Die technischen Neuerungen durch die Digitalisierung Anfang der 2000er Jahre haben erst mit mehreren Jahren Verzögerung zur Steigerung der Produktivität in der deutschen Wirtschaft geführt. Das geht aus Berechnungen des ifo Instituts hervor. „Unternehmen brauchen Zeit zur Umstellung ihrer Produktionsprozesse. Neue Technik verbreitet sich nicht schlagartig, sondern nach und nach. Das bedeutet in der Wirklichkeit eine Verzögerung der theoretisch sofort möglichen Produktivitätsgewinne. Die durch die Digitalisierung mögliche Produktivität der untersuchten Wirtschaftsbereiche ab Anfang der 2000er Jahre stieg erst am Ende des Jahrzehnts tatsächlich an„, sagt ifo-Forscher Robert Lehmann
Die Coronakrise brachte einen weiteren Schub für die Digitalisierung mit sich. Viele Arbeitsprozesse wurden erheblich umgekrempelt. „Ähnlich wie bei der ersten Digitalisierungswelle dürften auch jetzt einige Jahre ins Land ziehen, bis sich die Produktivitätsgewinne bemerkbar machen.“
Ab dem Jahre 2000 war die Zahl der Handys, der Internet-Nutzer und der Breitband-Nutzer gestiegen. Die gesamtwirtschaftliche Produktivität verändert sich zunächst nicht messbar. „Für viele Unternehmen war es schwierig einzuschätzen, welche neuen Technologien sinnvoll eingesetzt werden können. Dadurch entstehen Suchkosten“, erläutert Lehmann. Außerdem müssten Mitarbeiter im Umgang mit neuer Software geschult werden, was Lernkosten verursache. Gleichzeitig veralteten bestehende Kompetenzen der Mitarbeitenden. Zudem müssten Produktionsfaktoren und Betriebsabläufe angepasst werden. Schließlich benötigten Unternehmen Zeit zum Aufbau neuer Infrastruktur, beispielsweise von Online-Plattformen. Ergänzende Investitionen müssten erst geplant und getätigt werden, bevor sich Produktivitätsgewinne einstellen können.
Aus den Ergebnissen der Studie lassen sich einige Handlungsempfehlungen ableiten, um die Produktivitätsgewinne der Digitalisierung zu beschleunigen. „In Zukunft könnte ein erleichterter Zugriff auf Wagniskapital den Zugang vieler Unternehmen zu finanziellen Ressourcen erleichtern, was wiederum die Möglichkeiten zur Forschungs- und Entwicklungstätigkeit ankurbelt“, sagt Lehmann. Ebenso könnten steuerliche Anreize zur Unterstützung von Forschungsausgaben und Trainingsmaßnahmen gesetzt werden. Schließlich könnte die Förderung von Homeoffice oder Hybridarbeit erweitert werden. Kombiniert mit zusätzlichen Investitionen in den Breitbandausbau könnte auf diese Weise in den kommenden Jahren das volle Produktivitätspotenzial der neuen Technologien ausgeschöpft werden.
Mehr als 32 Millionen Tonnen Abfall hat die Europäische Union zuletzt jährlich in Drittstaaten exportiert. Das berichtet die FAZ: „Insbesondere die Ausfuhr von Plastikmüll in Länder wie Malaysia oder die Türkei führt so zu Umweltproblemen und der Vermüllung der Weltmeere, kritisieren Umweltschützer. Das EU-Parlament will deshalb nun zumindest die Ausfuhr von Plastikmüll verbieten.“
Die Europaabgeordneten sprachen sich dafür aus, die Ausfuhr in alle Staaten, die nicht zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gehören, sprich nach Afrika und in große Teile Südamerikas sowie Asiens, sofort zu untersagen.
„Für die OECD-Staaten soll das Ausfuhrverbot nach einer Übergangsfrist von vier Jahren in Kraft treten. Das Europaparlament verschärfte damit einen entsprechenden Gesetzesvorschlag der Europäischen Kommission vom November 2021 für die Ausfuhr von Müll. Die Kommission hatte sich dafür starkgemacht, dass Nicht-OECD-Staaten künftig einen Antrag stellen müssen, bevor die EU die Ausfuhr in diese Länder erlaubt. Dazu sollten sie belegen, dass der Müll umweltgerecht entsorgt oder wiederverwertet wird. Darüber hinaus wollte sie auch die Ausfuhr in OECD-Länder stärker überwachen und im Zweifelsfall verbieten. Auf ein generelles Exportverbot für die als besonders problematisch geltenden Plastikabfälle hatte die Kommission aber verzichtet“, so die FAZ.
Es gibt also einen erheblichen Nachholbedarf, Altplastik als Ersatz für Neuware zu nutzen oder gar die Wiederverwendung zu verbessern. Ein gangbarer Weg wäre die Ausweitung des Pflichtpfandes und eine Vollautomatisierung bei der Sortierung.
Wir diskutierten in einem Roundtable in Bonn über die Rechtsverordnung der EU-Kommission zur Reduktion des Verpackungsmülls mit: Sascha Schuh (Ascon), Stefan Scheibel (Multivac), Thomas Morgenstern (Tomra), Heino Claussen (R-Cycle), Moderation: Gunnar Sohn. Technik, Regie: Constantin Sohn.
Die EU-Kommission will die bisherige Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle durch eine Verordnung ersetzen. Anders als Richtlinien sind Verordnungen nach Inkrafttreten unmittelbar in den Mitgliedstaaten gültig. Die bisherige Gesetzgebung habe ihre allgemeinen Umwelt- und Binnenmarktziele nicht erreicht. Als Beispiele für Bereiche, in denen Harmonisierung erforderlich ist, nennt der Entwurf Nachhaltigkeitsanforderungen für Verpackungen, Kriterien für die „Öko-Modulierung“ der Beiträge zu Systemen der erweiterten Herstellerverantwortung und Kennzeichnungsvorschriften: „Wir schaffen eine völlig neue Wirtschaft, eine Mehrwegwirtschaft“, sagt EU-Kommissionsvize Frans Timmermans. 1. Ziel für die Verringerung der Verpackungsabfälle pro Kopf um 19 Prozent bis 2030 im Vergleich zum Ausgangswert, was einer Verringerung um 5 Prozent gegenüber den Werten von 2018 entspricht. 2. EU-weite verbindliche Ziele für die Wiederverwendung oder Wiederbefüllung von Verpackungen, wo die Wiederverwendung am wirksamsten ist. 3. Die schrittweise Abschaffung unnötiger oder vermeidbarer Verpackungen.
Hier die komplette Aufzeichnung der Expertenrunde in Bonn:
Proposal for a Regulation of the European Parliament and the Council on packaging and packaging waste, amending Regulation – Recommendations for @TimmermansEU Virginijus Sinkevičius https://t.co/BK3CEQpSk2
Innovationen in der Kreislaufwirtschaft: Welche Impulse bekommen die Maschinenbauer für die Herstellung von Verpackungen. Roundtable in Bonn. Antworten von Stefan A. Scheibel, Vice President Corporate Training & Innovation Center @MULTIVACGrouppic.twitter.com/X1ZGq6qckX
In einer Pressekonferenz zur Präsentation des Vorschlags hoben EU-Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans und Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius hervor, dass der Verordnungsvorschlag ein verbindliches Ziel für die Abfallvermeidung einführt. So fordert der Entwurf Wie bereits der Entwurf eine Reduzierung der jährlichen Pro-Kopf-Menge an Verpackungsabfall um fünf Prozent bis 2030, um zehn Prozent bis 2035 und 15 Prozent bis 2040. Die Vergleichsbasis ist dabei das Jahr 2018.
In Bonn gab es ein paar Änderungswünsche zum Entwurf der Rechtsverordnung.
Strategien gegen den steigenden Verpackungsmüll: Werden wir eine Mehrweg-Ökonomie mit der neuen Verpackungsverordnung der EU-Kommission?
Die Europäische Kommission hat Ende 2022 einen Vorschlag zur Weiterentwicklung des EU-Verpackungsrechts vorgelegt. Er wird die bisherige Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWD) durch eine Verordnung ersetzen, um eine einheitliche Umsetzung zu erreichen und den Binnenmarkt zu stärken. Der Vorschlag geht zur Verabschiedung im Mitentscheidungsverfahren an das Europäische Parlament und den Rat. Dabei können Änderungen vorgenommen werden, falls beide Organe sie unterstützen werden. Die EU-Kommission verfolgt drei Ziele: die Vermeidung von Verpackungsabfall, den Aufbau hochwertiger Recyclingkreisläufe und die Schaffung eines gut funktionierenden Marktes für Sekundärrohstoffe durch Mindest-Rezyklatanteile für bestimmte Kunststoffverpackungen.
Mit dieser Initiative sollen drei miteinander verknüpfte Problemgruppen angegangen werden:
das wachsende Aufkommen von Verpackungsabfällen in Verbindung mit einer Zunahme von Einwegverpackungen, einem hohen Anteil an vermeidbaren Verpackungen und einem größeren Anteil von Kunststoffen am Verpackungsmix.
Hindernisse für die Kreislauffähigkeit von Verpackungen, insbesondere die zunehmende Verwendung von Verpackungsdesign-Merkmalen, die das Recycling behindern, und die verwirrende Kennzeichnung von Verpackungen für die Sortierung durch den Verbraucher. Außerdem verhindern fragmentierte Märkte eine kosteneffiziente Abfallbewirtschaftung in einem Binnenmarkt.
das Downcycling und die geringe Verwendung von recycelten Inhalten in Verpackungen, was die Fähigkeit der EU einschränkt, die Verwendung von Neumaterialien in neuen Verpackungen zu reduzieren. Zu den Ursachen für diese Probleme gehören regulatorische Versäumnisse der PPWD, die auf eine Mischung aus mangelhafter Umsetzung und Durchsetzung zurückzuführen sind, die nicht auf dem neuesten Stand der Marktentwicklungen sind und den nationalen Behörden nicht genügend Klarheit über eine richtlinienkonforme Umsetzung bieten. Außerdem konzentrierte sich die Überarbeitung von 2018 nur auf die Recyclingziele und ließ die anderen Herausforderungen des Abfallsektors außer Acht.
EU-Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans und Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius betonen, dass der Verordnungsvorschlag ein verbindliches Ziel für die Abfallvermeidung einführt. Der Entwurf fordert eine Reduzierung der jährlichen Pro-Kopf-Menge an Verpackungsabfall um fünf Prozent bis 2030, um zehn Prozent bis 2035 und 15 Prozent bis 2040. Die Vergleichsbasis ist dabei das Jahr 2018. Diese Zielsetzungen sind nach Aussage Sinkevičius‘ notwendig, weil in den vergangenen Jahren die Menge an Verpackungsabfällen stärker gewachsen ist als das Recycling. Das Aufkommen hat den Angaben der Kommission zufolge in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 20 Prozent zugenommen und erreichte 2020 in den 27 EU-Staaten 79,3 MillionenTonnen, was einer Durchschnittsmenge von 177 kg pro Person entsprach.
Bis 2030 wird ein Anstieg um weitere 19 Prozent erwartet, falls keine Maßnahmen ergriffen werden. Für Plastik wird sogar ein Zuwachs von 43 Prozent prognostiziert.
Sinkevičius wies auch darauf hin, dass 2020 nur rund 65 Prozent der Verpackungsabfälle recycelt worden seien. Sowohl er als auch Timmermans merkten an, dass es nicht möglich sei, sich aus einem wachsendem Abfallstrom „herauszurecyceln“.
Die Mindestquoten für das Recycling, die in der aktuellen Verpackungsrichtlinie für den Zeitraum bis 2030 festgelegt sind, werden in dem Verordnungsvorschlag nicht geändert. Die Kommission wird jedoch beauftragt zu überprüfen, ob die Quoten erhöht oder neue Vorgaben festgelegt werden sollen. Gegebenenfalls soll sie spätestens acht Jahre nach Inkrafttreten der Verordnung einen entsprechenden Änderungsvorschlag vorlegen.
Damit die Vermeidungsziele erreicht werden können, setzt der Verordnungsvorschlag auf die Nachfüllung von Behältern und auf verbindliche Quoten für die Nutzung von Mehrwegverpackungen in bestimmten Anwendungsbereichen. Deren Anteil sei in den letzten 20 Jahren stark zurückgegangen, berichtet die Kommission. Für kleine Unternehmen mit einer Verkaufsfläche von maximal 100 Quadratmetern ist eine Ausnahmeregelung vorgesehen. Timmermans, dass es das Wesen von Entwürfen sei, noch nicht fertig zu sein, und hob hervor, dass überhaupt Zielsetzungen für die Wiederverwendung eingeführt würden: „Wir schaffen eine völlig neue Wirtschaft, eine Mehrwegwirtschaft“, so Timmermans. Er unterstrich den positiven Beschäftigungseffekt der Mehrwegziele. Laut der Folgenabschätzung für den Vorschlag werden sie rund 600.000 neue Arbeitsplätze schaffen.
Die Treibhausgasemissionen würden durch die Gesamtheit der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen den Angaben zufolge um 43 Millionen Tonnen gesenkt und der Wasserverbrauch um 1,1 Millionen Kubikmeter verringert.
Der Vorschlag der Kommission fordert eine Optimierung bei der Verpackungsgestaltung – also eine Reduktion von Gewicht und Volumen. Um Überverpackung zu verhindern, sieht der Verordnungsvorschlag vor, dass Sammelverpackungen, Transportverpackungen und Verpackungen für den Online- und Versandhandel maximal 40 Prozent Leerraum aufweisen dürfen.
Die Rechtsverordnung sieht zudem eine Pfandpflicht für die Mitgliedstaaten zur Schaffung von Pfandsystemen für Einweg-Getränkeverpackungen ab Jahresbeginn 2029 vor. Betroffen sind Plastikflaschen und Metallbehälter mit einem Fassungsvermögen von jeweils bis zu drei Litern.
Die Pfandpflicht gilt nicht für Wein, aromatisierte Weinprodukte, Spirituosen sowie Milch und Milchprodukte. Eine Ausnahmeregelung ist für Mitgliedstaaten vorgesehen, die 2026 und 2027 mehr als 90 Prozent der jeweiligen Verpackungsformate getrennt sammeln. Sie erlischt jedoch, falls die Sammelquote in drei aufeinanderfolgenden Jahren unter 90 Prozent fällt.
Der Vorschlag fordert außerdem von den Mitgliedstaaten, sich zu „bemühen“, für Einweg-Glasflaschen, Getränkekartons und für wiederverwendbare Verpackungen Pfand- und Rücknahmesysteme einzuführen.
Der Tomra R1 hat mich sowas von überzeugt! Aldi hat bereits 3 Stück im Testbetrieb. Ich würde mir echt wünschen das @REWE_Supermarkt Edeka und co evenfalls den Tomra M1 anbieten.
Sie sollen außerdem sicherstellen, dass für Endverbraucher die Rückgabe von Mehrwegverpackungen ebenso bequem ist wie die von gleichartigen bepfandeten Einwegverpackungen. In Deutschland hat das Pflichtpfand für Einweg zu einer Abschschwächung der Mehrwegquote auf unter 50 Prozent beigetragen. Gastronomen sind in Deutschland seit Anfang 2023 verpflichtet, auch Mehrwegschüsseln und -becher anzubieten.
Eine „Mehrwegangebotspflicht“ – reicht das?
Die Analyse der EU-Kommission:
Die spezifischen Ziele zur Erreichung dieses allgemeinen Ziels sind: 1. Verringerung der Erzeugung von Verpackungsabfällen 2. Förderung einer kosteneffizienten Kreislaufwirtschaft für Verpackungen 3. Förderung der Verwendung von recyceltem Inhalt in Verpackungen WELCHE POLITISCHEN MÖGLICHKEITEN sind verfügbar? Nach dem Screening der potenziellen Maßnahmen wurde eine Reihe unterschiedlicher, komplexer und oft miteinander verbundener Maßnahmen zu drei politischen Optionen zusammengefasst: -Option 1 umfasst die Maßnahmen im Zusammenhang mit einer besseren Normung und klareren grundlegenden Anforderungen. Diese Maßnahmen sind in der Regel die Voraussetzung für Maßnahmen in anderen Gruppen. – Option 2 enthält verbindliche Zielvorgaben für die Abfallverringerung, die Wiederverwendung und den Anteil an stofflich verwerteten Materialien in Kunststoffverpackungen, Anforderungen zur Gewährleistung der vollständigen Recyclingfähigkeit bis 2030 und harmonisierte Produktvorschriften. Option 3 enthält höhere verbindliche Ziele und zusätzliche Produktanforderungen. Auf der Grundlage der Bewertung der in den Optionen kombinierten Maßnahmen ist die bevorzugte Option insgesamt die Option 2 in Form einer Verordnung. Sie enthält die Maßnahmen der Option 1, die die Erreichung der verbindlichen Ziele und strengeren Anforderungen in einem ausgewogenen Ansatz unterstützen oder sogar voraussetzen, und fördert so die Erreichung der Ziele und die Kosteneffizienz. Die wichtigsten Maßnahmen im Interventionsbereich „Vermeidung und Wiederverwendung“ sind: 1. ein Ziel für die Verringerung der Verpackungsabfälle pro Kopf um 19 Prozent bis 2030 im Vergleich zum Ausgangswert, was einer Verringerung um 5 Prozent gegenüber den Werten von 2018 entspricht, 2. EU-weite verbindliche Ziele für die Wiederverwendung oder Wiederbefüllung von Verpackungen, wo die Wiederverwendung am wirksamsten ist, und 3. die schrittweise Abschaffung unnötiger oder vermeidbarer Verpackungen. Ein wichtiger Punkt ist die Komplementarität und Kohärenz der Maßnahmen. Die Festlegung verbindlicher Zielvorgaben für die Verringerung der Verpackungsabfälle pro Kopf auf der Ebene der Mitgliedstaaten ist eine Chapeau-Maßnahme im Interventionsbereich der Vermeidung und Wiederverwendung, zu der mehrere Maßnahmen beitragen: Während die harmonisierten Maßnahmen der EU zu fast 60 Prozent der erforderlichen Abfallverringerung beitragen sollen, müssen die Mitgliedstaaten den Rest mit nationalen, binnenmarktkonformen Maßnahmen sicherstellen. Die wichtigste Maßnahme in Bezug auf die Recyclingfähigkeit ist die Festlegung von Kriterien für die recyclinggerechte Gestaltung, die durch ein Verfahren zur Bewertung der Recyclingfähigkeit ergänzt werden.
Was die Kompostierbarkeit betrifft, so wurden aus einer größeren Gruppe von Verpackungen, die für die Kompostierung in Frage kommen, vier Kunststoffverpackungen ausgewählt, die kompostierbar sein müssen. Alle anderen Kunststoffverpackungen müssen chemisch oder mechanisch recycelbar sein, damit sie recycelt werden können. Ein weiterer Bestandteil des Pakets sind ehrgeizige Zielvorgaben für den Anteil an recycelten Kunststoffverpackungen.
Die wichtigsten der verschiedenen Maßnahmen sind die Einrichtung obligatorischer Pfandsysteme für bestimmte Verpackungsarten, einschließlich Mindestanforderungen für alle Pfandsysteme, sowie eine harmonisierte Kennzeichnung von Produkten und Abfallbehältern, um den Verbrauchern das Sortieren zu erleichtern.
Die Analyse ergab, dass die Maßnahmen der Option 1 allein nicht ausreichen, um das Verpackungsaufkommen zu verringern, d. h. die Verpackungsabfälle würden bis 2030 um weitere 17 Prozent zunehmen. Darüber hinaus würden sich die Recyclingquoten nicht erhöhen, und auch das hochwertige Recycling und die Ressourceneffizienz würden nicht verbessert. Schließlich würden die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 2018 weiter ansteigen. Auf der anderen Seite ist das gesamte Maßnahmenpaket der Option 3 alternativ oder zusätzlich zu den Maßnahmen der Option 2 wesentlich schwieriger umzusetzen, könnte die wirtschaftliche Lebensfähigkeit gefährden und würde einen erheblich höheren Verwaltungsaufwand verursachen. Umgekehrt sind die zusätzlichen Umweltvorteile weniger bedeutend. Es wurde jedoch eine sorgfältige Einzelfallprüfung der Kernmaßnahmen vorgenommen, um Elemente außerhalb der Maßnahmen der Option 2 aufzuspüren, um gegebenenfalls das Subsidiaritätsprinzip besser zu respektieren, die einschlägigen Standpunkte der Interessengruppen zu berücksichtigen und die Durchführbarkeit zu verbessern. Daher ist das bevorzugte Maßnahmenpaket eher die „Option 2+“ als die reine Option 2.
Welchen Rat geben die Roundtable-Experten an die EU-Kommission?
Erste Rückmeldungen:
Heino Claussen von R-Cycle: Für mich ergeben sich aus dem Vorschlag der EU-Kommission (aber auch aus den anderen, korrespondierenden Gesetzen, wie dem deutschen Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die hochwertige Verwertungvon Verpackungen) die folgenden zentralen Fragen:
Erwarten die Stakeholder der Branche, dass von den Vorschlägen/Gesetzen die gewünschte Steuerungswirkung ausgeht und gibt es deren Sicht Vorschläge zur Verbesserung?
Welche Randbedingungen müssen erfüllt sein, damit sich tatsächlich eine Kreislaufwirtschaft bzw. eine Mehrweg-Ökonomie (die tatsächlich auf ökonomischen Mechanismen beruht) ausbilden kann.
Welchen Einfluss hat bzw. welche Veränderungen bedeutet die Entwicklung einer solchen Mehrweg-Ökonomie für die bestehenden Stakeholder und Akteure?
Weitere Fragen auch gerne während der Liveübertragung ab 16:15 Uhr:
Das erläutert Jesko Dahlmann in seiner vorzüglichen Arbeit „Das innovative Unternehmertum im Sinne Schumpeters: Theorie und Wirtschaftsgeschichte“ (erschienen im Metropolis-Verlag). Schumpeter spricht vom methodologischen Individualismus, der vom Handeln Einzelner ausgeht, um kollektive und gesellschaftliche Phänomene nachvollziehen zu können. Nur die Detailuntersuchung könne beachtenswerte Ergebnisse ergeben. Ökonomen besäßen die unglückliche Neigung, viel zu häufig zu aggregieren und auf diese Weise wichtige Unterschiede zu verschleiern. „Hütet Euch vor Durchschnitten“, sagte Schumpeter gern. Schumpeters Entrepreneur unterscheidet sich deutlich vom so genannten Homo Oeconomicus der traditionellen Wirtschaftswissenschaft. Der Schumpetersche Unternehmer unterläuft das rein ökonomische Kalkül. Es geht ihm nicht um Zweckrationalität, sondern um das Schaffen des Neuen selbst.
Wo sind klare Konzepte für einen institutionellen Rahmen zu erkennen, um uns auf die Bedürfnisse der nachindustriellen Ära auszurichten? Weder die wirtschaftlichen Eliten noch die öffentliche Meinung waren und sind sich der Realität bewusst, „dass schon Anfang der sechziger Jahre selbst bei stark rohstofforientierten Produzenten, wie der deutschen Großchemie, bis zu zwei Drittel der Wertschöpfung auf der Fähigkeit zur Anwendung von wissenschaftlich basierten Stoffumwandlungsprozessen beruhte“, so der Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser.
Wir brauchen aber mehr Unternehmer, die das Neue organisieren und durchsetzen. Die Neukombination beruht nur wenig auf Faktoren, die von außen einwirken. Das Ganze ist primär auch kein Preisproblem. Es liegt am unternehmerischen Können und Wollen. Das Problem liegt auch in der klassischen Sichtweise von Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftspolitik und Managementdenken: Ohne Neuerungen lassen sich zwar mit den klassischen makroökonomischen Instrumenten kurzfristig Wachstum und Beschäftigung erzeugen. Die Konsequenzen sind nach der Logik von Schumpeter für eine Volkswirtschaft allerdings fatal: Innovationsarmut erzeugt Einkommensarmut.
Da werde viel von Innovationen und visionären Ideen gesprochen. In Wirklichkeit gehe es um eine gnadenlose Kapitalmarktorientierung und kurzfristige Optimierungen von KPIs – also Leistungskennzahlen, mit denen Mitarbeiter gegängelt werden. Da sei kein Platz für innovative Ideen. Die Hipster in den Labs sind eher Feigenblatt-Einheiten, die beim nächsten Vorstandswechsel wieder rausfliegen.
Irgendwann schlägt das Controlling zu und macht die digitalen Ableger dicht. In deutschen Unternehmen gibt es extrem viele Führungskräfte, die dafür exzellent ausgebildet sind. Wir finden viele Finanzexperten und Juristen, die mit dem Kapitalmarkt umgehen können und die am Reißbrett von einer Restrukturierung zur nächsten jagen. Unternehmerischer Sachverstand ist im Top-Management aber Mangelware.
Was sollte eine unternehmerische Persönlichkeit mitbringen, um die Wirtschaft in neue Bahnen zu lenken? Heute müsste man fragen, wer ist wirklich ein Homo Digitalis, der im 21. Jahrhundert Akzente setzen kann? Es geht dabei um das schöpferische Gestalten und nicht um das passive Konsequenzen ziehen. Professor Reinhard Pfriem bringt Neugründungen ins Spiel, die die Welt wirklich besser machen. Nicht nur marktschreierisch, wie es Google & Co. im Gebetsmühlen-Jargon betonen. Pfriem setzt auf Social und Sustainable Entrepreneurship. Transformative Unternehmen sollten nicht-nachhaltiges Wirtschaften aus der Welt schaffen. Automobilindustrie, Energiewirtschaft und auch die Ernährungs- und Landwirtschaft verweigern sich, hier die nötigen schöpferischen Zerstörungen durchzuführen. „Das Zerstörerische muss zerstört werden, bessere additive Technologien reichen nicht aus“, kritisiert Pfriem.
Eine merkwürdige Koinzidenz, dass seit wenigen Wochen ChatGPT die Medien und die Menschen so elektrisiert, da sich ein Geburtstag zum hundertsten Mal jährt, der damit in Verbindung gebracht werden kann, schreibt Chris Kaiser am 8. Januar 2023. An diesem Tag wäre Joseph Weizenbaum 100 Jahre alt geworden. Eine gute Gelegenheit, auf einen Text zu verweisen, den ich 2007 verfasste. Damals war es mir gelungen, Weizenbaum für ein Podiumsgespräch in Berlin zu gewinnen. Hier der Artikel, der vor 15 Jahren erschien:
Ein Dialog zwischen Mensch und Auto könnte in nicht allzu ferner Zukunft so aussehen: „Ich möchte ins Büro fahren!“ – „Gerne“, antwortet eine Computerstimme, „im Tank sind nur noch drei Liter Benzin. Die nächste Tankstelle ist fünf Kilometer entfernt. Möchten Sie auf dem Weg ins Büro dort anhalten?“ Das Auto berechnet die Route ins Büro und sagt rechtzeitig Bescheid, wenn die Tankstelle kommt. Maschinen oder Computersysteme, die scheinbar wie ein Mensch sprechen, agieren und reagieren, sind Forschungsergebnisse der „Künstlichen Intelligenz“ (KI): Die Wissenschaft verspricht Kühlschränke, die selbstständig Lebensmittel nachbestellen, staubsaugende Roboter, virtuelle Assistenten in Bibliotheken, Krankenhäusern und anderen personalintensiven Dienstleistungen sowie Computersysteme, mit denen jeder ganz normal reden kann. Vertreter der so genannten ‚harten KI’ prognostizieren sogar eine kommende Generation von Robotern, die denken, lernen und fühlen kann. Derart intelligente Systeme werden sehr viel leistungsfähiger als Menschen sein und sie daher überflüssig machen, behauptet Hans Moravec. Der Professor für Robotik an der Carnegie Mellon University im amerikanischen Pittsburgh glaubt an ein postbiologisches Zeitalter, in dem Roboter die Menschen ersetzen werden.
Künstliche Intelligenz – ist sie also Segen oder Fluch für die Menschheit und wo liegen die Grenzen der Forschung? „Sie ist eindeutig ein Segen“, so Wolfgang Wahlster, Direktor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Seine These: Intelligente Systeme werden den Menschen das Leben erleichtern. Auf dem Fachkongress Call Center World in Berlin diskutierten Wahlster, der Computerwissenschaftler Joseph Weizenbaum sowie Gastgeber Lupo Pape, Geschäftsführer des Berliner Unternehmens SemanticEdge, über das Für und Wider Künstlicher Intelligenz: „Wir untersuchen konkrete anwendungsorientierte Fragestellungen, um mit menschenfreundlichen Dienstleistungen den Alltag zu unterstützen“, so Wahlster. Vor allem in der in der Entwicklung von semantischen Technologien, von Computersystemen, die die natürliche gesprochene Sprache ‚verstehen’, sei das DFKI führend „Das ist eine der größten Herausforderungen für die Informatik in den kommenden Jahren“, betonte Wahlster. Nicht die Interaktion über komplizierte Kunstsprachen mit Tastatur und Maus, sondern die alltägliche Sprache und Gestik sollten Computer und Roboter künftig steuern. In Japan spreche man bereits vom One-Button-Computer, „ein und aus, alles andere geschieht über Sprache, Mimik und Gestik“, erläuterte der Direktor des DFKI. Autos sind ein weiteres spannendes Einsatzfeld semantischer Spracherkennung.
Hier setzte auch Lupo Pape an. „Softwaresysteme müssen intelligenter werden, damit sie besser verstehen, was der Mensch von ihnen will und damit sie sich umgekehrt dem Menschen einfacher verständlich machen“, forderte Pape am Beispiel der Sprachdialogsysteme. Um all das zu ermöglichen, arbeiten Sprachwissenschaftler, Psychologen und Informatiker ständig an neuen Sprachdialogen. Die Erkennung gesprochener Sprache im Kontext der Anwendung und ein intelligenterer und freierer Umgang des Sprachdialogsystems mit den Wünschen und Antworten des Nutzers stehe im Zentrum der SemanticEdge-Entwicklungen. Das Ziel der Sprachdialoge sei es, den Erwartungen des Menschen so nahe wie möglich zu kommen. „Bei einem Dialog mit menschlichen Zügen wird sich der Anrufer eher angenommen fühlen als bei einem mit starrer Menüführung und der Abfrage bestimmter Antworten“, sagte Pape. Selbst wenn man den Namen eines Geschäftspartners gerade nicht weiß, könne man über eine Suchfunktion mit der Eingabe von Branche und Standort die gewünschte Verbindung aufbauen, so der Sprachdialogexperte.
Doch was ist Verstehen? „Wir können nur in ganz engen Kontexten Sprachdialoge mit Maschinen führen“, so Weizenbaum, der in den sechziger Jahren am Massachusetts Institut of Technology (MIT) das Computerprogramm ELIZA entwickelte, das scheinbar einen Dialog zwischen Mensch und Computer ermöglichte und der Prototyp für heutige Chatbots ist. Ein Satz hätte immer auch einen Bedeutungszusammenhang, oder einen Erfahrungshintergrund, den der Computer nicht erschließen könne. Zum Beispiel stoppt das Auto bei dem Wort „Halt“. Wenn nun aber der Fahrer sagt: „Ich bin halt müde“, dann hält das Auto auch an, womöglich mitten auf der Autobahn. „Das Gesagte ist nicht immer das Gemeinte“, so Weizenbaum. „Der menschliche Empfänger interpretiert den Satz im Sinne seiner ganzen Lebensgeschichte“, eine Maschine würde das nie können.
„Wozu brauchen wir eigentlich Autos, mit denen wir sprechen können?“ fragte Weizenbaum. Und in der Tat ist nicht zu erkennen, warum es beispielsweise beim Auto einfacher ist, „Halt“ zu sagen als auf die Bremse zu treten. Gefühle werden im allgemeinen Lebewesen zugeordnet und nicht Maschinen. Doch sind Emotionen auch programmierbar? „In begrenztem Maße“, meint Wahlster. „Mit sehr viel Training kann beispielsweise ein virtueller Call Center-Agent ‚lernen’, dass eine laute und erregte Stimme Ärger bedeutet, und entsprechend darauf reagieren. Dazu müssen aber sehr viele Verhaltensmuster eingespeichert werden. Noch Wissen die Forscher zu wenig, was sich bei Gefühlen im menschlichen Gehirn abspielt, um eine Bedienungsanleitung für Freude oder Angst zu programmieren. Das dauert sicher noch Jahrhunderte“, ist Wahlster überzeugt.
Vorerst gibt es Roboter wie Elvis aus Göteborg, der selbstständig das Laufen lernen soll. Elvis’ Programm verwirft die erfolglosen Versuche, die ihn umkippen lassen und speichert nur erfolgreiche Programmvarianten. Wissenschaftler am MIT gehen schon einen Schritt weiter. An der weltweit führenden Universität für Technologie ‚leben’ derzeit mehrere Roboter, die nicht nur menschenähnlich aussehen, sondern auch wie kleine Kinder reagieren und ‚lernen’ sollen. Vor über zehn Jahren erweckte der KI-Experte Rodney Brooks die Roboterkinder Cog und Kismet zum Leben. Ausgestattet mit einigen grundlegenden Fähigkeiten sollten die beiden durch die Interaktion mit den Teammitgliedern menschliches Verhalten lernen, ähnlich wie kleine Kinder es tun. Cog kann hören, sprechen und sehen. Inzwischen erkennt der Roboter seine Betreuer und ‚fremdelt’ mit anderen. Mit Kismet wollen die Forscher menschliche Stimmungen auf die Maschine übertragen. Kismet wird traurig, wenn länger keiner mit ihm spricht, und lächelt, wenn jemand stehen bleibt und ihn ansieht. Roboter Lazlo bekommt ein Gesicht, das die menschliche Mimik trainiert.
„Größenwahn!“, kontert Weizenbaum.
„Die Phantasie, dass wir Roboter herstellen, die wie Menschen aussehen und handeln ist einfach ‚madness’. Hier sind die Grenzen der Künstlichen Intelligenz erreicht und wir sollten sie nicht überschreiten, auch wenn wir es könnten“, warnte der Computerdissident. „Menschen machen sich etwas vor, wenn sie denken, der Computer lächelt, weil er sich freut. Die Freude ist lediglich programmiert“, gibt Weizenbaum zu Bedenken. Wenn eine bestimmte Reihe von Umständen aufeinander treffen, seien Menschen in der Regel glücklich und lächeln. Das berechne der Roboter. Aber er könne es nicht wirklich empfinden. Schon bei seinem Computerprogramm ELIZA war der damalige MIT-Professor Weizenbaum entsetzt darüber, dass Menschen tatsächlich dachten, ELIZA würde auf ihre Fragen und Probleme eingehen. In Wirklichkeit hatte Weizenbaum lediglich eine gewisse Anzahl von Frage- und Antwortenmuster programmiert. Je mehr es sind desto besser gelingt die Illusion, dass der Computer den Menschen ‚versteht’.
Eine Datenbank müsse eine Million Datensätze gespeichert haben, und zwar auch widersprüchliche, um sich dem gesunden Menschenverstand anzugleichen, behauptet Marvin Minsky, der vor fünfzig Jahren auf der Dartmouth Konferenz den Begriff der Künstlichen Intelligenz prägte und jahrelang Leiter des Labors für Künstliche Intelligenz am MIT war. Ende 2006 hat er das Buch „The Emotion Machine“ herausgebracht. Darin beschäftigt sich Marvin mit dem Thema, wie Gefühle programmierbar werden. „Es gibt Zustände, die sich Emotionen nennen, und von denen Menschen denken, sie seien eine Art mystische Ergänzung zu rationalem Denken. Meine Sicht der Dinge ist, dass der jeweilige emotionale Zustand nur eine andere Art des Denkens ist“, so Marvin. Von ihm stammt auch der Ausspruch: „Das Gehirn ist lediglich eine Maschine aus Fleisch.“
Ist der Mensch also total berechenbar und kann in Bits und Bytes aufgeteilt werden oder durch eine bestimmte Anzahl von Algorithmen, kleinen Bedienungsanleitungen, genau definiert werden? Gerade die „Verachtung des biologischen Lebens“ hält Weizenbaum für bedenklich. Marvin, Moravec und andere Verfechter der so genannten ‚harten KI’ bezeichnen den Menschen als „Fehlentwicklung“: Er ist schwach und störanfällig. Weizenbaum beobachtet eine fast schon religiös anmutende Gläubigkeit in die Naturwissenschaft, nicht nur die Organe können durch künstliche ersetzt werden, sondern ebenso das Gehirn.
Auch Wahlster und Pape halten das postbiologische Zeitalter für nicht erstrebenswert. „Wir brauchen keine Roboter, die fühlen“, sagt Wahlster. Roboter sollten nützliche Dinge machen. „Reinigungsroboter werden beispielsweise auch ganz anders aussehen als Menschen, weil sie flach sein sollten, um unter Tischen und Stühlen sauber zu machen. In Krankenhäusern werden schon Roboter eingesetzt, die Botengänge erledigen und Mahlzeiten austeilen, hoffentlich mit einer Trefferquote von einhundert Prozent. Die intelligenten Helfer erledigen die Routinearbeiten und schaffen Freiräume. Humane Roboter sind für das DFKI kein Thema. Wir sehen die Künstliche Intelligenz als Ingenieurwissenschaft, gehen pragmatisch vor und verfolgen anwendungsorientierte Fragen. Beispielsweise in der Fahrzeugtechnik für Unternehmen wie BMW oder Mercedes. Dort ist unsere Technik schon drin“, resümierte Wahlster.
Was der KI-Chat sagt, passt haargenau zum didaktischen Konzept unserer Projektarbeit an der Hochschule Fresenius. Dafür haben wir ja den Wissenschaftspreise für digitale Lehre erhalten. 2017!
Hier das Interview mit ChatGPT
Was besagt das Konzept Lernen durch Lehren?
Das Konzept „Lernen durch Lehren“ besagt, dass Menschen durch das Lehren anderer Personen ihr eigenes Verständnis und ihre Kenntnisse über ein bestimmtes Thema vertiefen und festigen können. Dies geschieht, indem sie ihr Wissen strukturieren und präsentieren müssen, was dazu führen kann, dass sie die relevanten Informationen besser verstehen und sich besser daran erinnern können. Es ist eine Methode, die besonders in der Erwachsenenbildung und der beruflichen Weiterbildung verwendet wird.
Warum sollten sich Unternehmen damit beschäftigen?
Unternehmen sollten sich mit dem Konzept „Lernen durch Lehren“ beschäftigen, da es eine effektive Methode sein kann, um die Kenntnisse und Fähigkeiten der Mitarbeiter zu verbessern und zu festigen. Wenn Mitarbeiter gezwungen sind, ihr Wissen an andere weiterzugeben, können sie ihre Kenntnisse besser strukturieren und verstehen. Dies kann dazu beitragen, dass sie ihre Arbeit besser erledigen und effektiver kommunizieren können. Es kann auch dazu beitragen, das Teamgefühl und die Zusammenarbeit zu stärken, da Mitarbeiter zusammenarbeiten müssen, um das Material vorzubereiten und zu präsentieren.
Welche Unterschiede gibt es zu traditionellen Konzepten in der Bildung?
Das Konzept „Lernen durch Lehren“ unterscheidet sich von traditionellen Konzepten der Bildung in einigen wichtigen Aspekten:
Aktiver Lernprozess: Im Gegensatz zu traditionellen Konzepten, bei denen Schüler hauptsächlich passiv Wissen aufnehmen, erfordert „Lernen durch Lehren“ einen aktiven Lernprozess, bei dem Schüler aktiv ihr Wissen organisieren, präsentieren und diskutieren müssen.
Selbstreguliertes Lernen: „Lernen durch Lehren“ ermöglicht es den Schülern, ihren eigenen Lernprozess zu steuern und zu überwachen, indem sie ihre Kenntnisse und Fähigkeiten selbst evaluieren und verbessern.
Peer-Learning: Es fördert das Peer-Learning, indem es Schüler ermutigt, ihr Wissen untereinander auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen und zu helfen.
Anwendung von Wissen: „Lernen durch Lehren“ ermöglicht es Schülern, ihr Wissen in einem realen Kontext anzuwenden, indem sie es an andere weitergeben.
Verantwortung für den Lernprozess: Es legt die Verantwortung für den Lernprozess bei den Schülern selbst, anstatt bei Lehrern oder anderen Autoritätspersonen.
Ist es auch für Hochschulen interessant?
Ja, das Konzept „Lernen durch Lehren“ kann auch für Hochschulen interessant sein. Es kann eine effektive Methode sein, um die Kenntnisse und Fähigkeiten der Studierenden zu verbessern und zu festigen. Es kann auch dazu beitragen, dass die Studierenden ihr Wissen in einem realen Kontext anwenden können, indem sie es an andere weitergeben.
Ein Beispiel dafür wäre, dass Studierende in Projektgruppen arbeiten und dann die Ergebnisse ihrer Arbeit vor einem größeren Publikum präsentieren. Dies kann dazu beitragen, dass die Studierenden ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in Bereichen wie Präsentationstechniken, Teamarbeit und Projektmanagement vertiefen und festigen.
Auch in der Hochschullehre kann „Lernen durch Lehren“ eingesetzt werden, beispielsweise durch den Einsatz von Tutoren oder Peer-Teaching.
Kennst Du das Konzept LernOS?
Ich habe von dem Konzept „LernOS“ gehört, es ist ein neueres Konzept im Bereich des digitalen Lernens und der Bildungstechnologie. „LernOS“ steht für „Learning Operating System“ und es beschreibt eine Art von Software oder Plattform, die das Lernen von Menschen unterstützt und verbessert. Ein LernOS hat die Fähigkeit, Lerninhalte und -aktivitäten zu organisieren, zu verwalten und zu personalisieren, um die Lernbedürfnisse und -präferenzen einer Person besser zu erfüllen.
Es hat eine ähnliche Idee wie ein Betriebssystem, dass es die Möglichkeit bietet, verschiedene Anwendungen und Tools zu verwalten und zu koordinieren, um eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Im Falle von LernOS ist die Aufgabe das Lernen der Nutzer.
Einige der Merkmale, die man von einem LernOS erwartet, sind: Personalisierung, Anpassung an die individuellen Bedürfnisse, Verbindung von Inhalten und Aktivitäten, Messung des Lernfortschritts und die Möglichkeit von Social Learning oder Zusammenarbeit. Es gibt einige Unternehmen und Projekte, die LernOS entwickeln und anbieten, aber das Konzept ist noch in der Entwicklungsphase und es gibt noch wenig Untersuchungen über die Wirksamkeit und die Nutzung.
Aufgrund der geopolitischen Spannungen brachte US-Finanzministerin Janet Yellen das Prinzip des „Friendshoring“ ins Spiel. Es bezeichnet die Verlagerung von Handelsbeziehungen weg von strategischen Konkurrenten hin zu Partnern, die die eigenen, in diesem Falle demokratischen Werte und Prioritäten teilen. Es steht damit im Gegensatz zu dem lang gehegten Paradigma „Wandel durch Handel“. Aus Sicht vieler mittel- und osteuropäischer Partner markiert der russische Angriffskrieg aber ein Scheitern dieser Außenpolitik, die davon ausging, dass durch Handels- und Finanzbeziehungen andere Staaten in eine stabile internationale Ordnung eingebunden und von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie überzeugt werden können.
Handelsbeziehungen können jedoch auch dann zur Stabilität beitragen, wenn sie keinen Wandel hin zur Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bei den Handelspartnern auslösen.
GS: Wandel durch Handel verändert zudem auch das Meinungsklima in autoritären Staaten – siehe die Metropolen in China, Gaming-Szene etc.
Trotz aller Beispiele für ein Scheitern wirtschaftlicher Verflechtungen als Mittel zur Aufrechterhaltung des Friedens zeigen Jackson und Nei, dass die Entwicklung des Multilateralismus in der Vergangenheit militärische Konflikte abgewendet hat. Eine teilweise Rückkehr zum Protektionismus durch Friendshoring birgt das Risiko, den Abbau wirtschaftlicher Beziehungen zu „unfreundlichen“ und „unentschlossenen“ Staaten, die sich (noch) keinem Block zuordnen lassen, von demokratischen Staaten ungewollt voranzutreiben.
GS: Henry Kissinger sagte einmal: In der Außenpolitik gibt es keine Freunde, sondern nur Interessen. Die Grafik oben zeigt eindrucksvoll, warum die USA China nicht mag……
Darüber hinaus gibt es selbst zwischen strategischen Partnern keine Garantie für fortwährende Verlässlichkeit, da politische Ereignisse zu raschen Veränderungen der innen- und außenpolitischen Haltung führen können. Beispielhaft dafür steht der überraschende Rückzug der USA aus politischen Absprachen und völkerrechtlichen Verträgen sowie aus etablierten Organisationen und Kooperationsforen unter der Regierung Trump. Das Konzept von Friendshoring ist außerdem kontraproduktiv, wenn es um die Bereitstellung globaler öffentlicher Güter oder die Bekämpfung globaler Herausforderungen geht, wie etwa Pandemien oder den Klimawandel.
Welche Ansprüche muss die Managementkunst im globalen Maßstab erfüllen? Dieses Thema wird 2023 ganz oben auf meiner Themen-Agenda stehen.
Wie wäre es noch mit eigener Rohstoff-Förderung? Das hatte ja Professorin Veronika Grimm vom Sachverständigenrat ins Spiel gebracht:
Im Eckpunktepapier steht dazu:
Erhalt und Ausbau der heimischen und EU-Rohstoffgewinnung: Heimischer Bergbau hilft uns z.B. bei Baurohstoffen sowie bei einzelnen Industriemineralen (z.B. Kali- und Magnesiumsalzen, Quarz, Flussspat etc.) unabhängig von Einfuhren zu bleiben bzw. die Importabhängigkeit zu mindern. Diese gilt es zu erhalten und die Rohstoffgewinnung bei kritischen Rohstoffen (insb. bei Metallen) zusätzlich zu befördern. Der kommende EU-Legislativvorschlag zu kritischen Rohstoffen wird dabei eine wichtige Rolle spielen, genauso die Modernisierung des Bergrechts in Deutschland.
Zur Kreislaufwirtschaft schreibt das BMWK: Enge Verzahnung von Kreislaufwirtschafts- und Rohstoffstrategie: Aufbau von Leitmärkten u.a. durch Quoten für Recyclingrohstoffe und Rezyklate.
Analyse einzelner Stoffströme und Identifikation wirksamer Maßnahmen zum zielgerichteten Abbau bestehender Hemmnisse für den Einsatz von Recyclingrohstoffen. Dabei Blick auf rechtliche Hürden, Normen, Standards, Genehmigungs- oder Planungsverfahren zur Umsetzung von weitgehend geschlossenen Rohstoffkreisläufen. Ökonomische Anreizsysteme, regulatorische Mindestanforderungen und Finanzierungsinstrumente, um Innovationen in Ressourceneffizienz und Recycling anzureizen und einen Wettbewerb um die besten Lösungen auf den Weg zu bringen und entsprechende Markthochläufe zu beschleunigen. Verstetigung und Ausbau von Forschung und Entwicklung mit den Zielen, neue Verfahren und Technologien zeitnah marktfähig zu machen und gewonnene Erkenntnisse in die Lehre einfließen zu lassen.
Wie man generell in eine Kreislaufwirtschaft einsteigt, wird im Sohn@Sohn-Roundtable am 17. Januar ab 16:15 Uhr verhandelt.
Welchen wirtschaftlichen Strukturwandel erleben wir in Deutschland und wie wirkt sich das auf die Zukunft der Arbeit aus? Ein Blick in die Wirtschaftsgeschichte ist dabei hilfreich. Etwa die Abhandlung des Nationalökonomen Joseph A. Schumpeter„Die Tendenzen unserer sozialen Struktur“ aus dem Jahr 1928.
Hier untersucht Schumpeter die Diskrepanz zwischen der Wirtschaftsordnung Deutschlands und der Sozialstruktur. Die Wirtschaftsorganisation war kapitalistisch, die deutsche Gesellschaft war aber in ihren Gebräuchen und Gewohnheiten nach wie vor in ländlichen, ja sogar feudalen Denkweisen gefangen – heute sind es industriekapitalistische Rezepte in einer digitalisierten Ökonomie.
Zur Reichsgründung 1871 haben nahezu zwei Drittel der Bevölkerung auf Gütern oder Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern gelebt, noch nicht einmal 5 Prozent in Großstädten von mehr als 100.000 Einwohnern. Bis 1925 hatte sich der Anteil der Stadtbewohner verfünffacht, während der Anteil der Landbevölkerung um die Hälfte zurückgegangen ist. Ursache war vor allem ein sprunghafter Anstieg der Agrarproduktivität. Während 1882 in Deutschland nur 4 Prozent der kleinen Landwirtschaftsbetriebe Maschinen einsetzten, waren es 1925 schon über 66 Prozent. Die Mechanisierung löste eine Landflucht aus und trieb die Landarbeiter in die Städte.
1927 erschien „Die sozialen Klassen im ethnisch homogenen Milieu“: Ein wegweisender Beitrag zur noch jungen Disziplin der Soziologie (Schumpeter 1927). Schumpeter selbst zählte den Aufsatz zu den wichtigsten Werken, was aus Notizen hervorgeht, die er gegen Ende seiner Forschungstätigkeiten schrieb. Grundthese: Der Klassenstatus ist das Ergebnis vorhergegangener Ereignisse und daher anachronistisch. Er weist daraufhin, dass die meisten reichen Familien, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts an der Spitze der Gesellschaft gestanden haben, drei Generationen später dort nicht mehr zu finden waren.
Man könnte annehmen, dass nach der protestantischen Ethik von Max Weber vernünftige Sparsamkeit, eine bescheidene Lebensweise und der Erhalt einer soliden Grundlage für Unternehmen ausreichend seien, um an der Spitze zu bleiben. Schumpeter vertritt jedoch die These, jede Firma, die sich auf eine derartige Routine beschränkt, werde schon bald von offensiver agierenden, risikofreudigeren, wettbewerbsorientierten Unternehmen verdrängt werden.
Dieser Austauschprozess vollzieht sich mittlerweile viel schneller. Er dauert nur noch 15 bis 30 Jahre. Darauf verweist Alexander Fink. In den nächsten 15 Jahren bis 30 Jahren erwischt es auch Google und Co.