Wie wir mit dem Internet der Dinge unsere Wirtschaft umkrempeln und die Exportwirtschaft stützen

Eine Bewertung des Internets der Dinge hat das International Research Forum der SAP vorgenommen. Das berichtet die Computer Zeitung: Das Web verbindet heute virtuell Menschen und Orte – in Zukunft wird es auch Objekte miteinbeziehen und damit präzise reflektieren, was in der physikalischen Welt vor sich geht“ , schildert Professor Lutz Heuser, Leiter SAP Research, den Trend. „Dinge, die durch Sensorik eine gewisse Intelligenz besitzen, sagen uns, wer und wo sie sind, wozu sie dienen und was sich gerade in ihrer Umgebung abspielt“. Die Verwertung dieser Informationen öffne den Weg in die webbasierte Wirtschaft: „Das Internet der Dinge wird Auswirkungen haben auf viele traditionelle Wirtschaftsbereiche wie Handel, Fertigung und Logistik“, prognostiziert der SAP-Forscher.

In Kombination mit der RFID-Funktechnologie bekommen Informationssysteme „Augen“ und „Ohren“ und damit die Fähigkeit zur kostengünstigen Messung ihrer Umwelt. Sie haben das Potenzial, den Medienbruch zwischen physischen Prozessen und deren Informationsverarbeitung zu vermeiden. Sie ermöglichen eine vollautomatisierbare Maschine-Maschine-Beziehung. „RFID-Minicomputer“ übernehmen die Aufgaben eines Mediators zwischen realer und virtueller Welt. Physische Ressourcen wie Schachteln, Paletten, Lagerplätze, Regale und einzelne Produkte können ohne menschliche Eingriffe über die unternehmensinternen und externen Rechnernetze kommunizieren.

Matthias Harsch, Mitglied der Bizerba-Geschäftsführung, erklärt eine mögliche Anwendung des Systems: „In der Produktion werden Kisten meist sortenrein mit jeweils einer Artikelgruppe befüllt. Damit sie während der Kommissionierung auch bei chaotischer Reihenfolge entsprechend des Produktionsauftrags auf die richtige Wäge- und Auszeichnungslinie gelangen, werden Transponder an die Kisten angebracht. Ein RFID-Reader liest die Artikelnummern aus und veranlasst die richtige Weichenstellung“.

Anschließend werden die Kisten verwogen. Der GLP-Drucker erhält vom Host die variablen Daten und kann die aufzubringenden RFID-Etiketten sofort ausdrucken und codieren. „Die Kisten gelangen somit sortenrein ins Tiefkühllager oder zur Kommissionierung. Das Smart-Label an jeder Kiste rationalisiert die weitere Logistik enorm“, ist sich Harsch sicher. „Das semantische Produktgedächtnis wird die Killeranwendung in Industriebereichen wie der Fertigung sein“, prognostiziert Professor Wolfgang Wahlster, Chef des deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Wahlster ist davon überzeugt, dass es mit dem Internet der Dinge gelingen könne, „die deutsche Industrie weiterhin im Rennen um den Titel des Exportweltmeisters im Spitzenfeld zu halten – das zieht sich von der Automatisierungs- und Automobil-Branche über die Logistik- bis zur Energiewirtschaft“.

Vom Nutzen des Internets der Dinge ist auch Andreas Latzel, Deutschlandchef des ITK-Anbieters Aastra, überzeugt. „Direkte Kommunikation zwischen Geräten über das Internet, sogenannte Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M), wird heute nicht nur in der Gebäudetechnik, sondern auch im Flottenmanagement, im Transportwesen, in der Sicherheitstechnik oder in Verkaufsautomaten eingesetzt. Nach Schätzungen von Harbor Research wurden 2008 schon weltweit 73 Millionen vernetzte Geräte für M2M verkauft und 2013 werden es bereits 430 Millionen Geräte sein“, weiß Latzel.

Erst wenn Geräte eine höhere Intelligenz bekommen, seien wirkliche Systemsprünge möglich, so Trendforscher Lars Thomsen auf dem Mehrwertforum der Deutschen Telekom in Berlin. „Wir stehen jetzt gerade am Anfang eines solchen Prozesses. Während in den vergangenen Jahren wir Menschen uns auf die Systeme einstellen mussten, stellen sich nun die Maschinen auf uns ein. Dies wird die Art, wie wir kommunizieren, lernen und unsere Talente und Wissen teilen können noch einmal massiv verändern“, sagte Thomsen.

Die elektronische Flut: Wie mit Künstlicher Intelligenz der Informationsstress bewältigt werden soll

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Die E-Mail-Überflutung droht nach Ansicht von Matthias Spaetgens, Kreativ-Geschäftsführer bei Scholz & Friends, zur Arterienverkalkung moderner Organisationen zu werden: „Wir leben von den Ideen unserer Leute. Doch die Mailflut unterbricht permanent kreative Prozesse und zerstört die Kommunikationskultur“, beklagt sich der Werbefachmann nach einem Bericht der Welt am Sonntag (WamS). Ein breiter und schnell fließender Strom schwappe über Berufstätige, die ihre Arbeit an einem internetfähigen Computer versehen. „Ein Teil kommt von außen – es sind digitale Wurfsendungen, in denen für Potenzmittel, Reisen oder Glücksspiele geworben wird. Selbst wenn nur ein Prozent der Botschaften solche ‚Spammails’ sind, will der Softwarehersteller McAfee errechnet haben, entstehen einem Unternehmen mit 1000 Mitarbeitern dadurch jährlich rund 40.000 Euro Kosten“, so die WamS.

Dazu komme der tägliche kommunikative Overkill, für den es noch keine Filter gibt. Eilige Terminsachen, Sitzungsprotokolle, Rückfragen, zotige Powerpointwitze. „Der Strom versiegt nie und fordert ständige Aufmerksamkeit. Wer ihn staut, steht nach dem Urlaub vor einem ganzen See, und es fließt ständig nach“, schreibt der WamS-Redakteur Steffen Fründt. Mailserver würden auch keine Vorzimmer mehr kennen. „Früher wurde die Post von den Sekretariaten für Führungskräfte vorsortiert und nur das Wichtigste kam in die Tagesmappe. Heute beschäftigen sich die meisten Chefs höchst persönlich mit ihrem elektronischen Posteingang“, sagte Lars Thomsen vom Münchner Trendbüro „Future Matters“ beim Mehrwertforum der Deutschen Telekom in Berlin.

Die permanente Informationsüberflutung führe zu Gefühlen von Überlastung und Fremdbestimmung. In immer mehr Jobs liege die zentrale Kompetenz in einem professionellen Medienmanagement. So wendet die Firma ItyX, Systemintegrator und Spezialist für Kundeninteraktionen, Methoden der Künstlichen Intelligenz an für die automatisierte E-Mail-Verarbeitung. Das Spezialgebiet von ItyX-Vorstand Andreas Klug ist die Computerlinguistische Forschung zur Optimierung von digitalen Geschäftsvorfällen.

„Unser System ‚Mediatrix’ kann beispielsweise im Kundenservice eingehende E-Mails analysieren und intelligent an verfügbare Servicemitarbeiter verteilen. Es senkt die Bearbeitungszeiten um 25 bis 55 Prozent“, sagte Klug bei seinem Mehrwertforum-Vortrag „Digitale Innovation trifft Künstliche Intelligenz. Es handele sich um ein lernfähiges System auf Basis dynamischer Lernmengen. „Durch den Einsatz von Mediatrix steuert das Bosch Communications Center (BCC) mandantenspezifische E-Mail-Prozesse und baut gleichzeitig essentielles Wissen auf“, ergänzte BCC-Manager Gerd Hauer, verantwortlich für den Standort Berlin. Die E-Mail-Anfragen werden automatisch kategorisiert und Expertenteams zugeordnet. Die Mitarbeiter erhalten Antwortvorschläge. Es gibt Übersichten der Kundenhistorie, Nachverfolgungs- und Eskalationsfunktionen sowie eine integrierte Wissensdatenbank.

Auf dem Mehrwertforum wurde zudem ein System vorgestellt, um die Ressourcenauslastung im Kundenservice und die Qualität der Servicebearbeitung zu verbessern. Um für die automatische Anrufverteilung ein flexibles Echtzeit-Monitoring zu realisieren, hat das Dortmunder Softwareunternehmen VoicInt Telecommunications sein „Web Enterprise Monitoring“ an die Call- Center-Plattform der Deutschen Telekom angebunden. „So stehen Kunden umfassende Informationen, Statistiken und Kennzahlen parallel zu den laufenden Prozessen bereit. Über einen beliebigen Webbrowser und sogar über Mobilfunkgeräte wie das iPhone können die Verantwortlichen beispielsweise Informationen zur Anzahl der Anrufe und Gespräche, zur Erreichbarkeit, zu Gesprächsdauer oder Service Level abrufen“, erläuterte Peter Nowack, Geschäftsführer von VoicInt.

In der Optimierung der Mensch-Maschine-Schnittstelle sieht Sprachdialogexperte Lupo Pape, Geschäftsführer von SemanticEdge, den Schlüssel zur Bewältigung der Informationsflut. Intelligente Systeme sollten in der Lage sein, Vorschläge zu unterbreiten, die auf dem Verständnis und Kontext der Situation beruhen. „Die Absichten, Hintergründe und der ‚Leidensdruck‘ des Kommunikationspartners müssen antizipiert werden“, sagt Pape. Er favorisiert den virtuellen Dialog Manager: „Er ist das Gehirn des Systems: Stratege, Controller, Informationsassistent, Vertriebsmitarbeiter: Der Dialog-Manager agiert als zentrale Stelle im System, interpretiert jede Anfrage und leitet diese zur Verarbeitung an die übrigen Module weiter. Er entscheidet, ob und wie eine Frage gestellt wird und wie eingehende Fragen beantwortet werden“, erläutert Pape die Vorzüge einer intelligenten Automatisierungsstrategie.

Intelligentes Etikett gegen Lebensmittelskandale

Indikator für Verbraucher und Handel
Indikator für Verbraucher und Handel
Mit jedem Lebensmittelskandal rückt sie ein wenig nach oben auf der Agenda der Verbraucherpolitiker: die Frage nach der Frischegarantie von verderblichen Lebensmitteln. Den Verbraucher über diese Problematik besser aufzuklären, ist Ziel des Forums Pro Frische, dem neben Wissenschaftlern der Universität Bonn Experten des Balinger Technologieherstellers Bizerba und des schweizerischen Chemieunternehmens Ciba sowie des Deutschen Hausfrauen-Bundes (DHB) angehören.
Uni Bonn
Die beteiligten Wissenschaftler vom Zentrum für Evaluation und Methoden (ZEM) und dem Institut für Landtechnik der Universität Bonn haben in Zusammenarbeit mit den übrigen Forums-Teilnehmern eine Studie erarbeitet, die die Möglichkeiten eines Frischeindikators mit so genanntem Time Temperature Indicator (TTI) namens OnVu untersucht.

„Die Teilnehmer gaben dabei oft an, dass die Frische vieler Lebensmittel schwer zu beurteilen ist und ein Frischeindikator durchaus hilfreich sein kann“, so Professor Rainer Stamminger von der Universität Bonn. Jeweils knapp zwei Drittel befürchten, Lebensmittel könnten vor allem im Sommer beim Transport zu warm werden und dass der Handel bestimmte Lebensmittel unzureichend lagere und diese bereits beim Kauf verdorben sein könnten. „Ein zu Beginn harmloser Prozess, dessen Geschwindigkeit allerdings maßgeblich vom Verhalten des Verbrauchers abhängt. Denn die Zahl der Keime steigt explosionsartig an, sobald die Kühlkette an irgendeiner Stelle unterbrochen wird – zum Beispiel während der Heimfahrt im heißen Auto oder im zu warmen Kühlschrank“, berichtet die Bonner Wissenschaftlerin Dr. Judith Kreyenschmidt. Die Mehrzahl der Konsumenten würde laut eigener Aussage damit die Produktwahl zugunsten des Lebensmittels mit einem Frischeindikator fällen.

Gäbe es einen solchen, glaubten rund 85 Prozent der Studienteilnehmer, dass sie die Frische von Lebensmitteln besser beurteilen könnten. Als Vorteile eines solchen TTI’s bezeichneten sie unter anderem die größere Transparenz und bessere Kontrolle des Handels, leichtere Verständlichkeit für den Kunden und Informationen über den Verlauf der Kühlkette sowie der jeweiligen Lagerbedingungen. Über drei Viertel der Befragten gaben schließlich an, so Stamminger, „dass Lebensmittel mit Frischeindikator eher als herkömmliche gekauft würden, bei ansonsten gleichen Bedingungen.“ Sie seien zudem bereit, für ein Mehr an Qualitäts- und Frischesicherung einen Aufpreis zu zahlen.

„Der grundlegende Gedanke eines Frischeindikators auf TTI-Basis ist die Visualisierung der Kühlkette, die das Mindesthaltbarkeitsdatum ergänzt Wir wollen eine Anzeige bieten, die sich mit fortschreitender Zeit ändert, also verfärbt, und den Frischezustand von Lebensmitteln ablesbar macht, die nach der Ernte, der Schlachtung oder der Herstellung sofort an Frische und Qualität verlieren“, sagt Marc Büttgenbach, Sales Director Labels & Consumables bei Bizerba.

Das Bizerba TTI-Systemetikett funktioniere auf Basis einer von Ciba entwickelten Druckfarbe, die mit Licht aktiviert ihre Farbe ändert – von farblos bis zu Blau. Im weiteren Zeitverlauf wird diese Reaktion wieder rückgängig gemacht. Das Rückverfärben von Blau nach farblos geht umso schneller, je höher die Temperatur ist. In der Praxis bedeutet dies: Wird die ideale Temperatur oder die Anzahl der vordefinierten Haltbarkeitstage überschritten, verändert das Etikett die Farbe von „frisch“ über „noch zum Verzehr geeignet“ bis „nicht mehr verzehrbar“. Somit liefert es für den Verbraucher auf einen Blick eine verlässliche Kontrolle der Kühlkette von der Produktion bis zum Checkout, der Produzent kann Frische eindeutig nachweisen, Kühlkettenverletzungen lassen sich dokumentieren und entsprechende Kosten zuordnen.

Damit könne die Vision von der Transparenz von der Herstellung bis zum Verbraucher Wirklichkeit werden. Die Studienergebnisse belegten nach Ansicht von Büttgenbach, dass die Einführung eines Frischeanzeigers deutliche Vorteile für Kunden und Handel bringe: Beide bekommen mehr Sicherheit bei Frische und Haltbarkeit. „Der Verbraucher kann vor und nach dem Kauf erkennen, ob das Produkt entsprechend der Vorschriften des Herstellers gelagert wurde. Denn andernfalls würde die Prognose des Mindesthaltbarkeitsdatums hinfällig. Wer im Handel auf einen solchen Indikator setzt, wird durch den Zuwachs an Kundenvertrauen auch die Kundenbindung verbessern, denn Qualität ist heute mehr denn je ein Unterscheidungsmerkmal im hart umkämpften Lebensmittelhandel“, resümiert Büttgenbach.

Mehrwertforum in Berlin: Virtuelle Call Center, digitale Innovationen durch Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Kommunikation

Software verbindet immer mehr den privaten Lebensraum mit dem Geschäft: Arbeit ist Teil des Privatlebens und das Private vermischt sich mit Beruflichem. Das gilt mittlerweile auch für die Call Center-Branche. In einer vernetzten Welt müssen sich besonders die Anbieter im Kundenservice ständig neu ausrichten. Den Aufbau und Ablauf einer Organisation in Beton zu gießen, um sie auf Effizienz zu trimmen, gelingt immer weniger.

ThTlabs_005In der Telekom-Forschungseinrichtung T-Labs in Berlin wird deshalb nicht der Mensch, sondern der Arbeitsplatz mobil – das Büro steckt quasi in der Hosentasche: „Wir möchten nicht das Büro abschaffen, sondern es allgegenwärtig machen“, so die Visionen von Hermann Hartenthaler von T-Labs. Wo immer man sich gerade aufhalte, soll überall und jederzeit die Möglichkeit bestehen, sich in dem vertrauten Arbeitsumfeld zu bewegen. Call Center-Agenten arbeiten immer häufiger an wechselnden Standorten und Arbeitsplätzen für ein- und dieselbe Hotline. Moderne Softwarelösungen wie die webbasierte Automatic Call Distribution (ACD) der Deutschen Telekom verbinden dabei Anrufer automatisch mit dem richtigen Ansprechpartner – und das ohne teure Investitionen in Technik vor Ort.

Ungenutzte Ressourcen könne man besser ausschöpfen und eine optimale Erreichbarkeit von Services sicherstellen. Mitarbeiter könnten sich selbstständig und zu jeder Zeit am ACD-System anmelden – unabhängig von ihrem Aufenthaltsort. Das heißt: Obwohl räumlich von einander entfernt, werden die Agenten Teilnehmer eines großen virtuellen Call Centers. Anrufer wählen eine Servicenummer und erreichen stets einen Gesprächspartner – ganz egal, wo dieser sitzt.

Der Anwender benötigt allerdings ausgefeilte Instrumente für die Steuerung und das Monitoring des Telekommunikationsverkehrs. Diese Instrumente müssten so zeitnah wie möglich greifen und ständig verfügbar sein – nur auf dieser Basis kann das Servicemanagement schnell und gezielt agieren. Die Notwendigkeit dieser Qualitätskontrolle belegt der „Customer Self Service Report“ des Marktforschungsinstituts Harris Interacitve: In einer Umfrage gaben 59 Prozent der Verbraucher zu Protokoll, dass sie Unternehmen nach einer negativen Call Center-Erfahrung dauerhaft den Rücken kehren. Der Einfluss telefonischer Dienste auf das Ansehen der Firmen ist also erheblich. Entsprechend wichtig sind Erfolgskontrollen des Serviceniveaus. Um für die ACD ein flexibles Echtzeit-Monitoring zu realisieren, hat das Dortmunder Softwareunternehmen VoicInt Telecommunications sein „Web Enterprise Monitoring“ an die Call- Center-Plattform der Deutschen Telekom angebunden. „So stehen Kunden umfassende Informationen, Statistiken und Kennzahlen parallel zu den laufenden Prozessen bereit. Über einen beliebigen Webbrowser und sogar über Mobilfunkgeräte wie das iPhone können die Verantwortlichen beispielsweise Informationen zur Anzahl der Anrufe und Gespräche, zur Erreichbarkeit, zu Gesprächsdauer oder Service Level abrufen“, erläutert Peter Nowack, Geschäftsführer von VoicInt.

Mit dem Tool erweitere die Deutsche Telekom ihre erfolgreiche Call Center-Lösung aus dem Netz um eine zentrale Funktion. Echtzeitinformationen seien für die effiziente Steuerung eines Call Centers unabdingbar. Genau so wichtig sei es, die Daten und Indikatoren übersichtlich darzustellen. Das werde etwa mit einer professionellen grafischen Aufbereitung der Informationen durch das Web Enterprise Monitoring ermöglicht. Manager und Teamleiter könnten auf einen Blick den Status und das Service Level erfassen, um die Ressourcenauslastung zu optimieren.

Mehrwertforum im Axica Kongresscenter am Brandenburger Tor
Mehrwertforum im Axica Kongresscenter am Brandenburger Tor
„Die netzbasierte ACD ist ein Highlight unter der Mehrwertlösungen der Deutschen Telekom“, sagt Lars Völkering, Leiter Produktmanagement Managed Services bei der Telekom im Vorfeld des Mehrwertforums https://mwl.telekom.de/mehrwertforum in Berlin. Das Echtzeit-Monitoring von VoicInt steigere den Nutzwert der Lösung noch einmal deutlich. Das System wird auf dem Mehrwertforum vom 13. bis 14. Mai in Berlin präsentiert. Weitere Themen: Dieter Brandes, ehemaliger Aldi-Manager äußert sich zur Kunst der Einfachheit. Andreas Klug von der ITyX Solutions AG und Michael Schneider vom Bosch Communication Center zeigen auf, wie digitale Innovationen auf Künstliche Intelligenz treffen. Hiogi-Chef Björn Behrendt präsentiert Geschäftsmodelle im Zeitalter von intelligenten Web und Social Communities. Perspektiven von Internet-TV und Mehrwertlösungen der Zukunft beleuchten Dr. Randolph Nikutta von T-Labs und Johannes Nünning, Leiter Strategie Mehrwertlösungen der Deutschen Telekom.

Ohne Ordnungstheorie keine Soziale Marktwirtschaft – Ökonomenstreit über den Wert der Wirtschaftspolitik

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Ohne die so genannte Ordnungs-Ökonomik hätte es in Deutschland keinen Ludwig Erhard und auch keine Soziale Marktwirtschaft gegeben. In einem Aufruf, der in der FAZ vor einer Woche veröffentlicht wurde, wenden sich deshalb 83 Wirtschaftswissenschaftler gegen Bestrebungen, die Lehre von der Wirtschaftspolitik an den Universitäten zurückzudrängen. Professuren für Wirtschaftspolitik sollen zweckentfremdet oder umgewidmet werden, und betriebswirtschaftliche Bachelor-Studiengänge sehen wirtschaftspolitische Lehrveranstaltungen nicht mehr vor“, kritisieren die Unterzeichner, zu denen renommierte Professoren wie Bruno S. Frey, Herbert Giersch, Norbert Berthold, Artur Woll, Viktor Vanberg, Renate Ohr und Gerd Habermann zählen.

Zu einem Versagen in der realen Wirtschaftspolitik komme es in der Regel nicht deshalb, weil den Entscheidungsträgern logische Fehler unterlaufen, sondern weil sie die Wirkungen ihrer Instrumente falsch eingeschätzt haben oder weil von den wirtschaftspolitischen Institutionen falsche Anreize ausgehen oder weil Verhaltensweisen bei den Wirtschaftssubjekten vorherrschen, die mit der reinen Theorie nicht übereinstimmen. „Über diese Zusammenhänge zu informieren, ist Aufgabe der Lehre von der Wirtschaftspolitik. Kunstfertigkeit in der Ableitung logischer Schlussforderungen ist manchmal nur von begrenztem Nutzen, wenn es darum geht, Realität zu verstehen und zu beurteilen“, heißt es weiter.

Immer mehr Ökonomen würden auch in anderen Ländern die Realitätsnähe ihrer Analysen dem Ziel formal-logischer Stringenz opfern, und auch dort werde diese Tendenz in der Öffentlichkeit lebhaft beklagt. „Die USA sind keine Ausnahme. Die Ökonomen ziehen sich aus der Wirklichkeit zurück, weil die Karriereanreize in ihrem Fach verzerrt sind. Die vorherrschende Ausrichtung der universitären Forschung und Lehre bietet kaum einen Anreiz für Nachwuchswissenschaftler, sich mit wirtschaftspolitischen Fragen zu beschäftigen. Denn die Ergebnisse der wirtschaftspolitischen Analyse sind häufig kontrovers und – da sie empirischer Natur sind – nie mit letzter Gewissheit beweisbar. Für die Zurschaustellung logischer Virtuosität bleibt wenig Raum“, kritisieren die 83 Ökonomen.

Professuren für Wirtschaftspolitik müssten daher unabdingbarer Bestandteil der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung und Lehre bleiben. Die wirtschaftspolitische Expertise, die an Universitäten wie Freiburg oder Köln über Jahrzehnte gepflegt wurde, entwickelt sich zum ungeliebten Stiefkind. International orientierte Volkswirte sollen sich angeblich gegen die Kritik der 83 deutschen Kollegen wehren. Das berichtet zumindest das Handelsblatt.

Der Aufruf sei provinziell, rückwärts gewandt und inhaltlich falsch. Hintergrund des Manifestes mit dem Titel „Rettet die Wirtschaftspolitik an den deutschen Universitäten“ seien Debatten an den Hochschulen Köln und Freiburg darüber, wie frei werdende Lehrstühle für Wirtschaftspolitik besetzt werden sollen. Beide Fakultäten möchten international ausgerichtete Volkswirte berufen, die die heute in ihrem Fach gängigen Methoden beherrschen. Köln möchte eine auf Makroökonomie spezialisierte Forschergruppe schaffen. „Und genau hier muss die Kritik ansetzen, wenn man die Erfolgsgeschichte der Sozialen Marktwirtschaft betrachtet. Freiburg und Köln gehörten nach 1945 zu den wichtigsten Hochschulen für die Entfaltung der Ordnungs-Ökonomik. Ludwig Erhard hat die Soziale Marktwirtschaft eben nicht als wissenschaftlich-empirisches Modell begründet. Das Konzept seiner Währungsreform, zwei Jahre vor Kriegsende begonnen und 1948 umgesetzt, wollte richtungsweisende Grundsätze entwickeln“, sagt Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash.

So sei die Soziale Marktwirtschaft nicht als theoretische Formel, sondern als politische Konfession mit „kühlem Kopf und heißem Herzen“ erdacht worden. Die heutigen ökonomischen Modelle stünden im Widerspruch zur gesellschaftspolitischen Praxis. „Das Manifest der 83 Professen zeichnet eben kein Zerrbild der Volkswirtschaftslehre, sondern ist ein überfälliger Zwischenruf, um auf die Defizite der modernen wirtschaftswissenschaftlichen Forschung hinzuweisen“, erklärt Nadolski. Zu einem ähnlichen Urteil gelangt Professor Joachim Starbatty aus Tübingen. „Das, was wir Finanzkrise nennen, ist zugleich eine Krise des derzeit dominanten Wirtschafts- und Lebensstils und auch – das muss unumwunden eingeräumt werden – der modernen Volkswirtschaftslehre. Wer von den Nobelpreisträgern der Wirtschaftswissenschaft, wer von den im Fernsehen präsenten Großwissenschaftlern, wer von den Wirtschaftsweisen hat rechtzeitig seine
warnende Stimme erhoben? Auf welchen repräsentativen Kongressen ist das Heraufdämmern der Krise gesehen worden“, fragt sich Starbatty.

Viele Wirtschaftswissenschaftler würden die ökonomische Realität auf statistische Zeitreihen reduzieren. Diese könnten uns helfen zu erklären, was passiert ist, nicht aber zu erkennen, was sich zusammenbraut. „Was nicht in gerade modischen, mathematisch gefassten Modellen behandelt wird, existiert nicht mehr. Was keine Chancen hat, in amerikanischen Journals publiziert zu werden, wird beiseitegeschoben“, kritisiert Starbatty, der das Manifest mitunterzeichnet hat. Weil sich die Zunft der Ökonomen nicht mehr um das kümmere, was „jenseits von Angebot und Nachfrage“ liegt, kann sie sich kein umfassendes Bild mehr von Wirtschaft und Gesellschaft machen. Wer die einschlägigen Fachzeitschriften durchblättere oder die von der Europäischen Zentralbank publizierten Aufsätze studiere, wird dem Ökonomen und Erhard-Berater Wilhelm Röpke recht geben, dass das meiste, was da „unter dem großmäuligen Titel der modernen Ökonomie“ getrieben werde, ein „riesenhafter szientistischer Leerlauf“ sei.

„Einige internationale Wirtschaftswissenschaftler reagieren immer noch gereizt, wenn man ihre völlig überschätzte makroökonomische Theorie demontiert und ihre Selbstüberschätzung thematisiert. Die haben noch immer nicht den Ernst der Lage begriffen“, betont der Personalexperte Nadolski. In den hochabstrakten Modellen der Wirtschaftswissenschaft werden entscheidende Faktoren ausgeblendet, die das menschliche Verhalten prägen. „Der plötzliche Verlust an Vertrauen, ausgelöst durch die Finanzkrise, der seit einem halben Jahr auch die Realwirtschaft lähmt, war in keinem Modell vorgesehen. Erst in jüngerer Zeit bemüht sich die Verhaltensökonomik zu verstehen, welche zum Teil auch irrationalen Motive (zum Beispiel das Herdenverhalten) die Marktakteure antreiben. Zugleich sollten nicht die fragwürdigen Motive der Politik unterschlagen werden, die den Rahmen für die Wirtschaft setzt. Auch hier herrscht wahrlich nicht die reine ökonomische Vernunft“, kommentiert FAZ-Redakteur Philip Plickert.

Die traditionelle Lehrstühle für Wirtschaftspolitik, wie in Köln, seien daher unverzichtbar. „Die konkrete Kenntnis wirtschaftspolitischer und rechtlicher Institutionen und ihrer Anreiz- und Lenkungswirkungen ist das Thema guter Ordnungsökonomik. Davon braucht es mehr und nicht weniger. Viele Aussagen der Ordnungsökonomen sind zwangsläufig normativ. Der Katalog konstitutiver Prinzipien, die Walter Eucken, der Urvater der deutschen Ordnungsökonomen, aufgestellt hat, enthält im Kern immer noch die Grundregeln einer guten Wirtschaftspolitik: Respekt für die Eigentumsrechte und die Vertragsfreiheit, eine stabile Währung, Wettbewerb und die Betonung der privaten Haftung. Einige dieser Prinzipien wurden grob verletzt, wie nun die meisten Ökonomen eingestehen. Die Krise sollte für sie nun Anlass sein, aus der Formelwelt in die reale Welt zurückzukehren und sich wieder stärker den Grundsatzfragen zu stellen“, fordert Plickert.

Wenn von der Rettung der Wirtschaftspolitik als Ordnungspolitik die Rede sei, dann ist eine akademische Disziplin gemeint, die das Wägen lehrt und vom Abschätzen der Folgen wirtschaftspolitischer Entscheidungen handelt, schreibt Hans D. Barbier, Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung, in seiner FAZ-Kolumne „Zur Ordnung“. „Für solche Ordnungspolitik hatte der Lehr- und Forschungskanon deutscher Universitäten traditionell einen guten Leumund. An deutschen Universitäten wurde gelehrt und gelernt, das ‚Respice finem!’ – ‚Bedenke die Folgen deiner Entscheidungen und ihrer weichenstellenden Wirkung!’ – nicht aus dem Auge zu verlieren“, führt Barbier weiter aus. Die 83 Ökonomen, die jetzt zur Rettung der Ordnungspolitik an den Hochschulen aufgerufen haben, verdienten daher jede Unterstützung.

E-Reader und der iPod-Effekt: Papier wird das neue Vinyl

Lobo und der Medienumbruch
Lobo und der Medienumbruch
Medienberichten zufolge plant Amazon den Marktstart eines neuen E-Book-Readers für Tageszeitungen und Zeitschriften. Der Kindle mit Großdisplay soll angeblich noch in dieser Woche kommen. Ähnliches hat wohl auch Apple vor. Überraschend ist das nicht, hängen die gedruckten Tageszeitungen in den USA tief in der Talsohle. Die neuen digitalen Endgeräte für das klassische Zeitungsgewerbe deutet auf eine Zäsur der Medienlandschaft hin. Webexperte Sascha Lobo glaubt sogar, dass wir vor einem unfassbaren Umbruch stehen, den viele noch gar nicht realisiert hätten.

Der Glaube, dass das Internet nur ein weiterer Kanal sei, „ist ja der Glaube ans Rieplsche Gesetz – der Glaube daran, dass erfolgreiche Medien sich nicht ersetzen, sondern ergänzen“, so Lobo im Interview mit dem Medium-Magazin. Das würde jetzt aber nicht mehr stimmen. „Die Tageszeitung wird das Medium sein, das als Erstes stirbt. In den USA ist es schon so weit und es wird auch in Deutschland passieren“, prognostiziert Lobo. Papier werde das neue Vinyl. Etwas für Liebhaber.

Wenn ein E-Reader auf den Markt kommt, der eine ähnliche Qualität wie der iPod habe, dann werden die Printmedien auf einen Schlag diejenigen Leser verlieren, welche die Musikindustrie verloren hat, als der iPod auf den Markt kam.

E-Reader aus Berlin
E-Reader aus Berlin
Erfolgversprechend sei nach Ansicht des Sprachdialogspezialisten Lupo Pape die Entwicklung von Txtr. „Da arbeitet eine sehr spannende Firma in Berlin an einem viel besseren Produkt als Amazon und Sony, welches im Spätsommer auf den Markt kommen wird. Analog zu iTunes ist es nicht nur ein Stück Hardware, sondern gleich eine Software-Plattform, die auch für andere Endgeräte ein noch breiteres inhaltliches Spektrum bieten wird“, so SemanticEdge-Geschäftsführer Pape.

Sprachsteuerung und elektronische Begleiter sollen Internetnutzung vereinfachen

IBM-Forscher Moshe Rappoport
IBM-Forscher Moshe Rappoport
Microsoft-Chef Steve Ballmer erwartet in den kommenden Jahren unglaubliche Dinge: Bildschirme, flexibel wie Papier, Computer, die sich mit Sprache oder Gesten steuern lassen und Software, die aus der Wolke kommt. Selbst in der prekären Wirtschaftslage werde das Tempo der technischen Entwicklung nicht verlangsamt. Ganz im Gegenteil. Zu dieser Einschätzung gelangte Ballmer auf einer Konferenz der Financial Times Deutschland in Köln.

Experten bestätigen, dass die Sprachsteuerung (nicht zu verwechseln mit den dämlichen Ansagen am Telefon „Drücken Sie 1, 2 oder 3 und warten dreitausend Jahre auf den Call Center-Agenten, der Ihnen auch nicht weiterhelfen kann) für das Surfen im Internet an Relevanz gewinnen wird. Davon sind auch die Forscher von IBM überzeugt. Die neue Technologie werde einen Veränderungsprozess einleiten und die Art und Weise beeinflussen, wie der Mensch mit Informationen und E-Commerce umgeht. „Wir wissen, dass das machbar ist, da uns bereits heute die erforderliche Technologie zur Verfügung steht, wir wissen aber auch, dass die Zeit dafür reif ist“, so IBM. In Ländern wie Indien, in denen das gesprochene Wort im Bildungswesen, in Regierungskreisen und in der Kultur eine größere Bedeutung habe als das geschriebene Wort, stellt das „Sprechen” mit dem Internet bereits alle anderen Kommunikationsschnittstellen in den Schatten.

„Gleiches geschieht bei Mobiltelefonen, die mittlerweile die PC-Anwendung übertrumpfen. Durch die Nutzung der ‚Voice Sites’ werden in Zukunft auch die Menschen ohne Zugang zu einem Computer oder Internet ebenso wie diejenigen, die weder schreiben noch lesen können, von den zahlreichen Vorteilen und Annehmlichkeiten des Internets profitieren“, betont IBM.

Eine Reduzierung der Komplexität im Netz und eine Demokratisierung des Internetzugangs erhoffen sich Computerexperten durch personalisierte, lernfähige und vertraute elektronische Begleiter. „Sie werden dann die lästigen ersten Schritte einer Identifizierung von relevanten Informationen mittels Machine-to-Machine-Kommunikation mit einzelnen Instanzen im ‚Internet der Dinge’ aushandeln“, so die Vision von Andreas Dippelhofer, Mitglied der Geschäftsführung des Düsseldorfer ITK-Dienstleisters acoreus.

Die Stimmen- und Gestenerkennung in der Google Mobile-Anwendung für das iPhone ist nach Ansicht des Sprachdialogexperten Lupo Pape schon ein vielversprechender Ansatz: „Es ist erst einmal eine Sprach- oder Diktiererkennung, die auf einer Suchmaschine und demnächst sogar auf weiteren Handyfunktionen aufsetzt. Sprachdialogsysteme werden es erst, wenn ein Wissen über die Domäne und Dialogintelligenz hinzukommen. Das ist das, was wir mit dem Personal Assistant umsetzen. Dazu müssen die Wissensgebiete semantisch aufbereitet und Dialogstrategien hinterlegt werden. Die wichtigsten Use-Cases gilt es zu modellieren“, erläutert SemanticEdge-Geschäftsführer Pape.

Einen Ausblick wagt auch Andreas Rebetzky, Sprecher des cioforums in Münchnen und CIO des Balinger Technologiespezialisten Bizerba: „In 20 bis 30 Jahren könnten beispielsweise vollständige Unternehmensinformationen auf winzigen Implantaten gespeichert werden. Sie könnten von unterschiedlichen Endgeräten ausgelesen werden, entweder von großen Touchscreens oder unterwegs per Sprachsteuerung über ein Armband mit Minidisplay.“

Intelligente Assistenten werden auch die Shopping-Welt verändern. „Dabei wird die symbiotische Verknüpfung einer neuen Technologie und einer neuen Generation von Mobilgeräten den Einkaufserfahrungen im Einzelhandel dramatische Impulse verleihen. So werden Ankleideräume bald mit digitalen Shopping-Assistenten ausgestattet sein – Touchscreens und sprachgesteuerte Kioske werden Kunden zudem die Möglichkeit eröffnen, Bekleidungsstücke und Accessoires auszuwählen als Ergänzung oder Ersatz für die bereits zusammen gestellte Garderobe“, führt IBM aus.

Die letzte Meile im Einzelhandel werde in einigen Jahren völlig anders aussehen. „Das klassische Ladengeschäft muss nicht mehr Teil des Distributionsnetzes sein. Als Konsument möchte ich nur die allernötigsten Artikel an Ort und Stelle mitnehmen. Was darüber hinausgeht, soll mir nach Hause gebracht werden. Statt weit zu fahren, damit ich zu einem großen Sortiment komme, werde ich zu einem Showroom gehen, wo man mir das ganze Sortiment zeigt – echt oder virtuell“, sagt Moshe Rappoport, IBM- Experte für Technologie- und Innovationstrends. Es müssten nicht mehr alle Artikel im Laden vorrätig sein. Es reiche vollkommen aus, alles zeigen zu können. Nicht mehr das Produkte steht im Vordergrund, sondern der Service. „Nehmen wir Kleider als Beispiel. Ich muss nicht alle Größen in allen Farben haben. Das kann ich in einem elektronischen Dressing-Room in allen Varianten ausprobieren und meine Kaufentscheidung treffen. Komme ich nach meiner Shopping-Tour wieder ins eigene Heim, wartet das Paket schon auf mich und ich kann die Kleidung anziehen“, so der Ausblick von Rappoport.

Spracherkennung als Bürokratiekiller im Gesundheitswesen

Sie produzieren Berge von Bürokratie – so lautet einer der häufigsten Kritikpunkte an modernen Gesundheitssystemen in aller Welt. „Doch gegen Bürokratie lässt sich etwas unternehmen: Kliniken, die bei der Erstellung von Dokumenten auf digitales Diktat und Spracherkennung setzen, beschleunigen damit das Anfertigen von Arztbriefen und Befunden“, berichtet der Fachdienst HealthTech Wire.

Sie würden das medizinische Personal entlasten, die Patientensicherheit erhöhen und die einrichtungsübergreifende Vernetzung voranbringen. „Aktuelle Daten dazu liefert zum Beispiel Javier Quiles del Rio, IT-Leiter des Gesundheitsdienstes in der spanischen Region Galizien. Dort werden derzeit alle 14 öffentlichen Krankenhäuser mit Spracherkennung ausgestattet“, so HealthTech Wire. „In einem Krankenhaus mit 1.200 Betten hat sich durch die Spracherkennung die Zeit bis zur Erstellung eines endgültigen radiologischen Befundes von knapp zwei Tagen auf einen halben Tag reduziert“, erläutert Quiles del Rio.

Die Vorteile einer automatisierten Dokumentation bestätigt der Radiologe Dr. Robert Kierse vom Institut für Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin am Klinikum Neuperlach: „Der ganze Prozess der Dokumentenerstellung mit Diktat auf Band, Transkription im Schreibbüro oder Korrektur konnte von sieben Schritten auf nur drei Schritte reduziert werden“, so Kierse gegenüber dem CIO-Magazin. Auf diese Weise werden nicht nur Kosten gespart, der Patient könne durch die beschleunigte Erstellung des Befundes auch schneller behandelt werden. Mittlerweile werden in Neuperlach 90 Prozent aller radiologischen Dokumente mit Online-Spracherkennung erstellt, die übrigen zehn Prozent mit Offline-Spracherkennung.

Das intelligente Heim - Projekte des Bundesfamilienministeirums
Das intelligente Heim - Projekte des Bundesfamilienministeriums
Auch das Pflegeheim „Im Münchfeld“ des Arbeiter Samariter Bundes (ASB) in Mainz sammelte positive Erfahrungen in einem Pilotprojekt. Über eine intelligente Vernetzung von Hard- und Software sollen die Pflegeprozesse optimiert werden. Das umfasst die Software OPAS Sozial und moderne Spracherkennungstechnologien. Die technische Basis der in diesem Pilotprojekt entwickelten Lösung, die mittels Telefon und Sprache eine strukturierte und zugleich individuelle Dokumentation der Pflege ermöglicht, bildet eine modulare, integrierte Informations- und Telekommunikations-Plattform von Aastra-DeTeWe. Sie umfasst einen Kommunikations-Server sowie die neuesten Versionen der Kommunikationslösungen für stationäre Pflege und Betreutes Wohnen: Aastra Voice Portal für die Spracherkennung und die OPAS Sozial Software-Lösung für die stationäre Pflege.

Die Dokumentation mittels Spracherkennung erfolgt häufig im Bewohnerzimmer oder direkt im Anschluss an die Pflegeleistung. Der Anteil des Pflegepersonals, der so vorgeht, ist deutlich gestiegen. So geben knapp 90 Prozent zu Protokoll, dass die Lösung leicht bedienbar sei und rund 80 Prozent der Umfrageteilnehmer ziehen die EDV-gestützte Pflegedokumentation mit OPAS Sozial einer Papierbasierten Dokumentation vor.

Zusätzlich hierzu wurde in einem Überwachungsaudit der Einrichtung im Münchfeld von 2008 zur Zertifizierung nach DIN ISO 9001:2000 von den Auditoren festgehalten, dass die im Rahmen des Modellprojekts modifzierte Pflegedokumentation einen nachvollziehbaren Fortschritt im Hinblick auf Vereinfachung, Zeitersparnis und Erhöhrung der Zuverlässigkeit in der Dokumentation darstellt. Die digitale Sprachverarbeitung und insbesondere die Spracherkennung könnten auch dazu beitragen, Kliniken den Umstieg von der Papierdokumentation auf elektronische Patientenakten zu erleichtern.

„Im Zusammenhang mit elektronischen Patientenakten ist Spracherkennung für mich ein strategisches Werkzeug. Spracherkennung hilft uns dabei, die Digitalisierung umzusetzen, weil es ein schnelles und einfaches Verfahren ist, elektronische Dokumente zu erstellen“, betont Quiles del Rio. Auch hier hat er Zahlen aus Spanien parat: In radiologischen Abteilungen mit Spracherkennung liegt die Quote der Befunde, die elektronisch verfügbar gemacht werden, bei mehr als 90 Prozent. Einrichtungen ohne Spracherkennung kommen nur auf die Hälfte.

Glaskugel statt Ökonometrie: Warum die Prognosen der Wirtschaftsforscher nichts taugen

Das Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute prognostiziert für 2009 einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von sechs Prozent. Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer warnte angesichts der tiefen Rezession vor sozialen Unruhen wie in den 1930er Jahren. Die Situation sei vergleichbar mit den Zahlen aus den Jahren der Wirtschaftskrise 1930, 1931 und 1932, sagte Sommer am Mittwochabend in der ARD-Sendung „hart aber fair“.

Möglicherweise würden sich Menschen jetzt von der Politik abwenden oder radikalisieren. Die Zahlen des Frühjahrsgutachten könne man nach Ansicht von Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash, nicht mit der Wirtschaftsdepression der Weimarer Republik vergleichen. „Das ist wissenschaftlich höchst unseriös und für die Menschen der damaligen Zeit, die Not, Hunger und Elend durchmachten, eine Beleidigung“, kritisiert der Personalexperte Nadolski.

Zudem müssten neben der Veränderung des Bruttoinlandsproduktes auch die Niveauunterschiede berücksichtigt werden. „Wir müssten schon um rund 90 Prozent schrumpfen, um in eine Situation wie vor rund 80 Jahren zu kommen. Davon kann aber keine Rede sein. Selbst wenn wir zurückgeworfen werden auf das Wohlstandniveau von 2005 oder 2006, können wir den Wirtschaftseinbruch sehr gut verkraften“, sagt Nadolski.

Darüber hinaus hätten die Wirtschaftsprognostiker in den vergangenen Jahren regelmäßig daneben gelegen. „Warum soll das diesmal anders sein“, fragt sich Nadolski. Vielleicht sollten es die Ökonometriker mal mit einer Glaskugel versuchen, um valide Konjunkturdaten zu erstellen.

Ähnlich urteilen die Cicero-Autoren Richard Gaul und Christiane Goetz. Der kollektive Krisenrausch suche zwar nach Parallelen mit 1929. Nur dieser Vergleich sei schief. „Verglichen werden nämlich Wachstumsraten und nicht Substanzniveaus“. Der prozentuale Rekordeinbruch würde nur wenig über die realen Effekte aussagen. Entscheidend bleibe der Bezugswert und wir schrumpfen eben auf einem sehr hohem Niveau. Vom höchsten, das uns die Weltgeschichte je beschert habe.

„Das Wohlstandsniveau liegt um ein Zigfaches über dem vor 80 Jahren”, so Gaul und Goetz. Was immer man vergleiche – die Lebenserwartung, die Qualität des Essens, das Bildungsniveau, die Wohnsituation, der industrielle Kapitalstock – „wir leben so dramatisch viel reicher als die Generation von 1929“, erklären Gaul und Goetz.

Die Vorhersagen, diese Krise werde nicht nur schwer, sonder auch lang, könnte trügen. Denn immer mehr Indizien sprechen dafür, dass ein Aufschwung schneller bevorstehen könnte als die meisten denken. „Viele Unternehmen haben ihre Lagerbestände stark zurückgefahren, sodass bei einer anspringenden Nachfrage sehr schnell sehr viel wieder produziert werden muss. Diesen Lagerzykluseffekt sieht man derzeit bei den Folgen der Abwrackprämie der Autoindustrie“, erläutern Gaul und Goetz.

Die wichtigsten Rahmenbedingungen würden gute Nachrichten für einen baldigen Aufschwung verheißen: Die extrem niedrigen Öl- und Rohstoffpreise, die historisch geringen Zinsen, die politische Stabilität, die milliardenschweren Konjunkturprogramme und die Abwesenheit großer Konflikte könnten zu einer überraschend schnellen Gesundung der Wirtschaft beitragen. Der ZEW-Konjunkturindex deutet schon darauf hin, dass die Konjunktur wieder anspringt. Er ist um 16,5 Punkt auf plus 13 gestiegen – erstmals seit Juli 2007 liegt er wieder im positiven Bereich.

Siehe auch:
VWL-Mechaniker im Machbarkeitswahn

Antizyklisch agieren

Der Spiegel in Weltuntergangsstimmung

Enzensberger und das Alphabet der Krise

Essen, was einem schmeckt!

Die Sonne scheint, die Blumen blühen, die Hüllen fallen; nicht ganz, aber zum Leidwesen vieler Frauen und Männer doch so sehr, dass die ungeliebten Pölsterchen nicht mehr mit langen Pullovern und Hosen kaschiert werden können. Also ran an den Speck: Sport treiben, verschiedene Diäten ausprobieren, Süßigkeiten vom Einkaufszettel streichen. Leider oftmals nur gute Vorsätze vom Jahreswechsel. Dabei hat die Natur den Menschen mit einer wunderbaren Gabe ausgestattet: Der Intuition. Sie hilft dabei, das Richtige zu essen, auch wenn es einmal ein Stück Sahnetorte oder ein Schokoriegel ist. „Studien haben nämlich gezeigt, dass Menschen, die intuitiv das essen, wonach ihr Körper verlangt, insgesamt einen niedrigeren Body Mass Index haben und seltener an Herz-Kreislauferkrankungen leiden“, berichtet Tanja Pöpperl im Frauen-Magazin BRIGITTE.

Wer dabei einige Dinge beachtet, kann somit von selbst ohne ständige Kontrolle sein Gewicht verringern und halten: Gegessen wird nur, wenn man wirklich Hunger hat. Schließlich erreichen die Gänge zum Kühlschrank aus Langeweile und Frust nur das Gegenteil von dem, was man eigentlich möchte. Das Gefühl sich etwas Gutes tun zu wollen und die Langeweile zu vertreiben.

Wenn sich das Hungergefühl einstellt, sollte man besser vorher überlegen, was man zu sich nehmen möchte, bevor zu irgendeinem nahe liegenden Produkt gegriffen wird. Dadurch lernt man wieder das zu essen, was der Körper auch wirklich braucht. Wichtig ist es auch, kleinere Gewichtsschwankungen zu akzeptieren, gerade am Anfang sind diese normal. Schließlich ist bei dieser Art Ernährung alles erlaubt, wonach einem gerade ist, es herrschen keine kontrollierten Verbote mehr. Und bekanntlich wird das, was einem immer und überall erlaubt ist, schnell uninteressant.

Eigentlich ist dem Menschen das intuitive Essen in die Wiege gelegt: Kleinkinder essen so viel sie benötigen, sofern man sie denn lässt. Die Übernahme der schlechten Essgewohnheiten der Eltern und zu wenig Bewegung sorgen allerdings schnell dafür, dass der Nachwuchs sich schon früh zu einem „Wonneproppen“ entwickelt: „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt“ oder „Wenn du jetzt nicht aufisst, gibt es morgen schlechtes Wetter“ sind nur zwei von vielen vermeintlich richtigen Regeln zu den Mahlzeiten. Daher muss das Gespür für die richtige Ernährung häufig neu entdeckt werden.

Allerdings sollte man es auch bei dieser Ernährungsform vermeiden, sich zu häufig von Fast-Food und Fertig-Produkten zu ernähren. Sie haben meist neben ungesunden Zusatzstoffen eine hohe Kaloriendichte bei wenigen Nährwerten. Nicht umsonst gehören die Deutschen zu den dicksten Menschen Europas. Die leckeren Nudeln mit frischer Tomatensoße sind in fast der gleichen Zeit gekocht, wie die zermatschten Ravioli aus der Dose erwärmt. Leckere Rezepte stehen dabei nicht nur in Kochbüchern. Moderne Supermärkte machen es leicht, seinen Gelüsten unter gesunden Aspekten nachzugehen. So bietet der Starkoch Alfons Schuhbeck seine Rezepte auch auf den Supermarktwaagen von Bizerba im Selbstbedienungsbereich und an den Theken an. Man kann sie über den Bonausdrucker ausdrucken und hat direkt eine Einkaufsliste und die Anleitung zum Kochen. Somit kann sich der Verbraucher nach freier Intuition auch erst im Supermarkt spontan für sein Rezept des Tages entscheiden und wenn dann noch eine Tafel Schokolade im Einkaufswagen landen sollte: Guten Appetit!