu den machtpolitischen Strategemen. Die Prinzipien sind simpel:

„Vom Import zum Export, vom Lernen zur Neuschöpfung“.

Es geht um die Befolgung der Polaritätsnorm:

„Ausländisches für China nutzbar zu machen“.

In Peking wird man westliche Unternehmen nur tolerieren, solange sie den Zielen der KP nutzen und sich in die Gastrolle fügen. Hier kommt die Dialektik von Mao Tse Tung zum Einsatz:

„Alles Ausländische muss so behandelt werden wie unsere Speise, die im Mund zerkaut, im Magen und Darm verarbeitet, mit Speichel und Sekreten des Verdauungsapparates durchsetzt, in verwertbare und wertlose Bestandteile zerlegt wird, worauf die Schlacken ausgeschieden und die Nährstoffe absorbiert werden, sodass unser Körper Nutzen von der Speise hat; das Ausländische darf keineswegs mit Haut und Haaren roh verschlungen, kritiklos einverleibt werden.“

Professor von Senger empfiehlt den westlichen Politikern und Managern bei China-Geschäften dem Rat von Jesus zu folgen:

„Seid klug wie die Schlangen und sanft wie die Tauben“ (Matthäus 10, 16). „In der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts sollte der verborgene Schatz, der in dem bei uns unbekannten Ausspruch Jesu ruht, gehoben werden“.

Es sei unverzichtbar, sich ein optimales Listwissen anzueignen. Im politischen und wirtschaftlichen Wettbewerb unterliege die Listenblindheit der Listkompetenz. Das gelte für Politiker und Unternehmer. Ansonsten könnte vielleicht Chuck Norris helfen….

Aber statt sich mit der neuen Innovationsmacht China auseinanderzusetzen, verplempern wir leider unsere Zeit mit der endlosen Eurokrisen-Debatte, die sich Kreis dreht. Beispiel: Aufstand der Bundesbank nur vorerst verschoben?

Update zur China-Story. Interview mit Dr. Roman Friedrich von Booz & Co.

Google, der Opiumkrieg und die chinesische Strategem-Kunde – Der Westen unterschätzt die Listkompetenz der KP in Peking


Googles List, so betitelt die FAZ den Gang des Suchmaschinenkonzerns nach Hongkong. Ob das am Ende wirklich so listenreich ist im Streit um die Internetzensur, wird sich noch zeigen. Denn schon kurz vor dem Umzug des chinesischen Servers google.cn „hatten Chinas staatliche Medien ein historisches Vorbild für die Affäre ausgemacht: den Opiumkrieg. Die East India Company war damals, 1842, federführend, als Großbritannien die Öffnung mehrerer wichtiger Häfen und die Duldung des Handels zumal mit Opium militärisch erzwang; die Souveränität Chinas war faktisch dahin. Seitdem habe sich kein Konzern mehr so dreist in die Angelegenheiten eines Landes einzumischen versucht, verkündete China Radio International, und Blogger wie ‚Xinxin‘ soufflieren: ‚Wer heute mit Google mitfühlt, sollte mal die Geschichtsbücher wälzen und über den Opiumkrieg nachlesen‘“, schreibt die FAZ.

Die geschichtliche Analogie ist wohl innenpolitisch ein noch listenreicheres Vorgehen und sicherlich im Einvernehmen mit der Kommunistischen Partei in China propagiert worden. „Am verschärften Ton merkt man, wie heikel die Sache für Peking ist: Da Internetzensur unpopulär in China ist, bedarf es schon eines schweren geschichtspolitischen Geschützes, um auch diesen Konflikt auf einen patriotischen Nenner zu bringen. Wobei das Opium, das den Eigenwillen und die Widerstandskraft der Nation brechen kann, in diesem Fall das süße Gift ausländischer Meinungen und Informationen ist“, so die FAZ.

Vor den olympischen Spielen in Peking hatte ich ein Interview mit dem Sinologen Harro von Senger geführt, der sich intensiv mit der Strategem-Kunde im Reich der Mitte beschäftigt hat. Die Lebens- und Überlebenslisten werden für die chinesische Machtpolitik nun schon seit drei Jahrtausenden kultiviert.

In der westlichen Welt scheint man zu meinen, „Hintergrundwissen über die Volksrepublik China sei überflüssig, es genüge, von Fall zu Fall die Tagesereignisse zu verfolgen und mit westlichen Alltagswissen ad hoc zu reagieren“, sagt von Senger. So durchkreuzte die Regierung in Peking die Pläne von Coca Cola und verhinderte die Übernahme des größten chinesischen Saftherstellers Huiyuan. Das 2,4 Milliarden Dollar schwere Geschäft schade dem „Wettbewerb“ und sei daher auch nicht im Interesse der Verbraucher, erklärte verklausuliert das Handelsministerium. Bei ausländischen Investoren brach die übliche die Heulerei über das Reich der Mitte aus. Man spricht von Rückschlag, Verunsicherung und Protektionismus. In ihrem Expansionsdrang macht China keine Abstriche und kauft sich lustig in westliche Schlüsselbranchen ein. Zuhause hält Peking den Laden sauber. Die Empörungsspirale verläuft immer nach dem gleichen Muster, weil westliche Politiker und Manager einfach nicht kapieren, nach welchen Strategemen China vorgeht. Dabei hat Harro von Senger alles sehr genau dokumentiert: „Welche Rolle das Gesetzesrecht in der Volksrepublik China spielt und welchen Stellenwert es in diesem Land hat, stelle ich in ‚Supraplanung’ deutlich dar. Wenn man die Verfassungsartikel zur Kenntnis nehmen und in ihrer vollen Tragweite begreifen würde, dann würde vieles, was in der politischen Tagespraxis geschieht, durchschaubar und leicht vorhersehbar werden. Aber leider werden offizielle Dokumente der Volksrepublik China im Westen regelrecht boykottiert und planmäßig nicht gelesen oder mit einem Lacher abgetan.

In Anlehnung an Gottfried Wilhelm Leibniz plädiert von Senger dafür, dass die westliche Belehrungsgesellschaft sich in eine Lerngesellschaft im Verhältnis zu China wandeln sollte. Das Abendland müsse den tief verwurzelten Kulturhochmut ablegen und sich darum bemühen, das amtliche Denken in der Volksrepublik China, insbesondere das Bezugssystem der Kommunistischen Partei Chinas von innen heraus besser zu verstehen.

Europa und die USA seien nach der chinesischen Strategemkunde eine leichte Beute und eine optimale Spielwiese für die Anwendung des Strategems Nummer 33: Das Strategem des Zwietrachtsäens. Als Beispiel führt von Senger den Dalai-Lama-Besuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel an, der dazu führte, dass Chinas Führer reihenweise Termine mit Deutschen absagten. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wurde demgegenüber höchst freundlich empfangen und mit Aufträgen in Höhe von 20 Milliarden Euro überschüttet.

Google wird es ähnlich ergehen. Dafür sorgen schon die westlichen Konkurrenten, die dem Beispiel des Mountain View-Unternehmen im großen Stil wahrscheinlich nicht folgen werden. Siehe auch: Der Westen hilft Chinas Zensur. Neue Frontverläufe: Welt-Herausgeber Thomas Schmid vergleicht Google mit China.

Um innenpolitisch Oberwasser zu behalten, setzen die Machthaber in Peking im Konflikt mit Google auf Ausmünzungs-Strategeme: „Sie dienen der Ausnutzung einer eigens herbeigeführten oder sich ohne eigenes Dazutun ergebenden Wirklichkeits-Konstellation, zum Beispiel Strategem Nummer 20: „Das Wasser trüben, um die ihrer klaren Sicht beraubten Fische zu fangen“, schreibt von Senger in seinem Opus „36 Strategeme für Manager“ (erschienen bei Hanser).

Oder das Strategem Nummer 19: „Unter dem Kessel das Brennholz wegziehen“. Das Brennholz ist die Kraftquelle, die das Wasser im Kessel zum Sieden bringt. Das Wasser erkaltet, sobald man das Brennholz entfernt. Es wirkt als Kraftentziehungs-Strategem. Man nimmt jemanden den Wind aus den Segeln, gräbt ihm das Wasser ab, entzieht ihm den Boden. Als Strategemprävention hält der Sinologe von Senger eine genaue Überprüfung aller denkbaren Szenarien gegnerischer Eingriffe für essentiell. Ich glaube allerdings nicht, dass die Google-Führungskräfte dazu überhaupt in der Lage sind.

Firmenübernahmen oder politische Interventionen gegen die Internetzensur wird die KP China niemals zulassen. Sie stehen im Widerspruch zu den machtpolitischen Strategemen. Die Prinzipien sind simpel: „Vom Import zum Export, vom Lernen zur Neuschöpfung“. Es geht um die Befolgung der Polaritätsnorm: „Ausländisches für China nutzbar zu machen“. In Peking wird man westliche Unternehmen nur tolerieren, solange sie den Zielen der KP nutzen und sich in die Gastrolle fügen. Hier kommt die Dialektik von Mao Tse Tung zum Einsatz:„Alles Ausländische muss so behandelt werden wie unsere Speise, die im Mund zerkaut, im Magen und Darm verarbeitet, mit Speichel und Sekreten des Verdauungsapparates durchsetzt, in verwertbare und wertlose Bestandteile zerlegt wird, worauf die Schlacken ausgeschieden und die Nährstoffe absorbiert werden, sodass unser Körper Nutzen von der Speise hat; das Ausländische darf keineswegs mit Haut und Haaren roh verschlungen, kritiklos einverleibt werden“.

Professor von Senger empfiehlt den westlichen Politikern und Managern bei China-Geschäften dem Rat von Jesus zu folgen: „Seid klug wie die Schlangen und sanft wie die Tauben“ (Matthäus 10, 16). „In der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts sollte der verborgene Schatz, der in dem bei uns unbekannten Ausspruch Jesu ruht, gehoben werden“. Es sei unverzichtbar, sich ein optimales Listwissen anzueignen. Im politischen und wirtschaftlichen Wettbewerb unterliege die Listenblindheit der Listkompetenz. Das gelte für Politiker und Unternehmer.

Hier die Version, die das Übersetzungsprogramm von Google bietet. Kann ich leider nicht auf Richtigkeit überprüfen 😉

谷歌,鸦片战争和中国战略客户 – 西方低估了在北京的共产党

谷歌的名单,被称为扎伊尔的搜索引擎公司当然香港。这是否是真正的目的,在互联网审查争端狡猾,还有待观察。对于google.cn前不久在中国服务器移动,“中国官方媒体已经确定了这一事件的历史先例:鸦片战争。东印度公司随后,在1842年,负责为英国,几个主要口岸的开放和默许的鸦片贸易,特别是在军事上执行,而对中国主权的几乎消失了。由于没有促使集团有更多试图干涉一个国家的内政,如此公然宣布,中国国际广播电台,像博客,欣欣“,”现在谁同情与谷歌,应时代的历史书籍和卷阅读有关鸦片战争,’“写道:法兰克福汇报。
历史比喻很可能是更多的国内的做法,当然同中国共产党的主张listenreicheres协议。 “在严厉的语气你体会到微妙的是北京的情况:随着互联网在中国审查制度是不得人心的,它已经需要一个重大的历史和政治枪使这一冲突的爱国分母。如鸦片,它可以打破自我的意志和韧性的民族在这种情况下,是外国的意见和信息甜蜜毒药,说:“法兰克福汇报。
之前在北京奥运会,我与冯汉学家胜雅律,谁一直与英国在中东战略客户深入采访。生活和生存的名单,为中国培养强权政治现在三千年。

在西方世界中,我们似乎认为,“人民共和国对中国的深刻了解是多余的,它足以追求逐案,每日事件和应对西方Alltagswissen专案的基础上,说:”胜雅律。因此,北京政府的计划,由可口可乐挫败和防止重大中国果汁生产商汇源收购。在2400000000美元严肃的商业坏的“竞争”,因此消费者的权益不说,一个回旋处,商务部。对于外国投资者来说,通常的大哭起来,通过中央王国。目前的挫折,不确定性和保护主义的谈话。在其扩张中国是维护和购买西部关键部门的乐趣。家居清洁北京保持店。在Empörungsspirale始终遵循相同的模式,因为精明的西方政治家和管理者不是简单地将中国的什么计谋。该次胜雅胜雅律已记录是很小心http://www.36strategeme.ch:“在人民共和国的中国法定什么法律的一部分,它在这个国家的地方,我在上文规划’显着达尔。如宪法第将会注意和了解的全部范围,将许多事情发生在日常政治实践,透明,容易预测。但不幸的是,在人民共和国的正式文件,中国在西方的字面和蓄意抵制不读或笑着驳回。
由莱布尼茨的启发胜雅律认为确保教学的西方社会转变成一个与中国学习型社会,本身应。西方必须采取根深蒂固Kulturhochmut并设法了解在人民共和国的正式的中国思想,特别是对中国共产党的参考系统,更好地从里面出来。欧洲和美国,是在中国Strategemkunde好欺负,以及为33号的手腕最佳使用游乐场:在Zwietrachtsäens战略。胜雅律指出这是达赖喇嘛访问德国总理默克尔,导致事实,中国取消了与德国领导人在会晤行的例子。法国总统萨科齐另一方面,深受各界欢迎,并达二百万点零万欧元订单不堪重负。谷歌将同样票价。利用西方的竞争对手,这将遵循大张旗鼓的山景城的公司的例子肯定的可能性不大。为了保持国内的政治优势,把在北京的权力冲突与谷歌的货币化,造酒:“他们是一个特别的虐待而诱发或导致他们在对现实的星座自己的参与,可惜的战略第20号:”水,以捕获的鱼,其明确的目标被剥夺,写道:“胜雅律在他的作品”36造酒经理人“(由Addison – Wesley出版)。或拖动战略编号19:“根据锅炉木柴。木柴是权力的来源,这使在茶壶中的水煮沸。尽快冷开水删除木柴。它作为一种逃避战略力量。一是以积极的风出某人的风帆,剥夺了他的水,打断了他的理由。由于Strategemprävention在汉学家胜雅律的敌对干扰可能发生的情况认真审查认为是至关重要的。我并不认为谷歌管理人员将能够在所有。

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胜雅律教授建议在中国的西方政治家和企业经理,遵循耶稣的忠告:“作为蛇和鸽子一样温和明智的”(马太福音10,16)。 “在全球化的世界21世纪应提高到宝藏,在耶稣向我们说,不明身份的谎言“。至关重要的是,获得最佳Listwissen。在政治和经济竞争的名单是受Listkompetenz失明。这同样适用于政治家和商人。

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