#MediaCampNRW – Die Sessions „Livestreaming tot?“ und „Zersplitterte Öffentliche Meinung“: Für die Doku @ruhrnalist

Auf Wunsch hier noch mal die zwei Aufzeichnungen der MediaCampNRW Sessions, an denen ich beteiligt war:

Livestreaming tot?

Zersplitterte Öffentliche Meinung:

Resonanz insgesamt:

Graswurzel-Bewegungen fangen klein an, beim #DorfCamp in Bonn-Duisdorf

Graswurzel-Bewegungen fangen klein an. Dafür ist das Dorfcamp genau das richtige Format. Ein Barcamp im Miniformat – mit Grill. Am Samstag, den 24. Juni 2017 in Bonn-Duisdorf, Ettighoffer Str. 26a, 53123 Bonn.

Start um 10 Uhr – Vorstellungsrunde und Session-Planung.
11 bis 11:45 Uhr – Erste Session
12 bis 12:45 Uhr – Zweite Session
13 bis 13: 45 Uhr – Dritte Session
13:45 bis 14:30 Uhr – Kleiner Mittagsimbiss (abends ist ja dann GrillCamp)
14:30 bis 15:15 Uhr – Vierte Session
15:30 bis 16:30 Uhr – Käsekuchen-Diskurs: Marx und die Netzökonomie
16:45 bis 17:30 Uhr – Fünfte Session
17:30 bis Open End – Grillen (Fleisch oder Vegetarisches bitte mitbringen, die Getränke gehen aufs Haus).

Bitte die Session-Ideen schon vor dem DorfCamp formulieren mit einem kleinem Exposé (bis zum 18. Juni). Das stellen wir dann im Vorfeld zur Abstimmung ins Netz. Alle Sessions werden via Facebook Live (Ecamm-Software) übertragen. Hier können wir auch Folien zeigen (jpg-Dateien!) oder auch Einspieler bringen.

DorfCamp kostet nichts. Bitte dennoch über die Facebook-Seite verbindlich anmelden.

So lief das erste DorfCamp bei Tim Ebner:

Man hört, sieht und streamt sich in Bonn-Duisdorf 🙂

Karl-Heinz Land und die Kölner Barcamp-Kontroverse – Ein offener Brief an die Mitdurchführer

Anmerkungen zur Barcamp-Kultur
Anmerkungen zur Barcamp-Kultur

Gute Worte in einer Facebook-Debatte mit dem Kölner Unternehmer Karl-Heinz-Land haben wohl nicht gefruchtet in einem neuen Kapitel der Kölner Barcamp-Kontroverse. Deshalb haben wir uns jetzt zu dieser Initiative entschlossen.

Offener Brief an Karl-Heinz Land, “neuland digital vision & transformation” und changegestalten.de

Guten Tag,

Sie veranstalten im November 2016 ein “Digital Barcamp 2016” für “Unternehmer und Führungskräfte”. Wir sind der Ansicht, dass es sich bei Ihrer Veranstaltung, wie Sie selbst sagen – um einen “Mix aus Barcamp und „klassischer“ Konferenz” handelt und – wie Sie auch selbst sagen – eben “formal nicht um ein „reines Barcamp“”.
Diese Erkenntnis finden wir lobenswert.
Diese Erkenntnis hat auch Konsequenzen:

Nämlich:
Bitte nennen Sie Ihr Event dann auch nicht “Barcamp” (“Camp” alleine ist OK und sie können gerne auch erwähnen, dass es “Elemente der Open-Space- und Barcamp-Methodik einsetzt”.)

Sie fügen so der Idee der Barcamps erheblichen Schaden zu und verwirren sowohl “klassische” Barcampbesucher als auch Ihre Kunden.

Klassische Barcamps beruhen auf der Idee des freien Zugangs, sie müssen nicht per se kostenlos sein, Beträge zur Unkostendeckung gelten in der Community als akzeptiert. Ihre Preise zwischen 725 und rund 1500 EUR/Person hingegen dienen ganz offensichtlich ausschließlich der Zielgruppenselektion und sind von klaren Gewinnabsichten getragen.

Sie wurden in den letzten Wochen eindringlich auf diese Probleme hingewiesen und es wurde Ihnen der Charakter der Community Mark erklärt. Sie haben zum Ausdruck gebracht, dass Ihnen das gleichgültig ist.

Uns aber nicht.

Bitte entfernen Sie zeitnah den Begriff “Barcamp” aus Ihrem Event-Titel.
Bitte entfernen Sie zeitnah weitere Erwähnungen des Begriffs “Barcamp” (mit oben erwähnter Ausnahme, wenn Sie mögen) aus Texten, die dieses Event charakterisieren oder bewerben.

Wir behalten uns weiter kommunikative Schritte vor, wie auch eine Ausweitung der Kommunikation in die globale Barcamp-Community.

Zeigen Sie Respekt vor eine globalen Bewegung der Kollaboration und des “Wissen-Teilens”!

Es grüßen die Barcamporganisator*innen

Franz Patzig, Barcamp Köln, München, Frankfurt, Hamburg, Shanghai, Beijing (seit 2006)
Oliver Gassner, Barcamp Bodensee, seit 2008.
Nicole Ebber, Barcamp Köln (2007-2008), Barcamp Berlin (2008)
Frank Feldmann, Barcamp Berlin (2007), CommunityCamp, seit 2008
Jan Kus, Barcamp Köln (2006-2007), Webmontag Köln seit 2009
Nils Hitze, BarCamp München (2008-2009), GameCamp München (2009-2011), CloudCamp München (2010)
Andreas Pilz, Barcamp Nürnberg (2010-2016)
Alexander Graf, Barcamp Hamburg (2007-2011)
Nicole Y. Jodeleit, BarCamp Hannover 2008 + 2011 (Orga), Besuch unzähliger BC
Gunnar Sohn, StreamCamp Köln/München (2013/2014), leidenschaftlicher Barcamper

Nachtrag: Das Ansinnen der digitalen Aufklärung für die Wirtschaft, das von Karl-Heinz Land ins Spiel gebracht wurde, haben wir mit der Next Economy Open realisiert. Wir haben es bewusst nicht Barcamp genannt, weil wir an den zwei Tagen mit einer Mischform aus Barcamp-Sessions und Call for Paper-Sessions gearbeitet haben. Von den 150 Teilnehmern waren rund 30 Prozent Geschäftsführer von mittelständischen Unternehmen. Dazu kamen dann noch Führungskräfte von Microsoft, HP und Co. Aber selbst hier haben wir mit Keynotes. Panel-Diskussionen, einer Liveschalte zur University of Edinburgh, Live-Musik, Freibier und rheinische Tapas für zwei Tage nur 50 Euro berechnet, um auch der Wirtschaft die Barcamp-Idee zu vermitteln – ohne elitäres Gehabe.

Erste Reaktionen:

Update: Das Digital Barcamp heißt jetzt Digital ChangeCamp

Und der Mitdurchführer ist jetzt Redner:

„Diese Veranstaltung richtet sich an Entscheider in Unternehmen, die im Thema Digitalisierung die Brisanz für Ihr Unternehmen erkannt haben und handeln wollen. Zusammen mit Karl-Heinz Land (als Redner), laut brand eins einem der TOP 10-Berater 2016 im Bereich Digitalisierung, werden wir diese informative und auf Lösungen ausgerichtete Veranstaltung im STARTPLATZ in Köln durchführen.“

Die ursprüngliche Fassung zur Erinnerung
Die ursprüngliche Fassung zur Erinnerung

Unsere Diskussion via Live-Hangout findet dennoch statt. 17 Uhr.

Um 10 Uhr vorher die Meistermacher Morningshow.

Wie offen dürfen Barcamps sein? Eine #BCDebatte über geschützte Räume, Livestreams und offene Diskussionen

Mobiles Livestreaming-Studio
Mobiles Livestreaming-Studio

Auf Twitter und Facebook tobt gerade eine Disputation über Sinn und Unsinn von Livestreams bei Barcamps.

Ein Gegenargument von Astrid Christofori: Livestreaming zerstöre die “Illusion” des geschützten Raums. Mit der Dauerhaftigkeit des Abrufs durch den gespeicherten Stream gehe zudem die Leichtigkeit und Flüchtigkeit der Gespräche verloren. Also doch lieber ungestörte Hinterzimmer-Romantik? Tweets, Fotos, Blog-Berichte, Facebook-Postings sind weniger öffentlich? Livestreaming führt zu weniger offenen Diskussionen? Hab ich so nie erlebt. Das überzeugt Jan Theofel nicht so ganz. Seine Meinung: Es sei schlicht so, dass es entweder einen Livestream gibt oder nicht.

„Du wirst nie wissen, wie die gleiche Diskussion mit respektive ohne Livestream verlaufen wäre. Wir müssen als theoretisch erörtern, wie es vermutlich ist – erfahren oder gar messen können wir es nicht.“

Das gilt auch umgekehrt, Jan. Ein Zirkelschluss. Fällt also als Gegenargument weg. Du bist da vielleicht anderer Meinung, nicht mehr. Ich selbst habe Sessions mit und ohne Livestreaming durchgeführt. Die waren lebendig, diskussionsfreudig und auch tiefgründig, unabhängig von der Liveübertragung. Ist das ein Gegenbeweis? Nö. Es sind nur meine bescheidenen Erfahrungen.

Machen denn Livestreams auf Barcamps immer Sinn? Nicht die Bohne. Es kommt auf das Konzept und die Formatideen an. Technisch ist es ohnehin ein gigantischer Aufwand, in jedem Session-Raum Livestreaming überhaupt anzubieten – von der Breitbandigkeit mal ganz abgesehen.

Aber bei Barcamps „geschützte Räume“ zu beanspruchen, halte ich unabhängig von Liveübertragungen schon für etwas merkwürdig. Jedes Foto, jeder Tweet oder jedes Facebook-Posting von öffentlichen Veranstaltungen kann eine ähnliche Wirkung erzielen wie Livestreams. Erinnert sei nur an die Replik eines CDU-Beraters auf Twitter, ob denn die Kanzlerin bei Ihrem Live-Hangout-Format für Bürgerdialoge über eine Sendelizenz verfügt 🙂

Gute Argument hat Sebastian Greiner vom Stream-Café gebracht:

„Wenn man mich fragt, warum ich Liveübertragungen und Videoaufzeichnungen von Veranstaltungen mache, sage ich immer, dass es mir um das Teilen von Wissen geht. Dies live zu tun, hat den Vorteil, dass man auch direkt Feedback bei einer Veranstaltung erhalten kann (z.B. über Twitter) und nicht erst in den YouTube-Kommentaren. Außerdem ermöglicht man Menschen eine relativ direkte Teilnahme an Veranstaltungen, auf denen sie aus verschiedenen Gründen nicht selbst anwesend sein können. Das kann räumliche Entfernung oder auch eine fiese Erkältung sein.

Was man live mitschneidet, kann man auch direkt aufzeichnen und weiter verwerten. Bei der re:publica in Berlin z.B. gehen die Vortragsvideos noch während der Veranstaltung online zu YouTube, wobei auch hier nur eine der vielen gleichzeitigen Sessions live übertragen wird, aber zumindest alle Sessions aufgezeichnet.

Grundsätzlich gehe ich bei Menschen, die einen Vortrag halten, oder eine Diskussionsrunde zu Politik und Gesellschaft führen, davon aus, dass sie wollen, dass ihre Meinung gehört wird. Warum sonst sollte ich mich vor ein Publikum auf die Bühne stellen? Ich gehe dementsprechend auch davon aus, dass Vortragende es für gut heißen, wenn ihr Vortrag auch dauerhaft einem breiten Publikum zur Verfügung gestellt wird.“

Es geht doch um die Anschlussfähigkeit von offenen Formaten, um die Kultur des Teilens, um Transparenz jenseits von irgendwelchen exklusiven Konferenzen wie Bilderberg oder Weltwirtschafftsforum in Davos, wo man unter sich bleiben will.

Wie offen sollen also Barcamps sein? Das wollen wir in der nächsten Woche am Dienstagabend via Hangout on Air diskutieren. Start: 20 Uhr. Für alle Mitdiskutanten: Ich mache den Hangout um 19:45 Uhr auf.

„Regel“ für den Live-Hangout: Es gilt das gesprochene Wort 🙂 Autorisierungen, Veränderungen oder gar Löschungen sind nicht möglich. Das Gespräch findet live und ungeschminkt statt. Hashtag zum Mitdiskutieren #BCDebatte