Wie viel Zukunft steckt in der Industriestrategie von @PeterAltmaier? Wir diskutieren das in #DigitalLogeDirekt via Periscope

„Wie können wir unser hohes Maß an privatem und öffentlichem Wohlstand dauerhaft erhalten und ausbauen – unter den Bedingungen zunehmender Globalisierung, enorm beschleunigter Innovationsprozesse und expansiv beziehungsweise protektionistisch betriebener Wirtschaftspolitik anderer Länder?“ So fragt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und versucht mit seinem Papier „Nationale Industriestrategie 2030“ eine Antwort zu geben.

Einige Vorschläge sind allerdings höchst fragwürdig. Etwa die Lockerung der Fusionskontrolle.

„Seit 1990 sind in Brüssel von mehr als 7000 angemeldeten Fusionsvorhaben nur 29 untersagt worden, also durchschnittlich eine einzige pro Jahr. Es gibt hier auch keinen steigenden Trend. In den letzten 15 Jahren gab es elf Untersagungen, in den letzten fünf Jahren genau fünf (inklusive Siemens/Alstom). Wenn überhaupt, so scheint die Fusionskontrolle eher zu großzügig zu sein. In einer Reihe von Arbeiten haben Jan De Loecker (Katholische Universität Leuven), Jan Eeckhout (University College London und Barcelona) und Gabriel Unger (Harvard) belegt, dass insbesondere in den Vereinigten Staaten, aber auch in vielen anderen Staaten sowie in globaler Betrachtung die Unternehmenskonzentration seit den achtziger Jahren deutlich zugenommen hat und die unternehmerischen Gewinnmargen von durchschnittlich 10 bis 20 Prozent auf heute gut 60 Prozent über den Grenzkosten angestiegen sind (The Rise of Market Power and the Macroeconomic Implications, NBER Working Paper November 2018)“, schreibt der Wettbewerbsökonom Justus Haucap in einem Beitrag für die FAZ.

Kommt es wirklich nur auf Größe an, um innovativ zu sein? Setzen Konzerne nicht zu häufig und zu einseitig auf Effizienz-Programme, wie es Marc Wagner von der Detecon ausgedrückt hat (nachzulesen im Schumpeter-Band „Schöpferische Zerstörung und der Wandel des Unternehmertums“)?

Ähnlich sieht es Haucap: Große Unternehmenszusammenschlüsse führten regelmäßig zu einem Nachlassen der Innovationsaktivitäten:

„Dies ist nicht nur graue Theorie, sondern inzwischen auch durch zahlreiche sorgfältige Studien empirisch belegt. So hat etwa Florian Szücs (Uni Wien) in einer in der Fachzeitschrift ‚Research Policy‘ im Jahr 2014 publizierten Studie ermittelt, dass bei weit über 100 untersuchten Unternehmenszusammenschlüssen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung nach der Fusion deutlich reduziert wurden. In einer mit meinen Düsseldorfer Kollegen Joel Stiebale und Alexander Rasch erstellten Studie, die in diesen Tagen im ‚International Journal for Industrial Organization‘ erscheint, haben wir durch die detaillierte Analyse von 65 großen Fusionen in der pharmazeutischen Industrie herausgefunden, dass – in Relation zu vergleichbaren Pharmamärkten ohne Fusionen – nicht nur die Innovationen der Zusammenschlussparteien nach Unternehmensfusionen zurückgehen, sondern auch die ihrer Wettbewerber.“

Statt Großfusionen durchzuwinken, um gegenüber „den“ Chinesen wettbewerbsfähig zu werden, wie im Fall Siemens-Alstom, sollten wir auf dem europäischen Markt unsere Hausaufgaben machen. Der europäische Marktanteil des Staatskonzerns CRRC ist kaum messbar. „Wenn man etwas für das europäische Eisenbahnwesen tun will (und damit auch für den Klimaschutz), wäre es sinnvoll, in die Bahninfrastruktur zu investieren und das europäische Netz von Hochgeschwindigkeitszügen auszubauen. Das Ausschalten des Binnen-Wettbewerbs in Europa wäre kontraproduktiv“, schreibt Haucap. Und organisiert endlich die Mobilitätswende und verschleudert keine Steuergelder mehr in Teer und Beton. Im Handelsblatt-Interview fordert Grünen-Chef Robert Habeck richtigerweise einen Umbau des Industriestaates, um das Land ökologisch an die Spitze zu bringen. Auch das lässt sich nur mit Top-Technologie und Exzellenz bei den Leistungen der Ingenieure bewältigen. Hier sind die Hidden Champions des Landes gefordert.

Wie viel Zukunftspotenzial steckt denn nun in der nationalen Industriestrategie von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier?

Wir wollen das in einem neuen Format diskutieren zwischen 14 und 15 Uhr via Periscope#DigitalLogeDirekt mit Silke Lehnhardt und Dr. Andreas Rebetzky von der DigitalLoge. Moderation: Gunnar Sohn.

Themen: Mittelstand in Deutschland; China 2025; Innovationsspeed; Plattformstrategien. Man hört, sieht und streamt sich zwischen 14 und 15 Uhr.

Re-Livestream auf Facebook:

Warum Alibaba-Chef Jack Ma MBA-Absolventen nicht mag und eine digitale Räterepublik gar nicht so schlecht wäre #NEO18x

Eine sehr unterhaltsame Session von Professor Frank H. Witt: Machine, Platform, Crowd – Wer gestaltet welche Zukunft? Bislang einer der Höhepunkte der diesjährigen Next Economy Open #NEO18x

Die 100-Jahresziele der KP China: Peking setzt auf Repression

Meister der Strategem-Lehre

1971 wurde die Volksrepublik China als Ständiges Mitglied des Sicherheitsrates in die Vereinten Nationen aufgenommen, nach und nach nahmen die westeuropäischen Staaten diplomatische Beziehungen mit China auf.

„2001 trat Peking der Welthandelsorganisation bei – es war einer der wichtigsten, von Washington, Brüssel und Berlin ausdrücklich unterstützten Schritte Chinas auf dem Weg zur wirtschaftlichen Supermacht. Doch die Hoffnung, ein politisch und ökonomisch eingebundenes China würde sich in einen offeneren, pluralistischen Staat verwandeln, hat sich zerschlagen. China ist heute so reich wie nie und so autoritär wie seit Jahrzehnten nicht“, schreibt Spiegel-Korrespondent Bernhard Zand.

Am vergangenen Wochenende beschloss nun die Kommunistische Partei, die Beschränkung der Amtszeit des chinesischen Präsidenten aufzuheben. Der Nationale Volkskongress, der kommende Woche zusammentritt, werde den Beschluss sicher bestätigen und Staatschef Xi Jinping seine Agenda des starken und repressiven Staates weiter vorantreiben, womöglich bis an sein Lebensende.

„China-Experten gehen allmählich die Superlative aus, um die Dimensionen von Xis Machtergreifung zu beschreiben. Die Ämterfülle seiner Vorgänger hat er bereits vor Jahren überschritten, seine Allgegenwart im modernen China ist nur mehr an der von Mao Zedong zu messen. Xi mit Wladimir Putin oder Recep Tayyip Erdogan zu vergleichen ist eine matte Untertreibung“, erläutert Zand.

Je stärker Peking werde, desto offener setzt es sich über Regeln hinweg, von denen es umgekehrt aber noch immer profitiert.

„Während chinesische Unternehmen von Bayern bis Kalifornien westliche Firmen kaufen, ist deren Marktzugang in China strikt beschränkt. Dass ein deutscher Konzern einen chinesischen Flughafen oder Anteile an einer führenden Bank erwirbt wie Chinas HNA-Group kürzlich in Deutschland, ist undenkbar. Während China die Welt mit Kulturvereinen und Konfuzius-Instituten überzieht und Korrespondenten der Staatspresse ungehindert aus dem Westen berichten, hat Peking ausländische NGOs dem Sicherheitsministerium unterstellt, akkreditiert Journalisten oder auch nicht, überwacht sie und behindert vielfach ihre Arbeit. Und während Peking jeden Empfang des Dalai Lama, jeden vermeintlichen Verstoß gegen die ‚Ein-China-Politik‘ diplomatisch bestraft, knüpft die KP weltweit formelle und informelle Netzwerke, welche die Souveränität anderer Staaten infrage stellen: In vielen kleinen Ländern entlang der ‚Neuen Seidenstraße‘, Chinas eurasischem Entwicklungsgürtel, investiert Peking Milliarden in Großprojekte, schafft damit zugleich aber neue finanzielle und politische Abhängigkeiten. Mit dem sogenannten 16+1-Format, seinem Zusammenschluss mit südost- und osteuropäischen Staaten, überschreitet diese Strategie Chinas bereits die Grenzen der EU“, führt Zand aus.

Der Verfassungsschutz wirft den chinesischen Diensten gar einen „breit angelegten Versuch der Infiltration von Parlamenten, Ministerien und Behörden“ vor. Chinesische Agenten, sagt Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen, nutzten neuerdings soziale Netzwerke, um „im großen Stil“ Quellen anzuwerben.

Soweit die Spiegel-Analyse. Ist das überraschend? Wer die Schriften des Sinologen Harro von Senger kennt, dürfte über dieses Szenario nur müde lächeln. Die Supraplanungen der KP China sind kein Geheimnis:

„China verfolgt zwei 100-Jahresziele – siehe mein Buch ‚Supraplanung‘ ab Seite 115 – und in deren Rahmen die vier Modernisierungen, ohne die die beiden Ziele nicht erreicht werden können, darunter die Modernisierung der Industrie und die Modernisierung der Wissenschaft, Technik, Landwirtschaft und Landesverteidigung, die Modernisierungen 3 und 4 – schon statuiert in der Verfassung der VRCh vom März 1978 und auch in der jetzt geltenden Verfassung vom 4.12.1982, jeweils Präambel, beide Verfassungen sind im Internet abrufbar“, so die Stellungnahme von Harro von Senger gegenüber ichsagmal.com.

Die beiden Ziele könne China nicht autark erreichen, sondern nur mit Hilfe des bereits modernisierten westlichen Auslands.

Zur Modernisierung von Industrie unter Rückgriff auf den bereits modernisierten Westen werden verschiedene Massnahmen ergriffen u.a.: Joint-venture Gesetz vom Juli 1979, siehe insbesondere Art. 5; Kopieren (legal: wenn die ausländische Firma den Marken- oder Patentschutz in China nicht eintragen liess, oder auch illegal); Zeitlich begrenzte Anstellung westlicher Experten, besonders gerne ausgemusterte westliche Spezialisten im Ruhestand, deren hoher Kenntnisstand abgeschöpft wird; Sendung von Studierenden seit den 1980er Jahren an westliche Hochschulen zur Weiterbildung – vor allem in naturwissenschaftlich-technischen Fächern; Übersetzen von westlicher Fachliteratur; Einladung westlicher Koryphäen für Vorträge nach China; Kauf von ausländischen Firmen, zum Bespiel Daimler, zum Zwecke des Zugangs zur „fortschrittlichen Technologie“ der betreffenden Firma. All das liegt offen vor.

Diese politische Dimension und der Einsatz der Strategeme fehlt häufig in der Betrachtung des chinesischen Marktes. Beispielsweise hier: AUFSTIEG des ROTEN DRACHEN: Wie China sich zum technologischen Powerhouse wandelt – Ein INSIDER-Interview.

In seinem jüngsten Buch beschäftigt sich übrigens Harro von Senger mit dem Thema Schweiz und China – eine Verwandtschaft im Geist:
Weisheit und List fliessen in China ineinander über. Und die Schweiz verfügt über eine ganz eigene Listkompetenz. Nachzulesen in dem Opus: „Das TAO der Schweiz“.

Naiv sollte man übrigens auch nicht beim Einsatz chinesischer Web-Dienste sein: Mit Schleimpunkten fängt es an, mit Denunziantentum im Auftrag des Staates ist es Totalitarismus #KPChina #Mobike #WeChat #bgbd18

Westliche Wirtschaftsbranchen unter chinesischer Vorherrschaft #KPChina

China

In der September-Ausgabe der Zeitschrift brandeins geht der Management-Professor Stephan A. Jansen auf die Einkaufstour von China in der westlichen Welt ein. Und da passiert zur Zeit ja einiges: Das Reich der Mitte definiert sich nicht nur als „Weltmacht der Plagiate“. Die KP China will mehr, wie Jansen meint: „….es geht um die Konzentration ganzer Branchen unter chinesischer Vorherrschaft. So hat sich die Chang Gong Group ein Nähmaschinen-Cluster mit Dürkopp Adler, Pfaff und Stoll zusammengekauft. Und das geschieht auch in der Elektronik- oder der Luft- und Raumfahrtindustrie.“

Oder im Netzwerkgeschäft in Konkurrenz zu Ericsson und Co. Oder im Maschinenbau und in der Robotik – Stichwort „Kuka“. Ob die Entwicklung bedrohlich sei, lässt Jansen offen. Es würden noch keine verlässlichen Langfrist-Studien vorliegen, wie sich die übernommenen Firmen entwickelt haben. Aber es scheine so, dass die wirtschaftliche Entwicklung meist positiver ist als die der Konkurrenz, weil zusätzliche Mittel geflossen sind und notwendige Professionalisierungen eingeleitet wurden. Politisch wertet der Karlsruher Wissenschaftler das Geschehen nicht. Ein Fehler, wie mir der Sinologe Professor Harro von Senger im Interview sagte:

„In der westlichen Welt scheint man zu meinen, Hintergrundwissen über die Volksrepublik China sei überflüssig, es genüge, von Fall zu Fall die Tagesereignisse zu verfolgen und mit westlichen Alltagswissen ad hoc zu reagieren.“

Anstatt auf induktivem Weg, durch Feldforschungen, Umfragen, Interviews, Inspektionsreisen, die Sammlung und Auswertung von Einzeleindrücken allmählich gewisse Verhaltensmuster herauszukristallisieren, die Chinas Aufbau erklären, könnte man umgekehrt eine vergleichsweise arbeitssparende Methode einsetzen.

„Sie bestünde darin, das, was in China unter amtlicher Leitung vor sich geht, deduktiv, aus der Sicht der geltenden generell-abstrakten Partei- und Gesetzesrechtsnormen wahrzunehmen“, so von Senger.

Dann verstünde man über Jahre und Jahrzehnte hinweg eine riesige Zahl von durch die Partei gelenkten Einzelvorgängen. Dazu zählt etwa das Programm Internet Plus.

„Von einem Werkplatz der Welt zu einem Pionier und Taktgeber im Bereich der Digitalisierung schreitet das 1,3 Milliardenvolk scheinbar unaufhaltsam voran. Das wird im Westen kaum wahrgenommen. Doch wir müssen uns auf die Transformationen der Volksrepublik zu einer Digital-Großmacht, zu einer Konsumgesellschaft und zu einem zunehmend urbanisierten Land rechtzeitig einstellen. Smart-Phone- Gesellschaft, e- und m-Commerce, Bezahldienste, grüne Energien und zukunftsgerichtete Verkehrs- und Gebäudelösungen. China ist auf dem Weg, unser traditionelles Vorgehen der kontinuierlichen, technologiegetriebenen Weiterentwicklung in punkto Geschwindigkeit und Umsetzungskraft in den Schatten zu stellen“, erläutert von Senger im Netzpiloten-Interview.

Gleiches gilt für die Strategie der Kommunistischen Partei, in der globalen Expansion nicht nur über Joint Venture-Projekte Modernisierungspotenzial aus dem Westen abzuziehen. Man setzt jetzt darauf, Unternehmen im Ausland zu kaufen, um an Technologien und an ausländische Kunden heranzukommen.

„Jede westliche Führungskraft, die sich mit Geschäften in China beschäftigt, sollte die Parteidokumente und die parteiamtlichen Dokumente kennen“, rät von Senger.

Wir sollen uns also stärker die Frage stellen, ob die Gesamtstrategie der KP China für uns bedrohlich ist. Die Entwicklung einzelner Unternehmen, die von chinesischen Investoren übernommen wurden, hilft da nicht weiter. Ausführlich in meiner Notiz-Amt-Kolumne nachzulesen.

Industrielles Internet: Wenn aus Vorsprung Nachsprung wird – China hat die Nase vorn #FraunhoferIAO #Industrie40

Industrie 4.0-Vorsprung weggeblasen
Industrie 4.0-Vorsprung weggeblasen

Beim industriellen Internet ist China nach einer Meldung von Fraunhofer IAO bereits auf der Überholspur. Von 2013 bis 2015 haben chinesische Erfinder auf diesem Gebiet über 2500 Patente angemeldet und liegen somit deutlich vor den USA mit 1065 sowie Deutschland mit 441 Anmeldungen.

Die Patentanalyse zeige, dass Chinas Technologieaktivitäten derzeit inhaltlich mit hoher Priorität auf energie-effiziente industrielle Sensornetzwerke sowie auf künstliche Intelligenz abzielen.

Das Fraunhofer IAO wird ab Juni 2015 halbjährlich die englischsprachige Technologiestudie „Industry 4.0 – Chinese Patents“ anbieten. Die Studie enthält einen Überblick von rund 1000 chinesischen Patentveröffentlichungen.

Die Technologien der 50 wichtigsten chinesischen Patentveröffentlichungen eines Halbjahrs werden von Experten qualitativ analysiert und in Steckbriefen zusammengefasst. Sie enthalten Bewertungen für Neuheit, Innovationshöhe sowie Umgehbarkeit. Zielgruppe in Unternehmen: Forschung und Entwicklung, Vertrieb sowie Patente.

Wo ist nach diesen Infos der teutonische Industrie 4.0-Vorsprung nur geblieben?

Im April 2013 ging die so genannte Plattform Industrie 4.0 als Gemeinschaftsprojekt der Wirtschaftsverbände BITKOM, VDMA und ZVEI mit großen Erwartungen an den Start, um die Hightech-Strategie der Bundesregierung maßgeblich zu unterstützen. Die Initiative steht für die Anwendung des Internets der Dinge und der Dienste in industriellen Prozessen, in Produktion und Logistik, mit weitreichenden Konsequenzen für die Wertschöpfung, die Geschäftsmodelle sowie die nachgelagerten Dienstleistungen und die Arbeitsorganisation. Was die drei Verbände zustande gebracht haben, die immerhin rund 6000 Mitgliedsunternehmen der deutschen Spitzenindustrie repräsentieren, ist spärlich.

Die USA sind dabei, auch bei der vernetzten Industrie Trendsetter zu werden, warnt Franz Eduard Gruber, Gründer und Chef der Software-Firma Forcan, die sich auf die Steuerung von Maschinen spezialisiert hat. Die Amerikaner haben nach seinen Erfahrungen erkannt, dass die Standardisierung in der Kommunikation von Maschinen und Sensoren entscheiden ist.

„Wer den Standard definiert, der definiert, in welche Richtung der Weltmarkt künftig läuft“, so der ehemalige SAP-Manager auf einer Fachtagung des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam.

Die USA hätten mit dem offenen Standard MTConnect bereits Fakten geschaffen. Und dann folgt eine denkwürdige Replik:

Kuka

Das sei einer Gründe, warum die Plattform unter dem Dach des Bundeswirtschaftsministerium umorganisiert wird. Hat man das eigentlich bei der Gründung der Plattform nicht gewusst? Mit dem Fraunhofer-Zahlenwerk wird jedenfalls deutlich, dass wir trotz hektischem Aktionismus von Kanzlerin Angela Merkel, Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Wissenschaftsministerin Johanna Wanka auch beim „Internet der Industrie“ den Wettbewerb mit den USA und China verlieren könnten.

So langsam werden wir zur verlängerten Werkbank, die sich auf die Veredelung von Produkten und Diensten zurückzieht. Wie viele unserer Projekte in der Grundlagenforschung, Patente und Ingenieurleistungen bringen wir zum Markterfolg? Welchen Stellenwert hat bei uns die Digitalisierung und die Konzentration auf Anwendungen, die bei Produkten immer entscheidender wird? Von der Heimvernetzung bis zur großspurig verkündeten Energiewende, die im Streit um das EEG gerade kräftig zerredet wird, verspielen für wichtige Themen, die eng mit der vernetzten Ökonomie zusammenhängen.