#StreamCamp13 Nachlese und Gründung einer Akademie morgen bei Bloggercamp.tv

Streaming-Technik

Auf dem StreamCamp am Wochenende hatten Hannes und ich ja schon verkündet, dass wir ab sofort an jedem Mittwoch um 11 und 16 Uhr Bloggercamp.tv live ausstrahlen. Morgen wollen wir in beiden Sendungen eine StreamCamp-Nachlese machen und den Blick nach vorne richten.

Etwa auf die Planungen für das nächste Barcamp zur Streaming-Technologie am 15. und 16. November in München – 2015 dann wieder in Kölle.

Und dann überlegen wir die Gründung einer Streaming-Akademie – nicht in der Rechtsform einer Unternehmung, sondern eher als informeller Kreis für Seminare, Workshops, Stammtische, kleinere Veranstaltungen oder Medienpartnerschaften für andere Barcamps (wo wir natürlich als Technik-Paten für Livestreaming sorgen) – so überbrücken wir die 12 Monate bis zum nächsten StreamCamp besser und bleiben dauerhaft in Verbindung.

Mein Blog-Motto
Mein Blog-Motto

Wer morgen bei der Nachlese in Bloggercamp.tv und bei der Streaming-Akademie mitmischen möchte, sollte sich bei Hannes (hannes@schleeh.de) oder mir (gunnareriksohn@gmail.com) melden oder einfach in meinem ichsagmal-Blog einen Kommentar schreiben.

Man hört und sieht sich spätestens morgen.

#StreamCamp13: Eine Erzählung in Tweets

Barcamp als Experimentierlabor

Unsere StreamCamp-„Weltpremiere“ (unverschämte und gigantomanische Behauptung von mir) im Kölner Startplatz ist vorüber und mein Kopf ist gefüllt mit überraschenden Begegnungen, Erlebnissen, neuen Freundschaften, sensationellen Session-Ideen, spontaner Experimentierfreude, unglaublicher Hilfsbereitschaft, einer famosen Lockerheit und Lustigkeit der Barcamperinnen und Barcamper, intensiven Diskussionen über Livestreaming und das Leben sowie kaum noch überschaubaren Reaktionen auf das Geschehen am vergangenen Wochenende.

Was soll man da hervorheben? Natürlich unsere genialen Sponsoren Genesys, Ityx, KreativeKK, Logitech und natürlich der Startplatz als idealer Ort für Barcamps.

Das ebenso geniale Orga- und Aufbauteam.

Baut so lange bis es kracht
Baut so lange bis es kracht

Und die familiären Event-Strategen Miliana und Nina.

Event-Strategen

Und die StreamCamp-Erzählung in Tweets in einer kleinen und unvollständigen Auswahl. Hier die Langfassung.

https://twitter.com/MarekTh/statuses/401589907657076736

https://twitter.com/DREI_SECHS_NULL/statuses/401747102214012929

https://twitter.com/derUnterstrich/statuses/401661955888644096

https://twitter.com/schleeh/status/401673740733644800

Sogar das Wetter spielte mit:

https://twitter.com/gecwitscher/statuses/401684037732802561

https://twitter.com/gecwitscher/statuses/401704758135619584

Session von @ruhrnalist mit kollektivem Live-Streaming 🙂

https://twitter.com/gecwitscher/status/402011961203769344

@schnodderpepe hat das StreamCamp dann auf einen neuen Gipfelpunkt gebracht mit seinen mehrstündigen Katzen-Livestreams – auf seinem Bambuser-Kanal kann man sich damit einige Tage die Zeit vertreiben – statt „Wetten, dass“.

Nicht nur Krümie fand die Wortspiel-Radio-Session mit Wolfgang Schiffer klasse.

Mit purem Leben getränkte Erzählungen des ehemaligen WDR-Hörspielchefs.

Folgt einfach Wolfgangs Blog „Wortspiele“ – da gibt es noch viele mehr Lebensgeschichten.

https://twitter.com/gecwitscher/status/402185344743124993

Die Power-Gamer beim StreamCamp:

https://twitter.com/GastroImNetz/status/402047748373241856

https://twitter.com/Ni_Hundertmark/statuses/402061491782037504

https://twitter.com/Ni_Hundertmark/statuses/402109389857120257

Eine richtig gute Zusammenfassung hat Nicole produziert:

Unser Auftrag für die nächsten Monate:

Und die wichtigste Botschaft zum Schluss:

https://twitter.com/gecwitscher/status/402169053495955456

Man hört und sieht sich hoffentlich schon morgen wieder bei Bloggercamp.tv oder beim Social Media Club Bonn – da wird Gerhard Schröder vortragen 🙂

Weitere StreamCamp-Fotos findet Ihr auf Facebook – könnt Ihr alle honorarfrei verwenden.

Was wir beim Kölner #StreamCamp13 am Wochenende so alles vorhaben

Endlich ist StreamCamp-Zeit
Endlich ist StreamCamp-Zeit

So langsam steigt bei mir die Nervosität. Übermorgen geht es im Kölner Startplatz los mit dem ersten StreamCamp, das bislang zur Streaming-Technologie auf die Beine gestellt wurde. Beim Barcamp seid Ihr ja die Programmgestalter und stellt jeweils am Samstag und Sonntag im Session-Pitch Eure Ideen vor. Auch wir halten uns an diese Gepflogenheiten. In den vergangenen Wochen sind aber schon einige Themen von uns eingesammelt worden, um Euch Anregungen zu geben. Ihr habt die Qual der Wahl – an den URLs erkennt man ja das jeweilige Thema zum Herausfischen 😉

Preise:

http://schleeh.de/streamcamp-informationen-und-attraktive-preise-fuer-die-besten-sessions/

Themen:

http://ichsagmal.com/2013/11/13/webvideos-livstreaming-und-die-graswurzel-talkkultur-streamcamp13-grimme_akademie-videopunk/

http://streamcamp.de/livestreaming-statt-schwerfaellige-pressekonferenz-streamcamp13-bloggercamp-tv/

http://ichsagmal.com/2013/11/11/jedermann-tv-jenseits-vom-massenmarkt-mfmw-streamcamp13/

http://streamcamp.de/warum-unternehmen-eine-erweiterte-medienkompetenz-benoetigen-und-zum-streamcamp13-kommen-sollten/

http://ichsagmal.com/2013/11/08/best-of-livestreaming-streamcamp13-sessionvorschlag/

http://ichsagmal.com/2013/11/08/presskoter-und-tintenstrolche-audio-livestreaming-von-wortspielradio-beim-streamcamp13/

http://ichsagmal.com/2013/11/07/warum-wir-merkel-medienpolitisch-weiter-besiegen-mussen-sessionvorschlage-furs-streamcamp13/

http://ichsagmal.com/2013/11/06/echtzeitkommunikation-via-livestreaming-streamcamp13-vorschau-bloggercamp-tv/

http://ichsagmal.com/2013/11/06/autodidaktische-tv-produzenten-ein-blick-in-die-streaming-wundertute-bloggercamp-tv-streamcamp13/

http://ichsagmal.com/2013/11/04/barcamps-statt-hochglanz-gequatsche-uber-die-kalenderweisheiten-der-slipper-manager-streamcamp13/

http://ichsagmal.com/2013/10/30/digitaler-standstreifen-unterwegs-auf-unternehmens-autobahnen-im-schneckentempo-streamcamp13/

http://ichsagmal.com/2013/10/28/streamcamp13-als-experimentierlabor-fur-neue-kommunikationsformen/

http://ichsagmal.com/2013/10/21/technik-experimente-auf-dem-streamcamp13-in-koln-ruhrnalist/

http://ichsagmal.com/2013/10/03/digitale-flaschenpost-an-die-zukunft-jeder-ist-ein-fernsehsender-streamcamp13/

http://ichsagmal.com/2013/09/03/themen-furs-streamcamp13-twitch-tv-und-die-uberwacher-uberwachung/

http://ichsagmal.com/2013/09/02/hangout-on-air-hidden-champion-der-kommunikation-streamcamp13/

Und nicht zu vergessen. Es gibt noch Wochenend-Tickets für schlappe 20 Euro.

Bis zum Samstag 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂

Zugangsökonomie statt Abrichtung und Dressur: Wolf Lotter heute bei #Bloggercamp.tv

Wolf Lotter spricht über Zivil-Kapitalismus
Wolf Lotter spricht über Zivil-Kapitalismus

“Jeder will es, nur wenige können es, alle wollen wissen, wie es geht”. So beschreibt Professor Alexander Rossmann in einem Gastbeitrag für den Smarter Service-Blog den Status quo von Unternehmen, wenn es um soziale Netzwerke geht.

„Eine nachhaltige und umfassende Integration von Social Media in Marketing-, Service- und Vertriebsprozesse steht noch aus. Viele Unternehmen scheuen die damit verbundenen internen Veränderungen. Damit wird Social Media jedoch ein wenig zum Selbstzweck. Der Beitrag einer möglichen Interaktion mit den Usern für das eigene Unternehmen ist nicht ausreichend klar. Folglich kann auch nichts Wesentliches gemessen werden.“

Folglich ist auch die gesamte Social Media-Analysetool-Orgie für die Katz. Vielleicht scheut die Wirtschaft den Einstieg in die Social Web-Welt auch aus machtpolitischen Motiven. Schließlich gehört Abrichtung und Dressur zu den Grundtugenden des alten Industriekapitalismus, der nach wie vor unsere Volkswirtschaft prägt.

„Aus dem Industriekapitalismus haben wir bis heute einen starren Arbeitstag übernommen, dessen drei mal acht Stunden – Schlaf, Arbeit, Freizeit zur Erholung für die Arbeit – bis heute als normal, manchen sogar als ’natürlich‘ gelten“, schreibt Wolf Lotter in seinem neuen Buch „Zivilkapitalismus“.

Machtverlust des alten Systems
Machtverlust des alten Systems

Die alten Machtinstitutionen lassen ihren Kunden und Käufern nie die Wahl, sondern stellen sie stets vor vollendete Tatsachen. Die Zivilgesellschaft, so Lotter, beruht aber auf Entscheidungs- und Handlungsfreiheit. Abhängigkeit sei kein Geschäftsmodell mehr. Wird heute die Vision der Beat- und 68er-Bewegung Wirklichkeit, aus den kollektivistischen, gleichförmigen und normierten Strukturen ausbrechen zu können, wie es Stewart Brand in seinem berühmten „Whole Earth Catalogue“ demonstrierte?

Die Waffe gegen Machtkonzentration heiße Zugang. Zugang zu Wissen, Technologie, zu nützlichen Ideen, die unabhängig machen.

„Wer bessere Produkte will, bessere Unternehmen, bessere Arbeitsbedingungen, der kann das nicht an die Politik delegieren, wie es heute geschieht“, erklärt Lotter.

Das ständige Wegdelegieren führe zwangsläufig zu Machtmissbrauch. Die Zugangsökonomie ist für den brandeins-Autor die Grundlage für Zivilkapitalismus.

„Fast alle Bemühungen und Produkte im Netz haben zugangsökonomischen Charakter. Der Mensch soll sich ausdrücken, kommunizieren, auf Wissen, das vorher verschlossen war, zugreifen können. Social Networks und Suchmaschinen, Blogs und Wikipedia folgen alle diesem Muster.“

Computerexperte müsse man nicht mehr sein, um mit seinem Tablet bei Amazon einzukaufen oder über sein Hobby zu twittern. Damit sei der Computer tatsächlich zur Universalmaschine geworden und das Internet drücke die Vielfalt der Menschen aus, die es gestalten und mit Inhalten füllen.

Was das Ganze auch noch mit Netzwerkökonomie, Crowdfunding und dem guten, alten Friedrich Wilhelm Raiffeisen zu tun hat, werden wir heute, um 18:30 Uhr mit dem Buchautor Wolf Lotter in Bloggercamp.tv besprechen. Zugang zur Diskussion bekommt Ihr über Twitter mit dem Hashtag

Man hört und sieht sich heute also in zwei Sessions, um 17:00 Uhr geht es um Streaming-Technologie und um 18:30 Uhr um Zivil-Kapitalismus.

Siehe auch meine Ausführungen zu „Kundenschwärme sind schlauer als Unternehmen“.

In einer Rezension des Lotter-Buches für The European schreibt Daniel Dettling: Doch wer soll das Projekt vorantreiben, damit es sich auch mehrheitlich durchsetzt? Die Frage stelle Lotter nicht und will sie auch nicht stellen. Ihm geht es nicht um Politik und den Kampf um Mehrheiten. Lotter geht es um das Projekt der Aufklärung. Sein Akteur ist das „Wir“: Es liegt an uns selbst. Wenn wir eine bessere Welt wollen und es selbst besser haben wollen, müssen wir selbst besser werden.

Kontrollverlust als Machtmittel gegen Totalüberwachung: Einfluss des Netzes nicht kleinreden lassen

Freiheit?
Freiheit?

Ich habe mich nun schon mehrmals zu Wort gemeldet über die Illusion mancher Zeitgenossen, vom Staat irgendeine Hilfe zu erwarten, wenn es um den Schutz der Privatsphäre geht. Die gleichen politischen Kräfte, die sich als volksfürsorgende Schutzheilige inszenieren, sind die eifrigsten Vertreter einer staatlichen Totalüberwachung – Stichworte Staatstrojaner, Netzsperren, Vorratsdaten-Speicherung, NSA-Beschwichtigungsrhetorik und, und, und. Dann könnte man Bischof Tebartz-van Elst auch direkt zum Finanzminister küren.

Einen wichtigen Debattenbeitrag hat Michael Seemann geliefert. Um die Narrative gegen die Überwachung gerade zu rücken, müsste der Diskurs um Datenschutz und Privatsphäre also zunächst einmal versachlicht werden.

„Dann könnte man auch erklären, warum die Vorratsdatenspeicherung viel gefährlicher als die NSA-Überwachung ist: weil die Wahrscheinlichkeit, dass deutsche Polizisten aufgrund eines falsch verstandenen E-Mail-Kontaktes vor der Tür stehen, viel höher ist als die Chance, dass die NSA ihre schwarzen Hubschrauber nach mir schickt. Auf der anderen Seite würden den Aktivisten damit allerdings die Argumente gegen personalisierte Werbung und Browsercookies ausgehen. Werbung kann nicht meine Wohnung stürmen und mich ins Gefängnis werfen.“

Datenschutzgesetze wirken nach den NSA-Enthüllungen und der Komplizenschaft deutscher Geheimdienste eher wie ein Hohn, wie Michael in seinem Gastbeitrag für Spex ausführlich erläutert. Das vom Staat gewährte Grundrecht auf „Informationelle Selbstbestimmung“ sei lediglich Opium fürs Volk – man kann eben nicht den Bock zum Gärtner machen.

Julian Assange, Chelsea Manning und Edward Snowden zeigen, wie man das neue Spiel spielen muss – wobei jeder Einzelne dabei einen hohen Preis zahlen muss: Transparenz gegen Überwachung.

„Der Kontrollverlust hat nicht nur uns gegenüber den Geheimdiensten transparent gemacht, sondern auch die Geheimdienste gegenüber uns. Der Kontrollverlust macht alles und jeden transparent. Fragt sich also, wer dadurch mehr zu verlieren hat. Es kann in diesem Spiel nicht mehr darum gehen, Leute davon abzuhalten, Daten zu sammeln. Es muss darum gehen, den Geheimdiensten kein Monopol auf Daten zu gewähren. Ihre eigenen klandestinen Strukturen, die Deutungsmacht über die Realität, der Informationsvorsprung gegenüber der Restgesellschaft sind der Stoff, aus dem die Dienste ihre Macht beziehen. Ihre Macht zu brechen, heißt, sie ins Licht zu zerren, ihre Datenbanken zu öffnen und allen Zugang zu gewähren.“

Das Establishment hat viel mehr zu verlieren als jeder einzelne Internet-Nutzer. Die Zivilgesellschaft muss sich ihrer eigenen Macht nur bewusst werden.

„Nie war es so leicht, sich zu finden, sich auszutauschen, sich zu organisieren und sich zu vernetzen. Nie wurde die Kraft der Massen schneller und effektiver auf die Straße gebracht als heutzutage“, so Seemann.

Im neuen Spiel seien Datenschutzgesetze gegen Prism nicht nur unwirksam, sondern stärken die Macht der Institutionen, denn sie schränken in erster Linie die Zivilgesellschaft ein, nicht aber die Dienste.

„Jede Regulierung des Kontrollverlusts wirkt in dieser Mechanik wie ein Datenauswertungs-Monopol der Mächtigen und stärkt deren Deutungsmacht. Das Gleiche gilt für Urheberrechte und alle anderen rechtlichen Bestimmung zur Datenkontrolle.“

Wir sollten uns daher von den vermeintlichen staatlichen Datenschützern nicht in die Irre führen lassen oder uns von Politikflüsterern einreden lassen, wie klein doch die Bereitschaft sei, im Netz aktiv zu werden. In Wahrheit geht den Mächtigen mächtig die Muffe vor der Weisheit der Vielen und vor den Autonomie-Bestrebungen der Menschen im Netz.

Machtverlust des alten Systems
Machtverlust des alten Systems

Abrichtung und Dressur in Schule, Wirtschaft und Gesellschaft bilden das Fundament des alten, nach industriekapitalistischer Logik aufgebauten Systems, wie Wolf Lotter eindrucksvoll in seinem neuen Buch „Zivilkapitalismus – Wir können auch anders“ darlegt:

„Politische Freiheit ist die Freiheit, etwas zu unternehmen, also zu handeln – und damit am Geschäftsmodell von Politik und Konzernmacht gleichermaßen zu kratzen. Denn die alten Machtinstitutionen ließen ihren Kunden und Käufern nie die Wahl, sondern stellten sie stets vor vollendete Tatsachen. Die Zivilgesellschaft beruht aber auf Entscheidungs- und Handlungsfreiheit. Abhängigkeit ist kein Geschäftsmodell mehr.“

Intrapreneure erkennen die neuen Optionen, die vor allem das Netz bietet. Sie verlangen mehr Mitspracherecht, mehr Einfluss, mehr echte Freiräume – „und nicht einfach nur jene Hafterleichterungen, die ihnen von den alten Systemen gewährt werden“. Sie sind die Vorhut, die im Vormärz der Zivilgesellschaft leben. Das Internet ist das klarste Symbol für die Wachablösung – auch wenn das die Politikflüsterer des Gesternsystems nicht wahrhaben wollen. Aber das erläutere ich ausführlich in meiner morgigen The European-Kolumne.

Wolf Lotter ist übrigens nächsten Mittwoch, um 18:30 Uhr Gast in Bloggercamp.tv und stellt sein neues Buch vor.

Siehe auch:

Macht, Privilegien und Privatsphäre.

Zwang zur Depublizierung abschaffen, Erlösmodelle für Kreative anbieten und ein ARD-Portal für Hörspiele sowie Feature

Der Radiomacher und Schriftsteller Wolfgang Schiffer in seiner Sturm-und-Drang-Zeit - lyrisches Frühwerk
Der Radiomacher und Schriftsteller Wolfgang Schiffer in seiner Sturm-und-Drang-Zeit – lyrisches Frühwerk

Auf vielen Feldern der Netzpolitik sollte man endlich anfangen, das digitale Fachwissen der Netzbewegung mit realpolitischem Sachverstand zu kombinieren, um neue Allianzen zu schmieden (Thema meiner morgigen The European-Kolumne). Etwa mit den Kulturschaffenden, die bei der Urheberrechtsdebatte auf der Strecke bleiben, da in erster Linie die Interessen der Verwerter bedient werden. Ähnlich wie Sascha Lobo kritisiert auch Wolfgang Schiffer, der frühere WDR-Hörspielchef und Literaturblogger, den Zwang zur Depublizierung.

„Ich halte das für einen Skandal. Die Staatsverträge sind auf Druck von außen geändert worden. Das Depublizieren betrifft ja nicht alleine visuelle oder akustische Tonträger, sondern selbst schriftliche Angaben und Pressetexte“, moniert Schiffer in der Premierensendung von Wortspiel-Radio.

Nur wenn man Werke zum ewig gültigen Kulturgut erkläre, bleiben sie auch auf Dauer im Netz – etwa Hörspiele und Radio-Feature.

„Aber das tun die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nicht zwingend. Wir hängen dieser Entwicklung aber auch in der Klärung von Urheberrechtsfragen ein ganzes Stück hinterher. Was wir dringend benötigen – und da ist die Politik gefragt – sind urheberrechtliche Vereinbarungen, die dieser veränderten medialen Situation, die der Moderne einfach mal Rechnung tragen. Denn im Umkehrschluss kann es eben nicht sein, dass alles, was einmal honoriert worden ist, für ewig im Internet steht und von allen genutzt werden kann, aber derjenige, der von seinen künstlerischen Potenzialen leben muss, kein Geld mehr sieht. Das ist kein Geschäftsmodell, das ist Scheiße“, kritisiert Schiffer.

Was Verlage übrigens auch häufig praktizieren, wenn sie Zweit-Verwertungsrechte verweigern. Die Gewichte haben sich von den Urhebern zu den Produzenten, Verlegern und Verwertern verschoben. Hier müsse man zu Korrekturen kommen, fordert Schiffer.

„Ich habe mich schon vor sieben Jahren dafür eingesetzt, dass wir die Hörspiele online anbieten und uns mit den Urhebern auf vernünftige Bezahlmodelle einigen. Inzwischen tun wir das vermehrt.“

Es gibt auch schon einige Beispiele im Netz, wo man gegen kleines Geld richtige gute Hörspiele und Feature abrufen kann – etwa die Plattform Hörspielpark.

Hier seien Ausnahmeverträge mit den Produzenten abgeschlossen worden – also den Rundfunkanstalten.

„Ich habe mich damals für die Ausnahmen sehr eingesetzt, um ein Modell kreieren zu können. Aber ich darf gleichermaßen auch sagen, dass die Initiatoren des Hörspielparks relativ glücklich wären, wenn sie unter ein großes Dach schlüpfen könnten. Der Dienst ist nicht sehr bekannt, er wird nicht ausreichend abgerufen und es ist ein mühsames Geschäft“, sagt Schiffer.

Die ARD sei die einzige mediala Konstruktion, in der Hörspiele und Feature überhaupt produziert werden. Man sollte sich dort von Insellösungen trennen, weniger auf so genannte Alleinstellungsmerkmale in den einzelnen Rundfunkanstalten beharren und endlich ein Portal schaffen, auf dem man alles findet. Das hätte eine viele größere Durchschlagskraft.

„Für die künstlerischen Werke, die in den ARD-Sendeanstalten geschaffen werden, sollte man den Zugang im Netz so einfach wie möglich gestalten“, resümiert Schiffer am Ende des Wortspiel-Radio-Gespräches.

Die zweite Sendung des Wortspiel-Radios kommt am 10. Oktober live von der Frankfurter Buchmesse, wenn die technischen Bedingungen es erlauben.

Interessant auch:

Von Hackermoral, neuen Versionen und Cybermobs – hier vor allem die Diskussion mit Dirk von Gehlen über sein via Crowdfunding finanziertes Buch „Eine neue Version ist verfügbar“.

GuessWhapp und die Kultur der Beteiligung: Neuer Dienst sucht kreative Blogger

Fragen und die Kunst der Interaktion
Fragen und die Kunst der Interaktion

2006 hat Jakob Nielsen bekanntlich die 90-9-1-Regel für Online-Communities formuliert. Demnach konsumieren 90 Prozent die Informationen eher passiv, neun Prozent tragen gelegentlich etwas mit eignen Beiträgen bei und nur ein Prozent sind wirklich aktiv bei der Erstellung von Inhalten. Nielsen spricht von einem “Ungleichgewicht der Partizipation” und empfiehlt Maßnahmen wie Vereinfachung der Anwendungen, Belohnungssysteme, Editiermöglichkeiten auf Basis von Vorlagen und dergleichen mehr, um das Phänomen der mangelhaften Beteiligung zu ändern.

Nach Analysen von BBC ist die Nielsen-Verteilung wohl nicht mehr zu halten, da sich heute bereits 17 Prozent der Menschen intensiv im Social Web beteiligen. 60 Prozent sind aktiv beim Hochladen von Fotos, beim Start von Diskussionen oder bei der Gründung von Initiativen, da das technische Rüstzeug für die Beteiligung im Social Web immer komfortabler und einfacher in der Handhabung wird. Nachzulesen in dem Beitrag „90-9-1 war gestern“.

Egal, welcher Wert nun wirklich den Tatsachen entspricht, jede Maßnahme zur Verbesserung der Partizipation ist sinnvoll. So auch das Düsseldorfer Projekt GuessWhapp.

„Wir wollen die Verbindung zwischen Lesern und Autoren eines Blogs verbessern. Selbst als Fan von Blogs habe ich nicht immer die Zeit und die Möglichkeit, einen langen Kommentar zu schreiben. Und selbst ein Like oder das Weiterempfehlen über Twitter sind manchmal nicht ausreichend genug, um eine Verbindung zum Blog-Autor aufzunehmen. Vielleicht gibt es etwas, was dazwischen liegt, was nicht so aufwändig ist, aber gleichzeitig mehr ist als ein Ja oder Nein, Plus oder Like“, sagt Olaf Peters, der zu den fünf Initiatoren von GuessWhapp zählt, im ichsagmal-Interview.

Olaf Peters
Olaf Peters
Hier könnte man Umfragen verwenden, die sich schnell an unterschiedlichen Stellen eines Textes einbetten lassen, um den Blog-Autoren ein Instrument an die Hand zu geben, die Leser inhaltlich besser zu engagieren und das mit einem Klick. Schon bei der Formulieren eines Texte könnte der Autor sich provokative, sachliche oder lustige Fragen überlegen, um zu verschiedenen Aspekten seines Beitrages Rückmeldungen zu bekommen.

„Ich hoffe, dass wir viele Blogger finden, die mit diesem Dienst kreativ umgehen“, so Peters.

Überall, wo man html einbinden könne, sei der Einsatz des Umfrage-Tools möglich. Man registriert sich kostenlos auf der Website von GuessWhapp, wird freigeschaltet und kann sich mit Fragen austoben. Ist man mit der Frage und den Antworten fertig, wird ein html-Code eingeblendet. Kopieren und an der Stelle des Textes setzen, die die Interaktion befördern soll. Hier noch eine pdf, die das Ganze erklärt: Fragen und Antworten anlegen

Also, liebe Blogosphäre, legt los und berichtet über Eure Erfahrungen mit GuessWhapp. In ein paar Wochen laden wir dann Olaf Peters zu Bloggercamp.tv ein, um mit ihm über die Resonanz bei den Bloggerinnen und Bloggern zu sprechen.

Über die fehlenden Außenposten im Social Web

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Oftmals versucht man dem Neuen mit den Rezepten aus der Vergangenheit zu begegnen, schreibt Bernhard Steimel in einem Beitrag für den Smart Service-Blog:

„Neue Medien verändern jedoch die Spielregeln grundlegend. Das Internet im Allgemeinen und die Digitalisierung im Besonderen führen dazu, dass ganze Branchen durch Software neu gestaltet werden. Erfahrungswerte und das Wissen über das Bewährte dürfen daher nicht als Wegweiser für die digitale Transformation herangezogen werden. Denn immer dann, wenn Produkte und Dienstleistungen zu Software werden, verlieren sie ihre physikalischen Eigenschaften und Beschränkungen“, so Steimel, der nicht davon ausgeht, dass Organisationen den Blick für die Veränderungen von alleine entwickeln.

Als Methode zum Aufbrechen der Verkrustungen bringt er das „War-Gaming“ in die Diskussion:

„Das Prinzip ist schnell erklärt: Ein Vorbereitungsteam entwickelt die Spielsituation mit der Beschreibung der Akteure. Zur Spielvorbereitung werden zusätzlich Internet-Startups eingeladen, um neue überraschende Attacken auf das Geschäftsmodell zu entwickeln. Denn der Blick der Fachleute aus der eignen Organisation reicht für das Erkennen von Überraschungen der Zukunft nicht aus!“

Zumindest sollte in Organisationen ein Bewusstsein für die veränderte Gemengelage existieren, die Yussi Pick in dem Opus „Das Echo-Prinzip“ auf den Punkt gebracht hat:

„Vieles, was für Menschen innerhalb einer Organisation selbstverständlich, logisch und leicht verständlich ist, ist für Menschen außerhalb der Organisation nicht immer nachzuvollziehen. Die Differenz zwischen Innensicht und Außensicht wird erst durch das Social Web sichtbar.“

Und das wollen viele Entscheider nicht wahrhaben, aus welchen Gründen auch immer. Zuvor hatten die Menschen keine Möglichkeiten für Feedback und die Organisationen mussten sich nur auf die klassischen Medien verlassen, um sich zu erklären.

„Kein Wunder, dass sich im alten System beide Seiten unverstanden fühlten – und kein Wunder, dass jene Kritik, die sich seit Jahren aufgestaut hat, jetzt wo es ein Ventil gibt, plötzlich zum Ausdruck kommt. Etwa bei Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr“, schreibt Pick.

Egal, ob es um den Diskurs mit Wählern oder Kunden geht oder um die Notwendigkeit für eine Umstellung der Geschäftsmodelle. Es fehlt an Außenposten in den sozialen Netzwerken, um eine Spürnase für den Wandel zu bekommen. Da verschanzt man sich lieber in seinem Schneckenhaus, klebt an alten Mechanismen und meidet die Öffentlichkeit.

Im Digitalen dominiert der Dialog, nichts ist wirklich abgeschlossen oder unveränderlich. Wissen wird geteilt, weiterverbreitet, überarbeitet und fortgeschrieben. Liquide Organisationsstrukturen sind vonnöten!

Dieses Thema würde ich gerne über Hangout-Interviews vertiefen. Wer sich also angesprochen fühlt, sollte sich bei mir melden. Nachricht entweder als Blog-Kommentar hinterlassen oder eine E-Mail schicken an gunnareriksohn@gmail.com. Man hört und sieht sich 🙂

Social Media-Mimikry der Unternehmen: Ich habe Prozesse, also bin ich

Erwachsene Branche mit Tools, Prozesse und so.
Erwachsene Branche mit Tools, Prozessen und so.

Angeblich wird die Social-Media-Branche erwachsen und weist derzeit fünf große Trends – von Communities, über eigene Abteilungen bis hin zu Social CRM – auf. So steht es zumindest in einem Fachbeitrag für gruenderszene.de.

„Durch Social Media hat sich die Art, wie Unternehmen das Internet nutzen, stark verändert. Das Bild des sendenden Unternehmens und des empfangenden Konsumenten hat sich gewandelt. So haben sich die Unternehmen angepasst und sind dorthin gegangen, wo der Kunde ist“, schreibt die Autorin Susanne Rump.

Der Dialog zwischen Usern und Unternehmen rücke im Social Web immer stärker in den Mittelpunkt und wird zum entscheidenden Kanal (was für ein Kanal?). E-Mail und Telefon werden gerade bei der jüngeren Zielgruppe immer unbeliebter. Zustimmung. Aber mehr Übereinstimmung gibt es zu diesem Beitrag nicht.

Dann folgt der übliche semantische Brei über Analyse-Software, Kundenverhalten beobachten über Monotoring-Tools, Social-CRM und ganz wichtig: Prozesse. Ich habe Prozesse, also bin ich.

Der Publizist Gunter Dueck hat das in einem Vortrag in Bonn herrlich auf die Schippe genommen:

Rump aber folgt schön der Leimspur des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW):

„Wachsende Budgets und mehr Investitionen etwa in Tools, die nicht nur zur Erfassung und zur Messung dienen, sondern auch mehr Professionalisierung des Dialogs durch Community-Management-Tools bieten, sind die Folge. ‚Die Zeit der Experimente ist vorbei‘ sagt der BVDW, und so hält die harte Währung der KPIs Einzug. Messbare Größen und definierte Kennzahlen, geregelte Prozesse und speziell geschulte Mitarbeiter, unternehmensbereichsübergreifende Projekte und die Integration in bestehende Prozesse – Social Media ist angekommen.“

Geregelte Prozesse? Solche Formulierungen machen vor allem die Controlling-Gichtlinge der Unternehmenswelt glücklich – mehr auch nicht.

Aber an einer Stelle des Beitrages möchte ich massiven Widerspruch anmelden:

„Unternehmensbereiche jenseits von Marketing und Sales entdecken allmählich das Social Web für sich – sei es die Personalabteilung, der Einkauf, die Marktforschung oder auch die Produktentwicklung.“

Knöpfen wir uns mal die Personalabteilungen vor und rufen uns das ins Gedächtnis, was Professor Peter Wippermann im ichsagmal-Interview ausführte:


In Deutschland könne man die Rückständigkeit als vernetzte Ökonomie relativ simpel überprüfen.

“Man muss sich nur das Personalmanagement anschauen. Alle großen Unternehmen sind in irgendeiner Weise im Web 2.0 aktiv. Entweder in den branchenspezifischen Angeboten wie Xing oder LinkIn oder auf Portalen wie Facebook. Aber 64 Prozent der deutschen Mitarbeiter in Personalabteilungen schauen nicht ins Internet. Die Betreuung der Web-Angebote läuft nicht über die Personalabteilung, sondern über PR, Marketing oder IT. Das macht deutlich, dass wir ganz am Anfang stehen”, erläutert Wippermann.

Wobei natürlich Personalmanager auch ins Internet schauen. Es wird aber nicht aktiv als tägliches Werkzeug für die Arbeitsorganisation eingesetzt. Den Lippenbekenntnissen nach außen folgen keine Taten nach innen. Technisch sei die Reise relativ klar vorgezeichnet, sagt Wippermann. Es gebe in den Organisationen große Widerstände, die allerdings öffentlich nicht zugegeben werden.

“Man verteidigt ein System der arbeitsteiligen Industriekultur mit einer Kommunikation, die Top-Down verteilt wird und nicht interaktiv ist. So lange wir noch von Neuen Medien und den Herausforderungen des Internets sprechen, wird es noch weitere 20 Jahre dauern, bis sich unsere Kultur umgestellt hat.”

Bestätigung erfährt die Einschätzung von Wippermann durch Björn Braune, der gerade mit einer ungewöhnlichen Selbstinszenierung zur Jobsuche via bjoernstarter.de für Schlagzeilen sorgt.

Der klassische Peronalmanager könne mit dem Social Web schlichtweg nichts anfangen, sagte Björn im Bloggercamp.tv-Interview.

Sie verstehen auch nicht seinen Webauftritt.

„Für mich dient das als Filter. Mit diesen Leuten komme ich nicht ins Gespräch. Und das gilt auch umgekehrt.“

In solchen Organisationen findet er keinen Platz und strebt das auch gar nicht an. Er schließt die Unternehmen mit einer alten Arbeitskultur bewusst aus. Nach dem Motto: Wenn ein Job für mich interessant ist, wird er mich finden.

Ein Modell, das sich nach Einschätzung von Björn Braune immer stärker ausbreiten wird. Insofern bekommen die hierarchisch geführten Unternehmen – und das ist die große Mehrheit – immer mehr Probleme, die Talente mit digitaler Kompetenz an sich zu binden. Mit oder ohne vermeintliche Social Media-Prozesse.

Susanne Rump und Vertreter des BVDW sind übrigens herzlich eingeladen, ihre Thesen in Bloggercamp.tv zu diskutieren. Da gilt aber das gesprochene Wort, ohne Tools, Sprachregelgungen und Freigabeschleifen.

Siehe auch:

The Björn: Online-Bewerbung mit gesunder Portion Selbstironie

Von der Diplomarbeit zum Printmagazin für Nerds – Finanzierung über Startnext #Shift

Bonner Projekt "Shift"

Seit seinem Abschluss als Diplom-Online-Journalist an der Hochschule Darmstadt arbeitet Daniel Höly an einem Printmagazin für junge Erwachsene. Auf der Crowdfunding-Plattform „Startnext“ möchte er genügend Geld sammeln, um die erste Ausgabe drucken zu lassen. 5.000 Euro sind dafür notwendig – rund 1.500 Euro müssen noch in die Kasse kommen, um die Finanzierung erfolgreich abzuschließen. Acht Tage verbleiben noch, um das ersehnte Ziel zu erreichen.

Das Konzept des Heftes macht einen guten Eindruck. Traditionelle Rubriken wie Politik, Wirtschaft und Kultur ersetzt Höly durch drei Hauptrubriken: Hirn, Herz und Horizont. Hirn steht für Kommentare und Debatten zu aktuelleren Themen, in Herz gibt es jede Menge Unterhaltung für Zwischendurch und in Horizont ist Platz für (Foto-)Reportagen und Porträts über den Tellerrand hinaus – ein Mix aus Debatten-, Unterhaltungs- und Gesellschaftsmagazin.

Jede Ausgabe bekommt zudem einen eigenen Schwerpunkt, der sich bei der Themenauswahl durchs ganze Heft zieht. Bei der ersten Ausgabe wird es das eher zeitlose Thema „Die unbequeme Wahrheit“ sein. Dieses Schwerpunktthema soll verdeutlichen, dass in dem Magazin auch ernste und schwere Themen behandelt werden.

Höly setzt zudem ganz bewusst auf einen engen Austausch mit den Lesern. So ließ er sie bereits über den Namen des Magazins in einer Umfrage entscheiden. Heraus kam „SHIFT“, was auf Deutsch „Veränderung“ heißt. Die Botschaft des Namens:

„SHIFT steht sowohl für Veränderung bei der Aufmachung und Themenauswahl des Magazins als auch für Veränderung in den Köpfen der Leser“, erklärt Höly.

Wichtig sei es ihm, das Magazin stets weiterzuentwickeln und nicht irgendwann stehen zu bleiben.

„Denn genauso wie sich die Gesellschaft immer weiterentwickelt, muss sich auch eine Zeitschrift stets mitverändern.“

Warum er im digitalen Zeitalter auf eine gedruckte Ausgabe setzt?

„Während meiner Diplomarbeit habe ich gemerkt, dass viele junge Erwachsene zwischen 20 und 35 Jahren nach wie vor gerne gedruckte Zeitschriften in die Hand nehmen. Vor allem bei längeren Artikeln empfinden es viele Menschen als angenehmer, sie ausgedruckt zu lesen“, begründet Höly seine Entscheidung. Er selbst bevorzuge es als studierter Online-Journalist, an Wochenenden gedruckte Zeitschriften zu lesen. „Allein die Haptik ist nach wie vor eine große Stärke von Printmagazinen“, sagt Höly.

Vier Mal im Jahr soll das Magazin erscheinen. Auf rund 120 Seiten sollen die Leser mit hintergründigen und meinungsstarken Artikeln begeistert werden. Damit die erste Ausgabe auch optisch überzeugen kann, lässt Höly das Magazin von einer Agentur layouten. Das ist genauso wie die Druckkosten alles andere als günstig. Doch für den Freien Journalisten lohnt sich diese Investition:

„Hochwertiger Inhalt hat auch eine hochwertige Optik verdient – und deshalb lohnt sich die professionelle Hilfe aus meiner Sicht.“

Bis zum 17. Juli hat Höly noch Zeit, auf www.startnext.de/shift die 5.000 Euro voll zu bekommen. Macht also Euer Portemonnaie auf und unterstützt das ambitionierte Projekt von Daniel. Er hat es verdient. Viel fehlt nicht mehr, der Countdown läuft!