Kundenservice mit der Concierge-App: Wir drehen den Spieß um und schicken die Callcenter-Agenten in die Warteschleife.

gsohn:

Wird auch Zeit.

Ursprünglich veröffentlicht auf im Zuge der Zeit:

warteschleife

Stellen Sie sich eine App vor, die eine große Anzahl von Servicerufnummern verschiedener Unternehmen bündelt und für Sie anruft, sodass Sie in keine Warteschleifen mehr abgeschoben werden. Diese Idee habe ich ausgewählten Onlinern vorgestellt und sie gefragt:

“Wie nützlich würden Sie eine App finden, die die Callcenter-Rufnummern von vielen Unternehmen an einem Ort bündelt? Zum Beispiel die Rufnummern von der Bahn, von Banken, Fluggesellschaften, Krankenkassen.Dabei müssten Sie aus einer Liste von Unternehmen die jeweilige Servicerufnummer nur anklicken. Den Rest erledigt die App: Sie wählt für Sie im Hintergrund die ausgewählte Nummer und stellt erst dann eine Verbindung her, wenn tatsächlich ein Callcenter-Agent in der Leitung ist. Die App dreht den Spieß des Wartens also um und wird so eine Art Concierge für Hotlines.”

Hier sind die Antworten:

  • “Das ist mal eine gute Idee. Was habe ich nicht schon in Hotlines gewartet.”
  • “Ich nutze selten eine App. Ich habe keine…

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Plattform für die Next Economy – Wie etabliert man das? Eure Ideen interessieren uns #NEO15 #barcampkoeln

Ursprünglich veröffentlicht auf #NEO15 Matchen, Moderieren, Managen:

Man sieht sich in Bonn. Man sieht sich in Bonn.

Beim neuen Veranstaltungsformat #NEO15 geht nicht nur um den Austausch von Visitenkarten, sondern um das Matchen, Moderieren und Managen der Next Economy – eine dauerhafte Dialog-Plattform für Wirtschaft, Gründer, Netzszene, Politik und Wissenschaft: Klassik trifft Geeks, Nerds, Hacker und Blogger.

Wie zündet man eine neue Stufe in der digitalen Ökonomie? Google entwickelt nach Expertenmeinungen gerade eine Blaupause für den radikalen Weg in die vernetzte Wirtschaft und zeigt, wie das funktionieren kann. Es erleichtert das Schrotflinten-Prinzip in den Aktivitäten außerhalb des Werbegeschäfts, betont der elektrische Reporter Mario Sixtus:

“Sie schießen ganz viele Kugeln in ganz viele Richtungen ab und hoffen, dass irgendeine Kugel treffen wird.“

Das ist wohl der einzig gehbare Weg für die digitale Transformation. Wer im technologischen Sektor in zehn Jahren noch überleben möchte, der müsse jetzt Produkte und Services für Märkte und für eine Nachfrage entwickeln, die es noch gar nicht geben kann…

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Altpapier des Tages: Wir sollten den Forsa-Chef einfach vergessen – Über die Partikular-Interessen eines “Meinungsforschers”

Die neuen Meinungsbildner

Die neuen Meinungsbildner

Ich weiß nicht, welchen Clown der Forsa-Chef Manfred Güllner zum Frühstück verspeist hat, aber mit seinen Rundumschlägen gegen die öffentliche Meinung des Netzes beweist der “Demoskop” seine Inkompetenz bei der Beurteilung der Meinungsbildung, die nun nicht mehr von Massenmedien bestimmt wird. Es ist wohl kein Zufall, dass seine Warnungen in den gedruckten Ausgaben von Lokalzeitungen erscheinen und online bislang nicht zum Abruf bereitgestellt wurden. Stefan Niggemeier hat sich der Anstrengung unterzogen, die Offline-Ergüsse von Güllner netzöffentlich zu machen:

“Der Forsa-Chef wettert gegen ‘das Netz’ und vor allem gegen das Missverständnis, dass es sich bei der großen Zahl von Bloggern, Kommentatoren, ‘Followern’ und ‘Freunden’ um einen ‘auch nur annähernd repräsentativen Querschnitt des gesamten Volkes’ halte: Die angeblich den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkenden ‘Communities’ bestehen überwiegend aus Vertretern von Partikular-Interessen — die ja durchaus legitim sein mögen -, meist aber aus Extremisten jedweder Couleur, Querulanten, in der Gesellschaft zu kurz Gekommenen — wie jenes ‘Medienjournalisten’ (wer da wohl gemeint ist? gs), bei dem es zu einem ordentlichen Journalisten nicht gereicht hat — oder selbst ernannten Advokaten, die unter dem Deckmantel ‘hehrer Ziele’ nur ihre ideologischen oder persönlichen Süppchen kochen wollen — zum Beispiel solch undurchsichtigen Gebilden wie ‘Lobby-Control’ (die haben es gewagt, Forsa zu kritisieren – billige Retourkutsche, gs), etc..”

Das Volk von Herrn Güllner

Die im Netz vorzufindenden Äußerungen und Kommentare werden nach Ansicht von Güllner von politischen und gesellschaftlichen Eliten als Meinung “des Volkes” missinterpretiert, obwohl es sich ja in der Regel nur um völlig abwegige Artikulationen von Minderheiten handelt. Wer in erster Linie auf das „Netz“ höre, verliert schnell das Gespür dafür, was “das Volk” insgesamt wirklich umtreibt, bewegt, besorgt oder beunruhigt. Damit aber verärgere man die große Mehrheit des Volkes nachhaltig.

“Zu Recht beklagen ja die immer zahlreicher werdenden Nichtwähler, dass die politischen Akteure sich zu sehr an den Meinungen und Interessen von Minoritäten orientieren, die Interessen der großen Mehrheit des Volkes aber unberücksichtigt lassen.”

Die Motivation für diesen Rant halte ich für profan: Der Forsa-Chef fürchtet wohl eher um seine eigene Deutungsmacht gegenüber den Auftraggebern aus Politik und Wirtschaft. Die Aufmerksamkeitsregeln waren vor dem Aufkommen des Social Webs recht übersichtlich, so der Soziologe Niklas Luhmann: “Was wir über die Welt wissen, das wissen wir durch die Massenmedien.” Die als „thematische Struktur öffentlicher Kommunikation“ bezeichnete öffentliche Meinung ist deshalb wesentlich das Ergebnis von Selektion auf der Basis von „Aufmerksamkeitsregeln“.

Und dieser Nachrichten-Flaschenhals wurde von bestimmten Auswahlkriterien geprägt, die bewusst oder unbewusst zu einer Vereinheitlichung des Medientenors führten – in der empirischen Sozialforschung spricht man von Konsonanz.

Die Vorahnungen der Kanzlerin

Medientenor und öffentliche Meinung sind nur selten auseinander gefallen. Aber selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel ahnte schon vor einigen Jahren, dass sich die Theorie der öffentlichen Meinung wandelt und die alten Eliten in Politik, Wirtschaft und Verlagswesen ihre Deutungsmacht im massenmedialen Zirkus verlieren. Güllner sollte dringend das Gespräch mit der Regierungschefin suchen.

Durch diesen „sehr großen technischen Wandel“ sei es schwerer geworden, „alle Menschen, alle Generationen zu erreichen, denn diese nutzen die einzelnen Medien mittlerweile sehr unterschiedlich“. Erkenntnis der CDU-Politikerin:

„Es gibt nicht mehr nur eine Öffentlichkeit, sondern viele Öffentlichkeiten, die ganz verschieden angesprochen werden müssen.“

In der empirischen Sozialforschung machte man bislang um dieses Phänomen einen großen Bogen. Schließlich geht es um eine neue Theorie der öffentlichen Meinung, die über die Arbeiten von Luhmann, Noelle-Neumann, Kepplinger & Co. hinausgehen. Jan Schmidt erwähnt zwar in seinem Opus “Das neue Netz. Merkmale, Praktiken und Folgen des Web 2.0.” den Begriff “persönliche Öffentlichkeiten”, legt aber keine empirischen Befunde vor. Etwas ergiebiger ist die Schrift “Digitalkompakt” der Landesanstalt für Medien NRW (LfM). Die Vorahnungen der Kanzlerin finden hier eine erste Bestätigung.

Die etablierten Player der Öffentlichkeit, allen voran Journalisten und Politiker, seien durch die rasante Verbreitung sozialer Netzwerke in Zugzwang geraten:

„Wenn Medienkonsumenten und Wahlbürger sich zunehmend in ihren ‚persönlichen Öffentlichkeiten‘ aufhalten und sich dort so viel Zeit und Energie konzentriert, muss jeder, der ihre Aufmerksamkeit erringen möchte, auch dort Präsenz zeigen“, so die LfM.

Die Metamorphosen der öffentlichen Sphäre

Aber das ist dann eher die Perspektive der etablierten Medien, um wieder Bodenhaftung zu bekommen. Soziale Netzwerke stehen vor allem für eine fundamentale Veränderung der öffentlichen Sphäre. Öffentliche und individuelle Kommunikation verschwimmen. Und ob ich nun mit meiner eigenen Teilöffentlichkeit wenige oder sehr viele Menschen erreiche oder nicht, vorher war es schlicht unmöglich, ohne großen Aufwand eine eigene Öffentlichkeit herzustellen, die über den Nachbarzaun reichte.

Die neuen Beteiligungs- und Vernetzungsmöglichkeiten verändern die Bildung öffentlicher Meinung, konstatiert die LfM und fragt sich, wie eine Gesellschaft angesichts der Inflation persönlicher Öffentlichkeiten noch zu kollektiv verbindlichen Entscheidungen kommen könne.

Ohne die Gatekeeper in den Massenmedien gibt es also keine verbindlichen Entscheidungen mehr? Wie oft rauscht der einheitliche Medientenor an der Wahrheit vorbei? Wie oft lassen sich die etablierten Medien an der Nase herumführen, etwa bei der vermeintlichen Karstadt-Rettung durch den selbst ernannten weißen Ritter Nicolas Berggruen? Oder bei der Kriegspropaganda von NATO und Bundesregierung Ende der 1990er-Jahre? Es gab schon häufig ein kollektives Versagen der klassischen Medien.

Wenn also Mediennutzer autonomer durch den Nachrichtenstrom surfen, kann das für die Meinungspluralität nur nützlich sein.

„Sie werden zunehmend selbst zum ‚Gatekeeper‘ von Informationen, selektieren und empfehlen Informationen aktiv weiter und orientieren sich auch bei ihrem Medienkonsum am Verhalten und den Hinweisen befreundeter Nutzer. Damit verändert sich die Verbreitungsdynamik von Nachrichten in der Gesellschaft, Freunde und Bekannte bekommen mehr Einfluss auf die Wahrnehmung der Welt als früher und laufen klassischen Autoritäten der öffentlichen Sphäre möglicherweise den Rang ab“, schreibt die LfM.

Immer relevanter für die Bildung von öffentlicher Meinung wird das Verhalten der Social-Web-Nutzer beim Kommentieren, Weiterleiten und Empfehlen von Nachrichten. Die Rezeption von Nachrichten ändert sich und geht weit über das hinaus, was der Forsa-Chef als Majestätsbeleidigung im Netz wahrnimmt.

„Der Wiener Kommunikationsforscher Axel Maireder untersuchte 2011 den deutschsprachigen Twitter-Raum und fand heraus, dass von allen Tweets mit einem Link auf einen Medienbeitrag über die Hälfte einen individuellen Kommentar oder eine Wertung enthielt“, schreibt die LfM.

Weniger Meinungs-Einheitsbrei

Die Nutzer seien also keineswegs neutrale „Transmissions-Riemen“ für journalistische Produkte, sondern liefern ihrem Publikum auch individuelle Schemata für die Deutung der Beiträge. Das war allerdings schon vorher so. Nur beschränkte sich die Multiplikator-Funktion auf Arbeitskollegen, Familie und Freunde.

Es sei durchaus möglich, dass in den persönlichen Öffentlichkeiten der Netzwerke strittige Themen anders bewertet und gedeutet werden als in den Massenmedien oder im Bundestag. Das von der Demoskopin Noelle-Neumann beobachtete „doppelte Meinungsklima“ – also das Auseinanderdriften von Bevölkerungsmeinung und Medientenor – kommt immer häufiger vor. Mehr Pluralität und weniger Meinungs-Einheitsbrei sind die Folgen.

„Die Dynamik in sozialen Netzwerken ist nicht so sehr geprägt von tradierten Hierarchien und Jahrzehnte alten Rollenmustern, sondern von den kurzfristig aufsummierten Handlungen vieler Menschen“, so Maireder.

Damit fallen allerdings die alten Machtstrukturen und Meinungsmacher nicht unter den Tisch.

„Die Potenziale, Deutungsmacht zu erlangen, sind sehr viel breiter verteilt als früher, nicht nur auf klassische Öffentlichkeitsberufe wie Journalisten und Politiker“, bemerkt Maireder.

Wie sich öffentliche Meinung in sozialen Netzwerken bildet, sollte von Demoskopen untersucht werden. Die Abrechnungen von Güllner kann man getrost ins Altpapier schmeißen, da landen die betreffenden Lokalzeitungen ohnehin.

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Ideen für die Next Economy mit Stromausfall von Peter Lustig – äh Frank Michna #NEO15

Ursprünglich veröffentlicht auf #NEO15 Matchen, Moderieren, Managen:

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Zur Google-Metamorphose: Blaupause für die Next Economy #Alphabet #NEO15 @netzpiloten #NotizAmt

Presseclub leider ohne blauen Dunst wie zu Zeiten von Werner Höfer

Presseclub leider ohne blauen Dunst wie zu Zeiten von Werner Höfer

Für meine neue Kolumne “Das Notiz-Amt” bei den Netzpiloten habe ich mir nach langer Zeit wieder einmal den ARD-Presseclub angeschaut, der sich mit der neuen Holdingstruktur von Google auseinandersetzte.

Mit Marina Weisband, Mario Sixtus, Phillip Banse und Miriam Meckel war das sonntägliche Stelldichein in der Tradition von Werner Höfer auch gut und ungewöhnlich bestückt. Drei profunde Netzkenner und eine Vertreterin der klassischen Printmedien sprachen unaufgeregt über die Konsequenzen, die sich aus der Metamorphose des Suchmaschinen-Giganten ableiten lassen.

Google orientiert sich fortan an Berkshire-Hathaway-Holding des milliardenschweren Investors Warren Buffet und beendet damit das Dasein als Gemischt-Warenladen. Mit den neuen Führungsstrukturen kann man sich jetzt auf einzelne Sparten konzentrieren. Das Brot- und-Butter-Geschäft ist mit über 90 Prozent Umsatzanteil immer noch die Werbung via Adwords und Adsense. Mit dem Überbau “Alphabet” stärkt man den Glauben an das große Wachstum in den wilden Projekten, mit denen noch kein Cent verdient wird. Das operative Geschäft bleibt bei Google unter dem neuen Chef Sundar Pichai.

Bei einer Marktkapitalisierung von rund 440 Milliarden US-Dollar einen so radikalen Schnitt zu machen, ist für Miriam Meckel ungewöhnlich – zumindest in Deutschland und Europa. Hier werde eine neue Stufe in der digitalen Ökonomie gezündet, die man sich sehr genau anschauen sollte. Google entwickelt eine Blaupause für den radikalen Weg in die vernetzte Wirtschaft und zeigt, wie das funktionieren kann. Es erleichtert das Schrotflinten-Prinzip in den Aktivitäten außerhalb des Werbegeschäfts, betont der elektrische Reporter Sixtus:

“Sie schießen ganz viele Kugeln in ganz viele Richtungen ab und hoffen, dass irgendeine Kugel treffen wird.“

Das ist wohl der einzig gehbare Weg für die digitale Transformation.

Versuch und Irrtum für Zukunftsmärkte

Wer im technologischen Sektor in zehn Jahren noch überleben möchte, der müsse jetzt Produkte und Services für Märkte und für eine Nachfrage entwickeln, die es noch gar nicht geben kann. Wie das funktioniert, demonstrierte das Mountain-View-Unternehmen mit Google Maps, das vor zehn Jahren gestartet wurde. Erst 2007 war die Geburtsstunde des iPhone und erst danach entfaltete sich das mobile Internet. Damals galt noch das Blackberry als Krönung der Handy-Schöpfung. Als die mobile Revolution einsetzte, war Google mit einer wichtigen Anwendung sofort präsent. Das Wesen dieses Unternehmens unterscheidet sich von der Return on Investment- und Rentabilitäts-Denke in Teutonien.

“Die Gründer und Macher glauben an ihre Projekte, statt Gründe zu suchen, warum etwas nicht gehen kann“, erläutert Sixtus.

Suche, Mobilität, individualisierter öffentlicher Nahverkehr mit dem selbstfahrenden Auto, Vernetzung digitaler Infrastrukturen, Vernetzung von Städten, Robotik und industrielles Internet. Die Zukunftsthemen von Alphabet bauen auf die Daten-Intelligenz, die man sich seit der Gründung erarbeitet hat.

“Für das selbstfahrende Auto sind Karten unabdingbar. Nicht nur in 2-D, sondern auch in 3-D, wo selbst Ampeln und Bürgersteige abgescannt werden. Man braucht dafür die besten Daten-Ingenieure und die besten Daten“, so der Podcaster Philip Banse.

Deshalb rekrutiert Google die besten Genetiker, Hirnforscher, Elektrotechniker, Maschinenbau-Ingenieure (!), Chemiker und Forscher für Künstliche Intelligenz.

Die klügsten Köpfe arbeiten in Mountain View

Die klügsten Leute wollen bei Google arbeiten, konstatiert Marina Weisband. Mit flexiblen Arbeitszeiten, einem guten Betriebsklima, modernen Beteiligungsmodellen, genügend Freiraum für kreative Hobby-Leidenschaften und der Anwerbung von Mitarbeitern mit Migrations-Hintergrund sowie gebrochenen Lebensläufen bietet der Netz-Champion eine Diversität, von der deutsche Unternehmen meilenweit entfernt sind, auch wenn kluge Personalmanager wie Thomas Sattelberger das schon seit Jahren fordern.

Wir verplempern unsere Zeit mit industriepolitischen Scheindebatten, die schon vor drei Jahrzehnten nicht mehr zeitgemäß waren. Seit 1980 sind wir selbst nach den Maßstäben der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung kein Industrieland mehr. Auch der Begriff Industrie 4.0 führt in die Irre, weil er wirtschaftliche Aktivitäten immer noch nach Branchen sortiert.

Zukunftsentscheidend ist nicht mehr die Herstellung eines Kotflügels oder einer Einspritzpumpe, sondern die Verbindung von Daten, Software, Wissen und Algorithmen. Den Rest kauft man sich ein. Ausführlich im Notiz-Amt nachzulesen. Ab jetzt jeden Donnerstag – bei Sonne, Regen, Schnee, Wind und Wetter.

Das Thema wird uns auch auf der Next Economy Open #NEO15 in Bonn beschäftigen am 9. und 10. November.

Und auch morgen im Live-Hangout ab 16 Uhr.

Mitdiskutieren via Twitter-Hashtag #NEO15 oder den Frage-Button von Google Plus nutzen.

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Wie kommt man auf eine revolutionäre Idee in der Wissenschaft?

gsohn:

Flaschenpost an die Zukunft – geniales Buch :-)

Ursprünglich veröffentlicht auf till nikolaus von heiseler:

Ausschnitt aus dem Gespräch Friedrich Kittllers Flaschenpost an die Zukunft

Friedrich Kittler Mit 33 habe ich dann begriffen, dass ich nicht alle Zettelkästen zu Büchern machen kann, sondern dass ich es mir aussuchen muss. Das war ein furchtbarer Schreck.

Till Nikolaus von Heiselersehr ernst Ja, das versteh’ ich. Ich habe letztens auf meinem Computer das Wort „Medien“ gesucht in dem von mir Geschriebenen und habe dann über 3535 Texte angeboten bekommen.

Friedrich Kittler Nur eigene Texte?

Till Nikolaus von Heiseler Ja. Und dann denke ich, was ist das für ein Dreck? Was soll das denn alles?

Friedrich Kittler Was soll das!?

Till Nikolaus von Heiseler Und dann wandelt sich auch vieles: der eigene Wissensstand.

Friedrich Kittler 99 % stimmt nicht. Furchtbar.

Till Nikolaus von Heiseler Das freut mich jetzt aber, dass es Ihnen genauso geht. Nicht aus Schadenfreude, sondern damit ich in meinen Texthaufen nicht ganz alleine sitze. –…

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#GrowthHacking – Warum amerikanische Rotznasen Rabatz machen und schnell wachsen wollen #NEO15 #Uber @haucap

Gute Gründe, um nach Bonn zu kommen

Gute Gründe, um nach Bonn zu kommen

Die amerikanische Startup-Szene ist auf Wachstum gedrillt und nutzt jede Methodik, um schnell zu skalieren und Einfluss zu gewinnen. Erst später wird über Rentabilität nachgedacht. Der Wettbewerbsökonom Justus Haucap hat das gegenüber der Süddeutschen Zeitung herzerfrischend auf den Punkt gebracht. Für ihn veranschaulichen die Rotznasen des amerikanischen Fahrdienstes Uber ein strukturelles Problem: Wo es Monopole gibt, da gibt es auch Geld. Und wer Geld hat, der hat Einfluss:

“Ein Neuling aber hat nichts, der hat auch kein Gehör.”

Statt Monopol würde ich von Marktdominanz sprechen, die allerdings nicht in Stein gemeißelt ist. Das beleuchtete eine Diskussionsrunde des ARD-Presseclubs mit Marina Weisband, Mario Sixtus, Phillip Banse und Miriam Meckel über neue neue Holdingstruktur von Google. Fast alles, was der Suchmaschinen-Konzern am Start hat, sind Laborexperimente. Die Haupteinnahmen kommen über Adwords und die Vermakelung von Werbeflächen via Adsense.

“Mit dem Betriebssystem Android ist Google zwar Marktführer, verdienen aber mit dem Linux-Derivat nichts”, erläutert Sixtus.

Google arbeite so wie viele andere amerikanische Unternehmen. Da wird erst mal maximal herum probiert und erst später über Umsatzquellen nachgedacht.

“Eine völlig andere Herangehensweise als im Ingenieurs-Deutschland, wo erst einmal irgendwelche Kommissionen einberufen werden, um drei Jahre Masterpläne zu schmieden und über die Finanzierung nachzudenken. Am Ende funktioniert es dann doch nicht”, so Sixtus.

Die Suchmaschine war ein studentisches Projekt, das ein wenig Geld eingesammelt hat. Man wußte anfangs nicht, wie Geld in die Kasse kommt.

Zudem könne sich die Marktdominanz schnell ändern, betont Banse. Man sieht es an Youtube. Von Facebook bis Twitter setzt jeder auf Videodienste:

“Youtube kommt in Schwierigkeiten, weil die Werbeumsätze zurückgehen.”

Auch dem Suchmaschinen-Geschäft von Google fehlt die Stickiness. Man braucht nur einmal seine Bookmark wechseln, um andere Suchdienste zu nutzen. Bei sozialen Netzwerken kann Google hingegen nicht punkten und gerade da ist die Wechselbereitschaft nicht so ausgeprägt. Google könne sich seiner Marktführerschaft nicht sicher sein. Deshalb strebt der Mountain View-Konzern eben neue Dinge an.

Wir sollten also nicht mit mentaler Erstarrung auf die Rabatzmacher des Silicon Valley reagieren oder Abwehrschlachten überlegen, sondern stärker über die Gestaltung der Netzökonomie nachdenken. Google dient vielen nur als Projektionsfläche fürs Konservieren alter Strukturen.

“Wenn ein konservativer FAZ-Feuilletonist nicht schreiben möchte, ‘Computer sind gefährlich’, schreibt er ‘Google ist gefährlich'”, sagt Sixtus.

Wir sollten uns von den Metaphern der Weltbeherrschung lösen und eher daran arbeiten, neue Geschäftsmodelle auszuprobieren – verbunden mit dem nötigen Lärm zur Skalierung der damit verbundenen Dienste und Produkte. Was nicht mehr funktioniert, ist die Branchenlogik. Entscheidend ist die Verbindung von Daten, Software, Wissen und Algorithmen, den Rest kauft man sich einKomponenten-Unternehmertum, wie es Professor Faltin beschreibt. So schwierig ist das doch nicht.

Lasst uns über diese Fragen auf der Next Economy Open am 9. und 10. November in Bonn diskutieren. Session-Ideen gefragt.

Mehr zum Thema in meiner neuen Kolumne für die Netzpiloten: Das Notiz-Amt. Jeden Donnerstag.

Man hört, sieht und streamt sich am Samstag beim nächsten Netzökonomie-Campus. Diesmal in Hamburg am Riesenrad.

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Die Reliquie der Soziologie #systemtheorie #zettelkasten @latent_de @hackr

gsohn:

Luhmann in Bielefeld. Ausstellung hab ich besucht. Lohnt sich.

Ursprünglich veröffentlicht auf Differentia:

In dem Video (nachstehend verlinkt) gibt es einen sehr kurzen, aber sehr wichtigen Augenblick (ab Min 1:36). Gefilmt wird Niklas Luhmann wie er gerade vor laufender Kamera Zettel anfertigt um sie in den Zettelkasten einzusortieren. Dabei sagt er wörtlich:

“Ich hab die Zettel heraus gesucht. Und das kommt jetzt in den Zettelkasten zurück. Ich muss immer aufpassen, dass die richtige Stelle …. wenn die mal verloren sind, dann sind sie also nur durch Zufall wiederzuentdecken.”

Nachfolgend sieht man, wie er sehr konzentriert die Zettel behandelt, um sie nicht versehentlich an der “falsche Stelle” einzusortieren. Dabei spricht er mit sich selbst, ignoriert die Kamera und die hinter der Kamera anwesenden Menschen, die  ebenfalls im Raum sind und aufgrund ihrer bloßen Anwesenheit stören, irritieren und daher ein affektiver Gefährdungsfaktor der Konzentration sind.

Luhmann: “Ich kontrolliere dann immer ob sie an der richtigen Stelle … das ist das große Problem hierbei.”

Hier geht…

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Wie offen dürfen Barcamps sein? Eine #BCDebatte über geschützte Räume, Livestreams und offene Diskussionen

Mobiles Livestreaming-Studio

Mobiles Livestreaming-Studio

Auf Twitter und Facebook tobt gerade eine Disputation über Sinn und Unsinn von Livestreams bei Barcamps.

Ein Gegenargument von Astrid Christofori: Livestreaming zerstöre die “Illusion” des geschützten Raums. Mit der Dauerhaftigkeit des Abrufs durch den gespeicherten Stream gehe zudem die Leichtigkeit und Flüchtigkeit der Gespräche verloren. Also doch lieber ungestörte Hinterzimmer-Romantik? Tweets, Fotos, Blog-Berichte, Facebook-Postings sind weniger öffentlich? Livestreaming führt zu weniger offenen Diskussionen? Hab ich so nie erlebt. Das überzeugt Jan Theofel nicht so ganz. Seine Meinung: Es sei schlicht so, dass es entweder einen Livestream gibt oder nicht.

“Du wirst nie wissen, wie die gleiche Diskussion mit respektive ohne Livestream verlaufen wäre. Wir müssen als theoretisch erörtern, wie es vermutlich ist – erfahren oder gar messen können wir es nicht.”

Das gilt auch umgekehrt, Jan. Ein Zirkelschluss. Fällt also als Gegenargument weg. Du bist da vielleicht anderer Meinung, nicht mehr. Ich selbst habe Sessions mit und ohne Livestreaming durchgeführt. Die waren lebendig, diskussionsfreudig und auch tiefgründig, unabhängig von der Liveübertragung. Ist das ein Gegenbeweis? Nö. Es sind nur meine bescheidenen Erfahrungen.

Machen denn Livestreams auf Barcamps immer Sinn? Nicht die Bohne. Es kommt auf das Konzept und die Formatideen an. Technisch ist es ohnehin ein gigantischer Aufwand, in jedem Session-Raum Livestreaming überhaupt anzubieten – von der Breitbandigkeit mal ganz abgesehen.

Aber bei Barcamps “geschützte Räume” zu beanspruchen, halte ich unabhängig von Liveübertragungen schon für etwas merkwürdig. Jedes Foto, jeder Tweet oder jedes Facebook-Posting von öffentlichen Veranstaltungen kann eine ähnliche Wirkung erzielen wie Livestreams. Erinnert sei nur an die Replik eines CDU-Beraters auf Twitter, ob denn die Kanzlerin bei Ihrem Live-Hangout-Format für Bürgerdialoge über eine Sendelizenz verfügt :-)

Gute Argument hat Sebastian Greiner vom Stream-Café gebracht:

“Wenn man mich fragt, warum ich Liveübertragungen und Videoaufzeichnungen von Veranstaltungen mache, sage ich immer, dass es mir um das Teilen von Wissen geht. Dies live zu tun, hat den Vorteil, dass man auch direkt Feedback bei einer Veranstaltung erhalten kann (z.B. über Twitter) und nicht erst in den YouTube-Kommentaren. Außerdem ermöglicht man Menschen eine relativ direkte Teilnahme an Veranstaltungen, auf denen sie aus verschiedenen Gründen nicht selbst anwesend sein können. Das kann räumliche Entfernung oder auch eine fiese Erkältung sein.

Was man live mitschneidet, kann man auch direkt aufzeichnen und weiter verwerten. Bei der re:publica in Berlin z.B. gehen die Vortragsvideos noch während der Veranstaltung online zu YouTube, wobei auch hier nur eine der vielen gleichzeitigen Sessions live übertragen wird, aber zumindest alle Sessions aufgezeichnet.

Grundsätzlich gehe ich bei Menschen, die einen Vortrag halten, oder eine Diskussionsrunde zu Politik und Gesellschaft führen, davon aus, dass sie wollen, dass ihre Meinung gehört wird. Warum sonst sollte ich mich vor ein Publikum auf die Bühne stellen? Ich gehe dementsprechend auch davon aus, dass Vortragende es für gut heißen, wenn ihr Vortrag auch dauerhaft einem breiten Publikum zur Verfügung gestellt wird.”

Es geht doch um die Anschlussfähigkeit von offenen Formaten, um die Kultur des Teilens, um Transparenz jenseits von irgendwelchen exklusiven Konferenzen wie Bilderberg oder Weltwirtschafftsforum in Davos, wo man unter sich bleiben will.

Wie offen sollen also Barcamps sein? Das wollen wir in der nächsten Woche am Dienstagabend via Hangout on Air diskutieren. Start: 20 Uhr. Für alle Mitdiskutanten: Ich mache den Hangout um 19:45 Uhr auf.

“Regel” für den Live-Hangout: Es gilt das gesprochene Wort :-) Autorisierungen, Veränderungen oder gar Löschungen sind nicht möglich. Das Gespräch findet live und ungeschminkt statt. Hashtag zum Mitdiskutieren #BCDebatte 

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#NEO15 als Ideenspender: Vom #NextSendezentrum bis zur Plattformisierung der Wirtschaft – Ab nach Bonn im November!

gsohn:

Wird rund.

Ursprünglich veröffentlicht auf #NEO15 Matchen, Moderieren, Managen:

Session-Ideen für die #NEO15 überlegen Session-Ideen für die #NEO15 überlegen

Auf der Next Economy Open #NEO15 sind am 9. und 10. November Visionen, Projekte, Aktionen und Demos gefragt. Keine Einweg-Kommunikation, sondern Dialoge mit Unternehmern, Führungskräften, Entwicklern, Nerds, Geeks, Hackern, Bloggern und Kunden.

Im Vordergrund steht Partizipation, das Teilen und Weitergeben von Wissen unter den Teilnehmern. Lebendige Diskurse und der Start von Projekten, die über das Event am 9. und 10. November hinausreichen. Der erste Tag des #NEO15 Programms ergibt sich aus dem Session-Pitch im Barcamp-Teil, der zweite Tag aus den Einsendungen beim Call for Papers-Verfahren.

Wir benötigen Angaben zum Session-Thema (möglichst zugespitzt formulieren), zum Format (Workshop, Aktion, Diskussion, Vortrag) sowie eine Kurzbeschreibung mit einer These. Kurze Info zur Person sollte nicht fehlen. Auch die Session-Ideen für den Barcamp-Teil kann man uns im Vorfeld der NEO15 mitteilen zum Anwärmen über Vorberichte, Live-Hangouts, Podcast-Produktionen und Pressemeldungen.

Einige Anregungen:

Stefan Pfeiffer von IBM: “Arbeiten in der Mulitkanal- und…

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