Cebit als Katalysator für neue Messe-Ideen

Groß waren die Erwartungen an die diesjährige CeBIT in Hannover, schreibt das prmagazin in seiner aktuellen Ausgabe:

„Neues Konzept, neues Design, neues Datum. Ein Befreiungsschlag das Ziel. Und nun? Statt 200.000 Besuchern wie 2017 kamen 120.000. Klingt nach Niederlage. Und dennoch finden sich auf der CeBIT, die zwischen klassischer Messe und Erlebnisfestival wandelt, einige richtige Entwicklungen, welche den Veranstaltungsmarkt insgesamt verändern. Auch bei B2B-Events findet seit Jahren ein Umdenken statt. Viele Aufgaben, die früher physische Präsenz erforderten, haben sich mit der Digitalisierung erledigt. Vertrieb geht auch digital, einen Überblick über die Produkte und Dienstleistungen findet man auch online, Broschüren weichen digitalen Katalogen oder Magazinen.“

Franziska von Lewinski formuliert vier Empfehlungen, um Messeauftritte erfolgreich zu gestalten:

Vom Messestand zum Erlebnis: Besucher seien anspruchsvoller.

„Was kann ich hier machen? Kann ich das Unternehmen auch jenseits von einem Termin erleben? Gefragt sind Standkonzepte, welche eine Mischung aus zum Beispiel einem Café, Interaktion mit Exponaten und Rückzugsräumen bieten. Einladend für alle, wertschätzend für die besonders wichtigen Kontakte.“

Der nach meinem Dafürhalten wichtigste Punkt in dem Vorschlagskatalog. Vom One-Shot zur Content-Plattform:

„Zwei Monate vor dem Event die Kommunikation anwerfen? Das war einmal. Heute sind starke Veranstaltungsmarken auch Medienmarken. Die OMR, ISPO oder bald auch die dmexco machen es vor und bedienen ihr Publikum ganzjährig mit News und Geschichten. Das gilt auch für Aussteller“, so Lewinski.

Bunte Welten statt farblosem Einheitsbrei:

„Drei Roll-ups, ein Laptop und der Tresen im Standardmessepauschalangebot? Gott bewahre. Visuelle Impulse sind gefragt, ungewöhnliche Motive und ein Hingucker, der auch als Fotomotiv funktioniert. Auch B2B-Besucher machen gerne Selfies.“

Gut vorbereitet statt „Wir gucken mal“:

Aussteller beschweren sich gern, dass die Qualität der Kontakte nicht stimmen würde. Aber könne man heute noch erwarten, dass aus Laufpublikum ein Millionenauftrag wird? Erfolgreich sei, wer sich gut vorbereitet. Klingt wie eine Binsenweisheit, werde aber noch zu oft vernachlässigt. Einladungsmanagement für Termine und Lead-Generierung über Performance Marketing seien Pflicht für jedes Event:

„Auf der CeBIT finden sich einige richtige Entwicklungen, die den Veranstaltungsmarkt insgesamt verändern“, resümiert Franziska von Lewinski.

Weitere Stimmen:

Oliver Frese von der Hannover Messe und Matthias Hartmann, Vorsitzender der Geschäftsführung IBM Deutschland GmbH, im Gespräch zum Abschluss der CEBIT:

Ansgar Heise vom Heise-Verlag zum neuen Konzept der Cebit – ab der 13. Sendeminute:

Der ultimative #Cebit18 #Livestudio #ibm Rückblick mit Lars Basche und Gunnar Sohn:

Rückblick auf Cebit und vdav-Branchentreff:

Man hört, sieht und streamt sich übrigens auf dem Caravan-Salon in Düsseldorf vom 25. August bis 2. September. Mehr dazu in der nächsten Woche 🙂

Spieler-Scouting mit Watson – Gladbach-Fan @digitalnaiv im Gespräch mit Roland Becker #Cebit18 #Livestudio #ibm

Als sich am 31. Januar das Transferfenster der Bundesliga schloss, hatte IBM Watson zum ersten Mal einen Verein bei der Auswahl passender Spieler unterstützt. Das KI-System ist nahtlos in die Scouting Lösung „JAAI Scout“ von JUST ADD AI integriert und unterstützt das Scouting Team eines Bundesliga Vereins beim Entdecken und Analysieren von Spielern. So können mehrere zehntausend Scouting Reports automatisch analysiert und zusammen gefaßt werden. Mit Watson Personality Insights werden Persönlichkeitsprofile von Spielern erstellt und mit Watson Analytics für Social Media relevante Informationen aus sozialen Netzwerken, Foren und News-Seiten extrahiert.

JUST ADD AI verwendet außerdem eigene neuronale Netze zur Vorhersage des Potentials und der Marktwert-Entwicklung von Spielern. Gladbach-Fan Stefan Pfeiffer stellte das Souting-System im #Cebit18 #Livestudio Gespräch mit JUST ADD AI-CEO Roland Becker vor:

Das war es mit der IT-Heizdecken-Verkaufsmesse – Metamorphose zum Sommerfestival #Cebit17

Cebit sucht den Austin-Geist – cool, locker und mehr Netzszene

Im vergangenen Jahr haben wir schon sehr kontrovers über die Zukunft der Cebit debattiert. Meine Erfahrungen habe ich zum Start der diesjährigen Computermesse mit den IT-Prozessmanagement-Verkäufern-im-dunklen-Anzug noch deutlich zum Ausdruck gebracht: IT-Fachidiot schlägt Kunde tot – Gedanken zur #Cebit17.

Mit dieser kritischen Einschätzung habe ich wohl ins Schwarze getroffen, wie Reaktionen auf Twitter zeigen:

Den Digisauriern hab ich das auch in aller Deutlichkeit im März 2016 gesagt.

Tim Cole sah das ähnlich und auch Guido Bosbach in einer Debatte, die ich direkt nach der Cebit im vergangenen Jahr organisierte:

Schön, dass wir uns die Konserve noch einmal anschauen können. Konzepte, die also in den USA erfolgreich laufen, könne man nicht so ohne Weiteres auf die Cebit übertragen. Das war so eine Stellungnahme, die ich im Gedächtnis gespeichert habe.

Und dann kommt vom Chef der Deutschen Messe AG nun folgende Erklärung:

„Wir werden die CeBIT zu Europas führender Eventplattform und zum Festival für digitale Technologie, digitale Innovation und Geschäftsanbahnung der digitalen Wirtschaft umbauen. Wir bringen die CeBIT in den Juni, weil wir im Sommer Technologie noch emotionaler inszenieren und eine coole Campus-Atmosphäre schaffen können“, so Oliver Frese.

Die nächste CeBIT findet vom 11. bis 15. Juni 2018 in Hannover rund um das Holzdach auf dem Messegelände in Hannover statt. Das Freigelände in der Mitte wird zum großen Digital-Campus.

Thomas Kuhn von der Wirtschaftswoche liefert noch mehr Futter, die die Entscheidung der Messe-Leitung erklären:

„Die Anleihen die Frese, der das Konzept seit Mitte vergangenen Jahres in verschiedenen Etappen mit Industrievertretern entwickelt hatte, mit seinen Plänen nimmt, sind offensichtlich. ‚Wir bringen Austin in den Sommer‘, sagt eine Industrievertreterin, die in den Prozess involviert war, und meint das Tech-Festival SXSW in Austin/Texas, das sich in den vergangenen Jahren zum wichtigsten Impulsgeber und Szene-Event für die Digitalbranche entwickelt hat. Das Kürzel steht dabei für den Ursprungsnamen der US-Veranstaltung: South by Southwest.“

Gehe es nach den Vorstellung der Hannoverschen Messemacher, soll die Cebit also, um eine geographische Parallele zu ziehen, so etwas werden wie die North by Northeast der europäischen IT-Szene – und vielleicht auch etwas mehr.

„Das traditionelle Messegeschäft soll (wie auch immer in das Event eingebettet) unter dem inzwischen wiederholt genutzten Claim d!conomy weiterleben. Daneben treten – rund um den zentralen d!campus – weitere Formate: das New-Tech-Festival d!tec, und das Konferenzformat d!talk“, schreibt Thomas Kuhn.

Tja. Das schreit eigentlich nach einer Wiederholung unserer Debatten-Runde vom vergangenen Jahr.

Siehe auch die Diskussion auf Facebook.