#TwitterFiles und die Rolle von Plattformen als Staat im Staate

Twitter-Prosa für Fortgeschrittene

Ist die Veröffentlichung der Twitter Files nur ein laues Lüftchen, mit dem der Vulgärkapitalist Elon Musk ein wenig zurückschießt, um wieder etwas mehr Luft zu bekommen im Netz-Diskurs nach seinen fürchterlichen Eskapaden in den vergangenen Wochen und Monaten, die zum Reputationsverlust des Tesla-Mannes führten? Mit Sicherheit versucht Musk damit wieder Boden gut zu machen. Aber ein laues Lüftchen oder kalter Kaffee sind die Files mitnichten.

Was Matt Taibbi und Co. im Auftrag von Elon Musk ans Tageslicht befördern, leider völlig unzureichend und bruchstückhaft, dokumentiert dennoch in Ansätzen die Hilflosigkeit, Naivität und die Überforderung von Social-Web-Plattform-Verantwortlichen, mit Fake News, Hetze, Desinformation, Denunziantentum, Beleidigungen, Hass, Drohungen und rechtswidrigen Inhalten umzugehen.

Letztlich agieren Twitter und Co. wie Lemminge oder aufgeregte Hühner, die die Einflüsterungen von amerikanischen Behörden, vom FBI über die Homeland Security Agency bis zur CIA, dem Finanzministerium oder auch Eingaben von Kongressabgeordneten folgen.

Kapitel neun der „Twitter Files“ ist zu entnehmen, dass es im Sommer 2020 eine Konferenz von Mitarbeitern der CIA und Twitter gegeben habe, Twitter und Facebook erhielten regelmäßig Sicherheitsbriefings. Das FBI und dessen für Spionageabwehr zuständige Einheit „Foreign Influence Task Force“ hätten sich nicht nur regelmäßig mit Twitter-Leuten getroffen, sondern auch mit Yahoo, Twitch, Cloudflare, LinkedIn und sogar Wikimedia. Zudem habe Twitter vom FBI bis 2019 rund 3,4 Millionen Dollar erhalten. Was würde in Deutschland lossein, wenn so viel Kohle vom BKA in die Kassen von Business Insider oder dergleichen fließen würde? Alles nur ein laues Lüftchen, keine neuen Erkenntnisse?

Auch das sogenannte Shadow-Banning (engl. für Schattensperre), hat wohl stattgefunden. Bestimmte Nutzer oder Tweets werden in ihrer Sichtbarkeit und somit ihrer Reichweite eingeschränkt, ohne dass sie darüber informiert werden. Für manche Zeitgenossen ist das ein normales Vorgehen, wenn Nutzer gegen Richtlinien verstoßen. Nachzulesen in einer Meldung von tagesschau.de.

Die Aufregung über so etwas würde vor allem die Unkenntnis vieler Menschen über die Mechanismen Sozialer Netzwerke erklären? Nee. Es erklärt die AGB-Willkür von Twitter und Co. und die hat mich schon in der Vergangenheit auf die Palme gebracht.

So schrieb ich vor ein paar Jahren: Sie spielen Polizei, Geheimdienst, Sittenwächter, Zensor, Staatsanwalt, Richter und initiieren mittelalterliche Prangermethoden zur Verbannung von vermeintlichen Querulanten. Gaming-Anbieter, Netz-Giganten und Betreiber von Social Networks mutieren immer mehr zum Staat im Staate unter Missachtung rechtsstaatlicher Regeln. Sie instrumentalisieren Allgemeine Geschäftsbedingungen für Sanktionen, schließen Nutzer willkürlich aus und erteilen nach Belieben Ermahnungen, gegen die sich keiner so richtig wehren kann. Was macht ein professioneller Computerspieler, der von der Gaming-Community unter Duldung des Betreibers in einem „Tribunal“ wie zu Zeiten der Jakobiner-Herrschaft lebenslänglich von der Plattform verbannt wird, weil er als unhöfliche Nervensäge einigen Konkurrenten auf den Keks gegangen ist? Der Betroffene ist hilflos, es gibt keine Schiedsgerichte, Mediatoren oder juristisch saubere Verfahren.

Am Ende wirkt der Bannspruch wie ein Berufsverbot. Es sind Schand- und Ehrenstrafen, die die Reputation vernichten. Ab dem 12. Jahrhundert eine beliebte Methode der Herrschenden, um die Fassade der „ehrbaren“ Bürger zu wahren. Wenn der Delinquent nicht geköpft, erhängt oder gevierteilt wurde, sollte er zumindest der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Die bigotte Community vertrieb den Außenseiter. An dieser Stelle folgt meistens der Einwand, dass ja niemand gezwungen sei, die sittenwidrigen Geschäftsbedingungen zu akzeptieren. Es ist wie bei einer Hausordnung. Wer das Hausrecht besitzt, könne auch sanktionieren. Bei einem Music-Club oder einer Bar nehmen wir das leider allzu oft hin, weil es genügend Alternativen gibt. Der Türsteher mokiert sich über meine krumme Nase, Hautfarbe oder mein schlampiges Outfit und lässt mich nicht rein.

Wenn Plattformbetreiber meine virtuellen Accounts wegen angeblicher Regelverstöße löschen oder sperren, kann das meine komplette Arbeitsfähigkeit gefährden. Werden Applikationen inhaltlich zensiert, bleiben die Grundrechte auf der Strecke. Selbst wenn man sich die Mühe macht, die wenig erfrischende AGB-Prosa der Anbieter zu studieren, müsste danach noch die Konsultation bei einem Anwalt folgen, um am Ende auf den Button zu klicken, der besagt: „Ich habe die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sorgfältig gelesen und akzeptiere sie.“ Wie muss ich denn folgende Formulierung interpretieren: „Die vorgenannten Haftungsbeschränkungen gelten nicht in den Fällen zwingender gesetzlicher Haftung (insbesondere nach dem Produkthaftungsgesetz) sowie bei Übernahme einer Garantie oder schuldhaft verursachten Körperschäden.“? Hä? So geht es in der Regel noch 500.000 Zeichen weiter. Ohne Jura-Studium mit jahrelangem Besuch von überteuerten Repetitorien kommt man wohl nicht weiter. Und selbst Juristen legen sich bei diesem verschachtelten Gemurmel die Karten. Es sind Gummi-Paragrafen, die den Firmen maximale Bewegungsfreiheit gewähren, um gegen Anwender irgendwelche Knüppel zu schwingen oder sich bei Rechtsstreitigkeiten aus der Affäre zu ziehen.

Wer meine Reichweite einschränkt, ohne mir das mitzuteilen, ist ein Ober-Manipulator. Internet Governance-Experte Professor Wolfgang Kleinwächter fordert transparente Verfahren zur Streitschlichtung. Er verweist auf die Uniform Domain-Name Dispute-Resolution Policy von Icann. Leider zählt das nicht zum Standard in Netz. „Hier sehe ich eine große Lücke für Internet Governance“. Jeder Betroffene muss die Möglichkeit bekommen, gegen Sanktionen Widerspruch einzulegen.

Meine Kritik an der AGB-Willkür macht das Vorgehen von Elon Musk nicht besser, um das noch einmal zu betonen.

Strategien gegen den steigenden Verpackungsmüll: Werden wir eine Mehrweg-Ökonomie mit der neuen Verpackungsverordnung der EU-Kommission? Experten-Roundtable am 17. Januar in Bonn @VSinkevicius

Die Europäische Kommission hat Ende 2022 einen  Vorschlag zur Weiterentwicklung des EU-Verpackungsrechts vorgelegt. Er wird die bisherige Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWD) durch eine Verordnung ersetzen, um eine einheitliche Umsetzung zu erreichen und den Binnenmarkt zu stärken. Der Vorschlag geht zur Verabschiedung im Mitentscheidungsverfahren an das Europäische Parlament und den Rat. Dabei können Änderungen vorgenommen werden, falls beide Organe sie unterstützen werden. Die EU-Kommission verfolgt drei Ziele: die Vermeidung von Verpackungsabfall, den Aufbau hochwertiger Recyclingkreisläufe und die Schaffung eines gut funktionierenden Marktes für Sekundärrohstoffe durch Mindest-Rezyklatanteile für bestimmte Kunststoffverpackungen.

Mit dieser Initiative sollen drei miteinander verknüpfte Problemgruppen angegangen werden: 

  1. das wachsende Aufkommen von Verpackungsabfällen in Verbindung mit einer Zunahme von Einwegverpackungen, einem hohen Anteil an vermeidbaren Verpackungen und einem größeren Anteil von Kunststoffen am Verpackungsmix.  
  2. Hindernisse für die Kreislauffähigkeit von Verpackungen, insbesondere die zunehmende Verwendung von Verpackungsdesig-Mmerkmalen, die das Recycling behindern, und die verwirrende Kennzeichnung von Verpackungen für die Sortierung durch den Verbraucher. Außerdem verhindern fragmentierte Märkte eine kosteneffiziente Abfallbewirtschaftung in einem Binnenmarkt. 
  3. das Downcycling und die geringe Verwendung von recycelten Inhalten in Verpackungen, was die Fähigkeit der EU einschränkt, die Verwendung von Neumaterialien in neuen Verpackungen zu reduzieren. Zu den Ursachen für diese Probleme gehören regulatorische Versäumnisse der PPWD, die auf eine Mischung aus mangelhafter Umsetzung und Durchsetzung zurückzuführen sind, die nicht auf dem neuesten Stand der Marktentwicklungen sind und den nationalen Behörden nicht genügend Klarheit über eine richtlinienkonforme Umsetzung bieten. Außerdem konzentrierte sich die Überarbeitung von 2018 nur auf die Recyclingziele und ließ die anderen Herausforderungen des Abfallsektors außer Acht.

EU-Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans und Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius betonen, dass der Verordnungsvorschlag ein verbindliches Ziel für die Abfallvermeidung einführt. Der Entwurf fordert eine Reduzierung der jährlichen Pro-Kopf-Menge an Verpackungsabfall um fünf Prozent bis 2030, um zehn Prozent bis 2035 und 15 Prozent bis 2040. Die Vergleichsbasis ist dabei das Jahr 2018. Diese Zielsetzungen sind nach Aussage Sinkevičius‘ notwendig, weil in den vergangenen Jahren die Menge an Verpackungsabfällen stärker gewachsen ist als das Recycling. Das Aufkommen hat den Angaben der Kommission zufolge in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 20 Prozent zugenommen und erreichte 2020 in den 27 EU-Staaten 79,3 Mio Tonnen, was einer Durchschnittsmenge von 177 kg pro Person entsprach.

Bis 2030 wird ein Anstieg um weitere 19 Prozent erwartet, falls keine Maßnahmen ergriffen werden. Für Plastik wird sogar ein Zuwachs von 43 Prozent prognostiziert.

Sinkevičius wies auch darauf hin, dass 2020 nur rund 65 Prozent der Verpackungsabfälle recycelt worden seien. Sowohl er als auch Timmermans merkten an, dass es nicht möglich sei, sich aus einem wachsendem Abfallstrom „herauszurecyceln“.

Die Mindestquoten für das Recycling, die in der aktuellen Verpackungsrichtlinie für den Zeitraum bis 2030 festgelegt sind, werden in dem Verordnungsvorschlag nicht geändert. Die Kommission wird jedoch beauftragt zu überprüfen, ob die Quoten erhöht oder neue Vorgaben festgelegt werden sollen. Gegebenenfalls soll sie spätestens acht Jahre nach Inkrafttreten der Verordnung einen entsprechenden Änderungsvorschlag vorlegen.

Damit die Vermeidungsziele erreicht werden können, setzt der Verordnungsvorschlag auf die Nachfüllung von Behältern und auf verbindliche Quoten für die Nutzung von Mehrwegverpackungen in bestimmten Anwendungsbereichen. Deren Anteil sei in den letzten 20 Jahren stark zurückgegangen, berichtet die Kommission. Für kleine Unternehmen mit einer

Verkaufsfläche von maximal 100 Quadratmetern ist eine Ausnahmeregelung vorgesehen. Timmermans, dass es das Wesen von Entwürfen sei, noch nicht fertig zu sein, und hob hervor, dass überhaupt Zielsetzungen für die Wiederverwendung eingeführt würden: „Wir schaffen eine völlig neue Wirtschaft, eine Mehrwegwirtschaft“, so Timmermans. Er unterstrich den positiven Beschäftigungseffekt der Mehrwegziele. Laut der Folgenabschätzung für den Vorschlag werden sie rund 600.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Ob das Vorhaben gelingen wird?

Wir diskutieren das im Livestream am 17. Januar in Bonn, ab 16:15 Uhr. Ihr könnt mitdiskutieren:

Man hört, sieht und streamt sich am 17. Januar.

Kapitalmarkt treibt die Nachhaltigkeit voran – Capital market drives sustainability

Nachhaltigkeit gehört aktuell zu den Top-Themen in den deutschen Chefetagen. Nach einer Studie der HypoVereinsbank sehen 67 Prozent der Mittelständler die Entwicklung von nachhaltigen Geschäftsmodellen als wichtige Herausforderung. Dazu gehören auch die ab 2023 geltenden Nachhaltigkeitsberichtspflichten für Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern. Wichtigster Treiber: Der Kapitalmarkt!


„Das schärfste Schwert sind die Finanzen. Wenn sie nicht in Nachhaltigkeit investieren, bekommen Unternehmen kein Kapital, keine Kredite und keine guten Rankings mehr….. Unternehmen werden nachhaltig oder sie verschwinden“, warnt Professor Rupert Felder, Personalchef der Heidelberger Druck AG, im Sohn@Sohn-Interview.

Wir diskutierten das in einer Expertenrunde. Teilnehmer: Christian Traumann, Geschäftsführender Direktor Multivac; Harald Suchanka, CEO Handtmann Filling & Portioning; Bernd Eßer, Mitglied des Vorstands BALPro + CEO Berief Food; Friedrich Büse, Founder & Partner Endori; Angela Julie WADENPOHL, Reset Yourself.

Der größte Handlungsdruck entsteht durch institutionelle Anleger, die auf Nachhaltigkeit setzen, wie beispielsweise der weltweit größte Finanzinvestor BlackRock. Das Unternehmen hat klare Richtlinien etabliert, um Nachhaltigkeit in die Investitionsentscheidungen einzubauen. Der Investor berücksichtigt ESG-Kriterien bei der Bewertung potenzieller Investments. So haben Vertreter des Investors im Jahr 2020 auf den Hauptversammlungen von Unternehmen mangelnde Nachhaltigkeit kritisiert und gegen den Jahresbericht gestimmt. Es geht dabei in erster Linie nicht um Kosten, sondern um strategische Investitionen in die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens zu betrachten. These: Nachhaltigkeit und Digitalisierung gehen Hand in Hand. Mit verantwortungsvoller Digitalisierung lässt sich die Nachhaltigkeit beschleunigen, beide Themen gemeinsam erschließen neue Wertschöpfungsquellen.

7 von 10 Verbrauchern suchen gezielt nachhaltige Produkte und erwarten Transparenz über die CO2- Bilanz. Nachhaltige Investments entwickeln sich dynamisch. Drei Viertel der Anleger bevorzugen Fonds mit einer besseren CO2-Bilanz und erhoffen sich davon auch bessere Renditen. Die Forderung nach mehr Nachhaltigkeit kommt auch aus den Unternehmen selbst. Häufig sind es die jüngeren Mitarbeiter und Bewerber, die zum Beispiel Mobilitätskonzepte fordern.

Regulierung sorgt für sofortigen Handlungsbedarf in Unternehmen

Die „EU Corporate Sustainability Directive” erweitert die Berichtspflichten von Unternehmen ab 250 Mitarbeitern um Informationen zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen sowie die Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Bei Nichterfüllung des Gesetzes drohen Bußgelder von bis zu 10 Mio. Euro. Auch das Lieferkettengesetz kennt empfindliche Bußgelder von 100.000 bis 800.000 Euro. Mit der EU-Taxonomie kann sich der Kapitalmarktzugang für nicht konforme Unternehmen erschweren.

Eine wichtige Neuerung: Der Nachhaltigkeitsbericht muss Bestandteil des allgemeinen Lageberichts sein und darf nicht getrennt veröffentlicht werden. Außerdem reicht die Veröffentlichung als PDF oder Druckwerk nicht, er muss den Behörden in digitaler Form im ESEF-Datenformat zugänglich gemacht werden. In seinem Inhalt muss der Bericht einer doppelten Wesentlichkeitsperspektive („Double Materiality”) folgen. Unternehmen müssen also erstens die Auswirkung von Nachhaltigkeitsaspekten auf die wirtschaftliche Lage festhalten und zweitens die Auswirkungen des Geschäftsbetriebs auf Nachhaltigkeitsaspekte verdeutlichen. Zudem fordert die neue Richtlinie Angaben zu Nachhaltigkeitszielen, der Rolle von Vorstand und Aufsichtsrat, nachteiligen Wirkungen des Unternehmens und nicht bilanzierten immateriellen Ressourcen. Bestehende Technologien können lediglich etwa 65 Prozent der für das Netto-Null-Ziel erforderlichen Emissionen reduzieren. Einen wichtigen Beitrag leisten deutsche CleanTech Startups und „Twin Transformer”. Sie verknüpfen Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Nachhaltigkeit wird ab 2023 verpflichtend. Das macht ein Strategie-Update notwendig, um Nachhaltigkeit in den KPIs zu verankern, Transparenz und Compliance zu erreichen. Smart Analytics identifiziert Emissionsquellen, erfüllt Berichtspflichten und gibt Hinweise zu
Reduktionsstrategien. Intelligentes Ressourcen-Management und transparente Lieferketten gibt es nur mit digitalen Technologien.

Herausforderungen: „In zehn bis 15 Jahren gibt es keinen Maschinenbau mehr in Deutschland, wenn die Unternehmen nicht auf serviceorientierte, digitale Geschäftsmodelle umsteigen. Diese Geschäftsmodelle sind die eigentliche Innovation. Doch das digitale Denken in As-a-Service Modellen ist noch nicht überall vorhanden“, so Professor Michael Braungart. Wir diskutieren das in einem Roundtable am 17. Januar in Bonn:

Das CO2-Einsparpotenzial ist in einzelnen Bereichen unterschiedlich. Hohes Potenzial gibt es bei der Industrieproduktion, im Bereich Mobilität und Logistik und bei Gewerbegebäuden. Eine beispielhafte Erkenntnis aus der Bitkom-Studie: Das Einsparpotenzial durch Digitalisierung der Fertigung liegt bei 64 Megatonnen CO2-Äquivalent – rund 17 Prozent des Gesamtziels. Vor allem der Einsatz von Digital Twins ist wirkungsvoll. Digitale Zwillinge simulieren Produkte, Maschinen und Anlagen, sodass Planung und Steuerung einfacher werden. Sie verbessern die Produktionsqualität, senken die Durchlaufzeit und reduzieren den Ressourceneinsatz. Durch Optimierungen mit ihren Ergebnissen werden CO2- Emissionen, Energie- und Wasserverbrauch, der Einsatz von Chemikalien und die Abfallmenge systematisch reduziert.

Remote Design und digitale Produktentwicklung steigern Ressourceneffizienz. Ein wichtiger Trend ist Remote-Design, bei dem Prototypen und Vorserienprodukte zunächst einmal am Computer simuliert werden. Diese Form des Designs senkt den Materialverbrauch der Entwicklung. In der Autoindustrie ist Remote-Design üblich und sogar die Crashtests werden nur ganz am Ende der Entwicklung aufgrund gesetzlicher Anforderungen in der Realität umgesetzt; die meisten Tests geschehen im Computer.

Der Einsatz von 3D-Druckern ist einer der wichtigen Nachhaltigkeitstrends in der gesamten Industrie. Die schnelle und individuelle Fertigung erzeugt eine höhere Kundenbindung und -zufriedenheit. Da der Materialaufwand geringer ist, gibt es weniger Verschnitt und Nachbearbeitung. Werden die Geräte als Ersatzteildrucker genutzt, so können defekte Maschinenteile ausgetauscht und eine längere Lebensdauer erreicht werden – mit den entsprechenden Effekten auf die Nachhaltigkeit. Als digitales Lager oder in der On-Demand-Produktion sorgen 3D-Drucker dafür, dass Lagerflächen eingespart werden.

Partnerschaftsmodelle und Wertschöpfungsnetzwerke steigern Ressourceneffizienz. Das Ziel neuer Geschäftsmodelle ist, Kunden und deren Daten mit Partnern zu teilen. So entstehen Synergie-Effekte, die zu Innovationen führen. Die Ressourceneffizienz des eigenen Geschäftsmodells steigt, wenn Zulieferer und Geschäftspartner in die Nachhaltigkeitsstrategie einbezogen werden. Der Sustainable Twin erweitert die Idee des digitalen Zwillings auf Aspekte der Nachhaltigkeit. Wie der digitale Zwilling ist auch der Sustainable Twin das virtuelle Ebenbild eines physischen Produktes. Über Daten- und Informationsverbindungen sind beide Objekte, also Original und Zwilling, miteinander verbunden. Der Sustainable Twin sammelt über den gesamten Produktionszyklus hinweg Informationen zum Produkt und begleitet sein physisches Gegenstück während des gesamten Wertschöpfungsprozesses. Die Digitalisierung bewirkt eine Dematerialisierung und senkt damit den Ressourcenverbrauch. Durch Remote Services entfallen manche Dienstreisen, digitale Zwillinge sparen Material bereits im Entwurfsstadium und vereinfachen Schulungen ebenso wie den Vertrieb. Insgesamt geht es nicht um Kosten, es geht um Innovationen!

Die Rolle des Kapitalmarktes ist für die Entfaltung von Nachhaltigkeitsstrategien wohl wichtiger als die Nabelschau-Rhetorik des Staates.

Siehe auch:

Das Problem von Blackrock-Boss Larry Fink

Feine Aktion: Supermarkt Netto bringt Balkonkraftwerk

Man hört, sieht und streamt sich am 17. Januar in Bonn.

#MythenDerInnovation: Über Schumpeter, das Scheitern staatlicher Projekte und die Notwendigkeit von offenen Innovationen

Wie kann der Staat zu Innovationen beitragen und was hat Schumpeter damit zu tun? Für die mit Künstlicher Intelligenz vollgepumpte Plaudermaschine ChatGPT ist die Sache klar: „Schumpeters Innovationstheorie geht davon aus, dass Innovationen immer von Unternehmern getrieben werden und nicht durch staatliche Planung oder Regulierung erfolgen. Der Staat spielt demnach keine aktive Rolle bei der Förderung von Innovationen. Stattdessen sieht Schumpeter die Hauptaufgabe des Staates darin, einen Rahmen zu schaffen, in dem Unternehmen ungehindert neue Ideen entwickeln und umsetzen können. Dazu gehört beispielsweise die Schaffung von günstigen Rechts- und Marktbedingungen, die es Unternehmern ermöglichen, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Insgesamt betrachtet Schumpeter den Staat also eher als passiven Teilnehmer im Innovationsprozess.“ 

Das ist ein herber Schlag für alle Protagonisten, die so viel Hoffnungen auf staatliche Ausgabenprogramme setzen. Aber mit fällt in der Tat auch nicht viel ein, was nun von der öffentlichen Hand in den vergangenen Jahrzehnten an Impulsen für Innovationen ausgegangen ist. Die Versteigerung der UMTS-Lizenzen? Ein Trauerspiel für das mobile Internet. Da musste erst Steve Jobs mit dem iPhone um die Ecke kommen, um den TK-Konzernen und den staatlichen Akteuren zu zeigen, wie man es richtig macht. Bei den Subventionen flossen in Deutschland in der Regel Milliardenbeträge in todgeweihte Branchen wie dem Steinkohlebergbau. Die Förderung von Siemens und AEG zur Brechung der Vormachtstellung von IBM bei Großrechnern war ein klägliches Unterfangen. Die Dominanz der USA im Digitalen konnte mit dem Griff in die Staatskasse nicht gebrochen werden. 

Soweit ein kleiner Einblick in meine neue Kolumne, die immer am 15. des Monats bei Haufe New Management erscheint. Start war im Dezember 2022. Bitte unterstützt mich und teilt kräftig den Beitrag im Social Web.

Am 15. Januar kommt das nächste Stück.

Dialogsysteme, semantisches Web und das Ende der Google-Ära – Antwortmaschinen statt Linküberflutung @saschalobo

Was ich Anfang Dezember 2007 geschrieben habe, also vor 15 Jahren, klingt wie eine Ergänzung der Kolumne von Sascha Lob, die am 28.12.2022 veröffentlicht wurde. Tenor: „Höchste Alarmstufe bei der weltgrößten Suchmaschine: Mit ChatGPT und künstlicher Intelligenz könnte eine neue Ära beginnen.“

Google sei zwar eine hervorragende Antwortmaschine auf alle möglichen Fragen des Alltags. „Aber um die besten Antworten zu bekommen, muss man, wenn man genau hinschaut, immer noch sehr Suchmaschinen-spezifische Wortkombinationen eingeben“, schreibt Sascha Lobo.

Und da kommt dann ChatGPT ins Spiel, mit dem ich mich ja schon prächtig über Joseph Schumpeter unterhalten habe: „Die immer stärker spürbaren Schwächen der Suche resultieren zu einem Teil aus dem Geschäftsmodell selbst, weil Google davon lebt, nicht ein Ergebnis auszuspielen, sondern immer eine Liste inklusive Anzeigen. Eine gesprächsfähige KI-Technologie ist wahrscheinlich schwieriger zu vermarkten – weil sie versucht, im Zweifel dialogisch das Ergebnis einzuengen, um nicht in 0,34 Sekunden zwölf Millionen Ergebnisse zu bekommen, sondern eine sinnvolle Antwort.“ Die Suchmaschine von Google sieht die Welt als Liste an, eine KI in der Bauart von ChatGPT sucht einzelne, gute Antworten. „Dieser technokulturelle Unterschied lässt Google als Maschine erscheinen und ChatGPT als digitalen Gesprächspartner.“ Die Welt als Liste kann übrigens sehr viel Charme besitzen im Sinne von Umberto Eco. Das schrieb ich vor 10 Jahren in meiner Kolumne für die Netzpiloten. Siehe den Beitrag, den ich ganz unten noch einmal eingefügt habe.

Ob die Folgeversionen der Chat-Maschine nun den ersehnten Sprung ins Wunderland der KI-Kommunikation bringen werden, bleibt abzuwarten. Angeblich soll 2023 das Jahr der KI werden. So formuliert es Lobo:

„Je nachdem also, wie sehr Google sich in Gefahr wähnt, könnte 2023 tatsächlich das spannendste Jahr in Sachen KI werden – mit einem beginnenden Zweikampf zwischen ChatGPT/OpenAI/Microsoft und LaMDA/Google um die Herrschaft der digitalen Antworten auf die Fragen der Menschheit.“

Davon war man auch im Dezember 2007 überzeugt. Mein Artikel damals:

Der von Tim O’Reilly geprägte Begriff Web 2.0 hat sich zum Inbegriff des neuen Internet-Booms entwickelt. Nun arbeitet man an Konzepten für eine Weiterentwicklung. „Wenn wir über unseren Umgang mit Computern reden, verbinden wir das immer noch damit, vor einem Bildschirm zu sitzen und auf einer Tastatur zu tippen. Aber Computer werden immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Die offensichtliche Veränderung ist zunächst, dass auch mobile Endgeräte oder Mobiltelefone als Plattform dienen. Damit ist auch verbunden, dass Spracherkennung immer besser wird. Oder dass Fotoapparate mittlerweile mit GPS ausgestattet sind“, erklärt Tim O-Reilly. Wenn das Handy mit intelligenter Sprachtechnik ausgerüstet wird, könnte es sich nach Expertenmeinung zu einem sehr nützlichen persönlichen Assistenten entwickeln. „Solche Visionen einer Antwortmaschine geistern seit einiger Zeit unter dem Schlagwort Web 3.0 beziehungsweise Semantic Web durch das Internet“, schreibt die Nachrichtenagentur ddp.

Dialogsysteme seien nach Auffassung von Lupo Pape, Geschäftsführer des Berliner Unternehmens SemanticEdge, geeignet, den Zugriff auf das vernetzte Weltwissen zu verbessern: „Wie häufig hätten wir gerne im Alltag genaue Informationen zu Sportergebnissen, Telefonnummern oder Adressen. Unendlich viele Dinge, die wir, wenn wir gerade im Internet wären sofort ‚er-googlen‘ würden. Da das aber in der Freizeit und von unterwegs selten der Fall ist und der Zugriff über das Handy mit Tastatur oder Touchscreen zu mühselig ist, verzichten wir meistens darauf, unseren Wissenshunger sofort zu stillen. Anders wäre es, wenn wir mit einfachen gesprochenen Suchbefehlen unsere Anfrage starten und die Suche dann bei Bedarf eingrenzen könnten, genauso, wie wir es derzeitig mit der PC-Tastatur und der Maus tun und das ganze jederzeit und von jedem Ort aus“, so der Sprachdialogexperte Pape. Die fehlenden Bausteine dafür seien jetzt schon verfügbar, so dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis sich die Menschen weltweit an dieses neue Interface gewöhnt haben. „Die Spracherkennung im personalisierten Diktiermodus ist schon sehr ausgereift, die mobilen Datenzugriffe werden immer schneller und auch Flatrates im Mobilfunk werden vermutlich bald genauso verbreitet sein wie im DSL-Geschäft“, prognostiziert Pape.

Viele Informationen würden bereits strukturiert vorliegen, wie Fahrplaninformationen, Telefonnummern, Sportergebnisse, bewertete Restaurants und sonstige Adressen. „Was fehlt, ist eine Art Yahoo des ‚Voicewebs‘, über das sich jeder personalisiert seine gewünschten Angebote zusammenstellen und über Sprache oder Multimodale Interfaces abfragen kann“, so Pape.

Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt Professor Wolfgang Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI): „Das Web 2.0 ist ein primär syntaktisches Web mit Layout-, aber ohne Bedeutungsannotationen“, so Wahlster gegenüber ddp. Das führe zu einer Informations- beziehungsweise Linküberflutung, da beispielsweise Textdokumente letztlich auf eine sinnfreie Kombination aus Buchstaben reduziert werden, Fotos und Videos sind nur Ansammlungen von verschiedenfarbigen Pixeln.

Die semantische Wende führe zu einem hochpräzisen Antwortverhalten in einem Web, das Sinnzusammenhänge in den Mittelpunkt stellt. „Wenn es also gelingt, die Semantik von Texten, Bildern, Gesten und künstlerischen Darbietungen durch standardisierte Begriffe so zu formalisieren, dass die so gewonnenen Daten maschinenlesbar sind, dann könnte die Vision der Antwortmaschine Realität werden. Eine Suchmaschine wie Google wäre dann überflüssig“, spekuliert ddp. 

Für den Sprung ins Web 3.0-Zeitalter sei Deutschland gut gerüstet, weiß Wahlster und verweist auf das Projekt Theseus: Bundeswirtschaftsministerium, Forschungsinstitute und Firmen wie Bertelsmann, Siemens und SAP wollen in den kommenden fünf Jahren rund 200 Millionen Euro investieren, um beim Internet der Zukunft die Nase vorn zu haben. 

Wenn man sich die deutsche Forschungslandschaft für Künstliche Intelligenz betrachtet, sei man nach Ansicht von Bernhard Steimel, Sprecher der Initiative Voice Business, auf einem guten Weg. „Im Gegensatz zu anderen Ländern verfolgen wir einen sehr pragmatischen und anwendungsbezogenen Ansatz. Unsere Wissenschaftler entwickeln in enger Kooperation mit der Wirtschaft Technologien für den Alltag, die wir als Errungenschaften der KI-Forschung gar nicht mehr wahrnehmen – etwa bei der Analyse natürlicher Sprache. Mit rund 120 Unternehmen, die Dialogsysteme für Navigationsgeräte, Fahrkartenautomaten, Logistiksysteme oder Diktiersoftware entwickeln und marktfähig machen, liegen wir international an der Spitze. So zählt der Physik-Nobelpreisträger Theodor Hänsch das SmartWeb-Projekt von Professor Wahlster zu den 100 Produkten der Zukunft , die unser Leben verändern werden – das ist sicherlich kein Zufall“, resümiert Steimel. 

Und hier noch die Kolumne über die List der Auflistung:

Die List der Auflistung: Ein Jahresrückblick

Der Schriftsteller Umberto Eco und viele andere Menschen hatten wohl schon immer den Drang, Ordnung in ihr Leben und ihre Welt zu bringen, indem sie versuchten, mithilfe von Katalogen, Verzeichnissen und Listen die Unendlichkeit der sie umgebenden Dinge überschaubar zu machen. Ein hoffnungsloses Unterfangen. Man muss schon ein wenig listig sein wie Eco, um auch nur in Ansätzen etwas Orientierung mit einer Liste aller Listen zu geben. Angefangen beim Schild des Achill über den Stammbaum von Jesus Christus bis zum World Wide Web. Da habe ich es schon etwas einfacher, auf die wichtigsten medialen Ereignisse des Jahres hinzuweisen, die auf unserer Agenda standen. Und auch diese Liste ist nur fragmentarisch. 

Am Jahresanfang beschäftigte sich unser Tochterunternehmen Nash Technologies mit der Frage der Netzneutralität und den Voraussetzungen eines intelligenten Netzes für die Energiewende. http://www.netzpiloten.de/2011/05/12/netzneutralitat-und-das-smart-grid/ 

Das Energienetz der Zukunft („Smart Grid“) wird über das Internet gesteuert. Einen Stromausfall, weil zu viele Youtube-Videos die Netze verstopfen, will kein Mensch. Einen Zwei-Klassen-Zugang allerdings auch nicht. Das berichtet NeueNachricht in einer Vorabmeldung. „Bei der Netzneutralität geht es letztlich um Freiheit: Jeder Bürger hat das Recht, Informationen zu konsumieren und zu veröffentlichen. Aus politischer Sicht muss die Netzneutralität also erhalten bleiben. Es stellt sich aber auch die Frage, wie dies technisch möglich ist, wenn das Internet in Zukunft auch ein Smart Grid enthält“, sagt Bernd Stahl vom Netzwerkspezialisten Nash Technologies mit Sitz in Stuttgart und Nürnberg.

Das Smart Grid muss stabil laufen – so, wie es auch Cyber-Attacken standhalten muss. Denn am „intelligenten“ Energienetz hängen zukünftig mit Solarenergie und Windkraft schwankende Energieträger. Das Netz muss in Sekundenschnelle reguliert werden, auch weil auf der anderen Seite die Verbraucher ihren Strom per Smart-Meter-Geräte steuern oder per Elektro-Auto massenhaft neuen Strom benötigen. Im Gegensatz zum Youtube-Video dürfen die Energienetze nicht ruckeln – sonst gehen etwa im Krankenhaus die Lichter aus. „Das Prinzip Best Effort – vereinfacht gesagt: wir versuchen es so gut wie wir können – reicht für das Smart Grid definitiv nicht aus“, sagt Stahl. Das Thema wird uns wohl in den nächsten Jahren weiter beschäftigen. 

Mit der Überalterung unserer Gesellschaft wird auch den Personalchefs in den Unternehmen der Welt älterer Mitarbeiter immer deutlicher. Das gilt auch für IT-Fachkräfte. http://www.pressetext.com/news/20120210023

So blicken wir als Beratungshaus mittlerweile auf eine über 20-jährige Erfahrung in Deutschland zurück. Wir kennen die Systeme und Anwendungslandschaften. Und uns war trotz des Internet-Hypes klar, dass sich die Datenverarbeitung auf absehbare Zeit auf altbewährte Systeme abstützen wird. Wir haben deshalb frühzeitig angefangen, eine spezielle Gruppe von Seniorberatern und Managern aufzubauen. Wer auf neue Technologien setzt, muss auch auf die Altbestände zurückgreifen und sich mit der Migration dieser Daten beschäftigen.

Wir haben die Situation, dass es nicht unerheblich viele Rechenzentren mit alten Technologien gibt und dass wesentliche Teile von geschäftswichtigen Anwendungen nach wie vor auf diesen sogenannten alten Technologien ablaufen. Das muss gewartet werden, ein Service erfolgen und eine Weiterentwicklung stattfinden.

Hier sorgen wir dafür, dass diese alten Technologien möglichst lange weiter laufen und keine Daten verloren gehen. Das zweite Thema ist die Migration auf andere Technologien und Plattformen. Das gestaltet sich langwierig und schwierig. Da redet man dann schon häufig über Projektlaufzeiten von drei bis sieben Jahre. Und auch in diesem Umfeld kann man so eine Migration nur auf Basis der alten Welt starten. Auch das wird in Zukunft auf der Agenda vieler CIOs stehen. 

Durch den Ausbau der Small Cells könnte auch die App-Economy den nächsten Schwung bekommen, so unser Resümee zun Mobile World Congress in Barcelona. http://www.pt-magazin.de/newsartikel/archive/2012/march/22/article/mobile-world-congress.html#.T2xM2wHC8jA.email 

Small Cells haben nur eine kleine geographische Abdeckung. Aber diese Kleinheit hat auch einen großen Vorteil: der Netzbetreiber weiß auf einmal sehr genau, wo sich ein Smartphone befindet, und zwar an Orten, wo das bisher nicht möglich war, weil es beispielsweise in Gebäuden keinen GPS-Empfang gibt. Wenn potenziell jedes kleine Geschäft in der Innenstadt seine eigene Small Cell haben kann, sind der Phantasie keine Grenzen mehr gesetzt. Eine neue Art von Location Based Apps wird möglich, weil es dafür ein Geschäftsmodell gibt. Durch neue Apps gibt es zusätzlichen Verkehr im Netz und damit neues Wachstum. Damit dieses Wachstum auch in der Übergangsphase von UMTS nach LTE möglich wird, ist der UMTS-LTE-Hybrid entscheidend.

Um in dieser hypervernetzten Aufmerksamkeitsökonomie überhaupt zum Kunden durchdringen zu können, muss Kommunikation im richtigen Moment, am richtigen Ort und über den richtigen Kanal erfolgen – wenn man von Kanal überhaupt noch sprechen kann. Stillstand ist dabei ein schlechter Ratgeber, auch wenn das laufende Geschäft noch halbwegs vernünftige Umsätze generiert. Das kann sich schnell ändern. http://service-insiders.de/news/show/1317/Ist-der-Kunde-ein-Prozess-Warum-alte-Management-Weisheiten-an-der-Komplexitaet-des-Netzes-scheitern 

Wer gesellschaftliche und wirtschaftliche Phänomene nur in Aggregatzuständen wahrnimmt und berechnet, vernachlässigt die Wirkung von Innovationsrevolutionen. Technologien und Geschäftsmethoden können über Nacht wertlos werden. Etablierte Branchen gehen unter und neue entstehen. Der Routineunternehmer gehört zu den ersten Opfern. Anders sieht es bei den IT-Fachkräften aus, die nach wie vor händeringend gesucht werden. http://www.business-on.de/saarlorlux/fachkraeftemangel-jobsuche-wechselwillig-unternehmen-personalmarketing-maximilian-nobis-_id13936.html

Man muss längst nicht mehr so aktiv sein wie noch vor zehn oder 15 Jahren. Es reicht, die eigenen Kompetenzen richtig im Netz darzustellen.

Viele Personalverantwortliche suchen nach spezifischen Fachkenntnissen in Kombination mit einem Ort oder beruflichen Positionen. So gerät man automatisch in die richtigen Filter. Man kann sich auch in die Situation der Suchenden hineindenken: Wie würde jemand suchen, der eine bestimmte Stelle zu besetzen hat? Dann kann man schnell sehen, ob man in der Suche der Social Networks wie Xing und LinkedIn vorkommt. 

Seit 14 Jahren befragen wir mittlerweile weltweit die CIO-Community nach den Trends der Informationstechnologie, den Auswirkungen auf die eigene Organisation und der Rolle der IT auf die strategische Ausrichtung des eigenen Unternehmens. In diesem Zeitraum hat sich das Arbeitsfeld von IT-Führungskräften fast so schnell geändert wie die Technologie. http://www.funkschau.de/telekommunikation/news/article/88397/0/Harvey_Nash_Die_Trends_in_der_IT_und_die_Folgen_fuer_den_CIO/ 

Der jüngste Trend: 2011 standen die empirischen Befunde noch unter dem Eindruck der Rezession. Auch davor hat man in vielen Branchen die IT in erster Linie unter dem Gesichtspunkt der Kostenreduktion betrachtet. Im Zuge dieses Blickwinkels ist der CIO nur damit beauftragt worden, das vorhandene Rüstzeug zu optimieren und die IT als Dienstleistung so günstig wie möglich bereitzustellen. Das ändert sich nun erfreulicher Weise. Die Weichen sind wieder auf Wachstum gestellt. 56 Prozent der CIOs konzentrieren sich auf Projekte, um Geld zu verdienen, statt zu sparen.

Das ist ein ganz wesentlicher Punkt. Innovative CIOs sind Möglichmacher für neues Geschäft und geben sich nicht damit zufrieden, die IT nur auf Kosteneffizienz zu trimmen. Zukunftsprojekte wie digitale Medien und soziale Netzwerke dominieren derzeitig die Innovationsprojekte. In Deutschland haben wir da allerdings noch Nachholbedarf. Entsprechend habe ich meine Ratschläge für Bundeskanzlerin Angela Merkel formuliert.

Man muss die Kraft der Ideen und Stärke der Forschungslandschaft besser vermarkten. Weitere SAPs zu schaffen, ist sicherlich kein einfaches Unterfangen. Aber was mir zuvorderst hier einfällt, wäre eine sehr pragmatische und unbürokratische Innovationsförderung. Es mangelt in Deutschland und Europa nicht an Ideen. Es fehlt uns die Kraft, diese Ideen umzusetzen. Das bedeutet Innovationsförderung und Kapital sowie eine gezielte Unterstützung von kleinen Organisationen. 

Fraunhofer und MP3 sind ein gigantisch schönes Beispiel für die Schwächen bei der Eroberung neuer Märkte. In einer kürzlich veröffentlichten Studie geht hervor, dass sich Fraunhofer in Fragen der Management-Kompetenz im unteren Drittel eingruppiert. Die bescheinigen sich selbst eine hohe Innovationskraft aber nur eine sehr begrenzte Umsetzungskraft. Und da liegt der Hebel. Man sollte einen Steve Jobs an die Spitze der Fraunhofer-Gesellschaft stellen. http://www.marketing-boerse.de/News/details/1223-Ratschlaege-fuer-Merkels-Internet-Gipfel-Wunderkinder-bringen-noch-keine-digitale-Wende/36545 

Wer als Nachwuchstalent vernetztes Arbeiten erwartet, das Verschwimmen räumlicher und zeitlicher Grenzen, den Einsatz kollaborativer Werkzeuge, der tut sich mit nine to five, Hierarchien und der klassischen Kaminkarriere schwer. http://www.service-insiders.de/artikel-maschinen-und-anlagenbau/show/1479/Social-Media-und-die-Technologie-der-Torheit-–-Ueber-die-Ohnmacht-des-Tweed-Managers 

Am Ende entsteht eher Frustration beim Management-Nachwuchs. Organisationen, die das nicht verhindern können, verlieren hoffnungsvolle Talente und verspielen über kurz oder lang ihre eigenen Zukunftschancen. Über die Erfahrungswelten, die vor allen Dingen die jungen Menschen aus sozialen Netzwerken und der Anwendung von Web 2.0-Technologien mitbringen, werden nicht nur das Zusammenspiel von Verbrauchern und Unternehmen radikal verändert. Es verändern sich auch die Spielregeln in den Organisationen von Staat und Wirtschaft. Wer hier weiter auf starre Kommandostrukturen setzt, verliert als Arbeitgeber an Attraktivität und bekommt auf dem Arbeitsmarkt nicht die besten Köpfe. Jedes Verbot von Facebook, Twitter oder Youtube am Arbeitsplatz geht durch die Autarkie bei der Nutzung der eigenen mobilen Geräte zunehmend ins Leere. Das dokumentierte sehr eindrucksvoll talkabout-Geschäftsführer Mirko Lange bei unserem Social Media Breakfast in München mit einem Einspieler. Es geht um das Statement von Professor Peter Kruse bei einer Bundestagsanhörung der Enquetekommission „Internet und digitale Gesellschaft“. Kruse sprach von der Machtverschiebung vom Anbieter zum Nachfrager, die mit der Systemarchitektur zusammenhängt. Das Internet habe ja schon die Vernetzungsdichte extrem nach oben gejagt. Mit dem Social Web ist noch etwas dazu gekommen. Ein deutlicher Anstieg der unberechenbaren Spontanaktivität und kreisende Erregungen im Netzwerk etwa über Retweets auf Twitter. „Die Systeme werden mächtig, ohne vorhersagen zu können, wo das Ganze passiert”, so Kruse.

Soweit ein kurzer Rückblick auf 2012.

Ich selbst bin nicht davon überzeugt, dass das Jahr 2023 ein besonderes Jahr der KI wird. Es wird wieder ein ganz normales Jahr mit einigen Weiterentwicklung in der Interaktion von Mensch und Maschine jenseits der Marketingbotschaften, die über den Atlantik zu uns nach Europa rauschen.

Siehe dazu auch mein Interview mit Professor Wolfgang Wahlster, ehemaliger Chef des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz.

Auch ein Dauerbrenner: Warum der „Behörden-Booster“ klemmt

Die Verwaltung könnte ein wenig KI gebrauchen. In den Behörden fehlt es an Kompetenz, um den Digitalen Staat auf den Weg zu bringen. Auch das ist ein Thema, mit dem ich mich nun schon seit Ende der 90er Jahre beschäftige.

Interessant! Chatkontrolle: Massive Auswirkungen auf Open-Source-Software befürchtet

Klassische Medien im Verbund mit Twitter und Co. verzerren die Wirklichkeit 

Das von der Demoskopin Elisabeth Noelle beobachtete „doppelte Meinungsklima“ – also das Auseinanderdriften von Bevölkerungsmeinung und Medientenor – kommt immer häufiger vor. Diese These stresste ich in den vergangenen Jahren in vielen Veröffentlichungen. Doch das muss ergänzt werden.

Folgende Fragen sollte man wissenschaftlich näher beleuchten: Wie agieren kleine und besonders aktive Gruppen im Social Web und welche Netzwerkeffekte erzielen sie? Wie oft werden Inhalte von klassischen Medien rezipiert und welchen Stellenwert haben Quellen jenseits des Journalismus? Wie groß ist die Relevanz von digitalen Diensten – also News Aggregatoren, Suchmaschinen, Bewertungsplattformen? Gibt es noch eine eine Übereinstimmung von veröffentlichter und öffentlicher Meinung?

Was passiert, wenn Twitter und Co. vor allem den politischen Medientenor nur verstärken und es fast unmöglich für die Bevölkerung machen, Primärquellen wahrzunehmen und den Erregungsüberschuss im Netz mit Distanz, Nüchternheit und Skepsis wahrzunehmen. Gibt es überhaupt noch eine Chance für eine kritische Urteilskraft jenseits von reißerischen Überschriften, Pöbeleien, Beleidigungen, Zynismus und Verdrehungen? 

Im Wust der Tweets und Postings überschlagen sich auch Journalisten im Kampf um die Deutungshoheit und in der Sucht nach Aufmerksamkeit. 

Die Bildung öffentlicher Meinung wird so immer mehr zum Spielball von besonders sendungsbewussten und netzwerkmächtigen Akteuren, die mit ihren Agitationen besonders erfolgreich sind, wenn eine Überprüfung der Faktenlage schwierig, zweitaufwändig oder schlichtweg ermüdend ist – etwa beim Studium von Wirtschaftsstatistiken. Auch bei Themen wie Krieg und internationale Konflikte funktioniert die Verzerrung der Wirklichkeit wie geschnitten Brot – PR, Spin-Doktoren mit ihren Einflüsterungsmärchen und Medien führen zu einer ungeprüften öffentlichen Meinung. 

Da das eigene Erfahrungswissen für die Bildung der individuellen Meinung und somit der Bevölkerungsmeinung jedoch ein wichtiger Faktor ist, scheinen komplexe und schwer überprüfbare Sachverhalte wie beispielsweise Wirtschafts- oder Sicherheitspolitik ein Schlachtfeld für Meinungskämpfe zu sein.

Besonders eklatant ist das bei Themen, die man zumindest in Ansätzen mit seiner eigenen Lage abgleichen kann. So beurteilen nach einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen 70 Prozent der Befragten in Deutschland im August 2021 ihre wirtschaftliche Lage als gut, 23 Prozent votieren teils-teils und nur 7 Prozent werten ihre Situation als schlecht. Seit der Finanzkrise 2008 geht die Kurve mit den positiven Aussagen zum eigenen wirtschaftlichen Status quo nur nach oben. 

Vor 15 Jahren stuften nur rund 40 Prozent ihre Lage als gut ein. Ganz anders wird wirtschaftliche Entwicklung im Ganzen wahrgenommen. Hier gibt es seit 2009 nur vereinzelt Zeitabschnitte, in denen eine positive Wirtschaftsentwicklung verortet wird. Ein positives Delta wie bei der Abschätzung der eigenen Wirtschaftslage zwischen 70 und 7 Prozent gab es im vergangenem Jahrzehnt bei der allgemeinen Wertung der Wirtschaftslage nie. Nah- und Fernsicht klaffen also weit auseinander. Der negative Medien- und Netztenor prägt im wirtschaftlichen Geschehen die öffentliche Meinung. Es herrscht eine extreme Konsonanz. Sie beinhaltet also eine Ähnlichkeiten in den wertenden Aussagen in der (Netz-)Öffentlichkeit, die nicht auf der Übereinstimmung mit der Wirklichkeit basieren, sondern durch selektive Auswahl entsteht. Und so wird es doch bei der Beurteilung der aktuellen Konjunkturlage ähnlich sein: Sie wird von der Mehrheit weitaus negativer eingeschätzt als sie in Wirklichkeit ist. Man merkt es an den Revisionen der Wirtschaftsforschungsinstitute bei der Prognose der Wachstumsrate für 2023. Sie muss von Woche zu Woche revidiert werden – in eine positive Richtung. Massenmedial schlägt sich das noch nieder nieder. Da dominieren die Katzengesänge.

The Untapped Climate Opportunity in Alternative Proteins: Klimaschutz via Alternative Proteine – Topstory der Boston Consulting Group im Jahr 2022

„The Untapped Climate Opportunity in Alternative Proteins“ zählt zu den Top-Storys der Boston Consulting Group (BCG) im Jahr 2022.

Aktuelle Prognosemodelle deuten nach Angaben von BCG darauf hin, dass alternative Proteine bis 2035 11 Prozent des gesamten Proteinkonsums ausmachen werden, und mit etwas Hilfe von Technologie, Investoren und Regulierungsbehörden könnten alternative Proteine in diesem Zeitraum 22 Prozent des Weltmarktes dominieren.

Das sei eine gute Nachricht für alle, die an den weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels beteiligt sind. „Das Lebensmittelsystem ist für 26 Prozent der derzeitigen globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die Tierhaltung, der größte Verursacher von Treibhausgasemissionen innerhalb des Lebensmittelsystems, ist für 15 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich, was in etwa den Emissionen des Verkehrssektors entspricht. Wenn wir auf dem Weg bleiben, bis 2035 einen Anteil von 11 Prozent für alternative Proteine zu erreichen, werden wir bis 2030 weltweit 0,85 Gigatonnen CO2-Äquivalente einsparen – das entspricht der Dekarbonisierung von 95 Prozent der Luftfahrtindustrie“, so BCG.

Also ein großer Hebel für den Klimaschutz. Vergleichbar mit den Potenzialen von dezentraler Arbeit als Instrument der Verkehrswende.

Mit dem Roundtable im Allgäu trafen wir ins Schwarze: Teilnehmer: Christian Traumann, Geschäftsführender Direktor Multivac; Harald Suchanka, CEO Handtmann Filling & Portioning; Bernd Esser, Mitglied des Vorstands BALPro + CEO Berief Food; Friedrich Büse, Founder & Partner Endori; Angela Wadenpohl, Reset Yourself.

Englische Version:

Stresstest für Deutschland bei strategischen Gütern: Fördermittel nur, wenn Unternehmen diversifizieren? @BMWK @GrimmVeronika

46 Rohstoffe werden in einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young im Auftrag der Bundesregierung als „strategisch“ eingestuft, weil sie große Bedeutung für die Produktion wichtiger Güter haben, etwa Lithium für die Batterieproduktion, berichtet das Handelsblatt. „Bei 39 dieser Rohstoffe sei Deutschland von Importen abhängig und es liege ein ‚erhöhtes Versorgungsrisiko‘ vor. Dieses Risiko will das Bundeswirtschaftsministerium mithilfe tiefgehender Vorgaben verringern. Die Regierung müsse durch ‚Stresstests‘ gemeinsam mit den Unternehmen die ‚konkreten Flaschenhälse identifizieren‘. Unternehmen mit besonders kritischen Lieferketten würden verpflichtet, darzulegen, wie sie mit den Risiken umgehen wollen. Darüber hinaus sei es eine Option, Förderprojekte des Bundes grundsätzlich daran zu koppeln, ob sich die bewerbenden Firmen um die Diversifizierung ihrer Lieferketten kümmern. Zudem soll die Wirtschaft animiert werden, mehr Rohstoffe einzulagern, um für Lieferstopps gewappnet zu sein. Dafür schlägt das Wirtschaftsministerium vor, Rohstoffe nicht beim Import mit Zöllen und Steuern zu belegen, sondern erst, wenn sie aus den Lagern entnommen werden“, erläutert das Handelsblatt.

Wird das reichen? Wird es auch einen verstärkten Rohstoff-Abbau in Deutschland geben? Also etwa eine Renaissance des Bergbaus? Antworten von Professorin Veronika Grimm, Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung:

Wie schaut es mit der Abhängigkeit von China aus?

Die globalen Ressourcen wiederum betragen mehr als das 1000-fache der derzeitigen Produktion, hat der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags in einem Gutachten festgestellt. Der Abbau in vielen Ländern mit großen Vorkommen fände aber kaum statt. Aus Brasilien etwa kämen kaum seltene Erden, obwohl dort jährlich bis zu 22.000 Tonnen abbaubar wären.

„Das Bundeswirtschaftsministerium bekennt sich im Strategiepapier zum Ziel der EU-Kommission, den Einsatz von recyceltem Material von derzeit zwölf Prozent bis 2030 zu verdoppeln. Bei etablierten Recycling-Verfahren wie bei Eisen, Kupfer oder Aluminium schlägt das Ministerium vor, den Einsatz von wiederverwendetem Material anhand spezifischer Quoten vorzugeben“, berichtet das Handelsblatt.

Darüber diskutieren wir ja im Januar.

Nachhaltigkeit ist Top-Thema in der Chefetage

Nachhaltigkeit und Klimaneutralität gehören neben Digitalisierung zu den Top-Themen in den deutschen Chefetagen. Das schreibt der Analyst Bernhard Steimel in seinem Jahresrückblick und er hat recht. Das ist kein Schönwetterthema mehr, sondern für die Wirtschaft essentiell. Etwa auf dem Kapitalmarkt.

„Im März haben wir das Trendbook „Nachhaltigkeit mit Digitalisierung“ herausgegeben. Dabei betrachten wir Nachhaltigkeit als strategische Investition in die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens und kommen zum Ergebnis, dass Digitalisierung und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen. Digitalisierung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die nachhaltige Transformation der Wirtschaft. Der besondere Erfolg dieser Publikation hat auch dazu geführt, dass wir gemeinsam mit unserem Studienpartner erstmalig auch in Englisch ein Trendbook publizieren“, so Steimel.

Wir uns zählt das zum Dauerbrenner bei den Projekten.

Auch Themen wie Alternativen zur Massentierhaltung oder zur Kreislaufwirtschaft standen bei uns ganz oben auf der Agenda.

ifo Institut: Rezession milder als erwartet – @gsohn prognostiziert für 2023 ein Wachstum von 0,55 Prozent

Bei den Konjunkturprognosen wird die Halbwertzeit wohl auch immer kürzer und rangiert auf dem Niveau von Börsen-Analysten: Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist. Aber das ist ja ein Dauerbrenner auf ichsagmal.com. Jedenfalls werde die erwartete Winterrezession milder ausfallen als bislang erwartet. Das meldet das ifo Institut in München. Demnach wird die Wirtschaftsleistung 2023 nur um 0,1 Prozent schrumpfen. Im Herbst erwarteten die Forscher noch minus 0,3 Prozent.

Wenn solche präzisen Zahlen kommuniziert werden, könnte der Wert auch bei 0,55 Prozent liegen. Das ist jetzt mal meine Schätzung für 2023. Einfach so.

Auch für das ablaufende Jahr 2022 hat das ifo Institut die Prognose zum Anstieg der Wirtschaftsleistung angehoben: auf plus 1,8 Prozent von zuvor plus 1,6 Prozent. „Insbesondere das dritte Quartal 2022 war mit plus 0,4 Prozent viel besser als gedacht. In den beiden Quartalen des Winterhalbjahres 2022/23 schrumpft das Bruttoinlandsprodukt zwar, aber danach geht es wieder aufwärts“, sagt der Leiter der ifo-Prognosen, Timo Wollmershäuser. Im Jahr 2024 wächst die Wirtschaft dann wieder mit 1,6 Prozent.

Die Inflationsrate wird von 7,8 Prozent in diesem Jahr auf 6,4 Prozent im kommenden Jahr sinken. Beide Zahlen sind deutlich niedriger als noch im Herbst angenommen, weil sie nun die Strom- und Gaspreisbremse berücksichtigen. Für 2024 erwartet das Institut 2,8 Prozent. Der hohe Preisauftrieb werde vor allem im Winterhalbjahr die verfügbaren Realeinkommen der privaten Haushalte sinken lassen und damit die Konjunktur abkühlen. Erst ab der zweiten Jahreshälfte dürften die Einkommen im Verlauf wieder stärker zulegen als die Preise und damit der private Konsum an Fahrt aufnehmen.

Das nehme ich nicht an. Schon das Weihnachtsgeschäft wird deutlich besser laufen als von HDE und Co. angenommen. Wieder einmal wird die Inlandsnachfrage zum Stützpfeiler der Konjunktur, ähnlich wie 2008.

Die Kurzarbeit dürfte im Winterhalbjahr vorübergehend wieder ansteigen, so das ifo Institut. Gleichzeitig wird der Beschäftigungsaufbau weitestgehend zum Erliegen kommen und erst im weiteren Prognosezeitraum wieder schleppend in Gang kommen. Der Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen dürfte sich von etwa 554.000 im Jahr 2022 auf 77.000 im Jahr 2023 und 80.000 im Jahr 2024 verlangsamen. Die Arbeitslosigkeit wird im kommenden Jahr voraussichtlich um 84.000 Personen steigen und im Jahr 2024 wieder um 117.000 sinken. Die Arbeitslosenquote steigt damit von 5,3 Prozent im laufenden Jahr auf 5,5 Prozent 2023 und sinkt wieder auf 5,3 Prozent 2024. Bei allem wird unterstellt, dass es in den kommenden beiden Jahren zu keiner Gasmangellage kommt.  

Wie die Schätzungen so auseinandergehen:


Kehrt der Optimismus zurück, werden diese Gelder dann auch wieder für Investitionen genutzt.