Creator Economy und die Grenzen der Aufmerksamkeit – Markt ist gesättigt @BarEngels @iw_koeln

Laut der Social Brain Hypothesis (Dunbar, 1998) wird die Größe sozialer Netzwerke beim Menschen durch kognitive Grenzen determiniert. Der engste Kreis besteht aus fünf Personen, den geliebten Menschen. Danach folgen Kreise von 15 (gute Freunde), 50 (Freunde), 150 (persönliches Netzwerk), 500 (Bekannte) und 1.500 (Personen, die man wiedererkennt). Die Menschen betreten und verlassen diese Kreise, aber grundsätzlich muss für jeden neuen Teilnehmer erst Platz geschaffen werden. Hill und Dunbar (2003) stellen empirisch fest, dass Menschen maximal mit 150 Menschen in Kontakt sein können. Zwar lassen sich digitale Kontakte mit weniger Zeitaufwand pflegen, die kognitiven Grenzen können aber auch soziale Netzwerke nicht überwinden. So ist die maximale Anzahl der bedeutsamen sozialen Beziehungen online wie offline identisch (Dunbar, 2016; Dunbar et al., 2015).

Zur Berechnung der maximalen Größe des deutschen Influencer-Marktes wird nach Analysen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) angenommen, dass ein Internetnutzer maximal 150 Influencern so folgen kann, dass er ihre Inhalte regelmäßig wahrnimmt und mit ihnen interagiert, also als Nachfrager ihrer Inhalte und damit als Unterstützer der Influencer gezählt werden kann. Dabei wird ignoriert, dass ein Nutzer gewöhnlich auch Menschen auf sozialen Netzwerken folgt, die keine Influencer sind, aber auch zum Kreis der 150 persönlichen Kontakte zählen. Multipliziert man die 150 mit der Anzahl der aktiven Social-Media-Nutzer ab 14 Jahren (62.582.750, eigene Berechnung basierend auf We are social/Hootsuite, 2022; Destatis, 2022) oder mit der Anzahl der Internetnutzer in Deutschland ab 14 Jahren (67.000.000; ARD/ZDF, 2022) oder mit der Bevölkerungsanzahl ab 14 Jahren (72.350.000; Destatis, 2022), erhält man die Anzahl der Influencer, denen diese verschiedenen Zielgruppen theoretisch folgen können. Geht man des Weiteren davon aus, dass jeder Influencer eine bestimmte Followerzahl erreichen muss, um Geld zu verdienen, lässt sich die maximale Größe des deutschen Influencer-Marktes bestimmen.

Demnach könne es in Deutschland zwischen 9,4 und 10,9 Millionen Nano-Influencer (mit 1.000 Followern) geben, je nachdem, ob man die derzeitigen Social-Media-Nutzer oder die Bevölkerung ab 14 Jahren als Referenzgröße nimmt. „Bei Micro-Influencern (5.000 Follower) beträgt die Maximalzahl zwischen 1,9 und 2,2 Millionen. Tatsächlich dürfte der Influencer-Markt deutlich kleiner sein, denn es ist davon auszugehen, dass nennenswerte Einnahmen noch höhere Followerzahlen erfordern. Die Maximalzahl an mittelgroßen Influencern (20.000 Follower) liegt bei rund 543.000, für Makro-Influencer (100.000 Follower) bei 109.000 und für Mega-Influencer (1 Mio. Follower) bei 11.000 (Abbildung). Diese Zahlen unterliegen der Annahme, dass der gesamte Influencer-Markt jeweils durch einen Influencer-Typ abgebildet wird. Tatsächlich zählen jedoch die allermeisten Influencer in Deutschland zu den Nano- (35 Prozent) und Micro-Influencern (43 Prozent; Hypeauditor, 2020). Vergleicht man die Zahlen mit Schätzungen der Influencerzahlen in Deutschland, wird klar: Der Markt ist vermutlich bereits gesättigt. Wenn 6 Prozent der Generation Z als Content Creator in Vollzeit ihren Lebensunterhalt verdienen (Fanbase/YouGov, 2021), sind allein aus dieser Kohorte rund 500.000 Menschen Influencer. Dazu kommen Influencer aus anderen Kohorten und Ländern und solche, die damit nicht ihren Lebensunterhalt verdienen. Die Creator Economy ist bereits an den Grenzen der Aufmerksamkeit der Menschen angelangt“, schreibt IW-Analysten Barbara Engels.

Das ist auch unsere Beobachtung – vor allem auf YouTube und Twitch. Das gilt vor allem für die Zahl der Mega-Influencer. So bekommen Normalos mit ihren Livestreams auf Twitch kaum bis überhaupt keine Resonanz. Die Zahl der Zuschauenden liegt zwischen 0 und 5.

„Aber: Die Creator Economy umfasst neben den Creators selbst auch zahlreiche Unternehmen, deren Produkte die Digitalisierung, Distribution und Monetarisierung der Inhalte erst ermöglichen, darunter Bezahldienstleister, Newsletterdistributoren sowie Audio- und Videosoftwareanbieter. Dieses Ökosystem wächst seit Jahren beträchtlich. Anders als bei den Influencern ist in diesem Segment keine unmittelbare Marktsättigung zu erwarten, auch weil die Produkte nicht nur dem Influencermarkt dienen können“, resümiert Engels.

Über die Trittbrettfahrer der Inflation @ifo_Institut

Gestiegene Preise für Energie und Vorleistungen allein erklären nicht das Ausmaß der Inflation in Deutschland. „Vielmehr scheinen Unternehmen in einigen Wirtschaftszweigen die Preissteigerungen dazu genutzt zu haben, ihre Gewinne auszuweiten. Das gilt vor allem für den Handel, die Landwirtschaft und den Bau“, sagt Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter der ifo Niederlassung Dresden. Dies legten Daten der amtlichen Statistik zur Wirtschaftsleistung nahe. Daraus hat das ifo Unterschiede zwischen nominaler und preisbereinigter Wertschöpfung ermittelt. So lassen sich Rückschlüsse auf Preisanhebungen ziehen, die nicht durch höhere Vorleistungskosten verursacht wurden. 


„Nach Corona hatten private Haushalte hohe Ersparnisse angesammelt. Diese wurden im Jahr 2022 aufgelöst und haben die Konsumnachfrage befeuert. Auch die Entlastungen durch die Regierung dürften dazu beigetragen haben, die Nachfrage zu stützen und damit Spielräume für Preisanhebungen zu erweitern“, so der Wirtschaftsforscher.

„Insbesondere in der Land- und Forstwirtschaft einschließlich Fischerei sowie im Baugewerbe und in den Branchen Handel, Gastgewerbe und Verkehr haben die Unternehmen ihre Preise deutlich stärker erhöht als es aufgrund der gestiegenen Vorleistungspreise allein zu erwarten gewesen wäre. Einige Unternehmen scheinen den Kostenschub als Vorwand dafür zu nehmen, durch eine Erhöhung ihrer Absatzpreise auch ihre Gewinnsituation zu verbessern“, sagt Ragnitz. 

Landwirtschaftsunternehmen hätten zunächst wohl ihre Vorräte an Dünge- und Futtermitteln aufgebraucht, in ihrer Kalkulation aber die zu erwartenden Preissteigerungen bei Nachbestellungen bereits eingerechnet. Auf dem Bau dürften Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage zu den besonders starken Preiserhöhungen beigetragen haben. Das gelte vor allem für einige Ballungszentren. 

Ragnitz ergänzte, gegen überzogene Preisanhebungen helfe nur mehr Wettbewerb.  Verbraucher könnten auch billigere Produkte kaufen und so die Gewinninflation dämpfen. Es bestehe kein Grund für staatliche Eingriffe in die Preise. Auch eine Übergewinnsteuer sei wegen ihrer verzerrenden Wirkung auf die Knappheitssignale des Marktes weder marktkonform noch sei sie rechtssicher durchzusetzen. Da es keine Anhaltspunkte dafür gebe, dass hinter den Preissteigerungen Absprachen der Unternehmen stehen, seien auch kartellrechtliche Maßnahmen nicht hilfreich. Das allerdings müsste erst einmal untersucht werden. Man hat schon den Eindruck, dass Preisabsprachen an der Tagesordnung sind.

Siehe auch: https://www.ifo.de/publikationen/2022/monographie-autorenschaft/gewinninflation-und-inflationsgewinner-aktualisierung

Die rentenpolitischen Kettenspiele der Bundesregierungen von Adenauer bis Scholz

Norbert Blüm und der ehemalige Vorsitzende der Jungen Union (JU), Philipp Mißfelder, stritten sich 2006 heftig um die Verdienste des langjährigen Sozialministers und der Regierung unter Helmut Kohl. Mißfelder hatte öffentlich die damalige „Reformunwilligkeit“ kritisiert. Blüm schrieb dem JU-Chef daraufhin einen Satz: „Sie sind ein Schwätzer.“ Mißfelder antwortete mit einem Kohl-Zitat, in dem der rückblickend das lange Festhalten an Blüm als „schweren Fehler“ bezeichnet hatte. Die Kritik des JU-Bundesvorsitzenden sollte allerdings etwas weiter greifen. Denn für das Rentendebakel sind vor allen Dingen Unionspolitiker und Vertreter der katholischen Soziallehre aus der Adenauer-Ära verantwortlich.

Die Reform der gesetzlichen Rentenversicherung 1957 beruhte maßgeblich auf einer höchst umstrittenen Studie des Kölner Wirtschaftswissenschaftlers Wilfried Schreiber, dessen Konzept allerdings nur unvollständig umgesetzt wurde. Schreiber hatte vorgesehen, die für den Fortbestand des Systems unabdingbare Förderung der Geburtenrate in das System einzubeziehen, unter anderem durch eine Kinderrente und eine Beitragsverdoppelung für Kinderlose. Der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer entschied sich gegen solche Komponenten und lag damit im Widerspruch zu seinem Wirtschaftsminister Ludwig Erhard und zu den ordoliberalen Architekten der Sozialen Marktwirtschaft: Die populistischen Wahlversprechen von Adenauer zur Bundestagswahl 1957 erzürnte vor allen Dingen den Ökonomen und Erhard-Berater Wilhelm Röpke: „Je mehr nun aber dieses Prinzip des Wohlfahrtsstaates ausgedehnt wird, um so näher rückt der Augenblick, da die riesige Pumpmaschine zu einer Täuschung für alle wird, zu einem Selbstzweck, der eigentlich niemanden mehr dient außer den davon lebenden Maschinisten, die natürlich alles Interesse daran haben, die Täuschung nicht ruchbar werden zu lassen“. Schon im Frühjahr 1956 legte Röpke seine Einsprüche vor: Die generationenübergreifende Umlagefinanzierung, wie sie Adenauer vorschwebe, verstopfe die Quellen der Kapitalbildung, leiste dem wirtschaftspolitischen Expansionismus Vorschub und sei nichts anderes als eine Zwangsversorgung. Nachdrücklich sprach er sich für ein kapitalgedecktes System aus, das einen wesentlichen Beitrag zur volkswirtschaftlichen Kapitalbildung leisten könne und damit seine eigenen Grundlagen sichere. Anstelle des populären Prinzips der kollektivistischen Fremdvorsorge forderte erbeine Verbreiterung der Eigen- und Gruppenvorsorge. 

Die Forderung nach einer abstrakten „Solidarität der Generationen“ wies er zurück: „Ihr Fehler besteht darin, das Struktur- und Moralprinzip der Familie von dieser echtesten aller Gemeinschaften auf die im Staate organisierte Gesellschaft als Ganzes zu übertragen, auf die es nicht anwendbar ist, ohne sich in etwas ganz anderes, nämlich in Kollektivismus, zu verwandeln.“ Die ungezügelten Versprechungen des Staates würden einen gewaltigen Zwangsapparat hervorbringen, dessen ökonomische Ergebnisse eher früher als später enttäuschen müssten. Der um seinen Wahlsieg bangende Kanzler Adenauer scherte sich um solche Mahnungen wenig und setzte genau das durch, was Röpke als kollektive Zwangsversicherung geißelte. Der in dieser Zeit politisch geschwächte Ludwig Erhard stimmte dem Umlagesystem nur unter der Bedingung zu, dass die Bürger auch zur Eigenvorsorge angehalten würden. Leider war dafür der Anreiz nicht sehr hoch. Die Fördersummen in der privaten Vorsorge sind bis heute sehr gering, zu zersplittert und erlauben kaum eine zielgerichtete Vorsorge, wenn man einmal von Lebensversicherungen absieht, die jedoch keinesfalls als Synonym für private Vorsorge gesehen werden dürfen.

Die Kritik am gegenwärtigen Rentensystem entzündet sich vor allen Dingen an der Krisenanfälligkeit: Das Umlageverfahren ist durch vergleichsweise geringfügige konjunkturelle und demografische Schwankungen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Um diese Schwäche zu mindern und um das Rentensystem von politischen Interventionen freizuhalten, war in der Rentengesetzgebung von 1957 die Bildung einer Liquiditäts- und Schwankungsreserve in Höhe von zwölf Monatsausgaben festgelegt worden. 1967 machte sich diese Regelung das erst Mal bezahlt, da die Beitragseinnahmen nur um 1,6 Prozent stiegen, während sich die Rentenausgaben um 12,9 Prozent erhöhten. Der Gesetzgeber versäumte es allerdings während der ersten Großen Koalition, die Schwankungsreserve wieder aufzufüllen. Es wurde 1969 sogar beschlossen, sie von zwölf auf drei Monatsausgaben zu vermindern. Eine in diesem Wahljahr erforderliche und höchst unpopuläre Beitragserhöhung konnte damit in Grenzen gehalten werden. 

Darüber hinaus erleichterte diese Maßnahme die Finanzierung der kostenträchtigen, aber wählerwirksame Rentenreform von 1972. Die Kosten dieses Wahlgeschenkes explodierten allerdings dermaßen, dass nicht nur die Rentenbeiträge auf 18 Prozent erhöht wurden, sondern zugleich auch die Schwankungsreserve, die immerhin noch bei neun Monatsausgaben lag, angegriffen werden musste. Innerhalb von vier Jahren sank die Schwankungsreserve auf drei Monatsausgaben. Daraufhin beschloss der  Bundestag, die Reserve auf eine Monatsausgabe zu vermindern. Spätestens mit diesen Symptomkorrekturen der Politik wurde das Umlageverfahren zum Einfallstor permanenter gesetzgeberischer Eingriffe, die in immer kürzeren Intervallen auftraten und das Vertrauen in die Sicherheit der Renten zum Verschwinden brachten. Spätestens mit den Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre vorgelegten Modellrechnungen zur künftigen Bevölkerungsentwicklung hätte die Bundesregierung schon fundamentale Reformen einleiten müssen. Vor 40 Jahren schrieb die „Arbeitsgruppe Bevölkerungsfragen“ unter Vorsitz des Bundesinnenministers zu den Folgen der demografischen Entwicklung für das Rentensystem: „Der  Beitragssatz müsste von gegenwärtig 18,5 Prozent auf 35 Prozent im Jahre 2035 ansteigen, wenn das gegenwärtige Bruttorentennieau aufrechterhalten wird, dass heißt, wenn die Renten uneingeschränkt der Bruttolohnentwicklung folgen. Würde dagegen der gegenwärtige Beitragssatz beibehalten, müsste durch Verlangsamung der Rentenzuwächse das Bruttorentenniveau um fast die Hälfte gesenkt werden. Während heute eine Rente nach 40 Versicherungsjahren rund 44 Prozent des Bruttoarbeitsentgeltes vergleichbarer Arbeitnehmer beträgt, wären es unter 25 Prozent in 50 Jahren“.

Die Reaktionen der Politik blieben nahezu aus oder wurden in den Folgejahren der Kohl-Ära mit den legendären Worten des früheren Arbeitsministers Norbert Blüm „Die Rente ist sicher“ plattgewalzt.

In Regel wird die Erhöhung Renteneintrittsalter als Instrument der Rentenkürzung durch die kalte Küche eingesetzt, weil klar ist, dass das reale Renteneintrittsalter niedriger ausfällt und viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Kürzungen nach der schwer verstehbaren Rentenformel hinnehmen müssen. Die Forderung von Bundeskanzler Olaf Scholz, dass mehr Menschen erst mit 67 in Rente gehen sollten, reiht sich ein in die fragwürdige Geschichte der Notoperationen zur Rettung des Umlageverfahrens.

#ChatGPT, Schumpeter und der telautophonische Alltagsberater @Kroker

Schon vor über 100 Jahren war klar, dass die Menschen der drahtlosen Zeit überall mit ihrem Empfänger herumgehen werden, der irgendwo, im Hut oder anderswo angebracht und auf eine der Myriaden von Vibrationen eingestellt sein wird, mit der er gerade Verbindung sucht, so die Prognose des Wissenschaftsautors Robert Stoss, die er 1910 zu Papier brachte: „Einerlei, wo er auch sein wird, er wird bloß den Stimm-Zeiger auf die betreffende Nummer einzustellen brauchen, die er zu sprechen wünscht, und der Gerufene wird sofort seinen Hörer vibrieren oder das Signal geben können, wobei es in seinem Belieben stehen wird, ob er hören oder die Verbindung abbrechen will.“ 

Wenn aber dieser Apparat erst so vervollkommnet sein werde, dass auch der gewöhnliche Sterbliche sich seiner wird bedienen können, dann werden dessen Lebensgewohnheiten dadurch noch weit mehr beeinflusst werden, als sie dies schon jetzt durch die Einführung des gewöhnlichen Telephones geworden sind. Stoss sprach von der Aufhebung von Raum und Zeit, von den Möglichkeiten der drahtlosen Verbrechensbekämpfung, einer fabelhaften Umgestaltung von Urlaubsreisen und der telautophonischen Modeberatung. 

Staufrei durch SIRI und Co. 

Mit dem Spracherkenner SIRI war bereits ein Hype ausgelöst worden, so die Smart Service-Bloggerin Manja Baudis : „Der persönliche Assistent auf dem Smartphone – bedienbar auch per gesprochener Sprache – ist wohl einer der mobilen Trends der letzten Monate.“ Mittlerweile gibt es zahlreiche sprachgesteuerte Dienste, die immer leistungsfähiger werden.

Es ist die Vision eines virtuellen Concierge, möglichst in Verbindung mit einer personalisierten Computerwolke, der uns auf Schritt und Tritt begleitet, rund um die Uhr unterstützt, unsere Bedürfnisse kennt, uns informiert, an Termine erinnert, rechtzeitig aus den Betten scheucht und gekonnt an einem Stau vorbei manövriert. Es muss ein vertrauenswürdiges und lernfähiges Assistenzsystem sein, sollte sich auf das Wesentliche konzentrieren und mich von Alltagsaufgaben entlasten. Erst dann kann man von einem Concierge in der Westentasche sprechen.

Entscheidend ist die Verfügbarkeit und Güte der virtuellen Concierge-Dienste. Bei einem Gesundheits-Assistenten darf es keine Abstürze geben, die heute noch an der Tagesordnung sind. Was Chatbots leisten, wird sich in den nächsten Jahren erweisen. Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine genießt nach einem Bericht von Michael Kroker besondere Aufmerksamkeit: „Das hat sich auch in der vergangenen Woche gezeigt, als das amerikanische Start-up OpenAI seinen neuartigen Chatbot ChatGPT auf seiner Webseite frei zugänglich schaltete – und einen weltweiten Hype auslöste.“

Die Verbindung von leistungsfähigem Sprachmodell mit gigantischen Datenmengen sorge dafür, dass ChatGPT so gut in der Breite funktioniert.

Individuelle oder personalisierte Anwendungen wären dann der nächste Schritt. So ein System muss dann mein persönlicher Concierge werden, der mich auf gute Himbeermarmelade, Neuerscheinungen zu Roland Barthes, Innovationstheorien, Konzerte und dergleichen hinweist sowie das Management komplett übernimmt – von der Buchung von Konzertkarten bis zu blöden Behördengängen oder das Versendungen von Dokumenten.

Bei meinen ersten Gehversuchen mit ChatGPT sind die Ergebnisse bei der Kontexterfassung schon erstaunlich gut: Folgender Dialog zu Schumpeter hat sich entwickelt. Bei der letzten Frage sieht man dann Grenzen der Anwendbarkeit.

Was beinhaltet die Innovationstheorie von Schumpeter?

Die Innovationstheorie von Schumpeter ist ein wichtiger Teil der Wirtschaftstheorie, der sich mit der Rolle von Innovationen in der wirtschaftlichen Entwicklung befasst. Schumpeter betrachtet Innovationen als die treibende Kraft hinter wirtschaftlichem Wandel und Wachstum. Er argumentiert, dass Unternehmer und Unternehmen, die in der Lage sind, neue Produkte, Verfahren und Märkte zu schaffen, einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung leisten. Durch ihre Innovationsbemühungen können sie Wettbewerbsvorteile erzielen und die Wirtschaft voranbringen. Schumpeters Theorie geht davon aus, dass Innovationen immer von Unternehmern getrieben werden und nicht durch staatliche Planung oder Regulierung erfolgen.

Welche Rolle spielt dabei der Staat?

Schumpeters Innovationstheorie geht davon aus, dass Innovationen immer von Unternehmern getrieben werden und nicht durch staatliche Planung oder Regulierung erfolgen. Der Staat spielt demnach keine aktive Rolle bei der Förderung von Innovationen. Stattdessen sieht Schumpeter die Hauptaufgabe des Staates darin, einen Rahmen zu schaffen, in dem Unternehmen ungehindert neue Ideen entwickeln und umsetzen können. Dazu gehört beispielsweise die Schaffung von günstigen Rechts- und Marktbedingungen, die es Unternehmern ermöglichen, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Insgesamt betrachtet Schumpeter den Staat also eher als passiven Teilnehmer im Innovationsprozess.

Wie relevant ist die Theorie von Schumpeter heute?

Obwohl die Innovationstheorie von Schumpeter vor über 70 Jahren entwickelt wurde, ist sie auch heute noch von großer Relevanz. Schumpeters Betrachtung der Rolle von Unternehmern und Innovationen in der wirtschaftlichen Entwicklung gilt als eine der grundlegenden Theorien der Wirtschaftswissenschaften und wird in vielen Bereichen der Wirtschaftsforschung und -praxis herangezogen. Auch heute noch spielen Innovationen eine entscheidende Rolle beim wirtschaftlichen Wachstum und Wandel, und Schumpeters Theorie bietet einen wichtigen Rahmen, um die dahinterstehenden Prozesse zu verstehen und zu analysieren.

Welche Forscher beschäftigen sich zur Zeit mit Schumpeter?

Ich bin kein Einzelner, sondern eine künstliche Intelligenz, die nicht in der Lage ist, Informationen über aktuelle Forschungstätigkeiten zu liefern, da ich keinen Zugang zu aktuellen Forschungsarbeiten und -ergebnissen habe. Mein Wissen basiert auf Informationen, die bis zum Jahr 2021 reichen, und ich kann daher keine aktuellen Entwicklungen oder Trends in der Forschung zu Schumpeters Theorie beschreiben.

Siehe auch:

Zählt zu den Lieblingsstorys: Ohne Hofrat von Kempelen kein #Alexa – Über Wundermaschinen im Wien des 18. Jahrhunderts

Wenn der Chat wirklich schummelt, sind es wohl die Maschinisten.

Was kann das Sprachmodell?

@TimmermansEU: „Wir schaffen eine völlig neue Wirtschaft, eine Mehrwegwirtschaft“ – Die Mehrwegquote ist seit 30 Jahren in Deutschland im freien Fall und liegt nur noch bei 40 Prozent

Dosenpfand-Gewinntonne beim Discounter. Praktische Einrichtung: Direkt neben dem Rücknahmeautomaten steht eine Mülltonne für Einwegflaschen, die die Maschine nicht schluckt. Für den Verbraucher eine teure Angelegenheit. Pro Flasche verbleiben 25 Cent in der Kasse des Discounters.

Das künftige EU-Verpackungsrecht soll nach einem Bericht des Branchendienste Euwid im Zeichen der Harmonisierung und Vereinheitlichung stehen und gleichzeitig die Kreislaufwirtschaft fördern.

„Die EU-Kommission will deshalb wie bereits angekündigt die bisherige Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle durch eine Verordnung ersetzen. Anders als Richtlinien sind Verordnungen nach Inkrafttreten unmittelbar in den Mitgliedstaaten gültig.“

Die bisherige Gesetzgebung habe ihre allgemeinen Umwelt- und Binnenmarktziele nicht erreicht. Als Beispiele für Bereiche, in denen Harmonisierung erforderlich ist, nennt der Entwurf Nachhaltigkeitsanforderungen für Verpackungen, Kriterien für die „Öko-Modulierung“ der Beiträge zu Systemen der erweiterten Herstellerverantwortung und Kennzeichnungsvorschriften. Aber schon die Kennzeichnung – von der Deutschen Umwelthilfe wie ein Mantra heruntergebetet – bringt nichts in Richtung Mehrweg. Beim Discounter gibt es nur Einweg. Zudem hat der Trend zu PET massiv die Mehrwegquote bei Mineralwasser und Limonade einbrechen lassen – seit Einführung des Dosenpfandes.

Rate mal, welche Firma kräftig eine Umweltschutz-Organisation sponsert – also eine Firma, die Rücknahmeautomaten für Einweg-Getränkeverpackungen flächendeckend etabliert hat?

Analog dazu steigen übrigens Jahr für Jahr der Verbrauch von Einweg-Verpackungen in Deutschland – rund 19 Millionen Tonnen. Tendenz weiter steigend, wo doch so viel von Mehrwegbechern und dergleichen gesprochen wird…..

Wie man die Kreislaufwirtschaft modernisieren kann, thematisierten wir in einem Roundtable.

Wir planen zwei Roundtable zu diesem Thema in Bonn und in Brüssel Anfang nächsten Jahres.

Warum die Uni-Bonn einen Schumpeter-Lehrstuhl einrichten sollte #NEO22 #EconTwitter @UniBonn

Welche Beziehung besteht zwischen der kreativen Zerstörung, gemessen an der Schaffung und Vernichtung von Arbeitsplätzen oder Unternehmen, und der kreativen Zerstörung, gemessen an der Anzahl neuer Patente? Das ist nur ein kleiner Ausschnitt von Forschungsfragen, die von Wirtschaftswissenschaftlern Philippe Aghion, Céline Antonin und Simon Bundel auf den Spuren der Theorien von Schumpeter untersucht werden. So gibt es eine positive Korrelation zwischen den beiden Messgrößen: „Die amerikanischen Bezirke mit den höchsten Raten bei der Schaffung und Vernichtung von Arbeitsplätzen waren im Durchschnitt auch die Bezirke, die zwischen 1985 und 2010 die meisten neuen Patente hervorgebracht haben. Diese Daten umfassen mehr als 1.100 Bezirke, und die Korrelation beträgt 0,456. Diese Korrelation ist größtenteils darauf zurückzuführen, dass die innovativsten Unternehmen die kleinen, jungen Unternehmen sind, die auch die meisten Arbeitsplätze schaffen und vernichten. Je größer das Unternehmen wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es innovativ ist. Darüber hinaus sind die Innovationen kleinerer Unternehmen radikaler und bedeutender als die größerer Unternehmen. Das Paradigma der schöpferischen Zerstörung löst eine Reihe von Rätseln im Zusammenhang mit dem Wachstum“, schreiben die drei Autoren in ihrem Opus „THE POWER OF CREATIVE DESTRUCTION“.

Warum komme es zu Wachstumsunterbrechungen? Zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und 1985 erlebte Japan bekanntlich ein spektakuläres Wachstum des Pro-Kopf-BIP und des technologischen Niveaus, bevor es in eine lange Phase der Stagnation eintrat. „Die neoklassische Theorie kann solche Brüche in der wirtschaftlichen Entwicklung nicht erklären. Im neoklassischen Modell nimmt die Wachstumsrate mit der Kapitalakkumulation allmählich ab, jedoch ohne Trendbrüche. Die Erklärung, die die Schumpetersche Wachstumstheorie bietet, ist, dass Länder über Institutionen verfügten oder politische Maßnahmen ergriffen, die das Wachstum durch Kapitalakkumulation und wirtschaftlichen Aufholprozess begünstigten – insbesondere eine Politik der Importsubstitution. Aber sie haben es versäumt, ihre Institutionen anzupassen, um den Übergang zu einer Innovationswirtschaft zu schaffen„, erläutern Aghion, Antonin und Bunel.

In seiner Präsidentenrede vor der American Economic Association 1938 erklärte der Wirtschaftswissenschaftler Alvin Hansen, dass die Vereinigten Staaten seiner Meinung nach zu einem langfristig schwachen Wachstum verdammt seien, ein Zustand, den er als „säkulare Stagnation“ bezeichnete. Das Land hatte gerade die Große Depression überwunden. In jüngerer Zeit veranlasste die Finanzkrise von 2008 Lawrence (Larry) Summers und andere Wirtschaftswissenschaftler, den Begriff der säkularen Stagnation wieder aufzugreifen, um eine Situation zu beschreiben, die ihrer Meinung nach der von Hansen 1938 beschriebenen ähnelt. Warum ist das amerikanische Wachstum seit 2005 trotz der Revolutionen in der Informationstechnologie und der künstlichen Intelligenz zurückgegangen?

„Das neoklassische Modell kann das Rätsel der säkularen Stagnation nicht erklären, da es einen kontinuierlichen Rückgang des Wachstums aufgrund abnehmender Erträge aus der Kapitalakkumulation vorhersagt. Kann das Paradigma der schöpferischen Zerstörung es besser machen? Das Paradigma der schöpferischen Zerstörung legt aus mindestens zwei Gründen eine optimistischere Zukunftsvision nahe als die von Larry Summers oder Robert Gordon. Erstens hat die IT-Revolution die Technologie zur Produktion neuer Ideen grundlegend und dauerhaft verbessert. Zweitens hat der mit der IT-Welle einhergehende Globalisierungsprozess die potenziellen Gewinne aus der Innovation (Skaleneffekt) und gleichzeitig die potenziellen Kosten der Nichtinnovation (Wettbewerbseffekt) erheblich gesteigert. Dementsprechend hat sich die Innovation in den letzten Jahrzehnten sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht beschleunigt.“

Das sind nur einige kurze Hinweise, die zeigen, wie aktuell das Schumpetersche Werk ist und warum es sich lohnen würde, in Bonn dazu ein Schumpeter-Lehrstuhl und/oder eine Forschungseinheit zu schaffen.

Aber da rede ich mir ja seit Jahren den Mund fusselig. Professor Kurz hat das dafür Nötige pointiert formuliert:

Glück und Zufall bringen keine Schlagzeilen im Fußball @DFB_Team

Nur allzu gern versuchen wir krampfhaft, den Faktor Glück zu ignorieren und für unser Tun eine gehörige Portion Kausalität schlichtweg zu erfinden. Wenn ein durchschnittlicher Golfer bei einem zweitägigen Turnier einen überdurchschnittlichen Start hinlegt, gehen wir davon aus, dass er auch am zweiten Tag eine gute Leistung zeigt. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings hoch, dass er wohl eher wieder ein normales Ergebnis bringt, weil das außerordentliche Glück des ersten Tages nicht anhalten wird. Für Sportreporter sind das keine Neuigkeiten.

Was Daniel Kahneman als Regression zum Mittelwert bezeichnet, bringt keine Schlagzeilen. Die Headline muss daher anders lauten: „Der Golfer zeigte Nerven und konnte dem Druck nicht standhalten“. Oder: „XY ist kein Siegertyp“. Oder auch: „Der Gegner zermürbte den Champion des ersten Tages“. Mit folgender Schlagzeile geben wir uns nicht zufrieden: „Der Golfer hatte ungewöhnlich viel Glück“. Da fehlt die kausale Kraft, die unser Intellekt bevorzugt. Ähnlich ist es mit der deutschen Fußballnationalelf. Zweimal rausgeflogen in WM-Vorrunden, schon ist das Wehklagen großen. Beispiel aus der taz: „Manchmal entwickelt der Fußball eine infernalische Kraft. Er schleift Gewissheiten, scheint die alte Welt aus den Angeln zu heben und eine neue Ordnung zu schaffen, von der keiner wusste, dass sie in dieser Form existiert.Auch Bundestrainer Hansi Flick war diese Parallelwelt nur aus Erzählungen bekannt, bis er vom großen Scharfrichter Fußball bitter lernen musste, dass Deutschland keine Turniermannschaft mehr ist und auch kein Team, das automatisch in die K.-o.-Runde einer WM einzieht. Warum? Weil es eben so ist.“ Der Marsch der 2006er-Crew sei zu Ende, laber-sülz. Freunde und Freundinnen des Fußballs, schaut Euch doch die Bilanz von Flick als Bayern-Trainer an. Glück und Pech sind konstante Faktoren im Spiel, neben Können, Taktik, Kraft, Kondition, Psychologie und dergleichen. Es wird im Weltfußball mittlerweile hoch professionell gearbeitet. Da können auch Ausrutscher mal passieren.

Kausale Geschichten erfinden

Wir suchen krampfhaft nach einer eindeutigen Beziehung von Ursache und Wirkung, tappen damit aber in die Falle ungerechtfertigter kausaler Schlüsse. Glück oder Zufall passen nicht zur Attitüde der Welterklärer. Das gilt auch für Rückschaufehler. Ex post ist man immer schlauer und erkennt Gründe, die vorher niemanden interessierten. So erhielt am 10. Juli 2001 die CIA Informationen, wonach El Kaida einen größeren Angriff gegen die USA plane. Der damalige CIA-Direktor George Tenet unterrichtete nicht George Bush, sondern die Sicherheitsberaterin Rice.

Als das nach den Anschlägen auf das World Trade Center publik wurde, schrieb der Washington-Post-Chefredakteur Ben Bradlee: „Es erscheint mir selbstverständlich, dass man eine solche Nachricht, die Geschichte schreiben wird, direkt dem Präsidenten mitteilt.“ Was für ein Schlaumeier. Am 10. Juli wusste niemand, dass diese Neuigkeit Geschichte schreiben würde. Den gleichen Mumpitz fabrizieren jeden Tag neunmalkluge Börsenanalysten, die in ihren Ex-post-Kommentaren immer schon alles wussten, aber eben erst im Nachgang des Geschehens. Niemand würde sich vor die Kamera der einschlägig bekannten Börsensendungen stellen und sagen, dass man schlichtweg keine Peilung hat, warum es zu irgendwelchen Schwankungen an den Finanzmärkten kam.

Eine weitere Methode der Wahrheitskonstrukteure ist die ständige Wiederholung von Aussagen, um Menschen dazu zu bringen, falsche Aussagen zu glauben. Das erzeugt Vertrautheit, die sich nur schwer von der Wahrheit unterscheiden lässt. Man reduziert damit die kognitive Beanspruchung des Publikums und zahlt auf das Konto der Bequemlichkeit ein.

Überlegungen für eine missionsorientierte Innovationspolitik #NEO22 @rafbuff @foresight_lab @AlexanderFink77 @Haufe_NMP @DrLutzBecker1

Die Frage der werte- oder missionsorientierten Innovationspolitik durchzog sich durch mehrere Sessions der Next Economy Open #NEO22. Etwa beim Talk mit Rafael Laguna de la Vera, Gründungsdirektor der Next Economy Open #NEO22.: „Wir brauchen Innovationen, die das Leben der größtmöglichen Anzahl von Menschen in größtmöglichem Umfang besser machen. Neue Anwendungen müssen sinnvollen Nutzen bringen und den Fokus auf menschliche Bedürfnisse und unsere basalen Lebensgrundlagen setzen. Was wir nicht brauchen, sind Scheininnovationen, die Probleme lösen, die wir nie hatten.“

Siehe dazu auch das Buch von Deepa Gautam-Nigge, erschienen im Haufe-Verlag.

Und zwei interessant Sessions, wo ich genau den Punkt der Missionsorientierung nach vorne gestellt habe.

Termin der Next Economy Open 2023: 7. und 8. Dezember #NEO23 – Klassik trifft Geeks, Nerds, Hacker und Blogger

Genau aus dieser Motivation heraus veranstalten wir die Next Economy Open.

Das langfristige Ziel der Initiatoren ist es, eine dauerhafte Dialog-Plattform für Unternehmen, Gründer und Netzszene sowie Politik und Wissenschaft zu schaffen. Bei sieben Ausgaben ist das schon gelungen.

Es geht nicht um den Austausch von Visitenkarten, sondern um das Matchen, Moderieren und Managen der Next Economy. Macht mit bei der 🙂

Siehe auch:

Tag 2 der #NEO22.

Tag 1 der #NEO22.

#BonnSchumpeterLectures auf der #NEO22 mit @DrLutzBecker1, Deepa Gautam-Nigge, @rafbuff, @foresight_lab, @AlexanderFink77 und Heinz D. Kurz @UniGraz: Am 1. Dezember geht es los

Wichtig im Werk des Nationalökonomen Joseph A. Schumpeter ist die Identifikation von Typologien und Eigenschaften, um Innovationen hervorzubringen. Ausführlich nachzulesen in meinem Beitrag „Wenn Volkswirtschaften in Routinen ersticken“ für den Band „Schöpferische Zerstörung und der Wandel des Unternehmertums“, erschienen im Metropolis Verlag.

Letztlich ist es der Urtypus des Schumpeterschen Entrepreneurs, der näher betrachtet werden sollte und nicht die Betriebsgröße eines Unternehmens. Jesko Dahlmann ist dieser Frage in seiner Forschungsarbeit „Das innovative Unternehmertum im Sinne Schumpeters“ nachgegangen.

Der von Dahlmann beleuchtete Urtypus ist anti-hedonistisch, Antreiber eines kreativen Kapitalismus, gepaart mit höheren Ambitionen, die nicht dem Diktat des Profits folgen. Solche Persönlichkeiten sind mehr Schöpfer als Zerstörer. „Ihre Innovationen haben ihren Unternehmen den wenig aussichtsreichen Kampf erspart, stets kostengünstiger als die Konkurrenz sein zu müssen, denn ein langfristiger Wettbewerbsvorteil entsteht erst durch neuartige und qualitativ bessere Produkte, neue Produktionstechniken“, schreibt Dahlmann.

Wer sich durch innovatives Wirken einen Vorsprung erarbeitet hat, kann auch seine Belegschaft besser entlohnen. Ein Mensch mit tatkräftiger Vision könne bereits hinreichend sein, um andere mitzuziehen und die Wirtschaftswelt nachhaltig zu verändern. Um das zu erreichen, müsse eine außergewöhnliche Phantasie mit Scharfsinn gepaart sein, um die günstigen Umstände, den passenden Moment und vor allem die richtige Idee zu erkennen. Hinzu kommt Wissen, wie man eine geeignete Idee umsetzt, wozu nicht nur Talent gefordert ist, sondern auch Verstand. Dazu zählen tiefe Erkenntnisse über den Gegenstand des Anwendungsgebietes. 

Schumpeter war bestrebt, die Wirtschaftstheorie zu revolutionieren, ihr einen Weg aus der Enge der ökonomischen Statik zu weisen und sie in Richtung Dynamik zu öffnen. Dies verlangte die Aufgabe zahlreicher überlieferter Denkgewohnheiten und Glaubenssätze. Wie der Keynes der General Theory versuchte er die Mainstream-Doktrin seiner Zeit zu überwinden und an ihre Stelle eine Analyse zu setzen, die das Bewegungsgesetz der kapitalistischen Ökonomie aufspürt und analytisch erfasst.

Was werden wohl die diesjährigen #BonnSchumpterLectures auf der Next Economy Open für Erkenntnisse bringen?

Euch erwartet ein spannendes Programm ab 9:30 Uhr.