@ProfHeinemann zu Leerstand, Inflation, Lieferketten, Erlebniskauf und Automatisierung im Handel #HKD2022

Das Gespräch zur Lage des Handels mit Professor Gerrit Heinemann war eine schöne Steilvorlage für den Roundtable am Mittwoch in Berlin.

Kurzfassungen:

Komplettes Gespräch:

Der Roundtable am MIttwoch:

Roundtable am 16. November, um 13:30 zum Handelskongress in Berlin. Teilnehmer: Gunnar Sohn (Wirtschaftspublizist, Blogger, Moderator, Kolumnist, Dozent​); Dr. Jens Müller (Geschäftsführer Multivac Deutschland); Kai Hudetz (IFH-Köln Institut für Handelsforschung); Stefan Binkowski (SAP Retail & Consumer, Director Business Development); Thomas Schubert, Geschäftsführer Biomanufaktur Havelland. Nach zwei außergewöhnlichen Jahren in der Konsumgüterbranche treten nun große Probleme auf. Ukraine-Krieg, Lieferketten-Probleme, Rohstoff-Knappheit und Erhöhungen der Energiekosten wirken sich auf die Konsumausgaben aus. Wie geht es weiter? Gewinner und Verlierer der Inflation. Gewinnt online weiter? Erlebnisorientierung im stationären Handel (für viele Kunden nicht relevant. Barrierefreiheit und Schnelligkeit wichtiger). Selbst-Check-Out. Ohne Personal einkaufen 24-7-Supermärkte. #ConnectedRetail. Online-Shop-Strategien. Dramatischer Personalmangel (Employer Branding, Active Sourcing, Prämien, Kampagnen auf allen medialen Kanälen stehen auf der Agenda).

Man hört, sieht und streamt sich in Berlin.

#Notizzettel: Krieg, Inflation, Lieferketten-Probleme, E-Commerce: Wie muss der Handel jetzt agieren? #HKD2022

Nach zwei außergewöhnlichen Jahren in der Konsumgüterbranche treten nun große Probleme auf. Ukraine-Krieg, Lieferketten-Probleme, Rohstoff-Knappheit und Erhöhungen der Energiekosten wirken sich auf die Konsumausgaben aus. „Während stationäre Formate im LEH in den letzten zwei Jahren deutliche Marktanteile gewonnen haben, müssen sie diese nun teilweise wieder an die Discounter abgeben“, so EHI-Präsident Markus Tkotz. Die Handelsmarken können davon profitieren. Im hochpreisigen Bereich herrscht Konsumzurückhaltung. Besonders deutlich ist das im Bio-Fachhandel. „Hier sind die Umsatzrückgänge innerhalb des gesamten Lebensmitteleinzelhandels am höchsten. Wenn dann noch eine Verdoppelung der Energiekosten, und geringere Marge dazukommen, weil erhöhte Lieferantenpreise nicht an die Kundschaft weitergegeben werden können, dann wird es eng“, so Tkotz. Dazu kommt noch ein dramatischer Personalmangel. Employer Branding, Active Sourcing, Prämien, Kampagnen auf allen medialen Kanälen stehen auf der Agenda. „Bei den Einzelhandelsunternehmen können wir beobachten, dass hier teilweise Öffnungszeiten reduziert werden, weil einfach nicht genug Kapazitäten von Mitarbeitenden zur Verfügung stehen. In der Gastronomie wird schon seit längerer Zeit an manchen Tagen gar nicht mehr geöffnet, bei den Supermärkten gibt es jetzt auch erste Beispiele von Unternehmen, die Märkte teilweise ab mittags schließen.

Bei den Startups können wir beobachten, dass die Wachstumskurven durch die Verfügbarkeit von Mitarbeitenden begrenzt werden und daher auch die Finanzierungsrunden gefährdet sind. Es wird höchste Zeit, dass wir einen geeigneten gesetzlichen Rahmen bekommen, um auch durch qualifizierte Zuwanderung dem Fachkräftemangel zu begegnen“, fordert der EHI-Präsident. 

Ein anderes dringendes Problem sind die Lieferketten, die aus dem Tritt geraten sind.

Der Handel hat sich auf andere Vorlaufzeiten eingestellt und auch die Bevorratung steigt. Aber auch in der Logistik fehlen Fachkräfte. Der Fahrermangel hat sich durch den Krieg in der Ukraine weiter verschärft und Mitarbeitende für die Logistik zu finden, ist weiterhin eine echte Herausforderung.
„Wir werden hier weiter in Technik und Digitalisierung investieren müssen. Autonomes Fahren wird in der Logistik Realität werden müssen. Natürlich gibt es viele rechtliche Fragen bei diesem Thema, aber wir dürfen auch nicht aus den Augen verlieren, dass Versorgungssicherheit ein sehr sehr hohes Gut ist. Gleichzeitig müssen wir uns nach Alternativen umschauen. Leider konnte die Bahn bisher noch keinen geeigneten Beitrag zur Lösung unsere logistischen Probleme leisten. Und wie wir gerade wieder erleben, ist die Schifffahrt auch kein zuverlässiger Partner. Wir beobachten zurzeit, dass Unternehmen auch in eigene Kapazitäten für den Transport aufbauen oder sich zumindest feste Transportkapazitäten langfristig sichern. Zusammen mit ausgewählten Partner-Unternehmen arbeiten auch wir an der Bündelung von Warenströmen. Auch die Reduzierung von Wartezeiten an der Rampe kann ein Beitrag zur Reduzierung von logistischen Engpässen sein. Wir haben hier mit der digitalen Vorgangsakte ein erfolgreiches Projekt initiiert“, erläutert Tkotz.

KI, Automatisierung und Robotik gehören aktuell zu den wichtigsten Technologietrends im Einzelhandel. Vor dem Hintergrund des in allen Bereichen vorherrschenden Personalmangels, haben diese Themen zusätzliche Relevanz erhalten.

Was ganz oben im Aufgabenkatalog steht: Soziale Fragen, Umweltaspekte, Unternehmensführung: Ein ganzheitliches Nachhaltigkeitsengagement wird auch im B2B-Kontext zunehmend relevanter. Drei Viertel der Befragten stufen das Thema für das eigene Unternehmen zukünftig als sehr oder äußerst wichtig ein. Das zeigen die Ergebnisse des B2BEST Barometers des ECC KÖLN und Creditreform. Acht von zehn Befragten gehen davon aus, dass eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie dazu beiträgt, dass B2B-Unternehmen langfristig erfolgreicher sind. Dabei werden alle drei ESG-Kriterien (ESG = Environment, Social, Governance) als relevant eingestuft: An erster Stelle steht das Thema Umwelt (79 Prozent), dicht gefolgt von einer verantwortungsvollen Unternehmensführung (76 Prozent) sowie sozialen Nachhaltigkeitsaspekten (70 Prozent). 

Obwohl dem Thema Nachhaltigkeit insgesamt eine hohe Relevanz beigemessen wird und 67 Prozent der B2B-Unternehmen angeben, eine Nachhaltigkeitsstrategie zu verfolgen, zeigt sich in der Praxis oft noch Optimierungsbedarf. Dieses Bild spiegelt auch der Verdacht des Greenwashings wider: So glaubt die große Mehrheit (87 Prozent) der befragten-Unternehmen, dass Nachhaltigkeitsinformationen und entsprechende Maßnahmen oftmals nur für Marketingzwecke genannt werden, letztendlich aber nicht umgesetzt werden. Als größte Herausforderungen bei der Umsetzung nennen Unternehmen vor allem die unterschiedlichen Interessen diverser Stakeholder (66 Prozent) sowie zeitliche und personelle Ressourcen (58 Prozent). Die größten Vorteile durch nachhaltiges Engagement werden in den Bereichen Kundenbindung und Ressourceneffizienz erwartet. Ein besseres Image ist nur für drei von zehn Befragten ein Pluspunkt.

Insbesondere in der Logistik setzt man bereits einige umwelt- und ressourcenschonende Maßnahmen um. So nutzen mehr als acht von zehn Befragten nachhaltigere Verpackungen, indem sie recyclingfähiges Material verwenden und auf unnötiges Plastik verzichten. Auch der Wiederverkauf von B-Ware (78 Prozent) sowie die Begutachtung und Reparatur von Retouren (75 Prozent) sind wichtige Aspekte. Das ab Januar 2023 in Kraft tretende Lieferkettengesetz wird weiterhin sehr positiv bewertet: 78 Prozent der Befragten geben zu Protokoll, dass das neue Gesetz dazu beiträgt, die deutsche Wirtschaft nachhaltiger zu gestalten. Knapp ebenso viele sind der Auffassung, dass es die Menschenrechtssituation verbessert.

„Die Weichen für das neue Lieferkettengesetz zu stellen, geht für die Unternehmen natürlich auch mit zeitlichem und finanziellem Aufwand einher. Dennoch überwiegen für 70 Prozent der Befragten die positiven Effekte. Etwas kritischer stehen dem Ganzen kleinere Unternehmen gegenüber: Auch wenn diese zunächst nicht direkt vom Lieferkettengesetz betroffen sind, rechnen sie mit erheblich höheren Aufwänden, beispielsweise wenn sie Zulieferer für Großunternehmen sind“, ordnet Christian Kramer, Branchenmanager Groß- und Außenhandel bei Creditreform, 

Die Bewertung der wirtschaftlichen Lage fällt insgesamt gut aus, erreicht im vierten Quartal mit 2,16 (auf einer Skala von 1=sehr gut bis 5=sehr schlecht) aber den schlechtesten Wert seit der Ersterhebung des B2BEST Barometers vor zwei Jahren. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Tendenz angesichts der Energiekriese fortsetzen wird: Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet aufgrund des Anstiegs der Energiepreise in diesem Herbst/Winter eine starke oder extreme Verschlechterung der eigenen Wirtschaftlichkeit.

Die aktuellen Entwicklungen und die Folgen des Krieges in der Ukraine machen den Herstellern und Großhändlern weiterhin zu schaffen. Sie sind betroffen von steigenden Preisen, Materialknappheit sowie Einschränkungen in der Logistik. Dennoch hat der Großteil der B2B-Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit nicht vernachlässigt und in den vergangenen Monaten vor allem in die Bereiche Umwelt und Soziales investiert“, resümiert Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH KÖLN und Gründer des ECC KÖLN. 

Weitere wichtige Punkte: 

Gewinner und Verlierer der Inflation.

Gewinnt online weiter?

Erlebnisorientierung im stationären Handel (für viele Kunden nicht relevant. Barrierefreiheit und Schnelligkeit wichtiger). 

Selbst-Check-Out. Ohne Personal einkaufen 24-7-Supermärkte. 

Connected Retail.

Online-Shop-Strategien.

Man hört, sieht und streamt sich am Mittwoch in Berlin:

Teilnehmer: Gunnar Sohn (Wirtschaftspublizist, Blogger, Moderator, Kolumnist, Dozent​); Dr. Jens Müller (Geschäftsführer Multivac Deutschland); Kai Hudetz (IFH-Köln Institut für Handelsforschung); Stefan Binkowski (SAP Retail & Consumer, Director Business Development); Babak Kharabi (Geschäftsführer Kodi); Thomas Schubert, Geschäftsführer Biomanufaktur Havelland.

Hab Ihr noch Anregungen für die Runde?

Feindbild China – Droht ein weiterer #Wirtschaftskrieg?

Listkompetenz der KP China

In den vergangenen Monaten häufen sich Berichte, Meinungen und politische Reden, die sich kritisch zu China positionieren. Ja nicht nur das. Es wird offen von einer Abwendung vom Reich der Mitte gesprochen. Manche politischen Protagonisten zündeln in Richtung Wirtschaftskrieg.

Man merkt es an den Überschriften:

Grüner Strom von Chinas Gnaden.

Chinas Macht im IndopazifikInvestieren und Drohen

China-Geschäft spaltet die Wirtschaft

Krimi um Elmos aus Dortmund: Warum China unbedingt einen deutschen Chip-Hersteller kaufen wollte – und die Regierung es verhinderte

China rüstet sich für den Wirtschaftskrieg mit dem Westen

ifo-Erhebung: Wirtschaftskrieg mit China wäre teuer

Bundesregierung untersagt umstrittene China-Deals – Wie wird wohl China auf das Verbot reagieren?

Zu einigen Narrativen hat sich der Sinologe Harron von Senger geäußert:

Weltmacht: Die Allmachts-Ansprüche von Parteichef Xi

HvS: Meine Frage: Wo und wann hat Xi Jinping Allmacht-Ansprüche vorgetragen?  Beleg bitte!

Staatschef Xi dürfte seine Macht auf Jahre festigen – Handelsblatt.

HvS: Ja und? Ich bitte um den Namen eines führenden chinesischen Funktionärs, den die Experten des Handelsblattes als besser geeignet als Xi halten.

Xi ist zur Zeit noch nicht einmal so lange im Amt wie es Bundeskanzlerin Merkel war.  Wer weiss, ob er nicht bald infolge Krankheit ausfällt.

Doch während seine politische Stellung ins Absolutistische gleitet…

HvS: Was ist  genau gemeint? In Art. 1 Abs. 2 der Verfassung der VRCh steht, die VRCh sei eine Diktatur. Da ist es doch sonnenklar, dass der oberste Führer ein Diktator ist.

Ist das der Rede wert?

….bröckelt das ökonomische Fundament seiner Macht.

HvS: Konkrete Belege? Das Fundament seiner Macht ist die Kommunistische Partei.  Diese hat Mittel und Wege, um sich auch in schwierigeren Zeiten an der Macht zu halten.

Zu den Abhängigkeiten von China:

Professor Wahlster:

Motivation der USA im Konflikt mit China: Es geht um die Handelsbilanz!

Siehe die Einschätzung von Professor Falke bei einer Forum der Bundeszentrale für politische Bildung:

Die Einschätzung von Professor Hermann Simon:

Siehe auch:

Außenhandel und Wirtschaftskriege: Regiert bei uns immer noch die Schafsethik? Machtpolitik mit den Mitteln der Wirtschaftspolitik @GFelbermayr @BMWK_Econ @profholm @ifo_Institut

Außenhandel und Wirtschaftskriege: Regiert bei uns immer noch die Schafsethik? Machtpolitik mit den Mitteln der Wirtschaftspolitik @GFelbermayr @BMWK_Econ @profholm @ifo_Institut

Professor Gabriel Felbermayr, Direktor des Instituts für Wirtschaftsforschung in Wien, hat einen bemerkenswerten Vortrag über die Zukunft des Welthandels gehalten. Er macht klar, dass die Diskussion zum Wirtschaftskrieg von und gegen Russland oder von und gegen China keine Neuheiten sind, auch wenn wir vielleicht in den vergangenen Jahren nach dem Fall des Eisernen Vorhangs von Schönwetter-Zeiten globalen Handel verwöhnt wurden.

Er verweist auf die machtpolitischen Ziele, die mit Mitteln der Wirtschaftspolitik über Zölle und dergleichen schon immer eine Rolle gespielt haben.

Auch beim liberalen Vordenker Adam Smith, der in seinem Hauptwerk „Wohlstand der Nationen“ ausführte, dass Sicherheit und Verteidigung wichtiger seien als der Wohlstand. Ihn trieb die Angst vor der Macht der Höllander bei der Beherrschung der Seewege.

Das wiederum erinnert mich an den Future Talk der D2030-Initiative vor ein paar Wochen mit höchst umstrittenen Aussagen von Olaf Theiler, Leiter der Abteilung Zukunftsanalyse im Planungsamt der Bundeswehr.

Von dieser Verabsolutierung halte ich gar nichts. Sehr viel halte ich vom Gedanken, Abschied zu nehmen vom naiven Wir-haben-uns-alle-lieb-Schönwetter-Denken. Dazu führte ich vor rund 20 Jahren ein Interview mit dem Chef der Schule des Wirtschaftskrieges in Paris. Meine Einleitung damals: In einer Welt, die aus vielen Schafen und wenigen Füchsen besteht, gibt es für den Sinologen und Strategem-Experten Harro von Senger keine Zweifel, wer das Sagen hat. Alle Geistessysteme, die vom Besten im Menschen ausgehen, verbreiten eine Schafsethik, bei der am Ende die Füchse regieren. Vor allem die Europäer zeichnen sich als schafsköpfige Einfaltspinsel aus – listenblind und leicht zu täuschen. Die Ecole de Guerre Economique (EGE) in Paris will das ändern. EGE-Direktor Christian Harbulot skizziert die Prinzipien seiner „Schule des Wirtschaftskrieges“. 

Kleiner Auszug aus dem Interview:

Was bedeutet „Guerre Economique“?

Christian Harbulot: „Guerre Economique“ ist die direkte und indirekte Konfrontation von Staaten oder Unternehmen auf der Suche nach strategischer Überlegenheit und der Gewinnung größerer Marktanteile.

Befindet sich die Wirtschaft heute tatsächlich in einem Kriegszustand, der nur durch die von Ihnen gelehrten Taktiken zu gewinnen ist?

Es gibt eine gewisse Anzahl von Wegen und Lösungen, um die eigenen Interessen in einer wirtschaftlichen Konfrontation zu wahren. Wir lehren nur Techniken des Informationsmanagements, deren Ziel und Aufgabe es ist, Operationen mit dem Ziel der Einflussnahme und Destabilisationsmanövern durch Information zu begegnen……

In den USA sind die von Ihnen gelehrten Taktiken und Strategien längst Tagesgeschäft. Woran liegt es, dass ihnen in Europa immer noch der Geruch des Unmoralischen anhaftet?

Die Europäer legen hinsichtlich der Zusammenhänge, dieser Art der Konfrontation eine gewisse Heuchelei an den Tag. Die Wirtschaftsexperten und Managementspezialisten prangern die Wirklichkeit an, indem sie sie als Verschwörungstheorie verharmlosen. Aber diese Ablehnung, die Wirklichkeit zu akzeptieren, wie sie ist, geht fast schon ins Lächerliche. In Deutschland spricht man höchstens über Wettbewerb zwischen den Marken. Diese Sichtweise ist jedoch zu einseitig und birgt langfristig das Risiko, den Überblick darüber zu verlieren, wie Teile der weltweiten Wirtschaft wirklich funktionieren. Soweit ein kleiner Auszug aus dem Gespräch.

„Geschlagen zu werden, ist verzeihlich, sich überraschen zu lassen aber unentschuldbar“ 

Unter diesem Leitmotivs Napoleons I. bildet die Ecole Hochschulabsolventen und Manager in Business Intelligence, Wirtschafts- und Informationskrieg aus. Sie ist die erste europäische Institution, die eine Ausbildung für Angriffs- und Verteidigungsmethoden, denen die Unternehmen im Wettlauf der Globalisierung ausgeliefert sind, anbietet. 

Gegründet wurde die Ecole de Guerre Economique 1997 von General Jean Pichot-Duclos, Christian Harbulot und Alain Joseph an der in Paris ansässigen privaten Managementschule ESLSCA mit Unterstützung der halbstaatlichen Rüstungsberatungsgesellschaft DCI. Seit geraumer Zeit arbeitet die Schule unabhängig von DCI. 

Die neuen Kräfteverhältnisse innerhalb der weltweiten Globalisierung haben in den Unternehmen neue Bedürfnisse geschaffen. Produkt und Innovation sind nicht mehr die alleinigen Kriterien in einer Wirtschaft, in der das Angebot größer ist als die Nachfrage.

Es sind insbesondere die zunehmenden Abschottungsmaßnahmen von Unternehmen und Staaten, die dem jeweiligen Wettbewerber auf dem Weltmarkt in Schach halten.

Innerhalb dieser Auseinandersetzungen erhält der Umgang mit frei zugänglichen Informationsquellen eine entscheidende Bedeutung. Berufserfahrung und normales Geschäftsgebaren reichen nicht mehr aus, um entscheidende Marktanteile oder Gewinne gegenüber der Konkurrenz zu erwirtschaften.

Soweit meine Story von damals.

Relevant sind heute vor allem Daten und Schachzüge der Konkurrenten, um richtige Antworten zu finden.

Dazu zählt das von Felbermayr erwähnte Projekt des BMWK, einen Überblick zu bekommen über relevante strategische Güter und Industrien, um von staatlicher Seite die richtigen Unterstützungsmaßnahmen einzuleiten. Schutzzölle, Subventionen, Bevorratung, Reduktion von einseitigen Abhängigkeiten bei Lieferketten und dergleichen mehr. Aber sicherlich auch Gewinnung von Erkenntnissen, wie man Sanktionen umsetzt, um die Gegenseite richtig zu treffen.

Wirtschaftsminister Robert Habeck spricht inzwischen locker vom Wirtschaftskrieg oder gar von Wirtschaftskriegen. Dürfen wir uns vor diesem Hintergrund einen Wirtschaftskrieg an zwei Fronten leisten?

Also Konfrontation mit Russland UND mit China?

Siehe auch folgenden Beitrag:

Ich werde den Felbermayr-Vortrag noch weiter auswerten und tiefer analysieren. Hier noch ein paar interessante Fakten.

Besonders wichtig in der Geoökonomik: Datenintelligenz!

Fortsetzung folgt.

#Maschinenbau nutzt die Potenziale von #Industrie40

Maschinenbau nutzt die Potenziale von #Industrie40, sagt Marius Grathwohl. Die Fundamentalkritik mit Aussagen von „Null Produktivitätsfortschritt“ werde der Vision nicht gerecht. Die Vernetzung von Menschen, intelligenten Objekten und Maschinen, die Nutzung serviceorientierter Architekturen, die Komposition von Diensten und Daten aus unterschiedlichen Quellen zu neuen Geschäftsprozessen eröffnet Chancen. Industrie 4.0 sei die Basis für datenbasierte Wertschöpfung, innovative Geschäftsmodelle und Organisationsformen, aber auch für neue Lösungen in Bereichen wie Energie, Gesundheit und Mobilität. Ökonomisch ging es initial um einen Wechsel von der traditionellen Automatisierung mit vorherbestimmtem Ergebnis hin zu lernenden und sich selbst anpassenden Maschinen und Umgebungen, die in Echtzeit auf Änderungen der Kundennachfrage sowie auf unerwartete Störungen reagieren. Damit einher geht der Schritt von der Massenproduktion zur Maßanfertigung, zur preislich konkurrenzfähigen Herstellung von individuellen, maßgeschneiderten Produkten. Das Internet der Dinge und darauf aufsetzende cyberphysische Systeme seien in modernen Fabriken heute Realität. Die Konnektivität zwischen Maschinen, Werkzeugen, Werkstücken und Facharbeitern habe auch in Bestandsfabriken große Fortschritte gemacht. 

Michael Finkler, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Pro-Alpha aus Weilerbach in Rheinland-Pfalz, kommt nach einem Bericht der FAZ zu einem anderen Urteil: Es gebe „null Produktivitätsfortschritt nach zehn Jahren Industrie 4.0“; das heutige Produktivitätsniveau der Industrie sei auf dem Stand von 2011; die Produktivität im Maschinenbau sei trotz hoher Auslastung sogar gesunken; die breite Masse der Unternehmen sei kaum vorangekommen; statt zu organisieren und zu standardisieren sei „die Verschwendung digitalisiert“ worden.

Es wurde zwar oft davon gesprochen, neue, digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln, Mehrwert durch Digitalisierung zu schaffen, womöglich Plattformen auf die Beine zu stellen. Aber vielerorts ist davon nichts zu sehen. Finkler erkennt „zehn verlorene Jahre“. Deutschland habe „den Anschluss verloren in der industriellen Plattformökonomie“, während Konzerne wie Google, Microsoft oder Amazon den Aufbau von Industrie-Plattformen forcierten. Aber wo ist das denn der Fall?

Einer der Industrie-4.0-Architekten sieht das ganz anders: Professor Wolfgang Wahlster im Interview mit mir.

In den USA gibt es Protagonisten in der Digitalszene, die gar nicht so sehr in der KI-Forschung tätig sind, aber um so stärker eine Marketing-Maschine bedienen und dabei zum Teil pseudo-wissenschaftlich agieren. Dazu zählt Wahlster den Dauerredner Ray Kurzweil, der verrückte Thesen ohne eine gewisse Substanz vorlegt. Das habe Folgen:

„Das größte KI-Zentrum findet man nicht mehr in den USA, sondern mit dem DFKI in Deutschland. Dass liegt daran, dass wir versuchen, als Ingenieure auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. Wir definieren KI als künftige Informatik. Wir gehen an das Limit des Machbaren. Wir machen keine falschen Versprechen an die Industrie oder an den Staat. Wir bleiben auf dem Teppich. Das hat sich bewährt“, so Wahlster.

Hier das komplette Interview mit Marius Grathwohl vom Maschinenbauer Multivac:

Auf LinkedIn lief der Beitrag auch:

Facebook darf nicht fehlen.


Spannend: Microsoft Teams: Allerhand Neuerungen vorgestellt

Wichtiger Punkt: Berners-Lee monierte, dass viele Web3-Techniken mit dem umfassenderen, von ihm mitgeprägten Konzept „Web 3.0“ verwechselten. Dessen ursprünglicher Ansatz war der Aufbau eines semantischen Webs, das mit Daten angereichert ist, die maschinell ausgelesen und verarbeitet werden können.

Die Rolle des Staates in der Entwicklungsökonomie – Wirtschaftsförderung und Handel zwischen Zuckerbrot und Peitsche @PhilippRoessner #SchubkraftTV

Die wirtschaftspolitische Bilanz in Folge der französischen Revolution ist mager, wenn man sich die Entwicklung im 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts anschaut. Winfried Felser und Thomas Sattelberger beschäftigen sich mit diesem Thema in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt.

So lag die Arbeitslosigkeit zwischen 1871 und 1914 in Deutschland bei 1 bis 2 Prozent. In Frankreich bei 6 bis 10 Prozent. Das Volksvermögen 1912 betrug in Deutschland 290 Milliarden Goldmark, Frankreich kam auf 240 Milliarden Goldmark. Die Zahl der Telephone lag in Deutschland 1910 bei 1.076.000, in Frankreich bei 14.616. Hier war Berlin das Silicon Valley der Telekommunikation. Auf ichsagmal.com einfach den Suchbegriff „Heinrich von Stephan“ eingeben.

Generell sei die staatliche Wirtschaftsförderung wichtig gewesen, so Philipp Robinson Rössner in seinem Opus „Wirtschaftsgeschichte neu denken“, zehntes Kapitel mit der Überschrift „Wirtschaftspolitik und die Rolle der Staaten in der Wirtschaftsentwicklung Europas“. Etwa bei der Gewerbe- und Industrieförderung, der Qualitätssicherung von Industrie- und Gewerbeprodukten, der Bereitstellung öffentlicher Güter und Infrastruktur bis hin zur gezielten Importsubstitution und infant industry protection, die bis heute in weniger entwickelten und Schwellenländern bisweilen erfolgreich angewandt wird. „Das im 9. Kapitel bereits geschilderte Beispiel Englands im 18. Jahrhundert ist ebenso ein Exempel positiver Staatsintervention wie die Industrialisierung Preußens und vieler anderer deutscher Staaten im 19. Jahrhundert, wo der Staat und die Regierungen vor allem im Eisenbahnwesen (öffentliche Infrastruktur), bei der chemischen und Hochindustrie oder im Bankenwesen durch kontrollierte Eingriffe z. B. bei der Zollpolitik oder im Handels- und Bankenrecht (Bürgerliches Gesetzbuch) ohne Zweifel positive, d. h. in der Zielsetzung wie auch im Resultat wirtschaftsfördernde Akzente setzten.“

Für die Wirtschaftspolitik ergeben sich dabei klar Orientierungspunkte:

Wachstum von Einkommen, Beschäftigung und Know-how – also die Wissensökonomie – sind stets im Gewerbe und der Fertigung dynamischer als in landwirtschaftlichen oder extraktiven Fertigungsprozessen (Bergbau). Länder, die sich auf Gewerbe- und Industrieproduktion (oder höherstufige Prozesse im Dienstleistungssektor) spezialisieren, werden langfristig schneller wachsen als Länder, in denen die Urproduktion vorherrscht. Haben Putin und Co. noch nicht so ganz begriffen.

„Dieser einfache Zusammenhang erklärt, warum der Südstaatengürtel der USA (Cotton Belt) bis heute viel ärmer als der Norden und Westen der USA ist und warum afrikanische Länder im Durchschnitt ein Zehntel oder weniger des europäischen Durchschnittseinkommens erzielen. Sie haben oft weder Industrie noch nennenswerte Anteile ihrer Produkte am Weltmarkt. Der oft gepriesene Freihandel und die Globalisierung verläuft in vielerlei Hinsicht innerhalb breiter Kanäle – über die Hälfte des europäischen Handels etwa ist innereuropäisch, verbleibt damit innerhalb der Grenzen Europas. Aus diesen Zusammenhängen ergeben sich einige grundsätzliche Aspekte oder Entwicklungsgesetze, welche die moderne Forschung, insbesondere die Entwicklungsökonomie, aufgenommen hat“, schreibt Rössner.

In seinem Buch werden viele Beispiele für die Erfolge staatlicher Maßnahmen in der Wirtschaftsförderung benannt. So wurde 1727 in Schottland das sogenannte Board of Trustees for the Fisheries and Manufactures eingerichtet, ein Gremium mit begrenzter finanzieller Ausstattung an Staatsmitteln, welches sich vor allem aus heimischen Honoratioren und führenden Kaufleuten, Leinewebern und städtischen Oberschichten Schottlands zusammensetzte.

„Hier wurden Jahr für Jahr Geldmittel in die Entwicklung und Förderung der schottischen Leinentuchweberei investiert, etwa durch die Vergabe von Investivkrediten bei der Anlage von Bleichfeldern oder Bleichen, bei der Rekrutierung fremder Meisterspinner und Weber aus den Niederlanden und Frankreich, welche die schottischen Leineweber und Flachsspinner in die Geheimnisse hochwertiger Flachs- und Tuchproduktion einweihen sollten (Technologietransfer). Es wurden in bestimmten Segmenten Prämien auf gutes Stückwerk ausgezahlt, das für den Export, vor allem nach Amerika und der Karibik bestimmt war. Und es bestand eine generelle Überprüfungspflicht für alles in den Verkauf, d. h. auf den Markt kommende und nicht der Eigenkonsumtion vorbehaltene Tuch. Dieses musste an einer der circa 30 überall über Schottland verteilten Inspektionsstellen (dt. Leggen) durch einen staatlich vereidigten Inspektor überprüft werden, meist einen früheren Leineweber mit guten Kenntnissen des Gewerbes, bevor es offiziell in den Verkauf oder in den Export in eine der englischen ‚plantations‘ in der Karibik (Barbados, Jamaica) oder Nordamerika (vor allem Virginia, Maryland und North Carolina) ging (Rössner 2015). Fand man Tuche, die diese Kontrolle nicht durchlaufen hatten, wurden diese konfisziert und vernichtet. Ähnliche Formen staatlicher Überprüfung gab es an vielen anderen Orten des Kontinents; im Osnabrücker Raum (Tecklenburg-Lingen), einem der führenden Tuchproduzenten der Zeit, wurden diese ‚Leggen‘ genannt. Es liegt auf der Hand wie diese staatliche Wirtschaftsförderung, eine Mischung aus Zuckerbrot (Prämien auf gutes/geprüftes Stückwerk) und Peitsche (Konfiszierung schlechter Erzeugnisse, hohe Einfuhrzölle auf fremde Manufakturwaren), das ihrige zur Normierung, Qualitätskontrolle und schlussendlich zur Entstehung eines modernen Konsumentenmarktes beigetragen hat. Ohne Zweifel hat sie ganz entscheidend den Erfolg der schottischen Leinentuchindustrie während des 18. Jahrhunderts und einer zunehmenden Effizienz in diesem Gewerbe befördert. Die dynamisch wachsenden Produktions- und Exportzahlen bei gleichzeitiger Umschichtung des Segments hin zu höherwertigen Stoffen zeugen von einer beachtlichen Transformation der schottischen Tuchindustrie zwischen circa 1720 und 1800 und dem positiven Impetus des Staates in diesem Prozess. Dieser manifestierte sich auch, gleichsam als Spill-over-Effekt, im Wachstum der schottischen Baumwoll- und Barchentproduktion und ihrer beginnenden Mechanisierung seit circa 1750 „, erläutert Rössner.

Zweifellos zeige die Geschichte des europäischen Kapitalismus, dass an entscheidenden Schnittstellen – insbesondere der Unterstützung von Gewerbe und Industrie – die europäischen Staaten und Regierungen seit der Frühen Neuzeit oft die zentralen Stellschrauben richtig gesetzt und damit wirtschaftliches Wachstum und Entwicklung in Europa entscheidend begünstigt, wenn nicht ermöglicht haben.

Man braucht charismatische und ein wenig verrückte Persönlichkeiten, die Neues durchsetzen, intelligenter organisieren und sich vom Routinebetrieb abgrenzen. Es sind nicht nur Unternehmer, die das schaffen, sondern auch Beamte wie der Generalpostmeister Heinrich von Stephan, der Ende des 19. Jahrhunderts unter Reichskanzler Otto von Bismarck aus Berlin ein Silicon Valley der Telekommunikation machte. Er erfand die Postkarte, gründete die Reichsdruckerei, das Postmuseum (heute: Museum für Kommunikation) sowie den Allgemeinen Postverein (1878 Weltpostverein) und forcierte erst in Deutschland, dann in der ganzen Welt den Aufbau der modernen Telegraphie. Stephan erkannte als einer
der Ersten die politische und wirtschaftliche Relevanz des Telefons als Medium der Echtzeit-Kommunikation. 

Welche Persönlichkeiten brauchen wir für Innovationen? Wolf Lotter hat auf der Kölner Fachmesse Zukunft Personal einige ins Spiel gebracht, die man möglichst meiden sollte.

Siehe auch:

Fördermittel für die Zukunftsfähigkeit des Mittelstandes: Über #Inflation, Nachhaltigkeit und Digitaler Staat #SchubkraftTV #DigitalX

Bis zu acht Milliarden Euro für Kliniken

Katar droht Europäern mit Gasentzug

Passt auch zur Rolle des Staates bei der Wirtschaftsentwicklung #Industrie40

Livetalk am Mittwoch: Null Produktivitätsfortschritt nach zehn Jahren Industrie 4.0? Wir debattieren! Man hört, sieht und streamt sich :-)

„Null Produktivitätsfortschritt nach zehn Jahren Industrie 4.0“ berichtete provokativ die FAZ vor ein paar Tagen. Michael Finkler, Vorstandsvorsitzender des VDMA-Fachverbands Software und Digitalisierung, formulierte dafür pointierte Thesen. Es gebe „null Produktivitätsfortschritt nach zehn Jahren Industrie 4.0“; das heutige Produktivitätsniveau der Industrie sei auf dem Stand von 2011; die Produktivität im Maschinenbau sei trotz hoher Auslastung sogar gesunken; die breite Masse der Unternehmen sei kaum vorangekommen; statt zu organisieren und zu standardisieren sei „die Verschwendung digitalisiert“ worden. Es wurde zwar oft davon gesprochen, neue, digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln, Mehrwert durch Digitalisierung zu schaffen, womöglich Plattformen auf die Beine zu stellen. Aber vielerorts ist davon nichts zu sehen. Finkler erkennt „zehn verlorene Jahre“. Deutschland habe „den Anschluss verloren in der industriellen Plattformökonomie“, während Konzerne wie Google, Microsoft oder Amazon den Aufbau von Industrie-Plattformen forcierten.

In der Fachszene ist das Meinungsbild vielschichtig:

„Wir reden von Industrie 4.0 und vielerorts haben wir noch nicht mal eine moderne IT Infrastruktur und Breitbandausbau. Ich kann nur allen Unternehmen raten, auch aus Sicherheitsgründen autark zu werden und eigene Campus-Netzwerke mit 5G und WiFi6 aufzubauen. Damit wird eine wesentliche Grundlage für Industrie 4.0 gelegt“, kommentiert Stephan Hierl, CTO Kyndryl Germany.

Professor Wolfgang Wahlster, ehemaliger Chef des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), sieht einen Vorsprung bei den Hidden Champions:

Der Begriff „Industrie 4.0“ habe sich viral ausgebreitet und werde heute auf der ganzen Welt wie „Kindergarten“ und „Autobahn“ mit Deutschland assoziiert. „Industrie 4.0 ist ein Exportschlager, der in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik rund um den Globus Aufmerksamkeit und Anerkennung erfahren hat. Damit haben wir in der Hightech-Welt erstmals wieder ein innovatives Konzept aus Deutschland international etablieren können, nachdem diese über viele Jahre meist aus Amerika oder Asien kamen“, so Henning Kagermann und Wolfgang Wahlster in einem Gastbeitrag für die FAZ.

Industrie 4.0 sei die Basis für datenbasierte Wertschöpfung, innovative Geschäftsmodelle und Organisationsformen, aber auch für neue Lösungen in Bereichen wie Energie, Gesundheit und Mobilität.

„Ökonomisch ging es initial um einen Wechsel von der traditionellen Automatisierung mit vorherbestimmtem Ergebnis hin zu lernenden und sich selbst anpassenden Maschinen und Umgebungen, die in Echtzeit auf Änderungen der Kundennachfrage sowie auf unerwartete Störungen reagieren. Damit einher geht der Schritt von der Massenproduktion zur Maßanfertigung, zur preislich konkurrenzfähigen Herstellung von individuellen, maßgeschneiderten Produkten“, betonen Kagermann und Wahlster.

Wichtig war das Versprechen von einer besseren und sinnvolleren Mensch-Maschine-Kooperation ohne Angst vor Kontrollverlust, die Schaffung von Arbeitsplätzen durch „Nearshoring“ und die Inklusion von älteren und behinderten Menschen, unterstützt durch physische und kognitive Werkerassistenzsysteme.

„Ökologisch war von Anfang an die Ressourcen- und Energieeffizienz ein zentrales Ziel: Industrie 4.0 hat das Potential, eine Kreislaufwirtschaft zu etablieren, die Wirtschaftswachstum von Ressourcenverbrauch entkoppelt. Industrie 4.0 stellt den Menschen in den Mittelpunkt, und dazu gehören die gesellschaftliche und natürliche Umwelt“, so die Gastautoren der FAZ.

Der digitale Produktpass ist dafür ein gutes Beispiel:

Heute gebe es etliche „Smart Factories“, die Grundprinzipien von Industrie 4.0 umsetzen: „Plug & Produce“ und die virtuelle Inbetriebnahme neuer Anlagenteile durch den Einsatz digitaler Zwillinge, taktunabhängige Matrix-Produktionsarchitekturen mit konfigurierbaren Produktionszellen und kurzen Umrüstzeiten auch für kleinste Losgrößen mit großem Produktindividualisierungsgrad, variable Intralogistik kombiniert mit Echtzeitproduktionsplanung sowie lokationsbasierte Dienste für alle Werker, Betriebsmittel und die entstehenden Produkte. Die Positionsbestimmung in Fabrikhallen sei für mobile Systeme wie autonome Gabelstapler mit Hilfe KI-basierter visueller SLAM-Verfahren stark verbessert worden, SLAM steht dabei für „Simultaneous Localization and Mapping“. Durch GPU-Computing, die hochparallele Ausführung neuronaler Verfahren auf sehr leistungsfähigen Grafikkarten, wurde die notwendige Erkennung von Landmarken signifikant verbessert, um eine freie Navigation mobiler Roboter zu ermöglichen.

Wichtig sind wohl auch Plattformen und Open-Source-Projekt:

Wir wollen das live diskutieren in einem Sohn@Sohn Studiogespräch mit Marius Grathwohl vom Maschinenbau-Unternehmen Multivac am Mittwoch, 2. November 15:40 Uhr. Macht mit bei der Debatte.

Übertragung läuft im Multistream auf YouTube, Facebook, Twitter (@gsohn), LinkedIn (https://www.linkedin.com/in/gunnarsohn) und Twitch. Nutzt die Kommentar- und Chatfunktionen.

Man hört, sieht und streamt sich am Mittwochnachmittag:

Künstliche Intelligenz und ein Orakel-Debakel

In Delphi befand sich die berühmteste griechische Orakelstätte. Dort erteilte die Priesterin Pythia in ekstatischem Rausch auf einem Dreifuß sitzend ihre scheinbar widersinnigen Orakel, zu denen sie Apollon inspirierte. Die Antworten von Pythia wurden in Versen verkündet und zumeist zweideutig formuliert. Ähnlich kryptisch klingen die Verheißungen der KI-Hohepriester, etwa wenn die KI die Zukunft der KI vorhersagen soll.

In Welterklärungsmaschinen sollen gar Empfehlungen zur Bewältigung des Klimawandels und Frühwarnungen ausgespuckt werden – selbst Befunde zur Bewältigung von Finanzkrisen stellen die KI-Konstrukteure in Aussicht. Vielleicht erleben wir auch nur die letzte Schlacht des Controllings, um in den Zeiten des Kontrollverlustes die alte Logik des Industriezeitalters in die vernetzte Welt zu retten. Die Schaffung von neuer Übersichtlichkeit im chaotischen Universum des Cyberspace. Der Wunsch nach Rückgewinnung der Deutungshoheit und die Sehnsucht nach maschinengesteuerten Entscheidungen auf dem Fundament der Ratio.

Das Ganze wird begleitet von utopischen und dystopischen Szenarien Rhetorik. Beide Fraktionen sitzen im selben Schützengraben und glauben an die vermeintlichen Zahlen-Zauberstücke, die ihnen Analysten und so genannte Experten mit bedeutungsschweren Gesten vorführen. Häufig handelt es sich um Physiker oder Mathematiker, die zur Sozialwissenschaft konvertiert sind. Und das wiederum ist kein Zufall. Schaut man in ihre Zauberkästen hinein, findet man recht simple Formeln. So hat Professor Michael Feindt den NeuroBayes-Algorithmus erfunden. Sein Ziel war es, ein Werkzeug für exakte Prognosen zu schaffen – sowohl für die wissenschaftliche Forschung als auch für unterschiedliche Wirtschaftszweige und Entscheidungsproblemen in Unternehmen.Das Feindt-Szenario klingt so: Man habe beispielsweise irgendeine App mit einer Entscheidungskompetenz, wie häufig ein bestimmter Artikel der Bekleidungsindustrie verkauft wird. Etwa ein Anzug oder eine Krawatte. Das sei eine wichtige Information für Disponenten von Mode.

„Ich selbst würde sagen: Ich habe keine Ahnung. Unsere Software schon. Sie macht eine Prognose und die Prognose hat einen Erwartungswert, einen Mittelwert, aber das ist eine ganze Wahrscheinlichkeitsverteilung. Vieles ist eben nicht durch einfache Zahlen darstellbar, vieles ist auch sehr unsicher. Es kann nur durch eine Wahrscheinlichkeitsverteilung beschrieben werden. Diese Unsicherheit mag sehr groß sein. Es gibt Artikel, die eine höhere Wahrscheinlichkeit richtig zum Mode Renner zu werden als andere. Und das kann man eben vorhersagen”, glaubt der Teilchenphysiker Feindt.

Mit der bekannten Unsicherheit könnte man die optimale Entscheidung treffen. Entscheidungsmaschinen seien besser als menschliche Experten. Denn der Mensch, das wisse man aus der Biologie, neige zu Verhaltensweisen, die nicht zu rationalen Entscheidungen beitragen. Eine Maschine könne bessere Entscheidungen treffen. Sie sei in der Lage, für eine Versicherung den günstigsten Tarif zu berechnen, der zu einer niedrigen Schadensquote beiträgt. Es werden also zwei Ziele gleichzeitig erreicht, die sich eigentlich ausschließen. Manager würden vielleicht den Tarif zu teuer oder zu billig anbieten. „Aufgrund von historischen Daten mit individualisierten Algorithmen erreicht man beide Ziele gleichzeitig”, meint Feindt.

Er würde sogar am liebsten auf Menschen bei diesen Anwendungen verzichten. Besser wäre es, wenn eine Dispositionsmaschine automatisch die Bestellungen auslöst. Also für den Einkauf von Modeartikeln, für Mettwurst und Schinken oder eben für die Berechnung des optimalen Tarifs bei einer Versicherung. Im Groben kann das sinnvoll sein, um die Menge an Hackfleisch besser zu kalkulieren, die täglich über die Verkaufstheke geht. So wären Einzelhändler in der Lage, weniger Fleisch wegzuwerfen. Verbessert sich dadurch aber der Verkauf von Fleisch- und Wurstware? Was steckt hinter den Durchschnittswerten, die man ermittelt?

Was Algorithmen leisten, sind Optionen, Wahrscheinlichkeiten, Vorschläge, Hinweise und Anregungen – gesteuert von Menschen, die mit Annahmen und Gewichtungen für ihre Prognose-Rechnungen operieren. Und die können Unternehmen, Volkswirtschaften, Konsumenten, Wähler und Politiker auch völlig in die Irre führen. Selbst bei Textilwaren: „Hier kann eine Maschine nicht vorhersagen, ob ich eine bestimmte Art von Bikini in der nächsten Sommersaison kaufen werde. In der Vorsaison galten vielleicht andere Regeln oder ein anderes Modebewusstsein. Die Maschinen müssen also immer wieder Neues in ihre Analysen einbeziehen, um das Interesse der Konsumenten zu testen. Genauso ist es mit politischen Ereignissen. Wenn etwa Themen wie die Sarrazin-Debatte oder der Fukushima-Atomunfall in den Nachrichten auftauchen, ist es für Maschinen nicht möglich zu sagen, was der Nutzer tun soll. Diese Ereignisse sind einzigartig“, erklärt der Jurist und Informatiker Christoph Kappes.

Es gebe immer wieder Modewellen, die die Analysierbarkeit komplexer Systeme versprechen, betont der Organisationswissenschaftler Gerhard Wohland. Es sei der monokausale Glaube, dass das was in der Gegenwart geschieht, seinen Grund in der Vergangenheit hat. „Wenn ich die Vergangenheit umfangreich und schnell genug auswerte, weiß ich, was die Zukunft bringt. Und genau das ist die Illusion. Das ist zwar möglich. Aber ich muss dann für sehr triviale Strukturen sorgen. In der Physik nennt man das Labor. Die Welt, wie sie ist, wird ausgeblendet. Mit den wenigen Wirkungszusammenhängen, die übrig bleiben, entwickelt man Gesetzmäßigkeiten. Für soziale Systeme ist das aber albern“, so Wohland. Ein Modell müsse einfacher sein als das, was es modelliert. Wenn das nicht so wäre, könnte man ja direkt den Untersuchungsgegenstand heranziehen. Modelle müssen also immer simplifizieren. Aspekte der Wirklichkeit werden ausgeblendet. Das gelingt aber nur, wenn zwischen wichtig und unwichtig unterschieden wird. Komplexe Systeme, also auch die menschliche Gesellschaft, kennen aber diese Unterscheidung überhaupt nicht. „Welches Ereignis nun eine Wirkung in der Zukunft erzeugt, kann man in der Gegenwart nicht wissen“, sagt Wohland. Die kleinsten Ursachen, die von Daten-Maschinen in Echtzeit-Analysen noch gar nicht als wichtig erachtet werden, könnten enorme Wirkungen erzeugen und die Simulationen ad absurdum führen. Am Ende bleibe Frust und Enttäuschung übrig. Insofern sei es fragwürdig, Maschinen, Software und Algorithmen in ihrer Wirkung und Bedeutung in ungeahnte Fallhöhen zu schrauben:

„Wenn neue Technik in die Welt kommt, gibt es immer zwei Tendenzen: Die Technik und das Potenzial der neuen Technik zu übertreiben oder zu verteufeln. Organisationen haben beides im Bauch. Sie übertreiben den Einsatz von Technik, wenn es um Steuerung und Prozesse geht. Man tut so, als sei alles durchschaubar. Gefragt ist nur die richtige Software und schon funktioniert das alles. Bei hoher Dynamik braucht man allerdings auch Menschen und ihre Kompetenzen, um Wertschöpfung zu erzielen. Dieser Punkt wird häufig übersehen. Auf der anderen Seite macht man Dinge, die längst von einer Maschine bewältigt werden können. Etwa bei der Unterscheidung einer Beschwerde und einer Adressänderung“, erläutert Wohland.

Vielleicht sollten die KI-Marktschreier einfach ein wenig bescheidener auftreten: Ansonsten könnten sie ein ähnliches Debakel wie Krösus erleben, der gegen Persien in den Krieg ziehen wollte und das Orakel von Delphi um Rat fragte. Die Pythia antwortete ihm, wenn er nach Persien zöge, würde ein großes Reich zerstört werden. Krösus war begeistert von der Antwort und zog gleich mit seinem Heer los. Leider war das große Reich, das dabei zerstört wurde, sein eigenes.

Siehe auch:

Eine Bitte: Hört doch auf, ständig die gleichen Beispiele bei regelbasierten Spielen zu kommunizieren. Das langweilt so langsam.

Roundtable im Allgäu über #AlternativeProteine

Roundtable im Allgäu. Die Umstellung auf alternative Proteine ist die kapitaleffizienteste und wirkungsvollste Lösung zur Bewältigung der Klimakrise, denn alternative Proteine sparen pro investiertem US-Dollar die meisten Emissionen. Sie sind damit mindestens doppelt so effektiv wie Investitionen in die Dekarbonisierung von Zement, Eisen, Stahl, Chemikalien oder des Verkehrssektors. Das lockt immer mehr Geldgeber:innen an: Das in alternative Proteine investierte Kapital ist von einer Milliarde Dollar im Jahr 2019 auf fünf Milliarden im Jahr 2021 angestiegen – eine jährliche Zuwachsrate von 124 Prozent. „Investments sind dabei zunehmend global und beschränken sich nicht mehr nur auf Wagniskapital“, sagt Benjamin Morach von BCG. Wir diskutierten das in einer Expertenrunde. Teilnehmer: Christian Traumann, Geschäftsführender Direktor Multivac; Harald Suchanka, CEO Handtmann Filling & Portioning; Bernd Esser, Mitglied des Vorstands BALPro + CEO Berief Food; Friedrich Büse, Founder & Partner Endori; Angela Wadenpohl, Reset Yourself; Moderation: Gunnar Sohn.

Doku:

Siehe auch:

Passt ja: Saisonal schmeckts besser: Herbstmenü mit Kürbis & Pilzen

Die Umstellung auf alternative Proteine ist die kapitaleffizienteste und wirkungsvollste Lösung zur Bewältigung der Klimakrise

Nach einer neuen Studie gewinnen Fleischersatzprodukte auf pflanzlicher Basis sowie andere alternative Proteine an Bedeutung auf dem Lebensmittelmarkt. Zwei Drittel sagten in einer internationalen Verbraucherbefragung, die die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) in sieben Ländern durchgeführt hat, sie hätten alternative Proteine bereits probiert, wie BCG und die an der Studie beteiligte Investmentgesellschaft Blue Horizon bekannt gaben. Sie hielten Fleischersatz für gesünder als tierische Proteine, sagten über drei Viertel. Der Preis spielt allerdings eine bedeutende Rolle: Sojaprodukte und andere pflanzliche Proteinquellen dürfen nicht teurer sein als Fleisch.

Laut BCG liegt die durchschnittliche akzeptierte Preisspanne zwischen 50 und 90 Prozent der tierischen Originals. In den USA, China, Großbritannien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Deutschland, Frankreich und Spanien wurden 3700 Verbraucherinnen und Verbraucher befragt. 515 Personen nahmen in Deutschland teil.

Schätzungen zufolge verursacht die Nutztierhaltung rund 15 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen, heißt es in der Untersuchung. Im Jahr 2035 könnten alternative Proteine nach Einschätzung der Autoren elf Prozent der von der Weltbevölkerung verzehrten Proteine ausmachen, da ihr Verzehr schnell zunehmen wird. Andere Erhebungen gehen von noch höheren Potenzialen aus. Nach konservativen Berechnungen könnte man den CO2-Ausstoß der Landwirtschaft um fast eine Gigatonne reduzieren. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) betrug der weltweite CO2-Ausstoß im Jahr 2021 36,3 Gigatonnen.

„Das Bewusstsein für alternative Proteine ist während der Pandemie gestiegen, hinzu kommt eine höhere Verfügbarkeit und immer bessere Qualität der Produkte. Wir sehen weiterhin großes Potenzial für den Markt“, so Benjamin Morach, Co-Autor der BCG- Studie.

Wichtigster Faktor für die erhöhte Akzeptanz unter ist die Gesundheit: 76 Prozent der Befragten kaufen Ersatzprodukte, weil sie diese für gesünder halten als tierische Proteine. Knapp 15 Prozent würden sogar nahezu vollständig oder ausschließlich auf alternative Proteine zurückgreifen, vorausgesetzt, die Produkte wären gesünder und schmeckten besser. Der Klimaschutz spielt eine sehr große Rolle: Mehr als 30 Prozent der Befragten sehen den Umweltschutz als wichtigsten Grund, um auf alternative Proteine umzusteigen. So ist es auch in meinem Fall. Mehr bezahlen möchten die Befragten allerdings nicht.

„Auf die Produkte, die die Verbraucher heute in den Regalen sehen, wird schon bald eine Welle von cleaneren, gesünderen und leckereren alternativen Proteinen folgen, da die Technologie immer mehr Innovationen ermöglicht. Wir beobachten die rasante Entwicklung dieser Technologien sowohl in unserem eigenen Portfolio als auch in der breiteren Food-Tech- Branche“, so Björn Witte, CEO von Blue Horizon. Das führe zu einer insgesamt besseren Produktpalette. So sieht man das auch im Maschinenbau: „Um die wachsende Weltbevölkerung nachhaltig zu ernähren und gleichzeitig die Umwelt zu schonen, ist es wichtig, das Wachstum der Alternativen Proteine voranzutreiben“, sagt Christian Traumann, Geschäftsführender Direktor bei MULTIVAC.

Wichtige Nachricht für Investoren und Innovatoren: Die Umstellung auf alternative Proteine ist die kapitaleffizienteste und wirkungsvollste Lösung zur Bewältigung der Klimakrise, denn alternative Proteine sparen pro investiertem US-Dollar die meisten Emissionen. Sie sind damit mindestens doppelt so effektiv wie Investitionen in die Dekarbonisierung von Zement, Eisen, Stahl, Chemikalien oder des Verkehrssektors. Das lockt immer mehr Geldgeber an. Das in alternative Proteine investierte Kapital ist von einer Milliarde Dollar im Jahr 2019 auf fünf Milliarden im Jahr 2021 angestiegen – eine jährliche Zuwachsrate von 124 Prozent. Investments sind dabei zunehmend global und beschränken sich nicht mehr nur auf Wagniskapital. Nach Auffassung von Witte sei das der kapitalschonendste Weg, um Emissionen zu vermeiden und eine positive Rendite zu erzielen.

„Wenn wir bis 2035 eine Marktdurchdringung von elf Prozent erreichen, könnten wir mehr Kohlenstoffemissionen einsparen als durch die Dekarbonisierung von 95 Prozent des Luftfahrtsektors. Die positiven Auswirkungen sind absolut gewaltig, und die langfristigen Treiber waren noch nie so stark.“

Eine vernünftige und wirksame Regulierung sei unerlässlich, um sicherzustellen, dass die schnelle Innovation und das Wachstum des Marktes für alternative Proteine den Kunden sichere, gesunde und transparente Lebensmittel liefern. Rund um den Globus hat sich die Zulassung von Produkten auf der Basis von Fermenten und tierischen Zellen zuletzt beschleunigt. Vorreiter war 2015 Israel, als es ankündigte, dass der Rahmen für die Regulierung der Lebensmittelsicherheit auch für alternative Proteine gelten würde. Hier liegen also für Handel, Konsumgüterindustrie, Verpackungsherstellern und Maschinenbau große Herausforderungen.

Wir diskutierten das in einer Expertenrunde. Teilnehmer: Christian Traumann, Geschäftsführender Direktor Multivac; Harald Suchanka, CEO Handtmann Filling & Portioning; Bernd Esser, Mitglied des Vorstands BALPro + CEO Berief Food; Friedrich Büse, Founder & Partner Endori; Angela Wadenpohl, Reset Yourself. Rückblick auf den Roundtable:

Kompletter Beitrag:

Als Podcast: