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Dialogsysteme, semantisches Web und das Ende der Google-Ära – Antwortmaschinen statt Linküberflutung @saschalobo

Was ich Anfang Dezember 2007 geschrieben habe, also vor 15 Jahren, klingt wie eine Ergänzung der Kolumne von Sascha Lob, die am 28.12.2022 veröffentlicht wurde. Tenor: „Höchste Alarmstufe bei der weltgrößten Suchmaschine: Mit ChatGPT und künstlicher Intelligenz könnte eine neue Ära beginnen.“

Google sei zwar eine hervorragende Antwortmaschine auf alle möglichen Fragen des Alltags. „Aber um die besten Antworten zu bekommen, muss man, wenn man genau hinschaut, immer noch sehr Suchmaschinen-spezifische Wortkombinationen eingeben“, schreibt Sascha Lobo.

Und da kommt dann ChatGPT ins Spiel, mit dem ich mich ja schon prächtig über Joseph Schumpeter unterhalten habe: „Die immer stärker spürbaren Schwächen der Suche resultieren zu einem Teil aus dem Geschäftsmodell selbst, weil Google davon lebt, nicht ein Ergebnis auszuspielen, sondern immer eine Liste inklusive Anzeigen. Eine gesprächsfähige KI-Technologie ist wahrscheinlich schwieriger zu vermarkten – weil sie versucht, im Zweifel dialogisch das Ergebnis einzuengen, um nicht in 0,34 Sekunden zwölf Millionen Ergebnisse zu bekommen, sondern eine sinnvolle Antwort.“ Die Suchmaschine von Google sieht die Welt als Liste an, eine KI in der Bauart von ChatGPT sucht einzelne, gute Antworten. „Dieser technokulturelle Unterschied lässt Google als Maschine erscheinen und ChatGPT als digitalen Gesprächspartner.“ Die Welt als Liste kann übrigens sehr viel Charme besitzen im Sinne von Umberto Eco. Das schrieb ich vor 10 Jahren in meiner Kolumne für die Netzpiloten. Siehe den Beitrag, den ich ganz unten noch einmal eingefügt habe.

Ob die Folgeversionen der Chat-Maschine nun den ersehnten Sprung ins Wunderland der KI-Kommunikation bringen werden, bleibt abzuwarten. Angeblich soll 2023 das Jahr der KI werden. So formuliert es Lobo:

„Je nachdem also, wie sehr Google sich in Gefahr wähnt, könnte 2023 tatsächlich das spannendste Jahr in Sachen KI werden – mit einem beginnenden Zweikampf zwischen ChatGPT/OpenAI/Microsoft und LaMDA/Google um die Herrschaft der digitalen Antworten auf die Fragen der Menschheit.“

Davon war man auch im Dezember 2007 überzeugt. Mein Artikel damals:

Der von Tim O’Reilly geprägte Begriff Web 2.0 hat sich zum Inbegriff des neuen Internet-Booms entwickelt. Nun arbeitet man an Konzepten für eine Weiterentwicklung. „Wenn wir über unseren Umgang mit Computern reden, verbinden wir das immer noch damit, vor einem Bildschirm zu sitzen und auf einer Tastatur zu tippen. Aber Computer werden immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Die offensichtliche Veränderung ist zunächst, dass auch mobile Endgeräte oder Mobiltelefone als Plattform dienen. Damit ist auch verbunden, dass Spracherkennung immer besser wird. Oder dass Fotoapparate mittlerweile mit GPS ausgestattet sind“, erklärt Tim O-Reilly. Wenn das Handy mit intelligenter Sprachtechnik ausgerüstet wird, könnte es sich nach Expertenmeinung zu einem sehr nützlichen persönlichen Assistenten entwickeln. „Solche Visionen einer Antwortmaschine geistern seit einiger Zeit unter dem Schlagwort Web 3.0 beziehungsweise Semantic Web durch das Internet“, schreibt die Nachrichtenagentur ddp.

Dialogsysteme seien nach Auffassung von Lupo Pape, Geschäftsführer des Berliner Unternehmens SemanticEdge, geeignet, den Zugriff auf das vernetzte Weltwissen zu verbessern: „Wie häufig hätten wir gerne im Alltag genaue Informationen zu Sportergebnissen, Telefonnummern oder Adressen. Unendlich viele Dinge, die wir, wenn wir gerade im Internet wären sofort ‚er-googlen‘ würden. Da das aber in der Freizeit und von unterwegs selten der Fall ist und der Zugriff über das Handy mit Tastatur oder Touchscreen zu mühselig ist, verzichten wir meistens darauf, unseren Wissenshunger sofort zu stillen. Anders wäre es, wenn wir mit einfachen gesprochenen Suchbefehlen unsere Anfrage starten und die Suche dann bei Bedarf eingrenzen könnten, genauso, wie wir es derzeitig mit der PC-Tastatur und der Maus tun und das ganze jederzeit und von jedem Ort aus“, so der Sprachdialogexperte Pape. Die fehlenden Bausteine dafür seien jetzt schon verfügbar, so dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis sich die Menschen weltweit an dieses neue Interface gewöhnt haben. „Die Spracherkennung im personalisierten Diktiermodus ist schon sehr ausgereift, die mobilen Datenzugriffe werden immer schneller und auch Flatrates im Mobilfunk werden vermutlich bald genauso verbreitet sein wie im DSL-Geschäft“, prognostiziert Pape.

Viele Informationen würden bereits strukturiert vorliegen, wie Fahrplaninformationen, Telefonnummern, Sportergebnisse, bewertete Restaurants und sonstige Adressen. „Was fehlt, ist eine Art Yahoo des ‚Voicewebs‘, über das sich jeder personalisiert seine gewünschten Angebote zusammenstellen und über Sprache oder Multimodale Interfaces abfragen kann“, so Pape.

Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt Professor Wolfgang Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI): „Das Web 2.0 ist ein primär syntaktisches Web mit Layout-, aber ohne Bedeutungsannotationen“, so Wahlster gegenüber ddp. Das führe zu einer Informations- beziehungsweise Linküberflutung, da beispielsweise Textdokumente letztlich auf eine sinnfreie Kombination aus Buchstaben reduziert werden, Fotos und Videos sind nur Ansammlungen von verschiedenfarbigen Pixeln.

Die semantische Wende führe zu einem hochpräzisen Antwortverhalten in einem Web, das Sinnzusammenhänge in den Mittelpunkt stellt. „Wenn es also gelingt, die Semantik von Texten, Bildern, Gesten und künstlerischen Darbietungen durch standardisierte Begriffe so zu formalisieren, dass die so gewonnenen Daten maschinenlesbar sind, dann könnte die Vision der Antwortmaschine Realität werden. Eine Suchmaschine wie Google wäre dann überflüssig“, spekuliert ddp. 

Für den Sprung ins Web 3.0-Zeitalter sei Deutschland gut gerüstet, weiß Wahlster und verweist auf das Projekt Theseus: Bundeswirtschaftsministerium, Forschungsinstitute und Firmen wie Bertelsmann, Siemens und SAP wollen in den kommenden fünf Jahren rund 200 Millionen Euro investieren, um beim Internet der Zukunft die Nase vorn zu haben. 

Wenn man sich die deutsche Forschungslandschaft für Künstliche Intelligenz betrachtet, sei man nach Ansicht von Bernhard Steimel, Sprecher der Initiative Voice Business, auf einem guten Weg. „Im Gegensatz zu anderen Ländern verfolgen wir einen sehr pragmatischen und anwendungsbezogenen Ansatz. Unsere Wissenschaftler entwickeln in enger Kooperation mit der Wirtschaft Technologien für den Alltag, die wir als Errungenschaften der KI-Forschung gar nicht mehr wahrnehmen – etwa bei der Analyse natürlicher Sprache. Mit rund 120 Unternehmen, die Dialogsysteme für Navigationsgeräte, Fahrkartenautomaten, Logistiksysteme oder Diktiersoftware entwickeln und marktfähig machen, liegen wir international an der Spitze. So zählt der Physik-Nobelpreisträger Theodor Hänsch das SmartWeb-Projekt von Professor Wahlster zu den 100 Produkten der Zukunft , die unser Leben verändern werden – das ist sicherlich kein Zufall“, resümiert Steimel. 

Und hier noch die Kolumne über die List der Auflistung:

Die List der Auflistung: Ein Jahresrückblick

Der Schriftsteller Umberto Eco und viele andere Menschen hatten wohl schon immer den Drang, Ordnung in ihr Leben und ihre Welt zu bringen, indem sie versuchten, mithilfe von Katalogen, Verzeichnissen und Listen die Unendlichkeit der sie umgebenden Dinge überschaubar zu machen. Ein hoffnungsloses Unterfangen. Man muss schon ein wenig listig sein wie Eco, um auch nur in Ansätzen etwas Orientierung mit einer Liste aller Listen zu geben. Angefangen beim Schild des Achill über den Stammbaum von Jesus Christus bis zum World Wide Web. Da habe ich es schon etwas einfacher, auf die wichtigsten medialen Ereignisse des Jahres hinzuweisen, die auf unserer Agenda standen. Und auch diese Liste ist nur fragmentarisch. 

Am Jahresanfang beschäftigte sich unser Tochterunternehmen Nash Technologies mit der Frage der Netzneutralität und den Voraussetzungen eines intelligenten Netzes für die Energiewende. http://www.netzpiloten.de/2011/05/12/netzneutralitat-und-das-smart-grid/ 

Das Energienetz der Zukunft („Smart Grid“) wird über das Internet gesteuert. Einen Stromausfall, weil zu viele Youtube-Videos die Netze verstopfen, will kein Mensch. Einen Zwei-Klassen-Zugang allerdings auch nicht. Das berichtet NeueNachricht in einer Vorabmeldung. „Bei der Netzneutralität geht es letztlich um Freiheit: Jeder Bürger hat das Recht, Informationen zu konsumieren und zu veröffentlichen. Aus politischer Sicht muss die Netzneutralität also erhalten bleiben. Es stellt sich aber auch die Frage, wie dies technisch möglich ist, wenn das Internet in Zukunft auch ein Smart Grid enthält“, sagt Bernd Stahl vom Netzwerkspezialisten Nash Technologies mit Sitz in Stuttgart und Nürnberg.

Das Smart Grid muss stabil laufen – so, wie es auch Cyber-Attacken standhalten muss. Denn am „intelligenten“ Energienetz hängen zukünftig mit Solarenergie und Windkraft schwankende Energieträger. Das Netz muss in Sekundenschnelle reguliert werden, auch weil auf der anderen Seite die Verbraucher ihren Strom per Smart-Meter-Geräte steuern oder per Elektro-Auto massenhaft neuen Strom benötigen. Im Gegensatz zum Youtube-Video dürfen die Energienetze nicht ruckeln – sonst gehen etwa im Krankenhaus die Lichter aus. „Das Prinzip Best Effort – vereinfacht gesagt: wir versuchen es so gut wie wir können – reicht für das Smart Grid definitiv nicht aus“, sagt Stahl. Das Thema wird uns wohl in den nächsten Jahren weiter beschäftigen. 

Mit der Überalterung unserer Gesellschaft wird auch den Personalchefs in den Unternehmen der Welt älterer Mitarbeiter immer deutlicher. Das gilt auch für IT-Fachkräfte. http://www.pressetext.com/news/20120210023

So blicken wir als Beratungshaus mittlerweile auf eine über 20-jährige Erfahrung in Deutschland zurück. Wir kennen die Systeme und Anwendungslandschaften. Und uns war trotz des Internet-Hypes klar, dass sich die Datenverarbeitung auf absehbare Zeit auf altbewährte Systeme abstützen wird. Wir haben deshalb frühzeitig angefangen, eine spezielle Gruppe von Seniorberatern und Managern aufzubauen. Wer auf neue Technologien setzt, muss auch auf die Altbestände zurückgreifen und sich mit der Migration dieser Daten beschäftigen.

Wir haben die Situation, dass es nicht unerheblich viele Rechenzentren mit alten Technologien gibt und dass wesentliche Teile von geschäftswichtigen Anwendungen nach wie vor auf diesen sogenannten alten Technologien ablaufen. Das muss gewartet werden, ein Service erfolgen und eine Weiterentwicklung stattfinden.

Hier sorgen wir dafür, dass diese alten Technologien möglichst lange weiter laufen und keine Daten verloren gehen. Das zweite Thema ist die Migration auf andere Technologien und Plattformen. Das gestaltet sich langwierig und schwierig. Da redet man dann schon häufig über Projektlaufzeiten von drei bis sieben Jahre. Und auch in diesem Umfeld kann man so eine Migration nur auf Basis der alten Welt starten. Auch das wird in Zukunft auf der Agenda vieler CIOs stehen. 

Durch den Ausbau der Small Cells könnte auch die App-Economy den nächsten Schwung bekommen, so unser Resümee zun Mobile World Congress in Barcelona. http://www.pt-magazin.de/newsartikel/archive/2012/march/22/article/mobile-world-congress.html#.T2xM2wHC8jA.email 

Small Cells haben nur eine kleine geographische Abdeckung. Aber diese Kleinheit hat auch einen großen Vorteil: der Netzbetreiber weiß auf einmal sehr genau, wo sich ein Smartphone befindet, und zwar an Orten, wo das bisher nicht möglich war, weil es beispielsweise in Gebäuden keinen GPS-Empfang gibt. Wenn potenziell jedes kleine Geschäft in der Innenstadt seine eigene Small Cell haben kann, sind der Phantasie keine Grenzen mehr gesetzt. Eine neue Art von Location Based Apps wird möglich, weil es dafür ein Geschäftsmodell gibt. Durch neue Apps gibt es zusätzlichen Verkehr im Netz und damit neues Wachstum. Damit dieses Wachstum auch in der Übergangsphase von UMTS nach LTE möglich wird, ist der UMTS-LTE-Hybrid entscheidend.

Um in dieser hypervernetzten Aufmerksamkeitsökonomie überhaupt zum Kunden durchdringen zu können, muss Kommunikation im richtigen Moment, am richtigen Ort und über den richtigen Kanal erfolgen – wenn man von Kanal überhaupt noch sprechen kann. Stillstand ist dabei ein schlechter Ratgeber, auch wenn das laufende Geschäft noch halbwegs vernünftige Umsätze generiert. Das kann sich schnell ändern. http://service-insiders.de/news/show/1317/Ist-der-Kunde-ein-Prozess-Warum-alte-Management-Weisheiten-an-der-Komplexitaet-des-Netzes-scheitern 

Wer gesellschaftliche und wirtschaftliche Phänomene nur in Aggregatzuständen wahrnimmt und berechnet, vernachlässigt die Wirkung von Innovationsrevolutionen. Technologien und Geschäftsmethoden können über Nacht wertlos werden. Etablierte Branchen gehen unter und neue entstehen. Der Routineunternehmer gehört zu den ersten Opfern. Anders sieht es bei den IT-Fachkräften aus, die nach wie vor händeringend gesucht werden. http://www.business-on.de/saarlorlux/fachkraeftemangel-jobsuche-wechselwillig-unternehmen-personalmarketing-maximilian-nobis-_id13936.html

Man muss längst nicht mehr so aktiv sein wie noch vor zehn oder 15 Jahren. Es reicht, die eigenen Kompetenzen richtig im Netz darzustellen.

Viele Personalverantwortliche suchen nach spezifischen Fachkenntnissen in Kombination mit einem Ort oder beruflichen Positionen. So gerät man automatisch in die richtigen Filter. Man kann sich auch in die Situation der Suchenden hineindenken: Wie würde jemand suchen, der eine bestimmte Stelle zu besetzen hat? Dann kann man schnell sehen, ob man in der Suche der Social Networks wie Xing und LinkedIn vorkommt. 

Seit 14 Jahren befragen wir mittlerweile weltweit die CIO-Community nach den Trends der Informationstechnologie, den Auswirkungen auf die eigene Organisation und der Rolle der IT auf die strategische Ausrichtung des eigenen Unternehmens. In diesem Zeitraum hat sich das Arbeitsfeld von IT-Führungskräften fast so schnell geändert wie die Technologie. http://www.funkschau.de/telekommunikation/news/article/88397/0/Harvey_Nash_Die_Trends_in_der_IT_und_die_Folgen_fuer_den_CIO/ 

Der jüngste Trend: 2011 standen die empirischen Befunde noch unter dem Eindruck der Rezession. Auch davor hat man in vielen Branchen die IT in erster Linie unter dem Gesichtspunkt der Kostenreduktion betrachtet. Im Zuge dieses Blickwinkels ist der CIO nur damit beauftragt worden, das vorhandene Rüstzeug zu optimieren und die IT als Dienstleistung so günstig wie möglich bereitzustellen. Das ändert sich nun erfreulicher Weise. Die Weichen sind wieder auf Wachstum gestellt. 56 Prozent der CIOs konzentrieren sich auf Projekte, um Geld zu verdienen, statt zu sparen.

Das ist ein ganz wesentlicher Punkt. Innovative CIOs sind Möglichmacher für neues Geschäft und geben sich nicht damit zufrieden, die IT nur auf Kosteneffizienz zu trimmen. Zukunftsprojekte wie digitale Medien und soziale Netzwerke dominieren derzeitig die Innovationsprojekte. In Deutschland haben wir da allerdings noch Nachholbedarf. Entsprechend habe ich meine Ratschläge für Bundeskanzlerin Angela Merkel formuliert.

Man muss die Kraft der Ideen und Stärke der Forschungslandschaft besser vermarkten. Weitere SAPs zu schaffen, ist sicherlich kein einfaches Unterfangen. Aber was mir zuvorderst hier einfällt, wäre eine sehr pragmatische und unbürokratische Innovationsförderung. Es mangelt in Deutschland und Europa nicht an Ideen. Es fehlt uns die Kraft, diese Ideen umzusetzen. Das bedeutet Innovationsförderung und Kapital sowie eine gezielte Unterstützung von kleinen Organisationen. 

Fraunhofer und MP3 sind ein gigantisch schönes Beispiel für die Schwächen bei der Eroberung neuer Märkte. In einer kürzlich veröffentlichten Studie geht hervor, dass sich Fraunhofer in Fragen der Management-Kompetenz im unteren Drittel eingruppiert. Die bescheinigen sich selbst eine hohe Innovationskraft aber nur eine sehr begrenzte Umsetzungskraft. Und da liegt der Hebel. Man sollte einen Steve Jobs an die Spitze der Fraunhofer-Gesellschaft stellen. http://www.marketing-boerse.de/News/details/1223-Ratschlaege-fuer-Merkels-Internet-Gipfel-Wunderkinder-bringen-noch-keine-digitale-Wende/36545 

Wer als Nachwuchstalent vernetztes Arbeiten erwartet, das Verschwimmen räumlicher und zeitlicher Grenzen, den Einsatz kollaborativer Werkzeuge, der tut sich mit nine to five, Hierarchien und der klassischen Kaminkarriere schwer. http://www.service-insiders.de/artikel-maschinen-und-anlagenbau/show/1479/Social-Media-und-die-Technologie-der-Torheit-–-Ueber-die-Ohnmacht-des-Tweed-Managers 

Am Ende entsteht eher Frustration beim Management-Nachwuchs. Organisationen, die das nicht verhindern können, verlieren hoffnungsvolle Talente und verspielen über kurz oder lang ihre eigenen Zukunftschancen. Über die Erfahrungswelten, die vor allen Dingen die jungen Menschen aus sozialen Netzwerken und der Anwendung von Web 2.0-Technologien mitbringen, werden nicht nur das Zusammenspiel von Verbrauchern und Unternehmen radikal verändert. Es verändern sich auch die Spielregeln in den Organisationen von Staat und Wirtschaft. Wer hier weiter auf starre Kommandostrukturen setzt, verliert als Arbeitgeber an Attraktivität und bekommt auf dem Arbeitsmarkt nicht die besten Köpfe. Jedes Verbot von Facebook, Twitter oder Youtube am Arbeitsplatz geht durch die Autarkie bei der Nutzung der eigenen mobilen Geräte zunehmend ins Leere. Das dokumentierte sehr eindrucksvoll talkabout-Geschäftsführer Mirko Lange bei unserem Social Media Breakfast in München mit einem Einspieler. Es geht um das Statement von Professor Peter Kruse bei einer Bundestagsanhörung der Enquetekommission „Internet und digitale Gesellschaft“. Kruse sprach von der Machtverschiebung vom Anbieter zum Nachfrager, die mit der Systemarchitektur zusammenhängt. Das Internet habe ja schon die Vernetzungsdichte extrem nach oben gejagt. Mit dem Social Web ist noch etwas dazu gekommen. Ein deutlicher Anstieg der unberechenbaren Spontanaktivität und kreisende Erregungen im Netzwerk etwa über Retweets auf Twitter. „Die Systeme werden mächtig, ohne vorhersagen zu können, wo das Ganze passiert”, so Kruse.

Soweit ein kurzer Rückblick auf 2012.

Ich selbst bin nicht davon überzeugt, dass das Jahr 2023 ein besonderes Jahr der KI wird. Es wird wieder ein ganz normales Jahr mit einigen Weiterentwicklung in der Interaktion von Mensch und Maschine jenseits der Marketingbotschaften, die über den Atlantik zu uns nach Europa rauschen.

Siehe dazu auch mein Interview mit Professor Wolfgang Wahlster, ehemaliger Chef des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz.

Auch ein Dauerbrenner: Warum der „Behörden-Booster“ klemmt

Die Verwaltung könnte ein wenig KI gebrauchen. In den Behörden fehlt es an Kompetenz, um den Digitalen Staat auf den Weg zu bringen. Auch das ist ein Thema, mit dem ich mich nun schon seit Ende der 90er Jahre beschäftige.

Interessant! Chatkontrolle: Massive Auswirkungen auf Open-Source-Software befürchtet

Über den Autor

gsohn
Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsblogger, Livestreamer, Moderator, Kolumnist und Wanderer zwischen den Welten.

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