Wie gut ist Ihre/Eure Expertise für Videokommunikation? #StreamCamp14

Hangouts

Führungskräfte sollten mehr über ihre Expertise für Kommunikation nachdenken – nach innen und außen. Denn zwei Drittel unserer Büroarbeitszeit bestehen aus Kommunikation – Gespräche mit Kollegen, Telefonate, Sitzungen, E-Mails, Berichte, Memos, Flurfunk und immer stärker auch Videokonferenzen.

„Das ist ein recht stabiler Wert, den wir in unseren Umfragen ermittelt haben. Und häufig ent- steht der Vorwurf, dass man ja nicht nur kommunizieren, sondern auch ‚schaffen‘ müsse. Dabei ist Kommunikation doch Arbeit und sollte technisch, organisatorisch und didaktisch professionalisiert werden“, fordert Dr. Josephine Hofmann vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) im Bloggercamp.tv-Interview.

Kommunikationskompetenz sei aber in fast allen Unternehmen und in der Managementausbildung ein eher unterbelichtetes Thema.

„Eine erweiterte Medien- und Inszenierungskompetenz wird nicht vermittelt. Das sollte aber die gleiche Relevanz bekommen wie die Technologie“, so die Erkenntnis von Hofmann.

Fraunhofer moniert die mangelha􏰀e Schulung. Dieses Thema gehöre dringend auf die Agenda der Personalabteilungen. Man benötige jetzt vor allem ein Verständnis für visuelle Medien, um die Vorteile der Videokommunikation voll auszuspielen. In virtuellen Gesprächsräumen müsse anders moderiert werden. Hofmann spricht von virtuellen Führungsfähigkeiten in neuen Teamkonstellationen, die sich aus der Zusammenarbeit in einer virtualisierten Welt herauskristallisieren. Bei der Videokommunikation könne über die Moderatorenrolle die Interaktion in Unternehmen beflügelt werden.

Über E-Mail und Telefon dominiere die klassische Arbeitsteilung:

„Es ist sehr mühsam, über einen reinen Audiokanal zu diskutieren. Teilnehmer gehen auf Tauchstation, beschäftigen sich mit anderen Dingen oder sind genervt. Als Moderator hat man keine Chance, dagegen etwas zu machen oder auf die Stimmungslage einzugehen“, berichtet Hofmann von den Ergebnissen einer Vergleichsstudie ihres Instituts.

Am Ende benötige man eher wieder einen Kommandostil, um überhaupt Ergebnisse zu erzielen. Bei audiovisuellen Gesprächen sei das anders. Man komme zwar nicht schneller zu Arbeitsergebnissen, aber die Qualität ist wesentlich besser. Als Hemmschuh für die Popularisierung der Videokommunikation sieht Hofmann die Fehler der Vergangenheit und die Reduktion der Vorteile auf die Einsparung von Reisekosten.

„Die Technik war schwerfällig, unzuverlässig und stand häufig nur in der obersten Chefetage, wo sich keiner hinwagte. Zudem war man froh, wenn ein IT-Mitarbeiter um die Ecke schaute, der das Ganze aktivieren und regeln konnte. Einen spontanen Einsatz gab es nicht. Systeme, die man nicht regelmäßig im Arbeitsalltag nutzt, setzen sich nicht durch“, sagt Hofmann.

Und diese Zeit sei noch gar nicht so lange her. Die Stabilität, Nutzerfreundlichkeit und Integrationsfähigkeit seien wichtig, um Videokommunikation am Arbeitsplatz zu etablieren. Auch die Belastung der Unternehmensnetze müsse geklärt werden, sonst scheitert man am Widerstand der CIOs.

„Für nahezu alle Berufszweige und jede Unternehmensgröße stehen Technologien zur Verfügung, um Arbeit intelligenter zu organisieren. Video und Mobilität sind dabei entscheidende Treiber. Durch die Videotechnologie bekommt die Kommunikation eine ganz neue, persönlichere Qualität. In kürzester Zeit hat sie sich im privaten Bereich durchgesetzt und greift nun auch immer stärker auf die Geschä􏰀swelt über. Dank mobiler Lösungen können via Internet dezentrale Arbeitsplätze organisiert werden. Arbeitszeiten lassen sich leichter von der Rushhour entkoppeln, die Präsenz in Unternehmen ist seltener notwendig. Beide Aspekte können sich positiv für Berufspendler auswirken“, so die Empfehlung von Jürgen Signer, Deutschlandchef von Aastra, Spezialist für Kommunikationstechnologien.

Wer mehr Autonomie über Zeit und Ort in der Arbeitswelt zulässt, erhöht nach Ansicht von Value5-Geschäftsführer Thomas Dehler extrem die Zufriedenheitswerte bei Mitarbeitern.

„Wer weniger Zeit im Berufsverkehr verbringt, ist ausgeglichener und kann sich mehr um seine sozialen Kontakte kümmern.“

Jeder würde aus eigener Erfahrung wissen, dass die Anwesenheit im Büro nicht gleichgesetzt werden kann mit guter Arbeit. „Wenn diese Erkenntnis in der Wirtschaft wächst, ist ein erster Schritt getan, um die Belastungen für Berufspendler zu reduzieren“, so die Erfahrung von Dehler. Wenn wir uns vom Status der Pendlerrepublik verabschieden wollen, reichen Placebo-Maßnahmen wie Shuttle-Services, Fahrgemeinscha􏰀en oder der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel nicht aus. Insofern sind die Mobilitätskonzepte von Umweltbundesamt und Verkehrsministerium etwas kurzatmig, da sie nur den Umstieg auf Bahn, Bus oder Fahrrad empfehlen. Wir müssen die Arbeit zu den Mitarbeitern bringen und dürfen Arbeit nicht mit Anwesenheit verwechseln. Um den Stress des Pendelns für Mitarbeiter zu reduzieren, sollten die Ursa- chen und nicht die Symptome bekämp􏰀 werden. Jeder nicht gefahrene Kilometer entlastet den Verkehr, senkt die Emission von klimarelevanten Treibhausgasen um 141 Gramm pro Personenkilometer und macht Menschen stressfreier.

Livestreaming Opus

Alles nachzulesen im Buch „Live Streaming mit Hangout On Air: Techniken, Inhalte & Perspektiven für kreatives Web TV“.

Wer Videokommunikation für interne und externe Zwecke ausprobieren möchte, sollte am 18. und 19. Oktober zum StreamCamp nach München kommen.

Big Show mit kleinem Budget: #Bloggercamp.tv jeden Mittwochabend nach der Tagesschau :-)

Livestreaming beim StreamCamp - in diesem Jahr in München am 18. und 19. Oktober
Livestreaming beim StreamCamp – in diesem Jahr in München am 18. und 19. Oktober

Hangout on Air ist ein verkanntes Internetmedium: Schon der Name macht das Format in Deutschland nicht eben für den Alltagsgebrauch tauglich. Was steckt aber wirklich an Potenzial und Möglichkeiten im Medium für die TV-Autonomen? Was braucht es an Technik, Know-how und rechtlichen Voraussetzungen? Es gibt schon sehr erfolgreiche Beispiele dafür, wie man das Zwitterformat aus Google Plus und YouTube einsetzen kann. In Bloggercamp.tv haben wir das exzessiv unter Beweis gestellt: Von virtuellen Bier- und Weinproben bis zum Live-Übertragungsmarathon von der Agritechnica in Hannover wurde schon vieles ausprobiert. Selbst Kanzlerin Angela Merkel musste sich von uns „besiegen“ lassen, weil sich die liebwertesten Gichtlinge ihres Beraterstabes wohl nicht ausreichend über die medienrechtlichen Restriktionen im Vorfeld des geplanten Hangouts der Regierungschefin informiert hatte.

Rotations-Merkel
Rotations-Merkel

Hangout on Air, das klingt nicht nach einem seriösen Dienst in deutschsprachigen Ohren. Es hört sich eher wie Abhängen oder Herumhängen an. Ins Deutsche übersetzt bedeutet Hangout so viel wie die Bude, der Lieblingstreff oder das Stammlokal. Es liegt sicher nicht nur an dem flapsigen Namen, dass die Livestreaming-Technologie auch nach zwei Jahren immer noch wenig genutzt wird. Google Plus, die Plattform, auf welcher der Dienst läuft, befindet sich nicht in einem vitalen Zustand. Anders verhält es sich mit YouTube, der wichtigste Teil des Livestreaming-Dienstes von Google, denn hier werden die Hangouts aufgezeichnet. Wahrscheinlich wird der Suchmaschinen-Gigant die einzelnen Dienste wieder auf eigenständige Füße stellen, was die Akzeptanz von Hangout on Air sicherlich steigern würde.

Aber warum soll Hangout on Air ein Hidden Champion sein, wie wir es in unserem Hanser-Buch beschrieben haben? Es sind die Einfachheit und Schnelligkeit: So einfach, wie man mit diesem Dienst Videos erstellen und als multimedialen Inhalt auf seiner Seite einbetten kann, gibt es das sonst nirgends im Internet. Warum die Youtube-Stars noch nicht darauf gekommen sind, fragt man sich schon lange. Bisher nutzen sie Hangout on Air lediglich, um ihre Fans zu pflegen. Das liegt vielleicht auch daran, dass man bei einer Livesendung hinterher nichts mehr rausschneiden kann, und das sind die Youtuber bislang nicht gewohnt. Was viele nicht wissen: Mit der entsprechenden Software oder Hardware kann man aber auch live schneiden.

Zufall und Handlung

Hangout on Air ist ein faszinierendes und dazu noch kostenloses Tool, um sich der Ästhetik der Live-Übertragung zu verschreiben, wie es der italienische Wissenschaftler und Umberto Eco in seinem Band „Das offene Kunstwerk“ formuliert. Nur das Fernsehen könne Bilder erzeugen und zur Ansicht bringen, während sich die dargestellten Vorgänge ereignen – ohne die Möglichkeit der Wiederholung. Allein in der Improvisation des Jazz sieht Eco eine Parallele zum Live-Fernsehen. Auch der Fernsehregisseur stürze sich in ein Gestaltungsabenteuer. Es geht um Zufall und Handlung. Als Umberto Eco in den 60er Jahren seine Gedanken zur TV-Poetik zu Papier brachte, ging er noch von einem enormen technischen Aufwand mit Ü-Wagen, Regiepult, schweren Kameras und einem exorbitanten Personalaufwand aus. Bei den Social TV-Shows zur Generalversammlung der GLS Bank im Bochumer Ruhr Congress benötigte Bloggercamp.tv zwei Laptops, zwei Logitech-Kameras, ein Mikrofon mit Mischpult und ein winziges Smartphone. Wir machten in zwei Sendungen in jeweils knapp 30 Minuten Außenreportagen, vorproduzierte Einspieler und Interviews mit Vorständen, Filialleitern, Gründungsmitgliedern der ersten sozial-ökologischen Universalbank, wichtigen Kunden sowie Prominenten wie die Starköchin Sarah Wiener.

Social TV-Show mit Sarah Wiener
Social TV-Show mit Sarah Wiener

Wir stellten Bioprodukte vor und übertrugen eine musikalische Kostprobe vom Schauspielhaus Bochum mit ihrem Singspiel „Bochum“. Es gab alle drei bis fünf Minuten ein neues Ereignis, unterschiedliche Kameraperspektiven, Regie und Moderation mit einer technischen Ausstattung, die in eine Reisetasche passt.

„Es soll Fernsehen sein – eine richtige Show mit vielfältigen Elementen, unterhaltsam, trotzdem mit viel Inhalt, ein Dutzend Gäste, mehrere Kameraperspektiven. Es darf nichts kosten, wird aber weltweit ausgestrahlt und mit Produktionsmitteln hergestellt, die wir bereits im Büro besitzen und die mit wenig Personal bedient werden. Big Show – low budget“, beschreibt TV-Journalist Kai Rüsberg aka @ruhnalist die beiden Sendungen, die er produzierte und auch die Regie führte: „Wir wollten unbedingt raus aus dem Studio – live mit Außenreportagen und per Einspielfilm, um einen Zeitsprung zu realisieren.“

Ausführlich in meiner The European-Mittwochskolumne nachzulesen.

Gute Gründe, um jeden Mittwochabend nach der Tagesschau bei den Bloggercamp.tv-Salonisten vorbeizuschauen – nicht bei den Salafisten. Man hört und sieht sich morgen Abend, um 20:15 Uhr.

Über Befehler, Im-Bild-Steher, Bürostuhl-Quietscher, Flüsterer, Echo-Redner und Bauchbinden-Taucher #StreamCamp14

Der Quatschmacher-Typ
Der Quatschmacher-Typ

In unserem Livestreaming-Buch beschäftige ich mich in einem Kapitel mit der Typologie des Powerpoint-Schwätzers: Da gibt es den „Überflieger“, der uns mindestens zehn Folien pro Minute um die Ohren haut, kurze Kommentare zu jeder Folie brabbelt und vor dem schnellen Weiterblättern noch darauf hinweist, dass die Zuhörer die Wortbrocken später im Detail nachlesen können. Häufig anzutreffen ist der „Im-Bild-Steher“.

„Wahre Könner verbinden beides zu einer erratisch anmutenden Choreografie. Der ‚Im-Bild-Steher‘ verdeckt gerne die Projektion, während er wieder und wieder auf die Folie schaut“, so der Publizist Alexander Ross.

Artverwandt mit diesem Typus ist der schüchterne Hosenscheißer. Er redet zur Folie oder zur Wand, vielleicht auch zu sich selbst – in jedem Fall ist es unmöglich, diesem inneren Monolog zu folgen. Zum Typus des „Befehlers“ gehören nicht nur Top-Führungskräfte, sondern viele, die sich aufgrund ihrer Position wenigstens einen Leibeigenen oder sonstigen Domestiken leisten können. Befehler beschränken sich bei Präsentationen auf das Reden, unterbrochen durch herrische Kommandos an den subalternen Helfer, endlich die nächste Folie an die Wand zu werfen. Für den strebsamen „Vorleser“ ist Ablesen unverzichtbar, da er mit Folien arbeitet, die überquellen und selbst mit Fernglas schwer zu entziffern sind. Typologien verortet Hannes Schleeh in einem anderen Buchkapitel auch bei einigen Hangout on Air-Akteuren – es gibt da bestimmt einige Schnittmengen mit den Powerpoint-Rhetoren. Etwa den Krachmacher:

Er ist ein besonders unangenehmer Teilnehmer in einem Hangout on Air. Unruhig und nervös herumzappelnd kann er eine Livesendung so richtig stören. Ständig hackt er etwas in seine großhubige Uralt-PC-Tastatur. Wenn er mal nicht mit der Tastatur klappert, räumt er lautstark irgendwelche Gegenstände auf seinem Schreibtisch hin und her, schlägt mit der Hand auf den Tisch oder seufzt gelangweilt. Eine Unterform des Krachmachers ist der Bürostuhl-Quietscher. Sein Dreh- und Schaukelstuhl hat noch nie einen Tropfen Öl gesehen und gibt bei jeder Bewegung jämmerliche Töne von sich. Den Bürostuhl-Quietscher stört das überhaupt nicht, im Gegenteil, er benutzt seine Lärmquelle wie ein Musikinstrument. Oft steht der Krachmacher auch mitten im Hangout on Air auf und begibt sich lautstark in die Küche oder noch schlimmer auf die Toilette. Der Mikrofonstörer unter den Krachmachern hat sein Mikrofon so nah am Hemd baumeln, dass es ständig am Kragen anschlägt. Ein anderer Typus des Mikrofonstörers hat seinen Headset-Mikrofonbügel so nah an seinem Bart, dass dieser beim Reden ständig an den Bartstoppeln auf und ab kratzt.

Der Darth Vader-Typ – oder besser gesagt der Dark Vader-Typ – liebt in Hangout die Dunkelheit, zumindest in seinem Gesicht. Er setzt sich immer verkehrt zum Licht. Hinter sich hat er eine gut ausgeleuchtete grellweiße Wand oder ein Fenster mit Tageslicht, am besten mit direkter Sonneneinstrahlung. Er selbst wird nur vom Leuchten seines Bildschirms erhellt, das sich am besten noch in seiner Brille spiegelt. Eine Spielart des Dark Vaders ist das Chamäleon oder der Typ in schwarz vor der schwarzen Wand. Nur seine rot glühenden Augen heben sich vom Tarnhintergrund ab. Chamäleon und Dark Vader scheuen das Tages- und Kunstlicht und sind auch meist sehr zurückhaltend, ganz im Gegensatz zum Krachmacher. Beim Dark Vader kann es zudem vorkommen, dass ein vernachlässigter Padawan-Schüler oder ein hungriges Haustier plötzlich aufaucht und die ganze Aufmerksamkeit des Dark Vaders und manchmal auch der Zuschauer auf sich zieht.

Der Echo Man: Man kennt ihn aus dem Radio. Das sind die Typen, denen der Radiomoderator erst einmal erklären muss, dass sie die Lautsprecher ihres Radios leiser machen müssen. Der Echo Man ist im Hangout schwer zu entdecken, denn immer wenn er spricht, gibt es kein Echo. Die anderen Teilnehmer im Hangout haben die Lautsprecher leise genug oder ein gutes Mikro- fon, welches keine Rückkopplungen produziert. Deshalb ist der Echo Man immer total entsetzt, wenn man ihm die Tonstörung anlastet. O􏰀 ist der Echo Man fast taub und dreht deshalb die Lautstärke seiner Lautsprecher auf Maximum. Headsets oder Kopfhörer hasst der Echo Man, damit kann man keine Rückkopplungen produzieren. Besonders schwierig für den Hangout on Air-Operator wird es, wenn mehr als ein Echo Man in einem Hangout ist. Dann wird die Suche nach dem Verursacher der Rückkopplung richtig schwer. Deshalb gehen die Echo Men gerne zusammen in denselben Hangout.

Der Nasenbär-Typ
Der Nasenbär-Typ

Der Flüsterer ist ein harmloser Zeitgenosse, das komplette Gegenteil vom Krachmacher. Dezent zurückhaltend und immer zu leise für die Zuschauer. Bei Hangout-Flüsterern sollten man immer den Mikrofonschieber im Regie-Tool ganz nach rechts aufziehen. Trotzdem wird es schwer, ihn oder sie zu verstehen. Manche Hangout-Flüsterer sind auch einfach zu weit weg von der Mikrofonkapsel. Sie halten sich das Mikrofon an den Bauch und nicht an den Mund. Eine Variante des Flüsterers trifft man auf Veranstaltungen. Trotz vorheriger glasklarer Anweisung spricht er überallhin, nur nicht in das Mikrofon. Der Arm mit dem ach so schweren Ton-Aufnahmegerät sinkt immer weiter vom Mund zur Gürtelschnalle hinunter. Er ist häufig identisch mit dem schüchternen Powerpoint-Hosenscheißer. Ein anderer Subtyp turnt trotz vorheriger Absprache durch den gesamten Raum, obwohl er vorher zugestimmt hat, am Pult stehen zu bleiben, wo das Mikrofon passend angebracht wurde. Gegen diese Variationen des Mikrofonflüsterers helfen nur Headsets, durch die das Mikrofon direkt und unverrückbar vor dem Sprechorgan des Flüsterers platziert wird.

Zu den besonders lustigen Zeitgenossen zählt der Bauchbinden-Taucher, ein naher Dark Vader-Verwandter. Die Ausleuchtung ist ihm egal. Mit dem Bauchbinden-Taucher können Sie im Technik-Check alles perfekt ein- stellen, den Abstand zur Kamera, die Ausrichtung der Beleuchtung. Es hilft nichts, in der Sendung wird er sich weit zu Ihnen vorbeugen. Damit verschwindet sein Kopf halb hinter der Bauchbinde. Bei extremen Bauchbinden-Tauchern kann man den Mund nicht mehr sehen. Der Grund für ihr Verhalten liegt entweder an ihren hohen Dioptrienwerten oder an dem Wunsch, das Gegenüber im Hangout durch extreme körperliche Zuwendung zu beeindrucken.

Wie man diese Fehler verhindern kann, erläutern wir ausführlich im Opus, das am 4. September im Hanser-Verlag erscheint. Beim StreamCamp in München am 18. und 19. Oktober kommt das sicherlich auch zur Sprache. Das könnten wir in einem Workshop aufgreifen.

HuffPost Live via Hangout – News-Formate mit dem Google-Dienst #StreamCamp14

Social TV-Show mit Sarah Wiener
Social TV-Show mit Sarah Wiener

HuffPost Live ist ein internet-basierter Video-Streaming-Sender, der am 13. August 2012 von der amerikanischen Nachrichtenseite The Huffington Post gestartet wurde. Mit eigenen Nachrichten und Livegesprächen mit den Nutzern der Seite über Plattformen wie Skype und Google Hangout werden pro Tag acht Stunden Programm angeboten. Von 10 bis 18 Uhr werden pro Tag acht Stunden Liveprogramm produziert. Passend zu den Themen der Mutterseite werden hier in einem speziell für das Internet erstellten Sendeformat kurze und interessante Bewegtbilder mit Livediskussionen gemischt.

Der Wiener IT-Berater Robert Redl war in einer der ersten Sendungen der Huffington Post dabei und konnte dort die europäische Sicht vertreten. Er wurde zur Sendung „Sound off Community Talk“ eingeladen, in der ein Moderator mit Gästen über tagesaktuelle Artikel der Internetseite diskutiert. Damit schafft der Sender mehr Aufmerksamkeit für die Artikel und bekommt von den Nutzern O-Töne und direktes Feedback zu seinen Publikationen. Die Leser und Zuschauer fühlen sich besser eingebunden und bleiben der Seite und dem Sender treu. Die Sendung mit Robert Redl fand am 24. September 2012 statt. Er wurde in einer E-Mail im Vorfeld vom Community-Manager als Hangout-Veteran bezeichnet, was durchaus seine Richtigkeit hat. Er war auch schon bei Bloggercamp.tv ein gern gesehener Hangout on Air-Gast und ist in der Szene bekannt wie ein bunter Hund.

Im Vorfeld werden die Teilnehmer kurz per E-Mail gebrieft und darauf hingewiesen, Kopfhörer bereitzuhalten, falls es durch ihre Hardware akustische Rückkopplungen geben sollte. Dann musste Robert der Abtretung der Verwertungsrechte an Bild und Ton der Sendung zustimmen und versichern, dass er über 18 Jahre alt ist. Die Redaktion macht einen kurzen Technik-Check mit dem Teilnehmer, um keine unliebsamen Überraschungen in der Sendung zu erleben. Trotzdem war eine Teilnehmerin in der Show über ihr Smartphone im fahrenden Auto dabei. Die hat der Moderator nach einer kurzen scherzhaften Ankündigung stummschalten lassen, da sie akustisch überhaupt nicht zu verstehen war.

So sieht der Buchumschlag aus
So sieht der Buchumschlag aus

Nachzulesen mit vielen weiteren journalistischen Anwendungsbeispielen in unserem Livestreaming-Opus, das am 4. September im Hanser-Verlag erscheint.

Die Huffington Post Deutschland, die seit dem 10. Oktober 2013 unter der Leitung von Sebastian Matthes gestartet ist, hat bisher noch kein Livestreaming-Format am Start. Matthes hat aber bereits bei seinem vorherigen Arbeitgeber, der Wirtschaftswoche, mit dem WiWo Lunchtalk ein Hangout on Air-Format zusammen mit Franziska Blum eingeführt, das um 12 Uhr mit einem Gast live gesendet wird. Mal sehen, ob und wann wir ein deutsches Hangout on Air-Format der Huffington Post zu sehen bekommen. Das wird dann vielleicht auch Thema einer StreamCamp-Session „News-Formate mit Hangout on Air“ oder so ähnlich. Werde das jedenfalls vorschlagen 🙂

Wir freuen uns sehr, das die Huffington Post als Hangout-Trendsetter in diesem Jahr StreamCamp-Medienpartner mitwirkt. Das passt gut zusammen, nicht nur der Veranstaltungsort München.

Kleiner Tipp: Sichert Euch das SPECIAL-TICKET für 60 Euro. Beinhaltet die zweitägige StreamCamp-Teilnahme, Getränke und Essen sowie ein
signiertes Buch “Livestreaming mit Hangout on Air”!!!!

Nach dem Livestreaming-Buch ist vor dem #StreamCamp14: Ideengewimmel am 18. und 19. Oktober in München

Verschmelzung von Mensch und Technik
Verschmelzung von Mensch und Technik

Hannes Schleeh und meine Wenigkeit sind mit dem Livestreaming-Buch mehr oder weniger fertig. Jedenfalls kam vom Hanser-Verlag Anfang der Woche eine positive Rückmeldung:

Hallo an Sie beide,

das Manuskript ist jetzt fertig für die Korrektur. Ich gebe Ihnen rechtzeitig Bescheid, wann es aus der Korrektur zurückkommt. Das wird wahrscheinlich im Laufe der nächsten Woche sein.

Der Umfang passt gut. Die Inhalte sind super.

Hangout on Air-Krümie
Hangout on Air-Krümie

Dann können wir uns jetzt mit ganzer Kraft der Vorbereitung des diesjährigen StreamCamps in München widmen. Diesmal nicht im November und auch nicht in Köln, wie im vergangenen Jahr, sondern am 18. und 19. Oktober in der Unternehmenszentrale von Payback!!!! Wir mussten das um einen Monat vorverlegen. Im nächsten Jahr wird das StreamCamp dann übrigens wieder im Rheinland ablaufen. Dann werde ich mich in Bonn um vernetzte Räumlichkeiten bemühen.

Im Herbst erwartet Euch wieder eine Milchstraße von Einfällen, wie es der Schriftsteller Jean Paul ausgedrückt hat. Ein Ideen-Gewimmel mit Hangout on Air. Virtuelle und reale Bierproben, vernetzte Kühen, Neuland-Gemeinheiten und die Leichtigkeit des Scheiterns.

StreamCamp-Niederlagen gibt es nur am Kicker
StreamCamp-Niederlagen gibt es nur am Kicker

Keine ordentlich gekämmten Maximen oder Aphorismen zur Lebensweisheit, sondern ein blühendes Durcheinander von Ideen, Beobachtungen, Skizzen und Parabeln in anarchischer Barcamp-Tradition.

In Bloggercamp.tv haben wir in über 250 Sendungen demonstriert, dass man die verrücktesten Ideen, provokative Debatten, ungewöhnliche Forderungen, spontane Bekenntnisse, kontroverse Diskurse und lebendige Talks mit dem Livestreaming-Dienst Hangout on Air senden kann. Das werden wir in München mit der Livestreaming-Community in vielen Sessions wieder demonstrieren.

Ideengewimmel auf dem StreamCamp
Ideengewimmel auf dem StreamCamp

Start des Ticketverkaufs und weitere Infos zum StreamCamp folgen in den nächsten Wochen. Interessenten für Medienpartnerschaften und Sponsoringkönnen sich direkt an Hannes oder an mich wenden. Man hört und sieht sich 🙂