Hier ein paar Punkte aus meinem Socialbar-Vortrag in Bonn:
Argus Data Insights hat für das prmagazin den medialen Sturm der vergangenen Monate genauer analysiert, um zu verstehen, ob messbare Folgen für die Zukunft der Plattform zu erkennen sind: Werden User kritischer? Lässt sich ein Rückzug von Twitter beobachten?Die automatisierte Sentimentanalyse zeigt, dass in den Medienberichten besonders die Themen Meinungsfreiheit sowie Falschinformationen kritisch diskutiert werden (oftmals aufgehängt an einer möglichen Rückkehr von Donald Trump auf die Plattform), daneben vor allem Musks Umgang mit den Twitter-Mitarbeitenden, das interne Chaos und der Rückzug großer Werbekunden.
Tweet-Peaks gehen auf die gleichen Themen wie in den klassischen Medien zurück, fallen aber sowohl in ihrer Ausprägung als auch in ihrem Abfall extremer aus. Anders ausgedrückt: Punktuell ist die Resonanz auf Twitter sogar größer als in Online-News, sie fällt dann aber schnell wieder ab – die User beschäftigen sich bald wieder mit anderem.Auffällig ist, dass sich Personen aus Politik, Sport und Unterhaltungsprominenz auf Twitter nicht an der Diskussion beteiligen.
Die größten Reichweiten und Interaktionen erzielen die Kanäle großer Medieninstitutionen (Tagesschau, Welt etc.). Der Deal bewegt die Gemüter und führt zu höherer Aktivität bei Twitter, nicht aber zu einem anschließenden Weggang der User. Vielmehr ziehen diese, begünstigt durch die Strukturen der Plattform, schlicht zu den nächsten Themen weiter. Annika Brockschmidt unterstreicht das Alleinstellungsmerkmal der Plattform, Inhalte in 280 Zeichen prägnant zu transportieren. In einem Tweet drückt sie aus, was sich bei der Datenanalyse als vorherrschendes Sentiment herauskristallisiert: Die Übernahme durch Musk mag auf vielen Ebenen kritisch zu sehen sein, aber die über lange Zeit auf Twitter aufgebauten Beziehungen sind es wert, an ihnen festzuhalten, solange es geht.
Wie sollten Firmen ihre Lieferketten gestalten? Wie können wir Start-up-Ökosysteme organisieren? Oder, noch viel genereller: Wie sollten wir in Zukunft wirtschaften? Wie geht man um mit Multikrisen? Wie fördert man Innovationen?
Das sind Fragen, die in der Ökonomik behandelt werden müssen. „Doch sucht die gegenwärtige Management-Forschung kaum nach Antworten darauf. Das muss sich ändern“, fordern Christoph Seckler und René Mauer in einem FAZ-Gastbeitrag.
Seit einigen Jahren beschränke sich die Forschung vor allem auf erklärende Forschung. Statt sich also Ideen für die Gestaltung der Zukunft zu machen, werde in die Vergangenheit geschaut, um die Gegenwart zu erklären.
„Die Folgen dieser einseitigen Forschung sind gravierend. Die Management-Forschung wird immer weniger relevant für Unternehmen und ihre Lenker. Diese Problematik wird auch von Management-Forschenden erkannt und diskutiert. Die Antworten darauf sind meist jedoch nur darauf aus, weiterhin erklärende Forschung zu betreiben, nur mit einem anderen Schwerpunkt“, so die beiden Wissenschaftler von der ESCP Business School in Berlin.
„Die Autoren haben Recht. Aber es wird sich nicht ändern. Mit praxisorientierten Beiträgen kommt man nicht in die Top-Zeitschriften. Und für die Reputation der Forscher sind Artikel in diesen Zeitschriften entscheidend“, kommentiert Hidden-Champion-Forscher Hermann Simon.
Erklärungsversuch von Professor Winfried W. Weber:
„Warum geht der Einfluss der Wissenschaftler auf das Management zurück? Die Antwort darauf ist verblüffend einfach. Wenn wir Management als Funktion der Organisation sehen, das Differenzen verstärkt oder mindert – viel oder wenig Gewinn, innovative oder inkrementelle Produkte und dergleich -, behält der effektivste Beobachter des Managers den Überblick und kann es beeinflussen. Und dieser Beobachter ist heute eher der Berater als der Wissenschaftler“, erläutert Weber.
Wobei damit nicht die klassischen Berater gemeint sind, sondern eher die „Managementphilosophen“. Und diese Managementdenker brachten und bringen Vielfalt, Paradoxien und Kursabweichungen ins Spiel. Sie entwickeln Thesen und Ansätze, die das Managementwissen voranbringen.
„Durch die Verbindung zur Organisationstheorie und zu den Praktikern entwickeln die Managementphilosophen ein Gespür dafür, welche Themen anschlussfähig sind und welche nicht. In diesem Sinne bewirken sie mit ihren Moden eine Pendelbewegung in der Management-Professionalisierung. In sozialen Systemen, die nie ganz verstanden werden, kann es auch nie einen ‚one-best-way‘ geben“, betont Weber.
Innovationen könnten für Unternehmen gerade dann entstehen, wenn sie von Externen auf den blinden Fleck ihres Clusters, ihrer Branche oder ihres Unternehmens aufmerksam gemacht werden.
Das gelingt eben nur mit der nötigen Portion Überraschung und Chaos, die bei den pseudo-rationalen Ökonomen gerade nicht zu erwarten ist. Führungskräfte suchen neue Handlungsalternativen eher in interpretativen Ansätzen. In diesem Kontext sei der chaotische Denkstil mancher Managementdenker dem Praktiker näher als dem Logiker. Und dann kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu:
Ohne das Gespür für das Coole und Neue habe kein Managementphilosoph Zugang zum Top-Management, so Weber:
„Managementphilosophen verdienen ihr Geld als Coolhunter, ähnlich wie Cayce Pollard, die Protagonistin in William Gibsons Roman ‚Pattern Recognition‘. Sie versuchen Muster zu erkennen, wo es noch keine gibt. Sie versuchen die Aufmerksamkeit ihrer Kunden auf etwas zu lenken, was es noch gar nicht gibt. Und: Sie versuchen Muster zu gestalten. Die Romanheldin Cayce sowie die Managementphilosophen bewegen sich in Zwischenräumen, in denen noch etwas entstehen ist“, schreibt Weber.
Resümee von Weber: Der Einfluss der Wissenschaftler schwindet. Antworten suchen Unternehmen eher bei den Managementphilosophen und da fallen dann altbekannte Namen wie Peter F. Drucker, Hermann Simon und Fredmund Malik.
Bei vielen anderen Beratern dominieren leere Begriffe im Einzelfall-Empirismus: Meinung-Glaube-Esoterik, das ist der Dreiklang heutiger Laber-Rituale. Es wird den Worthülsen irgendein “Spin” eingehaucht, der ihnen nicht nur die ursprünglichen Bedeutung entzieht, sondern sie mit bestimmten Interessen auflädt. Sie werden vereinfacht, in den Fluss bestehender Argumentslinien verwoben, in ihrer Gestalt verändert, weichgekaut oder gar ins Gegenteil verkehrt.
Gespickt wird das Ganze mit tautologischen Sätze, die empirisch nicht widerlegt werden können. Ein rhetorischer Taschenspieler-Trick: Wenn ich die Nichtexistenz Gottes nicht beweisen kann, ist das der Beweis für die Existenz. Man stülpt den Beratersprüchen eine Glocke der Immunität über zum Schutz vor Zweifeln und Kritik. Da diese konstruierte Fassade jederzeit zusammenbrechen kann, springen manche Managementberater schnell zur nächsten tautologischen „Theorie“.
„Ein stetig auf- und abschwellender Zyklus von Managementmoden ist konsequenterweise die Folge“, so Professor Lutz Becker.
„Einspruch gegen Übertreibungen“ so lautet der FAZ-Gastbeitrag von IW-Chef Michael Hüther zur Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Gemeint sind die jüngsten Leitzinserhöhungen als Reaktion auf die Inflation im Euroraum.
Für März ist bekanntlich eine weitere Anhebung um 50 Basispunkte angekündet worden. „Die EZB signalisiert, dass sie angesichts des durchaus bestehenden Reputationsrisikos den restriktiven Kurs fortsetzen will, obgleich der Handlungsauftrag angesichts unverändert dominierender importierter Teuerung so eindeutig nicht ist und berechtigte Zweifel in sich trägt. Eine von keinem Zweifel angekränkelte Meinung mag Überzeugungskraft entfalten, birgt aber auch die Gefahr, dass der Zeitpunkt differenzierter Beurteilung verpasst wird“, kritisiert Hüther.
Das war vor gut zwei Jahren nicht anders. Da wurde die steigende Inflationsrate, die sich ab Jahresmitte 2021 schon abzeichnete, in Abrede gestellt, obwohl sich die angebotsseitigen Störungen häuften: Lieferengpässe, Null-Covid-Politik in China, Chipmangel, blockierte Frachthäfen und dergleichen deuteten auf einen Preisschub auf der Angebotsseite hin. Hinzugekommen ist der russischer Angriffskrieg gegen die Ukraine mit den bekannten Wirkungen auf Energie und Getreide. Schon im Spätsommer 2021 machten Logistikprofessor Peter Holm und ich auf die Inflationsgefahr aufmerksam. Renommierte Wirtschaftsforscher und EZB-Chefin Christine Lagarde zuckten damals nur desinteressiert mit den Schultern und verwiesen auf Nachholeffekte durch Corona.
Letztlich wurden und werden die angebotsseitigen Risiken für die Inflation verharmlost. „Solche Diskurslagen erinnern an eine vergleichbare Situation vor dreißig Jahren, als die Deutsche Bundesbank nach der Wiedervereinigung ebenso forciert einen restriktiven Kurs einschlug, dessen Kompromisslosigkeit selbst engagierte Ordnungsökonomen irritierte“, mahnt Hüther.
Eine neue Studie der Bundesbank belegt, dass das starke Geldmengenwachstum (M3) im Pandemiejahr 2020 nicht ursächlich für den Anstieg der Inflationsrate in den Jahren 2021/22 war.
„Will die EZB mit ihrem forschen Zinskurs frühere Versäumnisse korrigieren? Dies dürfte kaum überzeugend gelingen. Oder will die Notenbank in beispielloser Ungeduld die Inflation runterprügeln, auch um den Preis einer Stabilisierungsrezession?“, fragt sich zurecht der IW-Chef.
„Dass die europäischen Volkswirtschaften derzeit eine geldpolitisch eingeleitete Rezession überhaupt nicht gebrauchen können, ist kaum erklärungsbedürftig. Die Energiekrise hat die Liquiditätspolster der Unternehmen reduziert, ein Zugang zu günstigen Krediten gerade vor dem Hintergrund der gewünschten Transformation ist erforderlich. Angesichts der staatlichen Bemühungen, den Inflationsdruck zu mindern und die Ausgabenbereitschaft der privaten Akteure zu stabilisieren, sollte die Geldpolitik nicht unruhig werden – im Gegenteil“, erklärt Hüther.
In den drei Jahren der Pandemie ist es mit großzügigen Hilfen des Staates gelungen, eine schlimme Wirtschaftskrise in Deutschland und Europa zu verhindern. Jetzt werden wieder Daumenschrauben angezogen – fiskalisch und auch geldpolitisch. Das ist für Selbständige und Firmen kaum noch durchzuhalten. Man merkt es beim Erlahmen der Bautätigkeiten und bei zurückgestellten Investitionen. Wir brauchen jetzt wieder Luft zum Atmen. Günstige Kredite, weniger Abgabenlast, Abschaffung des Soli, schlanke Verwaltung mit digitaler Kompetenz, superagile Wirtschaftsförderung, unbürokratische Unterstützungen bei Zukunftsinvestitionen sowie geld- und fiskalpolitische Klugheit.
„Die EZB scheint überschießen zu wollen, weil sie zu spät reagiert hat. Ein schlechtes Gewissen ist dennoch keine geldpolitisch überzeugende Orientierung. Vor Übertreibungen ist zu warnen“, resümiert Hüther.
Alternativen Proteinen ist der Sprung aus der Nische in den Mainstream gelungen. Doch der Einstieg in den Wachstumsmarkt ist eine Herausforderung. Was sind die Produkt- und Markttrends? Wie produziere ich ein leckeres und gesundes Produkt? Und wie kann ich meine Produktion effizient, nachhaltig und sicher gestalten? Diese und viele weitere Fragen behandelte die Konferenz „Future Proteins“, die MULTIVAC und Handtmann in Wolfertschwenden abhielten.
An drei Konferenztagen boten die Veranstalter den Besucher ein volles Programm, unterstützt durch den Branchenverband der Alternativen Proteinquellen (BALPro). Dazu zählten Vorträge externer Speaker aus Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft mit anschließenden Podiumsdiskussionen – unter anderem zu Produkttrends, Chancen der Marktpositionierung und Möglichkeiten, den CO2-Fußabdruck von Verpackungen über den gesamten Lebenszyklus zu reduzieren. „Das Feedback der Konferenzteilnehmer war hervorragend“, so Harald Suchanka, CEO von Handtmann.
Unter dem Begriff Alternative Proteine werden Substitute für tierische Proteine und deren Ursprung verstanden, wie Milch, Eiern, Fleisch und daraus hergestellten Produkten. Zudem werden darunter auch neue Quellen wie Pflanzen, Pilze, Insekten, Bakterien oder Einzeller subsumiert, die dem Ersatz gängiger pflanzlicher Rohstoffe wie Sojabohnen oder Getreide dienen können.
Alternative Proteine werden als maßgebliche Ergänzung der Nahrungsversorgung einer stetig wachsenden Weltbevölkerung angesehen – Grundlage vieler Anträge auf Forschungsförderung.
Die Umstellung auf alternative Proteine ist die kapitaleffizienteste und wirkungsvollste Lösung zur Bewältigung der Klimakrise, denn alternative Proteine sparen pro investiertem US-Dollar die meisten Emissionen. Sie sind damit mindestens doppelt so effektiv wie Investitionen in die Dekarbonisierung von Zement, Eisen, Stahl, Chemikalien oder des Verkehrssektors. Das lockt immer mehr Geldgeber an. Das in alternative Proteine investierte Kapital ist von einer Milliarde Dollar im Jahr 2019 auf fünf Milliarden im Jahr 2021 angestiegen – eine jährliche Zuwachsrate von 124 Prozent. Investments sind dabei zunehmend global und beschränken sich nicht mehr nur auf Wagniskapital.
Hier sehe ich den wichtigsten Hebel zur Etablierung von Produkten auf Basis von alternativen Proteinen.
Wir diskutierten das ausführlich mit Fachleuten im Allgäu.
Die positive Prognose von Bundeskanzler Olaf Scholz zur Konjunkturentwicklung in Deutschland löst nach einem Bericht der Bild bei Harvard-Professor Kenneth S. Rogoff Erstaunen aus, ): „Ich bin überrascht und verwundert, woher auf einmal dieser Optimismus kommt“, sagte der ehemaligee Chef-Ökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu BILD.
Ich teile die Diagnose/Prognose so auch nicht. Das ändert aber (genau so wenig wie der damalige Excel Fehler) nichts daran, dass Ken ein hervorragender Ökonom ist, dem man immer zuhören sollte.
Rogoff prophezeit gegenüber Bild: „Europa und die Deutschen müssen sich darauf einstellen, dass sie ärmer werden.“
Putin habe schon in den vergangenen Monaten die Europäische nahe an den Abgrund gebracht. „Wer sagt denn, dass er die Situation nicht noch weiter eskalieren lassen wird? Ich zumindest möchte nicht ausschließen, dass er vielleicht sogar strategische Kernwaffen einsetzt.“ Ich wusste gar nicht, dass Rogoff eine militärpolitische Expertise besitzt.
Die Frage sei nicht, ob Deutschland vor einer Wirtschaftskrise steht. Die Frage sei, wie schwer sie ausfallen wird.
Potenzielle Investoren würden deshalb einen großen Bogen um Europa und Deutschland machen: „Es gibt viele gute Gründe, jetzt gerade NICHT in Deutschland zu investieren. Die politische Lage verunsichert sie.“ So der Bild-Bericht.
Auf welcher empirischen Grundlage macht eigentlich ein Harvard-Ökonom solche Aussagen über Zukunftsentwicklungen? Es sind schlicht irrelevante Luftbuchungen und dünnes Gemunkel, was Rogoff herauslässt. Alle Indikatoren deuten darauf hin, dass wir 2023 keine Rezession erleben werden – vom Jahreswirtschaftsbericht bis zum Geschäftsklima-Index.
Dennoch haut ein Wirtschaftsprofessor solche alarmistischen Horrorbotschaften raus, die schlichtweg nicht überprüfbar sind. Rogoff orakelt. Und ein Orakel hat im Zweifelsfall immer recht. Entweder ist tritt ein Unheil ein oder es bleibt aus, dann lag es an den Warnungen vor dem Unheil, die zu einem Umsteuern beigetragen haben. Aber Rogoff, Rogoff, da war doch mal was? Richtig: Thomas Herndon versus Reinhart/Rogoff – Wenn inkompetente Excel-Ökonomen irren und zur Tagesordnung übergehen.
Wichtiger finde ich übrigens die Frage, warum Bild und Co. solche Crash-Phantasien unkritisch übernehmen? Das ist in der Kommunikationswissenschaft gut untersucht worden, etwa von Professor Kepplinger:
Systematische Vergleiche der Entwicklung der Risikoberichterstattung mit den tatsächlichen Entwicklungen der thematisierten Risiken ergeben ein klares Bild: In vielen Fällen bestand kein Zusammenhang zwischen der Berichterstattung über Risiken und Schäden und der tatsächlichen Entwicklung dieser Risiken.
Fazit von Kepplinger: Zwischen der Intensität der Berichterstattung und der tatsächlichen Größe von Risiken besteht keine systematische Beziehung. Die Intensität der Berichterstattung gibt keine verlässliche Auskunft über die Größe eines Risikos.
Konfrontiert mit öffentlichen Risiken nutzt ein Großteil der Bevölkerung Medienberichte wesentlich intensiver als normalerweise. Also auch bei Themen wie Krieg und Inflation.
Aufgrund ihrer intensiven Nutzung der Berichterstattung über öffentliche Risiken setzen sich viele ungewöhnlich starken Wirkungsdosen aus. Das prägt ihre Wahrnehmung von Risiken.
Die meisten Informationen über öffentliche Risiken sind negativ und rufen negative Emotionen hervor. Sie erhöhen die Schätzung der Wahrscheinlichkeit von allen möglichen, auch privaten Risiken.
Intensive Mediennutzung und intensive Suche nach Informationen zu Risiken führen nicht notwendigerweise zu besseren Kenntnissen. Beides kann die Kenntnisse erweitern, aber auch Irrtümer vergrößern und neue hervorrufen.
Daraus folgt: Angesichts von Risiken und Schäden verschafft mehr Mediennutzung nicht unbedingt mehr Wissen und Sicherheit, sondern kann die Verwirrung und Unsicherheit vergrößern.
Deshalb klafft ja die Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und die Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen Lage so weit auseinander. Wobei die Äußerungen über die allgemeine Lage immer vom Medientenor beeinflusst sind. Und hier ist das Votum in der Regel viel negativer.
Die eigene Lage kann jeder wohl sehr gut beurteilen. Man kennt ja Kontostand und dergleichen.
Diese beiden Fragen würde ich bei Konjunkturprognosen viel stärker heranziehen. Oder immer das Gegenteil von Rogoff vorhersagen.
Dieses Buch sollte Rogoff lesen: Kepplinger, Hans Mathias. Risikofallen: und wie man sie vermeidet (German Edition).
Der Berliner Journalist Manfred Ronzheimer recherchiert wirklich sehr akribisch alles, was mit Innovationen, Zukunftsstrategien und wissenschaftliche Themen zu tun hat. Einige Recherchen breitet er auf seinem Facebook-Account aus.
Beispielsweise die Überlegungen von EU-Innovationskommissarin Mariya Gabriel nach ihrem Besuch im Silicon Valley. Dazu schreibt Ronzheimer:
In Europa wirbt Gabriel stärker denn je für das Ziel ihrer Innovationsagenda, 100 regionale Innovation Valleys zu schaffen. Wie dies funktionieren soll, dafür benutzte sie im November in einer Rede ein populäres Beispiel: „Ein Valley of Innovation ist vergleichbar mit einer Fußballmannschaft“.
So wie auf dem Sportplatz, handele es sich „um eine Gruppe von Personen, die zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen“, in diesem Fall um die Innovationsakteure der Region. Sie wollen ein „florierendes Innovationsökosystem“ aufbauen, das etwa Studenten und Unternehmer unterstützt, die innovative Start-ups in der Region gründen und ausbauen möchten. Als Akteure nannte Gabriel „Universitäten, große und kleine Unternehmen, Start-ups, Investoren und politische Entscheidungsträger“.
Zum konkreten Aufbau kündigte die EU-Kommissarin an, dass neben der Innovationssäule in „Horizon“ (ausgestattet mit 10 Milliarden Euro) auch andere Fördertöpfe wie der Kohäsionsfonds künftig für regionale Innovation genutzt werden sollen. In einem zweiten Schritt, so Gabriel, „werden wir bis zu hundert Regionen identifizieren, die sich verpflichtet haben, die regionale Koordination ihrer Innovation Valleys zu verbessern, um interregionale Innovationsprojekte durchzuführen“. Dafür werden aus „Horizon Europa“ 170 Millionen Euro zur Finanzierung von interregionalen Innovationsaktivitäten bereitgestellt.
Diese Mittel können etwa „für den Einsatz und die Demonstration von Deep-Technologien in realen Umgebungen, für Schulungen und die Entwicklung von Fähigkeiten oder für die Erstellung und Nutzung neuer Reallabore und Testbeds verwendet werden“, kündigte Gabriel für 2023 an.
„Genau besehen fangen die europäischen Innovation Valleys nicht bei Null an, sondern adaptieren frühere Ansätze, die unter anderen Bezeichnungen die Trend-Zyklen der Technologie- und Innovationspolitik durchlaufen haben. Dazu zählt das Konzept der ‚Regionalen Innovationssysteme‘ (RIS), das Technologieförderung mit regionaler Strukturentwicklung kombiniert, die unterschedlichen Cluster-Ansätze, die wissenschaftliche Kompetenzen in einer Region als Innovations-Stimulus für die vorhandenen wie auch neue Unternehmen einsetzten, bis hin zu den aktuellen Ansätzen von ‚Innovations-Ökosystemen‘, die auch die sozialen Innovationen und das Kreativitätspotenzial der Zivilgesellschaft einbinden wollen. Dieser Idee folgt auch die in Gründung befindliche „Deutsche Agentur für Transfer und Innnovation“ (DATI), die an bestimmten Hochschul-Standorte ein innovationsorientiertes Umfeld in Wirtschaft und Gesellschaft befördern möchte“, so Ronzheimer. Bislang ja eher ein Trauerspiel.
Vielleicht sollte man den Pfaden folgen, die wir in den vergangenen Jahrhunderten erfolgreich entfaltet haben. Also die Vorteile der Kleinstaaterei im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation:
„In vielen deutschen Regionen gibt es jahrhundertealte Kompetenzen, die ihr Licht bis in die Gegenwart werfen. Heute spricht man von industriellen Ökosystemen. So wurden im Schwarzwald seit jeher Uhren gefertigt, was feinmechanische Fähigkeiten erfordert. Schließlich gilt die Uhrmacherei als ‚Schlüsseltechnologie des Industriezeitalters‘. Aus dieser Tradition sind in der Schwarzwaldregion mehr als 500 medizintechnische Firmen entstanden.“
Oder Firmen wie Bizerba auf der Schwäbischen Alb in der Lebensmitteltechnologie. Gleiches gilt für Göttingen. „Wieso findet man dort 39 Hersteller von Messtechnik? Die Erklärung liegt in der mathematischen Fakultät der Universität Göttingen, die über Jahrhunderte weltweit führend war. Eine dieser Firmen gehen auf Prinzipien zurück, die Carl Friedrich Gauss entdeckte. Der frühere Siemens-Vorstand Edward Krubasik bemerkte: ‚Deutschland nutzt die Technologiebasis, die bis ins Mittelalter zurückgeht, um im 21. Jahrhundert erfolgreich zu sein‘.“ Nachzulesen im Hidden-Champion-Opus von Hermann Simon.
In ihrer Session auf der Next Economy Open brachte Deepa Gautam-Nigge thematische Sonderwirtschaftszonen ins Spiel. Das würde sich gut ergänzen zum Ansatz von Hermann Simon. Denn zwischen den Themen und den Regionen gibt es ja teilweise sehr interessante Cluster. Deepa ist in der Unternehmensentwicklung von SAP tätig und bezeichnet sich als Mittlerin zwischen den Welten – sei es zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie traditionellen Unternehmen, Risikokapitalgeber und Start-ups. Herausgeberin des Buches EcosystemInnovation, erschienen im Haufe Verlag.
Ronzheimer verweist auf Facebook auf eine interessante Podiumsdiskussion mit Thomas Sattelberger, Ex-Telekom-CEO René Obermann, Business Angel Falk F. Strascheg, Teleclinic-Gründerin Katharina Jünger, Innosabi-Gründer Jan Fischer und Moderator Rainer Maria Jilg im Literaturhaus München: Gründerrepublik 4.0 – Sind wir auf dem richtigen Weg?
Und ob das Silicon Valley als Impulsgeber taugt, darf zumindest bezweifelt werden, wie der Spiegel in einer Story betont: Das Tal der Ideenlosen:
„Ein Vierteljahrhundert lang war das Silicon Valley Taktgeber der Weltwirtschaft. Börsencrash und Massenentlassungen trüben nun die Stimmung. Doch das wahre Problem liegt tiefer: Den Unternehmen fällt kaum noch etwas wirklich Neues ein.“
Die haben vielleicht die besseren Marktschreier. Aber dat ist nicht alles.
Siehe dazu auch.
Das wird das Thema meiner Februar-Kolumne für Haufe New Management.
Kommentar Forschungen zeigen, dass Gegenden mit vielen kleinen, innovativen Unternehmen und Neugründungen, die etablierte Organisationen bedrängen und vom Markt fegen, langfristig erfolgreicher sind und mehr Arbeitsplätze schaffen und erhalten als solche mit wenig innovativen Unternehmen. Je mehr schöpferische Zerstörung des Etablierten, desto besser, meint Gunnar Sohn.
Vorbereitungen auf das Autorengespräch am Mittwoch.
Die Herausforderungen, denen sich die öffentliche Verwaltung stellen muss, sind immens. So hat z. B. die Corona-Pandemie starke Digitalisierungsdefizite aufgezeigt, die sich nicht nur auf die Kontaktnachverfolgung und die Meldungen der Neuinfektionen beziehen, sondern auch die Notwendigkeit betreffen, Verwaltungsabläufe mithilfe von modernen IT-Systemen neu zu definieren und sie für Bürgerinnen und Bürger, aber auch für die Beschäftigten gebrauchstauglicher zu gestalten.
Der technische Modernisierungsrückstand ist groß und es zeichnet sich in den nächsten Jahren keine durchgreifende Veränderung ab. Der Erneuerungsprozess droht zwischen Zuständigkeiten, Planungsräten und dem Datenschutz unter die Räder zu kommen oder sich doch erheblich zu verlangsamen. Es werden zwar immer wieder Fortschrittserfolge kommuniziert, die sich aber beim näheren Hinsehen als brüchig erweisen.
So gibt das Bundesministerium des Innern zwar im sogenannten OZG-Dashboard unter http://www.onlinezugangsgesetz.de an, es seien schon 315 der 575 Leistungen nach Onlinezugangsgesetz (OZG) online verfügbar. Schaut man aber genauer hin, so bedeutet dies, dass sie mit dem Reifegrad 2 verfügbar sind. Dies heißt: „Eine OZG-Leistung gilt als online, wenn mindestens eine zugehörige Verwaltungsleistung den Reifegrad 2 erreicht hat (und im Digitalisierungsprogramm Föderal in mindestens einer Kommune verfügbar ist).“ Eine Online-Beantragung ist dann zwar grundsätzlich möglich. Aber: „Nachweise können regelmäßig noch nicht online übermittelt werden“.
Ein noch tieferer Grund besteht im traditionellen Verwaltungsmodell, das Max Weber (1864–1920) in seiner Bürokratietheorie beschrieben hat und dem heute alle öffentlichen Verwaltungen folgen. Verkürzt wird es als „Webersches Modell“ bezeichnet.
Es begründet und beschreibt die Idee der Rechtsförmigkeit, Verlässlichkeit und Stabilität öffentlichen Verwaltungshandelns und -entscheidens.
Modernes Managementhandeln folgt der Idee der Veränderungsfähigkeit, ständigen Anpassung und Innovation.
Das Ziel von Agilität ist, durch Vernetzung (Teams), Offenheit (Austausch) und Nutzung von Partizipation (Einbeziehung der Beteiligten) in der Lage zu sein, schnell die Richtung des Organisationshandelns ändern zu können. Dabei wird von den tatsächlichen Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden, der Bürgerinnen und Bürger ausgegangen. Die praktizierte Vorgehenslogik lautet: Develop, try, fail, retry, fail again, retry, succeed. Man spricht auch vom „klugen Scheitern“ oder vom „gescheiten Scheitern“. Ein Kernelement agilen Handelns ist also Fehlerfreundlichkeit, Scheitern wird zugelassen, um daraus lernen zu können. Strebt man unbedingt an, direkt die Lösung zu erreichen, so beraubt man sich der Möglichkeit, klüger zu werden.
Agil orientierte Beschäftigte glauben an die Fähigkeit, sich über Leistungen und Anstrengungen weiter entwickeln zu können. Sie gehen davon aus, permanent zu lernen.
Das ist doch schlichtweg in Behörden nicht der Fall. Schon allein die leistungsorientierte Bezahlung ist ein Witz – mal abgesehen von der Abkürzung LOB. Klingt wie eine Prämie fürs Schleimen: Zunächst wird man vom direkten Vorgesetzten an Hand eines ein Jahr vorher verabredeten Kriterienkatalogs, der z.B. auch abrechenbare Zielvereinbarungen enthalten kann, bewertet. Dabei kommt eine Bewertungszahl zwischen 0 (ganz schlecht) und 4 (Nobelpreisträger) heraus. Eine durchschnittliche Bewertung hat – warum im Detail auch immer – den Wert 2,5. Dafür bekommt man dann am Jahresende genau die Durchschnitts-LoB-Prämie, derzeit 1,25% vom Jahresbrutto, Tendenz steigend. Es gibt mehrere Ausgleichsmechanismen, um die durchschnittlichen Kennziffern von Abteilungen oder Gruppen eines Instituts und unter den Instituten auszugleichen. Ersteres liegt in der Verantwortung der Institutsleiters, letzteres wird nach einem vorgegebenen Algorithmus von PMA berechnet. Ausserdem wird je nach Entgeltgruppe zwischen drei Beschäftigungsgruppen unterschieden, die jeweils separat geLoBt werden.
Nun wieder zum Buch:
Treiber der Veränderung und Anlass für Agilität: Gesetzliche Anforderungen an die Praxis und Stand der Entwicklungen am Beispiel des Treibers „Digitalisierung“ führen zu steigender Komplexität. Kurz beschrieben sollen hier drei Beispiele angeführt werden, womit sich die öffentliche Hand an konkreten Umsetzungsprojekten zum derzeitigen Stand beschäftigt.
Zum Ersten soll die Umsetzung der Vorgaben des Onlinezugangsgesetzes (OZG) angeführt werden. Auf Bundesebene sollen hier 575 sogenannte „Leistungsbündel“ als Online-Dienstleistungen bis zum Ende des Jahres 2022 umgesetzt werden. Unter diesen „Bündeln“ verbergen sich, in Themenfelder (z. B. Bildung, Umwelt, Recht und Ordnung) gestaffelt, über 6000 Verwaltungsdienstleistungen, die es neben dem persönlichen Kontakt auch online bereitzustellen gilt. Hinsichtlich der Handhabbarkeit der Dienste ist hier besonderes Augenmerk darauf zu richten, welche entsprechend vom Nutzer her gedacht werden sollen. Hierzu kann die Ausrichtung am Service Design und den darunter gefassten Denkansätzen, Handlungsanstößen und konkreten Methoden zielführend vor allem für Kommunen sein. Großprojekte wie Verkehrsinfrastruktur, Kultureinrichtungen oder Städteentwicklung können durch Kommunikationsplattformen sowohl in der Koordination mit allen Beteiligten als auch über Dashboards auf mobilen Endgeräten für den Bürger für Transparenz sorgen.
Seit mehreren Jahrzehnten wird an sogenannter Künstlicher Intelligenz (KI) geforscht. Um maschinelles Lernen entwickeln zu können, benötigt es neben einer optimierten Mustererkennung nach heutiger Auffassung einer „Deep Learning“-Implementierung, um Schlussfolgerungen aus Datenanalysen ziehen zu können. Diese aus den menschlichen neuronalen Netzen abgeleitete Optimierung von Prüfmechanismen schafft durch Fallabgleiche die Reduzierung von Fehlerquoten in der maschinellen Informationsverarbeitung. So werden etwa Chatbots, Notfallsysteme oder auch Entscheidungsvorlagen für Gremien im öffentlichen Dienst mit individueller Situationsanalyse durch die KI unterstützt bzw. komplett eigenständig geleistet.
Schmeißt übrigens die Osborne-Frey-Studie in die Tonne in der Hochschullehre.
Die Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger stehen also vor der Herausforderung einer disruptiven Modernisierung von Staat und Verwaltung, indem auch ethische Fragen zum Einsatz smarter Objekte und künstlicher Intelligenz in sinnvollen Einsatzfeldern beantwortet werden müssen.
Zudem sollte endlich mal angefangen werden mit sinnvollen Lösungen. Siehe auch: „Wir haben die Werkzeuge, aber nicht genügend Daten“: Gerichtsurteile müssen nicht veröffentlicht werden.
HR-Leadership-Panels von Rochus Mummert, welches 180 Unternehmen zur Zufriedenheit mit Leadership per Online-Fragebogen befragt hat, aktuell auf einem dürftigen Stand an Zuversicht (explorativ-qualitatives Forschungsdesign). Es wird von über der Hälfte der Befragten (57 %) eine mangelnde Fähigkeit von Führungskräften zur kurzfristigen und schnellen Anpassung an Veränderungen konstatiert. Es fehle generell über alle Berufsbranchen hinweg außerdem an visionären Persönlichkeiten zur Bildung einer strategischen Doppelspitze aus Leadership und Management. Allein mit den aktuell vorwiegend in der Rolle als analytischer Managerinnen und Manager auftretenden Regulierern in Behörden kann eine aktive Gestaltung der Zukunft nicht angegangen werden. Das Führungsleitbild kann damit nicht mehr vorwiegend als Umsetzer von Vorgaben definiert werden.
Modernes HR-Management:
Das Zukunftspanel Staat und Verwaltung basiert auf einer weitgehenden Vollerhebung der allgemeinen öffentlichen Verwaltung in Deutschland und umfasst sowohl die Bundes-, Landes- als auch die kommunale Ebene. Die vier Herausforderungsbereiche mit dem größten Handlungsbedarf innerhalb der nächsten fünf Jahre sind demnach (vgl. Wegweiser Research & Strategy & Hertie School of Governance, 2019): Weiterentwicklung E-Government und Digitalisierung, Demografie-orientierte Personalpolitik, Attraktivität als Arbeitgeber, Stärkung der IT-Sicherheit.
Skill-Framework:
Technologische Fähigkeiten sind Fähigkeiten, die für die Gestaltung von transformativen Technologien notwendig sind. Dazu gehören etwa der Umgang mit neuen Technologien wie z. B. Blockchain oder die Fähigkeit zur Analyse komplexer Daten.
Digitale Schlüsselqualifikationen sind Kompetenzen, die erforderlich sind, um sich in einer digitalisierten Umwelt grundsätzlich zurechtzufinden und daran aktiv teilzunehmen. Beispiele dafür sind etwa die digitale Wissenserschließung (digital gestütztes Lernen), der informierte Umgang mit Daten im Netz (Digital Literacy) sowie die Fähigkeit zum kollaborativen Arbeiten.
Nichtdigitale Schlüsselqualifikationen sind Fähigkeiten wie Adaptionsfähigkeit, Kreativität oder Durchhaltevermögen, die laut der Studie in Unternehmen in den kommenden Jahren im Arbeitsleben an Bedeutung zunehmen werden
Folgende Aspekte heben die Experten dabei für Kommunalverwaltungen hervor: Aufgrund von Digitalisierungsprozessen wird es bis 2030 den Publikumsverkehr in der heutigen Form nicht mehr geben. Verwaltungsstudium und die Weiterbildung sollten mehr Informatikkompetenzen in Verbindung mit Verwaltungswissen vermitteln. Die Arbeitsaufgaben werden flexibler werden, während das Personal insgesamt abnimmt. Dieses erfordert eine zunehmende Flexibilität der Beschäftigten. Sie müssen systematisch auf Aufgaben- und Arbeitsplatzwechsel vorbereitet werden. Komplexere Aufgaben und eine veränderte Personalstruktur wird die Bedeutung von Kooperationen mit privaten Dienstleistern erhöhen. Kooperationsmanagement als Kompetenz wird wichtiger. Datenschutz als Querschnittsaufgabe muss alle Digitalisierungsmaßnahmen flankieren und auch dringend in der Breite der Mitarbeiterschaft geschult werden.
Bei den Bürgerinnen und Bürgern entsteht die Erwartung, dass die Verwaltung nach dem One-Stop-Government-Prinzip arbeitet. Die Ansprüche an die Leistungen der Verwaltung steigen. Durch die Digitalisierung ergibt sich die Erfordernis zu mehr interkommunaler Zusammenarbeit und stärkerer Zentralisierung von Verwaltungsleistungen (Normierung der digitalen Angebote). Auf der anderen Seite entsteht Wettbewerb zwischen Kommunen. Die Künstliche Intelligenz kann einfache Fälle bearbeiten und nimmt Sachbearbeiterinnen und -bearbeitern Entscheidungen ab. Den Beschäftigten bietet sich die Chance, ortsunabhängig zu arbeiten. Bei der Arbeit müssen zunehmend IT-Sicherheitsaspekte berücksichtigt werden.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen flexibler hinsichtlich Ort und Zeit der Arbeit sowie in Bezug auf den Aufgabeninhalt arbeiten. Die Fähigkeit, sich schnell in neue Aufgaben einzuarbeiten, gewinnt an Bedeutung. Beschäftigte sind häufiger damit konfrontiert, Prozesse zu gestalten, das bedarf der Fähigkeit zur Prozessgestaltung. Routinetätigkeiten werden automatisiert, die Beschäftigten sind mit den anspruchsvolleren Tätigkeiten konfrontiert. Dadurch steigt der psychische Druck. Vertiefte Beratungskompetenz aufgrund der Bearbeitung schwieriger Fälle ist vermehrt erforderlich. Ein grundlegendes Verständnis von digitalen Tools, deren Anwendung und Modifikation wird zwingend erforderlich.
Kompetenzen, die für die technischen Veränderungen der Digitalisierung wichtiger werden, sind die sogenannten Digitalkompetenzen. Damit sind laut der Expertinnen und Experten Kompetenzen von zwei Typen gemeint, a) die Digitalspezialisten, die technische Geräte entwickeln, Software programmieren und Systeme pflegen und b) die Digitalgeneralisten, die Kompetenzen für die Anwendung von Programmen und Applikationen benötigen, die Nutzungsanpassungen an Anwendungen vornehmen und die grundlegende Arbeitsweise von Algorithmen begreifen können müssen. Weiter besteht Bedarf für erweiterte Datenkompetenz, das heißt der Umgang mit großen Datenmengen, die Auswertung anhand statistischer Prozeduren und darüber hinaus die qualitative Interpretation von Bedeutungszusammenhängen von Datensätzen. Auch der Datenschutz erfordert generalistische Grundkompetenzen, die zuvor nur Rechtsexperten vorbehalten waren.
Im Hinblick auf die Kompetenzen einer digitalen Verwaltung verzeichnet man zur Zeit eine doppelte Kompetenzlücke.
Zum einen fokussieren aktuelle Kompetenzmodelle für E-Government auf IT-Rollen als die für eine IT-gestützte Verwaltungsmodernisierung zuständigen Spezialisten. Unter der Bezeichnung E-Kompetenzen werden hierbei primär spezielle technikzentrierte Kenntnisse und Fähigkeiten betrachtet, wobei Methoden- und Sozialkompetenzen zur Entwicklung und Einführung technischer Lösungen inkludiert werden. Wenig Berücksichtigung finden allerdings digitale Kompetenzen, die auf Fachseite von Verwaltungsbehörden dringend benötigt werden, um unter Betonung von Innovations-, Kollaborations- und Agilitätsaspekten aktiv am fortwährenden digitalen Wandel teilzuhaben und die Digitalisierung der Verwaltung über alle Ebenen und in der gesamten Breite voranzutreiben.
Zur Schließung dieser Lücke schlagen die Autoren dieses Kapitels ein erweitertes Kompetenzmodell für die digitale Verwaltung vor, welches sich als Weiterentwicklung bisheriger E-Government-Kompetenzmodelle unter Integration spezifischer Digitalisierungsaspekte versteht.
Zum anderen lässt sich in den Ergebnissen der Stellenanzeigenanalyse erkennen, dass diese digitalen Kompetenzen in aktuellen Stellenanzeigen für fachliches Verwaltungspersonal mit einer relativen Häufigkeit von unter einem Prozent so gut wie gar nicht nachgefragt werden.
Dies könnte im besten Fall mit der Verwendung ungeeigneter Fachbegriffe bei der Datenanalyse begründet sein, nach anderer Lesart aber auch darauf hindeuten, dass bei der Personalgewinnung für die öffentliche Verwaltung digitalen Kompetenzen wenig oder keine Relevanz für die Durchführung fachlicher Verwaltungsaufgaben beigemessen werden.
Wie schaut es denn mit dem Open-Source-Ansatz aus, um an digitale Expertisen zu gelangen? Oder via Open Government?
Anwendungsfeld von KI bei Gerichtsurteilen:
Wie bekommt man es hin, ohne Data Science-Fachexpertise mit großen Datenbeständen zu arbeiten? Diese Frage stellte Stefan Mück (IBM) bei einem Interview im Cebit-Livestudio in Hannover.
Für den juristischen Sektor geht es um nichts geringeres als um die Demokratisierung des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz. Man könnte auch von Waffengleichheit in Rechtskonflikten sprechen, wenn beispielsweise Kleinunternehmer gegen Konzerne und ihre gigantischen Kanzleien antreten. Rechtsanwalt Michael Friedmann verweist auf den Erfolg seiner Plattform frag-einen-anwalt.de.
Flatrate für Rechtsfragen mit Watson kombiniert
Mit einer Flatrate von 80 Euro im Monat können die Nutzer so viele Rechtsfragen stellen, wie sie wollen. Damit das funktioniert, braucht man Künstliche Intelligenz. „Wir müssen die Anwälte, die bei unserem Dienst mitmachen, dabei unterstützen, Fragen möglichst präzise und schnell zu beantworten. Und hier kommt IBM Watson ins Spiel. Das System schlägt den Anwälten Antworten vor und führt so zu einer Zeiteinsparung von 50 Prozent.“ Der Umgang mit größeren Datenmengen sei wichtig für eine Verbesserung der Rechtsberatung, betont Dirk Hartung, Executive Director Legal Technology bei der Bucerius Law School. Beispielsweise im Mietrecht, wo es sehr unterschiedliche Konstellationen gibt und ein Zugriff auf möglichst viele Fakten sinnvoll ist. Problem:
99 Prozent der Urteile landen nicht in digitalen Formaten
„So einfach ist es nicht, an die Gerichtsurteile zu kommen“, moniert Hartung. Im Zivilrecht seien es 1,5 Millionen Urteile im Jahr. Selbst die größten kommerziellen Datenbank-Anbieter erfassen das nicht. „99 Prozent der Urteile finden ihren Weg nicht in digitale Formate, sondern werden nur von Anwälten oder Gerichten im Einzelfall abgerufen.“
Die Gerichte haben das Problem, dass sie das überwiegend mit menschliche Arbeitskraft bewältigen müssen. Größte Hürde: Die händische Entfernung der personenbezogenen Daten. „Das ist kein triviales Problem. Technologien zur Pseudonymisierung sind da und es gibt auch ausgefeilte kryptografische Verfahren. Allerdings muss der Kontext dann immer noch ersichtlich sein, um hinterher sinnvolle statistische Auswertungen zu ermöglichen“, sagt Mück.
Unfassbare Barriere: Richter sind bislang nicht verpflichtet, Urteile, die sie bekanntermaßen „Im Namen des Volkes“ fällen, zu veröffentlichen. Ab 2022 soll sich das ändern und Gerichte müssen dann alle Urteile strukturiert zur Verfügung stellen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Hier sei auch Überzeugungsarbeit entscheidend, betont Hartung: „Für Richter ist es doch gut, dass die Arbeit, die in Urteile reingesteckt wurde, auch öffentlich wird. Gleichzeitig macht es die Recherche deutlich einfacher. Heute führt schon der Wechsel eines OLG-Bezirks zu Defiziten beim Wissen über das, was Kollegen entschieden haben.“
Welche Gerichtsentscheidungen wurden erfolgreich angefochten
Bei Urteilen des BGH ist das einfach, denn dort werden alle Urteile veröffentlicht. 50.000 Urteile hat das Forschungsteam von Hartung bearbeitet.
Aus dem riesigen Datenbestand, sucht sich Watson die passenden Antworten auf Fragen aus und beginnt dabei selbstständig Dinge und Zusammenhänge zu verstehen, die man ihm vorher nicht gezielt antrainiert hat. Jura- und Informatikstudierende haben innerhalb von drei Wochen gemeinsam mit dem Watson Knowledge Studio und dem Sprachtool ein Lawnet Tool entwickelt, das Gerichtsentscheidungen nach Aktenzeichen, Normen und Verweisen durchsucht und den Erfolg und Nichterfolg von Revisionen nachverfolgt. Mit Law Stats wurden Statistiken entwickelt, welche Landgerichtsentscheidungen erfolgreich oder nicht erfolgreich mit der Revision angefochten werden konnten. „Juristen wollen genau nachvollziehen, warum eine Revision erfolgreich war oder nicht. So hat beispielsweise die Konstellation von Personen am BGH Einfluss auf den Erfolg von Revisionen. Zudem können wir sehen, dass in bestimmten Rechtsgebieten Revisionen nicht erfolgreich sind. Dazu zählt beispielsweise das Strafrecht“, weiß Hartung.
Weitere interessante Aspekte: Welche Normen führen besonders häufig zu Rechtsstreitigkeiten bis zum BGH? Oder welche Entscheidungen sind einflussreich und werden häufig zitiert?
Welche Kanzlei macht die beste PR und beeinflusst Richter und Staatsanwälte?
Oder welche Kanzleien glänzen mit Erfolgen vor Gericht? Man könnte auch systematisch unter die Lupe nehmen, welche Wirkung Medienberichte auf Richter und Staatsanwälte haben? Das haben die PR-Agentur Consilium und die Universität Mainz in einer Umfrage untersucht.
„Über 20 Prozent der Richter und mehr als 30 Prozent der Staatsanwälte äußerten, dass Medien zumindest gelegentlich ‚einen Einfluss auf das Urteil hatten, weil sie das Verhalten von Opfern, Tätern oder Zeugen veränderten‘. Sie hatten vor allem beobachtet, dass Zeugen „von Medienberichten eingeschüchtert wurden’. Wenn das geschieht, können Richter und Staatsanwälte ein verzerrtes Bild von der Wirklichkeit erhalten. Damit wird die Verfahrensmäßigkeit des Strafverfahrens infrage gestellt, das ja inneren Regeln folgen soll und nicht äußeren Einflüssen“, betont Professor Hans Mathias Kepplinger im prmagazin-Interview.
Zu den spannendsten Ergebnisse der Studie zählt der Befund, dass Richter und Staatsanwälte über „ihre“ Verfahren viel mehr Beiträge lesen als über andere Prozesse – obwohl mehr als die Hälfte sagt, dass sie von Medien kritisiert wurden.„Dabei widerspricht das der Forschung zur sogenannten kognitiven Dissonanz. 90 Prozent der Kognitionsforscher und Psychologen gehen davon aus, dass Menschen negative Informationen über sich selbst meiden. Meine Erfahrung aus den Medienwirkungsstudien – und das gilt auch für Richter und Staatsanwälte – ist eine andere: Die Leute, die öffentlich angegriffen werden, sind geradezu süchtig nach diesen Informationen“, erläutert Kepplinger.
All das könnte man in einer juristischen Matching-Maschine perfekt durchleuchten. „Man muss den Zugang zum Recht demokratisieren und das juristische Wissen für alle und nicht nur für Großkanzleien verfügbar machen“, fordert Friedmann.
Und Hartung betont: „Wir haben die Werkzeuge aber nicht genügend Daten.“ Hier sehe ich ein lohnendes Aktionsfeld für die Open-Government-Bewegung.
Folgt man jenen, die ständig nach negativen Dingen fahnden, saufen wir so langsam ab in Teutonien: KI-Forschung, Grundlagenforschung, Patente und dergleichen.
Dazu passt auch folgende Meldung:
„Deutschland ist der große Verlierer im Standortwettbewerb: Während andere Staaten in Infrastruktur investieren oder ihr Steuersystem reformieren, kommt Deutschland nicht voran. Der einzige klare Aktivposten ist die vergleichsweise geringe Verschuldung des Staates und der privaten Haushalte: Deutschland als relativ solides Land kann es sich leisten, auf Krisen zu reagieren. Dies sind die Ergebnisse des neuen Länderindex der Stiftung Familienunternehmen. Die gegenwärtige Krise sollte als Chance zur Umkehr begriffen werden, vor allem zum Abbau lähmender Regulierungslasten, schreiben die Studienautoren. Die steuerlichen Bedingungen müssen sich dringend verbessern. Mit Blick auf den Fachkräftemangel ist eine echte Wende in der Bildungspolitik nötig. Die Genehmigung und Durchführung öffentlicher Investitionsvorhaben sollte sich in der Breite beschleunigen. Der Länderindex als Vergleich von 21 Industriestaaten erstellt im Auftrag der Stiftung regelmäßig das Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW in Mannheim – unter der Leitung von Professor Friedrich Heinemann. Dies geschieht seit 2006 mittlerweile zum neunten Mal. Seitdem ist Deutschland um sechs Rangplätze abgerutscht. Bei Steuern auf dem vorletzten Platz Im Zeitverlauf lässt sich ablesen, dass sich Deutschland bei Steuern, Regulierung und Infrastruktur negativ entwickelt hat. Auch das Verhältnis Arbeitskosten und Produktivität zeigt einen ungünstigen Trend im Vergleich zu den Wettbewerbern. Bei der Steuerlast für Familienunternehmen rangiert Deutschland weiterhin auf dem vorletzten Platz; bedingt vor allem durch die Untätigkeit der deutschen Steuerpolitik, wie Heinemann schreibt. Diese Nachteile waren durch die positive Tendenz beim Indikator Finanzierung nicht auszugleichen.“ Soweit die Pressemeldung der Stiftung für Familienunternehmen.
Hidden-Champion-Forscher Professor Hermann Simon sieht solche Ländervergleiche mit großer Skepsis. „Je nach Index kommen sehr unterschiedliche Rankings heraus. Zum einen sind die Unterschiede zwischen vielen Ländern eher marginal. Die Messgenauigkeit dieser Indizes ist doch sehr eingeschränkt. Hier ist sicherlich ein Konfidenzintervall von mindestens 10 Prozent angebracht, um signifikante Unterschiede festzustellen. Das bedeutet, dass Deutschland mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch auf dem 10. Platz liegen könnte. Ich glaube nicht, dass Portugal wettbewerbsfähiger ist als Deutschland.“
Das heißt natürlich nicht, dass wir in Deutschland nicht viele Missstände und Nachteile haben. Man braucht sich nur die Steuerlast anschauen, die selbst Mini-Unternehmen oder Solo-Selbständige zahlen müssen. Und hier sieht man keine Initiativen der Bundesregierung, um eine Besserung herbeizuführen.
Dennoch gibt es Punkte, die gut laufen oder die gar exzellent sind. Etwa der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Industrie.
Fragt man die Menschen nach der eigenen wirtschaftlichen Lage, sieht das Bild nach wie vor gut aus.
Die Beurteilung der allgemeinen Lage ist eher ein Abbild des Medientenors. Niemand von uns überblickt die gesamte Situation einer Volkswirtschaft.
Deutschland hat in den letzten Jahren einige Schritte unternommen, um einen digitalen Staat aufzubauen. Es gibt bereits eine Reihe von digitalen Angeboten und Diensten, die die Verwaltungsarbeit erleichtern und die Interaktion zwischen Bürgern und Behörden verbessern. Beispiele hierfür sind die elektronische Steuererklärung, die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises und die digitale Signatur.
Allerdings gibt es auch in Deutschland noch Herausforderungen beim Aufbau eines digitalen Staates. Einige dieser Herausforderungen sind:
Digitalisierung von Verwaltungsprozessen: Es gibt noch viele Verwaltungsprozesse, die nicht vollständig digitalisiert sind. Dies erschwert die Interaktion zwischen Bürgern und Behörden und kann zu Verzögerungen führen.
Datenschutz und Datensicherheit: Ein digitaler Staat erfordert eine sichere Speicherung und Verarbeitung von Daten. In Deutschland gibt es bereits umfangreiche Regelungen zum Datenschutz, aber es gibt weiterhin Herausforderungen bei der Sicherung von Daten.
Breitband- und Mobilfunkversorgung: Ein digitaler Staat erfordert eine gute Breitband- und Mobilfunkversorgung. In Deutschland gibt es lokale Unterschiede bei der Versorgung, insbesondere in ländlichen Gebieten.
Digitale Kompetenzen: Ein digitaler Staat erfordert auch, dass die Bürger über ausreichende digitale Kompetenzen verfügen, um die digitalen Angebote und Dienste nutzen zu können. In Deutschland gibt es hier noch Nachholbedarf, insbesondere bei älteren Menschen oder Menschen mit geringerem Bildungsniveau.
In Deutschland gibt es also sowohl Fortschritte als auch Herausforderungen beim Aufbau eines digitalen Staates. Weitere Anstrengungen sind erforderlich, um die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen, Datenschutz und Datensicherheit, Breitband- und Mobilfunkversorgung sowie digitale Kompetenzen weiter voranzutreiben.
Wie weit ist man mit der E-Akte?
Die E-Akte, auch bekannt als elektronische Akte, ist ein Projekt, das die Verwaltung von Dokumenten und Akten in der öffentlichen Verwaltung digitalisiert. In Deutschland wurde das Projekt der E-Akte bereits vor einigen Jahren gestartet und es gibt bereits einige Erfolge bei der Umsetzung. Einige Beispiele für den Fortschritt bei der E-Akte in Deutschland sind:
Einige Bundesministerien haben bereits erfolgreich die E-Akte eingeführt und nutzen sie für die Verwaltung ihrer Dokumente und Akten.
Es gibt auch einige Länder und Kommunen in Deutschland, die bereits erfolgreich die E-Akte eingeführt haben.
Es gibt auch einige Pilotprojekte, die darauf abzielen, die E-Akte in der Justiz einzuführen.
Allerdings gibt es auch noch Herausforderungen bei der Einführung der E-Akte in Deutschland. Einige dieser Herausforderungen sind:
Interoperabilität: Eine der größten Herausforderungen bei der Einführung der E-Akte ist die Interoperabilität, das heißt, dass die verschiedenen Systeme der öffentlichen Verwaltung miteinander kommunizieren und Daten austauschen können.
Datenschutz und Datensicherheit: Eine weitere Herausforderung bei der E-Akte ist die sichere Speicherung und Verarbeitung von Daten, insbesondere sensibler Daten.
Kosten: Eine weitere Herausforderung bei der E-Akte ist die Finanzierung des Projekts, insbesondere für kleinere Kommunen und Länder, die über begrenzte Mittel verfügen.
Digitale Kompetenzen: Eine weitere Herausforderung bei der E-Akte ist die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal, das die E-Akte einführt und betreibt und die notwendigen digitalen Kompetenzen besitzt.
Insgesamt kann man sagen, dass Deutschland Fortschritte bei der Einführung der E-Akte gemacht hat, aber es gibt immer noch Herausforderungen bei der Interoperabilität, Datenschutz, Kosten und digitalen Kompetenzen, die es zu überwinden gilt.
Wie steht es mit der Agilität der öffentlichen Verwaltung?
Die Agilität der öffentlichen Verwaltung bezieht sich auf die Fähigkeit der Verwaltung, schnell und flexibel auf Veränderungen in der Umwelt zu reagieren und Prozesse und Verfahren anzupassen. In Deutschland hat die öffentliche Verwaltung in den letzten Jahren einige Schritte unternommen, um agiler zu werden, aber es gibt immer noch Herausforderungen bei der Agilität.
Einige Schritte, die die öffentliche Verwaltung in Deutschland unternommen hat, um agiler zu werden, sind:
Einführung von Projektmanagement-Methoden: Einige Behörden haben begonnen, Projektmanagement-Methoden wie Scrum und Kanban einzuführen, um Prozesse und Verfahren flexibler zu gestalten.
Einführung von E-Government-Systemen: E-Government-Systeme ermöglichen es Bürgern, online mit der Verwaltung zu interagieren und erleichtern die Verwaltung von Verwaltungsprozessen.
Einführung von Datenanalyse-Tools: Einige Behörden haben begonnen, Datenanalyse-Tools einzuführen, um die Verwaltung von Daten zu verbessern und Entscheidungen datengetrieben zu treffen.
Allerdings gibt es auch Herausforderungen bei der Agilität der öffentlichen Verwaltung in Deutschland. Einige dieser Herausforderungen sind:
Kulturelle Herausforderungen: Die öffentliche Verwaltung in Deutschland ist oft durch starre Hierarchien und Regulierungen geprägt, die die Agilität behindern können.
Finanzielle Herausforderungen: Einige Behörden haben begrenzte Mittel, um in neue Technologien und Prozesse zu investieren.
Gesetzliche Herausforderungen: Einige Gesetze und Regulierungen können die Agilität der öffentlichen Verwaltung einschränken, indem sie den Austausch von Daten und die Interaktion mit Bürgern erschweren.
Einige Behörden haben Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal mit den notwendigen digitalen Kompetenzen zu finden und zu halten.
Soweit ChatGPT. Ich habe natürlich das Buch gelesen, um mich auf das Autorengespräch vorzubereiten. Man hört, sieht und streamt sich am Mittwoch um 12 Uhr:
Siehe auch:
Ausblick auf Mittwoch, 12 Uhr. Livetalk mit @r_c_wesel Auf dem Weg zur Agilität in der öffentlichen Verwaltung https://t.co/FeZjk1FBc4