Transkription (nicht nur) für Podcast-Produktionen – Speech-To-Text von #Auphonic ausprobiert #NEO17x

Käsekuchen

Auf journalist.de hatte ich ja bereits berichtet über die diversen Dienste, die in diesem Jahr die Spracherkennung auf eine neues Niveau heben wollen. Besonders nützlich erscheinen mir dabei die Programme für die Verschriftung von Audio-Aufnahmen – etwa um Podcast-Folgen für Suchmaschinen besser aufarbeiten zu können. Auphonic hat da etwas Nettes gebastelt und bereits der Podcast-Community vorgestellt.

Nun habe ich einfach mal die Zusammenfassung unserer netzökonomischen Käsekuchen-Runde vom Wochenende über Speech-To-Text-Funktion von Auphonic laufen lassen.

Hier ist das nicht korrigierte Ergebnis – für ein Kostenlos-Tool ein gutes Ergebnis, mit dem man sehr schön weiter arbeiten kann. Es war ja ein Live-Hangout mit zehn Leuten in sehr unterschiedlicher Tonqualität.

Campus Ideen
2017
Transcript
[0:00] Ich bins mal wieder da ich sag mal Blogger Gunnar Sohn in einer größeren Runde haben wir uns bei einem live Hangout darüber Gedanken gemacht welche Themen dir,
in diesem Jahr beim Netto, schon Käsekuchen Discos belegen wollen und vor allen Dingen auch in welchen Formaten wir weitermachen wollen,
hier kommen die wichtigsten Statements Jan illustre Runde die jetzt spontan zustande gekommen ist so lieb ich das,
so muss das sein also wir wollten eigentlich ganz offen so Brainstorming mäßig mal diskutieren welche Themen,
der netzökonomie Campus in diesem Käsekuchen runden aufgreifen soll vielleicht können wir dann auch noch reden wie man dann vielleicht auch Formate ergänzt also wir haben ja immer so ein bisschen das als stationäres Format gemacht das also der Gastgeber,
der Container bestimmen kann dann auch den Käsekuchen backen muss und wir uns dann bei dem einen finden aber wir können dann wir auch das zweigeteilt machen wir können reines virtuelles Format machen so wie jetzt,
dass man an vielleicht ein bisschen schneller Themen diskutieren kann und dann immer noch die stationären oder Präsenz Formate.
Wo ihm der Gastgeber traditionell daneben den Käsekuchen hin Zaubernuss ne er darf er darf nicht einkaufen er muss das selber backen,
das ist die einzige Beschränkung ich bin was überlegen weil das schöne ist einmal die Papa dann auszuprobieren natürlich nur sprechen sind weiß man ja nicht vorher wieder ankommen,
der kommt das was mir manchmal noch fehlt aber dafür muss man sie ja ausprobieren auch über den Zeitraum brauchst du gegen welches Format ist wirklich für den.
Suche am Ende am sinnvollsten also wozu der den meisten wert aussah das heißt klar wenn man viele Leute zusammenbringt ist das ist das schon einmal könnte das cool sein soll dann geht sieben thematische kuratiert man das gibt’s danach eine Möglichkeit.
[1:41] Zu weil ich mein Business habe ja auch ein Weg bin ich bei dir war ohne diese drei vier Mal wo ich dabei war da wohl noch viele Sachen anschauen wieder,
und inhalt wie baut man,
Wittmann Sofa Marke Lohmann Sachsen-Anhalt Expert mit drinnen und dann aber auch was darin gesagt wird wird dann keine Ahnung drunter wirklich mal gescheit verlegt das ist Geld für mich auch mit zu Format.
Er sammelt manchmal zu einem gewissen Thema ich habe das früher das war auf Tumblr war nicht geil dafür,
dass du sagst für ein gewisses Thema werden alle aus gewissen lernen Peter Kammler sammelt die automatisch und es wird dort angebracht das heißt wenn er reinkommt,
weiße guter mach dein noch viel über Digitalisierung dann geht das und dann bin ich geil Mann du welches Format gemacht hast du welchen man was kam,
Weissmann und Philipp das dort auf Tumblr und Digitalisierung beim Gunnar,
aber alles nacheinander gesammelt und so haben heute ist am Ort wissen welche Materialien sind durch diesen können sich ja auch wenn sie was gesagt okay dann wissen Sie wo Sie suchen können.
[2:44] Das sind so für mich noch ein bisschen die Sachen also für uns selber bezahlen ist es immer geil,
der Punkt ist ja dass das schon richtig aber es gibt ja es gibt dir den letzter Konomi Campus Blog da könnte ich natürlich schon bisschen am.
Am fleißiger werden in der Nachbereitung häufig genug benutze ich die Geschichte auch um das sein in meinem Kolumnen oder sonstigen schon alliste schon Beiträgen noch zu zu verarbeiten aber du hast Recht so ein zentraler Punkt und man dann auch,
Edi nach arbeit macht der wär wichtig vor allen Dingen weiß ja jetzt auch.
Gepaart mit künstliche Intelligenz jetzt auch super Tools für die Transkription von solchen Runden gibt man die werde ich jetzt noch mal in den nächsten Wochen verstärkte,
ausprobieren sowohl für für Video Runden als auch für Podcast also da gibt es ein paar spannende Sachen die weit über das hinausgehen was nur aus kann also als reine Diktiersoftware wo man quasi die eigene Stimme.
Dann einsetzt und das System trainiert aber das ist glaube ich ein wichtiger.
Dass das kuratieren und das zentrale bündeln und die Nachbearbeitung da weitere Anmerkungen zum Format Michael dazu würde ich gern das sagen also.
Ich habe mich in den letzten 12 Monaten bisschen mehr auf Instagram herumgetrieben mit verschiedenen Accounts und so.
[4:04] In Sachen Engagement verschiedene Sachen ausprobiert und dabei festgestellt.
Ja letztendlich womit man Engagement fördern kann Übersetzer.
Dieser mitmach Effekte wissen was ist viral und wie kriege ich was gerade ziehen.
Ich glaube wenn man da da dürfen uns zurück nach hat in seiner bezeichnen wenn man ehrlich ist er wird erst etwas wenn man,
sehr sehr viel Geld in die Hand nehmen oder unterschiedlich zu erzeugen mal soeben.
Aber ein gutes Engagement kann man wirklich schaffen ja da gibt es Zutaten wie beim Kochen ja und insofern.
Wenn man dann also weiß dass man zum Beispiel Bilder verwendet werden wenn man z.b. das ein oder andere Video auch mal verwendet.
Dann ist das eben schon einladen da wenn man die dann auch noch entsprechend mit Sex ausstattet und so weiter ich will jetzt gar nicht in die Details gehen will nur sagen es gibt also Zutaten die uns bekannt sind.
Und bei Instagram ist es so dass der mitmacht Effekt in dieser Bilder relativ groß ist die Verzeichnung dort also mit die höchsten Engagement von allen Social Medias.
[5:23] Und ich würde sagen darauf kommt es eigentlich an das hat eben der Gunnar auch gefragt was ist eigentlich so der format.
Für das Publikum was wäre eigentlich das geeignete Format von unserer Seite aus wie will Sommers machen.
[5:39] Da bin ich der Meinung alles das was sozusagen einlädt was zu machen und zum.
Irgend ihren von Inhalten von von guten couverture waren Inhalten führt wer ist eigentlich erst mal positiv.
[5:56] Und da könnte ich mir halt doch vorstellen dass wir einiges zum Beispiel auch von Instagram und anderen lernen konnten.
[6:03] Das heißt also da würde ich versuchen Formate zu bevorzugen die kürzer sind knapper,
und wo also ich sozusagen jeder Teilnehmer in gewisser Weise.
Ein Artefakt oder irgendwas künstlerisch zunächst mal oder oder oder produziert hierhin einstellt.
[6:24] In die Debatte und damit das Ganze konsumierbar macht ja.
Das ist jetzt mal sehen die Tüte gesprochen will nur sagen es kommt eben darauf an dass wir uns so zu sagen was die Format Weiterentwicklung angeht.
[6:39] Vor allen Dingen etwas konsumiert aufstellen.
[6:43] Kürzer knapper unterhalten da und vielleicht auch an der eine oder andere Stelle nachvollziehbarer wir sind wir sind deine debattierklub natürlich immer gewesen.
[6:55] Und das gefällt mir auch sehr sehr gut das soll auch jetzt von mir aus nicht geändert werden aber ich glaube es ist angekommen was ich was ich damit sagen wollte,
man könnte natürlich auch in einer Käsekuchen Runde dann auf einmal schwer. Themen abarbeiten also in Blöcken beispielsweise auch,
dass man danach das dann halt wieder aufteilen kann in kleinen Häppchen es wird es schwierig sein wenn man jetzt so eine Runde macht,
Baby hier in der Bibliothek dann an den dem berühmten Tisch wenn man dann anderthalb Stunden redet na das ist das mögen ja auch manche der hat damit wir uns ja auch zu den,
Sven Häppchen von Martens aber danach ist dann vielleicht wieder in Häppchen zu bringen wie du sagtest Michael das ist glaube ich schon wichtiger.
wo ich versuche es ja manchmal indem ich dann aus der Runde dann auch noch einen Audio-Podcast mache dann kann er die Tonspur dann abtrennen und daraus dann auch noch.
Mit dem mit mit auch auf Fonic mit einer gewissen Verbesserung der Tonqualität auch dann noch ein Podcast machen so dass man sich zumindest ist das auch bei der Autofahrt nebenbei noch anhören kann es ist nur ein.
Aber das Aufteilen das auftrennen in kleinere Einheiten das ist ein Punkt den.
Den mal wahrscheinlich so gut nie nie systematisch gemacht haben ne vielleicht in den halben Satz noch kleinere konsumierbar Formate.
[8:13] Wieder komplett endlich zum großen Format hinschreiben.
So wie das im Fernsehen läuft ja wie das also auch bei Serien läuft also das gibt dem Monoblock das ist die Serie sollen also wirklich alle die Serie konsumieren.
Und dann gibt es eben tausende von Trailern und Form von kleinen him Leitungen.
Und das ist es eigentlich das müssten Sie es müssten geschaffen haben ihr bisschen,
die unheimlich attraktiv sind das müssten wir dafür auch ein bisschen im Netzwerk auch machen ne weil ich auch immer Merkel Jena,
Zusammensetzung der Runde wenn dann auch Leute dabei sind die in ihren eigenen Netzwerk dann auch eigene Aktivitäten entfalten,
und als Aufhänger nutzen dann ist auch sofort mehr Aufmerksamkeit da na also sozusagen einer kann den Krieg nicht gewinnen,
sondern das Samsung bisschen auf verschiedene Schultern dann aufgeteilt werden dann Kaffee Zusage Form von dem von Käsekuchen ist es gefällt mir sehr gut und,
ja von daher an ich habe dich auch schon mal gefragt ob ich nicht auch dabei sein das Thema Bildung auch sprechen und genau,
ja und ich habe mir das letzte Mal schon Thomas Sattelberger angeschaut was du gefühlt hast ja allgemein gefragt was für Themen sollten mal aufgreifen hiermit haben wir ja schon gehört und immer Bildung Klaus hat was in die Runde geworfen,
zum Thema digitale Figurationen also Norm neue Formen der Organisiertheit dass das Wasser mal auch gestern zum Thema.
[9:48] Breitbarth und schmal Bad diskutiert haben das ist, neue Organisationsformen gibt die so malen dass man das Vakuum von etablierten Medien stoßen dass man da,
auch er sich völlig anders in Netzwerken organisieren müsste das kann er Klaus sondern vielleicht noch mal erklären,
das würde dann ein bisschen auch politischer werden in die Richtung von Michael ja aber was für Themen habt ihr wird machen noch mal ne Runde,
natürlich warum ich das Gefühl habe,
das Deutschland schlechte Karten warum ist das so.
Jetzt war base nicht viel über Industrie 4.0 und digitale gesprochen aber.
[10:40] Wir sind die Weltmeister in diskutieren.
Liebe ein Kupplung durch meine Tätigkeit als.
Spuren und da kommt immer noch ein zwei kommen nach dem Vortrag zu mir und und ihr Leid und sagen ja.
Ich habe deswegen Sorgen weil ich dich gerne hin.
Deutschland 50 Jahre lang und jetzt Österreich seit fünf Jahren Liebe und würde mir schlecht gehen wenn diese Länder.
Reinhold.
Zu vernichten bestimmte steht Vitalis eigentlich.
Ich verehre ja sehr den dem ehemaligen uhlinger,
Bullinger der nämlich Stuttgart,
erzählt immer Erfolgsmethode,
sms von könnten wir sehr viel mehr.
[12:12] Er liegt vielleicht auch daran dass wir uns immer zu sehr mit diesem Begrifflichkeiten auch rumschlagen wie digitale Transformation dass er zu viel Blabla Faktor drin ist natürlich.
Ich denke aber das ist man einfach jetzt Mal.
Du musst und nicht so lang schätzen jedoch versucht irgendwie dazu kommt zu wenig.
Komplette Entscheidung getroffen ich weiß nicht was ich bringe wie ein bisschen.
Und auch wenn ich lange in Deutschland lebt Kabel,
ja schreit einfach mal was deutsche meine Beobachtungen sind da zu vorsichtig ängstlich Manager in Deutschland haben.
Angst davor eine falsche Entscheidung zu treffen und treffen deswegen lieber gar keine Entscheidung sind.
Scheitern ist leider in Deutschland immer noch mit dem Stick paarmal oder Störung.
Hast du eigentlich.
Geht davon aus dass beim nächsten Versuch nicht noch mal.
[13:43] Und wir können ja da diese Runde übrigens auch beim Fraunhofer-Institut in Stuttgart machen also zu Masche beim Fraunhofer IAO ich kenne die Frau Dr Hoffmann ja auch sehr sehr gut die zum Thema new work einiges macht und es leckt sich mehr auf dem Bullinger dann dazu,
also das wäre eine Idee wie man mal aufgreifen könnte Käsekuchen Discos in Stuttgart zu machen aber ein wichtiges Thema,
im Roman dank ihm deine Themen deine Wünsche und versuchst kurz zu machen also zum ich mit der Freundin dem Zimmer bei mir sind die ihr aus dem Bereich des Unternehmers also,
aber diese einfach mal machen Unternehmertum schaffen von der automatischen dabei,
alles was ich um Engagement Angesicht selbstwert sagen wie viel Geld schon da geht’s nur mein Geld Fenster genauso,
was sind die mich so interessieren was sind die beste Medizin dann habe ich eigentlich auch ein Thema für dich weiches Weise wie wäre es dann noch mal ne Runde machen würden mit dem Gerald Hüther rettet das Spiel,
einen gute mich dann seine These interessieren,
quasi den homo lumo luden subversiv zu nutzen um die Alleinherrschaft des homoökonomikus unterlaufen,
von der Wirtschaftswissenschaftlichen Seite noch mal zur Klarstellung der der wira Tüte hat es hat ein Buch geschrieben rettet das Spiel weil eben mehr als funktionieren ist es ist Sommer vor ein paar Wochen entschieden,
und ja das müsste im Prinzip ja voll auf das Konto von Roman einzahlen ja Pirmin deine deinem Thema oder deine Themen Anregung ich hatte so ich glaube das,
ein Punkt ist so die Frage nach der institutionellen Bildung wie förderliche das ist auch in Kontexte digitale Transformation nachdem was.
[15:17] Ja das Roman eben gesagt hat und man gibt Wissen Preis und wissen preisgibt.
[15:24] Das macht das eigentliche neben den dass man wissen behalt gibt sondern repariert doch selber darüber und meine eigenen Ansichten darlegen und man bekommt auch inside the digital media,
immer wieder auch Rückmeldung und Fitness Feedback und das Entwicklungs schleifen die sehr förderlich sind das Thema ist dass du vielleicht auch,
läufiger oder was ich mir wünschen würde das häufiger auch thematisiert zu sehen,
wie können wir eigentlich Prozessor neu aufsetzen probieren neu neu indizieren,
auch Immobilien unterliegt kann auch neue Technologie dazu beitragen Potenziale entfalten du hast ja auch den geretteter eben angesprochen,
Rastatt Einsatz für die der potentialentfaltung und soll ich glaube aber man das kombiniere verschiedene Aspekte,
sich anhört und du hast ja ein Zugang zu ganz vielen Leuten und ganz vielen.
Verschiedenen Innovatoren dann kann daraus Sinne sehen Perspektive werden und kann dazu beitragen,
ja Veränderungen führen Innovationsprozesse auch zu befeuert so unter das schätze ich sehr an deinen an deinen Ausführungen und du bist der jemanden dass sie vorher auch schon Hintergrund der,
Extreme lesen ist und in der der super viel liest,
und so schaffst du es auch immer wieder andere Leuten Abkürzungen zu präsentieren in mich wieder zu viel Zeit sollte so viel Durchhaltewillen so viel zu lesen und trotzdem,
möchte man irgendwie auch Simon Stand gebrachte finde ich ganz toll aber du bist ja wieder zusammen fassen dass viele wissen so komprimiert dass man halt schnell auch so ein ja auch so.
[17:06] Abkürzung könntest du das hab ich mir auch bei dir wünschen wenn du kommen noch mehr,
Abkürzungen sozusagen eine Reihenfolge weiter der Oliver Themen deine Wunsch stehen muss ich mal ganz klar sagen Innovation,
und auch Innovationsmanagement sind hiermit den ich mich jetzt seit einem halben Jahr ungefähr vermehrt beschäftige ich mal wieder gemerkt haben im Umgang mit den Unternehmen,
g-lan quasi gerade laufen,
ja auf dem Gebiet der Veränderung und echter Innovation also ganzheitlicher Innovation weil sie das irgendwie seit Jahrzehnten nicht nur nicht nötig hatten und das ist erst ein bisschen dieses Thema Wasser der Tim auch erwähnt hat oder was wo man auch ab und zu mal sagt oder was überhaupt immer in dem in dem Kontext,
digitale Transformation fett Shell Test,
dass die Unternehmen Veränderung nicht gewohnt sind da würde ich mir auf jeden Fall wünschen dass wir vielleicht ja tatsächlich zu diesem Thema Brücken bauen können dass wir vielleicht auch wirklich,
Institutionen als Hebel dafür gewinnen mitzumachen wenn eine Sache fällt mir immer wieder auf das Veränderungen wirklich an nicht nur dann klappt,
wenn sie sichtbar stattfindet und dann dieses sichtbar stattfinden dass es halt wirklich schwierig in Deutschland weil es gibt viele kleine Initiativen,
die alle gute Arbeit machen aber die halt nicht wirklich gesehen werden und da könnte ich mir vorstellen dass man also Fraunhofer ist ein Stichwort also dass man vielleicht wirklich einfach größere Player,
mit ins Boot holt die eine gewisse Sichtbarkeit und auch Gehör verschaffen weil wir alle ich jetzt auch über die so kennengelernt hat.
[18:40] Es gibt so viele kluge Köpfe so viele Duck sich agile Menschen die so viel dazu beitragen können dann aber irgendwie keine Bühne haben ja oder zumindest keine richtige,
sichtbar Bühne für die Breite mir hat sehr gefallen was.
Jeder Roman und er vorgeschlagen hat zum Thema Engagement das scheint in zu interessieren und insbesondere auch.
[19:06] Deine Formulierung Bludenz gegen den homoekonomikus.
Das sind so meine Themen auch die ich also 2017 sehr sehr gerne diskutieren möchte mit euch.
Ich habe mir da auch geschrieben ich gehe damit Caesar ja.
ÖTV der temporalen und herrschen ist besteht heute eigentlich nicht das Problem irgendwas zwischen.
[19:31] Weil wir wissen eigentlich prinzipiell alles.
[19:34] Was ja aber nicht haben und das ist eigentlich das Problem von vielen wir wissen nicht wie wir das mit den Teilen und wir wissen auch nicht wie wir Sichtbarkeit herstellen.
Um irgendwelchen Menschen dieses sich dieses Wissen mitzuteilen und auch Videos mit Zahlen müssen wir auch noch nicht genau.
Also so gesehen das Problem ist nicht die Verfügbarkeit von wissen das Problem ist auch nicht die Verfügbarkeit von der Möglichkeit der Kommunikation.
Sondern das Problem scheint zu sein überhaupt erstmal Sichtbarkeit zu bekommen und das ist ein Thema womit ich mich ja schon bisschen länger beschäftige.
[20:08] Bin ich auch nicht ganz alleine natürlich aber sichtbarkeits immer schon bei Google herzustellen Sichtbarkeit bei Amazon.
Jetzt bestellen Sichtbarkeit für Unternehmen herzustellen und nicht nur denen Sichtbarkeit zubereiten die sowieso shoppen naturgemäß die meiste Sichtbarkeit haben weil sie zum Beispiel.
Mit den Gebühren Geldern.
Die öffentlich-rechtlichen beispielsweise nicht die ARD und ZDF die haben natürlich schon viel Sichtbarkeit und das sollen sie auch haben die haben den Auftrag.
[20:37] Aber Sichtbarkeit im für andere herzustellen neue die noch nicht diese broadcast Funktion haben das ist eine Riesenaufgabe,
und dabei die richtigen Formate zu finden wo sie spielerisch muss das sein wie wie viele Geranium behalten und so weiter was welche Rolle spielt dabei der Content und die content-produktion.
Das sind so die Themen wo ich gerne mit euch diskutieren möchte und vor allem auch antworten spielen der Weise finden möchte ja also sozusagen im Spiel im ausprobieren.
Auch schon gleich mal was so wieder Gunnar das eigentlich immer machst nicht er führt uns ja auch gleichzeitig Ruhe wie es geht ja,
die Technik und so weiter das ist ja ist ja auch sein Ding nicht nur darüber zu reden sondern es auch anzuwenden,
dafür mehr Beispiele finden und auch mehr mehr Unternehmen oder auch mehr Organisation dazu motivieren können mit Ihnen gemeinsam mit uns gemeinsam den Weg zu gehen weil.
Ich sehe deine ganze Menge Nachholbedarf noch mal da könnte der ein oder andere extrem stark von profitieren.
[21:48] Wenn er seine Veranstaltung mit seinen Events und seine Ankündigungen doch stärker unterstützt durch die sozialen Medien.
Ja durchführen würde ja.
Was für Michael auch gesagt hat dass das ein Erlebnis sein sollte ein Entertainment sagen sollte das kleinste dass die Menschen in einer,
kurze Inhalte Entertainment ich halte sehen und dann den nächsten es dich interessiert weiter aber Christian deine Wunsch dem,
und natürlich dabei die Berater immer auf das heißt dass er vielleicht an Kunden,
als andere und ich bin natürlich auch noch,
nachwievor fern von ganz dolles und vielleicht hängt das damit bis jetzt zusammen das erste Thema von ihm aus dem letzten Jahr mal auf.
Mitte letzten Jahres darüber gesprochen und ich weiß auch nicht wie war das jetzt schon behandelt haben und zwar Bild platform snort Schatz Products.
Thema Startup und da denke ich kommt gerade so der Zug oder auf dem Zug die man auch springen kann ist jemand da das mit dem Business.
Haben welche Vorteile kann das Business,
und da Rapssamen umgedreht ist es gleich ein bisschen einfacher insbesondere mit mit Zugängen zu uns oder und was hat das mit dem ganzen Thema und wie kann man beide Seiten zusammen bringen oder.
[23:29] Navigieren danke Maus mir ein bisschen anhängt Digitalisierung an Schulen.
Da sollte man oder sollten wir vielleicht auch eine negative ergreifen wie kann man.
Den Lehrern helfen das Thema besser anzugehen.
[23:47] Und wenn man jetzt Berichte liest aktuell kein WLAN an Grundschulen oder dass der Informatikunterricht Office Schulung besteht und ich es Programmierkenntnisse.
Gartenanlage glaube dass die Lehrer.
Achim auch Informatik Lehrer wäre zu und was sie rum in den Schulen besser wird.
Noch mal bisschen Richtung Brian Solis kannst du mir ins darüber auch ein schönes Thema von ihm auf die Arbeit bin,
das heißt nicht nur den Customer das Individuum auf der anderen Seite ist jetzt Bildschirm zu sehen nicht nur die einfache Fahrt oder nicht,
Duden gib ihn einfach auch etwas bewegen grundsätzlich sonst noch als meinen Kunden ich glaube da kann man auch noch ein bisschen was aus,
und dann auch noch Customer Experience ich habe sogar zurechtgelegt die neuen Generation an,
Google und Amazon II hier die Dash Buttons dann Amazon Echo Google home welche Auswirkung hat das auf mein Leben zu Hause.
[24:57] Welche Auswirkung hat das auf den übrigen und.
Datenschutz RZA was kann man damit noch machen oder witzige Video Baby.
In den Amazon Eco rein auf englisch und dann schlägt Amazon,
unproduktiv woanders,
pass mal auf eine aber welche Auswirkungen haben die nationale und Amazon Deutschland.
Angeboten werden ich denke das hatte ich ja schon mal,
angeteasert mit dem Beitrag auf Facebook die Thesen von dem VWL Professor Axel Ockenfels Klammer auf glaube eine der wichtigsten Berater von der von der Bundesregierung Klammer zu,
der was geschrieben hat über die Daten von Emerson & Cody Ökonomik verändern der sprach von der neuen ökonomischen Ingenieurs Lust und von Verhalten,
Prognosen mit Big Data ist der aber dann eben auf dem auf dem Niveau der ökonomiker der Wirtschaftswissenschaft,
am das ist ja mal das kann man dann auch noch zweigeteilt noch diskutieren,
Projekten wie von Amazon und Google verändert übrigens auch den schonmal Ismus da machen wir auch schon Gedanken die man als die Geschichten gehen das Thema Sprachsteuerung kommt er auch wieder mit Sonne,
auf die Tagesordnung auch ein spannendes Thema was vielleicht dann sogar bei Bernhard Steimel dann angesiedelt ist also da sind viele Facetten drin in dem Ding was man was man aufgreifen.
[26:34] Könnte will was hast du denn für Vorschläge sage mal kurz was zu mir weil daraus ergibt sich das dann auch okay ich bin Politologe von der Ausbildung her.
Und haben Berlin Politik studiert 75670 mein Examen gemacht ehrlich.
Wenn Politik wo dann wann weißt du noch so bisschen was dafür derzeit war was davon Übergang war in der Wissenschaft also,
die ganzen ausländer Sitzung mit der marxistischen Wissenschaft und auch mit der marxistischen VWL und so weiter so die anderen wieder diskutiert waren sind damals,
danach habe ich 40 Jahre lang politische Bildung gemacht und bin jetzt inzwischen raus aus dem Geschäft,
okay das hat also absolute Vorteile weil ich endlich das machen kann was ich immer machen konnte wollte,
ich kann lesen und das ist das was mich im Moment das interessiert neuroökonomische Ansätze ich habe ja selber schwer mit sehr mit Ergonomie beschäftigt aber im allgemeinen Aspekte Politik.
[27:32] Und gleichzeitig beschleicht mich wenn ich das dann höre das Gefühl meine gute das kann nicht wahr sein ich habe 40 Jahre mich im Grunde nicht so nimm mit der Frage Wann Digitalisierung Granadas auf heute in der politischen Bildung beschäftigt,
und wenn ich heute sehe was in der Politik was los ist an der Schnittstelle von Politik und Ökonomie,
erfahre mich dazu die was ist Anhänger letzten Jahren so schief gelaufen dass es so wenig Menschen gibt die Wurst und Reifen habe ich ja Gesellschaft sie ja nicht leben was sind Demokratie die Fragen muss man heute wieder sperren man kriegt,
erschreckende Antworten.
Auch auf Facebook auch von Leuten bei denen das nicht vermuten würde es mehr gesichert werden oder irgendsowas sondern eigentlich kaum noch einer was Demokratie ist wenn man dann sieht das die größte Demokratie der Welt,
Tramper vorbringt ihre nächsten Präsidenten,
das ist dann für mich das Thema wie kann sowas passieren und jetzt mache ich meinen Sprung dazu weil ich glaube da liegt eine der Ursachen dafür,
seit Anfang der 80er.
Mitte der 80er hat sicherlich die Wirtschaftswissenschaft in der Orientierung verändert weg von Keynes hin zu neoliberalen Paradigma ist jetzt nicht auf Polizei Kampfbegriff gemeint einfach als.
[28:44] Und diese Orientierung hat dann letzten Endes in der Bundesrepublik zB dann kann man das gut festmachen.
In der Agenda 2010 dazu geführt.
Das eigentlich nur das ergonomisch im Vordergrund gesehen stand in der politischen Sichtweise und dass die Politik in den Hintergrund getreten ist die Bundesrepublik wurde wettbewerbsfähig gemacht.
[29:05] Durch die Senkung der Lohnkosten nicht in die Steigerung von Produktivität und auch nicht durch die Steigerung,
der Qualifikation der Beschäftigten ist Agenda 2010 ganze sich fordern und fördern davon ist das fordern übriggeblieben das Fördern des weggefallen Natsu die Fantasie nicht ausreicht.
Wie Phantasie ich wieder der Politiker noch der heute noch der Betroffenen,
santiano bemüht ich wer selber nimmt im Leben System drin was Bildung angehen und Tralala und so weiter auf was man eine WLAN-Verbindung angeht und man unter Computerausstattung da kann ich das ist nur so,
geändert an dieser ganzen Geschichte wo wir inzwischen das Jahr 2017 schreiben und du wo die Möglichkeiten so immens gestiegen sind solche Dinge anzuwenden,
und die Leute für die Menschen wenn das eigene an für,
Jürgen welche dummen Postings oder für irgendwie Dinge die mit ihrem eigentlichen leben in einem Probleme mit denen sie konfrontiert sie nichts zu tun am und dann wären sie hat Trump oder AFD,
das kommt dann dabei raus und einer der wesentlichen Punkte dabei ist diese schwarze Null gehört Paradigma durch die Politik Geist hat.
Das irgendwer der Politik erzählt hat also der Staat würde sich zu sehr Verschulden wäre dann nicht mehr handlungsfähig was auf denen von Zinszahlung.
Und Haushalt Bindung von Haushaltsmitteln ich auch stimmt aber und da liegt für mich ein ganz wichtiger. Ich glaube dass die Politik nicht unterscheidet.
Zwischen Investition und konsumtive Ausgaben und dass ich keine Möglichkeit hat den Erfolg von Investitionen zu berechnen zu bestimmen oder zu dokumentieren weil die ganze Kameralistik,
in der in der öffentlichen der bei der öffentlichen Hand dazu gar keine Handhabe gibt wir können niemals verstellt ob irgendein Projekt wirklich was gebracht hat.
[30:47] Und das macht das große Problem aus deshalb Eier Politik im Moment so fürchterlich durch die Gegend.
[30:52] Ist das mal ganz provokativ Land wie Griechenland oder auch Ungarn ich liebe uns in Ungarn ist ein paar Jahren habe ich vergessen zu sagen die mitten auf dem Land in der Puszta.
2014 Bass über Ungarn pleite Grad der EU bei es wäre für die EU,
genau für Griechenland Witzke und Klacks gewesen Ungarn durch zumindest wenn man,
das soll ich das Geld Investition gesteckt hätte und immer gewusst hätte was das Investitionen wird das man wahrscheinlich auch gemacht und das ist für mich das große Dilemma,
nicht die Leute reden sie ein Problem die Sichtweise auf Politik ist die ist passiert nichts es wird alles für mich nur schlechter,
auch die Politik weiß gar nicht was sie tut im Moment und das ist so mein Thema was ich wieder eine einbringen möchte mit dem endlich auch beschäftige,
du hast ganz wichtige Themen angesprochen welche Sorte gibt’s dazu ja auch noch etwas hat das kennst du Untote leben länger am von den Flippers key,
Erich mit dem im Neoliberalismus am auseinandersetzte bei Matthes & Seitz erschienen also quasi das Wasser nach dem Finanzkapital nach der Finanzkrise 2007 eigentlich in der Wirtschaftswissenschaft,
wieder ganz normal weitergegangen ist also die alte Lehre da Hayek Jana und Co ja das ist eben wirklich nicht darum gehen die Ökonomik mal von Grund auf,
erneut zu diskutieren und und auch theoretisch neu zu formieren da gibt’s hier bei dem Flur ein Ökonomen auch interessant der ansehen.
Also das wäre ein Thema ich bin ja nun auch mittlerweile Hochschuldozent dann auch noch weiter treiben würde interessiert dann vielleicht jetzt nicht jeden so bis ins Detail aber ich glaube politisch superwichtig und wenn das dann auch ein Stückchen politisieren.
[32:27] Und dann wird’s auch allgemein wieder interessante also dazu eine Runde zu machen oder sogar ein paar Runden zu machen wir nehmen das ist super interessant da.
Erfurter ich habe dazu auch schon einiges geschrieben mit meinem Kolumnen in den letzten Monaten beispielsweise für den Zustand der VWL der will gelesen.
Tanzen und dann so fern,
nehme ich das nehme ich das Thema gerne auf ein ganz kurzer Satz dazu eine These der Staat muss lernen zu bilanzieren,
dann sieht ja auch klar was Sache ist.
Wir müssen gucken lieber in Netzwerken denken und auch das Establishment und sage mal fertig machen weil du bist ja schon unterwegs.
[33:08] Solche Plattformen wo man seine mal auch die nicht Vordenker oder sagen wir mal wie die einfach dazu.
[33:16] Dann finde ich sind als multiplikative Backformen ganz wichtig und vielleicht sollte man sich eine 17 auf darüber unterhalten,
wie man diesen scale noch besser hinbekommen kannst du besser wie wichtig achten bei einer Breite zu verankern.
Das zweite Thema ist eben wurde diskutiert das Handy auch sehr wichtig die Lancierung.
Ich glaube wenn du wirklich nicht inklusive nachhaltige Verantwortlichen Gesellschaft unterhalten.
Und deswegen ist schon wichtig die mal und unter das gesagt das ist vielleicht bisschen Exotik.
Schalte das Flow fundamental wieso was sind eigentlich die Paradigma und Theorien,
ökonomischen ist implizit Matti ist und am Ende ist Digitalisierung kein Selbstzweck und ist auch kein Muss.
Sondern wir haben andere Freiheiten und deswegen lieber Professor syska immer sagte müssen uns auch sehr viele Gedanken.
Welche Ansätze und wohin soweit die sehr sehr komprimierte Zusammenfassung der,
Netz ökonomischen Matinee am Sonntag um 11 Uhr das ist wirklich sehr sehr kurzfristig zustande gekommen dennoch haben,
11 Leute teilgenommen zu seiner kann doch nicht so ganz reinen ab und dann nicht gehört das war der Klaus unser Hashtag Soziologe aber seine seinem Vorschlag hatte ich ja dann auch schon schriftlich bekommen ja das würde ich auch.
[34:57] Euch bitten.
Meine Ideen hab wenn ihr Formate haben wenn ja Orte habt ihr vorschlagen wollen wir netzökonom ich diskutieren wollen dann solltet ihr mir das schicken entweder pen,
E-Mail an Gunnar Erik Sohn and email.com oder Posten auf der Facebook-Seite des netzökonomie Campus oder,
auf unserem Blog oder hier bei Soundcloud in der Kommentarspalte wer da alles dabei war beziehungsweise von wem die O-Töne sind das markiere ich dann noch auf,
SoundCloud bzw das erkennt er dann natürlich auch durch die Postings auf der,
Facebook Seite von netzökonomie Campus ja das was man hört sieht und sich sicherlich demnächst wieder euer Gunnar Sohn bis dann.

#SchlauerArbeiten ohne Ego-Manager

Ego

In seinem Opus “Leadership in der digitalen Welt” behandelt der Peter Paschek das Auseinanderklaffen von Innen- und Außensicht der Top-Leute im Management. In den vergangenen 25 Jahren seien vor allem narzisstische Führungskräfte herangezogen worden, die die Interessen anderer besonders wenig achten. In den USA erlangen narzisstische Persönlichkeiten mit viel höherer Wahrscheinlichkeit einen Vorstandsposten als ihre nicht-narzisstischen Kollegen. Das Internet macht diese Defizite im Führungsverhalten sichtbarer – es fungiert wie ein Vergrößerungsglas:

„Keine Institution, keine Autorität, kein Papst, kein Präsident, kein Heiliger, weder Frauen noch Männer können glaubhaft ein Edelmenschenkostüm tragen“, so Manfred Schneider in dem Buch „Transparenztraum“, erschienen im Matthes & Seitz-Verlag.

Und dennoch werden viele Unternehmen von Ego-Managern dirigiert, die sich abschotten, den Dialog auf Augenhöhe verweigern, ihre Organisationen mit Kennzahlen auf Effizienz trimmen und in Hinterzimmern ihre Karrieren absichern.

Als Schule der Intrigen mit Macho-Kultur bezeichnet der Ex-Telekom-Vorstand Thomas Sattelberger im „Spiegel“-Interview die düstere Realität auf Chefetagen. Er muss es wissen. Deutsche Unternehmen seien viel stärker auf pure Effizienz fixiert als etwa angelsächsische oder skandinavische.

„Ertragsziele werden oft exzessiv bis auf die unterste Ebene durchgestellt. Da bleiben kaum Freiräume für die Mitarbeiter, neue Wege zu suchen. Ausländische Kollegen halten viele deutsche Topmanager oft für spröde, steif, humorlos und förmlich. Das ist ein Spiegelbild der kreativitätsarmen Unternehmenskultur“, erklärt Sattelberger.

Die meisten Führungskräfte machen sich in die Hosen, wenn sie ohne Sprachregelungen, ohne Powerpoint-Rhetorik und ohne Kontrollmöglichkeiten mit Kunden, Bloggern oder Journalisten sprechen müssten. Also glänzen sie vor allem im Netz durch Abwesenheit. Was die Vernetzung deutscher Firmen- und Konzernlenker in digitalen Medien angeht, sieht die Lage desolat aus, schreibt die PR-Beraterin Kerstin Hoffmann:

„Oft ist buchstäblich kaum jemand bereit, den Kopf hinzuhalten.“

Da bedient man die Öffentlichkeit lieber mit einem Stakkato aus positiven Floskeln. Das wirkt nicht nur extern lächerlich, sondern auch intern:

Wenn nur noch Zynismus hilft

„Das kann so mit der Realität einer Organisation nicht übereinstimmen. Keine Organisation der Welt ist nur positiv. Deshalb entsteht ein riesiger grauer oder gar schwarzer Bereich an nicht formulierten Negativeindrücken. Und die braucht ein Ventil und das ist der Zynismus“, erklärt der Soziologe Dirk Baecker im ichsagmal.com-Interview.

Zynismus sei eine Form der extrem intelligenten Beobachtung. Der zynische Kommentar ist in der Regel der letzte Kommentar zu einem Sachverhalt. Vorher schaltet man in den Modus „Dienst nach Vorschrift“, was nach Analysen von Gallup bei 70 Prozent der Beschäftigten der Fall sein soll.

„Der Zynismus ist die Form der Rede und die innere Kündigung ist die Form des Handelns“, konstatiert Baecker.

Um das zu verhindern, sollten Unternehmen ihre Betriebssysteme grundlegend ändern, fordert der Personalberater Heiko Fischer:

„Man muss an die grundlegende Mechanik rangehen, um die Wertschätzung von Mitarbeitern und Kunden zu verbessern. Mit einem reinen Anweisungsregime gelingt das nicht.“

Schlauer Arbeiten gelingt am besten in vernetzten und offenen Organisationen – ohne Kommando-Regime. Der Fokus auf Abgrenzung über Fächer, Disziplinen, Abteilungen, Hierarchien und Einzelleistungen wird der heutigen Lebenswelt nicht mehr gerecht. Es geht vor allem darum, Menschen zusammenzuführen, unterschiedliche Sichtweisen gleichberechtigt im Team zu erarbeiten und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, führt Ulrich Weinberg in seinem Buch „Network Thinking – Was kommt nach dem Brockhaus-Denken?, erschienen im Murmann-Verlag:

„Vernetztes Denken im Unternehmen heißt mehr, als Einstellungen zu überdenken, und mehr, als veraltet erscheinende Muster und Strukturen abzuschaffen. Damit verbunden sind radikale Schritte, die ein Unternehmen bereit sein muss, konsequent zu gehen.“

Es geht um Vernetzung, Enthierarchisierung, Entwickeln und Konzipieren im Team, Öffnen und Teilen von Wissen mit allem, was digitale Werkzeuge heute hergeben. Das gilt auch für den Einsatz von kognitiven Maschinen. Die können noch so sehr Höchstleister sein, wenn es um Erinnerung, Analyse, Erkennung, Kombinatorik und Schlussfolgerung geht. Im Ego-Management bleiben sie dumme Apparate.

Soweit mein Beitrag zur Blogparade mit dem Schwerpunkt #SchlauerArbeiten – auf dem letzten Drücker.

Siehe auch:
Wie Ego-Manager in geschlossenen Netzwerken scheitern.

Teuflischer Pakt: Machteliten und Maschinen #NEO15 Session

Machteliten-Hacking

Im Internet der Dinge infiltriert Software heute jede fast jede Maschine:

„Das Universum kommunizierender Objekte expandiert weiter. Und damit werden unehrliche Menschen und korrupte Organisationen mehr denn je versucht sein, ihre Produkte nach eigenen Wünschen zu impfen. Nennen wir das einfach mal ‘Lügen zweiter Ordnung’. Und Benutzer können das nicht mehr erkennen. Denn leider wächst den Maschinen keine lange Nase. So wird Wahrheit oder Lüge plötzlich ein Schlüsselfaktor in der Mensch-Maschine-Interaktion. Und es taucht schlagartig die Frage auf, ob und wie man Maschinen ethisches Verhalten beibringen könnte. Ein sehr verzwicktes Problem. Und es führt zu Verwicklungen, für die wir heute noch nicht mal Denkfiguren haben. Es wird Zeit, die zu entdecken”, so Brightone-Analyst Stefan Holtel im Gespräch mit dem Soziopod-Blogger Patrick Breitenbach auf der Next Economy Open in Bonn.

Wenn Konzerne wie Psychopathen agieren

Beim VW-Skandal ist dieser Teufelspakt zwischen lügenden Maschinen und Maschinisten im Brennglas zu beobachten. Beim Wolfsburger Autogiganten ist es eine Kombination von autoritären Kommandostrukturen, Erfolgsdruck und Hörigkeit. Nur so können teuflische Effekte entstehen, die kaum noch unter Kontrolle zu bringen sind. Mit gesundem Menschenverstand könne man das Verhalten der VW-Topmanager nicht begründen, so Holtel. Bei VW handelt man total irrational, da es höchst naiv sei, bei Manipulationen in Millionen Fahrzeugen nicht mit der Aufdeckung zu rechnen. Jetzt ist der Schaden maximal.

Die Ursachen für den Diesel-Gate basieren auf den Organisationsstrukturen, die sich in fast allen Weltkonzernen finden lassen: Geschlossene und egozentrische Einheiten agieren wie ein Psychopath: Unberechenbar, unkontrolliert und beziehungsunfähig. Das Fundament sind autokratische Top-Manager, die mit emotionalen Ausbrüchen ihre Belegschaft zu Ja-Sagern degradieren. Ein Konzern sei nichts anderes als ein Psychopath, bemerkt Holtel in dem Fachgespräch im Rheinischen Landesmuseum. Diese Erkenntnis hilft vor allem dem gemobbten Mitarbeiter weiter, weil er Abstand finden kann zwischen sich und der Konzernstruktur.

„Mit Psychopathen zu interagieren ist schwierig. Man kann keine Vertrauensbasis aufbauen, man weiß nie, was im nächsten Augenblick passiert“, sagt der Brightone-Spezialist für Künstliche Intelligenz.

Mythos der Unfehlbarkeit: Maschinen als symbolisches Kapital

Für die Überlebensstrategie innerhalb des Konzerns mag diese Erkenntnis hilfreich sein, auch wenn eine Portion Fatalismus dabei herausspringt oder die innere Kündigung. In den Machtbeziehungen zur Außenwelt ist diese Konstellation äußerst problematisch. Patrick Breitenbach warnte vor einer Akkumulation von Macht, die von psychopathischen Organisationen ausgeht. Konzerne akkumulieren nicht nur ökonomisches Kapital, sondern soziales Kapital über Beziehungen, Netzwerke und Eliten, kulturelles Kapital über Informationsvorsprünge und symbolisches Kapitel über Expertentum und Maschinen. Gefährlich sei vor allem die Anhäufung von symbolischem Kapital über Maschinen, die wir für wahrhaftig und präzise halten.

Wir schreiben den Maschinen Fähigkeiten wie Rationalität und Unfehlbarkeit zu.

„Das speist sich unseren täglichen Erfahrungen. Niemand rechnet Excel-Tabellen. 2007 gab es im Intel-Prozessor einen Hardware-Fehler, der dazu führte, dass Excel falsch rechnete. Es gibt diese systemischen Fehler sehr häufig, aber Menschen sind kaum in der Lage, diese Risiken einzuschätzen“, erklärt Holtel.

Mit den Fähigkeiten von kognitiven Maschinen wie IBM Watson sei es für Menschen schwer, auf Augenhöhe zu interagieren. Das wertet der Brightons-Analyst als Bedrohung. IBM und Co. verkaufen uns das mit Narrativen der Weltverbesserung und stellen sich kaum den kritischen Fragen. Sie wollen neue Märkte erobern und damit Milliarden machen. Aus wirtschaftlichen Gründen sei das nachvollziehbar, aus politischer, gesellschaftlicher und psychologischer Sicht ist das hoch brisant.

Warum wir IBM-Watson und Co. dekonstruieren müssen

„Wir werden von Systemen ummantelt, die immer mehr Fähigkeiten haben, von denen wir nicht mehr wissen, was sie mit uns tun. Digitale Assistenten, wie die Spracherkennungs-Software Siri sind erst der stümperhafte Anfang von dem, was noch kommen wird“, warnt Holtel.

So werde IBM-Watson in einer verbesserten Version in sieben oder acht Jahren auf unseren Smartphones passen und uns durchs Leben dirigieren. Wir haben dem nichts entgegenzusetzen, weil uns schlichtweg die Fähigkeiten in Schulen und Hochschulen nicht vermittelt werden, um Big Data-Anwendungen und diskriminierende Algorithmen, die beispielsweise unsere Kreditwürdigkeit herunterstufen oder Prämien für Krankenversicherungen hoch stufen, forensisch unter die Lupe zu nehmen. Die Politik müsste ein Checks-and-Balance-Regelwerk schaffen, um zwischen Mensch und Maschine einen Machtausgleich herzustellen und den Machteliten einen Missbrauch der Maschinen-Intelligenz zu erschweren, fordert Breitenbach.

Wir sollten zudem die Übertreibungen von Extremisten der Künstlichen Intelligenz im öffentlichen Diskurs dekonstruieren. Mit der Verteufelung von Technik kommt man dabei nicht weit. Was denkbar ist, wird umgesetzt. Und Macht ist eine Konstante in unserem Leben. Wer das ignoriert, dem wird es schwerfallen, eine Rezeptur im politischen Diskurs hervorzuzaubern. Gefragt seien vor allem Gegen-Narrative zur Entlarvung der wahren Absichten der manipulativen Maschinisten.

Der entmündigte Bürger

Es sei völlig inakzeptabel, diese Technologien zum Entmündigen des Bürgers zu nutzen, proklamieren die Digital Manifest-Autoren in einem Beitrag für Spektrum Wissenschaft.

„Big Nudging und Citizen Scores missbrauchen zentral gesammelte persönliche Daten für eine Verhaltenskontrolle, die totalitäre Züge trägt. Dies ist nicht nur unvereinbar mit Menschenrechten und demokratischen Prinzipien, sondern auch ungeeignet, eine moderne, innovative Gesellschaft zu managen. Um die eigentlichen Probleme zu lösen, sind vielmehr bessere Informationen und Risikokompetenz gefragt.“

Für persönliche Daten, die über uns gesammelt werden, sollte es ein Recht auf Kopie geben, liebwerteste Gichtlinge von Schufa und Konsorten.

„Es sollte gesetzlich geregelt sein, dass diese Kopie in einem standardisierten Format automatisch an eine persönliche Datenmailbox gesandt wird, über die jeder Einzelne die Verwendung der Daten steuern kann. Für einen besseren Schutz der Privatsphäre und um Diskriminierung zu vermeiden, wäre eine unautorisierte Verwendung der Daten unter Strafe zu stellen. So könnte man selbst entscheiden, wer welche Informationen für welchen Zweck wie lange nutzen darf.“

Wenn der Bundesgerichtshof aber die Offenlegung dieser Daten und die undurchsichtigen Algorithmen als Geschäftsgeheimnis einstuft, wie beim Schufa-Urteil, wird es schwerfallen, auch nur annähernd für Klarheit zu sorgen, wenn Maschinen lügen, denunzieren und Existenzen ruinieren. Die juristischen Fakultäten sollten daher überlegen, Informatik und Big Data-Forensik als Pflichtfach einzuführen, damit solche Urteile bald der Vergangenheit angehören.

Agenda für Mensch-Maschine-Organisationen – Freistil-Kreativität gegen Software-Logik #NEO15

#NEO15 Session
Session

Als der holländische Großmeister Jan Hein Donner gefragt wurde, wie er sich auf ein Match gegen einen Computer vorbereiten würde, antwortete er: „Ich würde einen Hammer mitbringen.“ Es sah es also fast so aus, als hätte der Mensch nichts mehr zum Schachspiel beizutragen. Hatte doch der frühere Schachweltmeister Wladimir Kramnik das Mensch-Maschine-Duell in der Bonner Bundeskunsthalle gegen den von der Hamburger Firma Chessbase entwickelten Schach-Computer Deep Fritz im Jahr 2006 klar verloren. Als akkreditierter Journalist berichtete ich damals von dem ungleichen Duell. Schon im Vorfeld des Wettkampfes galt der Schachcomputer als klarer Favorit.

„Von einigen Spitzenspielern weiß ich, dass sie sehr beunruhigt wären, gegen den Computer überhaupt erst anzutreten und dass sie einen solchen Zweikampf vielleicht vermeiden würden. Dies ist verständlich, denn eine klare Niederlage kann dein künftiges Spiel stark beeinflussen. Es ist klar, dass sich dieses Rechenmonster jedes Jahr, jeden Monat, jeden Tag ständig verbessert und ich weiß, dass mein Gegner unglaublich stark ist. Vielleicht habe ich ja als letzter Mensch die Chance, die Maschine zu besiegen. Mein Team und ich werden alle Energie aufwenden, um die so genannte künstliche Intelligenz noch einmal in die Schranken zu weisen“, sagte Kramnik vor Beginn der auf sechs Partien angesetzten Veranstaltung, die der Schachcomputer mit 4 zu 2 Punkten für sich entschied.

Vier Jahre vorher erreichte Kramnik in Bahrein noch ein Unentschieden.

Die Erfindung von „Freistil“-Schachturnieren zeigt, wie sehr dieser Eindruck trügt, schreiben Eric Brynjolfsson und Andrew McAffee in ihrem preisgekrönten Buch „The Second Machine. Wie die nächste digitale Revolution unser aller Leben verändern wird“:

„Auf diesen Veranstaltungen können die Teams jede Kombination von menschlichen und digitalen Spielern einbeziehen.“

Die Mannschaften aus Mensch und Maschine dominierten selbst den stärksten Computer.

„Die Schachmaschine Hydra, ein schachspezifischer Supercomputer wie Deep Blue, war kein ebenbürtiger Gegner für einen starken menschlichen Spieler, der einen relativ schwachen Laptop benutzte. Die Kombination aus menschlicher strategischer Führung und dem taktischen Scharfsinn eines Computers war überwältigend. Die Überraschung kam am Ende der Veranstaltung. Der Gewinner entpuppte sich nicht als ein Großmeister mit einem hochmodernen PC, sondern als ein Paar amerikanischer Amateurschachspieler, die drei Computer gleichzeitig benutzten. Ihre Fähigkeit, ihre Computer zu bedienen und zu ‚coachen‘, um Stellungen sehr ausgiebig zu überprüfen, konterkarierte erfolgreich das überlegene Schachwissen ihrer Großmeistergegner und auch die größere Rechnerleistung anderer Teilnehmer. Schwacher Mensch + Maschine + bessere Methode waren einem starken Computer allein überlegen und, noch bemerkenswerter, sie waren auch besser als ein starker Mensch + Maschine + schwächere Methode„, so die MIT-Forscher.

machenunsmaschinenschlauer

Die zentrale Erkenntnis aus dem Freistil-Schach sei, dass Menschen und Computer an dieselbe Aufgabe nicht auf dieselbe Weise herangehen. Wenn dem so wäre, hätte der Mensch nichts mehr zu melden, seit Deep Blue Kasparov geschlagen hat und Deep Fritz Kramnik dominierte; wenn die Maschine erst einmal gelernt hätte, das menschliche Können im Schachspiel nachzuahmen, dann würde sie sich einfach nach dem Moore’schen Gesetz richten und voran preschen.

Ideenbildung ist ein Gebiet, auf dem die Menschen einen Vorteil gegenüber digitalen Technologien haben können:

„Wissenschaftler stellen neue Hypothesen auf. Journalisten wittern eine gute Geschichte. Küchenchefs ergänzen die Speisekarte um ein neues Gericht. Ingenieure in der Fabrik versuchen herauszufinden, warum eine Maschine nicht mehr richtig funktioniert. Steve Jobs und seine Kollegen bei Apple eruieren, was für einen Tablet-Computer wir uns wirklich wünschen. Viele dieser Tätigkeiten werden von Computern unterstützt und beschleunigt, aber keine wird von ihnen gesteuert“, erläutern Brynjolfsson und McAffee.

Sie prognostizieren, dass Menschen, die viele gute, neue Ideen haben, auch künftig noch längere Zeit einen relativen Vorteil gegenüber digitaler Arbeit haben werden, und diese Menschen werden begehrt sein. Mit anderen Worten glauben die MIT-Forscher, dass Arbeitgeber jetzt und noch eine geraume Zeit bei der Talentsuche dem Rat folgen werden, der dem großen Aufklärer Voltaire zugeschrieben wird: „Beurteile die Menschen eher nach ihren Fragen als nach ihren Antworten.“ Ideenbildung, Kreativität und Innovation werden oft als „Blick über den Tellerrand“ beschrieben, und diese Charakterisierung weist auf einen weiteren großen und ziemlich nachhaltigen Vorteil menschlicher gegenüber rein digitaler Arbeit hin.

Allerdings ist dieser Vorteil nicht in Stein gemeißelt, wenn wir uns die schwache Digitalkompetenz von Führungskräften in Wirtschaft und Politik anschauen.

Digitalkompetenz

Auch das Bildungssystem gibt noch nicht die richtigen Antworten für die Mensch-Maschine-Kombination. Es kommt jetzt darauf an, die Fähigkeiten zur kreativen Bildung von Ideen, Mustererkennung und zur komplexen Kommunikation auf die Agenda zu setzen. Es geht um die Einbindung der Menschen als Wissensarbeiter in die neuen Mensch-Maschine-Organisationen.

Siehe dazu auch: Digitale Industriegesellschaft – Pfadabhängigkeiten für Aktenknecht.

Auf der Next Economy Open in Bonn am 9. und 10. November wird Brightone-Analyst Stefan Holtel diesen Themenkomplex aufgreifen.

@wolflotter „Ich recherchiere bunt, groß und breit“ – Arbeiten in der Ablenkungsgesellschaft #NEO15

Wolf Lotter von brandeins auf der IBM BusinessConnect in Köln
Wolf Lotter von brandeins auf der IBM BusinessConnect in Köln

Die Software-Industrie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten einseitig den Prinzipien des Industriekapitalismus unterworfen und Unternehmen auf Effizienz getrimmt.

Das hat sich bis heute nicht wesentlich geändert, kritisiert Wolf Lotter in seinem Vortrag “Arbeiten in der Ablenkungsgesellschaft” auf der IBM Bussiness Connect in Köln.

“Wir kommen aus der Fabrikgesellschaft, aus der Industriegesellschaft und denken die Digitalisierung immer noch falsch. Wir organisieren uns in den Routinen der Industrialisierung.”

Seit den sechziger Jahren verliert die Massenproduktion, die nach den Regeln von Hamsterrad-Taktungen funktioniert, an Relevanz. Eine Antwort, wie wir in der postindustriellen Ära arbeiten werden, sucht das Notiz-Amt vergebens.

Die Industriegesellschaft würde, das stand für die meisten Vordenker dieser Zeit fest, durch die sogenannte Informationsgesellschaft abgelöst werden, die eine Art Übergangsregierung zur Wissensgesellschaft werden sollte, bemerkt Lotter.

“Die Informationsgesellschaft war also stets nur als Provisorium gedacht, an dem man lernen sollte, wie man mit der großen Komplexität umgeht, um sie dann, im nächsten Schritt, richtig und gewinnbringend für alle zu nutzen. Was dabei herauskommen sollte, die Wissensgesellschaft, würde viel smarter sein als die Welt der Industrie.”

Daraus wurde aber nichts. Man baut Computer, so wie man schon immer Maschinen baute. Sie verarbeiten Daten schneller und steigern die Komplexität der Anwendungen. Das sei der Knackpunkt: Die Einstellung zum Computer und zur Informatik.

“Man zwingt die Benutzer in einen Zustand kontinuierlicher Anpassung. Heute leiden die meisten unter der antiquierten Idee von Dateien und Verzeichnissen. Viele Benutzer finden die Information nicht wieder, die einmal digital abgelegt worden ist. Aber Paradigmen, die dieses Problem beheben könnten, konnten sich nicht durchsetzen”, moniert Brightone-Analyst Stefan Holtel, der dieses Thema in seiner Session auf der Next Economy Open bearbeitet.

Wir wandeln als Aktenknechte in Pfadabhängigkeiten. Die Informationsgesellschaft sei nach Auffassung von Lotter nicht das Verbindungsglied zwischen Industrie- und Wissensgesellschaft, sondern nur jener “Superindustrialismus”, den der Zukunftsforscher Alvin Toffler in den Siebzigerjahren vorhersah.

“Organisationen, Kultur und Gesellschaft bleiben dabei in den alten Bahnen des Fabrikzeitalters.” Es geht um die Routine-Dressur in den Maßstäben der Industriearbeit. Die Digitalisierung müsste uns aber die Zeit freischießen, um geistig arbeiten zu können. Das komme im öffentlichen Diskurs zu kurz, resümiert Lotter.

Eine Maschine darf nicht im Takt interner Regeln und im eigenen Tempo arbeiten – das macht den Anwender zum Befehlsempfänger. Sie müsste im Gleichklang mit den Denk- und Aktivitätsrhythmen eines Menschen ticken.

“Dann tritt der Wissensarbeiter in einen wertschöpfenden, kognitiven Dialog mit seiner Denkmaschine und es entsteht auf wundersame Weise eine Symbiose zwischen wissendem Mensch und Wissensmaschine”, erläutert Holtel.

Digitale Werkzeuge müssen sich den Gewohnheiten der Anwender anpassen. Wolf Lotter recherchiert seine brandeins-Prologe sehr bunt, sehr groß und sehr breit.

„Dann folgt die Ruhe und Konzentration aufs Schreiben. Während dieser Zeit mache ich nichts anderes. Das ist ein altmodischer Ansatz, der aber noch sehr modern wird.“

Wir müssen wohl wieder lernen, uns neu zu konzentrieren. Digitale Maschinen sollten das unterstützen.

Ausführlich nachzulesen in meiner Notiz-Amt-Kolumne für die Netzpiloten.

Nicht jedes Würstchen ist eine Wurst – Über die Silicon Valley-Albträume des Handelsblatts

Stadt des Bösen
Stadt des Bösen

Am Freitag kündigte ich auf Facebook an, einen Fakten-Check für die reißerische Handelsblatt-Titelgeschichte „Die dunkle Seite des Silicon Valley“ vorzunehmen. Schließlich lockte doch das Wirtschaftsblatt mit einer Schlüsselloch-Perspektive des Redakteurs Torsten Riecke, der achte Jahre lang Büroleiter des Handelsblatt in New York war und nach eigenen Angaben den Untergang der New Economy miterlebt hat. Was für eine Expertise. Riecke hat einen Untergang miterlebt – ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Was der Schlüsselloch-Essay aufbietet, hat allerdings wenig mit Fakten oder gar originären Recherchen zu tun. Es ist schlichtweg ein Abklatsch der Schreckensvisionen von Dave Egger, Jaron Lanier und Co. Was Eggers in seinem Roman „The Circle“ geschrieben hat, mag ja in Ansätzen mit den Übertreibungen der kalifornischen Tech-Szene zu tun haben. Nur muss man immer noch zwischen anmaßenden Lippen-Bekenntnissen und der Realität unterscheiden. Dazu zähle ich auch die Macho-Sprüche des Venture-Kapitalisten Peter Thiel, der private Monopole geil findet und die Notwendigkeit staatlicher Regulierung in Abrede stellt. Für einen Wirtschaftsjournalisten wäre es durchaus eine lohnenswerte Aufgabe, die visionären Allmachtsfantasien der amerikanischen Tech-Gurus etwas genauer zu untersuchen und zu demontieren. Thiel mag ja viel von Unternehmensbeteiligungen verstehen, politisch ist er eher ein Würstchen. Wäre es nicht besser, seinen beschränkten Polit-Horizont öffentlich zu machen, statt seinen semantischen Muskelspielchen zu folgen. Das leistet der Handelsblatt-Redakteur noch nicht einmal in Ansätzen. Wir lesen das Altbekannte:

Die Daten von Kunden und Nutzern seien das Gold des 21. Jahrhunderts, Privatsphäre ist ein Relikt der Vergangenheit und die Technologiegiganten wie Google, Apple oder Facebook wollen die Welt erobern und sich alle Marktteilnehmer zu Untertanen machen. Google habe diesen Ganzheitsanspruch gerade mit seinem Konzernumbau unterstrichen.

„Unternehmerischer Erfolg ist den Morgen-Machern aus dem Tal der Zukunft nicht genug, sie wollen mehr, sie wollen die Welt verändern: unsterblich werden, zum Mars reisen, den Staat abschaffen. Kurzum: Sie wollen das Monopol auf die Zukunft. Ihr Zauberwort dafür heißt „smart“: smart home, smart car, smart city, smart world – vor allem aber smart technologies“, schreibt Riecke.

Was für eine Enthüllung. Mit dem Überbau “Alphabet” will man sicherlich den Glauben an das große Wachstum stärken und in wilde Projekte investieren. Es sind allerdings Laborexperimente, mit denen Google-Alphabet bislang kaum keinen Cent verdient. Das Brot- und-Butter-Geschäft ist mit über 90 Prozent Umsatzanteil immer noch die Werbung via Adwords und Adsense. Und was ist an einer Geisteshaltung so schlecht, wenn die Gründer und Macher in Mountain-View an ihre Projekte glauben, statt Gründe zu suchen, warum etwas nicht gehen kann. Was dann wirklich rausspringt, steht auf einem anderen Blatt. Genau das hätte der Handelsblatt-Essayist aber beleuchten müssen.

Gleiches gilt für die Prognosen von Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee, die in ihrem Opus „The Second Machine Age“ abgegeben und von Riecke ausgiebig zitiert werden. Das Zukunftsszenario dieser Experten sei keineswegs beruhigen. So werde die digitale Revolution die Arbeitswelt genauso radikal verändern wie die industrielle Revolution vor 200 Jahren. Der technologische Fortschritt sei nach Jahren gradueller Verbesserungen an einem Punkt angelangt, von dem ab die technischen Möglichkeiten quasi explodieren würden.

„Für viele Berufe und Menschen werde es künftig keinen Platz mehr geben. Nicht nur Fließbandarbeiter würden von Robotern ersetzt. Die beiden Oxford-Wissenschaftler Carl Frey und Michael Osborne schätzen, dass Roboter die Arbeit von fast der Hälfte aller Beschäftigten in den USA übernehmen könnten. Auch Kopfarbeiter wie Juristen, Ärzte und Banker seien von intelligenten Maschinen bedroht. Zwar würden neue Berufe entstehen und die alten Jobs ersetzen“, erläutert Riecke und erwähnt die Frage von Brynjolsson: „Was jedoch, wenn dieser Prozess ein Jahrzehnt dauert?“

Hinterher geschoben wird die Warnung von Aleksandar Kocic, Managing Director Research bei der Deutschen Bank in New York:

„Zum ersten Mal seit der industriellen Revolution zerstört neue Technologie mehr Arbeitsplätze, als sie neue mobilisieren kann.“

Das ist schlichtweg eine Behauptung. Wenn Wirtschaftsforscher selbst bei ihren Vorhersagen für das jährliche Wachstum versagen, wie kann es dann belastbare Rechenmodelle für die Arbeitsplatz-Entwicklung geben. Kann es nicht auch völlig anders kommen? Kann nicht auch das Szenario des Brightone-Analysten Stefan Holtel Wirklichkeit werden? Maschinen seien vor allem kognitive Höchstleister, wenn es um Erinnerung, Analyse, Erkennung, Kombinatorik und Schlussfolgerung geht. Wenn es um Empathie geht, sei der Mensch der Maschine klar überlegen. Ich würde noch Intuition, Erfahrungen und Spontanität hinzufügen.

„Schweißt man beides zusammen, profitiert vor allem der Mensch. Die kluge Kombination von Mensch und Maschine ist dem Fachexperten, der nicht auf intelligente Hilfsmittel zurückgreifen kann, statistisch immer überlegen“, erläutert Holtel.

Daraus lässt sich noch kein dramatischer Verlust an Arbeitsplätzen ableiten. Verlieren werden jene, die weiterhin dümmliche Dienste anbieten und auf Maschinen-Intelligenz verzichten. Und es gibt sogar Studien, die von einem Arbeitsplatz-Wachstum ausgehen. Im Handelsblatt hätte man zumindest die gegenteiligen Expertisen erwähnen können. Der Autor suchte aber wohl eher nach einer Bestätigung seiner New Economy-Albträume. In der Untergangsgeschichte dürfen natürlich auch nicht die Verlustängste fehlen, die man mit der „Sharing Economy“ in Verbindung setzt.

So habe jeder Angst, bei Uber zu arbeiten. Diese Plattformen machen aus festangestellten Beschäftigen „Freiberufler“, „wobei ‚frei‘ vor allem meint, dass die Internetfirmen frei von jeglichen sozialen Verpflichtungen gegenüber ihren Mitarbeitern sind: keine Altersversorgung, keine Krankenversicherung, keine Weiterbildung. Der ‚Plattformkapitalismus‘ verspricht uns ein freieres, flexibleres, selbstbestimmtes Leben und Arbeiten, vergisst aber, den Preis dafür zu nennen“, meint der Handelsblatt-Redakteur.

Verschwiegen werden dabei die Gründe für den Erfolg von digitalen Anwendungen, die nur möglich sind, weil die bestehenden Dienste mangelhaft sind. Wer beispielsweise Uber kritisiert, sollte über die negativen Auswüchse der Taxi-Gebietsmonopolisten in Deutschland nicht schweigen. So resultieren die Gewinne der Taxiunternehmen vor allem aus der relativ geringen Bezahlung der Taxifahrer.

„Taxifahren ist ein typischer Job für Studienabbrecher, Migranten und andere Quereinsteiger, da der Beruf keine Ausbildung und kaum Startkapital erfordert. Die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt ist daher intensiv und die Entlohnung gering, ganz unabhängig von der Digitalisierung“, schreibt der Wettbewerbsökonom und frühere Vorsitzende der Monopolkommission Justus Haucap.

Uber ist eine Antwort auf die monopolistisch organisierten Taxizentralen, die zudem mit der Digitalisierung auf dem Kriegsfuß stehen.

Die konkurrierenden Plattformen ermöglichen es den Fahrgästen nicht nur, direkt das nächste verfügbare Taxi mit der jeweiligen App zu bestellen.

„Sie ermöglichen es den Kunden auch, die Fahrer zu bewerten. Dasselbe gilt umgekehrt für die Fahrgäste, die etwa bei Uber von den Fahrern bewertet werden. Die Registrierung von Fahrern und Fahrgästen erhöht für beide die Sicherheit“, so Haucap.

Statt über digitale Plattformen zu hadern, sollten die Empfehlungen der Monopolkommission für mehr Wettbewerb bei der Personenbeförderung umgesetzt werden.

„Eine Liberalisierung des Taximarktes bedeutet nicht, dass nicht ein Mindestmaß an Regulierung sinnvoll sein kann: Zu denken ist an Anforderungen sowohl an die eingesetzten Pkw als auch an die Fahrer, etwa hinsichtlich des gesundheitlichen Zustands, Vorstrafen und Punkten in der Verkehrssünderdatei. Auch über Versicherungspflichten sollte nachgedacht werden, sobald ein gewisses Ausmaß an Personenbeförderungen erreicht wird. Ein pauschales Verbot jedoch, das letztlich vor allem den Verbrauchern schadet und den Taxifahrern selbst kaum hilft, wohl aber den etablierten Taxiunternehmen, ist die denkbar schlechteste Antwort auf die Digitalisierung. Auch hier droht Deutschland den Anschluss zu verlieren“, resümiert Haucap.

Diese Seite der Medaille ignoriert der Handelsblatt-Redakteur. Wer nur die Schattenseiten sieht, darf sich nicht wundern, wenn Deutschland als netzökonomisches Gründerland schwach abschneidet.

„Nur rund acht Prozent unserer Unternehmensgründungen beschäftigen sich mit Technologien. Wir sind eher ein Gründerland für Tätowierstuben“, moniert Thomas Sattelberger, Ex-Personalvorstand der Telekom, im ichsagmal.com-Gespräch.

Innovationen können so nicht entstehen. Sie entstehen erst einmal unkeusch.

„Ich muss ein gewisses Maß an Schamlosigkeit bei Technologieprojekten akzeptieren, bevor es zur Regulierung kommt. Ich muss erst einmal Innovationen gedeihen lassen. Man kann Anbieter wie Uber kaputtregulieren. Dann fehlen uns aber die Regelbrecher, die Neues hervorbringen“, sagt Sattelberger.

Also erst einmal Freiräume schaffen und technologische Spontan-Vegetation tolerieren.

„Die Normierung kommt in unserem Land allemal“, bemerkt Sattelberger.

Gleiches gilt für den Datenschutz. Hier bringt der Handelsblatt-Mann Jaron Lanier in Stellung. „Der als Technikfeind unverdächtige amerikanische IT-Spezialist“ würde seit Jahren vor der Datensammelwut von Firmen wie Google, Amazon und Facebook warnen, die er als Teil einer Überwachungsindustrie brandmarkt.

Über Lanier, der angeblich nicht verdächtig als Technikfeind sei, werde ich mich nicht weiter auslassen. Er ist als Unternehmer gescheitert und sucht nun sein Heil als Keynote-Speaker für digitalen Kulturpessimismus. Kann er machen, ein glaubwürdiger Experte für die digitale Ökonomie ist er damit noch lange nicht. Siehe auch meinen Blogpost „Lanier und der digitale Angstschweiß“.

Und was die Datensammelwut anbelangt, empfehle ich dem Handelsblatt-Schreiber die Ausführungen des Publizisten Gunter Dueck: Er wird auch ständig mit Aussagen konfrontiert wie „Facebook und Google betreiben einen Ausverkauf unserer Daten“. Das tun sie nun gerade nicht. Was Google bei der personalisierten Werbung praktiziert, ist nichts anderes als ein Service. Der Konzern gibt seine Daten nicht weiter. Wo liegt nun eigentlich die Gefahr? Dueck fordert in solchen Debatten mehr Fachwissen. Wenn man Google oder Facebook Fehler oder gar Verbrechen beim Umgang mit Daten nachweisen würde, käme es direkt zum Zusammenbruch ihrer Aktienkurse. Das können Zuckerberg und Co. nicht riskieren.

Wer dann noch den Staat ins Spiel bringt, um die Datensammlung dieser Konzerne einzuschränken, macht sich vollends lächerlich.

„Der Staat selber ist der große Sünder, weil er keinen Aktienwert am Markt hat. Die machen in den Geheimdiensten, was sie wollen“, betont Dueck.

Und wenn der Staat mit seinen Geheimdiensten so operiert, kann er wohl nicht sehr glaubwürdig die Oberaufsicht über Google und Facebook übernehmen. Viele dieser Datensünden müssen wir also eher beim Staat verorten.

„Überraschenderweise gibt es dagegen keine Montagsdemonstrationen“, beklagt der ehemalige IMB-Cheftechnologe.

Auch diese Seite der Medaille ignoriert der Handelsblatt-Essayist. Vielleicht sollte Thorsten Riecke erst einmal seine New Economy-Albträume therapieren und dann ein wenig mehr unter die Motorhaube des Silicon Valley schauen. Er könnte endlich Fakten und weniger Secondhand-Meinungen von Angstpropheten präsentieren, die mit ihren Verschwörungstheorien als Redner eine Menage Geld scheffeln.

Siehe auch:

Maschinen werden Kollegen sein – 25 Thesen zur Zukunft der digitalen Arbeit.

Wir brauchen keine digitale Gesellschaft, Herr Hachmeister, aber mehr digitale Inspiration

Sind wir eine digitale Gesellschaft
Sind wir eine digitale Gesellschaft?

Der Medienwissenschaftler und frühere Grimme-Chef Lutz Hachmeister arbeitet sich in der FAZ am Begriff der digitalen Gesellschaft ab und kritisiert dabei die Überhöhung der Technologie. Kann er machen. Halte ich aber für überflüssig. Anleihen nimmt Hachmeister bei den Zukunftskolumnen von Nicholas Negroponte der im Dezember 1998 einfach mal die digitale Revolution für beendet erklärte. Überraschende Veränderungen lägen jetzt anderswo, „in unserem Lebensstil und wie wir gemeinsam unser Leben auf diesem Planeten gestalten“. Negroponte kam auf die Energieversorgung, soziale Gleichheit und Geopolitik zu sprechen, ausgehend von den Wirkungen der „digitalen Revolution“, aber soziologisch darüber hinausweisend.

Negropontes letzte Kolumne sei angeblich in Deutschland im doppelten Wortsinne nicht mehr angekommen, denn da ging es mit dem „DigiBlabla“ (Tom Wolfe) erst richtig los.

„Politiker ließen sich mit Entrepreneuren der ‚New Economy‘ fotografieren, hatten aber erst recht nach dem Börsen-Kollaps nicht recht begriffen, was die ‚Neue Ökonomie‘ gewesen sein sollte. Da war die nüchterne Bundeskanzlerin Angela Merkel schon ehrlicher, als sie ein Jahrzehnt später das World Wide Web oder das ‚Wirtschaftswunder 4.0‘ zum politischen ‚Neuland‘ erklärte“, so Hachmeister. Inzwischen sei die „New Economy“ durch die Konstruktion einer „digitalen Gesellschaft“ ersetzt worden. „Ministerien, Verbände und Parteien überbieten sich mit Konferenzen, bei denen es ohne begriffliche oder theoretisch-historiographische Fundierung mit Zustandsbeschreibungen und Forderungen bunt durcheinandergeht. Zumeist bleibt es bei ’schnellem Breitbandausbau auch in ländlichen Gegenden‘, ‚freiem W-Lan für alle‘ (wir haben immer noch die Störerhaftung, Herr Hachmeister, gs) oder ’neuer europäischer Technologiepolitik‘ hängen“, so der FAZ-Gastautor.

Teilnehmer an „netzpolitischen Abenden“, der Digi-Messe „re:publica“ in Berlin oder Nutzer der brav sozialdemokratischen Website „#digitalLeben („Die digitale Revolution wird alle Teile unseres Lebens umfassen. Das ist sicher“; „Martin Schulz würdigt Netzguru“ etc.) bekämen große und traurige Augen, wenn man ihnen erklären muss, dass es eine digitale Gesellschaft nicht gibt. Mitunter komme es auch zu innerparteilichen Verstimmungen, wenn etwa der SPD-Parteivorsitzende Netzfeministinnen, die nach eigener Aussage „im Internet leben“, bedeutet, sie sollten sich öfter in die Welt der Ortsvereine, Landtagsfraktionen und Sozialverbände begeben.

Die binäre Codierung begründet nicht in irgendeiner Form „Gesellschaft“.

„Die Übertragung eines evolutionär relativen, naturwissenschaftlichen oder technischen Kalküls auf einen soziologischen Grundbegriff ist ein schlichter Kategorienfehler. In diesem Sinne gibt es auch keine atomare oder mechanische Gesellschaft. Selbst angesichts der wirtschaftlichen und kulturellen Effekte, die mit der Infrastruktur des elektrischen Stroms und der künstlichen Beleuchtung einhergingen, ist kaum je ein Sozialforscher darauf gekommen, dies als konstitutiv für eine ‚elektrische Gesellschaft‘ anzusehen“, meint Hachmeister.

Die Erkenntnis technologischer und kultureller Evolutionen sei eine geistespolitische Aktion; sie lässt sich nicht durch technoide Empirie erledigen. Die „digitale Gesellschaft“ werde auch deshalb nicht entstehen, weil mit der Normalisierung des „Digitalen“ der Wert analoger Werkstoffe oder das Biocomputing zulegt. Das hätte der Autor etwas ausführlicher darlegen können. So klingt das Resümee des Gast-Feuilletonisten doch etwas profan. Das gilt auch für seine Einschätzung, dass die Annahme einer digitalen Gesellschaft technologisch und ökonomisch rückständiger sei, als es ihre Mitglieder (?????) annehmen.

Mehrere Behauptungen des Autors sind ärgerlich. Hat es in Deutschland nach dem Crash des Neuen Marktes nicht eine Renaissance der Altvorderen im politischen und wirtschaftlichen Establishment gegeben, die mit Häme und Spott die Netzszene voreilig beerdigten? Gibt es irgendeine erstzunehmende Initiative, um den Gestaltungswillen in Richtung eines digitalen Masterplans für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft umzusetzen? Die Fallhöhe, die Hachmeister bei den Apologeten des Digitalen konstruiert, war zumindest in Deutschland nie existent. Die digitalen Vordenker waren und sind leider immer noch eine Randgruppe.

Am Trend zur Dematerialisierung, der immer mehr Bereiche der Kohlenstoffwelt trifft, wird auch das analoge Plädoyer von Hachmeister wenig ändern, ob wir uns nun als digitale Gesellschaft definieren oder nicht. Ich halte diese Begriffshuberei schlichtweg für überflüssig. Es geht um die normative Kraft des Faktischen, die Roland Tichy recht hübsch beschrieben hat:

„Wir nutzen nicht mehr die Geräte – aber das, was sie können, den Nutzenstrom, den nutzen wir weiterhin: das Kursbuch, die Literatur, die Musik. Die Änderung erfolgt schleichend – und trotzdem blitzschnell. Das Praktischere setzt sich durch. Ich persönlich liebe meine Leica. Ihr Aussehen, ihr Gefühl der Perfektion, das sie mir vermittelt, wie sie schwer in der Hand liegt, den satten Klang des Auslösers. Aber leider ist mir analog längst zu mühsam. Und so geht es immer mehr Menschen mit immer mehr Gütern und Dienstleistungen. Ja, es ist wunderschön, bei einer Tasse Kaffee morgens in der Zeitung zu blättern. Das Rascheln! Das Knistern! Schon der Geruch bedruckten Papiers hat eine ungeheure Faszination. Punkt. Leider bin ich meistens irgendwo unterwegs, wenn ich Zeit habe, eine Zeitung zu lesen. Dummerweise verstopft sie zu Hause meinen Briefkasten und ist nach einigen Tagen das Signal für Einbrecher: freie Bahn, keiner zu Hause. Also wird die Zeitung verschwinden — aber wir werden weiter lesen, uns weiter informieren, weiter unseren Lieblingsautoren folgen. Nur eben anders. Dematerialisiert. Und wir können sofort darauf antworten. Neue Medien sind nicht nur ‚digital‘. Sie sind responsiv. Sie haben damit eine neue Qualität. Das wird unsere Vorstellung vom richtigen Produkt verändern“, schreibt Tichy.

Alles ausgelöst durch die 0-1-Logik mit einer unendlichen Kombinatorik von digital aufgeladenen Produkten und Diensten. Da war der von Hachmeister zitierte Gottfried Wilhelm Leibniz mit der Erfindung der ersten binären Rechenmaschine im 17. Jahrhundert wesentlich ambitionierter:

„Meine Erfindung enthält den Gebrauch der gesamten Vernunft, ein Urteil in Kontroversen, eine Interpretation der Begriffe, eine Abwägung der Wahrscheinlichkeiten, ein Kompass, der uns über den Ozean der Erfahrungen leitet, ein Inventar der Dinge, ein Tableau der Gedanken, ein Mikroskop zur Prüfung der gegenwärtigen Dinge, ein Teleskop für die Vorhersage der künftigen, ein allgemeines Kalkül, eine unschuldige Magie, eine nicht-chimärische Kabbala, eine Schrift, die jeder in seiner Sprache liest: Und auch eine Sprache, die man in wenigen Wochen erlernt, die recht gut sich über die Welt verbreiten kann“, so Leibniz in einem Brief an Herzog Johann Friedrich.

Welch inspirierende Prophezeiungen. Wir brauchen in digitalen Debatten mehr Leibniz und weniger Hachmeister.

Siehe auch:

Über allen IT-Gipfeln Ist Ruh, In allen Wipfeln Spürest du Kaum einen Hauch.

Faktencheck zur Digitalen Agenda: Watson übernehmen Sie! Vom Nutzen einer Vetomaschine

Vielleicht gibt es ja dann bald Watson-Brillen.
Vielleicht gibt es ja dann bald Watson-Brillen.

Der IBM-Rechner „Watson“ ist ein ziemlich schlaues Kerlchen. Nicht erst seit seinem legendären Sieg über die Champions des Ratespiels Jeopardy. Er kann noch viel mehr. Watson ist ein Fakten-Checker:

„Heute, drei Jahre nach dem Sieg der KI-Software bei der Quizshow Jeopardy, ist Watson bereits bei Behörden, Institutionen und Unternehmen in den USA im Einsatz. Die Software unterstützt dort Onkologen bei der Behandlung von Krebspatienten, führt natürlichsprachliche Verkaufsberatungen bei einer Bekleidungsmarke oder leitet aus der permanenten Analyse digitaler Medien (Blogs, Facebook, Zeitungen, Foren) ab, welche Themen sich als gesellschaftliches Mem abzeichnen und welche davon auf die Agenda der Wirtschaft gehoben werden sollten“, erläutert Konrad Buck in einem Gastbeitrag für Brightons.

Watson könnte nach Ansicht von brightone-Analyst Stefan Holtel auch den Politikbetrieb dramatisch verändern, da er Aussagen von Politikern einem Echtzeit-Faktencheck unterziehen kann.

Etwa parallel zu Bundespressekonferenzen, wie bei der Präsentation der „Digitalen Agenda“ der Bundesregierung.

Oder bei Wahlkampfreden, wenn mal wieder irgendein Sündenbock-Thema aufgetischt wird, beispielsweise bei der CSU-Kampagne „Wer betrügt, der fliegt“.

Inhaltsleere Polit-Rhetorik und polemischer Alarmismus könnten mit einer Veto-Maschine fundierter sowie schneller entlarvt werden. Damit wird Watson nicht zum Gestalter von Politik. Er könnte mit seinen Echtzeit-Analysen allerdings die Barrieren für dümmliche Agitation erhöhen. Als Recherchehilfe wäre Watson überaus nützlich. Was denkt Ihr?

Heute Abend nach der Tagesschau, also um 20:15 Uhr, machen wir bei Bloggercamp.tv schon mal einen digitalen Fitnesstest für Deutschland – noch ohne Watson. Für Zwischenrufe während der Liveübertragung Hashtag verwenden.

Siehe auch:

Ihr habt ja bestimmt vom IT-Sicherheitsgesetz gehört.

Agenda ohne Plan.

Breitbandausbau: Die Internet-Lüge.

Gegen das Sakrale hilft nur Aufklärung – Erinnerung an eine Disputation mit Frank Schirrmacher

Schirrmacher 001

Christoph Kappes hat den FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher in einem lesenswerten Nachruf als Großmeister der Debatten bezeichnet. Über die Wesenszüge von Schirrmacher kann ich nichts schreiben. Ich habe ihn leider nie persönlich kennengelernt. Nur ein einziges Mal kreuzten wir auf Google Plus kurz die Klingen, als auf dieser Plattform noch geistreiche Disputationen geführt wurden. Das war damals wohl der Charme des Neuen, der zu ungewöhnlichen virtuellen Begegnungen führte. So war ich sehr überrascht, als Schirrmacher auf meine Postings reagierte:

Es ging um die Frage, ob uns das Internet dümmer oder schlauer macht, ob die Dominanz des Digitalen zu negativen neuronalen Effekten führt oder nicht? Seine Thesen über bevorstehende Gedächtnis-Deformationen durch die Alleinherrschaft des Suchmaschinen-Giganten Google wertete ich als Fortsetzung der Thesen von Schirrmacher, die er in seinem Buch „Payback“ ausgebreitet hat: Es ging um die Vernetzung von Maschinen und Menschen zu Bedingungen, die von der Maschine diktiert werden. Es war die Unterwelt der Benutzeroberfläche, die Schirrmacher umtrieb: Maschinenräume im Silicon Valley, die ein Nichtinformatiker niemals zu sehen bekommt. Dort würden unsere digitalen Doppelgänger gebaut. In dem interessanten Google Plus-Gespräch ist Schirrmacher dann noch etwas deutlicher geworden.

„Gunnar Sohn et al, leider in Eile: 1. Wir wissen nicht was Google weiß. Oder finden Sie irgendwo im Netz die Ergebnisse der minütlichen Analytik und ihrer Hochrechnung, jenseits der meistgesuchten Suchbegriffe? Das aber ist das Wissen des 21.Jahrhunderts. 2. ‚Alles‘ ist nicht zu lesen, zu kennen, zu wissen‘. Das ist ja gerade nicht das Neue! Das wussten ja gerade die Enzyklopädisten am besten. Das Neue ist doch umgekehrt, dass der imaginäre Vertrag, an den alle glauben, besagt, dass ‚alles‘ zu wissen ist, was ist und kommuniziert. Tertium non datur. Man existiert nicht, wenn man nicht im Netz existiert, hieß das ja mal so schön. Konsequent entstehen erstmals seit der Reformation wieder Institutionen der Allwissenheit, die ihre Priester in die Marketing- und Personalabteilungen entsenden.“

Er verwies auf einen Wissenschaftsbeitrag im Wall Street Journal, der dokumentiert, wie perfekt unsere digitalen Lebensspuren schon heute analysiert werden können. Wenn das schon möglich sei, ohne verbale Kommunikation und bei nur 2000 Menschen, was sei dann heute insgesamt möglich?

“Das wüsste ich gern, mehr nicht. Gegen das Sakrale hilft nur Aufklärung – das würde schon reichen, hat nämlich auch in der Vergangenheit schon geholfen.” Und da stoßen wir wohl zum Kern der Schirrmacher-Thesen: „Das wirkliche Geheimnis ist nicht der Algorithmus, der uns füttert, sondern den wir füttern. Was wohl gewesen wäre, wenn Bells Erfindung alle Telefonate aufgezeichnet hätte, analysiert hätte, Stichwörter gefiltert hätte, Rückschlüsse auf Ort, Zeitpunkt und Stimmfärbung getroffen hätte und das Ganze dann als sein Privateigentum weiterverkauft hätte.“

Seine Einwände konnte ich nicht teilen, aber sie waren stets eine Herausforderung für den eigenen Intellekt. Man musste sich zusammenreißen, um in solchen Kontroversen nicht unterzugehen.

Meine Replik veröffentlichte ich im Debattenmagazin „The European“: Ob sich unser Bewusstsein verändert und wir zu Abziehbildern von Computerprogrammen degradiert werden, ist ein höchst unterhaltsamer Ansatz für Kinofilme. Das hat eher den Charakter eines „Wrestling-Events“, wie es der Soziologe Gerhard Schulze ausdrückte. Statt Inhalten werden nur Etikettierungen ausgetauscht. Die einen sind Panikmacher, die anderen Zyniker. Man geht zur Tagesordnung über und sucht sich einen neuen Spielplatz, um „Alarm, Alarm“ zu brüllen.

„Es ist ja nicht zu bestreiten, dass die Maschinen in vielen Teildisziplinen stärker und besser sind als Menschen. Angefangen bei der Muskelkraft. Heute käme niemand auf den Gedanken, mit einem Industrie-Roboter sich im Armdrücken zu messen.“ So zitierte ich den Systemingenieur Bernd Stahl von Nash Technologies.

Beim Schach oder bei Quizsendungen würde es ähnlich aussehen. Gegen IBM-Watson sei kein Kraut gewachsen.

„Eins darf allerdings in der Schirrmacher-Debatte aber nicht verdrängt werden. Die Petabytes lösen nicht das semantische Problem, sondern sind nur die Hardware-Basis-Voraussetzungen. Kann ein Computer prinzipiell zur Sprache kommen, oder bleibt er nur bestenfalls ein semantischer Blechtrottel? Ob das Internet vergesslich oder dumm macht, hängt nicht mit dem Internet zusammen, sondern liegt an dem, der es benutzt. Hier wabert viel Spekulatives und man begibt sich auf wackeligen Grund. Was allerdings wichtig ist, sind dezentrale Lösungen im Netz. Vielleicht braucht man eine Gewaltenteilung des Wissens, so wie wir es aus der Demokratietheorie kennen und umsetzen“, erläutert der Netzwerkexperte Stahl.

Notwendiger wäre eine breitere Debatte über die politische Netzneutralität von Infrastrukturanbietern wie Google, Apple oder Facebook. Also nicht die Frage nach dem gleichberechtigten Transport von Datenpaketen, sondern die Zurückhaltung von Konzernen in politischen, moralischen und ethischen Angelegenheiten. Was passiert, wenn digitale Existenzen von Google und Co. einfach ausgelöscht werden?

Hier lag Schirrmacher richtig:

„Man existiert nicht, wenn man nicht im Netz existiert“.

Seine intellektuellen Einwürfe werden mir fehlen, denn er animierte mich zur Klarheit im Denken – auch oder besonders in der Formulierung einer Gegenposition.

Siehe auch:

Zum Tode von Frank Schirrmacher: Neuland.