Je mehr Führungskräfte in einer Firma, desto grösser ist das Konfliktpotenzial – Krankheitsbild: #IchHabeChef

elderly man looking at camera and behind him screen saying that he is no more needed
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„Krankheitsbedingte Ausfälle in den Unternehmen sind auf einem Allzeithoch. Häufig werden sie durch Krach mit dem Vorgesetzten verursacht. Das kostet Milliarden“, berichtet die NZZ.

Es gibt in der Schweiz immer mehr Chefs. Für die Einzelnen mag dies ein Karrieresprung sein. Doch je mehr Führungskräfte in einer Firma, desto grösser ist die Komplexität und das Konfliktpotenzial.

„Viele Vorgesetzte sorgen für unnötigen Mehraufwand, der an den Untergebenen hängenbleibt“, sagt Sozialpsychologe Jakub Samochowiec, der das Phänomen untersuchte, zur NZZ am Sonntag. Und das steht auf einer Linie mit den Untersuchungen des Gallup-Instituts in Deutschland.

Studienautor Marco Nink betont, dass es entscheidend sei, dass Mitarbeiter täglich klar verstehen, was von ihnen erwartet wird. Hierbei spielen Prioritäten, Verantwortlichkeiten und insbesondere das Feedback eine zentrale Rolle.

Interessanterweise zeigt die Studie, dass die meisten Führungskräfte in Deutschland diese Bedürfnisse der Mitarbeiter nicht ausreichend adressieren. Dies führt zu einer geringen emotionalen Bindung der Beschäftigten an ihren Arbeitgeber. Laut Nink gibt es zwölf Kriterien, die eng an Maslows Bedürfnispyramide angelehnt sind, deren Erfüllung für eine starke Mitarbeiterbindung sorgt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die direkte Beziehung zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern. Nink unterstreicht, dass das Verhalten der Führungskräfte maßgeblich darüber entscheidet, wie Mitarbeiter ihre Arbeitssituation und ihre Zufriedenheit bewerten.

Die Untersuchungen enthüllen dabei eine Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung bei Führungskräften. Während fast alle Führungskräfte von sich selbst überzeugt sind, gute Führungskräfte zu sein, spiegelt das Fremdbild der Beschäftigten oft ein anderes Bild wider.

Nink schlägt vor, dass Unternehmen Best Practices intern teilen sollten, um die Führungskompetenz zu verbessern. Er betont, dass erfolgreiche Führung sowohl eine Frage der Einstellung als auch der richtigen Taktiken ist. Dabei müssen sich Unternehmen auf ein massives Umdenken einstellen und sich auf die richtigen Dinge fokussieren.

Abschließend betont Nink die enormen Kosten, die durch innere Kündigung entstehen – bis zu 105 Milliarden Euro jährlich für die deutsche Wirtschaft. Dies unterstreicht die Dringlichkeit für Unternehmen, ihre Führungsqualität zu verbessern und die emotionalen Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter ernst zu nehmen.

Oder weniger Führungskräfte ernennen. Siehe oben.

Siehe auch:

#Homeoffice, Bill Lumbergh und die Käfighaltung in klassischen Büros

Offener Brief an die Deutsche-Post-Stiftung: Forderung nach Rücknahme der Personalentscheidung für das Bonner Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA)

Die Deutsche-Post-Stiftung hat Forschungsinstitute wie das IZA finanziert. Nun hat es weniger Geld übrig. Der renommierte und international sehr geschätzte Ökonom Simon Jäger verlässt das IZA, Armin Falk übernimmt. In der Pressemitteilung des IZA steht:

„Die Deutsche Post Stiftung, Alleingesellschafterin des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn, befindet sich in einer Phase des Wandels und hat entschieden, ihre Forschungsinstitute neu zu ordnen. Dies bringt sowohl eine Änderung in der strategischen Ausrichtung des IZA und des briq Institute on Behavior & Inequality als auch Anpassungen in der Finanzierung und Förderung beider Institute mit sich. Als Teil dieser Veränderung wird das briq Institute in das IZA eingegliedert und der Berliner Standort des IZA aufgelöst. Aufgrund dieser Entwicklung hat der derzeitige Geschäftsführer des IZA, Prof. Dr. Simon Jäger, in bestem Einvernehmen mit der Deutsche Post Stiftung entschieden, seine Geschäftsführertätigkeit am IZA zum 31. Dezember 2023 zu beenden. Das IZA und die Deutsche Post Stiftung bedauern diesen Schritt und möchten sich bei Prof. Dr. Simon Jäger für seine herausragende Arbeit und sein erfolgreiches Wirken zur Weiterentwicklung des IZA bedanken. Zum 1. Januar 2024 wird Prof. Dr. Armin Falk, der derzeitige Geschäftsführer des briq Institute, die Nachfolge von Prof. Dr. Simon Jäger antreten.“ Und das stößt auf wenig Gegenliebe.

In einem offenen Brief an Klaus Zumwinkel, dem Präsidenten der Post-Stiftung, dem Kuratorium und dem Rektorat der Uni Bonn reagieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf die Ankündigung der Berufung von Professor Armin Falk an die Spitze des IZA mit Wirkung zum 1. Januar 2024:

„Wir möchten unsere tiefe Bestürzung über diese Entscheidung zum Ausdruck bringen und Sie von unserer Absicht in Kenntnis setzen, zum 1. Januar 2024 aus dem IZA auszutreten, sofern nicht ein anderer IZA-Leiter ernannt wird.“

Es folgen Vorwürfe von Fehlverhalten und Machtmissbrauch, die ich selbst zur Zeit nicht überprüfen kann. Ihr könnt das selbst nachlesen. Im offenen Brief heißt es weiter:

„Die vielfältige Gemeinschaft der Arbeitsökonomen und der Berufsstand der Wirtschaftswissenschaftler im weiteren Sinne haben in den letzten Jahren erhebliche Anstrengungen und Ressourcen investiert, um ein integratives und unterstützendes Umfeld zu schaffen. Professor Falks Reaktion hat ihn das Vertrauen und die Wertschätzung seiner Kollegen gekostet und sollte ihn von einer Position der Macht und des Vertrauens disqualifizieren. Die Ernennung von Professor Falk an die Spitze des IZA ist ein gefühlloses, rückwärtsgewandtes Signal an den Berufsstand. Der Wert von IZA liegt in seinem Netzwerk von Menschen, und die Ernennung von Professor Falk wird dieses Netzwerk auflösen. IZA verfügt über ein einzigartiges Netzwerk mit beachtlichen und bewundernswerten Leistungen. Die IZA-Mitglieder und Stipendiaten sind zu Recht stolz darauf, zu IZA zu gehören. Einige von uns sind bereits seit mehreren Jahrzehnten Mitglied bei IZA. Die Berufung von Professor Falk an die Spitze von IZA wäre ein großer Schaden für die Institution, demoralisierend für die vielen Mitglieder und ein demütigender Rückschritt für den Berufsstand der Wirtschaftswissenschaftler. Sie wird auch dazu führen, dass wir unsere IZA-Stipendien und Mitgliedschaften mit Wirkung vom 1. Januar 2024 aufkündigen werden. Wir fordern Sie gemeinsam auf, Ihre Entscheidung zu überdenken.“ Ding-Dong. So etwas habe ich noch nicht erlebt.

Über 435 Ökonomen haben diesen Brief unterzeichnet. Ob das IZA-Bonn weitermachen kann? Wie wird wohl die Post-Stiftung reagieren?

Eine offizielle Stellungnahme des Briq-Instituts zu den Vorwürfen des offenen Briefes liegt bislang nicht vor. Hatte Rücksprache mit dem Sprecher Mark Fallak. Bin in der Warteschleife für eine Rückmeldung.

Man hört, sieht und streamt sich auf der Next Economy Open #NEO23 im Dezember

Deutschlands Wachstumsschwäche überwinden und in die Zukunft investieren: Aber wie? Zur Vorlage des Jahresgutachtens der Wirtschaftsweisen @GrimmVeronika @umalmend @MonikaSchnitzer @AchimTruger @MartinWerding

Die aktuelle Konjunkturentwicklung in Deutschland wird nach wie vor durch die Energiekrise und die gesunkenen Realeinkommen belastet. Mittelfristig wird das Wachstum vor allem durch die demografische Alterung, das geringe Produktivitätswachstum, den veralteten Kapitalstock der Industrie und die geringe Anzahl junger innovativer Unternehmen gebremst. Das Jahresgutachten mit dem Titel „Wachstumsschwäche überwinden, in die Zukunft investieren“ analysiert, wie dies gelingen kann.

Die konjunkturelle Erholung in Deutschland verzögert sich aufgrund der Energiekrise und der inflationsbedingt gesunkenen Realeinkommen. Die Zentralbanken weltweit haben ihre Geldpolitik gestrafft, um der Inflation entgegenzuwirken. Diese Straffung und die schleppende Entwicklung in China haben das außenwirtschaftliche Umfeld in Deutschland beeinträchtigt. Das höhere Zinsniveau dämpft zudem die Investitionen und die Bautätigkeit im Inland. Der Sachverständigenrat erwartet daher, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 0,4 Prozent schrumpft. Im kommenden Jahr rechnen die Wirtschaftsweisen mit steigenden Realeinkommen, was zu einer verhaltenen konjunkturellen Erholung führen dürfte. Der Sachverständigenrat erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr um 0,7 Prozent wachsen wird.

Die Inflationsrate hat sich seit Jahresbeginn halbiert. Dennoch erwarten die Wirtschaftsweisen einen Anstieg der Verbraucherpreise um 6,1 Prozent im Jahresdurchschnitt. Die Preissteigerungen bei Energie und Nahrungsmitteln nehmen deutlich ab. Die Kerninflation, also der Anstieg der Verbraucherpreise ohne Energie und Nahrungsmittel, dürfte auch im kommenden Jahr erhöht bleiben, da die Lohnstückkosten stark gestiegen sind. 2024 wird die Inflationsrate bei 2,6 Prozent liegen

Die Analysen des Sachverständigenrates zeigen, dass die mittelfristigen Wachstumsaussichten Deutschlands auf einem historischen Tiefstand sind. Das Produktionspotenzial wird voraussichtlich bis zum Jahr 2028 jährlich um 0,4 Prozent wachsen, was etwa einem Drittel der Wachstumsraten der 2010er Jahre entspricht. Die knappe Arbeitskräftesituation aufgrund des demografischen Wandels wird das Wachstum in den kommenden Jahrzehnten dämpfen. Um die Wachstumsaussichten zu verbessern, sind wirtschaftspolitische Entscheidungen notwendig. Es gilt, Anreize zur Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Menschen zu erhöhen und die Zuwanderung in den Arbeitsmarkt zu stärken.

Investitionen spielen eine entscheidende Rolle, um die deutsche Volkswirtschaft nachhaltig auf Wachstumskurs zu bringen. Es ist wichtig, die Investitionsquoten zu erhöhen und die Digital- und Energieinfrastruktur auszubauen. Zudem müssen Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Durch Investitionen in Automatisierung, Digitalisierung und künstliche Intelligenz kann die Produktivität gesteigert werden.

Die deutsche Forschungsdateninfrastruktur ist im internationalen Vergleich rückständig. Wichtige Daten fehlen, Datensätze lassen sich kaum verknüpfen und werden in Krisensituationen nicht schnell genug bereitgestellt. Wir schlagen vor, die statistische Gesetzgebung zu überarbeiten, um die amtliche Statistik flexibler zu gestalten. Zudem sollte das Statistische Bundesamt einen Forschungsauftrag erhalten und unabhängige Forschungsdaten-Zentren betreiben.

Die Wirtschaftsweisen sehen einen Nachholbedarf bei der Wachstumsfinanzierung von jungen Unternehmen. Institutionelle Investoren, die in Europa aktiv sind und über viel Kapital verfügen, investieren zu selten über Aktienmärkte oder über Wagniskapital direkt in Unternehmen.

Eine staatliche Kofinanzierung sollte so ausgestaltet werden, dass private Investitionen mobilisiert werden, um diesem Marktsegment nachhaltig das nötige Volumen zu verschaffen. Gleichzeitig müssen die Exit-Optionen für Wagniskapitalgeber verbessert werden. Die besten Renditeaussichten bei der Veräußerung der Beteiligungen ergeben sich für Wagniskapitalinvestoren häufig bei einem Börsengang. Allerdings stellt der in Deutschland vergleichsweise kleine IPO-Markt (Initial Public Offering) ein Hindernis dar. „In Deutschland investieren die großen institutionellen Investoren wenig in Wagniskapital. Dadurch fehlt es einerseits an großen Investoren, die große Finanzierungsrunden in der Wachstumsphase mitgehen können. Gleichzeitig mangelt es an den Kapitalmärkten an Tiefe, damit ein Börsengang attraktive Erlöse erzielt“, erläutert Ulrike Malmendier, Mitglied des Sachverständigenrates Wirtschaft.

Die geringere Investitionsneigung hat gravierende Folgen für die Unternehmenssubstanz. Bei acht von zehn Mittelständlern mit älteren Inhabern übersteigt der Wertverlust des Kapitalstocks das Volumen der Neuinvestitionen. Eine zentrale Ursache für die abflauende Investitionsbereitschaft älterer Unternehmer ist deren kurzer Planungshorizont – die Risikobereitschaft sinkt. Rückt ein Inhaber näher an das Rentenalter heran, besitzen viele Vorhaben eine aus seiner Sicht zu lange Amortisationsdauer. Das gilt umso mehr für alle längerfristig finanzmittelbindenden – dafür aber auch wettbewerbsstärkenden – Zukunftsinvestitionen.

Wo sollen die Impulse herkommen. 90 Prozent der Investitionen kommen von der Privatwirtschaft. Und da bewegt sich nicht viel: „Die reichsten Deutschen haben ihr Vermögen geerbt oder konnten sich ins gemachte Nest setzen. Deutsches Geld ist also relativ altes Geld. Das hat massive Auswirkungen auf das Denken der Eigentümer der Firmen, der Investoren. Während gerade in Großbritannien und Amerika die Reichsten laufend Schlagzeilen mit gewagten Investitionen machen, herrscht bei uns Funkstille“, so Jürgen Stäudtner in einer netzökonomischen Diskussionsrunde, die wir vor einigen Jahren organisierten. Geändert hat sich nicht viel.

Partizipationskompetenz, Strategie und Praktiken – Wie können wir die Welt verbessern? Wir vertiefen das Thema auf der Next Economy Open am Freitag, den 8. Dezember, um 11 Uhr #NEO23

Wie kann Bildung im Kontext der täglichen Anwendungen in der digitalen Ökonomie auf eine Zukunft vorbereiten, die wir nicht kennen? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Projekts „König von Deutschland“, bei dem wir uns intensiv mit möglichen Zukunftsszenarien und der Vermittlung einer explorativen Haltung beschäftigt haben. Dabei haben wir ein didaktisches Konzept entwickelt, das auf dem Prinzip des „Lernens durch Lehren“ basiert.

Unser Ziel war und ist es an der Hochschule Fresenius, den Studierenden eine aktive Rolle zu geben und sie dazu zu ermutigen, gesellschafts- und wirtschaftspolitisch relevante Themen eigenständig zu erforschen und in Live-Formaten zu präsentieren. Dabei haben sie sich mit Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Ethik auseinandergesetzt, Expertenmeinungen eingeholt und Umfragen durchgeführt.

Die Ergebnisse sind beeindruckend. Die Studierenden arbeiten sich in wirtschaftsethische Fragen ein und entwickeln innovative Lösungsansätze für die Praxis in Unternehmen – von der Pharmabranche bis zu Medienverlagen . Im Vergleich zu traditionellen Prüfungen und Wissensabfragen hat sich gezeigt, dass das Prinzip des „Lernens durch Lehren“ zu einer intensiveren Recherche führt.

Das Besondere an unserem Ansatz ist, dass wir Theorie und Praxis miteinander verbinden. Wir vermitteln nicht nur Wissen, sondern auch die Fähigkeit, dieses Wissen in realen Situationen anzuwenden. Unsere Studierenden lernen, sich flexibel an verschiedene Situationen anzupassen und komplexe Probleme zu lösen. Dabei spielt die Vernetzung von verschiedenen Wissensbereichen eine wichtige Rolle.

Wir wissen nie genau, was am Ende herauskommt. Aber in den meisten Fällen haben die Studierenden beeindruckende Ergebnisse erzielt. Sie haben gelernt, selbstständig zu denken und Lösungen zu finden.

Das Prinzip des „Lernens durch Lehren“ basiert auf der Erkenntnis, dass intensives Denken und Problemlösungsfähigkeiten die Grundlage für Glück und Erfolg sind. Indem wir die Studierenden dazu ermutigen, aktiv zu denken und Probleme zu lösen, bereiten wir sie auf eine Welt vor, die sich ständig verändert und in der sie mit Unsicherheit und Komplexität umgehen müssen.

Unser Ziel ist es, die Welt zu verbessern, indem wir Menschen dazu befähigen, ihre Bedürfnisse besser zu befriedigen und gemeinsam an Lösungen für globale Probleme zu arbeiten. Dafür müssen wir die Strukturen schaffen, die es uns ermöglichen, unsere Bedürfnisse zu erfüllen und die Welt nachhaltig zu gestalten.

Das Projekt „König von Deutschland“ ist ein Beispiel dafür, wie Bildung junge Menschen auf diese Herausforderungen vorbereiten kann. Es zeigt, dass das Prinzip des „Lernens durch Lehren“ eine effektive Methode ist, um die Weltverbesserungskompetenz zu entwickeln und junge Menschen dazu zu befähigen, aktiv an der Gestaltung ihrer Zukunft mitzuwirken.

Insgesamt ist das Projekt ein Erfolg und hat gezeigt, dass Bildung mehr sein kann als das bloße Vermitteln von Wissen.

Unternehmen empfiehlt Jean-Pol Martin, der Kopf hinter dem Konzept „Lernen durch Lehren“, sich intensiv mit dem Menschenbild und den Bedürfnissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beschäftigen. Die Gehirnforschung könne dabei helfen, ein klares Bild davon zu entwickeln, wie man mit Menschen umgehen und sie motivieren sollte.

Ausführlich nachzulesen in meinem Beitrag für die SAP-Blogparade.

Wir vertiefen das Thema auf der Next Economy Open am Freitag, den 8. Dezember, um 11 Uhr.

Jean-Pol Martin & Simon KolbeLernen durch Lehren. Autorengespräch zum neuen LdL Handbuch

Weltveränderungskompetenz und eine SAP-Blogparade #DigitalAdoption – Hab jetzt einfach mal eine Theorie entwickelt unter der Abkürzung #MPADA

Trotz des rasanten technologischen Fortschritts haben viele Unternehmen nicht erkannt, wie wichtig die tägliche Erfahrung der Nutzerinnen und Nutzer ist – intern und extern. Was erlebt man in der eigenen Organisation und was erlebt man als Kunde?

Eine klare und verständliche Kommunikation ist entscheidend. Wenn Fachleute ihre Kenntnisse nicht verständlich vermitteln können, entsteht eine Kluft zwischen Technologie und Anwender. Für Softwareentwickler mag es unnötig erscheinen, intuitive Symbole oder Drag-and-Drop-Funktionen zu verwenden, da sie mit Code effizienter arbeiten können. Aber in fast allen anderen Lebensbereichen sind die meisten von uns Laien. Deshalb sollten Technologieunternehmen stets darauf abzielen, ihre Produkte und Dienstleistungen sowohl für Experten als auch für den durchschnittlichen Benutzer zugänglich zu gestalten.

Es wäre lächerlich, jemandem, der programmieren kann, irgendwelche Bildchen anzubieten. Der macht das mit seinen kurzen Programmbefehlen eleganter, schneller, effektiver und wahrscheinlich auch lustvoller. Während wir aber gleichzeitig in fast allen anderen Lebenssituationen Laien sind, also jeder Mensch ist fast immer Laie, nur in seinem eigenen Berufsfeld eben nicht. Man muss deshalb den gleichen Gegenstand mit einer unterschiedlichen logischen Tiefe behandeln. Entsprechend unterschiedlich sind die Anforderungen an das Interface-Design.

Der Multi-Perspektiven-Ansatz zur Digitalen Adoption (MPADA) kombiniert verschiedene Modelle, um eine umfassende Sichtweise zu erhalten. Er betrachtet die digitale Adoption nicht nur als technologische Herausforderung, sondern auch als sozialen, kulturellen und individuellen Prozess.

In der technologischen Dimension geht es um die Alltagstauglichkeit. Tools müssen schnell anwendbar sein.

In Fragen der Organisation steht eine Kultur des Experimentierens, Lernens und Anpassens im Vordergrund. en, wie Veränderungen auf organisatorischer Ebene gefördert und unterstützt werden können.

Die individuelle Dimension konzentriert sich auf die Akzeptanz und den emotionalen Prozess bei der Einführung neuer Technologien.

Um die digitale Adoption erfolgreich umzusetzen, sollten Unternehmen Implementierungsstrategien auf Basis der verschiedenen Dimensionen entwickeln:

1. Technologie-Einführung: Es ist wichtig, die klaren Vorteile und Alleinstellungsmerkmale der Technologie zu kommunizieren und kontinuierliche Schulungen anzubieten.

2. Kultureller Wandel: Eine offene und innovationsfreudige Kultur sollte gefördert werden, in der Mitarbeiter ermutigt werden, neue Tools auszuprobieren und Feedback zu geben.

3. Individuelle Unterstützung: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten durch gezielte Schulungen und Mentoring permanent begleitet werden.

Ausführlich hier nachzulesen.

Veronika Grimm ist seit April 2020 Mitglied des Sachverständigenrates. Sie ist Professorin für Volkswirtschaftslehre und Inhaberin des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftstheorie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Sie ist Vorsitzende der Wissenschaftlichen Leitung des Energie Campus Nürnberg (EnCN) und Direktorin des Laboratory for Experimental Research Nuremberg (LERN). Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Energiemärkte und Energiemarktmodellierung, Verhaltensökonomie, soziale Netzwerke sowie Auktionen und Marktdesign. Am Energie Campus Nürnberg leitet sie den Forschungsbereich „Energiemarktdesign“. Veronika Grimm ist in zahlreichen Gremien und Beiräten aktiv, unter anderem im Nationalen Wasserstoffrat der Bundesregierung, im Wissenschaftlichen Beirat beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), in der Expertenkommission zum Monitoringprozess „Energie der Zukunft“ am BMWK, im Zukunftskreis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), im Sachverständigenrat für Verbraucherfragen (BMJV) sowie im Energy Steering Panel des European Academies' Science Advisory Council (EASAC). Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre und der Soziologie an den Universitäten Hamburg und Kiel promovierte sie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Anschließend war Veronika Grimm an der Universidad de Alicante und der Universität zu Köln tätig und verbrachte längere Forschungsaufenthalte an der Université libre de Bruxelles und der Université Catholique de Louvain in Louvain la Neuve.

Wettbewerbsfähigkeit in Zeiten geopolitischer Veränderungen: Was wohl heute im Jahresgutachten des Sachverständigenrates im Vordergrund steht? @GrimmVeronika @umalmend @MonikaSchnitzer @AchimTruger @MartinWerding

Energiekrise, Gasknappheit, Inflation und die Folgen der Corona-Pandemie prägten das Jahresgutachten der Wirtschaftsweisen im vergangenen Jahr. Also beispielsweise die verstärkte Aufmerksamkeit für Themen wie Logistik und Lieferkettenmanagement, die in den vergangenen Jahren aufgrund von Ereignissen wie Produktionsengpässen oder Blockaden von Containerhäfen in China und im Suezkanal in den Vordergrund gerückt sind.

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm erklärte im Sohn@Sohn-Adhoc-Interview im November 2022, dass sich die Lieferkettenproblematik inzwischen entspannt habe, aber dass es dennoch wichtig sei, die Abhängigkeiten von bestimmten Ländern, insbesondere China, zu reduzieren. Sie betonte die Notwendigkeit einer Diversifizierung der Lieferbeziehungen und einer stärkeren Produktion in der Europäischen Union.

Grimm sprach auch über die Bedeutung von Handelsbeziehungen und Kooperationen mit verschiedenen Ländern, einschließlich Entwicklungsländern. Sie bekräftigte, dass es wichtig sei, wirtschaftliche, außenpolitische und entwicklungspolitische Aspekte zu berücksichtigen und Partnerschaften zum beidseitigen Vorteil einzugehen. Grimm unterstreicht die Bedeutung von Investitionssicherheit und Investitionsgarantien sowie die Notwendigkeit besserer Daten und Überwachungssysteme, um Ungleichgewichte im Weltmarkt frühzeitig zu erkennen.

Es sei wichtig, die Wirtschafts-, Außen- und Entwicklungspolitik zu integrieren und neue Handelsbeziehungen aufzubauen, um Stabilität und Wohlstand zu gewährleisten.

In der aktuellen Situation sei es essentiell, verstärkt auf die Überwachung der Lieferketten, Diversifizierung und Ausbau der Lagerhaltung zu setzen. Grimm sieht die Umsetzung dieser Maßnahmen als realistisch an, während andere Vorschläge wie die Diversifizierung der Lieferbeziehungen mehr Zeit und Partnerschaften im Ausland erfordern würden. Ein weiteres Thema ist die Produktion von Photovoltaik-Panels, die zu 95% in China stattfindet. Grimm weist darauf hin, dass es schwierig ist, diese Abhängigkeit zu ändern, da es nur wenige Unternehmen gibt, die diese Technologie beherrschen. Grimm weist auf die Entwicklung in den USA hin, wo ein massives Förderprogramm für klimafreundliche Technologien gestartet wurde.

Dies könnte dazu führen, dass Produktionskapazitäten und Rohstoffe in die USA verlagert werden, was Auswirkungen auf deutsche Unternehmen haben könnte. Grimm betont die Notwendigkeit, die Transformation in Deutschland zu beschleunigen, um Investitionen und Kapazitäten im Land zu halten. Grimm fordert eine beschleunigte Transformation und klare politische Rahmenbedingungen, um Investitionen zu fördern. Privates Kapital sei vorhanden, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Grimm spricht auch über die Bedeutung des Recyclings und der Kreislaufwirtschaft. Sie sieht die Innovationskraft und das Potenzial des deutschen Mittelstands in diesem Bereich. Grimm erwähnt laufende Projekte zur Nutzung von Reststoffen und Recycling in verschiedenen Branchen. Sie betont die Recycling und Kreislaufwirtschaft können dazu beitragen, Emissionen zu reduzieren und Ressourcen effizienter zu nutzen. Abschließend nennt Grimm zwei wichtige Aufgaben für die Bundesregierung: die Reduzierung von Abhängigkeiten, insbesondere von China, und die Stärkung von Bildung und Zuwanderung, um Deutschland attraktiv zu machen und die Innovationskraft des Landes zu fördern.

Mal schauen, was im neuen Jahresgutachten steht. Es wird heute dem Bundeskanzler überreicht und um 14:30 Uhr der Presse vorgestellt.

14:30 Uhr    Vorstellung des Jahresgutachtens 2023/24 – Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schnitzer, Prof. Dr. Veronika Grimm, Prof. Dr. mult. Dr. h.c. Ulrike Malmendier, Prof. Dr. Achim Truger, Prof. Dr. Martin Werding

#Nachhaltigkeitsgipfel: Professorin Monika Schnitzer spricht über die Herausforderungen der Energiewende #SchubkraftTV

Klimawandel, Energiewende und Nachhaltigkeit – Wie kann Deutschland die Herausforderungen meistern? In einer Diskussion auf dem Nachhaltigkeitsgipfel äußert sich Professorin Monika Schnitzer vom Sachverständigenrat zur aktuellen Lage und den notwendigen Schritten. Erfahrt, welche Lösungsansätze diskutiert werden und wie Deutschland den Weg in eine nachhaltige Zukunft einschlagen kann.

Wir waren live dabei beim Nachhaltigkeitsgipfel der Süddeutschen Zeitung und sprachen mit Monika Schnitzer über die Energiewende. Sie ist Vorsitzende des Sachverständigenrats.

„Die Reduzierung von CO2 mit herkömmlichen Methoden ist kompliziert. Wir brauchen einen klaren Plan. Zum Beispiel, wenn wir erneuerbare Energie wie Windkraft ausbauen wollen, müssen wir Flächen dafür ausweisen. Das erfordert staatliche Beteiligung und beschleunigte Genehmigungsverfahren.“

Die Wirtschaftsweise betont, dass wir auch über die Flexibilisierung der Energie Nachfrage nachdenken müssen. „In Zukunft werden wir erneuerbare Energie nutzen, aber die Sonne scheint nur tagsüber und der Wind weht nicht immer. Wir müssen Möglichkeiten schaffen, dass die Menschen dann Strom verbrauchen, wenn er im Überfluss vorhanden ist.“

Die VWL-Professorin spricht auch über die Herausforderungen des Marktes. „Der Markt alleine wird es nicht lösen. Es gibt viel Unsicherheit. Wenn wir nur auf CO2-Preise setzen, überfordert das viele, vor allem bei langfristigen Investitionen.“

Schnitzer unterstreicht, dass klare Richtlinien bei der Entscheidungsfindung helfen. „Aber je konkreter die Politik wird, desto größer werden die Widerstände. Wir müssen Durchhaltevermögen zeigen, um die Klimaziele zu erreichen.“

Schnitzer spricht auch über die Kosten des Klimawandels. „Das Vermeiden des Klimawandels kostet Geld, aber wenn wir ihn nicht vermeiden, kostet das auch sehr viel Geld. Wir müssen jetzt handeln und die Frage ist, wie wir das gerecht verteilen.“

Sie erwähnt den Inflation Reduction Act als mögliches Vorbild und betont, dass gezielte Subventionen von Technologien notwendig sind, um die Produktion und Investitionen zu beschleunigen.

„Infrastruktur-Investitionen sind sehr wichtig für den Wohlstand und die Nachhaltigkeitspolitik. Der Staat muss hier eine führende Rolle spielen.“

Zum Schluss spricht sie über die Rolle des Sachverständigenrats. „Wir sind in intensivem Austausch mit der Politik. Das bedeutet nicht, dass alles so übernommen wird, wie wir es vorschlagen. Aber wir machen ökonomische Vorschläge und die Politik muss andere Themen berücksichtigen, wie zum Beispiel, wie man die Menschen mitnimmt und andere Interessen austariert.“

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Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor: Familiengeführte Unternehmen haben die Nase vorn -#GreenMonday am 20. November

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil: Eine aktuelle Studie zeigt, wie mittelständische Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsbemühungen nicht nur verbalisieren, sondern auch nachweisen müssen. Erfahrt, wie sich dieser Wandel auf den Kreditmarkt, Kundenerwartungen und die Mitarbeiterrekrutierung auswirkt und welche Rolle ESG Management Software dabei spielt. Zudem beleuchtet die Studie die besondere Affinität familiengeführter Unternehmen zum Thema Nachhaltigkeit. Lest mehr über die Chancen und Herausforderungen, mit denen Unternehmen konfrontiert sind, um nachhaltiger zu werden.

Bernhard Steimel, Experte für Nachhaltigkeitsmanagement, teilt seine Erkenntnisse aus einer aktuellen Studie zum Thema Environmental, Social & Corporate Governance (ESG) im Mittelstand. Das Opus beleuchtet, wie mittelständische Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern ihre Nachhaltigkeitsbemühungen nicht nur verbalisieren, sondern auch nachweisen müssen. Dieser Wandel beeinflusst den Kreditmarkt, Kundenerwartungen und die Mitarbeiterrekrutierung.

Die Untersuchung basiert auf einer Online-Umfrage, die im vergangenen Sommer durchgeführt wurde. Sie zeigt, dass viele Unternehmen bereits Maßnahmen für ESG und Nachhaltigkeitsmanagement ergriffen haben. Sie nutzen verstärkt wissenschaftliche Methoden, um ihre Leistung zu messen und zu verbessern. Allerdings gibt es noch Herausforderungen bei der Umsetzung, insbesondere bei der Messung der eigenen Leistung und der Umsetzung von Erkenntnissen in konkrete Handlungen.

Die Befragung belegt, dass Unternehmen verstärkt auf ESG Management Software setzen, um den Transformationsprozess zu steuern. Diese Software unterstützt bei der Datensammlung, -aufbereitung und -veröffentlichung. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen haben Zuständigkeiten für Nachhaltigkeitsmanagement auf Geschäftsführungsebene geschaffen. Dies ist ein deutlicher Unterschied zu früheren Jahren, in denen Nachhaltigkeitsberichte oft von der PR- oder Marketingabteilung erstellt wurden.

Der Analyst Bernhard Steimel führt aus, dass Nachhaltigkeit für Unternehmen immer mehr zum Wettbewerbsvorteil wird. Kunden und Bewerberinnen und Bewerber legen großen Wert auf die Glaubwürdigkeit von Organisationen in Fragen der Nachhaltigkeit. Unternehmen, die in diesem Bereich gut aufgestellt sind, haben bessere Chancen, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen. Gleichzeitig müssen wirtschaftliche Akteure jedoch aufpassen, dass sie nicht nur oberflächliches „Greenwashing“ betreiben, sondern tatsächlich nachhaltige Maßnahmen umsetzen.

Steimel fällt auf, dass familiengeführte Unternehmen oft eine besondere Affinität zum Thema Nachhaltigkeit haben. Sie denken langfristig und haben ökonomische Nachhaltigkeit schon immer als Teil ihrer Unternehmensstrategie betrachtet. Diese Unternehmen haben das Thema bereits vor vielen Jahren in ihre DNA integriert.

Es gibt viele Initiativen, die sich mit diesem Thema befassen. Ein Beispiel ist die Catena-X Automotive Network in der Automobilbranche, bei der es darum geht, gemeinsame Datenräume zu schaffen und diese mit ESG-spezifischen Daten zu ergänzen. Es geht viel um Standardisierung, aber es gibt auch Unternehmen, die sagen, dass sie einem Datensatz nur vertrauen können, wenn er validiert ist. Sie denken über Blockchain-Verfahren nach, um sicherzustellen, dass nicht manipuliert wird. Es gibt bereits Instanzen, die Dinge überprüfen, wie zum Beispiel den VW-Abgasskandal. Es gibt jedoch noch keine flächendeckende Kontrollinstanz für ESG-Kriterien. Es ist wichtig, dass es Möglichkeiten zur Überprüfung gibt, um sicherzustellen, dass Behauptungen auch der Realität entsprechen. Staatliche Instanzen wie das Umweltbundesamt könnten hier eine Rolle spielen. Es ist jedoch wichtig, dass dies nicht zu einer übermäßigen Bürokratisierung führt.

Es gibt viele Chancen, die Unternehmen nutzen könnten, um nachhaltiger zu werden. Es geht darum, die besten Köpfe für Innovationsthemen zu gewinnen. Eine klare CO2-Emissionsbepreisung könnte hier ein Anreiz sein. Es gibt Firmen, die bereits auf dem Weg sind, energieautark zu werden und ihre eigene Produktion CO2-neutral zu gestalten. Im Maschinenbau gibt es bereits Beispiele für Kreislaufwirtschaft. Unternehmen bauen neue Geschäftsmodelle auf und sehen dies als Chance. Es gibt jedoch auch Herausforderungen, wie die Frage der Überprüfbarkeit von ESG-Kriterien. Es ist wichtig, dass die Politik klare Rahmenbedingungen schafft, damit Unternehmen wissen, was von ihnen erwartet wird.

Eine wichtige Erkenntnis der aktuellen Twin Transformation Studie, die im Smarter Service Institut entsteht, ist der Bedarf nach Vernetzung der treibenden Akteure in Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Dies haben wir aufgegriffen und gestalten den ersten Green Monday mit einigen Vorreitern aus dem Deutschen Mittelstand. 

📅 Wann? 20. November 2023, ab 17:30 Uhr

📍 Wo? Im K67TechHub,  Kasernenstr. 67, 40213 Düsseldorf

Die leitende Frage an diesem Abend: „Wie nutzen Unternehmen bereits heute die Chancen für grünes und digitales Wachstum im Mittelstand?“

Mit Impulsen oder auf dem Panel sind mit dabei 

  • Ella Gemünd, Geschäftsleitung K67 Tech Hub
  • Andrè Beyer, Sustainability GK,Deutsche Telekom AG
  • Constantin Goldkuhle, CSO, Fahrzeugewerke
  • Karl Trautmann, CEO, Electronic Partner
  • Markus Bade, Chief Development Officer, Siegenia Gruppe
  • Stefan Hackländer, Innovation Manager, WKW AG

Zum Status Quo von ESG im Mittelstand zeigt Bernhard Steimel Studienergebnisse aus 100 Mittelständlern und 25 CxO-Perspektiven.

Eine (kleine) interaktive Lernreise zum ersten CSRD konformen ESG Bericht gestalten Stephan Grabmeier (Synergie Zukunft) und Thomas Bernhardt (dhpg).

Sohn@Sohn werden die Veranstaltung für Schubkraft TV und mit einigen Live-Interviews begleiten. 

Siehe auch:

Ist es eine gute Idee, dem Klima zuliebe weniger Kinder zu bekommen?

Tesla plant günstiges Elektroauto für Deutschland

Schumpeter, Innovationen und Management-Revolutionen: Wer ist der wahre Innovator?

Schumpeter-Forscher Lars Immerthal stellt auf der Next Economy Open die Frage, ob die Metapher der schöpferischen Zerstörung noch aktuell ist und welche Rolle andere Managementtheorien spielen. Er betont die Bedeutung einer kultivierten und umfassenden Betrachtung von Begriffen wie Innovation und strategischer Planung, um ein tieferes Verständnis zu erlangen. Er kritisiert den inflationären Gebrauch von Phrasen und Metaphern, die oft keine wirkliche Programmatik erkennen lassen.

Immerthal verweist auf die Notwendigkeit struktureller Freiräume, in denen neue Ideen und Gedanken entwickelt werden können. Er betont, dass es schwierig ist, über den eigenen Tellerrand zu blicken und neue Perspektiven einzunehmen, solange solche Freiräume fehlen. Er vergleicht dies mit dem Thema Diversität, das oft gefordert, aber nicht konsequent umgesetzt wird.

Immerthal erwähnt auch das Prinzip des Zufalls und des Umherwanderns, das in der Geschäftswelt oft unterschätzt wird. Er verweist auf Studien, die zeigen, dass Erfolg nicht nur auf strategischer Planung beruht, sondern auch vom Zufall abhängt. Er betont die Bedeutung von Kombinatorik und dem geschickten Zusammenführen verschiedener Elemente, um etwas Neues zu schaffen.

Immerthal arbeitet als Unternehmensberater und hat Erfahrung mit Technologieunternehmen. Er betont, dass Erfolg nicht automatisch durch intelligente Strategien erreicht wird, sondern oft auch mit Glück und dem richtigen Timing zusammenhängt. Er lobt Unternehmen wie Amazon, die erfolgreich verschiedene Produkte und Services kombinieren und neue Märkte erschließen.

Immerthal spricht auch über das Konzept der Klugheit, das er als Renaissance des Denkens betrachtet. Er betont, dass Klugheit eine verstandesmäßige Tugend ist, die es Managern ermöglicht, mit Unsicherheit und neuen Möglichkeiten umzugehen. Klugheit eröffnet neue Optionen und erweitert den Handlungsspielraum. Er sieht in der Klugheit eine beratende Tauglichkeit, die es Managern ermöglicht, in komplexen Situationen kluge Entscheidungen zu treffen.

In der Next-Economy-Open-Session werfen wir die Frage auf, wie man das Konzept der Klugheit in Unternehmen institutionalisieren kann. Beispiele reichen bis in die Renaissance zurück. Immerthal betont die Bedeutung von Beratung und Tauglichkeit und sieht in der Klugheit eine Möglichkeit, neue Perspektiven zu eröffnen und den Handlungsspielraum zu erweitern.

Wichtig seien auch Kommunikationsformate, in der Menschen lernen, sich mit anderen auszutauschen und auch im Dissens konstruktiv zu streiten. Dabei geht es darum, nicht nur auf der eigenen Sichtweise zu beharren, sondern sich auch mit anderen Stakeholdern und internen Widersachern auseinanderzusetzen. Dieser Verständigungsprozess ermöglicht es, kleine Signale aus dem Markt oder gesellschaftliche Wertungen wahrzunehmen und Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, einschließlich der damit verbundenen Risiken und Chancen.

Um solche Verständigungsprozesse zu fördern, können verschiedene Formate genutzt werden, angefangen von kleinen Workshops bis hin zu umfassenden Strategieentwicklungen. Es geht darum, sich regelmäßig auszutauschen und nicht nur einmal im Jahr alle abzuholen, sondern kontinuierlich im Dialog zu bleiben. Dabei ist es wichtig, sich auf strukturellen Freiraum einzulassen und sich auch mit Themen wie Disruption und schöpferischer Zerstörung auseinanderzusetzen, um das eigene Verständnis zu erweitern und neue Möglichkeiten zu entdecken.

Ein solcher Verständigungsprozess erfordert auch eine gewisse Klugheit und Offenheit. Man sollte sich nicht nur auf Zahlen und Kennzahlen verlassen, sondern auch ästhetische und metaphorische Aspekte zu berücksichtigen. Ein Unternehmen sollte nicht nur auf Effizienz und Rendite fokussiert sein, sondern auch Raum für Kreativität und Innovation schaffen.

Solche Verständigungsprozesse sind nicht nur für große Unternehmen relevant, sondern können auch für mittelständische Firmen von Bedeutung sein.